Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

„und es wäre, 
r In eter der rzgatter veinngen udebed 
— —BRS———— abweichen w 94 
Jedis r — i ur 
rned dem vorliegenden Antrag die Wah 
Ultig zu erklären. Hn; ne Rücksicht, 
e 
ie Parte I J 73 
dien Hier wihe — sich p eine durchaus ungehörige, 
influüͤssung eines Beamten. 
Wahhee —— Gutl): Vir können uns dem — 
— ddilnetaertlarung nicht anschließen. gon eanee, 
Atusung kann in diesem Falle ernsthaft nicht g — 
verden. it (kons)“ Man kann Dr. Hegenscheidt 
a Ipp 31 ꝛ dinee dae weil er mit seinem Titel 
i —* unterzeichnet hot. Das war sein gutes Recht und 
Inpdeteei widerspruch bet den Sezd 
st guch allg öchte hervorheben, daß 
Aba. Siadthagen (Soz.): Ich möchte h ——— 
s einzelne deutsche Bundesstaaten gibt, in denen a 
ich den Beamten verboten ist, in ihrem Amtsbezirk zu m 
aidieren, weil man darin migewt die schärfste und unzus 
lässigste Wahlbeeinflussung sieht. 
ae wurde die Abstimmung auf Dienstag angec 
Die Wahlen der Abgeordneten Graf v. Shren 58 
kons.) 1 Breslau, Dr. Burckhardt (Wirtsch. Dond r 
aden und v. Bonin (Dtsch. kons.) 5. Köslin e iernn 
rklärt werden. Auch darüber wird die 
Die Wahl des Abgeordneten Haup 
dienstag ausgesetzt. Die h — 
Sozd 8 Wagdeburg ist von der Dablprgunaskon 
n wiederholter Beratung für ungiltig erklärt worden. y 
Von den Sozialdemokraten wird heute beantragt, Beweis 
aruber zu erheben, ob am Stichwahltage in Großwudicke 
zurch einen Amtsdiener dem Wahlvorsteher der Mangel an 
onservativen Stimmzetteln mitgeteilt worden ist, ob dieser 
Wahlvorsteher einem Beisitzer den Auftrag, Stimmzettel für 
den konservativen Kandidaten v. Byern schreiben zu lassen, 
in der Zeit erteilt hat, wo er als Wahlvorsteher fungierte. 
Die Kommission hat diesen Antrag als überflüssig ab— 
gelehnt, da ohnehin die Mehrheit für Haupt bereits nicht 
mehr vorhanden war. 35. 
— * unerheblicher Debatte, an der sich die Abgg. Reißhaus 
(Soz.), Dr. Neumann-⸗Hofer (Fortschr. V.) und v. Veit, 
Dtsch. kons.) beteiligten, wurde die Abstimmung auf Diens⸗ 
tag pertagt. — 
AUber die Wahl des Abg. Reck Mtich. kons.), 6. Gumbinnen, 
ind Beweiserhebungen beantragt. Eine Diskussion findet 
nd statt, die Abstimmung wird ebenfalls am Dienstag er⸗ 
folgen. * 
—* der Wahl des Abg. Kuckhoff (8), 2. Köln, beantragt 
die Kommission, Beweiserhebungen über Protestbehauptun-—⸗ 
en. 
Von den Soziademokraten wird Kassierung der Wahl be⸗ 
antragt. Von den Abgg. Dr. Pfleger und Genossen (8.) ist 
noch eine Ermeiterung der Beweiserhebungen beantragt 
vorden. —EM 
Abg. Dr. Bollert Matl.) sprach sich für Ungültigkeits— 
erklärung aus. 
Damit schloß die Diskussion. 
Die Wahl des Abg. Kopsch (Fortschr. Vpt.) 5. Liegnitz be⸗ 
intragte die Kommission für giltig zu erklären. 
