Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausgabe . 
Sonntag, den 7. Vaoember 1913. 
der 100jaͤhrige Gedenktag des Kampfes bei 
Bornhöved. 
1813. — 7. Dezember. — 1913. 
Von Detlefs Thedens. .8 
Machdrucd verboten.) Bornhöved, 6. Dez. 
An Sonntag, dem 7. Dez., findet in Bornhöved die 100iähr. 
Gedenkfeier des Kampfes im Jahre 1818 statt, zu der eine Ab- 
ordnung des schwedischen Husarenregiments Kronprinz und zahl⸗ 
reiche Vereine der Nachbarstädte erscheinen werden. In ihrer 
Anwesenheit wird ein Gedenkstein errichtet. — Die geschichtlichen 
Breignisse, die den Anlaß zu dieser Feier gaben, sind folgende: 
Nachdem Dänemark am 10. Juni 1813 das Bündnis mit Na— 
polcon J. erneuert hatte, erklärte es am 8. Sept. an Schweden, 
am 22. Okt. an Rußland und Kreußen den Krieg, trotzdem das 
Flück den Korsen seit der Vöolkerschlacht bei Leipzig verlassen 
hatie. Der Kronprinz Karl Johann von Schweden näherte sich 
mit einer ansehnlichen, aus Russen, Schweden, Preußen und Han— 
noveranern bestehenden Macht den Grenzen unseres Landes, um 
hier in Schleswig⸗Holstein die Dänen zu bezwingen und dann 
Norwegen an sich zu ziehen, das von 16971814 zu Dänemark 
gehörte. Ihm standen 18000 Franzosen und 12000 Dänen, 
meistens Schleswig⸗Holsteiner, gegenüber. Nach verschiedenen Ge— 
fechten in Mecklenburg und Lauenburg brachten sich die Franzosen 
am 83. Dez. unter dem Marschall Eckmühl hinter den Wällen von 
Hamburg in Sicherheit und überließen die dänischen Schleswig⸗ 
Holsteiner ihrem Schicksale. Die verlassenen dänischen Truppen 
unter Anführung des Prinzen Friedrich von Hessen, des Sohnes des 
schleswig-holsteinischen Statthalters, waren kaum über 9000 Mann 
stark und lonnten, wenn auch mit Hilfe des vom Herzoge v. 
Holstein⸗Bäck befehligten Landsturms, das Land nicht gegen den 
heranrückenden Feind schützen. Es gab nun keinen anderen 
Ausweg, als sich in die Festung Rendsburg zu werfen und sich 
daselbst so lange zu verteidigen, bis daß Verstärkung aus dem 
Königreich Dänemark herangezogen werden bonnte. Aus der 
Linie Oldesloe — Lübeck sollte nun der Rüczzug stattfinden. Des 
Terrains wegen war dieser aber auf dem nächsten Wege über 
Segeberg — Neumunster — Nortorf schwierig, und so wollte man 
ihn über Segeberg —,Bornhöped—Kiel nach Rendsburg aus— 
führen, da hier damals die Verkehrsverhältnisse wesentlich gün— 
tiger waren. Prinz Friedrich von Hessen begab sich am 5. Dez. 
1813 mit einigen Bataillonen Infanterie von Lübeck nach Ol— 
desloe, während die Franzosen in Lübeck mit den Schweden eine 
Uebereinkunft trafen und abzogen. Der in SHolsstein aufgebotene 
Landsturmt umfaßte alle Mannschaften im Alter von 19-50 
Jahren. Nach der Uebergabe von Lübeck verließen die Franzosen 
unter dem General LAllemand und die Dänen abends 9 Uhr 
die Stadt und richteten ihren Marsch unter strömendem Regen 
und in tiefdunkler Nacht nach Segeberg, wo sie am anderen 
Morgen eintrafen. In derselben Nacht hatte sich auch Prinz 
Friedrich von Hessen mit den übrigen Dänen dahin begeben. 
