Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

—XR 
J 
donaueschingen. 
Die Blicke der politischen Welt waren in diesen Tagen nach 
Dongueschingen, der Hauptstadt des mediatifierten schwãbischen 
Reichsfürstenlums Fürstenberg, gerenkt, wo der Kaiser, wie all— 
Aahrlich, bei seinem Freunde, dem Fürsten Max Egon, als 
Jagdaast weilte. In den wundervollen Waldungen, die zu den 
chönsten und forstwirtschaftlich am besten geleiteten Deutschlands 
hlen, pfleate der Monarch wieder des edlen Weidwerks, be⸗ 
Duders der Fuchsjagd in dem Revier der Baar. Es ist nicht 
nur ein schöner Fleck Erde, sondern auch alter Kulturboden, auf 
dem hier unser Kaifer so gern werlt, und Fürst Max Egon knüpft 
mn die alten Traditionen, da Mozart in Donaueschingen kon⸗ 
ertierte und frühe Lessing⸗Verehrer sich dort zusammenfanden, 
bewußt an, wenn er seine Vaterstadt und Refidenz wie der zu 
einem geistigen und kulturellen Mittelpunkt zu machen bestrebt ist. 
In der Zeitschrift Deutschland gibt Professor Otto Heinrich 
rinen Ueberblic über die Neuordnung der Sammlungen, die 
nn dem reichen Fürstenbergschen Belitz an Kunste und Geschichts⸗ 
chähen aller Arf durchgeführt ist und wird. Die Hofbibliothek. 
die etwa 120 000 Drudschriften, 1160 Handschriften, 15800 Musik⸗ 
handschriften und, 500 Inkunabeln birgt, ragt besonders durch ihre 
Atdeuischen Manufkripte, so die berühmte Laßbergsche Nibelun— 
Jenhandschrift, und durch noch unbekannte oder vergessene Kompo— 
itionen von Haydn, Dittersdorf u. a. hervor, die in muster⸗ 
zültigen Konzerten in Donaueschingen aufgeführt werden. Ein 
vahrer Schmuckkasten ist durch die Aufstellung der mit kostbaren 
Rolokoschnitzereien gezierten alten Repositorien in dem „Max⸗ 
Egon⸗Saal“ geschaffen worden, der die schönsten Handschriften 
ind Miniaturen, die ältesten und wertvollften Archivalien, die 
ostbarsten Frühdrucke und fürstenbergische Münzen und Medaillen 
enthält. Hier ist auch eine reichhaltige Sammlung von Münzen 
und Medaillen Kaiser Wilhelnis II. zu sehen. Im Hochparterre 
des schönen Bibkiothelsgebäudes liegt das Kupferstichkabinett 
mit seinen seltenen Blättern alter und neuer Graphik, gegen- 
iber das Münzkabinett mit zirka 40 doo Münzen. Als Glanzpunkt 
der Sammlungen birgt der Karlsbau das Museum, das herrliche 
Bilder und Holzskulpturen altdeutscher Meister zu einer beson⸗ 
»eren Sehenswürdigkeit machen. Hier finden sich 12 Bilder 
Holbeins d. Ae., Werke eines interessanten Basler Meisters, 
»er zur Schule des Konrad Witz gehört, und eine stattliche 
Reihe oberdeutscher und schwäbischer Meister des 15. Jahrhunderts. 
