Full text: Lübeckische Blätter. 1906 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1906 (48)

. N, .. L J vom Straßenbahngleise herbeizuführen. Aus diesem Grunde wird die Höherlegung des Fußweges und die Algrenzung desselben gegen das Straßenbahn- gleiz durch Bordsteine empfohlen. Die Kosten erhöhen sich dadurch auf . 7000. An der Stelle hat, wie Herr .f mit Recht ausführte, die Abgrenzung keinen Sinn. _ Außerdem hat der Herr Senatskommissar nicht recht mit der von ihm ausgesprochenen Behauptung in bezug auf das Gefälle des Weges. Der Weg fällt nicht nach dem Straßenbahngleise zu ab, sondern gerade umgekehrt nach der andern Seite. Im übrigen ist zwar der Vorschlag von der Bürgerausschuß- kommission ausgegangen, der Plan und Kosstenanschlag aber von dem Bauinspektor Harms ausgeführt, also muß die Sache doch richtig gewesen sein. Ausführbar ist die Sache zweifellos. Die Bürgerschaft kann also ruhig die M 3500 sparen. Bei der nun folgenden Abstimmung wird der Senatsantrag abgelehnt und der Antrag des Bürger- ausschusses angenommen. Dr. Meyer (zu Ziffer 7): Ich halte diesen Teil des Senatsantrages für viel wichtiger als die eben besprochene Sache. Die Entwässerung der Ernsistraße, der Rabenstraße und des Grünen Weges ist eine Angelegenheit, die mir persönlich als Bewohner der Vorstadt St. Gertrud schon sehr lange nahe gelegen hat. Der St. Gertrud. Verein hat seit zehn Jahren Eingaben an die verschiedensten Behörden gemacht, aber leider hat bisher alles nicht geholfen, und wir waren sehr froh, daß jetzt endlich durch die Kommissionsberatung des Bürgerausschusses ein er- freuliches und gutes Resultat erzielt werden würde. Leider ist das, was der Senat uns nun nach dem erneuten Bericht der Baudeputation vorschlägt, nicht geeignet, die Verbesserung, die man dringend wünschen muß, zu erreichen. Es sollen hier nicht die Anlagen gemacht werden, wie die Kommission wollte, sondern es sollen Tonsinkkästen in der Straße aufgestellt werden. Nun möchte ich den Herren der Bürgerschaft einmal kurz erklären, wie die ganze Sache ursprüng- lich entstanden ist. Die Ernsststraße, die Rabenstraße und der Grüne Weg haben keine Siele. Die An- wohner gießen ihr Schmutzwasser aus den Häusern auf die Straße in den Rinnstein. Von hier sollten sie in einen offenen Graben hineinlaufen. Das Wasßsser sickerte jedoch in den Boden hinein, und infolge- dessen befand sich natürlich die Straße in einem ganz scheußlichen Zustande. Am allerschlimmssten wurde es im Winter. Dann pflegte die Sache zu gefrieren, und die ganze Straße war mit schmutzigen Eismassen bedeckt. Nun glauben wir, daß dem nur dadurch abgeholfen werden kann. daß diese Abwässer in den Z 4§ } Häusern gesammelt und in ein unterirdisches Siel geleitet werden. Jetzt kommt aber die Baudeputation und sagt, wir wollen eine größere Anzahl von Ton- sinkkästen aufstellen. Wie viele es sind, weiß ich nicht. Es wird nicht vor jedem Hause ein Tonsinkkasten sein können. Es werden die Anwohner daher ihr Schmutzwasser nach wie vor auf die Straße gießen, und das Wasser sickert die Straße entlang, bis es in die Tonsinkkästen gelangt. Im Winter wird die Sache genau ebenso werden, wie sie bisher war, und es werden wieder die Abwässer gefrieren. Wir haben dann statt ff 6000 A 7200 ausgegeben und nichts damit erreicht. Die Baudeputation ist dem Vorschlage des Bürgerausschussses nur deswegen nicht beigetreten, weil sie glaubt, daß man die An- wohner nicht zu den Kosten heranziehen könnte. Es heißt auf Seite 217: „Endgültig gute Verhältnisse lassen sich erst herstellen, wenn ein Hauptsiel an der Nordostseite des Heiligengeistkamp hergestellt wird. Da der Bau dieses Sieles jedoch erst nach vielen Jahren zu erwarten ist, so kann empfohlen werden, dem Vorschlage des Bürgerausschusses folgend, durch die Anlage einer provisorischen Entwässerung zu ver- suchen, die Verhältnisse doch wenigstens so weit wie möglich zu bessern. Als eine wesentliche Verbesserung kann das in Vorschlag gebrachte Siel mit der Vorflut des Medebaches wohl angesehen werden, und es mag aus diesem Grunde auch wohl gestattet sein, für diesen Zweck recht erhebliche Mittel zu verwenden. Die Herstellung von Hausansschlüssen scheint indessen undurchführbar. Die Kosten belaufen sich hierfür auf J 10 788, und es erscheint ausgeschlossen, die einzelnen Hausbesiger zu diesen Kosten mit heran- zuziehen." Nun bin ich der festen Überzeugung, daß wenn man hygienische Vorteile erzielen will, gerade bei Sielanlagen es ohne einen gewissen Zwang nicht geht. Im andern Falle wird die Sache ebenso bleiben, wie sie bisher war. Ich möchte Sie doch bitten, dem Votum des Bürgerausschusses zu folgen. Es ist das auch eine Sache, die nicht den Köpfen der Bürgerausschußmitglieder entsprungen ist, sondern sie ist ausgearbeitet von den Beamten der Bar- deputation. Die Bürgerausschußkommission hat eine Subkommission ernannt, bestehend aus Herrn Stender und mir. Wir haben mit den Herren Baudirektor Baltzer und Bauinspektor Harms beraten, und die Herren haben den Vorschlag ausgearbeitet. Er l also technisch sicher einwandsfrei. Der einzig Einwand ist, daß die Hausbesitzer nicht zu h Kosten herangezogen werden können. Ich zur ' das muß man abwarten. Gegen die Tonfinkkäste! möchte ich mich freilich auf das energischste verwahren Renn Sie den Bürgerausschußantrag nicht anneh
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