Von Segeberg ging es nach Bornhöved, bei welchem Zuge 
die aus Lübeck gekommenen Truppen die Nachhut bildeten und erst 
am anderen Tage ihren Rückzug aus diesem Orte fortsetzen 
ollten. Am 7. Dez. 1813 erreichten die Franzosen und Dänen 
Bornhöved. Allein, hier wurden sie von einer schwedischen Hu⸗ 
arenabteilung des Regiments Kronprinz unter dem Befehlshaber 
o. Cederström mit Erfolg angegriffen und aufgehalten. Die 
schwedische Abteilung kämpfte mit äußerster Tapferkeit gegen die 
weit überlegenen Truppen, so daß sie 5 Offiziere und 200 
Tote und Verwundete verlor, während die vereinigten Franzosen 
und Dänen nur 100 Mann und 2 Kanonen einbüßten. Nur 
nach den größten Anstrengungen gelang es den Dänen, sich freie 
Bahn zu schaffen und ihren Weg über Plön und Preetz nach 
Kiel fortzusetzen. Da sich durch die Propstei und über Plön 
und Preetz 15 000 Schweden näherten, zogen sich die Dänen 
über Sehestock in die Festung Rendsburg zurück. — Wenn es auch 
dem Häuflein der Schweden nicht gelang, das dänische Heer auf— 
zuhalten, so verdient doch ihre heldenmütige Tapferkeit die 
vollste Anerkennung der Mahmelt Aus dem Grunde erscheint di⸗ 
Errichtung eines Gedenksteines zu ihrer Ehre in Anlaß des 100jähr. 
Gedenktages wohlberechtigt. Von dem schwedischen Regiment 
verden sich insgesamt 100 Mann an der Zentenarfeier betei— 
igen, und zwar 35 Offiziere, 17 Unteroffiziere, 14 Gefreite und 
14 Mann. Oberst v. Cederström wird einen Bronzekranz am 
Ddenkmal befestigen mit der Inschrift: „Den bei Bornhöved am 
J. Dez. 1813 gefallenen Kameraden zum Gedächtnis. 7. Dez. 
913. RKönialiches Schmodisches Kronpriniaren-Reqgiment.“ 
Aus den Nachbargebieten. 
Schleswig⸗Holstein. 
Gr.-Boden, 7. Dez. Hundertiahrfeier in Gr.⸗ 
Boden. Die Ortschaften Klein- und Groß-Boden haben 
Donnerstag die hundertste Wiederkehr des Gefechtstages von 
sroß⸗-⸗Boden würdig begangen. An der Straße nach Steinhorst, 
wo damals das Gefecht zwischen den dänischen Truppen, die zum 
zrößten Teil aus Schleswig-Holsteinern bessanden, und den Ver—⸗ 
zündeten stattfand, ist ein schöner Gedenkstein aus Findlingen er⸗ 
richtet. Eine Marmortafel trägt die Inschrift: „Zur Erin⸗ 
terung an den 4. Dezember 1813. Gestiftet vom Militärverein 
ziebenbäumen und Umgegend. 4. Dezember 1918.“ Dieser 
denkstein wurde in einer schönen Feier enthüllt. Nachdem ein 
yackelzug abgehalten worden war, versammelte man sich an dem 
inter einer alten Eiche stehenden Denkmal. Der Vorsitzende 
»es Militärvereins von Siebenbäumen, Gemeindevorsteher 
Rohrendorf (Siebenbäumen), hielt eine Ansprache, die mit 
inem Kaiserhoch schloß. Namens des Lauenburgischen Kreis— 
riegerverbandes sprach Schräͤger (Ratzeburg), worauf die 
zülle des Denksteins fiel. Drei Ehrensalven der Gewehrsektion 
röhnten darauf über das Hügelland. Bei der Abendfeier im 
zaale von Röhrs' stand die Gedenkrede des Lehrers Schnack 
m Mittelpunkt. An der Hand eines großen Gefechtsplanes zeich— 
ete er den Gang des Gefechts von Groß-Boden. Die Grüße 
es Lauenburgischen Kriegerverbandes überbrachte Denker (St. 
Heorgsberg)h, die des Stormarnschen Verbandes Dr. Höf-— 
ing (Oldesloe). Gemeinsame Gesänge umrahmten die Feier. 
Kiel, 7. Dez. Eine dreizehnjährige Brand— 
tifterin wurde von der Strafkammer zu einem Jahr Ge— 
ängnis verurteilt; doch belschloß das Gericht, sie der bedingten 
Zegnadigung zu empfehlen. Das Mädchen hatte am 23. Sept. 
as Haus des Landmannes Hermann in Bokbsee, in dessen Haus— 
jalt es schon seit sieben Jahren beschäftigt war, in Brand gesetzt 
und erheblichen Schaden angerichtet. Die Angeklagte leugnete 
anfangs, legte dann aber ein Geständnis ab. 
