Full text: Lübeckische Blätter. 1907 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1907 (49)

einem erst in diesem Jahre veröffentlichten Buche in Mich veranlaßt, was ich in früheren Versamm- be treffender Weise so geschildert iste. Der Gewinn des lungen schon gesagt habe, in erster Linie das Juteressse sck Unternehmers, der bei Vergebung der öffentlichen der Arbeiter, meinen Antrag zu stellen. Ich wünsche ivi Arbeiten vielleicht auf Grund des Submissionswesens also, daß der Konkurrenzkampf der Unternehmer unter Li den Zuschlag erhält, wächst naturgemäß, je mehr es sich nicht auf Kosten der Arbeiter und auf dem äh ihm gelingt, die Selbstkosten herabzusetzen. Bei den Rücken der Arbeiter ausgefochten wird. Aber der ze Selbstkosten sind aber die Arbeitskosten ein wesent- Antrag liegt auch durchaus im Interesse der ein- § licher Teil, also die Arbeitszeit, die Arbeitslöhne usw. zelnen Gewerbetreibenden selbst. Diese einzelnen til Die wirtschaftliche Tendenz geht nun dahin, die Gewerbetreibenden werden dann vor der unlauteren j Möglichkeit der Herabdrückung der Selbstkosten auch Konkurrenz geschütt. Kein Mensch hat sicherlich ki auf Kosten der Arbeitsbedingungen so auszunutzen, gedacht, und die etwa hier in Beiracht kommenden | daß ein möglichst großer Gewinn für den Unter- Unternehmer am wenigsten, daß bei dem Theaterbau § nehmer bleibt. Das, was ich Ihnen eben aus einem Frauen beschäftigt werden könnten. Auch hier in § erst jetzt erschienenen Buche vorgetragen habe, iht der Bürgerschaft hat kein einziger eine Ahnung le nicht das Werk eines xbeliebigen Schriftitellers, nickte. davon gehabt. Für d i e Unternehmer, denen, um hi etwa sogar eines Sozialdemokraten, sondern das ein Wort Naumanns zu zitieren, die Elemente einer sc Buch, das ich in aller Kürze zitiert habe, betitelt gewerblichen Anstandslehre fehlen, bedarf es eines d- sich: „Die Regelung der Arbeitsverhältnisse bei Ver- größeren Druckes, um einigermaßen richtige und § gebung öffentlicher Arbeiten." Es ist bearbeitet vom ortsübliche Arbeitsbedingungen einzuhalten, als bei s Kaiserlich Statistischen Amt, Abteilung für Arbeiter. ihnen im eigenen Pflichtbewußtsein liegt. Da schließen fe statistik, und erst vor einigen Wochen im Verlage die ortsansässigen Unternehmer mit Arbeitern Tarife de von Karl Heymann erschienen Ich hätte wohl und vereinbaren, diese hoch zu halten, und dann ko gewünscht, daß jedes Mitglied der Bürgerschaft müssen beide sehen, wie ihnen die Arbeit, die der "i Gelegenheit gehabt hätte, dieses Buch lesen zu Staat mit ihren Steuern bezahlt, vor der Nase A können. Wäre das der Fall gewesen, wäre das vorbeigeht. Es ist nicht zu verwundern, daß nicht ti Material der Bürgerschaft zugänglich gewesen, bin nur die Arbeiter derartige Forderungen stellen wie . ich überzeugt, brauchte ich meinen Antrag nicht lange ich in meinem Antrage, sondern daß derartige Wünjche s mehr zu begründen, sondern Sie würden sicherlich und Anträge auch von seiten der Unternehmer immer einstimmig meinen Antrag auf Grund des in dem [lebhafter an die einzelnen Gemeinden herantreten. ß Buche vorgebrachten Materials annehmen. Ich kann In der amtlichen Druckschrift wird von einer der § Ihnen das umfangreiche Material, das dieses Buch Hansestädte, Bremen, mitgeteilt, daß der Verein î in sich birgt, nicht vortragen, ich will nur den Schluß, bremischer Baugewerkmeisster und die Schlosserinnung f; absatz, einen einzigen, Ihnen verlesen, wenn es der gebeten haben, daß die mit ihren Arbeitern ge- f Herr Woriführer gestattet. Der Schlußabsaß lautet schlossenen Tarife innegehalten werden. I wie folgt: „Bei dieser Sachlage wird man die Be- Was ich mit meinem Antrage will, ist nicht, § deutung behördlicher Sicherung angemessener Arbeits. daß der Staat die Löhne festsetzt oder die Arbeits- s bedingungen bei Vergebung öffentlicher Arbeiten nicht zeit zugunsten der Arbeiter reduziert, sondern ich fi unterschätzen dürfen. Wie gezeigt, ist das Ausland will, daß die bestehenden Mindestlohnsäte und die 1, in dieser Beziehung vorangegangen, in Deutschland vereinbarte Arbeitszeit anerkannt werden und daß f sind die Landesregierungen vorsichtig, die Stadt- der Staat für die Aufrechterhaltung derselben dadurch verwaltungen zwar vereinzelt aber bereits energischer sorgt, daß er den in Betracht kommenden Unter- . auf diesem Wege gefolgt und es besteht die unver- nehmern die Verpflichtung auferlegt, die Bedingungen, i kennbare Tendenz, auf dem bisher beschrittenen Wege die wir hier in Lübeck haben, als Grundlage der , weiter zu gehen. Der weitere Ausbau der Tarif.. Arbeitsverträge mit den einzelnen Arbeitern an- . verträge, der in den letzten Jahren in großem Um-. gzuerkennen. Auf der einen Seite schafst der Staat E fange erfolgt ist, wird dazu beitragen, das Vorgehen alle möglichen Einrichtungen, um zu ermöglichen, der Verwaltungen auf diesem Gebiete zu erleichteen daß Arbeiter und Unternehmer in Frieden leben, ; und die Möglichkeit eines Drucks auf die Arbeits. schafîft er das Einigungsamt, das nach Möglichkeit bedingungen von seiten des Submissionsverfahrens eine Verständigung zwischen beiden herbeiführen soll, ; auszuschalten, ohne daß sich daraus, wie die Unter. und auf der anderen Seite sieht der Staat sehnenden . suchung gezeigt hat, eine nennenswerte Belastung dr Auges, wie durch rückständige Arbeiterkategorien, Verwaltungen, noch eine erhebliche Beschwerung der deren Sitten nicht unsere sind und deren Moral Unternehmer ergeben dürften." wesentlich niedriger steht als die der hiesigen, die ö I2()
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