Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

— 29. Fürst Heinrich XIV. Reußz i. L. T., Schleiz, 80 J. 
7 — 28 gÿrinz Hermann zu Stolberg-Wernigerode, F 
Schsoh Radenz. 48 J. — 10, Prinz Heinrich XXVI. Reuß j. L. 
Feha. 383. — Juli: 7, Herzogin vpon Northumberland, 
7ondon. — Septemberz 2. Herzegin Arandrne 
dihede von Württemöberg, F. Karlsruhe i. O. 83,.55,5 
alte nzessin Sofia von Sachten- zeimar, , Selbstuord) 
Zeidel bero. 24 J. — .. Jurstin Annga Elisabelh zu Ysen— 
deieie Bübdingen. JBad Nauheinn 71 I. F, Brinz Grorg 
Wdene. Sohn Käiser Aiczanders Ii. pon Rubland. . Mar- 
burs 41. J. — Ofttober: 4, Karl Fuürst zu Schwarzen⸗ 
Entkel, des Helden von Leipzig, J Schloß Worlik, 
23. Nopember: 22. Fürst Tolugawa, der letzte 
Schoögun. * Tokio, 77 8 
Adel und Großgrundbesitz. 
Februarz 13. Hedwig v. Bismard, Seniorin des 
Hauses, Sase des Altreichskanzlers, F Berlin. 97 J. , 14. 
raf Adam v. Moltke, Kammerherr, Kopenhagen. 83 J. 
— 4r3: 283. Gräfin v, Merenberg, Witwe des Prinzen 
Nikolaus von Nassau, —Cannes. — 31. Baronin Elisabeth 
o.ramer⸗Klett. die reichste Frau, Bayerns, 1. Frankfurt 
tin Rain. 663. — Jufi: 7. Roderich v. Helldorf, 
Halle a. ẽ. — September: Alfred Frhr. von und zu 
ẽgioffstein. Senior der Familie, — Beucha, 88 J. 
Diplomaten. — Sof- und Staatsbeamte. 
Januar: 28. Sigismund Moret, spanischer Minister- 
»räsident a. D. Madrid 75 J. — 31. Theodor von 
hotleben, ehem. deutscher Botschafter, * Berlin. 74 J. — 
Februar: 20. Dr. Karl Krohne, Geh. Oher Regierungsrat. 
Reformalor des preutz. Gefängniswesens. 7. Berlin, 77 J. — 
25. Earl Reison, Grohneffe des engi. Ädmirals, JTrafalgar 
Souse dei Salisburn 8 . —28. vart Adolf Irhr 
5. d Sorst, Borsteher des Heroldsamts, “F Hellwinkel. 43 J 
Mãrz: 3. Graf Konradev. Rosen, schwed. Kammerherr. 
7 Eloghoim. 28 3. - 13. Fürst Nikolaus Dolgorucki, ehem. 
ruff. Bollschafter. F St. Petersburg. — Apxril: 7. „Fean 
Fonstans, ehem franz, Bosschafter. 4 Paris, 79 J. — Mai: 
2. Dr. Josef Unger, ehem, Minister und Präsident des österr. 
Reichsgerichts, Wien, 88 J. — 16. L. Perrier, schweiz. 
Bundesrat . Berlin, 641J3. — Juni:, 19. Maximilian 
raß v. Feilitzsch ehem. bayer. Minister. München. 79 J. 
— Jusi: 10. Graf Sayafhi. ehem japan, Minister. späterer 
Botschafter in London, Tokio. — 26 Wichr. Christophersen 
hem. norweqg. Minister des Aeußern, F Christiania, 81 J. — 
31. Jakob Hemingsen, dän. Etatsrat, 7. Kopenhagen. — 
August; II. Braäsilio Itibere da Cunha, brasilian. Ge⸗ 
andler. f. Berlin. 64 3. — 20. Emile Ollivier 1870 franz 
Ministerpräfident. Ef. Gervais (Sapoyen), 88 J. — 28. 