Den Kunsthistoriker wird vor allem der namenlose Meister 
von Meßkirch anmocken, dessen Bedeutung für die Geschichte des 
deutschen Kolborismus immer mehr hervortritt und dessen schönste 
Arbeiten hier vereint sind. Penoz, Strigel und Burgkmair 
sind mit gauten Arbeiten vertreten. Die meisten Bilder stammen 
aus altem Fürstenbergischen Besitz und sind im Auftrage dieses 
Fürstenhauses oder mit ihnen verwandter oberdeutscher Adels- 
zeschlechter gemalt worden. Diese prächtige Sammlung., in 
der sich auch 18 Niederlander und gute, moverne Bilder be— 
finden, wird nunmehr nach den Erundsätzen moderner Museums⸗ 
technik neu organisiert. Die altdeutschen Meister werden ge— 
reinigt und restauriert und die ganze Gemäldegalerie erfährt 
eine neue Anordnung, für die das Kaiser-Friedrich-Museum in 
Berlin das treffliche Vorbild bietet Auch die naturwissenschaft⸗ 
richen und geschichtlichen Sannee erfahren eine völlige 
Umgestaltung und werden so ausgebaut, daß sie ein umfassendes 
Bild der ehemaligen Fürstenbergischen Lande und ihrer Ge— 
chichte bielen. So herrscht ein reges geistiges Leben in der kleinen 
Residenz. und der Kaiser ist, wenn er zum fröhlichen Jagen 
in den Quellen der Donau weilt, nicht nur von einer idyllischen, 
reundlichen Natur, sondern auch von den prächtigen Zeug-— 
zissen einer alten und stolzen Kultur umgeben. RM. 
3— 
die Lebegräfin vor Gericht. 
CIV. 
Berlin, 8. Dez. 
Die heutige Sitzung währte nur ganz kurze Zeit. Der 
Vorsitzende ließ protokollieren, daß die Ladung oder Vor— 
ührung der Prinzessin zu Ysenburg-Büdingen nicht durch— 
ührbar sei. Die Prinzessin hat seinerzeit auf die erste Ladung 
den Wunsch schriftlich ausgedrückt, in München vernommen zu 
wverden; seitdem hat ihr eine Ladung nicht zugestellt werden 
können. Rechtsanwalt Bahn glaubt, daß man sich doch hier—⸗ 
nit nicht begnügen könne. Die Prinzessin lese doch Zeitungen, 
iie wisse also, daß sie hier als Zeugin erscheinen solle, und 
venn ihre Adresse nicht ermittelt werden lönne, so bestehe 
doch der Verdacht, daß sie mit Absicht fernbleibe. Es müßte 
doch der Versuch gemacht werden, die Zeugin zwangsweise 
„Azuführen. Eine Prinzessin pflege doch nicht spurlos zu 
herschwinden, und der Kriminalpolizei würde es nicht schwer 
fallen, ihren Aufenthalt zu ermitteln. Der Verteidiger wünschte 
dann nochmals, durch Zeugen feststellen zu lassen. daß der 
Belastungszeuge Kirchoff nach Monako entflohen“ sei, weil 
er polizeilich beobachtet worden sei. Der betreffende Polizei— 
beamte würde bestätigen können, daß die Wohnung Kirchoffs 
längere Zeit beobachtet worden sei, weil dort homosexuelle 
Bälle stattgefunden haben. Der Gerichtshof beschloß, den 
vorgeschlagenen Zeugen zu laden. Der Staatsanwalt bean— 
tragte schließlich, zum nächsten Termin nochmals den Grafen 
Hünther v. Königsmarch zu laden. Rechtsanwalt Bahn er— 
klärte hierzu: Die Vorladung des Grafen v. Königsmard 
dürfte sich erübrigen. Der Graf habe eine Karte aus Sampier- 
darena an ihn gerichtet, die fokgendermaßen lautet: 
„Da ich wirklich keine Lust habe. mich lächerlich machen 
zu lassen — Staatsanwälte irren sich ja nicht —, habe ich 
s vorgezogen. am Mittelmeer meine Ruhe wiederzugewinnen. 
Sollte indessen der Staatsanwalt oder die Strafkammer mich 
»eshalb, weil ich sechs Frauen hatte, für unglaubwürdig er— 
lären, bin ich bereit, sofort zurückzukehren.“ 
Auf die Vorladung des Grafen v. Königsmarck wurde 
erzichtet. Darauf wurde die Verhandlung auf nächsten Freitag 
zertagt. 
aAus den Vachbargebieten. 
HZanfesftãdie. 
D7T. Hamburg, 989. Dez. Freiherr John von 
Berenberg-Gohler gestorben. Der Senorenchef des 
Bankhauses Johannes Berenberg-Gohler & Co., der Badische 
weneralkonsul, Freiherr John von Berenberg-Goßler, ist Mon⸗ 
— —WV * * —II 4 — * 
RI 6 766468 * I — 
Dienstag, den 9. Dezember 1915. 
