Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

VRISMXMA MASA2., 
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———— y» 1 6 ——333 1* — P— 558 J — 
12532 51 7* 7 * J* — 4 J— —6 9 —*21 199 96 ———3 8—— 
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6 — XX 
onnabend, den 6. Dezember 1913. 
“ 
Ausqabe 4. 
Moraqgen-⸗Blatt Nr. 617. 
Tagesbericht. 
X Zum Rechnungsrevisor ernannt hat der Senat zum 
J. d. M. den Assistenten Herrn H. C. Fr. Nimphy, bisher bei 
oder Armenbehörde. 
X Ernennungen. Zum 1. d. M. hat der Senat zu Assi⸗ 
tenten ernannt die Kanzlisten Herren K. H. Fr. Timme und 
3. 8. P. W. Lehmitz bei der Armenbehörde, und zu Kanz⸗ 
listen die Bureaugehilfen Herren P. H. K. Behrmann 
hei der Behörde für Travemünde und Herrn J. H. G. HSuer⸗- 
amp beim Polizeiamt. 
x Eine Versammlung der Bürgerschaft findet am Montag, 
vem 15. d. M., abends 6 Uhr statt. 
V Die Abordnung des schwedischen Husarenregiments „Kron⸗ 
xrinz“ zur Hundertjahrfeier in Bornhöved trifft heute nach⸗ 
nittag zwischen 4 utd 6 Uhr mit dem Dampfer „Oeresund“ hier 
in. Die Ueberfahrt wird allerdings keine besonders schöne 
gewesen sein. Vor 100 Jahren herrschte ein ähnliches Wetter. 
Die beritlene Abteilung der Abordnung wird, begleitet von 
iner Abordnung der Wandsbeker Husaren, Sonntag vormittag 
etwa um 8 Uhr den Marsch über Segeberg nach Bornhöved 
antreten. Die Ankunft in Segeberg wird mittags gegen 12 Uhr 
erfolgen. Vor dem Solbadpark geben die Wandsbeker Offi⸗ 
iere ihren schwedischen Kanreraden ein Frühstück. Der Reitera- 
ug zur Einholung der schwedischen Gäste, der von einer An—⸗ 
zahl Segeberger Herren geplant war, fällt nun natürlich, nach- 
dem auf Befehl des Kaisers das Wandsbeker Offizierkorps 
die Begleitung übernommen hat, fort. Der nicht berittene Teil 
der schwedischen Regimentsabordnung wird am Sonntag vormit« 
cag gegen 11 Uhr mit Sonderzug von hier nach Bornhöved be— 
ördert merden. 
X Konkurs eröffnet ist gestern vormittag 10 Uhr 40 Min. 
über das Vermögen des Flußschiffers F. M. H. Stühff. 
zum Konkursverwalter ist Herr Rechtsanwalt H. Brehmer II 
nannt. 
8 Vom Therater. Unser Lübecer Landsmann Carl Wasack 
m Riga schreibt über drei ehemalige beliebte Lübedeer Künstler 
Larl Strätz (unter Direktor Erdmann-Jesnitzer Mitglied 
des alten Lübecker Stadttheaters in der Spielzeit 1897/98), 
sßeorg Fabian (1911 71913) und Fina Widhalm 
1911/12), beide Mitglieder des neuen Lübecker Stadttheaters 
inter Direktor Fuchs, anläßlich einer Aufführung von Wag— 
iers „ßFötter dämmerung“ im Rigaer Deutschen Theater 
n der Rigaer Rundschau folgendes: „Mit Ausnahme der Herren 
Strätz und Fabian beteiligten sich an der Wiedergabe des gran— 
diosen Werkes durchweg bekannte Kräfte. Unter ihnen seien 
als Vertreter größerer Partien die Damen. Frl. Widhalm 
(Gutrune), Ulrich (Waltraute) sowie die Herren Mergelkamp 
Günther) und Aigner (Alberich) rühmlich genannt. Herr 
Strätz, der im letzten Akt sein Unwohlsein bekannt machen ließ, 
ang seinen Siegfried mit Tonwärme und geschmackvollem musi— 
alischen Empfinden, den Rhythmus hätte er mitunter noch ener—⸗ 
aischer schärfen und beleben dürfen. Seine im ganzen gut ge— 
roffene Darstellung wird er noch in einzelnen Momenten 
zenauer kontrollieren müssen. Einen vortrefflichen Hagen stellte 
herr Fabian auf die Szene. Er ging bei seiner Hinstellung etwa 
oon den Worten aus, die der Dichter des Werkes dem Sohn 
Alberichs nach dem Blut-Brüderschafts'chwur in den Mund ge— 
teat:? 
