Full text: Lübeckische Blätter. 1905 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1905 (47)

136 für richtig halte, und möchte kurz erklären, daß ich auf dem Standpunkte stehe, und es sind viele Herren mit mir der Meinung, daß alle Steuerzahler über 5 Jahre das Wahlrecht haben sollen, wenn ich auch der Meinung bin, daß eine gewisse Ansässigkeitsdaue unbedingt notwendig ist. Aber im übrigen bin i nicht der Meinung, daß die Achtel-Bürger eingeführ werden sollten. Das Wahlrecht soll gleichmäßig sei für alle. Ich habe mich veranlaßt gesehen, das .'! zu erklären, damit Sie wisssen, wie ich zu der Frage stehe. Ich glaube, daß ich in dieser Beziehung die grobe Mehrheit des Bürgerrechtsvereins hinter ;;! habe. Ü: Meincke-Travemünde: Von verschiedenen Vor- rednern wird so leichthin gesagt, die paar Landleute kämen nicht in Betracht, wenn wir Abendsitzungen nehmen würden. Es wird immer von den große Opfern gesprochen, die die Lübecker zu bringen hätten wenn sie morgens hier sein sollen, bei den Land- euten sei es nicht so. Wir sind aber doch auch Menschen, und denken Sie vielleicht, es wird un leicht ° Wie denken Sie sich denn das, wie sollen die Opfer aufgebracht werden? Es heißt, wir könnten einfach ein Nachtquartier nehmen. Das ist aber doch eine teure Geschichte, und nicht nur den Ver- retern des Landes, sondern auch uns Travemündern wird das recht schwierig. Die Sache ist also so ein- fach nicht. Ich habe nichts dagegen, wenn Nachmit: tags-Sihzungen eingeführt werden, aber dann müsse sie so gelegt werden, daß wir mit dem Zug zurück: ommen können. Entweder muß die Bahn abends einen Zug einlegen, oder die Versammlungen müsse o früh gelegt werden, daß wir zurückkommen können Wir müssen uns natürlich der Majorität fügen, abe gerecht finde ich die Sache nicht. L Peters: Ich fürchte zwar, daß ich mit de größeren Teile der Bürgerschaft nicht im _iutlang bin, aber ich würde bedauern, wenn wir Abend itzungen hätten. Wer von morgens früh bis abends pät zu arbeiten hat, und das sind viele Herren dem wird es schwer fallen, am Abend noch die ger nügende Spannkraft sich zu bewahren. Das gil zz! r zr slret. htuen.. sq fh os deshalb bedauern, tveun . wir Abendsitzungen erhalten Jenne: Nachdem der Herr Wortführer an gekündigt hat, daß diese Frage in einer besonderen Sitzung, vielleicht schon in der nächsten, eingehen besprochen werden soll, erübrigt es sich, näher darau inzugehen. Ich habe ums Wort gebeten, um au ie Ausführungen von Herrn Coleman zurückzu ommen. Was die Frage des Bürgerausschusses an- langt, so handelt es sich um eine äußerst schwieri Angelegenheit, die vielleicht nur durch einen beson. deren Antrag geklärt werden könnte. Ob es praktisch wäre, lasse ich dahingestellt; mir ist es zweifelhaft. Ich möchte aber darauf hinweisen, daß die Anregung von Herrn Coleman in bezug auf die Teilnahme an den Kommissionssitzungen nach meiner Ansicht eine Berücksichtigung nicht erfahren sollte. Ich bin oft- mals Vorsitzender einer Kommission gewesen. Der Fall ist nie eingetreten, daß jemand mir gesagt hätte, er möchte zuhören. Man würde vielleicht mit ganz verschwindenden Ausnahmen ohne weiteres ja sagen. Wenn ich Vorsitzender einer Kommission wäre, würde ich sagen: Mit Vergnügen. Aber der Fall ist niemals eingetreten. Nun liegt die Sache bei unseren Kommissionen anders wie im Reichstage. Man be- schließkt in Kommissionen unter Umständen heute, morgen wieder zusammenzukommen, oder, wie es vor einigen Tagen gewesen ist, wo in Aussicht genommen war, eine besondere Sitzung zu haben, die Angelegew heit gleich in einer Sitzung zu erledigen. Vie wollen Sie denn da alle Mitglieder der Bürgerschaft benachrichtigen ? Das hätte gar keinen Zweck und ist unausführbar. In dieser Beziehung bitte ich Sie, der Anregung von Herrn Coleman kein Gehör zu schenten. Aber wenn Herr Coleman sich darauf bt schränken würde, zu sagen, es möchte den Bürger schaftsmitgliedern freistehen, sich zu melden, könnte man dem entgegenkommen, in erweiterter Form aber nicht. M..; Dr. Ziehl: Da der Herr Wortführer demnäcst die Frage wegen der Abendsitung auf die Tages ordnung setzen will, will ich auch auf den Gegen stand nicht weiter eingehen. Ich muß nur einet Ausführung des Herrn Peters durchaus widersprechen, denn die Erfahrung hat bereits darüber entschieden daß alles das, was er gesagt hat, unrichtig ist. qu Hamburg hat man immer Abendssitzungen gehabt, und haben die Hamburger Großkaufleute nicht ebend viel zu tun wie die Lübecker? Sie haben es vielleich noch schwerer, und troßdem versammelt sich die Hh burger Bürgerschaft mit großem Erfolge m abends. Die Ausführungen des Herrn Peters sind also durch die Erfahrung gänzlich widerlegt. ih Reosenquist: Die Handwerker würden sicher!! dem Senate sehr dankbar sein, wenn er künftig zj Bürgerschaftssitungen auf den Abend verlegte. ri uns ist die Sache so zugeschnitten, daß, wen! heute zur Kundschaft sagen, man hätte eine, Birfi schaftssitung, es dann heißt, sie spielen sich wor als Rentier auf, oder werden es bald so i gebracht haben. Wir Handwerker müssen tüchtig h; der Arbeit sein, und sind abends noch Versammluns vielleicht die Woche fünf, müssen wir erst recht sira bei der Fahne sein.. ( lun fei veil leute qm | sprec erwit iichti tnfli Yürg taget Seni hort in seine qevé Und der M- Uu. Ree aus lan, oll Bü \li ein gei nu sch! Uu M Hü Mi ger ode q: der hör ha: der ert ma Y. pl kö) I
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