A 
Abend⸗Blatt Ur. 623. 
tag nachmittag nach langein, schwerem Leiden im (0. VLebens⸗ 
ahre gestorben. Mit dem Freiherrn von Berenberg⸗Goßler 
erliert die Hamburger Kaufmannschaft einen ihrer allervor⸗ 
ehmsten Vertreter. Das grohze Ansehen seiner Firma beruht 
icht allein in der Pflege der alten Traditionen, sondern zum 
‚rößten Teil auch in der wahrhaft vorbildlichen Praxis, mit der 
er Verstorbene das Geschäft leitete. Seiner Noblesse und 
aufmännischen Gewandtheit ist es zuzuschteiben, daß das Bank— 
aus Johannes Berenberg-Goßler K Co., das mit seinem 
zründungsjahr 1730 an der Spitze aller Hamburger Bank⸗ 
irmen und Banken steht, auch im Zeitalter der Bankenkonzen⸗ 
rationen und des Vorrückens der Großbanken seinen vornehmen 
dang in der Reihe der hamburgischen Hochfinanz —XX 
ehaupten konnte. 
Bremen, 9. Dez. Ein verwegener Raubanfall 
hurde Sonnabend mittag am Kassenschalter der Deutschen Bank 
usgeführt. Ein stellungsloser Handlungsgehilfe ent— 
iß dem Lehrling einer Schiffsmaklerfirma 4000 M und 
üchtete, gefolgt von einer großen Menschenmenge, durch mehrere 
z⁊ttraßen, bis er in der Knochenhauerstraße festgehalten 
erden konnte. Er nannte sich Lorenz und gab an, erit kürzlich 
on Hamburg nach Bremen gekommen zu sein. Der Dieb trug 
in Taschentuch mit gemahlenem Pfeffer bei sich. Er gab zu, 
aß er es seinen Verfolgern in die Augen habe werfen wollen, doch 
ier nicht dazu gekommen. Der junge Mann, der zugibt, auch 
i Hamburg einen solchen Coup geplant, doch bisher nicht den 
Nut zur Ausführung gehabt zu haben, hatte seiner in Ham⸗ 
urg wohnenden Braut bereits mitgeteilt, daß er Geld in der 
lotterie gewonnen habe und sie heiraten könne. Der Taäter 
urde verhaftet. — Einen unglaublichen Streich führte 
in Beamter der Wach- und Schließgesellschaft aus. Er meldete 
uf der Wache, daß er in einem Baumwollenfschuppen am Frei⸗ 
„afen Feuer entdeckt habe. Es stellte sich heraus. daß 
zrandstiftung vdrlag; der Wächter gestand schließlich ein, 
iese verübt zu haben, um das Feuer melden zu können, und so 
ei seiner Direktion gut angeschrieben zu werden. 
Schleswig⸗Holstein. 
Kiel, 9. Dez. Die Beihilfe des Kaisers für 
as Stadttheater ist vom 1. Okt. 18912 ab auf die 
»auer von fünf Jahren unter Erhöhung von 15 000 Ma auf 
)000 Muweitergewährt worden. In ihrer letzten geheimen 
itzung haben die Stadtkollegien den Magistrat ermächtigt, im 
inverftändnis mit der Theaterkommission den Mehrbetrag der 
zeihilfe in Höhe von 5000 Man Direktor Alving ab u⸗ 
ühren. Dabei ist in erster Linie auf die erheblichen Ausgaben 
zücksicht genommen, die dem Direk!or des Stadttheaters durch 
ach Abschlußz des Vertrages eingeführte gesetzliche Bestim⸗ 
ungen (Reichsvers'cherungsordnung, Angestelltenver icherungs- 
esetz) erwachsen sind, die auch für die Stadt bei Fortführung 
er Regie eine Erhöhung ihrer Aufwendungen zur Folge gehabt 
aben würden. Die gesamte städtische Subvention 
in Direktor Alving beträgt also jetzt 80 000 Mieimnschließlich der 
aiserlichen Beihilfe von 20 000 M. 