„Mein Blut verderb euch den Trank! 
Nicht fließt mir's echt —⸗* 
und edel wie euch; 
törrisch und kalt 
tocht's in mir; 
micht will's die Wange mir röten.“ 
Finster und düster wie seine trefflich gewählte Maske, war 
iuch die Charakterisierung, die Herr Fabian seinem Hagen gab: 
ahl, frostig und dämonisch. Einen sehr wirksamen Augenblick 
hatte er bei der Stelle, da Brünnhilde ihm verriet, wo Sieg— 
ried todeswund zu treffen sei. Ein gleißendes, unaufdringliches, 
iber unheimliches Rachetriumphieren glitt hier über seine Züge 
dahin. Genug, ein intelligenter, „singender Darsteller“, dessen 
Rolle Zielbewußtsein und das Gepräge des Individuellen er— 
hielt“ — Oscar Springfeld schreibt in einer anderen 
Rigaer Zeitung über die Herren Strätz und Fabian fol— 
gendes: „Herr Strätz setzte die Vollkraft seines Könnens für 
ie Rolle des Siegfried ein. Das schöne Organ be:wang die 
heldenhafte Partie aufs glücklichste und wußte, trotz leiser In— 
»isposition im dritten Akt, der großen Erzählung und Sterbe— 
zene einige tonliche Schönheiten abzugewinnen. Die Darstellung 
»etonte mit Geschick das heitere Naturell des Wälsungen⸗ 
prosses. Kommen wir zu Herrn Fabian, so muß ich sagen, seit 
Jahren keinen so eigenartigen Hagen gesehen zu haben, wie 
gzerade gestern. Als finstern Dämon, dem nächtlichen Heer Hellas 
zutstiegen, voll wütenden Hasses auf Götter und Menschen, voll 
Spottlust und Rachedurst, so charakterisierte Fabian seine Rolle 
qurch äußere Gestalt und Mimik: Wichtige Worte Hagens, wie 
„Meineid rächt ich“ oder „ja denn ich, Hagen, schlug ihn (Sieg⸗ 
ried) zu Tod“ wurden mit unheimlicher Schärfe gesprochen, was 
die fesselnde Wirkung der interessanten Gestaltung wese tlich ver— 
tärkte.“ — Die Regie führte Oberregisseur Feld ner, der als 
Mitglied und Regisseur des Wilhelmtheaters in Lübed unter 
Direktor Feldhusen ebenfalls wohl noch unvergessen ist. 
Neue Lübeder Lustiachten. Nach den offiziellen Mit— 
eilungen des Deutschen Segler-Verbandes vom 20. Nov. 1913 
ind propisorisch in das Register eingetragen unter Re isis 
Jacht „Leda“ und als Eioner (G. Bertheat Sid. W 560), 
unter Nr. 1816 Jacht „Anrigal und als Eigner B. Sloß 
L.i. d. W. 24,99), unter Nr. 1817 Jacht „Lom III“ und al— 
kigner E. Johannsen (E. i. d. W. 1050), unter Nr. 1818 Jacht 
„August Bars“ und als Eigner A. Bars (L.i.d.W. 9), 
inter Nr. 1819 Jacht „Goa“ und als Eigner C. Zierold 
L.i.d. W. 10), unter Ni. 1823 Jacht „Estrella 119 und 
ils Eigner E. Tscharnke (L.i.d. W. 5482) Ddie Eigner sind 
ämtlich Mitglieder des Segel-Vereins Lubeca; als Heimat—⸗ 
hafen aller dieser 6 Jachten ist Lübeck angegeben. 