Abg. Dr. Ablaß (Fortschr. Vpt.): In dem konservativen 
Wahlprotest wird darauf hingewiesen, daß in Greifenberg 
er Magistrat die amtlichen Wahlbekanntmachungen in dent 
iberalen,Blatt erlassen hat. Der Prolest beschwert 
ich dann darüber, daß die Wahlbekanntmachungen nicht auch 
n dem befreundeten Zentrumsblatt erschienen sind. Wichtig 
ist dann noch folgendes: Zwischen der Haupt- und Stichwahl, 
begab sich ein konservativer Vertrauensmann, ein Hand⸗ 
werksmeister, zu einem sozialdemokratischen Vertrauens⸗ 
nann und wollte mit ihm ein Stichwahlabkommen treffen. 
Die deutsch⸗konservative Partei hat kürztich eine Erklärung 
eröffentlicht, in der sie solche Machenschaͤften verurteilt. 
Der Beschluß sagt, daß in Zukunft bei solcher Verfehlung der, 
Ausschluß aus der konservaliven Partei stattfinden werde. 
Wir müssen verlangen, daß jedes unlautere Mittel von den 
Angehörigen aller politischen Parieien in der gleichen 
Schärfe verurteilt und zurückgewiesen wird. 
Die Wahl des Abg. Laser (ntl) 5. Gumbinnen wurde 
ohne Debatte erledigt. 
‚vVei der Wahl des Abg. Dr. Cohn-Nordhausen (Soz.) 
L.Erfurt, beantragte die Kommission Giltigkeit, während die 
Fortschrittler Beweiserhebungen befürworten. 
Ohne Debatte wurden dann noch die Wahlen der Abgg. 
ZSosinski GPole) 6. Oppeln und Herzog (Wirtsch. Vag) 
1. Cassel, die für giltig erklärt werden sollen, erledigt. 
Darauf vertagte sich das Haus auf Sonnabend 13 Uhrr: 
Kleinere Vorlagen. 2 
Schluß nach 54 Uhr. 
Tagesbericht. 
Lübeck, 29. November. 
die Konkurse in den freien Städten hamburg, 
Lübeck und Bremen. 
Das neueste Vierteljahrsheft der Statistik des Deutschen 
Reiches bringt lehrreiche Tabellen über die Konkurse des Jahtes 
912. Daraus seien die nachfolgenden, die freien Städte be— 
onders interessierenden Angaben mitgeteili:“ Im Jahre 1912 
vurden in Lübeck angemeldet 39 Konkurse, von denen aber 
3 wegen, Mangel an Masse nicht angenommen wurden, in 
Bremen 84, darunter 19, die aus Mangel an Masse abgelehn 
wurden, und in Samburg 323, darunter 148 abgelehnte. Im 
danzen Reich wurden 1912 angemeldet 12 004 Konkurse, von 
denen 2885 abgelehnt wurden. weil nicht genug Masse vor—⸗ 
handen war. 
. Beendet wurden in Lübeck 28, in Hamburg 181 und in 
Bremen 91 Konkurse, und zwar durch Schlußwerteilung, in 
Lübeck 19, Hamburg 81 und Bremen 60, durch Zwangsvergleich 
in Lübeck . in Hamburg 54 und in Bremen 18ni allge⸗ 
nmeiner Zustimmung in Luͤbek und Bremen je 2 und in Ham⸗ 
burg 1. wegen Mangel an Maßse in Lübeg 4 nu remeniy 
und in Samburg 35. 
