Full text: Lübeckische Blätter. 1906 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1906 (48)

nötigen Lehrkräfte gibt, bin ich fest überzeugt, wird die Bevölkerung dem Senate dafür aufs höchste dankbar sein. Senator Dr. S c ön: Herr Lauenstein hat die Bestimmung des Unterrichtsgesetzes richtig wieder- gegeben. Danach soll für jede Bezirksschule mit Ausnahme von Travemünde, Moisling und Schlutup, wo die Verhältnisse anders liegen, ein Bezirksschul. lehrer angestellt werden, und wenn die Schule mehr als eine Klasse hat, für jede weitere Klasse ein Hülfslehrer. Dieser Lehrer kann auch weiblich sein, und es ist ja auch wünschenswert, eine Lehrerin zur Verfügung zu haben. Nun sind ganz ordnungsgemäß für die Schule in Niederbüssau ein Bezirksschullehrer und eine Hülfslehrerin angestell. Es hat aber vor kurzem die Hülfslehrerin als Ersat für eine plöglich abgegangene Lehrerin nach Lübeck berufen werden müssen, und da ist die Tochter des Bezirksschullehrers, die auch früher schon mit ausgeholfen und auch Handarbeitsunterricht vorübergehend übernommen hat, für die Lehrerin eingestellt. Hu Ostern ist bereits r rt Sehe mthet ia Br Eu i nach dem Gesetz unmöglich, daß wir dort zwei Lehrer und eine Hülfslehrerin anstellen. Das Unterrichts- geset sagt gerade‘ „Für jede weitere Klasse ein Hülfs- lehrer.“ Mehr Kräfte können wir also nicht anstellen, und es ist auch nicht erforderlich. Das ist aber richtig, daß vorübergehend ein Mifstand da gewesen ist, und daß seit, ich glaube, etwa sechs Wochen, die Tochter des Bezirksschullehrers mit hat unterrichten müssen. Übrigens ist diese Tochter auch zum Unterricht geeignet. Der Senatsantrag wird hierauf angenommen. Zum zwölften Senatsantrage ergreift das Wort Lau enstein: Dieser Punkt gibt mir Gelegen- heit, auf eine Sache zurückzukommen, die die Jagd betrifft. Das Finanzdepartement hat die Vergebung der Jagd übernommen und bisher dahin gestrebt, den Pächtern der Domänen auch die Jagd zu geben, sowie der Pächter einigermaßen das für die Jagd bot, was sonstige Bieter geben wollten. In Albsfelde soll nun, wie mir zu Ohren gekommen ist, die Jagd t Ehentit S L § F s Gebot geblieben ist, welches von dem Hamburger Herrn gemacht wurde. Der Pächter hat insofern dem Staate zugunsten gedient, als er mit seinem Gebot den Pächtern, die jezt die Jagd haben, M 600 mehr abgedungen hat, als die Jagd sonst erbracht hat. Es stellt sich nun, nachdem die Jagd von dem Ham- burger Herrn ausgeübt wird, heraus, daß der Schaden an Wild auf den Äckern des Pächters von Albsfelde in diesem Winter derartig groß geworden ist, daß er j....) 7 0 vr Verhandl. d. Bürgerschaft am 2. April 1906. (. F zu) rr Ru? Jagdpächter vertraglich nicht dazu angehalten sind, für etwaige Wildschäden aufzukommen. Unser Jagd- gesez vom Jahre 1900, worin der Wildschaden be- sonders gesetlich geregelt ist, sagt, daß derjenige, der die Jagd ausübt, dafür aufzukommen hat, wenn ein Wildschaden auf dem ihm zustehenden Terrain entsteht, 1§ Mlrshadenzeseh übetauht niht lx mchte nöüt gehabt. Alle Landbesitzer, die ihr Land in der Nähe von Forsten oder auch sonst an für das Wild zu- gänglichen Stellen haben, sind veranlaßt, Wildschaden zu beanspruchen, wenn der Schaden derartig groß wird, daß sie ohne den Ersay des Schadens nicht weiter existieren können. Ein solcher Fall liegt hier vor, und ich möchte den Herrn Senatskommisssar bitten, darüber eine Mitteilung zu geben, ob dem Hofpächter von Albsfelde nicht der Schuß des Finanz- departements jetzt voll und ganz zuteil werden kann, damit er seinen Schaden wieder ersezt erhält, den er faktisch erleidet und erlitten hat. Senator Eschenburg: Der Schutz des Finanz- departements wird selbstverständlich dem Domiänen- pächter, soweit es möglich ist, zuteil. Man muß aber auch die Arsprüche, die dort gestellt sind, auf das richtige Maß zurückführen. Es ist zweimal Klage geführt. Im ersten Fall handelt es sich um einen Wildschaden, der durch Wildschweine verursacht sein soll. Bei näherer Nachforschung der Sache stellte sich heraus, daß e i n Wildschwein das Areal passiert hatte. Als es dann abgeschossen werden sollte, ist es nicht wiedergekommen. (Große Heiterkeit.) Damit ist diese Sache wohl erledigt. Der zweite Schaden ist ein solcher von Hochwild. Der ist bedeutender gewesen, und der Jagdpächter hat den Auftrag erhal- ten, für vermehrten Abschuß Sorge zu tragen. Aber bei Rotwild ist die Sache nicht so leicht, denn ein Rotwildstand existiert hier nicht. Es ist Wechsel. wild. Wer weiß, welche ungeheuren Strecken das Rotwild wechselt, wird mir recht geben, wenn ich sage, daß es nicht leicht ist, hier Abhülfe zu schaffen. Daß wir die Jagd dem Meistbietenden verpachten, ist unsere Pflicht. Wir haben aber, soweit möglich, unsere Domänenpächter stets bevorzugt. Wir dürfen natürlich auch nicht zu weit gehen, weil dann die anderen Bieter fehlen würden. Man würde dann von dem Domiänenpächter ein Angebot bekommen, das wesentlich niedriger wäre als das der anderen Reflektanten, und wir müßten ihm die Jagd zu diesem wesentlich geringeren Preise überlassen. Ich glaube doch, daß das Finanzdepartement in dieser Beziehung die richtige Grenze einhält. In diesem speziellen Falle hat sich der Jagdpächter, ein Ham-
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