Full text: Lübeckische Blätter. 1905 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1905 (47)

meines Lächeln bemerkt, aber es steht auch so in dem Senatsentwurf. Mir ist das Wort „umgekleidet" auch nicht sympathisch. Man muß aber auch den Eltern die Pflicht auferlegen, daß sie während der Zeit, die von den Geschäftsinhabern gewährt wird, wirklich darauf achten, daß die Söhne die Zeit dazu benuten, die Schule zu besuchen. Man hat es sehr unangenehm bei der Gewerbeschule empfunden, daß viele Lehrlinge den Unterricht versäumen. Außerdem möchte ich den Kaufleuten empfehlen, eine obligatorische Prüfung einzuführen. Wenn wir eine obligatorische Schule bekommen, muß man auch verlangen, daß die Lehrlinge, wenn sie Gehülfen werden wollen, alle diese Prüfung bestehen. Sie haben dasselbe bei dem Handwerk und jedem andern Stand. Der Lehrer, der Jurist muß seine Prüfung bestehen. Dadurch wird eine größere Garantie dafür gegeben, daß die Lehrlinge von dem Besuch der Fortbildungsschule Nutzen haben. Senator Ewers: Ich kann in der Tat in dem Antrage von Herrn Stender eine Verbesserung der Vorlage nicht erblicken. Ich habe die Empfindung, als wenn Herr Stender das eine übersieht, daß die Gewerbeschule keinen obligatorischen Unterricht hat, während er für die Kaufmannslehrlinge obligatorisch ist. Es ist also die ganze Grundlage durchaus ver: schieden. Die Überwachung seitens der Eltern ist genau dieselbe wie bei jeder andern Schule. Die Lehrlinge sind alle verpflichtet, zur Schule zu gehen, und darüber wird von der Schule gewacht. In dieser Beziehung den § 7 zu ändern, ist nicht nötig. Die Pflichten der Eltern und Vormünder von denen der Geschäftsinhaber zu trennen, halte ich nicht für zweckmäßig. In dieser Vorlage ist man von dem Prinzip ausgegangen, daß auf der einen Seite be- stellte Aufsichtspersonen da sind, die die Verpflich- tungen übernehmen, und auf der anderen Seite die Lehriinge, die die Verpflichtungen zu erfüllen haben. Es läuft auf dasselbe hinaus, und der Unterschied, den Herr Stender konstruiert, will mir nicht einleuchten. Im großen ganzen ist die Fassung des Senates die klarere und besserere, wenigstens meiner Über- zeugung nach. Wenn Herr Stender eine Prüfung verlangt, so darf ich dazu bemerken, daß durch das Fortschreiten von einer Stufe in die andere dieses Ziel erreicht wird. Ob Sie das durch eine Prüfung erreichen oder nicht, kommt auf dasselbe hinaus. Wer die höchste Stufe durchgemacht hat, ist mit der Schule fertig und hat das Ziel, erreicht, wer nicht, bleibt auf der früheren Stufe. Über achtzehn Jahre hinaus soll niemand zum Besuch der Schule ge zwungen sein. Aus dem Grunde liegt eine Not 'vendizkeit irgendwelche Prüfungen einzurichten ni or. 4.4 . ] Schorer: Ich glaube, Herr Stender irrt sich gewaltig, wenn er meint, daß seine erste Anregung durchführbar ist. Die Eltern und Vormünder ollen darauf passen, daß der junge Mann die Schule besucht. Sie wohnen aber vielleicht gar nicht hier, sondern ganz anderswo. Wie soll es da gemacht werden? Man darf keine Bestimmungen in ein Gesetz hinein bringen, die undurchführbar sind. Ich bitte Sie darum, den Antrag Stender abzulehnen. Der Senats. antrag genügt vollständig. Hempel: Herr Stender greift durchaus daneben, wenn er meint, Geschäftsinhaber, Eltern und Vor münder wären in der Lage, den Schulbesuch ihrer Untergebenen zu kontrollieren. Das ist aber un möglich. Die jungen Leute haben sich zum Schul besuch angemeldet, und dann übt die Schule die Kontrolle. Nur sie kann es. Sobald Schüler aut dem Unterrichte fortbleiben, wird der Schulleitel dem Geschäftsinhaber, den Eltern oder den Vor mündern Nachricht geben, daß die betreffenden Jüng linge nicht im Unterrichte waren. Von anderel Seite kann aber die Kontrolle nicht ausgeübt werden Kommerzienrat Scharff: Auch ich bin det Meinung, daß der Antrag Stender abgelehnt werden muß. Sein Text ist keine Verbesserung gegen det Text der Senatsvorlage. Der Vorschlag, daß die Elkern und Vormünder darauf achten jollen, daß dit Lehrlinge die Schule besuchen, 1st undurchführbat Darauf achten nicht die Geschäftsinhaber, sondern d Schulleiter. Wenn ein Lehrling nicht erscheint, wit es gemeldet. Also auch in dieser Beziehung ist dt! Antrag überflüssig. Die dritte Anregung von Herti Stender geht eigentlich dahin, daß die Lehrling! nach Beendigung ihrer Lehrzeit Gehülfenprüfungt! ablegen sollten. Das ist ebenfalls undurchführlal und hat mit diesem Gesez überhaupt gar nichts ql tun. Ich bitte nochmals, lehnen Sie den Utt] Stender ab und nehmen Sie_die vorgeschlag Fassung des § 7 an. Damit ist die Debatte erschöpft. Der u Stender wird hierauf abgelehnt. Der Senatsan ; wird mit den von Dr. Görtz beantragten Änderuth" zu den 8S§ 6 und 10 angenommen. ] Thiele: Ich möchte im Anschluß hieran Y Wunsch äußern, daß auch der Besuch der Gewt schule für alle Handwerkslehrlinge festgelegt wei möge. Ich finde es auch nötig, daß der Unie p. der Schüler tagsüber stattfindet und nicht am un Wenn die jungen Leute zehn bis zwölf Sl di gearbeitet haben, sind sie müde. Ich bitte al 1 j Sonntagsarbeit in den kaufmännischen, Kontolt f regeln. Da wird oft, wie ich weiß, bis. 1 ur u noch länger gearbeitet. __Ich finde, das ist zu !" Bu: langem Unterrid Sch nur mös habe ich der „Li Antrag ist Ihne daß Sie mich da heiten, 1 sind, zu will mi ganz ku zu spre zu stell fassen 1 daß au gleichen Ihnen Grunds nehmen Bi Pensio die Be Pensio Haupt] Uhrer Artikel „Dem über allgen Umstä gehalt kasse Obers fahren den § um t Kirche Aussi wurde danadl diesen anzur sprech tt Gesai gut e 1899 hat ausge
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