Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Tagesbericht. 
Lübeck, 28. Novenmber. 
Europäische Fahrplankonferenz. 
Am 26. und 27. Nov. tagt in MN di äi 
onferenz für die Beratung —* Da egeal Eonaice 
retenden Fahrplans. Die Tagesoxrdaruug enthält, wie wir 
der Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen ent—⸗ 
chmen, 324 Anträge. Von den wichtigeren sesen erwähnt: 
Zwischen Jtalien und Frankreich soll die Morgen⸗ 
erbndung durch den Simplon dergart gestaltet werden, daß ein 
Zamellzug von Mailand um 8,00 vorm. der aͤndere 8.15 
vᷣsaährt. von denen der erste den Verkehr nach Lausanne, Genf 
—— 3 der andere den Verkehr nach Bern unßd 
Zwischen Deuischland und ich ist di ⸗ 
tellung einer neuen Verbindung —— Ae die 8— 
KFißiera über Frankfurt a. Mgeplant, die durch Zusammen- 
chiußß bestehender Verbindungen geschaffen werden sot und die 
beiciligten Verwaltungen schon öfter beschäftigt hat Eine 
ndere neue Schnellzugverbindung von Heidelberg. Mannheim 
arisiuhe und Baden-Baden nach, Paris wird angesirebt durch 
ziblaffung der Züge De68 und 34 Straßburg- Varis bereits 
Am 7 va 
em deu englischen kehr ist eine 
ung dadurch zugedacht, daß der Zug —A ——— 
Ieumont einen Anschluß nach Lille finden soll, wo die 
m iletzten Sommer eingelegte neue Zugverbindung Paris ab 
2,30 vorm, London an 10,15 vorm. erreicht werden würde. 
Kommt, diese Verbindung zustande. was allerdings sehr zweifel⸗ 
aft erscheint, da sie große Anforderungen an die beteiligten 
Ferwalungen stellt, so wäre sie die kürzeste mit London. 
Begbfichtigt ist guch die Mitführung, eines Schlafwagens zwischen 
Köln und Calais. Ein Vorzug, der in Verbindung mit dem 
3 E Dene die ene“ Verbindung außerordentlich 
Zwischen Wien und München wird die Beschleunigur 
— Tageszüge unter Fortsetzung von und nach e 
Im Verkehr mit i ird di i 
—S— Wyen geplant. Zur 
R en gb odeg ean edeest 
ůgen und 22 fi iside 
88 — ahn eeceest n wdihtandie Ver⸗ 
In den Zugverbi *3* rdi 
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ie er von Koßenhagen nach Frensburg 
ind Hamburg soll durch di ü — 
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egung der Zuge 3,/038 sowie des Eilzuges 45 
and uß jchee a eerbesert —— 
nsht nere IV werden. Im Verkehr, mit 
ßerlin und eine spätere Abl s VX 
ßerlin in Ausfi blassung des Zuges DI] „pon 
esserung et aenrcein e ãA 
33 8 Malmõ neue Züge — 8 
uch für die Zuge D 18 und Deis zuschen Berlin 
— n doi (GGotenbura) ist eine — — 
Der Fahrplan zwischen N X üäüdd 
ichtigt, den in der Nachtverbindung Hamb ũ 
eueneh grende —IF— 
8. tehenden mehr al i 
tündigen Aufenthalt in e i —— 
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Ilen. im Voriahr erstmalig gefahrene Schlafw 
zug zwischen Berlin und München soll dent swaaen 
vieder verkehren und das jetzt Jo —, 
idet egten 8 iczt Minuten betragende Still⸗ 
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ude Ieeeiude Nngen geplant. Der erstere würde 
Ebenso soll die Da ehe 
die in den Zügen D's gng 
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sachtverbindung zt iheura g ende 
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d Sroͤbere Veränderungen scheinen in den Fih ä 
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a Sommer nicht mehr verkehren und d —— — 
auf die Zeit vom 1. Oktober bis Wede ee ahech 
— — de 30. April beschränkt werden. 