Oldesloe, 9. Dez. Ein Einbruch wurde in der 
tirche von Eichede verübt. Die unerkannt gebliebenen Täter 
aben den schweren Opferstocherbrochen ugd etwa 20 M 
atwendet. Bei Todendorf wurde reichlich 200 m Kupferdraht 
»on unbekannten Tätern aus der Leitung der Ueberland⸗ 
entrale gestohlen. 
Flensburg, 9. Dez. Einen großen Reinge— 
winn haben die städtischen landwirtschaftlichen Betriebe auf 
zophienhof und in Flensburg Ost im letzten Rechnungsiahr 
bgeworfen. Die Besitze sind etwa 54 und 51 ha gron und 
czielten 14702 Meresp. 7676 MuReinüberschuh gegen 13 430 
Nark im Jahre 1911 auf Sophienhof, während der Bekrieb 
a Flensburg Ost mit 12915 Mein Einnahme und Ausgabe 
alanzierte. — Die Einwohnerzahl unserer Stadt be— 
rägt nach der Personenstandsaufnahme vom 15. Okt. d. J. 
5 202 Personen, gegen 64 306 im Vorijahre. 
Gtoßherzoatum Oldenburg und Fürstentum Lübed. 
QEutin, 9. Dez. Grundstüchswechsel. Verkauft 
at die Witwe Ella Bödmann, Bichel, die Landstelle ihres 
erst. Ehemannes mit vollem Inventar an Landmann Hermann 
dceimers in Springhorst bei Nortorf für 163 000 Mu zum 
April 1914. — Vertauscht hat Landmann Lübker, 
„assendorf, eine einige Tonnen groze Fläche Landes an Hufner 
Bittern gegen ein entsprechendes Stück von diesem. — Gast⸗ 
jirt Hopf, Fissau, verkaufte einen Bauplatz an Lehrer Sick. 
— Verhaftet wurde hier ein zugereister Arbeiter, der sich 
uf einer hiesigen Herberge ein Paar Schnürschuhe angeeignet 
aben soll. 
— Schwartau, 8. Dez. Eingebrochen wurde in 
er Nacht zum Sonnabend in das Haus des Ziegeleibesitzers 
zerr⸗Villenkolonie. Der in die Küche einsteigende Einbrecher 
ind aber die Tür verschlossen, so dai er nicht in die Wohn⸗ 
iume eindringen konnte, infolgedessen war die Beute nur 
eringfügis. — Erschossen hat sich Dachdecker Röhr-Klein— 
zarin. Als Beweggrund dürften Krankheit und Zwistig— 
eiten mit den Dorfbewohnern in Frage kommen. — 
ühnglücksfall. Der beim Hofbesitzer Ehlers--Pohnsdorf be— 
häftigte Arbeiter Quistorf geriet beim Dampfdreschen in 
ie Maschine, wobei ihm der rechte Fufj völlig abgerissen 
nurde. Der Schwerverletzte wurde sofrt ins Kranken— 
aus Lübec überführt. — Schöffengericht. Arbeiter 
Bi. aus Schwartau nebst Frau und Tochter wurden wegen 
emeinschaftlicher Körperverletzung, und zwar Wi. zu 20 M, 
hefrau und Tochter zu je 10 MGeldstrafe verurteilt. — 
andmann Pe. in Scharbeutz erhielt wegen Mißhandlung des 
andmanns Kö. 15 MGeldstrafe. F 
J )O Sülel, 9. Dez. Ueberlandzentrale. Ueber 
zinführung der elektrischen Energie in der Gemeinde Süsel 
eferierte hier im Bredeschen Lokal Sonnabend Diplom-Ing. 
zoigt-Eutin als technischer Beirat des Landesvorstandes. Die 
dosten des Ortsnetzes für Suͤsel wurden auf etwa 5000 M 
eranschlaat und die Rentabilität berechnet nach einem Preis 
ür Licht von 50 Pfg. und für Kraft von 25 Pfa. für die 
dilowattstunde. Selbst bei einem Preis für Licht von 55 Pfg. 
erde die elektrische Lichtquelle nicht teurer als Petroleum bei 
1 Pfg. für das Liter. Der Preis far die Einrichtung einer 
. 
