Full text: Lübeckische Blätter. 1905 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1905 (47)

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Sieht man aber von dem jetzigen Zollschuppen ab, so wird niemand einen geeigneten Plat vor dem Holstentor finden, es sei denn, man wolle das Theater- gebäude zwischen dem jetzigen Zollschuppen und den westlich von diesem Schuppen lagernden Eisenbahn- schienen einklemmen. Dieser infolge seiner geringen Breite nur wenig geeignete Plaz könnte nur dann in Frage kommen, wenn unter allen Umständen das Theater vor dem Holstentor errichtet werden müßte. Freilich wird solche Behauptung von vielen aufgestellt. Es wird geltend gemacht, daß, wenn auch die Nähe des Theatergebäudes vom Bahnhofsgebäude nicht ausschlaggebend ist, doch das Theater um deswillen in der Vorstadt St. Lorenz errichtet werden muß, weil die Vorstadt St. Lorenz eine weit größere Volkszahl als die Vorstadt St. Jürgen aufweist. Diese Behauptung ist in keiner Weise beweiskräftig. Würde die Volkszahl eines bestimmten Bezirkes einer Stadt für die Platfrage ausschlaggebend Fein, so könnte mit weit größerem Rechte die innere Stadt die Beibehaltung des bisherigen Platzes oder eines anderen Plages im Innern der Stadt für den neuen Theaterbau fordern, da noch die Bevölkerungszahl der inneren Stadt die der Vorstadt St. Lorenz überwiegt und da noch auf lange Zeit hinaus, wenn nicht für immer, die innere Stadt namentlich in Verbindung mit den beiden Vorstädten St. Jürgen und St. Gertrud die größte Zahl der Theaterbesucher stellt. Für die innere Stadt selbst und auch für die Vorstadt St. Gertrud liegt aber ein Theatergebäude vor dem Mühlentor weit günstiger als vor dem Holstentor. Die Straßenbahn, die von Norden nach Süden die Stadt durchzieht, stellt eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Innern der Stadt und den beiden im Süden und Norden belegenen Vorstädten her, während die Vorstadt St. Lorenz dieser unmittel- baren Verbindung entbehrt. Noch weniger ist der von einigen aufgestellte Grund entscheidend, daß, weil in der Vorstadt St. Lorenz die meisten Arbeiter wohnten, auch das Theater in der Vorstadt St. Lorenz errichtet werden müsse. Zur Unterstützung dieser Behauptung wird vielfach auf die Verhandlungen in der Bürgerschaft Bezug genommen. Man sagt, es sei in der Bürger- schaft die zutreffende Ansicht aufgestellt worden, daß das neue Theatergebäude vorzugsweise dem Arbeiter- stande zugute kommen solle. Um aber den Arbeiter- stand zu einem Besuche des Theaters zu veranlassen, sei nicht nur notwendig, daß behagliche Sitplätze geschaffen würden, sondern daß das Theatergebäude selbst in nicht allzugroßer Entfernung von der Wohn- stätte des Arbeiters belegen sei. Jn der Vorstadt St. Lorenz wohnen aber die meisten Arbeiter und müsse demnach auch das Theater hier errichtet werden. Gewiß soll das neue Theatergebäude nur Sitzplätze aufweisen, gewiß soll zukünftig dafür mehr wie bisher gesorgt werden, daß auch der Arbeiter gern eine gute Theatervorstellung aufsucht. Aber für den Arbeiter spielt es gleichfalls keine entscheidende Rolle, ob das Theater in einiger Entfernung von seiner Wohn- stätte belegen ist oder nicht. Zum Glück ist die Arbeitszeit jetzt überall eine solche, daß der Arbeiter, der das Theater besuchen will, Zeit genug hat, um nach getaner Arbeit zunächst seine Wohnung aufzu- suchen, hier sein Abendbrot einzunehmen und dann einen Weg von 15 bis 20 Minuten zu machen, um in das Theater zu kommen. Wäre übrigens die vorstehend vorgetragene Be- weisführung der Anhänger der Vorstadt St. Lorenz richtig, dann würden, falls das Theatergebäude in der Vorstadt St. Lorenz errichtet wird, die Arbeiter in der inneren Stadt und der Vorstadt St. Jürgen und deren Zahl ist wohl nicht eine geringere als die der Vorstadt St. Lorenz + in hohem Maße benachteiligt werden, und bliebe, um es allen Be- wohnern recht zu machen, nichts anderes übrig, als zwei Theater für Lübeck zu bauen. 2. Das Theater soll ferner in einer nach allen Seiten hin völlig freien Lage errichtet werden. Die freie Lage ist notwendig, um die Feuersgefahr möglichst zu beseitigen und namentlich, um bei aus. brechendem Feuer und der dadurch hervorgerufenen Panik den Theaterbesuchern und mehr noch den aus- übenden Künstlern die Möglichkeit zu gewähren, das Theatergebäude immer ohne irgend einen Verzug an der- jenigen Stelle verlassen zu können, an der sie sich befinden. 3. Das Theater soll im Innern wie namentlich nach außen hin, mag der Bau auch noch so einfach gehalten sein, schöne und edle Formen aufweisen und eine Zierde der Stadt in architektonischer Beziehung sein. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, ist not- wendig, daß auch die Umgebung des Theaters an- mutig belegen ist und womöglich freundliche Garten- anlagen und schöne Baumgruppen aufweist. Und diese Bedingung, auf deren Erfüllung in unserer Zeit um so mehr Bedacht genommen werden
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