Full text: Lübeckische Blätter. 1906 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1906 (48)

300 kein Grund vor. Jeder Fremde, der nach hier kommt, ist erfreut darüber, in wie ausgezeichneter Weise die Verhältnisse nach dieser Richtung hin bei uns geregelt sind. Diesen Reiz unserer Stadt zu er- halten, scheint nur zweckmäßig zu sein. Dahms: JIch bin der Meinung, daß wir im allgemeinen den Vorschlägen, die uns hier durch diesen Antrag entgegengebracht werden, nur zustimmen können, und daß wir den Anregen des Herrn Direktor Otte nicht Rechnung tragen. Der Wunsch, in der Cronsforder Allee einen Radfahrweg zu besitzen, besteht seit langen Jahren. Die seinerzeit vor drei oder vier Jahren erfolgte Ablehnung des Weges durch die Bürgerschaft ist auf besondere äußere Gründe zurückzuführen gewesen, sie ist aber herzlich bedauert worden. Es wäre daher nur zu wünschen, daß die Strecke dieses Weges, wie sie vorgeschlagen ist, in diesem Jahre zur Ausführung gebracht wird und im nächsten Jahre dann der Weg bis zur Stadt. Ich habe nun noch einige kleine Wünsche vorzutragen, die ich bei dieser Gelegenheit gern abseßzen möchte. Sie betreffen vor allem die von mir schon im vorigen Jahre oder vor zwei Jahren angeregte Verbesserung der Übergänge. Es sind teilweise bei der Herderstraße, in der Mois- linger Allee und bei der Lachswehr-Allee die Über- gänge vom Radfahrweg auf die Straße so schmal, daß zwei Radfahrer kaum aneinander vorbeikommen können. Es ist seinerzeit gesagt worden, es seien diese Übergänge, wie sie hier geschaffen sind, not. wendig, weil das Wasser den Sielen zulaufen müsse, aber an anderen Stellen findet man bessere Über- gänge, die die volle Breite des Radfahrweges haben. Ich glaube, daß da doch eine Verbesserung möglich wäre. Weiter möchte ich wünschen, daß bei Gelegen- heit der Ausführung des Abschnittes 1 bei dem vorgeschlagenen Ausbau des Radfahrweges in der Schwartauer Allee mit Kantsteinen darauf Bedacht genommen wird, daß dort eine Verbreiterung des Weges erfolgt. Der Weg ist der schmalste, den wir in Lübeck haben und trotzdem einer der am meisten befahrenen. Der Weg nach Jsraelsdorf ist entschieden einer der besten, er ist aber viel breiter als der in der Schwartauer Allee. Es ist mir vor “trap swelgriugjfr wie jj vrt sscgjtrighs schlossenem Zuge von der Stadt her kam und den Weg derart besezte, daß für jeden andern Rad- fahrer die Benutzung ausgeschlossen war. Das wäre aber möglich, wenn der Weg breiter wäre. Endlich möchte ich noch fragen, ob es nicht möglich wäre, aus den Mitteln „JInsgemein“ bei dem Weg vom jetzigen Bahnhof zur Stadt, der entschieden erhalten bleiben wird, etwas mehr auf die Radfahrer Rück- sicht zu nehmen. Es sind in dem Wege so tiefe Löcher, daß es schwierig ist, dort zu fahren. Schließlich möchte ich noch die Frage aufwerfen, ob es jetzt nicht an der Zeit wäre, die R adfahr- a b g a b e zu ermäßigen. Ich bin im Gegensat zu Herrn Direktor Otte der Meinung, daß das Rad heute ein Verkehrsmittel ist, daß es also nicht als Luxus zu betrachten iste. So ungefähr drückte sich Herr Direktor Otte aus. Ich bin der Meinung, daß wir es nicht bei dem Antrag bewenden lassen dürfen, den Herr Direktor Otte gestellt hat. Nach ihm wird es dem Senat nur zur Erwägung anheim- gegeben, das Gesetz einer Revision zu unterziehen. Ich meine dagegen, es wäre jetzt an der Zeit, einen bestimmten Antrag aus der Mitte der Bürgerschaft zu stellen, der vom Senat erbittet, daß die Abgabe von t 6 auf ./ 3 ermäßigt werde. Das Gesetz brauchte sonst nicht geändert zu werden, denn § 4, der den gewerblichen Arbeitern die Abgabe ermäßigt, lautet jetzt: Die Fahrradabgabe beträgt bei Ein- kommen bis ./ 1200 die Hälfte. Also eine weitere Änderung würde nicht erforderlich sein. Ich bitte Sie daher, meinen Antrag wohlwollend mit in Er- wägung zu ziehen und ihn zu unterstützen. Mein Antrag lautet : ; die Bürgerschaft wolle den Senat ersuchen, ihr eine Vorlage entgegenzubringen, den § 5 des Gesetzes betr. die Herstellung und Unterhaltung von Radfahr- wegen vom 28. März 1899 abzuändern wie folgt: „Die Abgabe beträgt für jedes Fahrrad jährlich M 3." Ich bitte Sie, diesen Antrag dem Bürgerausschuß zu überweisen. Senator Dr. Ver me h re n : Die Anregungen, die Herr Dahms vorgebracht hat, werde ich der Baudeputation vortragen. Es werden dort zweifel- los die Fragen in nähere Erwägung gezogen werden und es wird untersucht, ob sich die Mängel im nächsten Jahre beseitigen lassen. Was die Schwar- tauer Allee anlangt, so möchte ich aus eigener Kenntnis bemerken, daß es schwierig sein wird, dort eine Verbreiterung des Radfahrweges vorzunehmen, weil die Chaussee selbst nicht sehr breit ist und für den Fuhrverkehr zweifellos in erster Linie der Weg in seiner jezigen Breite erhalten werden muß. Aber es kann auch dies Ersuchen erwogen werden. Hin- sichtlich des Weges vom Bahnhof zur Stadt hehn! ich an, daß Herr Dahms die Pflasterung bentnge! und für sie eine Verbesserung gewünscht hat. [s gehört allerdings weniger zu den Radfahrwegen a zu der allgemeinen Pflasterung. : zl Dr. Lienau: Ich möchte bei der Gener diskussion ganz kurz auf die Verordnung vou 9 Sevtember 1903 betreffend den Verkehr
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.