Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausgabe AM. 
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Tagesbericht. 
Lübeck, 25. Dezember. 
Weihnachten. 
Nun stehen wir wieder mitten drin in dem lieben Weih— 
Jachtsfest mit seinem Kerzenglanz und Tannenduft. Wir haben 
jns wieder freuen dürfen über all die Gaben, die die Liebe 
uns auf den Weihnachtstisch Jegte, und über die Freude, 
die unsere Gaben den Unsern bereitet haben. Wir haben in 
vollen Zügen wieder den tiefen Frieden und das reine warme 
Glück empfinden dürfen, das in der fröhlichen, seligen, gnaden⸗ 
bringenden Weihnachtszeit ausgegossen ist über alle Hütten und 
Haufer, und von dem ein Strahl auch hinein fällt in die Herzen. 
bie zu kampfen haben mit der Sorge und Not, mit Krankheit 
und Schmerzen, mit Kummer und Leid. Wir haben wieder 
hinein geschaut in die strahlenden Augen der Kinder, aus denen 
bie ganze Weihnachtswonne uns entgegen lachte, und die Er— 
jnnerung an die eigene Kinderzeit und die Weihnachtsfeste, die 
wir im Elternhause verlebten, bewegte uns wieder das Herz. 
Wir hörten von neuem die alten schönen Weihnachtslieder, die 
singen und sagen von dem großen Wunder der stillen, heiligen 
Nacht, in der das Jesuskind geboren ward, und in unserer 
Seele fingen Saiten wieder an zu schwingen, die vielleicht so 
lange geschwiegen hatten. 
So weiß dies Fest, das wie kein anderes zu unserm Herzen 
und Gemüte redet, uns in eine so frohe, gehobene Stimmung 
zu versetzen und uns Stunden von so reinem und tiefem Glück 
zu schenken, dah man meinen könnte, dies sei die eigentliche 
Aufgabe und Bedeutung dieses Festes, uns für ein paar Tase 
aus der nmüchternen, kalten, friedlosen Welt des Alltagslebens 
auf ein stilles Eiland des Friedens, der Freude und des Glücdes 
zu versetzen, wo unsere Seele gründlich erquickt und erfrischt wer⸗ 
den sols, um dann wieder in die raue Alltagswirklichkeit 
zurückzukehren. 
In Wahrheit aber möchte dies Fest uns einen noch größeren, 
bleibenden Segen schenken. Es möchte unsere Seele wieder hin— 
weisen auf das Licht, von dem ein Strahl Weihnachten in 
unser Herz hineinfällt. Es möchte uns wieder hinweisen auf 
den, dessen Geburtstag das Christfest ist, auf Jesus von Na—⸗ 
zareth. der den Menschen das Geheimnis wahren Glücdees gelöst 
— 
untereinander und habt Vertrauen zu der Liebe Gottes!“ — und 
der durch sein ganzes Leben gezeigt hat, wie das gemeint war. 
Nicht schöner könnten wir den Jahrestag seiner Geburt feiern, 
als durch solch ein Fest der Liebe, wie es Weihnachten ist. 
Da empfinden wir's ja, wie niemals sonst im Jahr, wie 
froh uns ums Herz ist, wenn wir einander lieben, wie da 
alles Zarte, Gute, Edle im Herzen erwacht, wie Blumen aufblühen 
unter den warmen Strahlen der Frühlingssonne. Gewiß, diese 
Liebe entfaltet sich vornehmlich im engen Kreis der Familie, 
aber sie drängt doch hinaus über diesen Kreis. Am Weihnachts⸗ 
feste maan man niemandem ein böses, hartes Wort sagen, auch 
allen gnderen möchte man Liebes tun: mit Trauernden empfindet 
man lieseres Mitleid und fühlt sich mehr als sonst gedrängt, 
ihnen seine herzliche Teilnahme zu zeigen; denen, die in Not 
sind, nröchte man ein wenig Freude und Weihnachtsglanz hinein— 
ragen in ihr sorgenbeladenes Herz. Ja, empfinden wir's da 
nicht, wie ganz anders das Zusammenleben der Menschen im 
Hause, im Beruf, im pirtschaftlichen Zusammenarbeiten, im 
zffentlichen Leben wäre, wenn diese Mahnung Christi: „Liebet 
euch unter einander“ nicht nur während einiger kurzer Feiertage. 
