Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Der Familienfreund. 
Imtsblatt der freien und hansestadt Lübeck 63. Jahraqn Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
eiblatt. Gesetz und verordnungsblatt ReV —8 * tga ß an Zürstentũmer Ratzeburg, Lübeck und das angren⸗ 
σαασασεσσσοÂαασαεσιεεσεσεσαεσοοοσ lee zende mecklenburgische und holfteinische Gebiet. 
»rudt und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. S. in Lübed. — Geschäftsstelle Adennu Gonigstt. 46). Fernspre cher — u. 9001. 
Fonnabend. den 29. November 1913. 
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Ihend⸗Blatt Ur. 695. 
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Erstes Blatt. hierzn 2. Biatt. 
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Umfaneg der heutigen Nummer 6 Seiten. 
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nichtamtlicher Teil. 
Deutschlands handelsbeziehungen 
zu England. 
Es war am 12. März dieses Jahres, als der deutsche Bot⸗ 
chafter Fürst Lichnowsky auf dem Jahresessen der, Vereinigten 
handelstammern zu London eine in England, viel und ange— 
sehm bemerkte Rede hielt, worin er, der Diplomat, die Eng— 
änder als die leidenschaftlichen Kaufleute, die sie sind, zu 
lehmen suchte: „Wenn man ein kaufmännisches Unternehmen 
erfolgreich leiten will, erklärte er u. a. muß man gesunden 
Menschenverstand, rechtlichen Sinn und die Gabe, Kompromisse 
uu schließen, besitzen. Je größer also der Einfluß der Kauf— 
nannschaft auf das politische Leben ist, um so größer ist auch 
die Wahrscheinlichkeit, daß Vernunft und versöhnliche Einigung 
die Oberhand behalten und daß der Friede, wenn er in Ehren 
besteht, auch gesichert bleibt.“ Die Berichte vermerkten an 
dieser Stelle Fanhaltenden Beifall“. Fürst Lichnowsky fuhr 
ort: „Nichts Schlimmeres kann es, abgesehen vom, Kriege, 
ür den Handel und, den Wohlstand der, Nation geben, als 
den niederdrückenden Einfluß kriegerischer Vorbereitungen. Eng⸗ 
rbe ist Deutschlands und Deutschland ist Enalands bester 
unde. 
Es ist durchaus angebracht, in einer Festrede diejenige der 
wei Seiten, die auch die Logik immer hat, zu beleuchten, die 
»ie Zuhörerschaft am angenehmsten berührt, ihren Vorurteilen 
im, meisten schmeichelt. Hätte Fürst Lichnowsky bei jenem 
Anlaß auch die den Engländern weniger zufagende Seite seiner 
ßedanken hervorgekehrt, so würden sie kaum mit ihm zufrieden 
gewesen sein, Denn der naheliegendste Schluß, den man aus 
seinen Worten ziehen kTann, ist doch der. daß eine Ver— 
tändigung zwischen zwei Völkern auch auf wirtschaftlichem Ge⸗— 
biete beginnen, müsse, damit die kaufmännische Vernunft in 
hrer friedenstiftenden Wirkung auf das politische Gebiet über— 
ragen werden könne. Stimmt das, dann hat man in England 
olange keinerlei Grund, sich über die deutsche Sprödigkeit 
zegenüber englischen Abrüstungswünschen zu beklagen, als man 
n London einer dauernden wirtschaftlichen Verstäͤndiagung un— 
überwindliche Hindernisse bereitet. 