Die Schuldenlast bewegte sich bei den beendeten Konkursen 
inter 1000 Miubei einem in VLübed und bei 3in Bremen, 
000-5000 Me8 in Lübeck. 10in Breinen und 16 in Ham— 
ↄurg. 5000 10 000 Me bei 7 in Lubed, 16 in Brlemen und 
29 in Samburg, 10 000 0 000 N vei gin Lübeck, 15 in 
Bremen und 28 in Samburg, 20 600 50 000 bei 8 in 
Lübeck, 20 in Bremen und 53 in Hamburg, 50 000 100 000 
Mark beiJin Lübed, 15 in Bremen und'“ 28 in Hamburg, 
00 00-300 000 MNbei 9 in Bremen und 24 7 Hamburg, 
00 000 Mubis 1 Million bei Iin Bremen und 4 7u Hamburg, 
iber eine Million bei 1in Bremen und 2in Hamburg: 
Die Dauer der Konkurse betrug bis zu 6 Moönqaten bei 4 in 
rübeck, d in Bremen und 33 in Hamburg, 6—12 Monate 9 in 
Lübeck, 26 in Bremen und 60 in Hamburg, 122 Jahre 10 in 
Lübeck, 32 in Bremen, 61 in Hamburg, 223 Jahre 4 in Lübed. 
12 in Bremen, 18 in Hamburg 8—4 Jahre 1 in Lübech 6 in 
Bremen, 7 in Hamburg, 425 Jahre8 in Bremen, 6 in Ham— 
»urg. über 5 Jahre 3 in Bremen und 7 in Hamburg. 
Die, Gesamtkosten der Konfurse betrugen in Lüheck 71932 
Mark, in Bremen 127 224 Min Hamburg 585881 M, dar— 
unter, Vergütungen an die Konkursverwalter 19 360 Miin 
Rübech, 53581 in Bremen und 329870 Mein HGamburg. 
dazu Tommen bare Ausfagen der Konkursverwalter 1387 Pi 
v. Lübech 4782 Meäin Bremen und 29 011 Min Hamburg 
die Summe der angemeldeten Forderungen beftrug 485 213 9 
uLübeck, 5753574 Muin Bremen und 14 227410 M in 
amburg, und zwar bevorrechtigie Forderungen 5002 Ve n 
übech, 83 158 Miein Bremen und 1757 624 Mein Hamburg, 
αÆôäôëX 
nichtbevorrechtigke Forderungen 480 211 Min Lubeck, 5 660 410 
Nark in Bremen, 11069786 M in Hamburg. 
Die verfügbare Masse betrug in Tübed 307 788 M— 63,4 00 
er angemeldeten Forderungen in Bremen 708 128 H — 13364 
ind in Hamburg 2 943 390 M— 20.7 .ver Ausfall bei 
en bevorrechtigten Forderungen betrug in Luͤbed 6006 M, in 
3remen 18 300 M, in Hamburg 20648 N. dDer Ausfail' bei 
en nichtbevorrechtigten Forderungen betrug in Cübeck 400 931 M 
S 383,6 90 (die Zahl kann aber unmöglich richtig sein, da sie 
n keinem Verhältnis zu der Teilungsmasse steht. Hier muß 
ntschieden ein Druckfehler in den statütischen Mitteilungen seim 
in Bremen 5177 7390 Me 890 60 und in Hamburg 2 
Im Reich betrug die Summe der hei den beendelen Kon— 
fursen angemeldeten Forderungen 399 497 220 M. Die dur 
Lerteilung gelangende Masse betrug aber nur 95 638 5830 M 
— 24,90 der angemeldeten Forderungen. Der Ausfall bei 
en nichtbevorrechtigten Forderungen hetrug 333 706 3850 M 
1s2 mehr gls eine Drittel Milliarde Mark. Im Jahre vorhet 
etrug der Ausfall noch mehr, nämlich 362 Millionen Mark. 