'sondern während des ganzen Jahres die Triebkraft unleres 
Herzens wäre. 
Und wie fest und sicher ständen wir allezeit da im Leben, 
wenn die andere Mahnung des großen Meisters von Nizareth 
wirklich unsere Seele beherrschte: „Habt Vertrauen zu der Liebe 
Gottes!“ Wissen wir nicht, wie sest und sicher, tapfer und sroh— 
gemut die Männer und Frauen im Leben dastehen, die von 
solchem Gottvertrauen erfüllt sind, wie sie alle Hemmungen des 
Lebens, die Sorge, den Schmerz, das Leid, die Enttäuschungen 
des Lebens, die Rätsel des Sterbens überwinden mit dem „Den⸗ 
noch“ des Glaubens? Spüren wir es nicht aus ihren Worten 
ind Taten und ihrem ganzen Wesen, dan in ihren Herzen der 
Friede wohnl, auch wenn die Stürme des Lebens sie umtoben? 
Darum, wenn wir unserm Volke ron Gott etwas wünfchen 
dürfen zum Weihnachtsfest, so sei es dies: „Laß die Seele 
unseres Volkes wieder erfüllt werden von der Liebe, die in 
Freundlichkeit, Herzensgüte und Edelmut sich offenbart, die Ver⸗ 
ständnis hat für des Nächsten Freud und Leid, die nicht nur 
an die eigene Tasche und das eigene Behagen denkt, sondern 
bereit ist, den andern zu dienen und hochherzige Opfer für 
die Brüder und das große Ganze zu bringen, von der Liebe. 
die am schönsten im eigenen Heim sich entfaltet, aber zugleich 
aus den Häusern hineinstrahlt in das Zusammenleben der 
Menschen in Stadt und Staat.“ Das ist das eine, und das 
andere ist dies: 
„Gib uns das höchste Weihnachtsglück: 
Gib unserm Volke den Glauben zurück!“ 
P. Denker— 
Stmiettuthett atekhahtecdtettzacktut Mabnk 
wS. Zur Ablöfung der Reallasten. Die Bürgerausschaßz— 
kommission zur Vorprüfung der Senatsvorlage betr. die Ord— 
nung der gutsherrlich-bäuerlichen Verhältnisse, die Ablösung der 
Reallasten und die Teilung und Zusammenlegung von ländlichen 
Grundstücken hat ihren zweiten abschliekenden Bericht erstattet. 
Wir werden gelegentlich auf den Inhalt des Berichtes näher 
zurückkommen. Für heute sei nur erwähnt, daß nach Ansicht 
der Kommission unter allen Umständen erstrebt werden muß. 
datz nunmehr das Ablösungsgesetz zum 1. April 1914 in Kraft 
tritt. Es hätte schon mit dem Eingemeindungsgesetz in Kraft 
treten müssen; dadurch, daß es nicht geschehen ist, sind nach 
den Schätzungen des Katasteramtes dem Staate 6878 Meau 
Grundsteuern entgangen. Auch im Intere'se der Ansiedelungs— 
volitik ist die baldige Verabschiedung des Ablösungsgeseßes 
sehr wünschenswert, damit die rechtlichen Schwierigkeiten be— 
seitigt werden, die einer Parzellierung des ländlichen Grund— 
»esitzes im Wege stehen. Die Kommission wiederholt zum 
Schluh den letzten Satz ihres ersten Berichtes, daß. das Endziel 
»er Ablösungsvorlage, zusammen mit anderen Gesetzen in letzter 
einie sür alle Instanzen doch die ist und bleibt, die Heramiehung 
noderner Industrie mit verstärkter Beschleunigung zu fördern. 