ehnumn ac en Wien⸗ mit dem Orient⸗Expreß 
e udhe — 
Calais⸗Paris — Bern ⸗Interlaken) und * reß 
oll. die Verkehrsdauer inb —A— 
M eenredene prrqodart beim Lloyd⸗Expreß einge⸗ 
n ent⸗Expreß bea i 
rarischen Staatsbahnen die fägliche —— ltragen die hul- 
St. Gertrud-Verein. In der gestrigen im Restaurank 
SEtadtpark“ abgehaltenen Versammlung begrüßte der Vorsitzende, 
herr Landrichter Dr. Eschen burg, die erschienenen Mitglieder, 
nsbesondere die zu Bürgerschaftsmitgliedern gewählten Herren 
»es Vereins, Herrn Bürgermeister a. D. Langenheim, Herrn 
Bankdirektor Rehder und Herrn Lagermeister Petersen, indem er 
»er Hoffnung Ausdruck gab, daß diese Herren auch in der 
hürgerschaft wirlsam die Interessen des St. Gertrud-Vereins 
ertreten möchten. Zunächst teilte der Vorsitzende mit, daß 
in der nächsten noch festzusetzenden Versammlung Herr Pastor 
Müller einen Vortrag übern, Licht- und Schattenfeilen aus dem 
Arbeitsleben eines Gefängnispastors“ halten wird. Auf die 
kingabe, betr. Herstellung einer Straßenbahnverbindung zwischen 
Roeckstraße und Marli, ist dem Verkehrsausschuß der Kommunal⸗ 
»ereine scitens des Senates aufs neue die Antwort geworden, daß 
ver Senat diesem Projekt einstweilen nicht näher zu tfreten ver⸗ 
nag. Auch die Weiterführung der Linie 13 über den Geibelplatz 
nach der Roedstrahe, wodurch diese den Fünfmimtten-Verkehr er 
zalten könnte, ist seitens der Behörden lediglich des Kosten⸗ 
»unktes halber abgelchnt worden, denn es wurde vorerst der 
weigleisige Ausbau der Roedstraße und die Einstellung eines 
renen Wagens erforderlich werden. Auf die in der letzten Ver— 
ammlung von Bewwhnern der Roeckstraße über den hohen Wafsser⸗ 
tand der Wakenitz geführie Beschwerde hin hat der Vorsitzende 
versönlich die betreffenden Grundstücke in Augenfchein genommen 
ind festgestellt, daß tatsächlich einzelne Grundstücke der Roeck— 
raße unter dem hohen Wasserstand zu leiden haben, indem 
'er untere Teil des Gartens überschwemmt und dadurch fast 
Abenutzbar geworden ist oder indem gewisse Teile des Ufers 
urch den Wellenschlag abgespült wurden. Seitens der Direk- 
ion der Wasserwerke ist dem Vorsitzenden auf eine diesbezüg⸗ 
iche Frage die Mitteilung geworden, daß in der letzten Zeit 
er Wasserspiegel der Wakenitz um 20 em erhöht worden ist 
ind daß er auch im Interesse der Versorgung der Bevölkerung 
nit einwandsfreiem Trinkariser in Qukunft auf dieser Höhe 
thalten werden soll. Die Verschlechterung des Trinkwassers in 
en beißen Monaten des Jahres 10912, als dieses eine gelbliche 
rarbe und einen schlechlen Geruch annahm und daher für den 
Hesundheits uitand der Pepötlertteia pidet ofue Bedften — 
at der Direktion der Wasserwerke Veranlassung zu dieser 
Naßnahme der Erhöhung des Wasserstandes gegeben, wodurch 
as Absterben der Wasserpflanzen und das Treiben derselben auf 
er Oberfläche vermieden werden sollen. In diefem Sommer 
nd denn auch die erwähnten Nachteile in der Beschaffenheit 
es Trinkwassers nicht mehr vorhanden gewesen. Aus der Mitte 
»er Versammlung wurde hierzu bemerkt, daß die in Frage kommen- 
»en Anwohner der Wakenitz ihre Gärten durch ein Bollwerk 
»or der Ueberschwemmung schützen könnten, von anderer Seite 
ber darauf hingewiesen, daß trotz eines Bollwerks die Gärten 
inter dem hohen Wasserstande zu leiden hätten und 253m 
es Gartenlandes abgeschwemmt worden sind. Ein wenig soll 
lerdings in der letzten Zeit der Wasserspiegel bereits ge 
enkt worden sein und gab der Vorsitzende der Hoffnung Ausdruck, 
aß die betreffenden Anwohner und die Behörden wegen dieser 
zrage in loyaler Weise zu einer Einigung gelangen möchten. 