Farl rhr. D. Richthofen. ehem. türk, Generglkonsul, Baoden⸗ 
Baden. 70 J. Sepftember: 16. Graf Friedrich Johann 
. Alvensleben. ehem, Botschafter, F Erxleben, 77, J. — 
Drfto ber; 16. Fürsi Tara Katsura, ehem. japan Minister⸗ 
präsident, F Tokio 68 J. — 18. Hugo Hunmel, Wirkl. Geh. 
herfinanzrai. Berlin 65 J. — 88, Gustav Scherer, ehem. 
bad. Bevollmächtigter zum Bundesrat, J Freiburg i. B. 
1J. — Noavember: 14. Kiamil Pascha. ehem. türk 
Großwesit, FLarnaka (Cypern), 88 J, — 26, Graf Erxnst 
August dv. Wedel. Obertruchseß des Kaisers, s Weimar, 75 J. 
—TDezembert 8. John Frhr. v. Berenbexg⸗Goßler, bad. 
Generalkonsul. F Hamburg. 74 J. — Ernst Goering, bayer. 
Meinisterpräsident a. D. Muünchen, 75 J. 
Heer und Marine. 
Janugr: 4. Graf Alfred v. Schlieffen, preuß. General⸗ 
eldmarschall. Berlin, 80 J. —AI. Friedrich v. Hollsmann, 
deutscher Admiral. FBerlin, 71 J. — 24. Nazim, Pascha 
hem. ftürk Kriegsminister, 5 (ermordet). — Februgr: 
. Guido v. Frobel, preußz. Generalmaior z. D. und Leiter 
bdes Militärwochenblattes, J Weißer Hirsch. 64 J. — 16. 
Sustav Bedcer, preuß, Generalmajor z. D. und ehem. Direktor 
der Artilleriewerkstätlten in Spandau, — Berlin, 70 J. — 
17. v. Usedom, preuß. Generalleutnant z. D. ehem. Kom⸗ 
mnandant des Zeughauses in Berlin, F Rudolstadt. 72 J. — 
26. Otto v., Ploes Pascha, ehem. türk. General und preuß. 
Major. ̃ Kairo. — 27. Sir William White, ehem. Chef 
donstrukteur der engl. Adiniralität, — London. — März: 
————— 
major z3. D. und Schatzmeister der hrandenhurgischen Go— 
Wencat des Johanniterordens, F. Berlin, 73 J. — 18 
André, franz. ehem. General und Kriegsminister, F Paris. 
— 25. Lord Wolseleyn, ehem. Oberbefehlshaber der brit. Armee, 
— — 80 J. - Mal: 6. Taperna, ital. Senator und 
eneral. Präsident des ital. Roten Kreuzes, Vom. -. 7. 
Georg v. ro Kapitänseutnant, F(ertrunken beim Kentern 
des Torpedobootes „G 89 unweit Hörnum). — 8. Heinrich 
w. Scheel preuß. General z. D. ehem. Präses der Obermilitär- 
examinationskommission, * Berlin. 73 J. — 13. p. Lewinsli, 
Maior, Militärattachs der preuß. Gesandtschaft in München, 
r Vore München. — Juni: 21. Kurt Johannes, preuß. 
berstleutnant. bekannter „Afrikaner“, 7. 49 J. — 24. Karl von 
Dppeln⸗Bronikowski. ß General., I Prnberg .S., 60 J. 
—. August; 8. v. Kremski, preub. jor, Kommändeur der 
Kriegsfchule in oisdam, Potsdam, 6238. - 18. 8 Sorm 
uß Generalleutnant, Kommandant von Spandau, F Span-⸗ 
60 3. i8. AInton v. istocq. preuß. Generalleutnant 
z. D. 7 Matzdorf, 89 J. — 22. Echotten, preußz. Generab 
Rutnant z. 5., 7 (verungludt) Strabburg i. Els. — 23. 