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donnerstag. den 25. Dezember 1913. 
Morgen⸗Blatt Nr. 652. 
Gesundheitszustand der deutschen Großstüdte. In der 
Woche vom 30. Nov. bis 6. Dez. war die mittlere Sterblichkeit 
er deutschen Großstädte geringer als in den drei Vorwochen 
ind auch erheblich (um volle 12 00) geringer als in der gleichen 
Woche des Vorjahres. Die Gesamtsterblichkeit (auf 1000 Ein— 
vohner und auf das Jahr berechnet) betrug in Posen 2033, 
Augsburg 20,1, Halle 17,3, Danzig 16,7, Breslau 16,6, Duis⸗ 
urg 15,7, München 15,0, Elberfeld 14,9, Hamborn 14,4, 
tönigsberg 14,4, Magdeburg, 14,8, Wiesbaden 14.8. Bochum 
4,2, Braunschweig 14,1, Chemmitz 18,8, Mainz 18,8, Plauen 
. V. 13,5, Leipzig 18,2, Stettin 13,1, Hamburg 12,9. Straß 
urg 12,9, Aachen 12,5, Berlin 12,5, Saarbrücken 12,4, Schöne 
zerg 12,4, Gelsenkirchen 12,3, Altona 12,2, Dortmund 12,0, 
)resden 11,9, Essen 11,8, Lübeck 11,8, Stuttgart 11,8, Char 
ottenburg 11,6, Nürnberg 11,5, Köln 11,4, Kassel 11,3, Düssel⸗ 
orf 11,2, Bremen 10,5, Karlsruhe 10,5, Kiel 10,1, Frankfurt 
i. M. 9,8, Mannheim 9,1, Krefeld 9,0, Mülheim a. d. R. 8,8 
bannover 8,5, Neukölln 8,5, Barmen 7,3, Erfurt 6,3, Wilmers— 
orf 5,883. Die Säuglingssterblichkeit war am ge— 
ingasten in Erfurt, Wiesbaden, Neukölln, Barmen, Braun— 
chweig, Altona, Hannover, Wilmersdorf, Bremen, Dresden, 
diel. — Unter den Todesursachen haben seit der vorigen Woche 
iie vorherrschenden Krankheiten der Atmungsorgane wieder er— 
zeblich zugenommen. 
1. In der Weihnachtsverfsammlung der Bezirksschullehrer, 
je Dienstag nachmittag bei Knorr am Klingenberg tagte, unter⸗ 
jelt. Herr Jensen-⸗Behlendorf die Erschienenen in fesselnder 
Beife über seine bei der diesjährigen 8. Lehrer-Flottenfahrt in 
en Tagen vom 24. bis 29. Juli gemahlen Beobachtungen. 
Ile 316 Teilnehmer, darunter 2 Oesterreicher und. Rumane, 
ien am Schluß der Fahrt eins gewesen in der Anerkennung 
er vorzüglichen Verpflegung und in der überaus freundlichen 
xührung durch Herrn Majot a. D. Schwarzenberg. In Helgo— 
and, wohin die „Silvana“, die,, Tüänzerin der Nordsee“, sie ge— 
racht seli übernachtet und hei dem längeren Aufenthalt daselost 
Ilen Teilnehmern ein Einblid in die außerordentlich starken Be— 
estigungswerke gewährt worden. Fast uneinnehmbar sei ihnen 
ie Infel erschienen, und sollte sie wider Erwarten doch einmal 
enommen werden, so würde sie trotzdem nun und, nimmer dem 
zeinde als Flottenbasis dienen können, so praktisch seien alle 
ßorrichtungen getroffen worden. Unfserm Kaiser gebühre un— 
reitig das, Verdienst, den hohen Wert dieser Insel fuͤr unfere 
ationale Verteidigung rechtzeitig erkannt und ausgenutzt zu 
aben. Mit großem Ünrecht sei seinerzeit der für dieses Eiland 
in England bezahlte Preis von mehreren Seiten als zu hoch 
ezeichnet worden. Deutschlands Zurunft liegt auf dem Wasser, 
iese Erkenntnis habe, sich immer mehr durchgerungen und sei 
uch hier laut ausgesprochen worden, Die Fahrt durch den 
eiter ausgebauten Kaiser-Wilhelm⸗Kanaie und die Besich— 
igungen in und bei Kiel hätten des Interessanten so viel, ge⸗ 
oten, daß sämtliche Teilnehmer hochbefriedigt die Fahrt in 
er Schiffergesellschaft zu Lübeck hätten beschließen können. 