Dem ist aber so. Unsere Handelsbeziehungen zu England 
ind seinen Kolonien entbehren Jeit genau fünfzehn Jahren 
der vertraglichen. S. elung. Der frühere deutsch-britische 
dandelsvertrag ijr icHahre 1887 von der britischen Regierung 
zekündigt worden. damit Kanada seinen Vorzugstarif für britische 
Waren in Wirksamkeit setzen konnte. Daß seitdem kein neuer 
Vertrag kam, lag nur an dem Widerstreben Englands, be— 
echtigter deutschen Wünschen entgegenzukommen. Die britisch— 
eutschen Handelsbeziehungen mußten auf dem Wege der 
utonomen Gesetzgebung geregut werden und die deutsche Regie— 
ung sah sich genötigt. das betreffende Gesetz alle zwei Jahre 
u erneuern. Tas ist auch jetzt wieder geschehen. Der Bundes⸗ 
at hat dem Gesetzentwiurf zur Neuordnung der Handels— 
e335rao s6ison oiche ieια» Rhndost 
s'ich dahei eben um nichts anderes, als um die Verlängerung 
es geltenden Provisoriums, das am 31. Dezember 1913 ab— 
zust. nochmals auf zwei Jahre. Deutschland gewährt damit 
m britischen Mutterlande wie den Kolonien und auswärtigen 
esitzungen Englands mit Ausnahme Kanadas, wieder die 
eisibegünstigung. Daß Kanada aus dem Abkommen gusge 
wlossen ist, hat für Deutschland aber wenig zu besagen, da 
ir feit vier Jahren auch Kanada unsere Vertragszoͤlle ge— 
ahrt haben. nur um von den kanadischen Zuschlagszöllen 
rei zu kommen. Die betreffende provisorische Verständigung 
n don beiden Teilen mit aweimonatiger Frist gekündigt 
erden. 
Man hat in London freilich triftige Gründe für, dieses 
eharrende handelspolitische Verhältnis gegenüber Deutschland. 
keberali außerhalb der Kolonien macht der britische Welt⸗ 
andel viel langfamere Forischritte gls der amerikanische und 
eussche, soweit er nicht schon still steht oder rüdwärts geht. 
obiel Wesens das Britentum immer von seinen Grundsätzen 
ner „offenen Tür“ und eines „fair play“ überall macht. 
⸗0 es seinen Handel in fremden Landern vbehindert sieht, so 
henig will es heute von deren Anwendung in seinen eigenen 
olonien und Besittzungen etwas wissen. Dort will man unbe— 
ingt dem erlahmenden eigenen Handelsglück mit politischen 
den wieder guf die Beine helfen. Viel entgegenlommender 
s in London ist man auch gegenüber Deutschland neuerdings 
u den englischen Kolonien; doch gerade darum wird dort 
en London qus immer wieder aufs neue Mißtrauen gegen 
eutschland gesäet, während man zugleich den zögernd vo⸗ 
rts schreitenden handelspolitisczen Seibständ greitsbestrebungen 
nKanada, Australien und Südafrika mit allen möglichen und 
mdalichen diplomatischen Rafinessen entgegenwirkt. Entstünde 
wischen Deutschland und England auch nur, annähernd ein 
andelspolitishes Gegenseingkeilsverhältnis, so würde sich 
crausstellen. daß die Ziffern, mit denen England bisher im 
Velthandel paradierte, die wirklichen Verhältnisse verschleiern, 
beil allerwärts in englischen Gebieten und Interessensphären 
rose, Mengen von Woren als, solche „britischer Herkunft“ Zzur 
Inführ gelangen, die in Wirklichkeit anderen, und in grobem 
mfange deutschen Ursprungs sind. Um nur ein Beispiel zu 
wähnen: so hat das chinesische Seezollamt auf Anstiften 
nosands die Waren der Einfuhr bisher stets nach dem Lande 
ezeichnet. zu dem der Hafen gehörte, wo sie nach China ver⸗ 
hifft wurden nur, damit der gewaltige englische Transit- 
andel die englischen Einfuhrziffern anschwellen half und damit 
en Anschein eines gewaltigen Vorsprungs des bhritischen Handels 
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nden kann man bei Erörterungen über die deutschrenglischen 
zeziehungen nicht oft genug betonen, daß eine Verständigung 