Francois de Negrier, franz. General, F an Bord des Dampfers 
dhnig Sarsidt z3 35ESeptember: 6. Ludwigs 
Schauffler, preuß. Oberst z. D. einer der ältesten Offiziere 
Baden-Baden. 89 J. — 27. Alexander Rehbinder, russ. 
zeneral, Wiesbaden. 87 J. — Oktober: 21. Paul 
upschoewski, preuß. Oberstleutnant z. D. und taürk. Oberst, 
Adrianopel. — November: 29. Wladimir Dediulim 
uf. Generalleutnant und Palastkommandant * Livadia. 
Tagesbericht. 
däbeck. 30. Dezember. 
hochwasser. 
Die gestern abend gehegte Hoffnung, daß gegen 10 Uhr 
die Ueberschwemmungsgefahr vorüber war, ist nicht in Er— 
jullung gegangen. Wie uns unfer Z-Hafenmitarbeiter berichtet, 
htieg das Hochwasser auf 6,95 m, hielt sich etwa eine Stunde 
auf dieser Höhe und begann dann von 11 Uhr ab zu fallen. 
In den ersten Morgenstunden dagegen frischte der Nordnordost- 
wind wieder erheblich auf und erreichte eine Stärke von 7 
bdis 3 Sekundenmeter. Die Folge war abermaliges Steigen 
des Wasserspiegels der Trave. Morgens 6 Uhr war wieder 
ein Wasserstand von 6,95 m vorhanden.“ Auch während des 
ganzen Vormittags hielt das Steigen der Flut an und um 
1143 Uhr verkündete ein Kanonenschuß erneute erhebliche 
Wassersgefahr. Mittags 12 Uhr zeigte der Pegel einen 
Wassersiand von 7,12 m. Die Einsiedelfähre mußte gestern 
abend 74 Uhr, die Struckfähre abends 9 Uhr und die Neue 
Hafenfähre heute vormittag 11 Uhr des Hochwassers wegen 
ihren Betrieb einstellen. 
Schon gestern abend war die Trave oberhalb der Holsten⸗ 
brüde über die Ufer getreten und die Fluten bis an die 
Häuser gedrungen. Heute vormittag war die Ueberschwemmung 
noch erheblich größer. Die ganze Strahße „An der Ober— 
trabe“, vom Grundstück Nr. 7 bis zum Bauhof hin, sowie 
die untere Pagönnienstraße, Kleine und Große Petersgrube, 
Depenau, die Marles⸗ Dankwarts-, Harten- und Effengrube, 
sowie die an diesen stehenden Häuser standen unter Wasser. 
Auf der gegenüberliegenden Seite war das Wasser durch das 
Dolzlager der Firma E. Meyer in die Erste Wallstraße und 
n die an dieser gelegenen städtischen Baumschule eingedrungen, 
„An der Obertrave“ vermittelten Stednißfahrer mit ihren 
Booten den Verkehr der Anwohner dieser Straße mit den 
Rachbarn und den wasserfreien Teilen der nächstgelegenen 
Ztraßen. „An der Untertrave“ spülten die Wellen mittags 
o eben über die Ufermauer hinüber. Stellenweise war auch 
er Straßendanim überflutet, da das Wasser durch die Siele 
erausquoll. Aehnlich war es im Dunkelgrünen und Hell— 
rünen Gang, Alsheide usp. Von etwa 123 Uhr an slieg 
„as Wasser erfreulicherweise nur noch sehr langsam: in 
iner kleinen Stunde war nur ein Anwachsen von 1em fest- 
unellen. Ueberall aber, wo die Trave aus den Ufern getreten 
var, hatten sich zahlreiche Schaulustige eingefunden, und für 
zie liebe Jugend ist das Hochwasser ein kapitales Ferien 
vergnügen. 
Borüber ist die Gefahr einer Sturmflut aber imnier 
och nicht, denn die Deutsche Seewarte in Hamburg meldete 
eute mittag: 
Luftdruc-Minimum 740 mm Polen, über Südstandinavien 
dagegen stark steigend. Gefahr stürmischer Nor dost- 
zöen. 