em Flottenverein gebühre höchste Anerkennung für die großen 
ynfer, die er der Kehrerichatt um achten Nate geboten habe. 
OHaumsestudte. 
Hamburg, 25. Dez. Beraubung von Eisenbahm 
dütern ganz grohen Umfanges ist in den letzten 
Jahren andauernd auf den Bahnhöfen in Hagenow und Witten⸗ 
berge vorgelommen, ohne dah es gelingen wollte, die Täter 
unschädlich zu machen. Darüber bestand nie ein Zweifel, daß 
es sich um mehrere Personen handelt. Jetzt wurden in Hagenow 
wei Leute, ein Hilfsweichensteller und ein früherer Eisenbahn⸗ 
Ibeiter, als die Diebe ermittelt und verhaftet. Man kam 
uiun bald dahinter, dah die Beute in Hamburg Absatz fand. 
Auf dem hiesigen Hauptbahnhof konnte der Schwiegervater des 
zilfsweichenstellers, auch ein ehemaliger Eisenbahnarbeiter, mit 
einer großsen Kiste Fleischwaren angehalten und verhaftet werden, 
die der Hehler bei einem Schwiegersohn in der Altstadt unter⸗ 
bhringen wollte. In der Wohnung des letzteren fand und be— 
chlagnahmte man dann eine Anzahl Sachen, die von Güter⸗ 
beraubungen stammen. 
Hamburg, 24. Dez. (KKleine Nachrichten.) 3wei 
schwere Jungen verhaftet. Als in der Nacht zum 
Montag ein Schutzmann drei Einbrechtr in den Geschäftsräumen 
her Firma Steinicke & Weinlich in der Ferdinandstraße über⸗ 
raschte, fielen die Spitzbuben über den Bramten her und brachten 
hm mit Schlagringen 13 lebensgefährliche Wunden am Kopfe 
bei. Es gelang, zwei der Einbrecher zu verhaften; der dritte 
entkam. 
Schleswig⸗Holftein. 
Kiel, 24. Dez. Das neue Studentenheim See— 
hurg, das am Kriegshafen als Erholungsstätte für alle 
Studierende errichtet ist, wird Räume zur Ausbildung der 
kademischen Jugend im Fechten erhalten. Die Kosten werden 
50 000 Mebetragen. 
Siek, 25. Dez. Ein Unglüdsfall ereignete sich in 
dangelohe. Der Dreschmaschinenbesitzer Schwengler war mit dem 
Aufstellen der Maschine beschäftigt, wobei der Schornstein den 
elektrischen Draht berührte, während Schwengler in die Speichen 
des Rades saßte. Er wurde non dem elektrischen Strom sofort 
gefßtef 
Lauenbura. 
