Full text: Lübeckische Blätter. 1906 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1906 (48)

dem Verein der Musikfreunde geschenkt haben, und welches er vollauf verdient hat, auch jetzt bei diesem Antrag des Senates zu betätigen. _ P. Pape: Wenn ich recht gehört habe. sagte Herr Behn, daß es eigentlich eine interne Sache des Vereins wäre, wenn er Musikern kündigte. Gewiß ist das eine interne Sache, aber wenn wir heute abend ./ 12 000 jährlich bewilligen sollen, wollen wir auch wissen, wohin die Gelder fließen. Wenn da Dinge geschehen, die uns nicht passen, bringen wir sie vor. Dann sagte Herr Behn, die zwei Musiker wären heute nicht mehr leistungsfähig oder doch nicht mehr so, daß sie das leisten könnten, was von ihnen verlangt werden müßte. Ich weiß nicht, ob Herr Behn das zu beurteilen in der Lage ist. Aber jedenfalls, sagte Herr Behn, wären die Herrn jezt Mitglieder der Stadtkapelle, und sie würden später ihre Pension genau so beziehen, wie sie ihnen als Mitgliedern des Orchesters vom Verein der Musikfreunde zuteil geworden wäre. Ich weiß t tf fz! vr G; fie stellen wollen, wenn er sagt, daß die Musiker dort noch zu gebrauchen wären, im Orchester des Musik. vereins aber nicht. Ich kenne die beiden Herren lange, die gekündigt sind, und ich habe das Zutrauen zu ihnen, daß sie noch ganz gut in der Lage sind, den gestellten Anforderungen genügen zu können. Ich als Laie kann das nicht beurteilen, und ich weiß nicht, ob Herr Behn dazu imstande ist. Ich möchte aber jedenfalls mit Kollege Pape bitten, die Senats: vorlage heute abend abzulehnen. uu Dr. von Brocken: Zu der Kündigung der beiden Musiker will ich nur eins hinzufügen, was charakte- ristisch für die Herren ist. Von diesen beiden Herren, die keineswegs wegen ihres Alters, das hat gar nichts damit zu tun, sondern wegen ungenügender Leistungen nach vorheriger Warnung gekündigt worden sind, hat der eine geantwortet: Wenn die Kündigung aus- s;oh;y wirs mird te die La 1.13 Ds läuft diese Behandlung der Sache schließlich heraus. Ich gebe Herrn Peter Pape zu, daß man an sich an dieser Stelle Informationen, wie er sie erhalten hat, unbedenklich zur Sprache bringen und Auskunft über den Sachverhalt verlangen kann, da der Verein öffentliche Gelder bezieht. Aber andererseits ist nicht zu verkennen, daß darin ebensoviel Gefahr liegt. Denn in der Öffentlichkeit wird das, was er als einseitige Information erhalten hat und vorträgt, leicht als festgestellte Tatsache verstanden. Man muß aber doch natürlich beide Teile hören, ehe man urteilt. Daß diese Gefahr in solcher Öffentlichkeit liegt, zeigt sich in der Rede des Herrn August Pape. Ü 11 8 Er sprach vom tadelnswerten Gebahren des Vereins, von Leichtfertigkeit, von der Vernichtung der Existenzen usw. und sagte, sein Vorredner habe dies tatsächlich festgestellt. Daher sage ich, die Gefahr, daß aus solchen Mitteilungen, die naturgemäß rein einseitig sind, durchaus unrichtige Schlüsse gezogen werden, wenn solche Dinge im öffentlichen Kreis behandelt werden, liegt zu nahe. Wenn Sie der Sache auf den Grund gegangen wären, würden dem Vorgehen des Vereins alle Redner zustimmen. Der Vorstand konnte nach Lage der Verhältnisse nicht anders, als daß er die beiden, nach dem Gutachten des technischen Beraters unfähigen und unbrauchbaren Leute, die in ihren Leistungen stetig zurückgingen, kündigte. Bezüglich der Stadthalle kann ich die Worte, die von Herrn A. Pape gebraucht sind, nicht unwider- sprochen lassen. Er sprach auch wieder von dem Gebahren des Vereins, dem die Handwerker zum Opfer gefallen wären, als ob das tatsächlich fest- gestellt wäre. Dagegen muß ganz bestimmt protestiert werden. Herr A. Pape ist vollständig falsch informiert. Der Verein hatte der Stadthallengesellschaft bei ihrer Gründung einen Hypothekposten von AM 50 000 unkündbar und unverzinslich gegeben, gegen Uber- lassung des Lokals für seine Konzerte. Gegen den Vertrag hat die Gesellschaft erheblich verstoßen, und der Verein hat deshalb die „ 50 000 zurück- gefordert. Daß die Gesellschaft gegen diesen Vertrag verstoßen hat, das ist dur.h Schiedsspruch festgestellt. Von dem am d. Oktober 1905 erlassenen Urteil hat der Verein dann aber noch keinen Gebrauch gemacht, sondern erst versucht, um die Stadthalle zu erhalten, mit ihren Geschäftsführern in Verhandlungen ein- zutreten. Diese sind gescheitert. Es ist nicht einmal möglich gewesen, die Mitglieder des Vorstandes der Stadthallengesellschaft überhaupt zusammenzubringen. Wir haben uns monatelang, troßdem Herr Schlomer mit uns verhandelte, vergeblich bemüht, eine Antwort zu bekommen. Alles ist vergeblich gewesen, bis endlich Herr Schlomer, der stets pünktlich zur Stelle war und überhaupt prompt und ordentlich die Ver- handlungen führte, aber keine Vollmacht hatte, uns im Mai d. J. sagte, er wisse auch nicht mehr vor- und rückwärts. Er wollte auch kein Geld mehr hergeben, und wir sollten nur vorgehen gegen das Grundstück, da er die von uns geforderte geringe Summe nicht in der Kasse habe, auch nicht ein- bekomme. Daß da in irgendeiner Weise gegen die Handwerker rücksichtslos verfahren ist, ist eine durch aus unzutreffende Information. Der Vorstand des Vereins der Musikfreunde hat mit Bedauern gesehen, daß dieser Gesellschast nicht zu helfen set. Et ht! alles getan, was mit seinen Interessen verein war, um den Handwerkern zu helfen und das Lo
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