Danach kann man sich also noch auf allerlei gefaßt machen. 
zrösten kann man sich einstweilem aber noch mit der Hoffnung, 
aß, wie es ab und zu schon vorgekommen ist, der Sturm 
ereits vorüber ist, wenn diie Seewarte ihre Warnungen vorn 
hm in die Welt hinausgehen läßt. 
Ferner meldet unser Travemünder —⸗Mitarbeiter: 
her Nordoststurm brachte gestern nachmittag stark steigendes 
Vasser und Hochwassergefahr. Man machte sich sogar schon 
cellenweise an das Ausräumen der Keller. Die See bot mit 
hren mächtigen Wellen, die sich an der Strandpromenade 
rachen und dieselbe teilweise überspülten, einen herrlichen An⸗ 
lick. Die trübe Färbung des Wassers läßt befürchten, dah 
ie See an manchen Stellen den Strand ziemlich stark mit— 
enommen hat. Vom Brodtener Ufer sind wieder größere 
ztrecken abgebröckelt und ins Meer gestürzt. Ein Teil des 
jußweges nach Brodten ist den Wellen wieder zum Opfer 
‚efallen. Um 10 Uhr abends flaute der Wind etwas ab 
ind der Strom wurde schwächer. Gegen 10 Uhr wurde die 
dettungsmannschaft von Niendorf aus alarmiert. Es sollte 
in Schiff bei Brodten gestrandet sein. Trotzdem die Nach— 
icht wenig glaubwürdig erschien, weil vom Leuchtturm den 
anzen Tag kein Schiff gesichtet war, was nicht den Hafen er⸗ 
eicht hätte, so wurde doch das Rettungsboot unverzüglich mit 
em Schleppdampfer „Trave“ in See geschleppt, und außer⸗ 
»em die Küste zwischen Travemünde und Niendorf genau ab⸗ 
jesucht. Es wurden weder Wrackteile noch ein gestrandetes 
Schiff gefunden. Um 2 Uhr morgens kehrte das Rettungs- 
»oot, welches mit eigenen Segeln nach Niendorf vorgedrungen 
var, nachdem die Schleppleine nach dem Dampfer schon eben 
rußerhalb des Hafens gerissen war, zurück, ohne irgend etwas 
on einem gestrandeten Schiff gesehen zu haben. Auch heute 
zei Tage war nichts von einem solchen zu sehen. 
Geh. Hofrat Profefsor Gotthard Kuehl, Unser Lübedeer 
dandsmann, Vorsteher des Meisterschafts-Ateliers für 
henremalerei an der Kunstakademie in Dresden, ist nach einer 
Mitteilung des Berliner Tageblatts aus Dresden nicht un⸗— 
edenklich erkrankt. Es handelt sich um eine Schild— 
rüsenerkrankung, zu der noch Lungenentzündung kam, die den 
zustand des Meisters besorgniserregend machte. Inzwischen ist 
ie Lungenentzündung zurückgegangen und eine leichte Besse— 
ung eingetreten. Prof. Kuehl, der im 64. Lebensjahre steht, 
ieat in einer Dresdener Klinif. 
Eine schlechte Reinigung der Bürgersteige konnte man 
zeute morgen in allen Straßken der Stadt bemerken. Nur an 
benigen Stellen war der gestern abend gefallene, mit Regen 
intermischte Schnee sofort entfernt worden. Ueberall da, wo 
nan ihn hatte liegen lassen, hatte ihn der Frost der vergan— 
jenen Nacht in eine Eiskruste verwandelt. Diese hätte heute 
norgen sogleich mit Sand oder Asche oder Sägespänen u. dgl. 
jestreut werden sollen. Stellenweise war das auch geschehen, 
ber im allgemeinen doch nur verhältnismähig wenig, obgleich 
nden Tageszeitungen die Hausbe'itzer an ihre Verpflichtung 
jach dieser Richtung hin bei jeder Gelegenheit erinnert werden. 