F. Gülzow 24. Dez. Ueberlandzentrale. Kürz- 
ich war in der Gastwirtschaft W. Schulz hier eine Versamma 
lung anheraumt. zu der die Stromabnehmer, aus Gülzow und 
Umgegend geladen waren. Der Zweck derselben war, beim 
Aönigl. Landratsamt vorstellig zu werden, daß die Agabe 
von elektrischer Energie beschleunigt werde. Es wurde aus— 
geführt, dazz die Kraftstronabnehmer einen großen Schaden 
durch die bisherige Verzögerung und Hinhaltung erleiden; lie 
wollen den Zeitpunkt wissen. wann die elektrische Energie ab- 
gegeben wird. Hauptsächlich leidet die Landwirtschaft darunter; 
Motore und Maschinen sind angeschafft, wofür große Geld— 
mittel gufgewendet sind, trotzdem kann das Korn in Mieten 
und Scheunen hiermit nicht gedroschen werden. Ueberhaupt 
herrsche unter den Stromabnehmern im südlichen Lauenburg 
großße Unzufriedenheit, denn es trete die Frage auf. aus 
welchen Mitteln die Zinsen für das Ortsnetz usw. gededt werden 
jollen, wenn erst im Februar Stromabgabe erfolge, denn 
dann hätten die Stromabnehmer bis zum Sepftember wenig 
oder gar keine Verwendung mehr dafür. 
Großherzogtũmet Miedlenherra. 
Rostock, 24. Dez Zur Explosibn im russfischen 
dofzuge. Die Verleßten sind fämtlich Angestellte der 
Zai erin⸗ Witwe von Rußland und gehören zu ihrem,Hoflager; 
kisenbahnbeamte sind nicht verletzt worden. Der rusfische Se 
ug wird übrigens selbstverständlich in Deutschland von deni- 
chen Eisenbahnbeamten geführt. Die von dem, Unglück be— 
roffenen Russen liegen nun fern ihrer Heimat im Kramenhause. 
Wer trägt die Schurnde Diese Frage ist natürlich vor— 
läufig nicht zu beantworten. Die Rostoder Staatsanwailtschaft 
jat eine Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnis abgewatiet 
verden mutz. Nach den Erläuterungen Prof. Dr. Kuümmelis 
cann die Explosion nur durh einen Fuünken'ser— 
u go worden sein. Ob ein elektrischer Funken das Unglück 
derschuldet hat, oder ob ein Menschetwa mit einer brenneuden 
Zigarre oder Zigarette den Raum betreten hat, Jäßt sich noch 
nicht sagen. — Das Befinden der Verleßten, die im üniver— 
itätstrankenhaus darniederliegen, ist den Umsfiänden entsprechend 
eidlich. Bis auf einen der Schwerverießten der nochh seht 
schwach ist, sind sie auf dem Wege der Besserung. 
88 Grevesmühlen, 24. Dez. Die Jahrhundert- 
feier bat einen Ueberschuß von 590 Muergeben. Davon er— 
zält der Kriegerverein 1900 M, um sie zu Weihnachtsgeschenken 
an bedürftige Veteranen und Veteranenwitwen zu verwenden. 
Ddie übrigen 400 Misind dem Verfchönerungsverein überwiesen, 
ind zwar 250 Miäzur Ausbesserung des Kriegerdenkmals und 
herschönerung der Anlagen auf dem Sedanplatz und 150 M zur 
Anpflanzung einer „Jahrhundertallee“ am Prischower Mühlenweg 
oon der Wotenitzer Chaussee bis zu den Callies-Anlagen. 
Schönberg, 24. Dez. Das BahnprojettKehna— 
Schönberg, das seit Jahren schwebt, ist aufs neue wieder 
dadurch angeregt worden, datß in den letzten Tagen Ter— 
'ainbesichtigungen und Vermessungen bei Falkenhagen 
rattfanden. Es scheint demnach, daß man jetzt ernstlich daran 
»enkt, das Projekt zur Ausführung zu bringen. Gleichzeitig 
vird auch wieder die Verlängerung der Thurower 
Bahn Matzeburger Kleinbahn) über Carlow bis Falkenhagen 
n Erwägung gezogen. 
