Full text: Lübeckische Blätter. 1906 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1906 (48)

Verkürzung der Arbeitszeit befürchtet hatte. Wenn derartige Einrichtungen und derartige Veränderungen im Interesse aller liegen, sollte man sie ganz gewiß prüfen und erörtern und diese Erfahrungen, die nicht nur an einer Stelle gemacht sind, sondern die noch für zahlreiche andere Orte zutreffen, auch für uns nutzbar machen. Es besteht der Achtsstundentag in Bremen seit 1890, in Mannheim seit 1900, in Mainz seit Juli 1900, in Offenbach seit dem 28. Juli 1900, in Crefeld seit dem 1. April 1902, in Königsberg seit Juli 1902, in Fürth seit August 1902, in Stuttgart seit dem 15. Mai 1903, in Chemnitz seit dem 1. Februar 1904, in Ludwigshafen am Rhein seit Anfang 1904 usw. Ich könnte Ihnen noch eine lange Reihe von Namen vorführen von den verschiedensten Orten und Städten, wo man mit der Abkürzung der Arbeitszeit vorge- f V Ut rf tr: Süden, überall hat man die gleiche Erfahrung ge- macht. Da halte ich es für wünschenswert, daß auch hier derartige Erfahrungen erprobt und geprüft werden, ob sich die gleichen Erfahrungen nicht auch hier machen ließen. Ich bin also der Meinung, wir bewilligen dieses Gehalt den Beamten nicht, weil der Senat nicht die Notwendigkeit der Erhöhung nachgewiesen hat. Es ist inkonsequent vom Senate, zu sagen, vor drei Jahren habe die Verwaltungsbehörde gesagt, die Arbeitslast sei so groß, daß man den Leuten mehr Gehalt geben müsse, wenn man trotdem in dieser Zeit einem Beamten noch ein Nebenamt überträgt. Dafür sind wir, für dieses Nebenamt eine außer- ordentlich hohe Summe zu bewilligen, falls es zu einem Hauptamte umgewandelt wird, und zwar im Interessse derjenigen, für die dieser Beamte wirken sol. Jett geschieht nicht alles, was geschehen sollte, weil dem Beamten die Zeit fehlt. Ich habe ja nachgewiesen, wie die Verhältnisse dort am Konstin- plaße und bei der Drehbrücke liegen und was jetzt bei der Gasanstalt in letter Zeit derartige Tatsachen erwiesen haben. Wir lehnen diese Vorlage danach entschieden ab. Senator Dr. Fehling: Die Arbeiter der Ge- meindeanstalten sind zufrieden, und ich hoffe, daß sie es auch fernerhin sein werden. Die Verwaltungs- behörde sorgt für ihre Arbeiter. Aus eigener Initiative hat sie im vorigen Jahre den Lohn der Arbeiter bei der wichtigsten Gemeindeanstalt erhöht. Es ist auch nicht von irgendeiner Seite ein Zeichen von Unzufriedenheit an uns gekommen, wohl aber manches erfreuliche Zeichen des Dankes und des guten Zusammenwirkens der Beamten und der Ar- beiter. (Bravo.) Am breitesten hat der Herr Vor- redner die Gewerbeinspektorfrage behandelt. Wenn ein Bürger Schäden bemerkt oder Gefahren erkennt, von denen er annimmt, daß der Gewerbeinspektor ihnen abhelfen könne, so sollte doch ja von dem guten Rechte des Bürgers Gebrauch gemacht werden, schnellmöglichst der betreffenden Instanz Mitteilung zu machen, und ich bitte nicht nur den Herrn Vor. redner, sondern auch die Bürgerschaftsmitglieder alle, es ja zu tun. Solche Sachen können vorkommen, auch wenn wir einen Gewerbeinspektor im Haupt- amte haben; überall kann er auch nicht sein. Wider- sprüche sind in der Vorlage des Senates nicht vor- handen. Es ist nicht richtig, und ich habe es durch- aus nicht gesagt, auch nicht etwas Ähnliches, daß vor Jahren schon die Verwaltungsbehörde geltend gemacht und dem Senat angezeigt hätte, die Arbeits- last sei für die Beamten zu groß; sondern wir haben an der Hand eines eingehend begründeten Berichtes des Direktors Hase dargelegt, daß diese Stellen anderwärts besser bezahlt würden und daß es richtig sei, mit einer Gehaltsaufbesserung vorzugehen. Das geschah übrigens, als Herr Lorenz schon im Neben- amt Gewerbeinspektor war. Es handelt sich bei dieser Ernennung auch nicht um etwas, was die Bürgerschaft nicht gewußt hätte. Die Tatsache wird jedenfalls bei den Beratungen in der Kommission ausführlich erörtert sein. Ich glaube, daß die Summe, die als Vergütung gezahlt wird, richtig ge nannt ist. Weniger als / 1200 Find es gewiß nicht; es könnten eher / 1500 sein. Herr Lorenz ist ein älterer, ausgezeichneter Beamter. Wir haben ihn gern in diese Stellung hineinrücken lassen, weil er eine vortreffliche und praktische Erfahrung besißt. Die Art, wie er das Nebenamt wahrnimmt, und seine guten Berichte sind höchst anerkennenswert. Ich muß hinzusegen, daß niemals die Tätigkeit des Herrn Lorenz als Inspektors des Elektrizitätswerkes durch seine nebenamtliche Tätigkeit beeinträchtigt ist Im Gegenteil. Seiner Haupttätigkeit kommt in recht vielen Punkten die Erfahrung zustatteu, die er als Gewerbeinspektor sammelt, und umgekehrt. Das ist auch der Hauptgrund gewesen, gerade ihm dieses Amt zu übertragen. Irgendwie sonstige Neben- einnahmen, von denen die Bürgerschaft nichts wähtt hat er meines Wissens nicht. Herr Neumann ha überhaupt keine Nebeneinnahmen. ; Heinsohn: Ich möchte nur einige kurze Be- merkungen zu den Äußerungen des Herrn é! kommissars machen. Es ist gesagt, wenn diese V amten fortgingen, würden wir gezwungen jz akademisch gebildete Beamte anzustellen. Ich uit nur bemerken, wie es dann möglich ist, daß ie! Herren auswärts in höhere Stellungen hinaufrici. können, wo es sich bei ihnen doch um akademis
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