der letzte Punkt der Tagesordnung betraf Wünsche in Wege- 
zeleuchtungs⸗ und Straßenbahnfragen zum nächstjährigen Bud. 
et. Gewünscht wurde die Herrichtung des tiefer als die Fahr— 
ahn liegenden Fußgängerweges, der von der Kochschen Schiffs⸗ 
erft hinler dem Friedhof zur Israelsdorfer Allee führt und 
erner die Herstellung eines Fußweges von der Israelsdorfer 
Uee nördlich der Polizeiwache bis zur Ecke der Gertruden, 
raße. der für die direkte Zuwegung zur Struckfähre wünschensa 
ert ist. Als dringend erforderlich wurde die Fortsetzung der 
tegulierung der Südseite der Roeckstraße bezeichnet sowie die 
zegrandung sämtlicher Richtwege des Burgfeldes, damit bei 
hlechtem Wetter der Ralen nicht allzu sehr abgetreten wird. 
Leiter bedarf das Klinkertrottoir an der Westseite der Langen 
deihe der Ausbesserung. Auch soll die Behörde um eine Ver— 
esserung der Beleuchtung der nördlichen Roecstrahe, der Schul— 
traße und des Senatorensteiges sowie um Anbringung von 
aternen an dem zur Gertrudenstraße durch die Anlagen füh— 
enden neu hergestellten Klinkerweg ersucht werden. Auch die 
5rage der Verbindung mit St. Lorenz-Nord wurde in den 
dreis der Besprechung hineingezogen und gegenüber allen anderen 
ßZlänen das Hochbrückenprojekt als das einzig zweckmäßige be— 
eichnet. Zum Schluß wurde noch auf die vom Stadtgärtner 
in Stadtpark vorgenommene Entfernung zahlreicher Gebüsche 
ingewiesen, von anderer Seite diefe Maßnahme aber wegen 
es großen Nachwuchses und im Interesse der Gesunderhaltung 
der Pflanzen als gerechtfertigt und erforderlich hingestelst 
DFiürnfzig Jahre Kindergottesdienst. In diesem Jahre 
er großen Jubiläen begeht in der Stille auch eine Einrichtung 
er evangelischen Kirche Deutschlands das Fest ihres 50jährigen 
zestehens: der Kindergottesdienst. Zwar fehlte es auch vor 
8363 nicht an einer umfassenden religiösen Unterweisung der 
eutschen evangelischen Kinderwelt, und die „Sonntagsschule“, 
ie im schularmen England ursprünglich als Ersatz für die 
ehlende Elementarschule gestiftet war, hatte seit 1825 bei uns 
ie und da Eingang gefunden. Aber das waren nur schwache 
linfänge, die unter der Unklarheit des Zieles und der Unsicher— 
eit in der Handhabung ohne rechte werbende Kraft bleiben 
iußten. Erst seit dem Oltober 1863 kann man von einer wirk— 
chen Einführung des Kindergottesdienstes in Deutschland 
eden. Der Amerikaner Woodruf unternahm damals zusammen 
niit dem Bremer Kaufmann Bröckelmann einen energischen Vor— 
ohß zugunsten dieser großen und segensreichen Aufgabe. Ihr 
‚armherziger Weckruf verhallte nicht ungehört. Berlin und 
zremen, Stuttgart, Elberfeld-Barmen, Hamburg und Leipzig 
vurden bald die Vororte der kräftigen neuen Bewegung, die 
eute auf ihrem Segensgange das ganze evangelische Deutsch— 
and erobert hat. Daß die Bewegung selber dabei „verdeutscht“ 
ind „verkirchlicht“ ist, ist ihr nur zum Vorteil gewesen: so ist 
us der „Sonntagsschule“, die als Parallele zum Religions⸗ 
nterricht der Schule oft unliebsam empfunden wurde, der 
Kindergottesdienst“ geworden, der seine Parallele vielmehr 
m Gottesdienste der Erwachsenen hat, nur daß dessen Gehalt 
n eine dem Kinderherzen angepaßte Form umgegossen wird. 