jerade nach englischen, kaufmännisch orientierten Anschauungen 
zuf wirtschaftlisem Gohiete beginnen mükte 
— 
ihnen gegenüber sich zuschulden kommen lietz? vält der Reichs— 
sanzler die Strafe, die über den Offizier verhängt worden ist, 
ur eine Suhne, die geeignet ist, der Widerholung solcher Fälle 
orzubeugen?“ — Dem Reichstag ist folgender Antrag des 
Ibg. Grafen Westarp (kons.) und Genossen zugegangen: „Der 
deichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, noch 
vor der in Aussicht gestellten allgemeinen Revision des Reichs— 
trafgesetzbuches dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, 
vodurch ein wirksamer gesetzlicher Schutz gegen den zunehmenden 
Mißbrauch des Koalitionsrechtes geschaffen, dem immer schärfer 
rusgeübten Terrorismus gegenüber den arbeitswilligen Ar—⸗ 
zeitern entschieden entgegengetreten und insbesondere das Streib⸗ 
postenstehen verboten wird.“ 
Der Kriegsmmister über Zabern. Die Antwort, die Herr 
». Falkenhayn auf die Anfrage des elsässischen Abgeordneten 
Delsor über die Vorgänge in Zabern gab, entsprach im allge⸗ 
teinen der Erwarlung, die man von der Stellungnahme des 
deiters der Heeresverwaltung erwarten durfte. Das Kriegs⸗ 
ninisterium gehört ja nicht zu den Kommandobehörden, denen 
n erster Linie die Handhabuns der Disziplin obliegt. Herr 
». Falkenhamm war daher von vornherein durch die Entschei— 
»ung des Kommandeurs des 15. Armeelorps einigermaßen 
jebunden. General v. Deimling als oberster direkter Vor—⸗ 
zesetztetr des Herrn v. Forstner hatte diesem einen scharfen 
Lerweis erteilt und zugleich wurde bekannt, daß Herr von 
Forstner mnur wegen seiner großen Jugend vor der Dienst⸗ 
ntlassung bewahrt wurde. Der Kriegsminister hat denn auch 
uf die Jugend des Leutnants als Milderungsgrund hinge— 
oiesen. Im übrigen verhehlte er nicht seine Mißbilligung 
iber das Auftreten des Herrn v. Forstner. Allerdings betonte 
r auch, was schon die Offiziösen erklärt hatten, daß der 
zeutnant den verächtlichen Sinn des Wortes nicht gekannt habe 
ind die Bevölkerung nicht herausfordern wollte. Daß der 
ßorfall von den Nationalisten maßlos aufgebauscht wurde, das 
nag man Herrn v. Falkenham zugeben. Aber gerade, weil 
n Elsaß-Lothringen die Gefahr einer politischen Ausnutzung 
mn und für sich vielleicht recht harmloser oder doch harmlos 
zemeinter „landesüblicher“ Ausdrücke vorliegt, wenn diese aus 
rem Munde eines preußischen Offiziers kommen, bleiben die 
Vorfälle in Zabern so außerordentlich peinlich. Und wir 
neinen daher auch, daß Herr v. Forstner sobald als irgendwie 
nöglich aus Zabern heraus versetzt werden sollte, — etwa 
u dem 3. Bataillon seines Regiments, das in Pfalzburg steht. 
vewiß ist es erfreulich, wenn die höheren Behörden einen 
Iffizier oder Beamten, der sich eine Ungeschicklichkeit zuschulden 
'ommen lähßt, decken und ihn nicht gleich in die Wüste schicken. 
Sicherlich beruht die Berufsfreudigkeit und Zuverlässigkeit des 
deutschen Offizierkorps auf dem festen Rückhalt, den der einzelne 
Beamte oder Offizier an dem Gesamtorganismus der Verwal— 
rung genießt. Aber wo einmal Dinge vorgekommen sind wie 
m Zabern, da besteht die Gefahr in einem fort, daß die 
Flemente denen es aufs Skandalmachen und Vrotestieren gegen 
—““ F Ar 
Mit einem Ruck läßt der Marquis die Hand seines 
Weibes, die er sorglich zwischen den seinen hielt, fallen. 
Schon wieder verlangt sie nach dem Neffen! Schon wie— 
der!! Und das glimmende Fünkchen der Eifersucht, das die 
krupellosen Bemerkungen seiner Schwägerin in seinem Herzen ent⸗ 
achte, loht plötzlich zu hellen Flammen auf. 