Lichtstelle wurde auf 180 Mberechnet. Maschinenfabrikbesitzer 
Dreessen⸗Bhf. Gleschendorf sprach dann über die Installierung. 
K. Ahrensbök. 9. Dez. Die Meisterprüfung 
estanden in Kiel die Bäcker Dohse und W. Reher von hier. 2 
der Militärverein bewilligte in außerordentlicher General⸗ 
ersammlung am Sonntag wieder für seine Weihnachtsbescherung 
ür die Kinder der Kameraden 150 M, für die Unterstützung 
In Witwen bis zu 75 M. Die Waisen werden aus einer 
esonderen Kasse bedacht. Die Kameraden haben mit ihrer 
ramilie freien Eintritt. Der Geburtstag des Kaisers soll am 
77. Jan. durch Theateraufführungen und Ball gefeiert werden. 
Lauenburg. 
SD Sandesneben, 9. Dez. Von der Ueberland— 
entrale. Nachdem vor acht Tagen die Hauptleitung 
er Ueberlandzentrale von Sirksfelde über Sandesneben, Schip⸗ 
orst. Steinhorst nach Siebenbäumen unter Strom gesetzt 
rurde, ist jetzt als erstes Ortsnetz das der Gemeinde Schiphorst 
ngeschlossen worden. Eingeschaltet wurde zuerst die Haus— 
nlage des Amts⸗- und Gemeindevorstehers Rundshagen; dann 
»lgten die übrigen, bis auf die, die noch keine Lampen hatten 
inbringen lassen. Alles funktionierte tadellos. Die eleltrische 
ztrahenbeleuchtung wird als besondere Annehmlichkeit emp⸗ 
inden werden. — Militärkonzert. Sonntag gab die 
tapelle des Schleswig-Holst. InfRegts. Nr. 163, Neumuünster. 
n„Lauenburger Hof“ ein Konzert, das sich zahlreichen Be—⸗ 
uches erfreute. Ein noch stärker besuchter Ball beendete den 
Ibend. 
Köthel, 9. Dez. Münzenfund. Der Sohn des 
zemeindevorstehers Bubertz fand eine alte silberne Münze. Die 
dorderseite trägt den österreichischen Doppeladler mit der In— 
hrift: „Ferdinandus II. Rom. Imp. Semp. august 1620“. Die 
rückseite zeigt ein Kreuz mit einem Adler, die Inschrift lautet: 
„Moneta Rei publ. Francfortensis“ 
Großherzogilimer Medlenburg. 
Schwerin, 9. Dez. Abnahme der Störche. Wäh— 
end im Jahre 1901 in Medlenburg 3094 Storchnester gezählt 
purden, sind jetzt nur noch 1072 bewohnte vorhanden. Der 
ßerein von Freunden der Naturgeschichte bedauert das Aus⸗ 
ottungssystem der Jäger. 
Rostock, 9. Dez. Das Großherzogspaar in 
Zost ock. Der Großherzog begab sich Sonnabend morgen kurz 
ach 8 Uhr mit seinen Jagdgästen, dem Herzog Paul Friedrich 
ind dem Prinzen Heinrich, Reutz, 38, im Automobil wiederum 
n das Gelbensander Jagdgehege. An der Jagd beteiligten 
ich zehn Schützen. Erlegt wurden 14 Sauen, von denen sechs 
‚er Großherzog zur Strecke brachte, sowie zwei Stücke Wild. 
die Großherzogin verbrachte den Vormittag in Rostock 
ind machte verschiedene Einkäufe. Mittags gegen 12 Uhr begab 
ich die Grohherzogin mit der Hofdame Gräfin Kanitz 
m Automobil nach Gelbensande und nahm dort am Waldfrüh— 
tück, sowie an der Nachmittagsjagd als Zuschauerin teil. Nach— 
nittags, mit dem Zuge 4,40 Uhr, kehrte das Großherzogspaar 
»on Gelbensande nach Schwerin ?zurück. 