Lauenburg. 
B. Güster, 7. Dez. Niedergebrannt ist der Alten— 
eilkaten des Vollhufners Egge. Die Nachbargebäude konnten ge— 
chützt werden. Das Gebãude wurde vom Arbeiter Drexel be— 
vohnt; er sowohl wie seine Frau waren im Dorfe. Außer dem 
Hebäude sind die Maschinen und Wagen Egges, sowie das Mo— 
ziliar und einiges Vieh des Bemohnors aufgebronnmf 
Kauft am Platze. 
Der Monat, da der Winter seinen Einug hält, da man 
Weihnachten, das Fest der Liebe feiert, ist wieder ins Land 
gekommen. Mehr als jeder andere wird dieser letzte Monat 
des Jahres zu Einkäufen der mannigfachsten Art benutzt. Gilt 
s doch, seine Kleidung dem rauhen Charakler des Winters ent— 
prechend zu gestalten, gilt es doch vor allem, die Weih— 
rachtseinkäufe zu bewerkstelligen, um seinen Lieben am 
heiligen Abend eine Freude zu bereiten. Da ist bei manchen, 
rotz aller von so vielen schon gemachten schlechten Erfah— 
rungen und Enttäuschungen, noch immer der Glaube verbreitet, 
»aß man von auswärts billiger und vorteilhafter kaufen könne. 
Lockende, auffällige Angebote, blendende Versprechungen rufen 
iese Meinung wach. Leider muß man aber häufig, wenn man 
m Besitz der Ware ist, die betrübende Wahrnehmung machen, 
»aß der Ausfall der Sendung dem glänzenden Angebot in keiner 
Matf⸗ onttavicht Und mar - mal durchgefkostet hat. welchor 
3 —4 
Memoireu“. 
Eine Plauderei, von Hans Lindenberg. 
Vor einer langen Reihe von Jahren erhielt, ich von der 
damals vor allem „durch ihre Mark-Twain-Ausgahen be— 
kannten Stuttgarter Verlagsbuchhandlung Robert Lutz eine An— 
ündigung ihrer mit einigen, Bänden soeben begonnenen „Me— 
moiren⸗Bibliothek“. Dieses Unternehnien sollte, wie der Ver— 
eger, sein Programm formulierte, „alle die Vielen befriedigen, 
die sich für ihre Mußestunden eine ernste, gediegene und, doch 
zugleich wirklich unterhaltende Lektüre wünschten, eine Lektüre, 
die die Mitte hält zwischen Studium und bloßer Unterhaltung“. 
Inzwischen ist die Memoiren-Bibliothek anf rund 60 Bände 
angewachsen, und was der Verlag seinerzeit bei Begründung 
dieses Unternehmens versprochen hat, das hat er pollauf bis— 
ger gehalten. Aus der deutschen, französischen, russischen, eng⸗ 
ischen Jateinischen und italienischen Likeralur haben in der Samm⸗ 
lung Werke Aufnahme gefunden, von denen ein sehr großer 
Teil im gebildeten Pubkum, mit außergewöhnlichem Interesse 
»egrüßt worden ist. Mit sicherem Gefühl für das. was von 
dauerndezn, Wert ist, und mit strengster Ausschaltung alles 
dalh⸗ und Minderwertigen hat der Verlag seine Memoiren— 
Bihliothek zu einem Standardwerk ausgebaut, das greifbaren 
Kulturwert besitzt, unendlich Vielen genuhreiche Stunden bereitet 
hat, und für, die Entwicklung der allgemeinen Biidung von her— 
vorragender Bedeutung, ist. Denn Memoiren gehören zu den 
wichtigsten Bildungsmitteln des Kulturmenschen Unmittelbar— 
keit und Anschaulichkeit zeichnen sie qus, und ganze Epochen, 
u, deren Schilderung der Historiker oder Kulturhistoriker viele 
Bande braucht, werden beim Lesen einer einzigen haratteritt 
chen Selbstbiographie in unmillelbarstem Racherlehen erfat 
ind in ihrem Innersten begriffen. 
