Full text: Lübeckische Blätter. 1906 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1906 (48)

Z 2 55 e. Schiele, Fr. Mich.: Religionsgeschichtliche Volksbücher. 1. Reihe: Die Religion des Neuen Testaments. 1. Band. Halle a. S. Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt Lübeck. Herausgegeben von der Baudeputation. Band II. Petrikirche. Marien- kirche. Heiligen - Geist-Hospital. Bearbeitet von F. Hirsch, G. Schaumann und F. Bruns. Frenssen, Gust.: Hilligenlei. Berlin 1905. Heyking, Baronin von: Der Tag Anderer. 4. Auflage. Berlin 1905. (Geschenk des Herrn Pastor Biernatky.) Mann, Thomas: Fiorenza. R.-A. Dienstag den 13. Februar 8 Uhr. 584.5. 1476. 44.77. 14.78. mr Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit. Versammlung am 6. Februar 1906. Der Direktor Senator Dr. Schön widmete zunächst dem am 3. Februar verstorbenen Mitgliede der Gesellschaft Herrn Geheimer Baurat Hermann Wilhelm Textor einen Nachruf. Sodann teilte der Direktor mit, daß die Mit- glieder der Gesellschaft und deren Damen von dem Lübecker Hauptverein des evangelischen Bundes zu einem Vortrage eingeladen seien, den Herr Land- richter Dr. Lienau am Donnerstag den 15. Februar 7 Uhr über den sogenannten Toleranzantrag des Zentrums im Gesellschaftssaale halten werde. . Herr 2: Gilbert hielt den angekündigten Vortrag über die Edda. Zum Vorsteher der dritten Kleinkinderschule wurde Herr Fabrikant Anton Schweichhoffer erwählt. Idiotenanstalten. Da die Frage der Errichtung einer Idiotenanstalt durch die staatliche Bewilligung von .M 30000 in den Vordergrund getreten ist, war es recht zeitgemäß, daß Herr Hauptlehrer Möller auf dem letzten Herren- abend die Eindrücke schilderte, die er bei einem Pefuhe vru vier verschiedenen Jdiotenanstalten emp- fangen hatte. 1. Die Provinzial-Jdiotenanstalt in Schleswig wird von der gesamten Provinz Schleswig-Holstein unterhalten auf Grund des preußischen Gesetzes vom Juli 1891. Es schreibt vor, daß die einzelnen Pro- vinzen für Kur, Pflege und Bewahrung der Geistes- kranken, Epileptiker und Idioten zu sorgen haben. Nach diesem Geseßze müssen Idioten jeder Art, bildungsfähige und bildungsunfähige, aufge- nommen werden. Die Anstalt ist in den fünfziger Jahren von einem Lehrer begründet, allmählich ge- wachsen und schließlich von der Provinz übernommen worden. Da die reichen Mittel einer ganzen Pro- vinz zur Verfügung stehen, konnten mehrere schöne Gebäude mit guten, gesundheitsgemäßen Einrichtungen errichtet werden. Die Leitung liegt in den Händen eines psychiatrisch gebildeten Arztes. Für jedes Kind werden Á 600 gerechnet. Davon zahlt der Pro- vinzial-Landarmenverband / 300; die übrigen /f 300 trägt der Kreisverband, der / 100 von der Ge- meinde zurückfordern kann. Die Anstalt zählt zurzeit gegen 250 Zöglinge, die fast nur aus armen Familien stammen. Es dürfen auch Zöglinge erster Klasse gegen höhere Ver- gütung aufgenommen werden; doch fehlt es zurzeit an solchen. Von den 250 Zöglingen sind nur etwa 70 unterrichtsfähig; vier Lehrkräfte sind angestellt. Auf eine Anregung des Landesrats Hansen in Kiel hat man in den letzten Jahren versucht, die Weberei als Beschäftigung einzuführen; der Erfolg bleibt ab- zuwarten. Die Zöglinge können zu jeder Zeit von den Angehörigen fortgenommen werden, sofern sie nicht gemeingefährlich sind. Mit dem achtzehnten oder zwanzigsten Lebens- jahre scheiden sie aus der Anstalt und werden nötigen- falls in die Provinzialpflegeansstalt (Irrenanstalt) in Neustadt i. H. überführt, wo sie ihr ferneres Leben zubringen. Hier werden sie mit Garten. und Feld- arbeiten, mit Weben, Flechten und ähnlichen Arbeiten beschäftigt. Auch hat man versucht, einzelne in Familienpflege zu geben; diese müssen sich von Zeit zu Zeit vorstellen. 29. Andere Eindrücke erweckt die Anstalt in Idstein im Taunus. Sie besteht aus drei schönen Gebäuden, die hübsch auf einer Anhöhe liegen. Hier werden nur erziehungsfähige Idioten aufge- nommen, die unter Leitung eines tüchtigen Päda- gogen eine anerkennenswerte Ausbildung erreichen. Beispielsweise wurde auf einem Tisch das Taunus- gebirge aus Ton nachgebildet. Von den 200 Kindern im Alter von sechs bis achtzehn Jahren sind ungefähr 70 vom Hundert schulfähig! Sie werden in drei Vorschul-, drei Hauptschul- und zwei Fortbildungs- schulklassen unterrichtet. In der Vorschule sollen die Zöglinge vor allem unterrichtsfähig gemacht werden. Mithin müssen solche Ubungen vorgenommen werden, die den Schüler befähigen, seine Gliedmaßen in die Gewalt zu bekommen. Er muß hinausgehen und hereinkommen, Gegenstände aufheben, einen Stuhl auf einen angewiesenen Platz stellen; er muß die Begriffe rund und spit, naß und trocken unter- scheiden lernen, lauter Aufgaben, die ein normales
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