Sterblichkeitsssatistil. In der Woche vom 16. bis 
22. Nov. sind nach den Verösfentlichungen des Kais. Gefund— 
heittzamtes von je 1000 Einwohnern, auf das Jahr berechnet, 
als gestorben gemeldet in: Aachen 12.8. Altona 14.0. Augsburg 
10,8. Barmen 8,8, Berlin 11,7, Ber n⸗t nverg 10,4, Berlin⸗ 
Bilmersdorf 9,7, Bochum 16,3, Braunschweig 17,3, Bremen 13,3, 
Zreslau 16,9, Charlottenburg 15,7, Chemnitz 13,3, Danzig 
O,3, Dortmund 11,8, Dresden 12,15 Duisburg 11,3, Düssel- 
rorf 11,8, Elberfeld 11,4, Erfurt 6,7, Essen 10,2, Frankfurt 
m Main 8,8, Gelsenkirchen 13,5, Halle 16,68, Hamborn 13,1, 
damburg 13,6, Hannover 9,3, Karlsruhe 9,2, Kassel 8,15 
diel 10,8, Köln 18,4, Königsberg 18,4, Krefeld 7,9, Leipzig 
1,8, Lübed 13,6, Magdeburg 11,4, Mainz 17,2, Mannheim 
2,4, Mülheim a. d. R. 13,2, München 14,4, Neukölln 89,3, 
dürnberg 11,3, Plauen i. V. 12,2, Posen 15,6, Saarbrücen 9,75 
Stettin 13,1, Straßburg 11,5, Stuttgart 14,7, Wiesbaden 
13,3, London 13,5, Paris 15,9, Wien 12,9. 
Die Kieler Sandelskammer gegen das Fehmarnprojelt. 
Ddie Kieler Handelskammer verhandelte Mittwoch in 
»er Angelegenheit der Verbindung Hamburg — Ko— 
enhagen und fahßte eine Resolution, der zufolge sie sich der 
zoffnung hingibt, daß unter Ablehnung der Bestre— 
ungen des Fehmarn-Komitees im wirtschaft— 
ichen und nationalen Interesse der Provinz 
ine Verbesserung der Linie Hamburg—Kiel— 
dopenhagen durchgeführt werde. 
*Ausländische Schwindler. Die Norddeutsche Allgemeine 
zeitung schreibt: Die vielerorts in Deutschland herrichende 
hwierige Lage des Hypothekenmarktes machen sich ausländische 
ẽæchwindler zunutze, indem sie durch Annoncen in den deutschen 
zeitungen zu äußerst vorteilhaft aussehenden Bedingungen hupo— 
hekarische Darlehen anbieten. Die Gewährung des Geldes wird 
edoch von dem Gutachten eines ausländischen, von dem Geld— 
eber bestimmten Sachverständigen über das zu beleihende An— 
vesen abhängig gemacht, wofür in der Regel Vorschüsse von 
000 bis 3000 Mugefordert werden. Nach Zahlung des Vor— 
chhusses reist der „Sachverständige“ auch in der Regel nach 
deutschland und erstattet sein meistens nicht ungünstiges Gut— 
ichten. Trotzdem verweigert hernach der angebliche Geldhaber 
as Darlehen, und der Geldsuchende kann froh sein, wenn er 
berhaupt die für das Beleihungsgeschäft eingereichten Unter— 
agen, wie Katasterauszüge, Feuerversicherungspolicen usw. wieden 
urückerhält. Gegenüber den vielfach von Paris ausgehenden 
heldangeboten der in Rede stehenden Art ist daher die größte 
ßorsicht geboten und es ist dringend zu raten, vor dem 
kingehen auf ein solches Angebot durch eine gute deutsche 
zank oder ein gutes Auskunftsbureau sorgfältige Erkundigun— 
en über die sämtlichen Beteiligten (Vermittler, Geldgeber, 
zachverständigen usw.) einzuziehen. Auch die deutschen Han— 
elskammern und die zuständigen Kaiserlichen Konsulate werden 
ielfach in der Lage sein, auf Grund bereits vorliegenden Ma— 
terials deutschen Interessenten. die sich an sie wenden. Rat 
u erteilen. 
*Säüngerbundesfest 1914. Der Hauptausschuß für das 
iächste Niedersächsische Sängerbundesfest, das 1914 in Rends— 
»urg gefeiert werden soll, hat als Hauptfesttag den 28. Juni 
estimmt. Als Festplatz ist die unmittelbar neben dem Bahn⸗ 
sof belegene Königskoppel ausersehen. Hier soll eine im 
leußeren einfache Festhalle, die für 2000 Sänger und 2500 
zuhörer Raum bietet, mit einem Kostenaufwand von 20 000 M 
rrichtet werden. 
