Full text: Lübeckische Blätter. 1905 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1905 (47)

1.0 .ues jren sten sog. vom von! JZerr; jald. der jüler im chen ssen. zert. [tene mit kinde alt,“ 1 ist.| der hatte Carl jacob , ge-] eta mber etztes auch] führt h auf dame. wird [t be-] vieler e mit Jesser! bruar " zut 1gister amle n der ht ha 1ment j ng gt cih j Tanp mdell Jahr ädche! habel und nicht wußten, „was Komödien, Opern, Bälle, nächtliche Assembléen, noch weniger was Carnevals- [ustbarkeiten sind.“ Jett aber erhalten Knaben und Mädchen schon in den Erziehungsanstalten auch Tanzunterricht, und drei Tanzmeister bieten ihren Unterricht an, welche von ihren Reisen „ganz neue Tänze und Touren“ mitgebracht haben. Jetzt seien außer vielen Gesellschaften mit folgendem Tänzchen ja auch öffentliche Bälle eingerichtet, welche anfäng- lich als „wöchentliche Winterbälle“ und legthin auch als „Gesundheitsbälle“ bezeichnet würden und stets zur Bürgerszeit, d. h. um 10 Uhr abends ihr Ende erreichten. An Karnevalsfreuden fehle es auch nicht. Der Besitzer des Komödienhauses in der Beckergrube, Herr F. W. Ebbe, habe schon bekannt gegeben, daß „der zahlreiche Besuch und die sonstige gute Auf- nahme der neulichen Masquerade ~ die am 29. Januar 1787 stattgefunden ~ ihn angefrischet, hohen Orts anzusuchen, worauf ihm seine Bitte gewährt sei, daß er auf Freitag den 16. Februar nochmal einen Bal en masque veranstalten möge.“ Die Ebbe’schen Bälle aber seien stets nur dem hohen Publico, der Haute voléo der Stadt zugänglich, von dieser aber auch stets gerne besucht; so verspreche man sich denn auch jezt wieder große Augenweide ' und ein herr- liches Vergnügen davon. Aber auch der immer mehr sich steigernden Ver- gnügungssucht breiterer Schichten des Volkes biete sich reiche Gelegenheit, ohne viel Nachdenken Augen- weide und Abwechselung zu haben. Da ist z. B. „eine hier noch nie gesehene obersächsische Riesin an- gelanget, deren Wuchs und besondere Größe vorzüg- lich zu bewundern ist. Sie mißt ohne Frisur 90 Zoll [= 2,16 m] und ist 24 Jahre alt.“ Gegen das billige Eintrittsgeld von 2 Schillingen [= 15, 4Rm.], „Standespersonen“ zahlen wie immer „nach Belieben“ — ist auch das natürliche Wider- spiel zu sehen: „ein Zwerg, welcher 29 Jahre alt und 2 Fuß 6 Zoll [= 72 em] hoch ist.! Und wie interessant für die Kinder’ war es, wenn „Herr Réné Nicolaus aus Frankreich, der sich vor dem Mühlen- thore bey Herrn Berg, die verkehrte Welt genannt,“ aufhält, „mit zwei kleinen türkischen Pferden viele sehenswürtige Kunststücke" machte. Und die Er- wachsenen auch hatten ihre Freude an den von „Niesner und Meltzer, Bildhauer aus Berlin“ zur Schau gestellten lebensgroßen „mit größter und accurater Aehnlichkeit verfertigten, in natürliche Uniform gekleideten Figuren: Friedrich der Einzige und dessen verdienstvoller General der Cavallerie von Ziethen, campirend in einem Zelte vorgestellt, vor welchem ein Grenadier der ersten Garde in völliger Mondirung Schildwache steht.“ Auf die mechanischen Kunstwerke, welche ein „Monsieur Meyer“ angekündigt hatte, darunter „eine schön gekleidete, nach der Kunst gemachte Mohrin in Lebensgröße ,“ die „durch Mechanik von selbst auf m Seil solche Sprünge, Tänze und Wendungen macht, als lebende Seiltänzer noch nie gezeigt haben,“ ist man sehr gespannt; schließt doch Herr Meyer seine Reklame mit den Worten: „Es würde prahlerisch sein, mehr anzuzeigen; meiner Werke Symbolum ist: komm und sieh! ~ Ich bitte ergebenst zu kommen und zu sehen, was für 12 ß, 8 | oder 4 | noch nie zu sehen gewesen." ; ; i .“ / ; ins FCE mts ett . " |tce!t lait sic gewiß sehr hübsch dort; ich gehe aber doch lieber zu den Vorstellungen der „Gesellschaft des Herrn und Madame Preis“ auf der Reitbahn am Lohberge. Was sind das für gute Leute! „Herr und Madame Preis haben sich einen gerechten Anspruch auf den Dank unserer Armen erworben, indem sie ihnen den ganzen Ertrag ihrer am Mittwochen gegebenen Vor- stellung, welcher Zweihunderteinundfünfzig Mark 51)s Schillinge ausmacht, zufließen lassen.“ Der Herr, der dieses sprach, ist eben erst herein- getreten und schreitet in behäbiger Würde durch den Raum hindurch in das anstoßende Zimmer, aus welchem gleichfalls lebhafte Gespräche herübertönen. Dort ist der Sammelplatz des ,„Englischen Winter- klubs,“ in welchem neben materieller Behaglichkeit warmer Gemeinsinn und auch das ideale Interessen pflegende geistige Leben seinen Mittelpunkt hat und in dem alle gebildeten Stände vertreten sind. Dort besprechen die Politiker, die neue Karte von Holland vor sich, eifrig die holländischen Unruhen und die zahlreichen neuen Schriften und Schriftstücke darüber, welche der Buchhändler Donatius hat zur Ansicht kommen lassen. Mehrere Kaufherren, welche unsern zahnleidenden Freund heute ungern vermissen, unterhalten sich über eine neu zur Subskription aufge- legte Schrist: „Materialien zum nützlichen Gebrauche für denkende Kaufleute." Die munteren alten Hagestolze verhandeln über eine neu erschienene „merkwürdige Sammlung einiger Nachrichten seltener 100- und mehrjähriger Greise, die von den ältesten Zeiten bis auf das Jahr 1787 geht und worinnen zugleich die Ursachen eines sehr hohen Alters und die Mittel, gleichfalls alt zu werden, angezeigt werden." Der Juristentisch aber erörtert eine neue Broschüre be- treffend „das über die berühmte Wächtlerin wegen Ermordung ihres Mannes ergangene Verhör in Fragen und Antworten, nebst der fiskalischen Anklage wider sie in Hamburg.“ Im lebhaftesten Wortgefechte streiten sich die Schöngeister teils über „Voltaire's Lebensbeschrei- bung," teils über „das mit der Allgemeinen Literatur-
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