⸗»RNRehna, 283. Dez. Eine Alarmierung der 
Feuerwehr erfolgte gestern vormittag infolge eines Brandes 
n Vitense. Dort sollen, wie verlautet, die Gebäude des Erb⸗ 
ↄächters W. Lüth in Flammen stehen. Die hiesige Feuerwehr 
rückte dorthin aus. Einzelheiten fehlen noch. 
⸗Rehna, 25. Dez. Der Frauenverein veran— 
ttaltete, wie in früheren Jahren, im Hause des Pastors Preh 
eine Weihnachtsfeier, bei der 50 alte bedürftige Männer 
And Frauen sowie eine Anzahl Kinder mit Lebensmitteln, 
Kleidungsstücken, Spielzeug und Kuchen beschenkt wurden. 
ue,e , ut uoen 
Das beste Mittel gegen Influenza. 
Einer unserer Mitarbeiter berichtet folgendes: Ein Freund 
jab mir xin Mittel. von dem er, wie er mir sagte, in den Zeitungen 
gelelen hätte. Es war Kephaldol, welches zu billigem Preise in jeder 
Apotheke erhältlich ist. Bei Erkältungen nimmt man am besten 2oder 
Tabletten mit einem Schluck Wahser vor dem Schlafengehen und 
zwei weitere Tabletten des Morgens, unmittelhar nach dem Auf⸗ 
tehen. Bei Schmerzen ist es ratsam, zwei Tabletten auf einmal zu 
nehmen und alsdann stündlich eine weitere, bis Besserung eintriit. 
Es ist, seltjam, wieviel ein derartiges Mittel zu sun vermag. Ich 
abe später erfahren. daß dieses Prävarat ursprünglich von einem 
Brofessor eines bedeulenden Wiener Spitals verordnet wurde. Möge 
em nun sein, wie ihm wolle. Nach Einnahme des Mittels war 
neine Erkältung bereits am nächsten Morgen vollkommen ver⸗ 
chwunden. Jetzt halte ich dieses Präparat stets bereit, und wenn 
rgend jemand in meiner Familie eine Erkältung hat oder Scmerzen 
raendwelcher Art verspürt, sei es Rheumatismus, Nerven- oder Kopf⸗ 
hmerzen u. dal., so nehmen wir sosort unsere Zuflucht zu Kephaldoi— 
Tableiten und erzielen steis augenblickliche Besserung. 20604 
b. Stabttheater. Aus der Theaterkanzlei schreibt man uns: 
Tuf das Weihnachtsprogramm unseres Stadttheaters, das 
Tannhäufer“ am ersten, die für Lübeck noch gänztich neue 
yssersche Operette „Der lachende Ehemann⸗e am zweilen und 
Mignon“ am dritten Feiertage bringt, fei nochmals hingewiesen. 
In allen drei Weihnachtsfeierlagen wird nachminags das Weih— 
achtsmärchen „Rumpelstilzchen“ gegeben, in welhem Balslett 
mlagen und fuͤstige Begebenheiten das höchste Interesse der 
8 wachrufen. — Füur Rumpelstilzchen“ gelten die Neinsten 
zreise. 
a Der Flottenbund Deutscher Frauen, Ortsgrunppe Lübed, 
eranstaltet am Montag, dem 29. Dez. um 5 UÜhr einen Weih— 
achtstee im Hause der, Ges. z. Bef gem. Tat, Königstres 
essen Ertrag zum Besten von Angehörigen unserer Kriegs 
arine verwendet werden soll. Musikalische Darbietungen ver 
hiedener Art werden zur Unterhaltung während des Nad-—- 
nittags beitragen. 
b. Die Landesgruppe Lübeck des Hanfabundes für Gewerbe, 
andel und Induftrie vexanstaltet am, Montag 18. Jan 
214, abends 82 Uhr im Konzerthaus Fünfhausen eine öffent 
che Versammlung, in welcher der frühere Reichstagsabge. 
tdnete Serr Dr. Strese mann einen Vortrag über das 
ateressante Thema Wirtschaftiiche Fragen der 
ßegenwart“ halten wird. 