Beim Postschedamt in Hamburg waren Ende November 
149 Kontoinhaber vorhanden. NAuf den Postschedkonten sind 
n diesem Monat gebucht worden 125 337 000 Gutschriften, 
garunter 780 778 Einzahlungen mit Zahlkarte über 10 660 006 
Rark und 56577 Uebertragungen über 45 653 000 M. Die 
allschriften betrugen 125 303 000 M. darunter befanden sich 
9499 Kassenscheds über 14828 000 yn, 5467 im Reichsbank⸗ 
irz und Abrechnungswege beglichene Auszahlungen über 
6131000 M, 57595 über 31997 000 
Rark und 53975 Uebertragungen über 82 640 ö 
esamtumsatz im Monat Nodemder betrug hiernach 250 639 000 
Nark, davon wurden bargeldlos abgewidelt 124 424 000 M 
der rund 50 v. H. Das Gesamtgulhaben der Kontoinhaber 
es Vostscheckamts machte am Monalsschluß 108 Millionen aus 
(0) Sltadtteil Schlutup. Rasch tritt der Tod den 
Nenschen an. So erging es am Donnerstag dem Mühlen—⸗ 
esitzer und Gastwirt W. Tiemann, einem Manne, der noch im 
esten Mannesalter stand. Er befand sich bei H. Vetter auf 
er Kegelbahn und nahm am Preiskegeln teil. Es gelang ihm 
och, mit vier Wurf 34 Holz zu werfen, unterhielt sich darauf 
mige Minuten mit einem der anwesenden Herren und stürzte 
ann plötzlich, vom Schlage getroffen, tot zu Boden. Tiemann 
bar eine bekannte und beliebte Persönlichkeit und ein tüchtiger 
ßeschäftsmain; verheiratet war er nicht, er hinterläßt eine 
moersorgte Schwester, die ihm bisher den Hausstand führte. 
b. Ein Wohltät'gkeitslonzert zum Besten einer Weihnachts⸗ 
escherung für arme Kinder findet heute abend im Café 
pera statt. Neben der Salon-Kapelle Max Hintz wirken mit 
err Direktor Ernst Albert und vom hiesigen Stadttheater 
irl. Hedwig Wolter und Herr Edgar Pauly und ferner Herr 
zofschauspieler Emil Blöß 
— 
ihn ergangenen Wünschen entsprechend wird auch Hegars Preis⸗ 
hor vom 4. Kaiser⸗Wettsingen 1813 wieberum gesungen 
verden. Der imposante Chor wird immer seine starket en 
ungen haben, auch zu anderen Zeiten als in dem erinnerungs⸗ 
reichen Jahre 1913. 
b. Imn Luftschiff über Samburg. Lübed, Schleswig⸗-Hol⸗ 
tein. Seit Zahr und, Tag sinde die Zeeline fte den 
Zuühedern wohlbekannte, Erscheinungen, uͤnd ht gering wird die 
zahl derjenigen sein, die sehnsuüchtigen Bliaes den stolzen Luft⸗ 
eglern gefolgt sind. Wie muß die liebe Heimat aus- 
nehmen, wenn aus diefer, Hoͤhe Walder und Wiegsen Flüsse 
ind Seen dahingleitene Nun it euerdinge auf Veranlassung 
er Deutschen Luftschiffahris AN.G.ein imeressanes uerarhes 
Anternehmen entstanden. Ini Stuttgerter Kunstverlag von 
gustav Eyb erscheinen eine ünzahl Buͤther dien hie t don 
ben gesehen Fchildern. Die jungste Erscheinung in vber Reihe 
ieser Veröffentlihungen wird nun gerade in amburg unde 
Janz Schlesmig-Holstein das iebhafteste Interesse hervorrufen 
d ragt, den, Titel Im, Luftschiff über Sanvurge Lübeg 
chleswigeHolstein“ Das Buch führt uns unsere Vaterstadt, 
gre Fgchbarstadt, den Lauf der Eibe, die Hohleinische Sanen 
ie Kieler Bucht und manche andere ung gut vertrante San⸗ 
inter einem ganz anderen Gesichtswinkel vor Augen. Das 
eue, Buch, das Einem Hohen Senat der freien Hansestad 
Zamburg gewidmet ist, umfaht 250 Drudfeiten mi 160 photo⸗ 
zraphischen Aufnahmen, 240 Kunstheilagen und einen Situatine- 
Jan. Es geleitet uns über Hamburg und Umgegend, Lübed, 
atzeburg. den Sachsenwald, Kiel die hoeimsae Schweiz usw. 