Ind im Zusammenhange damit ist bei uns diese Arbeit, die 
rsprünglich von der „Inneren Mission“ getrieben und von der 
rganisierten Kirche mit Mißtrauen verfolgt wurde, dem kirch— 
ichen Organismus so bestimmt eingegliedert, daß die Abhaltung 
ines Kindergottesdienstes in jeder Gemeinde heute beinahe als 
ine Selbstverständlichkeit gilt. In den städtischen und vor— 
tädtischen Gemeinden Lübeds sammeln sich sonntäglich im Durch⸗ 
chnitt mehr als 2500 Kinder in 11 Gottesdiensten; die Zahl 
iller Kinder, die mit dieser Arbeit erreicht werden, ist natür— 
ich erheblich höher; beträgt doch die Höchstzahl der Besucher 
llein in der Vorstadt St. Lorenz — in der St. Matthäi 1 
deitaus den besuchtesten Kindergottesdienst Lübecks hat — 
nehr als 1800 Kinder! In der Jugendpflege, die jetzt mit 
olchem Eifer betrieben und gefördert wird, nimmt diese kirch⸗ 
iche Arheit einen ehrenvoslen Platz ein. 
Die Mitglieder der Gewerbe⸗Gesellschaft mit ihren An— 
ehörigen, zusammen etwa 900 Personen, besichtigten gestern, 
)omnerstag, nachmittag in der Zeit von 4-28 Uhr die Aus⸗ 
ellung „Gas und Elektrizität“. Die Führung übernahm Herr 
direktor Hase und erklärte bei den einzelnen Ständen in 
ingehender Weise die ausgestellten Apparate und Maschinen. 
zesonders wurde bei den Neuerungen auf dem Gebiet der 
»eizung und Beleuchtung vervweilt. Im Versammlungssaal 
urden Kochvorträge und später über die Verwendung von 
lektrizität im Gewerbe gehalten. Am Schlusse der Besich—⸗ 
gung nahm der Vorsitzende der Gesellschaft, Herr J. A. 
zusson, Gelegenheit, Herrn Direktor Hase für seine liebens⸗ 
nürdige Führung den Dank auszusprechen. 
Die Deutfche Reichsfechtschule versendet eine längere 
zitte zur Weihnachtsbescherung für ihre 250 Zöglinge — 
baisenkindet — in mehreren Heimen. Der Vorsitzende des 
rübecker Fechtschulen-Verbandes „Waisenhort“, Herr Johs. N. 
. Kahns, Gr. Petersgrube 9, hat sich erboten, etwa in Lübed 
ingehende Gaben an die Zentralleitung 3zu bhermitteln 
Sterblichkeitsstatistit. In der Woche vom 9. bis 15. Nov. 
ind nach den Veröffentlichungen des Kais. Gesundheitsamtes 
on je 1000 Einwohnern, auf das Jahr berechnet, als 
estorben gemeldet in: Aachen 12,5, Altona 14,9, Augsburg 
2,8, Barmen 9,4, Berlin 13,4, Berlin⸗Schöneberg 9,1, Berlin⸗ 
bilmersdorf 7,4, Bochum 21,3, Braunschweig 13,4, Bremen 
1,7, Breslau 18,1, Charlottenburg 9,0, Chemnitz 11,4, Danzig 
7.8. Dortmund 18,7, Dresden 13,4, Düisburg 13,2, Düssldorf 
s, Elberfeld 11,1, Erfurt 11,1, Essen 10,2, Frankfurt a. M. 