4 
J. Strafkammer I. Sitzung vom 28. Nop. Wegen 
Berbrechens gegendieSittlichkeit wird der 15 Jahre 
ilte Kaufmannslehrling Gerhard Ru. aus Eutin zu einer Ge— 
ängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt. — Wegen Dieb— 
tahls im Rückalle hat sich der in der leßten Sitzung 
ieser Strafkammer wegen gleicher Straftat zu einem Jahre 
zuchthaus verurteilte Arbeiter Franz Ba. aus Pyritz zu verant⸗ 
porten. In der Nacht zum 10. Oktober kehrte der Lohndiener 
xülster bei dem Gastwirt Kloth in Eutin ein und ließ sein 
ahrrad, an dem sich eine brennende Laterne befand, vor der 
Lirtschaft stehen. Nach einiger Zeit bemerkte er, daß sich 
»mand an seinem Fahrrade zu schaffen machte. Als er hinaus 
am, sah er, dak ein ihm fremder Mann, und zwar der Ange⸗ 
agte, auf dem Rade saß und im Begriff stand, damit fortzu— 
ihren. Fülster hielt sein Rad fest und dem Angeklagten 
elang es, zu entkommen. Bald darauf wurde er verhaftet. 
Inter Einschluß der obigen Strafe wird der Angeklagte jetzt zu 
iner Gesamtstrafe von 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus ver⸗ 
rteilt. — Wegen Diebstahls im Rückfalle ist ferner 
er wegen Diebstahls zweimal bestrafte Bäckergeselle Wilhelm 
Ze. aus Plön angeklagt. Im August und September stand der 
lngeklagte in Malente in Arbeit und teilte mit dem Bäckerlehr⸗ 
nng Ohrt ein Zimmer. Während dieser Zeit hat der Ange— 
agte dem Ohrt mehrfach Geldbeträge aus dessen Kleidung ge⸗ 
ohlen. So einmal 25 Pfg., dann 1 M, dann 55 Pfg. und 
hließlich 2000 M. Ferner hat er dem Ohrt zwei Normal— 
emden und ein Taschentuch im Gesamtwerte von 4,20 M 
eggenommen. Der Angeklagte ist geständig und wird zu 
Monaten Gefänagnis verurteilt. 
„Weltreisende.“ In den letzten Jahren macht sich eine 
eue Form des verschleierten Bettler⸗ und Landstreichertums be— 
nerkbar. Sogenannte „Weltreisende“ wandern von Ort zu Ort 
ind betteln auf den Straßen und in den Wirtschaften das Publi— 
um unter dem Vorwande des Postkartenverkaufs und dergl. an, 
udem sie gleichzeitig behaupten, daß sie wegen einer Wette 
der aus anderen Gründen die Welt zu Fuß umreisen mühßten. 
Lie Postkarten pflegen das Bild des „Weltreisenden“, die 
ẽmbleme seiner Heimat und des Weltverkehrs zu tragen. Das 
3ublikum soll milde Gaben verhältnismäßig reichlich in die 
s'aschen des Reisenden fließen lassen, weil es den wahren Cha— 
akter des Unternehmens nicht kennt. Nicht zum wenigsten aber 
rägt zur Irreführung des Publikums der Umfstand bei, daß 
ie „Weltreisenden“ oft Bücher vorzeigen, in denen Polizei— 
ehörden unter Beidrückung des Dienstsiegels bescheinigen, daß 
er Buchinhaber den Amisbezirk passiert habe. Diese besonders 
on kleineren Behörden geübte Gepflogenheit ist gerignet, dem 
uf Ausbeutung des Publikums gerichteten Unternehmen den 
Instrich der Reellität und besondere Zugkrast zu verleihen. In 
mem preußischen ministeriellen Erlaß wird daher darauf hin— 
ewiesen, daß es geboten sei, dliem gekennzeichneten Treiben 
ntgegenzutreten und unter Umständen eine Bestrafung wegen 
zettelns oder Landstreichens herbei usführen. Da übrigens der 
derkauf von Postkarten in der berührten Weise sich als Ge— 
zerbebetrieb im Umherziehen darstellt, so wird in denjenigen 
rällen, wo der Tatbestand des Bettelns oder Landstreichens 
m Sinne der Vorschriften des Strafgesetzbuchs sich nicht einrwand— 
rei jeststellen läßt, stets zu prüfen sein, ob nicht ein Vorgehen 
vegen Zuwiderhandlung gegen die Wandergewerbesteuer ange— 
eigt erscheint. 