5 Da sind z. B. die Memdiren napoleonsscher Offiziere, des 
Ieeeete Marbot. des Marschalls Hacdonalb, oder“ die des 
ueeen Coignet: in ihren Lebenserinnerungen roist sich 
e heschichte der mperiglen Militärmadt Raͤhlebus uß en 
—— — von sarbiger Eindringlichkeit. Vom gegnerischen 
Staudpunkt aus führen die Memoiren eines Generalfeldmar— 
challs Boyen oder das „Deutsche Reiterleben“ mitten hinein in 
die Stimmiungen und, die Begebenheiten, die zu Napoleous 
Sturze führten. Die schwer zu begreifende Weit der Rengiffance, 
mit ihren Prachtbauten, ihrer Kumstllebe, hrer nerhaften Wald 
heit und, Lasterhaftigkeit wird ung nahegerlat id' betständlich 
n den Memoiren des Benvenuto Cellint bnd in den Tagebüchern 
des Mönches Burcardus, der über Papst Alexander VI. be— 
ichtet. Das Weimar Goethes sseht debendig vor uns duf in 
Genasts Memoiren, und die russische Voltoseele erscliet sich 
Ins in. den Erinnerungen zweier Anarchisten; Krapottin, der 
Fürstensohn, und Debogory-Mofriewitsche der Mann aus dem 
Bolt, erzählen ihr Leben im Dienst, der Revolution gFrick- 
ichere Bilder tauchen empor in den Memoiren Bronkers. eines 
Mönches mit zarter empfindsamer Poetenseele, und in des 
Wieners Castelli Erinnerungen, der ein stiller Lebensgenietzer 
vpar. Tatsächliches, Grauenhafles aus modernen Kriegen berichten 
2yan, Rosen, Weressajew; die Kaiferin Katharina II. pfaudert 
hre Geheimnisse aus, und in die französische Fremdenlegion, 
urch, Amerika und Kübag, führt Erwin Rosen uns, ein moderner 
lbenteurer und Romantiker. 
Es ist nicht möglich, hier alle Werke der Memoiren-Bibliothek 
ufzuzählen, ihre Bedeutung in kurzen Worten zu geben. dDie 
rülle des Interessanten ist zu großt Mag dem einen und au— 
ern aber auch dies und das stofflich fern liegen, mag er 
iese oder jene Denkart usw. von sich weisen, selbi dann wird 
rustets das eine in all den Memoöoiren finden und das ist 
mgeheuer wertvoll: das „polle Menschegileeben“, von 
em Goethe uns im „Faust“ spricht. Das allein schon hebt die 
Nemoiren auf ein Nivdeau hinauf, das die Mehrzahl der Un— 
erhaltungsromane, und kagtäglichen Theaterstücke mcht entfernt 
rreicht. Hier meist ein unechtes verzerrles, lonstruertes Bild 
m Leben, d'ort das Leben selbst in seiner unendlichen Fülle, 
nit seinen Gegensätzen, seinem Humor und seinem bitleren Ermt— 
aher auch der unbeschreibliche Genuß heim Lesen dieser Bücher 
er große innere Gewinn, die Erweiterung unseres geistigen 
»rizontktes. Die Sammlung dieser Memoiren ist daher ein 
Internehmen, das man freudig, begrüßen muß und dem mit 
necht, wie die zum Teil sehr hohen Auflageziffern es beweisen, 
ein glänzender Erfolg beschieden war. Wer eine wirklich ge— 
diegene, belehrende, dabei nichts weniger als trockene Lek—⸗ 
üre sucht, die „die Mitte hält zwischen Studium und bloßer 
Interhaltung“, der greife nach diesen Bänden. Die gebildete 
Männerwelt in erster Linie wird finden, daß ihr hier ein Be— 
zdürfnis gestillt wird, das sie schon lange, halh unbewmußt niol⸗ 
ieicht, gefühlt hat 
Die Frauen im Leben Erik Turelsons. Roman 
on Ingelid Edmund. (Verlag von E. Ungleich, Leipzig.) 
Brosch. 3,860 M, geb. 4,50 M. — Ingelid Edmund beschert uns 
dieder einen Roman, der an psychologischer Feinheit und dra— 
ratischer Kraft seinesgleichen sucht. Neben den prächtigen Na— 
urschilderungen, der ergreifenden Handlung sind vor allem 
ie inneren Kämpfe zweier Liebender mit ihrem Hoffen. Harren 
ind Entsagen vortrefflich gezeichnet. Die Liebe Erik Turessons 
u. einer Müllerstochter, die trotz vieler Hindernisse und Zwischen— 
älle, frotz dauernden Getrenntseins nicht vergehen kann, weil 
ie tief und edel und rein war, ist in solch prächtigen Farben 
ind doch so natürlich geschildert, daß wir andächtig lauschen 
ind alles mitzuerleben wähnen. Es ist ein Buch, das uns 
nicht unbefriedigt läßt, sondern zum Nachdenken anregt, ein 
doman, aus dem wir viel Gutes und Edles schöpfen können. 