die Nichtbeachtung dieser Verpflichtung kann, was doch jeder 
zausbesitzer nachgerade wissen sollte, schwere Nachteile zur Folge 
aben. Verunglückt jemand auf dem Schnee oder Eis des 
zürgersteiges vor einem Grundstück, ist der zur Reinigung 
zerpflichtete für den dem Verunglückten erwachsenen Schaden 
zaftbar. Wundern muß man sich, wie sich auch heute morgen 
vieder zeigte, wie außerordentlich leicht viele Hausbelitzer diese 
daftpflicht nehmen und wie sorglos sie um Gesundheit und 
deben ihrer Mitmenschen sind. 
- Verwechfelung von Paketen auf dem Hauptbahnhof. 
In der Handgepäück Aufbewahrungsstelle auf dem hiesigen 
zauptbahnhofe ist versehentlich ein Paket einer Person 
uusgehändigt worden, der es nicht gehört, während ein Gepäck— 
sttück mit einem geringeren Inhalt zurücdcgeblieben ist. Das 
rste Paket enthielt: 1 helles englisches Kostümkleid, 1 hell⸗ 
raunes Kleid mit Spachtelkragen, 1 rote seidene Bluse mit 
hwarzen und weißen Spitzen, 1 weißes Unterkleid, 1 gelbliche 
—L 
demden, gez. F. S., 3 weiße Damen-Unterbeinkleider, gez. 
F5. S., 1 Paar Glacéhandfschuhe, 1 große Reformschürze, gez. 
5. S., 1 weiße Wirtschaftsschürze. gez. F. S. 1 Paar schwarze, 
icke, wollene Strümpfe und 4 Taschentücher, gez. F. S. 
0. Fahrraddiebstähle. Am Sonnabend, dem 27. Dez., 
st aus der Einfahrt eines Hauses in der Dornestraße ein 
Fahrrad, Marke „Edia“, mit schwarzem Gestell, ebenlolchen 
yelgen, nach oben gebogener Lenkstange und der vom Poligzei— 
amt gelieferten Erkennungsnummer 13 3859 abhandengelommen 
und vermutlich gestohlen worden. — Am Montag, dem 29. Dez., 
gegen 954 Uhr vormittags ist vom Flur des Hauses Meng⸗ 
traße 28 ein Fahrrad., Marke „W. K. C.“, mit schwarzem 
elstell, ebensolchen Felgen, nach oben gebogener Lenkstange, 
Freilauf, Rückttrittbremse und der vom Polizeiamt gelieferten 
Erkennungsnummer 938 abhandengekommen und vermutlich ge— 
tohlen morden. Das Vorderrad hafte einen rotfen Mant⸗l 
NReueste Nachrichten und Telegramme 
der —E A. nud l. — 
Rönigin Witiwe Sophie von Schweden *. 
W. Stockholmn, 30 Dez. Königin-Witwe Sophie 
si he ute frähb Uhr 24 Min. gestorben. Nach dem 
xeuse früh 5 Uhr ausgegebenen Bulletin hatte die Königinwitwe 
ibends eine Temperatursteigerung bis 33.8 Grad. Im Laufe 
er Nacht verschlimmerte sich der Zustand. Die Temperatur 
tieg auf 40,1 Grad. Um 4 Uhr wurden deutliche Anzeichen 
iner ernsten Lungenentzündung festgestellt. Der König, die 
Zönigin und die übrige königliche Familie waren seit 5 Uhr 
m den Gemächern der Köniain-Witwe versammelt 
W. Berlin, 30. Dez. Wie aus Danzig gemeldet wird, vers 
ibschiedeten sich gestern abend der Kronprinz und 
»ie Kronprinzessin von den in corpore versammelten 
Bertretern der Stadt Danzig bei einem Festmahl im Artushof, 
wozu sie die städtischen Körperschaften eingeladen hatten. 
