Full text: Lübeckisches Adreßbuch für 1899. (1899)

I■ 
776 
Liebe ihren Mitmenschen sich nützlich zu machen gesucht haben. Nach dem Organisation^' 
dekrct vom 21. Oktober 1818, sind die Conventualinnen in drei Classen getheilt: in 
der ersten Classe, welche aus der Seniorin und den 15 ältesten Conventualinnen besteht, 
genießt die Seniorin 960 Ji, 16 Kbm. Holz, Wohnung im Kloster und die Benutzung 
eines besonderen Gartens, jede der übrige» Conventualinnen dagegen 720 12 Kbni. 
Holz, Wohnung im Kloster und, gemeinschaftlich mit der Seniorin und den anderen 
Conventualinnen, die Benutzung des Klostergartens. Die nach dem Altersrange ihrer 
Aufnahme folgenden 10 Conventualinnen bilden die zweite Klaffe und erhalten je 600 JL; 
die 10 jüngsten, die dritte Klasse bildenden Conventualinnen erhalten je 480 J(> und 
zwar diese beiden Klaffen ohne weitere Bezüge an Wohnung und Holz. Das Eintritts¬ 
geld beträgt 720 Mk. Die jährlichen Einkünfte des Klosters, welche theils aus dem Er¬ 
trage des Landbesitzes, der Forsten und Moore, so wie d r Abgaben der Guts-An¬ 
gehörigen, im Gesammtbelaufe von ca. 30,000 jährlich, theils aus den Zinsen 
belegter Kapitalien, letztere im Betrage von ea. 730,000 Jt fließen, betragen ca. 60,000 
Bon den Reineinkünften werden, in Folge Rath- und Bürgerschlusses, der allgenieinen 
Kirchenkasse der evangelisch - lutherischen Kirchengemeinde der Stadt Lübeck und deren 
Borstädte alljährlich 10,000 JC für Kirchenzwecke, außerdem auch noch 2412 ^ zu den Koste» 
von Bezirksschulen in fünf Klosterdörfern, ausgezablt. Die darnach verbleibenden, nicht 
unbedeutenden Ucberschüsse dürfen, verfassungsmäßiger Bestimmung nach, nicht zum 
Capital geschlagen werden, sondern sind auf ein besonderes Admiiiistrations-Ucber- 
schußcoüto zu buchen, um daraus bei eintretendem Bedarf außerordentliche Beiträge an die 
Staatscasse zur Verwendung für Kirchen und Schulzivecke zu bestreite», deren Höhe durch 
Rath- und Bürgerschluß festgesetzt wird. Die Vorsteherschaft des St. Johannis-Jungfraue»- 
klosters besteht aus zwei Mitglieder» des Senats und vier auf je acht Jahre erwählten bürger¬ 
lichen Deputirten; die Verwaltung wird von einem Oeconomie-Jnspector geleitet. 
Die Verwaltung der Forsten und Moore des Klosters, w iche vordem, unter der Ober¬ 
leitung eines Oberförsters, von der Vorsteherschaft des Klosters selbst wahrgenommen wurde, 
ist in Gemäßheit des Rath und Bürgerschlusses vom 26. Mai 1673 im Jahre 167o 
auf den Lübeckischcn Staat übergegangen und mit der Verwaltung der Staatsforsten und 
Moore vereinigt worden, wogegen der gemeinschaftliche Reinertrag der Staats- und der 
klösterlichen Forsten und Moore nach dem Verhältniß von 89:11 zwischen dem Staate 
und dem Kloster getheilt wird. 
Die Brigittcn-Sliftuna, in der Wahmstraße, 1534 zur Aufnahme von Brigitten' 
Nonnen gegründet, ist späterhin zu einer Versorgungsanstalt für 12 Jungfrauen umgestaltet, 
welche gegen ein Einkaufsgeld freie Wohnung 'und Geldunterstützung erhalten. T»e 
Vorsteherschaft besteht aus zwei Senatsmitgliedern und zivei auf je sechs Jahre erwählten 
bürgerlichen Deputirten. Das Kapitalvermögen der Stiftung beträgt ca. 206,000«« 
die jährlichen Einkünfte ca. 7500 ^ 
Das Hospital zum heil. Geist, der Sage nach von Bcrtrani Morneweg i 
im 13. Jahrhundert gestiftet, liegt an der Ostseite des Geibelplatzes. In dem Haupnye 
desselben liegt am Eingänge die Kirche: der übrige Raum, welcher im Jahre 1630 m 
einer Warmivasser Heizungs-Anlage versehen ist, umfaßt zwei lange Reihe» einzeln arg' 
theilter Schlafstellen für 128 Personen beiderlei Geschlechts, welche in dem Hosp» 
versorgt werden, sowie 12 Zimmer und Kammern, gleichfalls für Hospitaliten. ES ya> 
bedeutendem Landbesitze, zu welchem die 5 Güter BertramShof, Mönckhof, doaJJLl 
h"se», Strecknitz u. Kr u in b eck e r h of gehören, und einem Kapitalvermögen von 8W, ,. , 
Reichsmark, eine jährliche Einnahme von ca. 30,000 Ji Die Stiftung hat id" l»r 
sundationsmäßigen Zwecke nicht zur Verivendung kommenden Jahresüberschusst„> 
rin besonderes Conto zu buchen, uni daraus an andere Wohlthätigkeitsanstaltcn Zusw " 
zu leisten. Zwei Senatsmitglieder und sechs auf je zwölf Jahre erwählte vu. 3 
lidje Deputirte bilden die Vorsteherschaft; die specielle Verwaltung führt ein Oecono 
Inspektor. 
Das Waisenhaus, am Donikirchhof belegen. Das ältere im Iah" 
wahrend einer Pestilenz in dem Gasthaus der Pilgrimine, Mühlenstr. 61, gegr _ 
Waisenhaus wurde später im Jahre 1556 nach dem bisherigen St. Michaelis- oor 
gcberg-Convent an der Weberstraßen Ecke, der Acgidien-Kirche gegenüber, verleg ■ 
iueses Haus seinem Zwecke nicht mehr entsprach,'wurde die jetzige Anstalt ' 
1806 in der frühereii Dechaney am Domkirchhof eingerichtet, konnte jedoch erst wo 
I 1810 bezöge, 
1 Beschlag nah: 
für den Wai 
Spielplatz. ! 
werden hier 
I Confirmation 
leine Senatsr 
l an der Anstc 
I »nd ein Wc 
> ȟscheir Leiti 
ca. 600,000 
sammlungen 
Lina 
Johs. Beckei 
lehrer. H, 2 
W. Feilkc, i 
Mal 
Leitung des 
thiitigkeit. 
Kassenführer 
DaS S 
Jahre 1289, 
Geschlechts 
aus dein j« 
bendem Vo 
Bewohner ' 
Landbczirle 
<». 30,000 
Die c- 
nnes Arme 
»nd vier A 
S. 
Sepie, üb 
«Äfi 
Echjjs, 
fea 
?’«n 
lne Gell 
lahrlich 
3- H 
! Süttwer 
^p-talver, 
'»d jährst 
"Wh
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.