„b Naturgeschichtlicher Vortrag des Direktors Ernst Albert. 
Bie aus der Annonce erfichtlich, hat sich herr Älbertauf viei 
eitiges Verlangen bereit erklärt, seinen Vortrag uber Maul⸗ 
nd. Klauenseuche, den er in der Gewerhegeselischaft mit so 
roßem, Beifall gehalten, öffentlich zu wiederholen. Auch der 
weite. Teil des Abends, der namentlich fur Damen berechnet 
t, wird, gemißz wieder großes Intereffe erweden, denn er be⸗ 
andelt die Pitze im Luͤbeder Stagt, und den draftisch humo— 
istischen Vortrag über Insekten, welche sterben, wenn sie lieben 
der Reinertrag des Abends ist für weitere Forschungen bestimmt. 
der Vortrag findet am Dienstag, 8. Jan, im Kolosseum statt. 
b. Der Männerturnverein feiert seine diesiährige Weih— 
achtsfeier am Sonnabend, 27. Dez. 1913, abends 8 Uhr im 
zereinslokal, Restaurant Hohenzollern“?. Den von der Kom⸗ 
nission getroffenen Vorbercitungen nach zu urteilen, verfpricht 
er Verlauf der Feier ein guter zu werden. Wir möchten daher 
icht unterlassen, auch an dieser Stelle darauf hinzuweisen um 
ie Mitglieder aufzufordern, sich recht zahlreich um den Weih— 
achtsbaum zu verfammeln, um das Fest der Lebe und Zu 
umengehörigkeit zwischen alt und jung im Kreise trauler 
urngenossen zu begehen, gleichzeitig aber auch denjenigen Tuͤrn— 
mossen. denen es nicht verghnnt ut, das schöne Weihnachtsfeft 
m heimatlichen Herde zu feiern, Gelegenheit, gebend, dieses 
est im Hreise guter Freunde verleben und mit ihnen einige 
echt gemütliche Stunden verbringen zu können. Wie in früheren 
sahren, so werden auch für diesmal die Teilnehmer gebeten, 
n Geschenk zur Verlosung mitzuhringen. Scherzgeschente odet 
nstige Gegenstände, welche zur Versteigerung gelangen sollen, 
ind gern gesehen und auch sehr erwünscht. Diefelben werden 
m Vereinslokal entgegengenommen. 
b. Union Weinrestaurant. Wir möchten nicht unterlassen, 
uuch an dieser Stelle darauf, aufmerksam zu machen, daß die in 
urzer Zeit so besonders beliebt gewordene Kunstlerkapelle im 
lnion Weinrestaurant während, der Festwoche bis Reujahr 
äglich mittags und abends daselbst konzertiert. 
b. „Fledermaus“, so heißt Heinrich Kalnbergs neues, auf 
»as modernste ausgestattetes Vergnügungs-Etablissement in der 
zechergruhe, in welchem er von jett an ein neues weiltstädtisches 
zenre pflegen wird, Es werden eine vorzügliche Künstler— 
apelle und auch gute Gesangseinlagen geboten werden. Der 
rste Spielplan weist nicht weniger als 4 Komiler auf, so daß 
dalnberas VParole:“ „Stimmung, und Humor muß im neuen 
zause herrschen“. wohl zur Talsache werden wird. Ein ganz 
riginelles Gastfviel steht dem, Lübeger, Publikumt in den 
ckomischen Hamburger Ewerführern Tetie und Fietie bevor. 
ber auch gute Kunst, wird geboten werden, dafür sorgen die 
)rerduettisten Geschwister Wagner, die Liedersaängerin Erna 
ornn, sowie die Tyrolienne Minni, Poltinger. Während, an den 
Vochentagen der Eintritt und auch die Garderobe gänzlich frei 
ind, wird an den Festtagen ein kleines Eintrittsgeld erhoben.
	        
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