„„IN Zuderwaren gestohlen. Am 21. d. M. ist dem Haus— 
iener eines hiesigen Kaufmannes vor dem VPostamt am 
zahnhof von seinem Handwagen ein Paket mit Zuderwaren, 
genannten Negerküssen, gestohlen worden 
0- Fahrraddiebstehl. Aus einem Hause der Nebenhof⸗ 
raße ist gestern nachmittag ein Fahrrad. Marke „Ideal“, 
ait schwarzem Gestell, ebensolchen Felgen, nach oben gebogener 
renkstange, Lederhandgriffen, Freilauf. Rücktrittbremse, der 
jrabriknummer 6788 0und der vom Polizeiamt gelieferten Er— 
ennungsnummer 16 255 abhandengekommen und vermutlich ge⸗ 
tohlen worden. An, dem Rade befinben sich 2 Glocken sowie 
zedale mit Gummieinlagen. 
„. Diebstahl. Gestern, gegen 10 Uhr vormittags, ist aus 
inem an der Sandstraße belegenen Haufe ein dunkle Sonne 
iberzieher, ein grauer Jackeltanzug und ein dunkles Jadelt 
bhandengekommen und vermutlich gestohlen worden. In den 
nhängseln der Kleidungsstücke befindet sich der Name der 
iirma, Törber K Goßmann⸗. 
0- Wem gehört das Schwein? Bei einem Anwohner der 
ßorderstraße ist ein herrenloses Schwein zugelaufen. 
Schleswig⸗Holstein. 
Kiel, 29. Nov. In die Handelskammer wurden 
ei lebhafter Wahlbeteiligung gewählt auf 6 Jahre: Konsul 
lugust Siebel, Kaufmann A. Michaelsen, Stadtrat Martin 
Röller, Schiffbaudirektor Johannes Koch, Kaufmann J. 6. 
aspersen, Architekt E. Jaads und Bankinhaber John Spierig; 
erner auf 4 Jahre: Direktor A. Habermann, Kaufmann Johan— 
es Knutzen und auf 2 Jahre: Kaufmann Wilhelm Möller. 
— Wöchentliche Lohnzahlung. Die Oberwerftdirek— 
ion der Kaiferlichen Werft, auf der bisher die 14tägige Lohn⸗ 
ahlung üblich ist, hat den Wünschen der Arbeiterschaft auf 
rinführung der wöchentlichen Löhnung jetzt insofern Rechnung 
etragen, als zwischen die 14tägigen Hauptlohnzahlungen acht⸗ 
ägige Abschlagszahlungen eingeschaltet werden. 
Großherzogtümer Medlenbura. 
Woldegk 29. Nowp. Selbstmord. Der Sattlerlehrling 
). Burwig entfernte sich aus der Wohnung seines Meisters 
end ließ in seinem Arbeitsanzuge einen Zettel mit den Worten 
trüch. er sei in der Hinrichshäger Forst zu finden. Dort hat 
csich tatsächlich von einem Zuge überfahren lassen. — Bom 
igenen Fuhrwerktotgefahren. Der Landwirt Wilke 
rus Hohenzieritz, der eine Fuhre Holz nach Neustrelitz fahren 
zollte. geriet unterwegs unter die Räder des Wagens. Er 
vurde tot aufgefunden. 
Wismar, 29. Nor. Tod auf den Schlenen. Der 
Zjähr. Hans Seeler in Neuburg wurde bei der Station Stein- 
ausen inkolge eigener Unvorsichtigkeit vom Zuge geldtet. 