W. Var's, 30. Dez. Die Session der Kammer ist 
gestern geschlossen worden, desgleichen die des Senates, 
nachdem dieser den Gesetzentwurf, der in der zeitlichen Verteilung 
des Baues von Linienschiffen bestimmte Abänderungen 
trifft, sowie den Gesetzentwurf, betreffend Billigung der inter— 
nationalen Kenvention über Funkentelegraphie angenommen hat. 
London, 29. Dez. Die Morgenblätter wollen wilssen, dal 
Marineminister Churchill in seinem Marine-Etat allein für die 
ruftflotte 20 Millionen Mark fordert. Sobald das Geld be— 
billigt ist, soll mit dem Bau von 11neuen Luftschiffern 
egonnen werden. Fuür vier Luftschiffe werden schon jetzt in 
»en Armstrong-Werken Vorkehrungen getroffen. Mehrere an— 
»ere große Firmen haben dem Marineminister zugesagt, ihr 
Bestes zur Schaffung einer großzen Luftflotte tun zu wollen. 
W. Konstantinopel, 30. Dez. Wie offiziell gemeldet wird, 
interhielt sich im Verlaufe des gestrigen diplomatischen 
fimpfangs der Großwesir mit den Vertretern der Mächte 
über Reformen, welche die Pforte demnächst in der 
asiatischen Türkei einzuführen beabsichtigt. 
Schneefall und Hochwasser. 
W. Betrlin, 30. Dez. Heute morgen krat starker Schnee⸗ 
fall ein, der alsbald Verkehrsstörungen verursachte. Aus ver—⸗ 
chiedenen Orten Norddeutschlands wird heftiger Schneesturm 
zemeldet. In Swinemunde herrscht außerdem Hochwasser. Das 
Bollwerk und verschiedene sich anschließende Straßen Swine— 
nundes sind teilweise unter Wasser. In Bad Ahlbeck ertranken 
gestern abend beim Einholen von Netzen vier Fischer. Einer 
der Fischer ist Vater von dreizehn Kindern. 
Die antarktische Expedition Shadletons. 
Voudon, 30. Dez. Shackleton erklärte gestern einem Ver— 
reter des Reuterschen Bureaus, er werde die antarktische 
fsæpedition mit zwei Schiffen ausführen. Das erste werde im 
August von England nach Neuseeland abgehen, das zweite, ein 
rößeres Schiff, zwei Monate später von Südamerika. Beide 
Fahrzeuge würden Oelfeuerung haben; ihre Bemannung werde 
die Zahl dreißig nicht übersteigen. Der Plan Shacletons ist es, 
den Südpolarkontinent von der Weddell⸗See nach der RoßeSee, 
zas ist eine Entfernung von 1500 geographischen Meilen, zu 
»urchqueren. Die Expedition wird volle Ausrüstung für zwei 
Jahre mitführen und zwei Schlitten bei sich haben, die durch 
Aeropsanpropeller mit Aeroplanmotoren getrieben werden. Diese 
Schlitten werden je 2000 Pfund mit einer Geschwindigkeit von 
; bis 6 Meilen in der Stunde befördern können. Ferner wird die 
Expedition einen Aeroplan mit sich führen. 
Ungeheure geuersbrunft in San Sebastian. 
Die ganze Stadt von den Flammen bedroht. 
Madrid, 30. Dez. Das Feuer, dem der Zirkus Pate 
n San Sebastian zum Opfer fiel, hat sich infolge des starken 
Zturmes, der seit einigen Tagen herrscht, mit rasender Ge— 
chwindigkeit ausgebreitet. Bald nach dem Zirkus wurde auch 
das Stadttheater ein Raub der Flammen. In den 
Mittagsstunden des gestrigen Tages wurde Militär zur Un— 
terstützung der Feuerwehr herangezogen, und auch die Matrosen 
erschiedener lpa nischer Kriegsschiffe, sowie Mannschaften 
fremder Kriegs- und Handelsschiffe, die im Hafen 
liegen. beteiligten sich lebhaft an den Rettungsarbeiten. Bisher 
varen jedoch alle Bemühungen, dem Feuer Einhalt zu tun, ver- 
jeblich, da der Sturm noch immer weiter fortwütet. In der 
ztadt herrscht furcht bare Erregung. Zahlreiche Menfchen 
asfen ihre Habe im Stich und fliehen, nur mit dem 
stotdürftigsten ausgerüstet, an die Küste oder in den Hafen, um 
en Bord der Schiffe Zuslucht zu suchen. Die Zahl der 
-chiffe genügt jedoch bei weitem nicht zur Aufnahme der Flüch— 
igen, und zahlreiche Menschen sind genötigt, ohne Schutz bei 
eftigem Sturm und starker Kälte im Freien zukampieren. 
