Full text: Lübeckische Blätter. 1905 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1905 (47)

49 7 n ent schulen < ef je mat naben ten. ., daß 1 habe schulen erteilt. Wachse mm mit dieses nabet- [schule, [schule achsen. so zu- gernot zschule . dann stalten für ?; schon orals: veitere diesem purdet [schule [bgang aß die rstraßt ejchlag egende zutagf Diest Prittel [. (St. und ädchet iß fit unigel Jrittel is zii Jnall jerdely solcht: r vol jordell. 19. Museen als Volksbildungsstätten. Die in diesen Blättern bereits mehrfach rühmend wähnte Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtsein- tichtungen hat auf ihrer 12. Konferenz im Jahre 1903 das Thema: „Die Museen als Volksbildungs- tätten“ behandelt. Sie wurde hierzu durch die Er- wägung veranlaßt, daß es ersprießlich sein möchte, eine Übersicht über im In- und Auslande angestellte Versuche zu gewinnen, wie die Schätze der Museen weiteren Schichten des Volkes nußbar gemacht werden können, und über die mögliche Förderung dieser Bestrebungen zu beraten. An den Arbeiten und Beratungen der Konferenz haben sich eine große Zahl führender Männer auf dem Gebiete des Mu- seumswejens beteiligt. Die interessanten und lehr- reichen Ergebnisse dieser Konferenz sind im Heft 25 der Schriften der Zentralstelle für Arbeiterwohl- fahrtseinrichtungen niedergelegt. Sie finden hoffent- lich bei der Leitung unseres Museums eingehendste Beachtunn. Daß sie es verdienen, möge ein Abschnitt der erwähnten Schrift beweisen, dessen Wiedergabe an dieser Stelle die Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen, Carl Heymanns Ver- lag und der Verfasser freundlichst gestattet haben. Das Altonaer Museum. Von Direktor Dr. Lehmann, Altona. Das Altonaer Museum ist eigentlich schon im Jahre 1854 gegründet worden. Es umfaßte alles mögliche: Ethnographie, Urgeschichte, Zoologie, Mineralogie, Botanik, Kultur- und Stadtgeschichte, Raritäten, Kunstwerke und dergleichen. An dieser Vielseitigkeit mußte es notwendig zugrunde gehen, und als daher die Stadt das ursprünglich von Pri- vaten gegründete und geleitete Jnstitut in die Hand nahm, handelte es sich wesentlich darum, die Auf- gaben des Museums zu begrenzen und in solche Wege zu leiten, daß das Museum neben den großen Anstalten der reichen Nachbarstadt immer bestehen konnte. Da seine Anordnung aus einer Reihe von Erwägungen hervorgegangen ist und erst durch die Aufgabe, die das Museum sich gesetzt hat, verständ- lich wird, so mögen ein paar allgemeine Bemerkungen vorausgeschickt werden, die in gewissem Sinne die Grundlagen für den Ausbau des Museums geliefert haben. Das Museum hat nicht den Ehrgeiz, ein wissenschaftliches Institut sein zu wollen; es stellt sich schlicht in den Dienst der Volksbildung und Volkser- ziehung und versucht, möglichst eindringlich durch Anschaulichkeit der Darbietungen lehrhaft zu wirken. Ein Museum kann im großen und ganzen nur durch die Anschauung wirken, nur dadurch, daß die Objekte gezeigt werden. Aber die Menschen sehen unendlich viel weniger, als man gewöhnlich glaubt; das gilt nicht nur für die Kunstmuseen, es gilt im gleichen Maßstabe für die naturhistorischen Mugeen. Gewiß ist es ein unmöglich Ding nachzurechnen, wieviel der Kunstsinn eines Volkes, einer städtischen Bevölkerung durch die Errichtung eines Kunst- gewerbemuseums gewonnen hat — es ist zweifellos ein Gewinn da, aber wenn man im großen und ganzen die Besucher eines Kunstgewerbemuseums beobachtet, wie sie oft gleichgültig an den kostbaren Holzskulpturen, den Silberarbeiten, Gobelins usw. vorbeigehen, so wird man sich oft fragen müssen, ob der Erfolg eines mit kostbaren Schätzen angefüllten Museums wirklich alle die aufgewandte Mühe lohnt, ob es Zinsen trägt, die in einem Verhältnis stehen zu dem gewaltigen Kapital, das aufgewendet wurde ? Die naturwissenschaftlichen Sammlungen sind gar nicht viel günstiger gesstellt. Allerdings bringt ihnen das Volk von Hause aus ein größeres Inter- esse entgegen, und doch geht es an den mit aus- gestopften Tieren, mit Skeletten, mit Mineralien angefüllten Sammlungsschränken mit verhältnismäßig ftiger Tease vivo; © Ewa... :! D Summen gekostet hat. Dagegen interessiert die Beobachtung der Natur immer wieder den denkenden Menschen. Der Spazier- gänger gerät auf einsamem Waldwege an einen Fuchsbau, vor dem das Geheck sich spielend balgt. Er bleibt ganz gewiß stehen. Ihn interessiert zu- nächst dabei nicht die Gestalt der einzelnen Tiere, nicht ihre Farbe, nicht die täppischen Bewegungen, nicht die Bauart der Höhle die Einzelheiten ver- schwinden, das Bild im ganzen aber, die Höhle mit ihrer Umgebung und die Tiere davor, ist von der nachhaltigsten Wirkung. In den naturhistorischen Museen pflegte bislang nur das Tier als solches oder besser ausgedrückt: ein ausgefüllter Balg mit ziemlich entfernter Tierähnlichkeit gezeigt zu werden, allenfalls noch ebenso behandelte Bälge von jungen Füchsen oder von besonderen Farbenvarietäten: Das ist alles ganz schön für die Wissenschaft; da genügt der Balg allein, um lokale Varietäten zu studieren, aber für ein Museum, das sich die Erziehung und Bildung des Volkes zur Aufgabe gemacht hat, handelt es sich nicht darum, nur Wissen zu ver- mitteln, sondern lebendige, fruchtbare Anschauungen von der Natur zu geben. Die Einrichtung eines Fuchsbaues, seine Anlage, der Sandauswurf davor, der darüber hängende Busch, die sichernde Alte und die täppischen Bewegungen der Jungen haben eben- soviel Berechtigung dargestellt zu werden und geben mindestens ebensoviel Aufschluß über Lebensgewohn- heiten und Lebensart des Tieres wie sein Balg allein.
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