Bücherschau. 
fee J 
Iatft 
1240 
] 
Morgen⸗-Blatt Kr. 69. 
— — 
Aerger und welche Schwierigkeiten mit einem Umtausch oder ger 
nit einer Verweigerung und Rücksendung der Waren verbünden 
ind, wird wvon dem auswärtigen Bezug seiner Waren, bei dem er 
neistens die Katze im Sacke kaufen muß, für immer geheilt 
ein. Wenn nicht gänzlich unbrauchbar, ist doch die Ware 
chließllich durch die Portokosten oder den Umtausch gegen eine 
indere erheblich teurer geworden, so daß ein Vorteil mit dem 
zesten Willen nicht mehr konstruiert werden kann. Der Be— 
reffende wird daher in Zukunft auswärtige Angebote mit 
zrrößerer Vorsicht prüfen und bald erkennen, daß er am Platze, 
vo er die Qualität der Waren selber prüfen kann, am besten, 
rm praktischsten und zum mindesten auch nicht teurer wie aus—⸗ 
värts kauft. Lübeds aufsteigende Entwickelung 
n den letzten Jahren hat auch einen Mufschwung seines 
ßeschäfttslebens gezeigt, so dah es heute mit jeder 
inderen gröheren Stadt erfohgreich konkur—⸗ 
ieren kann. Warenhäuser und Spezialgeschäfte grö— 
jeren und kleineren Umfanges, allen modernen Anforderungen 
ntsprechend, sind in großer Anzahl vorhanden, so daß den 
öchsten und vielseitigsten Ansprüchen des 
zublikums vollauf genugt werden kann. Aber die 
firmen bedürfen auch, was man nie vergessen sollte, der weit— 
rehendsten Unterstützung und des Wohlwollens 
»er gesamten Bevpvölkerung, sollen sie modern und 
onkurrenzfähig erhalten bleiben. Dazu beizutragen, bietet sich 
ür jeden in diesem Monat der Einkäufe ganz besondere 
Helegenheit. Und sie nicht unbenutzt vorübergehen zu lassen, 
nöge der Zwecdk dieser Zeilen sein. Man braucht wirklich in 
zübeck, wenn man die Anstrengungen und Aufwendungen unserer 
heschäftsleute um die Zufriedenstellung des Publikums in jeder 
zZeaziehung würdigt, nicht weiter noch nach auswärtigen 
ßeschäftsquellen zu suchen. Alles nur irgend Erforderliche, 
Rahrungsmittel, praktische Hausstandsgegenstände, Modewaren 
und Luxusartikel sind in reicher Fülle in den zahlreichen 
Heschäften überall erhältlich. 8 
Darum sollten von dem kaufenden Publikum, so weit nur 
rgend angängig, auswärtige Geschäfte vollkommen gemieden 
werden. Wenn man durch unsere hellerleuchteten Straßen, 
orüber an Läden glitzernder Pracht wandert, oder im Innern 
derselben all die aufgestapelten Herrlichkeiten, die einen anmuten, 
vie die Schätze aus tausend und eine Nacht, schaut und 
rüft, dann kammt man bald zur Einsicht, daß man hier 
um Platze am besten und vorteilhaftesten kauft, was nur 
»as Herz begehrt. Dafür, daß man auch gut und zuverlässig 
ovedient wird, dafür sind unsere rührigen Geschäftsinhaber 
Bürgen. 0 
W. Freiburg i. B., 4. Dez. Gestern veranstaltete der 
hiesige studentische Luftflottenverein eineZeppelin— 
Feier, die von mehr als 1000 Personen besucht war. An 
den Grafen Zeppelin wurde ein Telegramm gesandt, in dem 
nuch darauf hingewiesen wurde, daß der Verein schon drei— 
hundert korporative Mitglieder zählt und Ortsgruppen in 
Marburg, Greifswald, Frankfurt a. M., Leipzig, Gießen und 
Berlin besitzt. Graf Zeppelin sandte aus Friedrichshafen 
olgendes Antworttelegramm: „Herzlichen Dank für die Mit— 
eilung. daß die deutsche Studentenschaft freudig und kraftvoll 
nitarbeiten will, die Entwicklung der deutschen Luftschiffahrt 
und Deutschlands Macht und Größe zu fördern. Das läßt 
nich Alten freudig in die Zukunft schauen, wenn solch hohe Ge— 
innungen die Herzen der deutschen Studentenschaft erfüllen.“ 
LA. Konstantinopel, 4. Dez. Der franzssische Flieger 
Bonnier und sein Begleiter landeten nach ichwieriger Fahrt 
heute in San Stefano. 