— Schönberg, 8. Dez. Die goldene Hochzeit 
eierten Kaufmann Hundt und Frau in Carlow. Die Jubilare 
atten sich den ihnen zugedachten Ehrungen durch eine Reise ent— 
ogen. Durch Pastor Frehse ließ der Großherzog dem Ehe— 
aar ein Glückwunschschreiben und sein Bildnis überreichen. — 
Berkauft wurde das Grundstück des verst. Zimmermeisters 
VBestphal an Baugewerksmeister Otto, Dargun, für 37000 M 
ind das Gewese Ecmanns an Kaufmann Tretow, Berlin, fur 
7000 M. — In der Generalversammlung der 
Zarlower Spar- und Darlehnskasse wurde bekannt 
segeben, daß die Kasse im letzten Halbjahr einen gedeihlichen 
Tufschwung genommen habe. Man beschloß, vom 1. Jan. 1914 
in den Zinsfuß für Spareinlagen auf 400 und für laufende 
dechnung auf 3124 00 zu erhöhen, dagegen für Darlehen 
egen Hinterlegung von Hypotheken und Wertpapieren und für 
arlehen gegen Bürgschaft 414 00 zu nehmen. Bisher wag der 
zinsfuß für alles 00 niedriger gewesen. Zum Schluß wurde 
in Schreiben über die öffentlichen Lebensversicherungsanstalten 
n Deutschland verlesen. 
ss Grevesmühlen, 9. Dez. Seine Abschieds⸗-— 
redigt hielt Sonntag Pastor Ped. Damshagen, der 43 Jahre 
a großem Segen in der dortigen Gemeinde gewirkt hat. Aus 
züte und Verehrung schenkte die dankbare Gemeinde ihrem 
heidenden Seelssorger einen kostbaren Gehpelz, zu dem die ganze 
zemeinde ohne Ausnahme ihr Scherflein beigetragen hat. 
zastor Ped nimmt seinen Wohnsitz in Rostock. Er ist ein 
enauer Kenner des Klützer Winkels und ist weiteren Kreisen 
urch seine Geschichte des ‚Damshäger Baches“ rühmlichit be— 
annt geworden. — Der Kriegerverein zu Diedrichs- 
agen feierte den Tag von Loigny am Freitag durch einen 
zereinsball. — Der Verein ehemaliger China- und 
ufrikakrieger für Lübeck und Umgegend haätte 
m Sonntag im Deutschen Hause einen Vortragsabend zum 
zesten solcher Tropensoldaten veranstaltet, die als Krüppel 
nd Sieche in ihr Vaterland zurücklehren mußten. Zunächst 
ielt der Vereinsvorsitzende einen Lichtbildervortrag über „ZJehn 
'ahre mit der kaiserlichen Schutztruppe durch Südwestafrika“. 
odann führten 16 ehemalige Mitkämpfer zehn lebende Bilder 
iit verbindendem Text von Freifrau v. Liliencron vor. Ein 
Feil des Ueberschusses kommt der Unterstützungskasse des hiesigen 
riegervereins zugute. Am Nachmittag fand eine Vorstellung 
ir die Schule statt. — Der evangelische Arbeiter— 
erein hielt Sonnabend einen Familienabend ab, wobei 
Ix. Mennanga Erlebnisse aus dem Kriege 1870/71 vortrug 
nd Arbeitersekretär Timm. Schwerin, einen Vortrag über 
Koöchlurse im Verbande“ hielt. Zwei neue Mitglieder wurden 
ufgenommen. Sonntag sprach Timm im Wüstenmarler Ver— 
in. — Verkauft hat Bauunternehmer Bambowsky sein 
‚on den Rassauschen Erben erstandenes Hausgrundstück, Bahnhof⸗ 
raße, für 5300 Mäan Arbeiter Baumann zum 1. Jan. 1914. 
»xRehna, 9. Dez. Unser Vostamt III. Klasse 
oßird zum 1. April 1914 in ein solches II. Klasse umgewandelt. 
Bostsekretär Bartel, der 30 Jahre hier Dienst tut, wird zu 
enem Zeitpunkt versetzt werden. — Die Meisterprüfung 
estand in Schwerin die Putzmacherin Alma Klingenberg, zurzeit 
a Firma Ramelow hierjselbst
	        
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