ie Einleitungsartikel haben der Fahrtleiter der Delag, Direttor 
r. Hugo Edener, und Herr Prof. Dr. Karl Endriß geschrieben, 
ie Munteren Reiseylaudereien ruͤhren von der Hamburger Schrift, 
ellerin Ehe Grüttel her, und auch die amflichen Stelten der 
ztädte und Landschaften haben werivolles Maerial uhesteuert 
ie — Illustrationen dürfen gis ein Triumphber künst 
zrifchen Rexrodultion geiten; es ist Reuland, das sig die be 
ographie hier siegreich erobert hat. — Im Luftschiff über 
amhurs, Lübech Schleswig-Holsein“ bielen jedein Lesereig 
Ztündchen etfrischendet und belehrender Unterhaliunge Fsen 
n eder Buchhandlung und in der Geschäftostelte fur iati iale 
Zereine (Abt. 3— Hamburg 6, Tritonhaus. Shanzen⸗ 
trabe 75, zu heziehen Seine Anschaffung setsedem ece 
»er Heimat bestens emnfoen 
o. Kunstgeschichtliche Lichtbildervorträãge. Heute abend 
indet der zweite Vortrag des Herrn Prof v. Lütgendorff statt. 
Besprochen wird der Kampf um die neue Kuns in Deutsch. 
and und Frankreich bis 1830, alfo eine Epoche, in der oft 
zie gegenfaͤtzlichen Richtungen eines A. R, Mengs, eines 
hodowiedi und eines Asmus Carftens in Deutschland, eines 
David, Trudhon Delacroix und Ungres usw. in Frankreich um 
die Vorherrschaft gerungen haben, eine Epoche, in der also 
dünstler von so ausgesprochener Eigenart aufgetreten sind, 
vaß sie uns interessant bleiben mußten, auch wenn wir im ein⸗ 
elnen Fall einen andern Standpunkt einnehmen ai— sie. — 
Der neue Vortragssaal im Gewerbeschulgebaͤude hat sich als 
ehr geeignet erwiesen. Die Lichthilder kommen trefflich zur 
veltung und die Sitzplätze, die nach rüdwärts erhöht sind, er⸗ 
möglichen es, daß man von jedem Platz aus sehr gut jehen kann. 
bp. heder Turnerschaft. Das Schguturnen der beiden 
Jugend⸗Abteilungen findet am morgigen Sountas um 412 Uhr 
oormittags in der Hauptturnhalle siatt, worauf wir besonders 
hinweisen möchten. Erfreuicherweise gewinnt auch das Turnen 
unserer Jugend immer mehr an Bedeutung, und das Schau⸗ 
urnen wird Zeugnis ablegen non dem Fortschrut, der im Jeblen 
Jahre gemacht wurde 
Samestãdte. 
Bremen, 6. Dez. Die Durchbrechung des Zehn⸗ 
pfennigtarifs der Bremer Strabenbahn, die vor 
etwa zwei Jahren mit Hilfe eines übereillen und seitden fort, 
gesetzt scharf bekämpften Beschlufses der Bürgerschaft zustande— 
ekommen ist, bildet immer noch den Gegelftand von Ver⸗ 
uchen zur Rüdgängigmachung. Der Grund aus dem feinerzeit 
die Straßenbahnverwaltung mit Trfolge auf eine Tariferhöhung 
ür die lange Bürger-Line bestenden har war der, daß der 
Zau einer neuen und auf Jahre mnaus noch unrentabten 
Industriehafen-Linie notwendig geworden war. Die vielen 
eoner der Durchbrechung des Zehnpfennigtarifs forderten daß 
ür die Industriehafenbahn bis Zum Eintritt ihrer —RB 
us Staatsmitteln ein jährlicher Zuschuß gezahlt, nicht aber der 
usfall aus den Taschen des die Burger-Linie benuhenden 
Bublikums gedeckt werde. Die Straßenbahnverwaltung erklärte, 
245ß ihr die Wiederherstellung des Zehnpfennigtarifs für alle 
zinten einen jährlichen Einnahmegusfall von 20000 bpis 
Q000 Meubringen werde, daß sie sich aber mit einem jähr— 
chen Staatszuschuß von 18 000 Mbegnügen wolle 8B 
Teputation für die Straßenbahn, die von der Bürgerschaft zu 
inem Bericht hierũber aufgefordert ist. berichiet jehl daß 
ner keinen Umständen staatiiche Mitte! aufge⸗ 
vendet werden dürfen, um den ceinheitlichen Zehnpfennigtarif 
pieder einzuführen. Auf diefem Standpunkt steht auch der 
SZenat, und der entsprechende Antrag der Straßenbahn ist schon 
ibgelehnt worden. Danach ist, wie die Deputation bemeikt, 
ie ron der Bürgerschaft gewünschte Aenderung der bestehen den 
ereinbarungen mit der Straßenbahn nicht möglich. — Die 
ufbringung der Mittelfür dieKorrettion der 
n terweser, veschieht bekanntlich durch die Erhebung der 
„iffahrtsabgabe von den auf der Weser verkehrenden Schiffen. 