.7. Gelsenkirchen 10,9, Halle 12,8., Hamborn 956, Hamburg 11,8, 
amnover 15,8, Karlsruhe 12,5, Kassel 9,4, Kiel 11,5, Köln 
4,5, Königsberg 17,4, Krefeld 11,8, Leipzig 12,6, Lübed 15,5, 
Nagdeburg 14,1, Mainz 13,8, Mannheim 10,8, Müũlheim 
. d. R. 7,5, Munchen 14,2, Neukölln 8,2, Nürnberg 11,2, 
Blauen i. V. 11,3, Posen 16,2, Saarbrüden 12,4, Stettin 183,5, 
ztraßburg 12,3, Stuttgart 11,1, Wiesbaden 11,8. London 
3.3. Paris 165 Wien 134 
Der Schnaps als Erzieher! Die Frauffurter Zeitung 
sr. 314 nagelt mit Recht folgende Auslassung der Brennerei— 
Zeitung Fest, die bezeichnend ist für den Aufwand an Geist, 
nit dem der Kampf für den Alkohol geführt wird: „Wo immer 
nn der Welt Menschen Verrat gesponnen und Ränkespiel geübt 
/aben, waren es nüchterne, kalte, berechnende Menschen, ab— 
jold den Freuden der Tafel und des Weines, aber häufig den 
geschlechtlichen Genüssen zugetan; und im Privatleben ist es 
»as gleiche. Unter den Freunden des Alkohols vom mäßig-, 
ernunft- und gesundheitsgemäß Genießenden bis zum wirklichen 
Trinker findet man keine Verräter, keine Heuchler, keine In⸗ 
riganten, aber treue, aufrichtige und von gutem Wollen be— 
eelte, wenn auch manchmal schwache Menschen. Jene häß— 
ichen Eigenschaften, deren häßlichste Untreue und Verrat sind, 
vuchern dort am besten, wo Wein und Alkohol verpönt sind.“ 
0- Diebstähle. Am 27. d. M., morgens gegen 11, Uhr, 
ind am Travengestade beim Schuppen Nr. 3 zwei Kalbfelle ge— 
unden worden, die sehr wahrscheinlich aus einem Diebstahl 
errühren. Die Felle liegen an der Polizeiwache im Kanzlei— 
ebäude zur Anficht aus. — Aus eikem Güterschuppen äst 
ine Kiste mit Zigarren, gez. „H. B. & Co. 5549, im Gewicht 
»on 26 kg abhandengekommen und vermutlich gestohlen wor— 
en. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß ein Irrtum seitens 
⸗ↄsx Emnfingers norliest 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der „L A.i und „ Z.«x. 
Die russsch⸗frannvsische Hetze gegen die deutsche Orientpolitit. 
PC. Varis, 28. Nod. Die künstliche Entrüstung, die die 
ranzösische Presse seit einigen Tagen über die Berufung der 
jeutschen Militärmission nach Konstantinopel zur Schau trägt, 
jeginnt allmählich im Sande zu verlaufen. Nur der Matin 
etzt im Verein mit der Petersburger Norwoje Wremja seine 
zetze, die sich vielmehr gegen den Einfluß Deutschlands in Klein-— 
sien. ais gegen die Militärmission richtet, fort. Um zu 
eigen, daß es mit seiner Anficht nicht allein steht, veröffent- 
icht das Blatt einen in dem russischen deutsch-feindlichen Blatt 
rschienenen Artikel, in dem es heißt: „Kaiser Wilhelm hat sich 
or einigen Jahren persönlich nach Konstantinopel bemüht, wo 
r eine Fontäne mit maurischen Ornamenten errichten ließ und 
ine große Rede hielt, in der er sich für den besten Freund 
es Islams ausgab. Deutschlandschreitet Schritt für 
—chritt seinem sich in der asiatischen Türkei gesteckten Ziele 
ntgegen, das es aber nur um den Preis eines Welt 
zkandals erreichen wird. In Kleinasien haben nicht nur 
zrankreich und Rußland wirtschaftliche Interessen, ihre Inter- 
ssen sind sogar solidarisch. Während des japanischen Krieges 
at Frankreich uns zwar unterstützt, aber nur platonisch, da 
ranzösische Interessen nicht gefährdet waren. In der Marolklo⸗ 
ffäre sind wir Frankreichs Sekundant gewesen, nicht aus poli⸗ 
ischem Egoismus, sondern aus Anstandsgefühl. In Kleinagsien 
ber können die beiden Verbündeten gemeinsam handeln, um den 
eutschen Einfluß zu unterbinden. Wir glauben, daß der 
lugenblickfür das russisch-französische Bündnis 
rekommen ist, die Interessengemeinschaft der 
eiden Länder in den anatokischen und armeni— 
chen Fragen der Welt vor Augen zu führen“ — 
zunde. die bellen, beißen nicht! 
Asquith über die Einschränkung der Rüstungzen. 