Schweigend, mit gerunzelten Brauen, willfahrtet er ihrem 
Wunsche. Und als er gewahrt, in welch zitternder Erregung 
ie Reginalds Arm umklammert, wie ihre Augen in verzehrender 
Angst die seinen suchen — da krampft sich sein Herz zusammen 
dor brennendem Weh. Schweigend wendet er sich ab. Er will 
nicht hören, nicht sehen. was die beiden da miteinander zu 
derhandeln haben. 
„Tante Irene!“ flüstert Reginald mit einem besorgten Vlid 
auf das todesbleiche Frauenantlitz. „Was ist geschehen?“ 
Ein wehes Lächeln zittert um ihre Lippen. 
„Haben Sie es bemerkt? Das junge Maädchen in Weiß mit 
den Perlen im Haar und dem glitzernden Medaillon auf der 
SBrust? Neben Fürst Orloff?“ raunt sie ihm in bebender Er— 
regung zu. „O Reginald, Reginald! Ich muß wissen, wer das 
Mädchen ist! Woher es lommt! Ich muß es wiedersehen! Mußß 
nit ihm sprechen! Hören Sie? Ich muß!!“ 
Eine seltsame Unruhe bemächtigt sich Reginalds, während 
ieser hastig herausgestoßenen Worte. Er weiß auf einmal, 
das ihn an den lieblichen Zügen jener jungen Hellseherin so 
ekannt und vertraut anmutet: es sind Tante Irenes Züge. 
So, gerade so muß die schöne, leidenschaftlich erregte Frau 
va vor ihm in ihrer ersten Jugend ausgesehen haben! 
Und wie ein Bliß kommt die Erkenntnis der Wahrheit 
aber ihn. 
„Tante Irene —“ beginnt er weich. 
„Nicht wahr, Sie werden mir helfen?“ fleht sie unter 
cufsteigenden Tränen. „Sie werden mich nicht mir selbst über— 
assen in meiner namenlosen Erregung. Reginald —“ ihre 
Stimme sinkt zu bebendem Flüsterton herab, während ihre 
zände sich krampfhaft ineinander schlingen — „muß ich Ihnen 
agen, wer jenes Mädchen ist? Muß ich Ihnen meine Ver— 
angenheit enthüllen?“ 
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Deutsches Reich. 
Der Kaiser in Donaurschiugen. Der Kaiser ist im Sonder⸗ 
uge mit Gefolge gestern abend 6 Uhr 35 Min. in Donaueschingen 
ingetroffen und auf dem Bahnhose von dem Fürsten zu Fürsten⸗ 
erg und seinen Söhnen empfangen worden. 
Dem Reichstag ist folgende Interpellation Delsor und 
zenossen (Elsässer) zugegangen: „Was gedenkt der Reichs— 
anzler zu tun, um die elsaß-lothringischen Soldaten und die 
zevölkerung Elsaß-Lothringens vor Beleidigungen zu schützen, 
nie 2 in Otizier dors terie-sKRoimente Me a9 in 25csRo 
5 Dann stößt Irene einen leisen Schrei aus. Ihre Hände 
Irrlichter des Glücks. zreisen stützesuchend um sich — — 
Ein Gesellschaftsroman von der Riviera— Sie hat an dem zarten Halse des jungen Geschöpfes das 
Von Erich Friesen. Nedoillson bemerkt, das Fürst Orloff ihr vor wenigen Tagen 
(28. Fortsetzung.) Machdruck verboten.) utgegenhielt. 
Er bricht ab. Denn soeben lommen Fürst Orloff und Reginald ist es, der die schwankende hohe Frauengestalt 
ein Schützling direkt auf das Teezelt zu. uffängt. Und während sein ürm sich stützend um sie legt, 
Wahrend die übrigen voll Interesse den beiden entgegen— larrt auch er wie geistesabwesend auf Mirjam. 