Ehwerin, 29. Nor. Schwerer Unglücksfal l. In 
er Bischossmuhle ereignete sich ein Unglüdsfall, durch den der 
unge Müller Glaser, der erst im Herbst das Militär verlassen hat, 
»en Tod erlitt. Beim Auflegen eines Riemens auf die Trans- 
nission, die er nicht angehalten hatte, wurde er von dem 
niemen herumgeschlagen. Er kam so zu Fall, daß er namenüch 
in den Füßen und Beinen schwere Verletzungen erlitt. Im 
drankenhaus ist er bald nach der Ueberführung gestorben. 
— — 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der aal A. und ual Z., — 5 7 
Aerzte und Krankenkassen in Berlin. 
W. Berlin, 29. Nov. Der Zentralverband der Kassenärzta 
yon Berlin erteilte gestern seinem Vorsitzenden wegen der be—⸗ 
annten Verhandlungen mit der Allgemeinen 
Ortskrankenkasse ein Mißtrauensvotum. Es wird 
nit dem Wiederausbruch des Berliner Aerzte⸗ 
breites gerechnet 
Erregte Szenen in Zabern. 
W. Zabern, 29. Noo. Gesiern abend ist es hier aufs neuc 
u erregten Szenen gekommen, wobei Militär einschreiten mußte 
und zahlreiche Verhaftungen vorgenommen wurden. Ueber den 
Anlaß wird berichtet, daß in der Nähe der Wohnung des Leut— 
niants v. Forstner einige Offiziere zusammenstanden, als gerade 
zie Fortbildungsschule geschlossen wurde. Aus der Mitte der 
ungen Leute fielen Schmährufe auf den Leutnant 
. Forstner, worauf Leutnant Schadt die Wache alar— 
nieren, das Bajonett aufpflanzen und die Straßen 
äumen ließ, zunächst die Hohbarrstraße und dann die Haupt⸗ 
raße. Unter den Verhafteten sollen sich auch einige 
ichterliche Beamte befinden, die sich auf der Straße befanden, 
veil im Landgerichtsgebäude gerade ein großer Prozeß zu 
Ende gegangen war. Eine amtliche Darstellung des Falles liegt 
roch nicht vor. 
Verabschiedung des Generals Pau. 
PC. Paris, 29. Nov. Wie offiziell mitgeteilt wird, hat das 
Mitglied des Obersten Kriegsrates, General Pau, die Alters— 
renze erreicht und wird infolgedessen in die Reserve übertreten. 
zu seinem Nachfolger wird General de Castelnau ernannt 
verden. 
Goetheborg, 29. Nov. Der hier unker dem Verdacht der 
zpionage verhaftete Deutsche Baumann haͤtte sich 
zestern vor Gericht zu verantworten. Die beiden Belastungs— 
engen, Hauptleute Lindberg und Nordback, erklärten, daß die 
jzei Baumann gefundenen Aufzeichnungen sich auf die Elfborg— 
estung beziehen, während Baumann behauptet, daß die Pläne 
on keiner schwedischen Festung herrühren. Der Polizist Gustav— 
ohn sagte aus, er habe Baumann 50 Meter von dem Stachel⸗ 
rghtzaun der Elfborgfestung entfernt gesehen und Baumann 
älte, als er sich antdeckt sah, ein unruhiges nervöses Wesen 
ur Schau getragen. Der öffentliche Ankläger erklärte Bau— 
adamm der Spionage für schuldig und das Gericht schloß sich 
ieser Auffassung an. Da Baumann aber außerdem in Malms 
srkundenfälschungen baangen haben soll, beschloß das Gericht, 
Baumann dem dortigdi Gerichtshof zu übergeben, der das 
ndgültige Urteil fällen vard. 
