Full text: Lübeckische Blätter. 1905 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1905 (47)

146 nachgewiesen ist, daß das Gedeihen des Unternehmens durch die Höhe der Gebühren verhindert würde. Gegen diese Annahme scheint vielmehr die Tatsache zu sprechen, daß das Anlagekapital des Unternehmens vor kurzer Zeit behufs Erweiterung des Betriebes namhaft erhöht worden ist. Auch ist es nach dem Bericht der hiesigen Handelskammer für das Jahr 1903 troß des Rückganges des Verbrauchs künst- licher Düngemittel in der Landwirtschaft den Lübecki- schen Düngefabriken möglich gewesen, für ihre Pro- dukte genügenden Absatz zu finden, wenn auch ein Preisrückgang der Fabrikate zu verzeichnen gewesen ist. Dieser findet indeß seine Begründung darin, daß in Deutschland eine große Überproduktion in Düngemitteln herrscht, die bereits dazu geführt hat, daß die deutschen Düngerfabrikanten behufs Beseitigung dieser Kalamität bei den Eisenbahnen beantragt haben, die zur Unterstützung der einheimischen Landwirtschaft beim Bezuge von Düngemitteln gewährte 20 ige Frachtermäßigung auch auf die Sendungen auszu- dehnen, welche von Deutschland in das Ausland verfrachtet werden. Sollte die Superphosphatfabrik dartun können, daß sie durch die Bemessung der Überführnungs- gebühr verhindert wird, einen angemessenen Fabrikationsgewinn zu erzielen, so würden wir bereit sein, von neuem in eine Prüfung der Angelegen- heit einzutreten. Die Direktion der Lübeck-Büchener Eisenbahn-Gesellschaft. Wir überlassen es dem Urteil der Leser der „Lübeckischen Blätter," ob nach Vorstehendem tat- sächlich die Darstellung im Jahresbericht des Industrie- Vereins irreführend gewesen ist. 1079. Direktor a. D. C. G. Ph. Stooss f. Am 1. März 1905 beendete der Tod das arbeits- volle, segensreiche Leben eines um seine Vaterstadt hochverdienten Mannes. Carl Gottfried Phil. Stooss ist sanft, ohne Todeskampf im 91. Lebensjahre ent- schlafen. Sein Wirken wird unvergeßlich bleiben. Er war am 28. Oktober 1814 geboren. Nach Beendigung seiner Schulzeit im Katharineum erwarb er praktische Kenntnisse in Lübeck, Hamburg, Hannover und Berlin. Seiner Neigung zu mathematischen und naturwissen- schaftlichen Studien folgend, ging er im Herbste 1837 nach Wien zum Besuche des dortigen technischen Instituts, wo er Gelegenheit hatte, mannigfache Kenntnisse in der Mechanik, in Mathematik, Physik, Chemie und Maschinenzeichnen zu erwerben. Im Oktober 1839 nach Lübeck zurückgekehrt, brachte er Anregung durch 14 „populäre Vorträge über Mechanik,“ erläutert durch Experimente. Diese Vorträge fielen in die Zeit vom 6. Januar 1840 bis 13. April 1841. Der Besuch war ein unerwartet großer, so daß schon am ersten Abend das dazu benutzte Zimmer zu eng war und fortan ein größerer Raum benugt werden mußte. Die Vorträge erregten als etwas Niedagewesenes großes Aufsehen. Außerdem hielt er eine Reihe von Vorträgen über „Physik,“ die von Experimenten begleitet wurden und deren erster am 15. Oktober 1840 stattfand. Auch diese Vorträge waren hervorragend gut besucht, und sogar von Damen, die ein großes Interesse dafür zeigten. Ein bleibendes Verdienst hat Stooss sich bei der Gründung der zu Ostern 1841 eröffneten Gewerbe- schule erworben, worüber Verhandlungen in den ersten Monaten des Jahres 1840 begannen und nach Auf- stelung seines Planes über die Einrichtung der Schule im Dezember desselben Jahres zu einer Ver- ständigung mit der Vorsteherschaft der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnügiger Tätigkeit führten. Die bis dahin zur Förderung des hiesigen Gewerbewesens eingerichteten Lehranstalten, namentlich die stark be- suchte freie Zeichenschule und die mathematisch-natur- wissenschaftlichen Klassen der Sonntags- und Abend- schule, wurden aufgehoben. An ihrer Stelle wurde eine „Gewerbeschule" mit umfassendem Lehrplan gegründet und Stooss mit ihrer Leitung betraut. Am 4. Januar 1841 ist er als Mitglied in die Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit eingetreten und in verschiedenen Instituten derselben tätig gewesen. Dem Gewerbeausschuß hat er 42 Jahre angehört. Als Mitbegründer und Mitglied der Gewerbe- gesellschaft seit dem 1. März 1863 hat er, sowohl als ihr langjähriger Vorsißender wie namentlich auch durch häufige Vorträge viel Gutes gewirkt. Die Ge- werbegesellschaft ernannte ihn 1888 zu ihrem Ehrer mitgliede. Nachdem Stooss auf Veranlassung seines väter- lichen Freundes, des derzeitigen Branddirektors Hauptmann, späteren Oberstleutnant Ahrens im Ein- vernehmen mit dem Präses der Brandassekuranzkass als Volontär bei den hiesigen Löschanstalten längere geit tätig gewesen war, wurde er am 25. August 1843 als Direktionsgehilfe und unbesoldeter Adjutant des Brand- direktors von dem Departement der Brandkasse bestätigt. Das große Feuer, welches am Nachmittage des 19. September 1843 in dem St. Annen-Armen- und Werkhaus ausbrach, gab Veranlassung zu ernstem Eiw greifen und zwar unter sehr schwierigen Verhältnissen. Da Hranddirektor Ahrens durch Überanstrengung vollkommen erschöpft war, mußte Stooss die Leitung allein übernehmen und mit Unterbrechung von nut ein paar Ruhestunden am Tage wegen der erfordert lichen Nachlöschungen bis zum Abend des 21. Sep" tember auf der Brandstelle verbleiben. 18- lösc Un! leut sein wun der Feu ung Bei ihm abg stütz bekü sein Jah stra war kleit Uhr Er ihm zum vert hat fähi der keit gros ihre in î rich! auch Unt Dir Ver hiesi zur den der zur Stä êres we bruc Bür wick am
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