W. London, 28. Nov. In einer Versammlung der natio⸗ 
zalen liberalen Vereinigung, die gestern abend in Leeds statt⸗ 
and, bildete den Hauptgegenstand der Beratung eine Reso⸗ 
ution betreffend die Einschränkung der Rüstungen. Es wurde 
abei betont, daß dem Wachstum der Flotte eine steigende 
zteuerlast folgen müsse und dak daher keine Gelegenheit ver⸗ 
äumt werden sollte, um die freundschaftlichen Beziehungen mit 
»en fremden Mächten zu fördern. Premierminister As quith 
»andte sich an die Versammlung, indem er mit Genugtuung auf 
ie letzten Errungenschaften der Regierung Bezug nahm. Nur 
ine Seite ihrer Verwaltungstätigkeit lafse für die Liberalen 
eine volle Befriedigung zu, das sei die Zunahme der Staats- 
usgaben und im besonderen des Teils der Ausgaben, der für 
zampfzwecke diene und die Beunruhigung der Liberalen her⸗ 
orrufe. Asquith betonte, dak die Regierung, seit sie im Amte 
ei, die Schulden um einen Betrag vermindert hätte, der bei' 
Schluß des gegenwärtigen Finanzijahres nahezu 100 Millionen 
Psund betrage. Ich persönlich glaube, daß die ständig wochsende. 
Belastung durch neue Steuern und die zunehmende Schuldenlast 
»en Erfolg haben worden, herbei uführen, was die Philanthropen 
ind Idealisten vergeblich zu erreichen suchten. Wir werden 
egierig jede Gelegenheit ergreifen, welche wir entdeden 
der schaffen können, um die Lasten allgemein zu erleichtern, die 
ie besten Hoffnungen und das beste Sktreben der Menschheit be— 
chweren. 
Das englisch-französische Geschwader in Phaleron. 
PC. Athen, 28. Nov. Das englische und das französische 
beschwader treffen morgen in Phaleron ein und werden dort 
»or Anker gehen. König Konstantin gibt zu Ehren der frem—⸗ 
en Stabsoffiziere ein Diner, an dem außer den Ministern die 
riechische Admiralität teilnehmen wird. Ein feierlicher Empfang 
st nicht geplant. Der Aufenthalt der Geschwader in den rriechi⸗ 
chen Gewässern ist auf ungefähr 8 Tane berechnet. Die 
englischen Kriegsschiffe werden einen Tag vor den französischen 
wieder in See gehen, die von Vhaleron aus den Golf von 
Volos aufsuchen wossen 
* 
W. Hamburg, 28. Nop. Der Amerikanische Klub 
in Samburg hielt gestern abend im Hotel Esplanade anläßlich 
es Danksagungsfestes eine Feier ab, an der außer hie— 
igen hochgestellten Ehrengästen auch der neue amerikanische 
ßZotschafter in Berlin Gerard teilnahm, der in einer Rede auf 
en Wettstreit zwischen der alten und neuen Welt zu sprechen 
am und sagte: „Lassen Sie uns Konkurrenten sein, 
iber großherzige.“ Das Fest verlief imposant. 
W. Vetersburg, 27. Nov. Die Kommission der Reischs— 
juma für HSandel und Industrie hat den Gesetzent⸗ 
vurf gutgeheißen,. der eine Rücherstattung des Zolles 
ür solche Industrieerzeugnisse vorsieht, welche im 
Interesse der Entwickelung des russischen Handels nach dem 
zahen und fernen Osten exportiert werden. 
W. Newyork, 28. Nov. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) 
der srühere Präsident von Nicaraguq Zelayag, ist 
estern verhaftet worden. Die Anklage lautet auf Er— 
nordung eines Einwolmers pon Nicargaua namens Vineda im 
dahre 1909. 
W. Kapstadt, 28. Nov. Nach einem amtlichen Bericht sind 
»ei dem Zusammenstoß zwischen der Polizei und Indern 
m Bezirk Mount Edgecomber vier Inder getötet und neunund 
wanzig zum Teil lebensgefährlich verwundet worden. Drei 
Bolizeibeamte haben ernsthafte Verletzungen erlitten. Die Inden 
ebrauchten Ruderrobrmesser Stöcke und Steine als Waffen
	        
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