»liden, wendet Irene sich wieder ihrem Zelt zu, an dem von Er hat in ihr die junge Heilseherin wiedererkawit, die er 
er anderen Seite her soeben Reginald eingetroffen ist. or eingen Wochen vor der Zudringlichkeit jenes brutalen 
„Schön, daß sie da sind,“ lãchelt sie ihm unbefangen zu. öwenbaändigers beschützte. 
eMe pe stets etwas. wenn Sie nicht / Allgemeiner Tumult entsteht, als man erfährt, daß die 
„Liebe Irene,“ fällt der Marquis scharf ein. „Fürst Narquise d'Esterre in Ohnmacht gefallen sei. Alles schiebt und 
Orloff wünscht dich zu begrüßen.“ rängt nach dem japanischen Tesezelt 
Mit seiner ganzen weltmännischen Höflichkeit tritt der 4 An 
Fürst naher. Einer der ersten, der seine Hilfe anbietet, ist Fürst Orloff. 
„Gestatten Sie, Frau Marquise, daß ich Ihnen diese junge Doch der Marquis Robert winkt mit bei ihm ungewohnter 
Dame hier vorstelle. Mademöoiselle Valentine St. Germain ßKauheit jedem ab, der in das Zelt eintreten will. Finster 
st eine Fremde in Nizza. und ich empfeble sie Ihrer bekannten zatte er seine ohnmächtige, vodesbleiche Gattin aus den Händen 
ð ü fo.“ eines Neffen in Empfang genommen und sie behutsam auf eine 
Irene hebt lächelnd den Kopf und stredtt die Hand aus. »er ichmalen Bänke im Innern des Zeltes gebettet. 
J Aber jah erstirbt das Lächeln auf ihren Lippen — — Und während Reginald dasür sorgt, daß niemand sich dem 
ie erhobene Hand sinkt herab — — jede Spur von Farbe zelt nahert und allen teilnahmsvollen und neugierigen Fragen 
ꝛeicht aus ihren Wangen — — söflich, aber bestimmt entgegentritt, versucht der Marquis, 
Und ein Paar dunkelarauer, brennender Augen starrt wie —— — 68 
ebannt in das rosige Mädchengeficht. Starrt — und starrt — dieder zum Bewußztsein zu erwecken. 
Und dieses rosige Mädchengesicht lächelt sie an. Die roten 
Lippen lächeln. Die großen Augen lächeln. Die, Grübchen in Bald geht das Fest wieder seinen gewohnten Gana: die 
den zartgerundeten Wangen lächeln. Ein wundersamer Glücks— Nusillapelle wielt ihre munteren Weisen, heiteres Lachen er⸗ 
chimmer verklärt das ganze frühlingsfrische Antlitz. hallt — man hat den kleinen Zwischenfall bereits veraessen. 
Ist das Traumbild, das das einsame Mädchen seit seiner diemand ahnt. daß dort hinter den buntbemalten Wänden 
ersten Kindheit im Innern gehegt und gepflegt, zu dem es in es japanischen Teezeltes sich eine Tragödie abspielt, die be— 
rüben Stunden geflüchtet, das seine größte Seligkeit aus— immend auf eine ganze Reihe von Menschenleben einwirken 
machte und von dem es Abschied genommen unter heißen oll. — N — 
Tränen, als damals jene Madame Artemisia sich im Kloster Als Irene ihre Augen wieder aufschlägt und ihr die Erinne— 
neldete als seine Mutter — ist diefes weltenfremde Traum-⸗ ung kdommt an das, was voragefallen. durchschauert es lie 
vild zum Leben erstanden? Ist es Wirklichkeit geworden? isigkalt. I 
ESchön, daß Sie da sind,“ lächelt Sie ihm unbefangen zu. Mit einem zitternden Lächeln bittet sie thren Gatten, ihren 
nn stummer, bebender Frage die dunklen, brennenden der Frau Wagen vorfahren zu Jassen; sie fühle sich unfähig, noch 
2verzücht, in hingebender Vegeisserung die hellan IIaren des inoer hier zu bleiben. Vorher iedoch müsse sie noch Reginald 
Mädchens — — yrechen — unbedinogt
	        
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