Full text: Lübeckische Blätter. 1906 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1906 (48)

422 [a : 1 U: : eerlo hurt Uhr BsrV tat! § fue. a es jammerschade war! Es ist aber eine von mir oft beobachtete Tatsache, daß gerade die ungebildeten Leute, die in ihrem Leben nichts anderes getan haben, als mit Ochsen und Pferden umgehen, hier zu etwas gekommen sind. Bei Euch haben sie für einen ganz geringen Lohn arbeiten müssen, kommen nach hier und erhalten eine nach ihren früheren Be- griffen fürstliche Bezahlung. Sie leben aber weiter hübsch sparsam, kennen ja auch noch keine Be- dürfnisse und sparen infolgedessen rasch Summen über, mit denen sie dann ein eigenes Geschäft be- ginnen können." Die ansprechenden Mitteilungen wurden mit Heiterkeit aufgenommen und gaben zu manchen Be: sprechungen Anlaß. Gelellschaft zur Beförderung gemeinnüthiger Tätigkeit. XI. Bericht des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde über seine Wirksamkeit im Jahre 1905. . H M . Der Verein hat im Jahre 1905 fünf Versammlungen gehalten, am 25. Januar, 22. Februar, 26. April, 25. Oktober, 29. November. Am 31 März fand die übliche Frühjahrsversammlung gemeinsam mit dem Verein der Kunstfreunde statt. Vorträge und Mitteilungen behandelten folgende Gegenstände: 1) Amtsrichter Dr. Eschenburg am 25. Januar: Die Entwicklung der Vorstadt St. Gertrud. 2) Professor Dr. Hoffmann am 22. Februar: Die lübeckische Familie Lüneburg. 3) Der Vorsiteende an demselben Abend über die Luxusordnungen als Quellen für die Schätzung von Vermögenswerten. 4) Professor Dr. Ohnesorge am 26. April: Neue Organisationen zur Erforschung der ältesten deutschen Geschichte. 5) Der Vorsitzende am 25. Oktober: Zur Er- innerung an Dr. Karl Koppmann. 6) Professor Dr. Hoffmann an demselben Abend: Zum Andenken an Senator Dr. W Brehmer. 7) Assessor Dr. Hartwig am 29. November: Die Lübecker Bursprake. 8) Professor Dr. Curtius an demselben Abend: Ältere Stadtpläne von Lübeck. 9) Professor Lichtwark aus Hamburg am 31. März Vergessene Kunst. Als Mitglieder sind dem Vereine beigetreten: Major Haevernick, Assessor Dr. Hartwig, Navigations- lehrer Krauss, Rechtsanwalt Schorer. Durch den Tod wurden uns entrisssen von den korrespondierenden Mitgliedern: Professor Dr. Pyl in Greifswald und Stadtarchivar Dr. Koppmann in Rostock, von den ordentlichen Mitgliedern: Senator Dr. W. Brehmer, Stadtrat E. Jaenisch, Rentier J. Ph K. Krniest. Die erste Versammlung im Herbst des Jahres war dem Andenken der beiden um die Geschichte der Hanse wie um die unserer Stadt so hochverdienten, dem Vereine und seiner Tätigkeit so eng verbundenen Männer Dr. Koppmann und Senator Dr. Brehmer gewidmet. Von den Mitteilungen des Vereins ist die erste Hälfte des 12. Heftes ausgegeben worden, diesmal zuerst als broschiertes Heft, nicht mehr in der früheren losen Form. Vom Urkundenbuche sind die Schlußlieferungen des 11. Bandes zum Schluß des Jahres 1905 und zu Beginn des Jahres 1906 im Druck vollendet erschienen. Propter invidiam. Wir haben es so herrlich weit gebracht in unserm Vaterlande, in unserer Stadt. Überall frisch pul: sierendes Leben, überall Fortschritt und Wachsen; überall Zunahme an intellektuellen und materiellen Gütern. Wir seten bereits einen Fuß an, um in die erste Reihe der deutschen Städte, die Groß- städte, uns einzureihn – es fehlen nur noch wenige Tausend Seelen, welche die nächsten Jahre uns bringen müssen. : Ja, werden wir denn wirklich eine Großstadt sein ? Ist es mit der einfachen Menschenmasse getan, um eine Großstadt mit ihren Aufgaben und Pflichten zu bilden? Spielt nicht auch die Qualität der Menschen eine erhebliche Rolle dabei? Haben wir, hat der berufene und führende Teil unserer Be- völkerung die kleinstädtischen Meigungen und An- wandlungen so weit abgestreift, daß jeder frei von Vorurteilen und kleinlichen Empfindungen seinem Nächsten zum gemeinsamen Kampf um den Plat an der Sonne zur Seite tritt ? Tacitus, der scharfe Historiker, hat seinerzeit den Deutschen das bedenkliche Zeugnis ausgestellt, daß sie trog ihrer vorzüglichen Anlagen „propter in- vidiam,“ aus Mißgunst, sich nicht zu gemeinsamen Großtaten aufraffen könnten. Der Mann hat das Grundübel der Kleinstaaterei und Kleinsslädterei mit
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