Full text: Lübeckische Blätter. 1906 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1906 (48)

105 ien, die beck sten tellt gibt des des 1als 1rde ge- mar ische 1den die chen und über 233 Hol- ekau an- aus- See- Zu ig! : nden !ager urch 234 tzlav Irtes sind elche aus Iten; und emar mark erste dem heint irsten | miß- ügen, Wert. n der dings t der See; Spitze kräfte J 1 der deutschen Seestädte vereinen: schon war es mit Riga und dem deutschen Orden in Verbindung getreten, Elbing wurde 1237 mit lübischem Recht gegründet; in Danzig, das noch zum Herzogtum Ostpommern gehört, gewinnen die Lübecter Marktrecht. Aber wenn zugleich der Handel nach England eifrig betrieben wird und der Plan auftaucht, in Flandern eine deutsche Stadt zu gründen, so sieht man, daß allseitige Ausbreitung des Handels das Ziel war. Von Dänemark war zunächst nicht viel zu fürchten; der alternde Waldemar hatte das Herzogtum Schleswig seinem zweiten Sohne Abel als Sonderlehen gegeben, dieser heiratete die Tochter Adolss IV. von Holstein und wurde, als Adolf ins Kloster ging, Vormund von dessen Söhnen; nach Waldemars Tode geriet er bald in Streit mit seinem Bruder Erich IV., der nun in Dänemark König war. Lübeck stand mit Herzog Abel in gutem Einvernehmen und benutte die Umstände, um den bisher noch zu Holstein ge- hörenden Hafenort Travemünde zu gewinnen; freilich mußte es zu diesem Zwecke die Schutzherrschaft der Grafen von Holstein auf sich nehmen, doch mit der Bedingung, daß Gerichtsbarkeit und Münzrecht der Stadt verbleibe. Mit den Fehden, welche Erich und Abel gegen- einander führten, hängt nun der Seezug zusammen, welchen die Lübecker 1249 gegen Kopenhagen und Stralsund unternahmen. Beide Städte, damals noch unbedeutend, wurden zerstört. Fürst Jaromar von Rügen hielt wieder zu Dänemark; da seine Kaper- schiffe einige Lübecker gefangen nahmen, die nach Livland wollten, um dort gegen die Heiden zu kämpfen, erwirkte Lübeck, ebenso wie früher bei dem Angriffe Waldemars, päpstliche Briefe zu seinen Gunsten, und damals war das Ansehn des Papstes, der die Absetzung Kaiser Friedrichs II. durchgesetzt hatte, groß in ganz Europa. Lübecks kriegerisches Auf- treten hatte günstigen Erfolg. Der Friede mit Däne- mark wurde schon 1250 hergestellt, da Abel nach der Ermordung seines Bruders den dänischen Thron bestieg; mit dem Fürsten von Rügen schloß Lübeck 1254 einen neuen, allerdings nicht eben günstigen Vertrag; mit Rostock söhnte es sich erst 1256 aus. Beide Städte verzichteten auf Ersat, der Schäden, die aus dem Kriege zwischen Lübeck und Dänemark entstanden waren: so besagt die in Lübeck aufbewahrte Rostocker Urkunde von 1257. Stralsund aber war inzwischen wieder hergestellt, gleichwie Kopenhagen; 1251 wurde das Dominikanerkloster in Stralsund gegründet, 1256 die Neustadt. Seine anfsehnlichen Kirchen hat es erst später erbaut, die Nikolaikirche seit 1288 an Stelle eines älteren unscheinbaren Baues, die Marienkirche seit 1298. Mit Lübeck ist es erst 1281 in freundliche Beziehung getreten; da- mals schlichteten in einer Versammlung zu Rostock die Ratsherrn der drei seit 1259 verbündeten Städte Lübeck, Wismar, Rostock die zwischen Stralsund und seiner Nachbarstadt Greifswald entstandenen Streitig- keiten. Dann folgt 1283 der Rostocker Landfriedens: bund, in welchem diese wendischen Städte, die nach- her den Kern des Hansebundes bilden, fest vereinigt erscheinen. j Aus mancherlei Mißhelligkeiten zwischen einzelnen Städten ist allmählich die Hanse, diese umfassende Vereinigung zur Erreichung größerer Ziele, entstanden: das ist der erfreuliche Eindruck, den man aus den sorgsamen Ausführungen dieses Vortrages gewinnt. Auch über die deutsche Einwanderung in die Ostsee- länder sind wertvolle Nachweise gegeben. Dr. M. Hoffmann. Aldentscher Verband. (Feier des zehnjährigen Bestehens der Ortsgruppe Lübeck.) Am Freitag den 9. Februar veranstaltete die hiesige Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes in den Räumen des Kasinos zur Feier ihres zehnjährigen Bestehens eine Fesstversammlung. Der zahlreiche Be- such derselben bewies, daß die alldeutsche Bewegung in den weitesten Kreisen der Stadt als berechtigt an- erkannt wird und begeisterte Anhänger gefunden hat. Über den schönen Verlauf des Festes hat die Tages- presse in ausführlicher Weise berichtet, so daß sich ein Eingehen auf die Einzelheiten der Festordonung an dieser Stelle erübrigt. Doch sei es nicht versäumt, noch einmal allen denen, welche zum vorzüglichen Ge- lingen des Festes mitgewirkt haben, insonderheit auch den Schülern des Katharineums den herzlichsten Dank auszusprechen. 1001. Theater und Musik. Sechstes Sinfoniekonzert. (10. Februar.) Durch Sülrretejühtk Durch Liebe gelabt! si Siehe! Fröhlich und frei Lacht uns das Leben! ~ So lautet das Motto, das Carl Ehrenberg seiner sinfonischen Dichtung „Memento vivere“ zugrunde gelegt hat. Jn dem Komponisten haben wir einen ungemein talentvollen Musiker kennengelernt. Wir schöpfen diese Wertschähung nicht aus der souveränen Beherrschung der Orchestertechnik durch Ehrenberg, nicht aus seiner Kunst, die Farben zu mischen, sondern aus der Kraft und Plastik seiner Themen, die gerade in dem ersten Teile der sinfonischen Dichtung als ihr hervorstechendster Zug auffällt. Schade, daß das Werk nicht hält, was es in dem frisch und keck hingeworfenen Anfang verspricht. Jm mittleren Teile des Werkes erlahmt die Erfindungskraft des Komponisten, er wird zu breit und ertötet durch seine Redseligkeit das Inter- 1
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