dönig Alfons, der von der Katastrophe verständigt ist, läßzt 
ich durch den Präfekten der Stadt fortlaufend Bericht über 
den Stand des Feuers und der Rettungsarbeiten erstatten. 
W. Sau Sebaftian, 30. Dez. Ueber die Ursache der Feuers— 
jrunst wird erzählt: In dem Zirkustheater fand vorgestern nach⸗ 
nittag ein Ball bis 8 Uhr abends statt. Nach dem gewohuten 
sundgang begaben sich die Pförtner und Beamten zur Ruhe, 
ls sie gegen Mitternacht durch dichten Rauch gewedt wurden. 
Interstützung war schnell zur Stelle. Bei strömendem Regen 
ind Sturm sind die Löscharbeiten aufgenommen worden, an 
velchen sich auch die Truppen der benachbarten Kaferne beteiligten. 
Für elinen Augenblick war auch die Kaserne bedroht, es gelang 
edoch, des Feuers bis 9 Uhr morgens Herr zu werden. Das 
kheatergebäude ist volllommen zerstört worden. Menschenleben 
ind nicht zu beklagen. Drei Feuerwehrleute und ein Polizei— 
eamter sind leicht verletzt worden. Der Zivilgouverneur wurde 
»einahe von einem Teil des brennenden Daches getroffen, das 
zor seinen Fühen niederstürzte Man nimmt an, daß das Feuer 
Adurch entstand, daß ein Theaterbesucher eine hrennende 
Zigarre weawarf 
o 
W. Berlin, 30. Dez. Von der Verwaltung der Stettiner 
Vulkanwerke nahestehender Seite wird mitgeteilt: In den 
etzten Tagen ist es gelungen, die Differenzen, welche 
wischen den Vulkanwerken und der Hamburg— 
lmerika Linie wegen des Dampfers ,‚Imperator“ 
eftanden, zu regeln. Man darf annehmen, dahß der Brutto⸗ 
ewinn des Jahres 1913 nicht voll ausreicht, um den bei dent 
zau des „Imperator“ entstandenen Schaden auszugleichen. Der 
ehlende Betrag wird aus den vorhandenen Refserven zu ent⸗ 
ehmen sein, welche auch die ordnungsmähigen Abschreibungen, 
uf welche nicht verzichtet werden darf, zu bestteiten haben. 
die Verwaltung drückt die Ueberzeugung aus, daß mit Beginn 
es Jahres 1914 für die Gesellschaft die Rückkehr zu normalen 
Imständen mit ziemlicher Sicherheit in Aussicht geltellt werden 
arf. Im Maschinenbau ist die Stettiner und Hamburger Werft 
u auskömmlichen Preisen bis weit in das Jahr 1815 voll 
esetzt und Stettin im Schiffsbau unter den aleichen Bedinaun— 
jen ebensolange. 
W. Berlin, 30. Dez. Flieger Remus, der geitern in der 
Nähe des Flugplatzes Johannisthal abftürzte, ist gestern nacht 
1 Uhr gestorben, ohne das Bewußtfein wiedererlangt zu haben 
der Tod ist infolge einer schweren Schädelverletzung eingetreten 
W. Pofen, 30. Dez. Wie gemeldet wird, wurde für die 
Freilassung des Grafen Mielzynski eine Kaution 
yon zwei Millionen Mark gefordert
	        
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