DT. Ein von Herrn Krupp von Halbach geschenkter Frei⸗ 
ballon. Herr Krupp von Bohlen-Halbach hat dem Verein für 
Luftschiffahrt in Essenn zum Zwecke wissenschaftlicher Fahrten 
einen 2200 Kubikmeter großen Ballon geschenkt. Der Ballon 
wird den Namen Heinrich Herk“ führen 
zuitfahrt. 
αα 
Rotoro. Vas,ggalante Seitalter in Briefen, 
Memoiren, Tagebüschern, Gesammelt von Rudolf Pechel, 
eingeleitet ‚von Felix Poppenberg. Buchschmuck von Willy 
Pelling. Bongs Schön⸗Bücherei, (Deutsches Verlagshaus Bomg 
vCo. Berlin)e — Wir begrußen es mit Freuden, daß 
das Deutsche Verlagshaus Bong CeCo. mit richtiger Erfassung 
des Zeitbedürfnisses uns ein entzückendes Buch beschert, in 
velchem die wundervolle Welt der Grazie und des Geschmades, 
die in den Stürmen der französischen Revolution unlergegangen 
st, wieder lebendig wird. Nicht als verstaubter und verblichener 
rödelkram, sondern die Menschen selbjit treten auf, die Dämen 
n Reifrock, gepudert und geschminkt, die X geblümten 
ẽrack, mit weißer, bezopfter Perücke, und beginnen noch einmal 
s Leben, das sie vor, 150 Jahren gelebt haben. Das Zauber⸗ 
nittel. durch das diese Toten beschworen werden, sind zeit⸗ 
enössische Dokumente, Briefe, Tagebücher, Memoiren usw., welche 
»on Rudolf Pechel mit großer Sachkenntnis zusammengetragen 
ind von Felix Poppenberg, dem geborenen Schilderer des 
Rokolos, höchst amüsant und aufschlußreich eingeleitet worden 
ind. Mit Staunen erfahren wir qus diesen Blättern, welch eine 
Menge von Schönheit, Geist und Geschmack damals in den Salons 
er europäischen Welt geherrscht hat, und nicht ohne Neid blicken 
pir auf jene Menschen, die das Leben und die Liebe so wunder— 
oll leicht zu nehmen wußten. Der Preis des hübschen Buches 
eträgt nur 2 M. Es ist also vom Verlag dafürt gesorgt, daß 
ziese wertvolle Gabe als köstliches Unterhaltungsbuch und auf— 
—— Kulturdokument ein Ließlingsbuch aller Schichten 
vird. 
Der Kakßentissch. Roman von Viktor von Kohlenegg. 
Verlag Unlstein KCo, Berlin⸗Wien) Preis 3 M.—— 
kine Aufführung von „Tristan und Isolde“ im Berliner Königl, 
)pernhaus bringt den Höhepunkt — neuen Romanes von 
dohlenegg, dex ein Romon der unerfüllten Sehnsucht ist. In 
»er dunklen, Proszeniumslage sitzen der von seiner, Liebe ge— 
eugte Jakob Meynow und die schöne Lotte Gabriel, und, die 
Nelodien, die dort unten das Orchester singt, hallen in ihren 
herzen wieder. Von starker rooe erzählt Kohlenegg. 
on trotziger Abwehr. von bebender Willenlosigkeit, von herber 
Zual und von beruhigtem Verzicht auf ein Glück, das nur ver— 
zessenen Naturen zuteil werden kann, nicht denen, für die am 
datzentisch des Lebens gededt ist. Die ergreifende Geschichte 
dotte Gabriels wird zu einer Huldigung für ihre mädchenhafte 
dartheit und Vornehmheit. Feinsinnig stellt Kohlenegg ihr Schick⸗ 
al dar, und er umaibt sie mit Berliner Szenerien, die in Farbe 
and Stimmung von entzückender Intimität find
	        
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