ach dem hierfür gültigen Gesfeß waren seit 1910 pon der 
boghe ausgesschlosfen, Teilladüngen, die nach Äuswei— 
er Honnossemente nach oldenburgifchen Unterweserhäfen be— 
immt sind und in demselben Shiffe ohue Umladung über 
Iremen dorthin befördert werden Nun hat Preußen den 
Intrag gestelit, diese Ausnahmebestimmung ausch auf die 
ideet Umnterweserhäfen auszudehnen. Bei den 
dielerlei Abhängigkeitken von den beiden anderen Uferstaaten 
inter denen Bremen bei der Ausgestaitung seines Lebensnerves, 
es Schiffahrtsweges der Weser, zu ieiden hat, erklart die 
Deputation für Häfen und Eisenbahnen. daß der von der 
ewünschten weiteren Ausdehnung, der Ausnahmebestimmung zu 
rwartende Ausfall bei der Schiffahrtsobgabe micht sor groß 
in werde. um sich deshalb dem preußischen Ersuchen gegen⸗ 
ber ablehnend zu verhaiten. Auch xXthofft die Deputation 
von einem Entgegenkommen in dieser Angelegendeif ein Gnt 
regenkommon Mrenkbone in anderen Fingen 
— — 
b. Verein der Mußsitfreunde. Der Solist des 3. Sinfonie⸗ 
nzertes des Vereins der Musikfreunde am Sonnabend, dem 
.Dez., ist der bekannte Jean Gerardy, einer der vornehmsten 
nd elegantesten Cellisten der jungen“ Generation. Er wird 
as Cello-Konzert von Saint-Saens zum Vortrag bringen. 
»en Anfang des Abends wird die „Apentiure“ bilden, 
as bedeutendste und bekannlefte sinfonische Werk unseres 
übeder Landsmannes Carl Grammann, wohl geeignet, den 
1 Unrecht in den Hintergrund gedrängten Komponisten er— 
eut zu Ehren zu bringen. Als Schluß des Ahends wird 
apellmeister Furtwängler die hier seit vielen Jahren nicht 
iehr; gehörte, höchst oridinelse Misitärfinfonie von Jasef Ganna 
1 Gehör bringen. 
b. Volkskonzert des Lübeder Lehrer⸗Gesangvereins. Der 
erein veranstaltet sein altgewohntes Volkskonzert am Sonn⸗ 
g. dem 14. Dez. abends 8 Uhr im Kolosseum. Als, Solist 
der Geiger Herr Max Menge gewonnen, ein ausgezeichneter 
dusiker, der sich in seiner Vaterstadt des größten Ansehens er⸗ 
eut. Auch in Lübeck hat der Künstler miederholf konzertiert 
nd sich durch die Feinheit und den virtuosen Glanz seines 
?piels viele Freunde erworben. Herr, Menge spielt zu Anfang 
darlinis Teufelstriller-Sonate. AÄls Virtuose wird et in dem 
Moll-Konzert von Wimawski die besten Seiten seines 
ünstlertums entfalten fönnen. Den Beschluß bilden keine 
tompositionen neuerer Meister. Der Verein sinat unter Herrn 
dellmrichs Leitung zu Anfang zwei Chöre von Richard Wagner 
nd um Schluß eine Reihe von Volksliedern, darunter auch 
ie stets zur Wiederholung begehrten Phyllis und die Nutler“ 
ind den Abhmarich vön Fang Scimihe Rifenen 
* 
—8 
zu heziehen dureh den hiesigen Weingrosshande
	        
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