Full text: Lübeckische Blätter. 1905 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1905 (47)

790 herausgestellt haben, die aber doch, namentlich gegen Ende des Jahres, nicht mehr als unbegründet be- zeichnet werden konnten. Die schließlich zu einer friedlichen Lösung gediehenen politischen Schwierig- keiten zwischen Schweden und Norwegen fanden in Deutschland, namentlich auch in Lübeck, wohl lebhaftes Interesse, sie durften indes keinen Anlaß zu ernster Beunruhigung geben. Eher hätte man dies von den Nachrichten sagen dürfen, die über die Beziehungen zu unseren Nachbarn im Westen und ihren neuen Freunden auf der anderen Seite des Kanals hin und wieder mit wachsender und zulett ungewohnter Deutlichkeit aus dem sonst . so geheimnisvollen Schweigen der Kabinette an die Öffentlichkeit drangen. Der Gang der Ereignisse in Deutsch-Südwest-Afrika hat leider noch nicht zu einem glücklichen Abschluß geführt. Ernste Unruhen suchten auch unsere Kolonie Ost-Afrika heim, die sich lange einer ungestörten friedlichen Entwicklung zu erfreuen gehabt hatte. Wenn unsere Vaterstadt von den zuletzt erwähnten Ereignissen der deutschen Auslandspolitik nicht un- mittelbar betroffen worden ist, so wird auch Lübecks Erwerbsleben wesentlich berührt durch den im Anfang des Jahres vollzogenen Abjchluß mehrerer Handels: verträge, namentlich des Vertrages mit Rußland. Es ist zu hoffen, daß es nicht unmöglich sein wird, auf seiner Grundlage unsere Handelsbeziehungen nach den russischen und finnischen Plätzen festzuhalten und zu entwickeln. Die Verhandlungen wegen eines Handelsvertrages mit Schweden, die für Lübeck ein besonderes Interesse haben, sind noch nicht abgeschlossen. Aus der Tätigkeit des Reiches auf dem Gebiete der Gesetzgebung sind als auch für Lübeck wichtig die gegenwärtig dem Reichstage vorliegenden Gesetz- entwürfe zu erwähnen, die den Zweck verfolgen, dem Reiche größere eigene Einnahmen zu verschaffen. Der schweren wirtschaftlichen Schädigung, die dem rheinisch.westfälischen Bergbau durch den großen Ausstand zugefügt worden ist und die in ihren Folgen sich weithin fühlbar gemacht hat, stehen in Lübeck nicht gering anzuschlagende Verluste gegenüber, die eine lang andauernde Arbeitseinstellung im Baugewerbe im Gefolge gehabt hat. Es soll hier nicht auf die Schädigungen eingegangen werden, die bei den Be- teiligten auf beiden Seiten eingetreten sind. Man wird nur dem Bedauern Ausdruck geben dürfen, daß die Fertigstellung mehrerer Staatsbauten, die im allgemeinen Interesse lag, sehr verzögert worden ist. Namentlich hat der Neubau für das Reform-Real- gymnasium i. E., das Johanneum, noch immer nicht bezogen werden können. Und die von allen Seiten als dringend notwendig bezeichnete Einrichtung einer neuen Heizungsanlage im Katharineum hat bis zum nächsten Jahre aufgeschoben werden müssen. Das Jahr 1905 war für Lübecks öffentliche: Leben ein überaus reiches. Die Fülle der Ereigni der Anregungen, Pläne und Beschlüsse war so gr daß es unmöglich ist, in engem Rahmen ein vo ständiges Bild von ihnen zu geben. Es kann deshall nur das Wichtigste herausgegriffen werden. » Die im Rückblick des vorigen Jahres erwähnt gemeinsame Kommission des Senates und der Bürgerschaft, welche die Frage prüfen sollte, ob ust Wahlrecht einer Anderung bedürfe, um zu verhindert, daß die nicht staatserhaltenden Elemente in der Bürgerschaft die Oberhand gewinnen, hat im ber flossenen Jahre ihren Bericht erstattet. Ihre Por schläge Find nach langem Hin- und Herwoget dr! Meinungen schließlich im wesentlichen unverändett Gesez geworden. Wenn auch niemand ein Bedatet! über gewisse Folgen der neuen Wahlgejesgetuug n unterdrücken können, so wird man angesichts I Stimmenverteilung bei den im November ul! genommenen Ergänzungswahlen zur. Bürgerschoft ]! der Erkenntnis von der Notwendigkeit eines W greifens nicht zu verschließen vermögen. In urs Schwesterstadt Hamburg hat man sich ebenfalls Iajl verstehen müssen, einer Abänderung des Wahlred] näher zu treten, obwohl die dort geltenden V stimmungen mehr als unsere früheren diejenF Garantien boten, die für den Fortbestand und lv Gedeihen eines republikanischen Gemeinwesens ul! läßlich Find. . 4.7 Neben diesen gesetgeberischen Arbeiten, we, stimmt waren, die Grundlagen für eine ge. Entwicklung Lübecks zu schaffen, beschäftigten 4,1 Förderung dieser Entwicklung auf dem Gei j.. Industrie gerichteten Bestrebungen die weiteten ~, unserer Bevölkerung. Die im vorigen Ja . dieser Stelle ausgesprochene Erkenntnis rot k wendigkeit der Industrie auch für die Ental ; Handels hat sich immer mehr Bahn gebroche tw ehe der lange mit Spannung erwartete Geri ersten Wasserbautechnikers über die Schaft örtlichen Bedingungen für die Ansiedelung us t Unternehmungen der Öffentlichkeit überge d : konnte, gelang es, nicht zum wenigsten du mühungen des Industrievereins, die Gründi Unternehmens zu sichern, von dem man ndect einen unmittelbaren günstigen Erfolg, srrvetl einen belebenden Einfluß auf unser ganze N Hi Leben, unseren Handel, unsere, See’ zm 11 schiffahrt erwarten darf. Nach Überwin t 190 facher Schwierigkeiten konnte im heris ejell Gründung des, Hochofenwerkes Lübeck Aki Y 1 vollzogen werden, an dem sich der sty heteill Kaufmannschaft mit ansehnlichen Betrin hei Im Hinblick auf die Erfahrungen, bi: unter ä osenwer die Re! 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