W. Durkban, 29. Nov. Gestern nachmittag verhaftetée 
ie Polizei im Umhloti⸗Tale, wo der Streikan der N atal⸗ 
üste begonnen hat, 365 Inder und im Kohlengebiete des 
zululandes weitere hundert. In Greytown legten 60 Inder 
ie Arbeit nieder. Der Minister für Finanzen und Landes— 
verteidigung, Smute, ist aus Pretoria eingetroffen, um sich 
iber die Lage zu orientieren. FL 
W. Vera Cruz, 29. Nob. Der britische Panzerz 
kreuzer „Suffolk“ ist gestern hier eingetrosfen. 
E —7 J 
150 Personen vergiftet. 
W. Madr'd, 29. Nov. In Tente-Covejuna in Andalusien 
ind 180 Personen infolge Genusses von Wurst an 
chweren Vergiftungserscheinungen erkrankt. 
Drei Erkrankte sind bereits gestorben. 
Tumulte beim Auftreten Jad Johnsons als R'nger. 
PO. Paris, 29. Nob. Zu einem großen Tumult kam es 
zestern abend in einem Pariser Varieté⸗Theater, wo der frühere 
Boxkämpfer Johnson sich zum zweiten Male im Ringkampf pro— 
»uzierte. Johnson trat gegen den auch in Deutschland be—⸗ 
annten russischen Ringer Spul auf. Da es Johnson, trotzdem 
r mehrfach verbotene Griffe anwendete, nicht gelang, den 
dussen auf den Teppich zu bringen, schlug er ihn schließlich V 
inem Anfall von Wut mit einem furchtbaren Faustschlag gegen 
en Schädel nieder. Der Russe blieb besinnungslos liegen. 
zm Zuschauerraum brach ein Tumult aus. Man rief: „Nieder 
nit Johnson!“ Von allen Seiten, besonders aber von der 
ßalerie, flogen die verschiedensten Gegenstände auf die Bühne. 
Dda das Publikum den Versuch machte, auf die Bühne zu klettern, 
nußte die Polizei einschreiten und den Saal räumen. Man 
rwartet jetzt, daß die Polizei die Ringkämpfe verbieten wird 
W. Kiel, 29. Nov. In dem Prozeß gegen Kauf— 
tann Hermann Jacobsohn und dessen Sohn 
ziegfried Jacobsohn, beide aus Hamburg, wegen Er— 
ressung, begangen an dem Kaufmann Frankenthal aus Kiel— 
vährend ihrer Untersuchungshaft anläßlich des Kieler 
Werftprozesses, ist in der vergangenen Nacht um 35 Uhr— 
ach dreitägiger Verhandlung das Urteil gefällt worden. 
»ermann Jacobsohn erhielt wegen Erpressung ein Jahr Ge— 
ängnis, Siegfried Jacobsohn 23 Jahre. Außerdem wurde 
zegen beide auf je drei Jahre Ehrverlust erkannt. Jacobsohn 
vurde sofort in Haft genommen, während sein Vater zunächsth 
ntlassen wurde. 
W. Paris, 29. Nov. Aus Epernon wird gemeldet: Von 
em bei einer kinematographischen Aufnahme entsprunge— 
ren Tiger fehlt jede Spur. Man denkt daran, das 
vebüsch, in dem sich das wahrscheinlich schwer verwundete Tier 
vesindet, in Brand zu stechen. Gendarmen, Soldalen und Jäger 
iind zur Verfolgung des Tigers aufgeboten worden. 
W. Saragossa, 29. Nor. Studenten haben gestern Po⸗ 
izeibeamte mit Steinen beworfen. Die Beamten 
zingen darauf mit der blanken Waffe vor. Die Studenten 
vaben beschlossen, in den Ausstand zu treten und darin zu 
verharren, bis der Leutnant, der die Polizeibeamten bei dem 
Jujammenstoß befehligt hat, von seinem Posten enthoben wird. 
Newhork, 29. Nov. Iwei Hochbahnzüge rannten 
hei der Station Chatam Square ineinander und gerieten 
abei in Brand. Das Feuer konnte nur mit Muhe gelöscht werden. 
Von den Passagieren wurden vier verletzt geborgen
	        
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