Full text: Lübeckische Blätter. 1905 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1905 (47)

AHS 9. Jahrhs. stammende zinnerne Standlampe, die angekauft wurde, ist mit einer Stundenskala von Ühr abends bis 6 Uhr morgens versehen, in welcher der Stand des Öles in dem eiförmigen gläsernen lbehälter beim Brennen jederzeit angibt, welche tunde der Nacht es sei. Derartige Nachtlampe ind namentlich in Thüringen sehr verbreitet, doch auch anderswo. Unser Exemplar ist im Antiquitäten- andel erworben und trägt leider keinen Zinnstempel, o daß der Herkunftsort unbestimmt bleibt. Von Interesse ist es, daß ein aus der Löwenapotheke ammendes, schon länger im Museum befindliches erät, dessen Verwendung bisher sich nicht feststellen assen wollte, jezt von Herrn Dr. phil. Th. Wetke em Konservator unseres Handelsmuseums, als sog. „Fürstenberger'sche Lampe“ erkannt und in der Zeit- schrift für öffentliche Chemie abgebildet und beschrieben orden ist. ö T Aus der Zahl kleiner Utensilien, Nippes, tickereien usw. (deren wir eine ganze Menge Herrn Dr. Funk zu verdanken. haben) seien hier ur einige aufgeführt, z. B. ein gußeisernes Räucher- gestell aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhs. (Nachlaß Duncker); die schon oben bei den das Töpfergewerbe erührenden Erwerbungen genannten Arbeiten A. W. chulze’'s und J. D. E. Kruse’'s, namentlich aber rei von Herrn Dr. med. Karutz überwiessene, in anier P. Kanofka’s sehr schön ausgesschnittene ilhouetten, welche reich belebte Landschaften darstellen, esonders durch die reiche und freie Behandlung des aubwerkes ausgezeichnet sind und einen öne andschmuck zu bilden vermochten. Auch unter den Rauchgerätschaften ist nur eine neu zugegangene, von Herrn Dr. Funk geschenkte zu erwähnen, nämlich eine, wenn auch erst der zweiten Hälfte des 19. Jahrhs. entstammende Aschenschale mit dem Hochreliefbildnisse Luthers. Der Abteilung Trachten und Schmuck wurden zwei Epaulettes von der Uniform eines höheren lübeckischen Zollbeamten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhs. und ein von Fräulein F. und E. von Bernstorf geschenkter Zweispit, wie er um 1810 Mode war und von höheren lauenburgisch- dänischen Forstheamten noch um die Mitte des ab- gelaufenen Jahrhunderts dienstlich getragen wurde, neu einverleibt. Als Geschenk von Fräulein Höft ist auch ein durch zahlreiche Fischbeinreifen gesteifter, mit feinem Leinenstoff überzogener Frauenhut aus der Zeit von 1795 mit Dank zu nennen, auch ein wohl erst dem Anfange des 19. Iahrhs. zuzuschreiben- i : T der aus Knochenstäben mit Papier hergestellter Falt fächer, auf dem, in Handkolorierung ausgeführt, ein vor einer Lautenspielerin kniender. Liebhaber ihr daz Notenblatt hält, während ein trommelnder Knabe ur Musikinstrumente unter Blumengehängen zur Staffazr dienen. Den Fächer schenkte Frau Raup. Ktleiner Schmucksachen befanden sich auch unter den va Herrn Dr. Funk überwiesenen Gegenständen. Zu der Abteilung Familienleben kam durch Geschenk von Herrn H. Luckmann iir seidenes Hochzeitband zur Grabau-Giesenhagen’sche Hochzeitfeier 1788 hinzu, sowie ein Abdruck ai Papier des zur Hochzeit des späteren Schlachtermeisteti G. H. Duncker mit Mathilde Niese 1843 gedruckten Hochzeitbandes. Von ungenannter Seite erhielten wir eine Anzahl teils mit kolorierten Kupferstichen aus gestatteter, teils ganz eigenhändig geschriebener Pather briefe aus den Jahren 1779, 1781, 1784, 1818 und 1821, von Herrn Dr. Funk sechs verschiedet Freundschafts- und Geburtstagswünsche mit verdedtet bezw. versteckten Scherzdarstellungen aus dem Anfang des 19. Jahrhs., ferner vier gestickte und ti aquarelliertes Stammbuchblatt mit Altar und Bluner darstellungen aus derselben Zeit. Die zur Abteilung Geselliges Leben und Spiele gehörige Gruppe der Konzert- und Gesellschaftslotil erfuhr eine Bereicherung dadurch, daß das Kaijerliht Postamt hieselbst den Weinschankkranz vom Hause d! ehemaligen Krämerkompagnie dem Museum übernit nebst den schon unter der Abteilung Architekt! erwähnten Gegenständen. Herrn Walter Reinl wird der interessante Grundriß des 1857 abgebrochet" Ebbe’schen Konzerthauses und Stadttheaters it he! Beckergrube (jekt Nr. 10 12) verdankt. zu kolorierte Kupferstiche, „Ansicht der Hansestadt vib gegen Mittag, “ bezw. „gegen Mitternacht," (Augsbt!] bey Jos. Carmine) vom Ende des 18. Jahrh. i Geschenk von Herrn Dr. Struck, und weitert Guckkastenbilder mit Ansichten europäischer Städte 11 wurden von der Sammlung von Gemälden ustv. ; wiesen. Die meisten dieser Kupferstiche sind in . verfertigt und gehören der zweiten Hälfte 18. Jahrhs. an. Leider ist die Abteilung Heilkunde und Apothekerwesen auch im verflossenen Jahre wieder ohne Vermehrt geblieben, doch ist zu hoffen, daß eine spätt , ergebende Möglichkeit, ein apothekenartig ausgest. j eigenes Zimmer einzurichten, dann auch u. neuen Quwendungen auf diesem Gebiete werdet
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