Full text: Lübeckische Blätter. 1905 ; Verhandlungen der Bürgerschaft. 1905 (47)

wenn alle diese Fremdkörper beseitigt sind. Alle Freunde unserer alten Bauten, alle Freunde künst- lerischer und ästhetischer Kultur aber seien gebeten, ihrerseits mit allen Kräften den Heimatschuyt, draußen und drinnen, zu pflegen, und allen brutalen Eingriffen in die Schönheit der uns umgebenden Werke der Kunst wie der Natur ein kräftiges „Halt!“ entgegenzurufen. 1136. Die Errichtung einer Hochofenanlage bei Lübeck. Es ist ein bleibendes Verdienst des verstorbenen Syndikus Dr. Siewert, daß er bereits in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf die zunehmende Bedeutung der Industrie für die wirtschaftliche Ent- wickelung der deutschen Seestädte hingewiesen hat und daß er im besonderen nach seinem Eintritt in das Sekretariat der Lübecker Handelskammer in den 90er Jahren die Notwendigkeit einer gesteigerten großgewerblichen Tätigkeit für Lübeck hervorhob. Auf Grund seiner verdienstvollen Untersuchungen, deren Ergebnis er späterhin in einer Denkschrift über die Entwickelung der Industrie in den deutschen See- städten niederlegte, hat er auch mehrfach den großen Wert betont, den die Errichtung einer Hochofenanlage bei Lübeck zur Verhüttung von Eisenerzen, etwa in der Art der Stettiner Anlage „Kraft,“ für das gesamte wirtschaftliche Leben Lübecks erlangen würde. Was von dem zu früh Dahingeschiedenen angestrebt worden ist, geht jetzt seiner Verwirklichung entgegen; die Errichiung einer Hochofenanlage bei Lübeck ist in unmittelbare Nähe gerückt. In einer Versamm- lung mehrerer einflußreicher Personen, die vor kurzem stattfand, konnte der Vorsitzende des Lübecker Jn- dustrie-Vereins, Herr Senator Ewers, mitteilen, daß ein engerer Ausschuß des Vereins die Frage eingehend geprüft habe und nach Erstattung eines Gutachtens durch den hervorragenden Fachmann Dr. ing. h. e. Lürmann dieses Projekt nunmehr für soweit getlärt ansehe, daß es zum Zwecke seiner Verwirklichung der Öffentlichkeit übergeben werden könne. Maßgebende Personen unserer staatlichen Körperschaften sowie unserer Handels. und Industriekreise sind zu einem Komitee zusammengetreten, das gewillt ist, die Durch- führung des Unternehmens in die Wege zu leiten. Mit großer Genugtuung wird gewiß jeder Freund unserer Stadt die Kunde von diesem Vorhaben ver- nommen haben; handelt es sich doch hierbei um ein Werk, dessen Durchführung eine wesentliche Förde- rung aller Erwerbszweige unseres Playes zu bewirken verspricht. Die Bedeutung des Werkes wird allein schon durch die Tatsache ins rechte Licht ge- rückt, daß mit dem Betriebe der Anlage infolge der |. ] - J. großen Bezüge an Eisenerzen und Kohlen eine Steigerung des jetzigen seewärtigen Güter- verkehrs Lübecks um rund 450 000 t, d. h. un mehr als 50 % erzielt werden wird. Wenn be: rücksichtigt wird, daß der Elbe.Trave-Kanal, dessen Erbauung ohne Zweifel eine Notwendigkeit für Lübec war, trotz seiner großen Kosten im wesentlichen bis. her bezüglich des seewärtigen Güterverkehrs Lübecks nur bewirkt hat, daß dieser Verkehr in seinem früheren Bestande erhalten und um ein geringes gesteigert wurde, so erhellt hieraus zur Genüge, welcher Wert der neuen Anlage beizumessen ist. Die große und plötzlich eintretende Verkehrssteigerung, die auf diese Weise herbeigeführt werden wird und die auf Grund der bisherigen Handelstätigkeit nur in einer längeren Periode von vielleicht 15 bis 20 Jahren erreicht werden könnte, wird fruchtbringend und wahrhaft segenspendend auf die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit unserer Stadt einwirken. Ganz abgesehen von den Mehreinnahmen, die sich aus dem Betriebe der Anlage für den Staat ergeben und die allein an Schiffahrtsabgaben nath Maßgabe der Höhe der jetzigen Abgaben auf A 140 000 pro Jahr zu beziffern sind, werden Handel und Industrie aus der Belebung des Seeschiffahrtsverkehrs wesentlichen Nutzen ziehen. Der Bugsierdienst auf der Trave, der Kai- und Schuppenbetrieb, der Handel mit Schiffsausrüstungs gegenständen, die Reedereien werden einen neuen An sporn für ihre Tätigkeit erhalten. In dem Versand! der Eisenprodukte wird sich unseren Reedereien eit höchst erwünschtes Frachtmaterial darbieten, da sie jetzt vielfach unter dem Mangel an Gütern zu leidet haben. Daßselbe trifft für den Kanalverkehr zl Hier zeigt sich bisher die Erscheinung, daß der Güter verkehr nach Lübeck den Güterverkehr ab Lübeck so erheblich überwiegt, daß ein großer Teil der al Lübeck gehenden Kähne leer fahren muß. Die natür liche Folge hiervon ist die, daß das Kahnangebo! für die Fahrt nach Lübeck häufig hinter der Nath frage zurückbleibt, weil die Kahnschiffer sich nich der Gefahr aussezen wollen, in Lübeck keine Rüt fracht zu erhalten. Daß solche Verhältnisse für del Verkehr auf dem Kanal nicht gerade förderlich sind leuchtet ebenso ein, wie die Tatsache, daß die große! Eisenmengen, die nach Eröffnung des Betriebes eint Hochofenanlage auf dem Kanal zur Versschiffung t langen werden, hierin einen völligen Umschwut) herbeiführen werden. Nicht minder beachtenswet! wird der Nutzen für die bestehende Industrie seit für die Schiffswerft, für die Maschinenfabrik und Reparaturanstalten werden sich mancherlei Vo! teile ergeben. Daß auch der Detailhandel, teil direkt aus der Vermehrung der gewerblich tätigt" Bevölki wird, | in alle: mehru Lübeck 8 Mi hiesigen Zu striellen einem darauf etwa 1 gelohnt abgeseh daß inf Lübecks Fabrikl da die Seestät löhnen die bei verhält Ist das ges kann e den sta gunge selbst Rentab das G: nung o auf der betrieb. von zn ist, uni zu den gestellte sind.. maßgel wesstdeu Wesstfä müssen, günstig Lebens eines § Westde recht | letztere; Bezuge sates | Bezug spanisa von O
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