Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

J 128 
— bhh 
— 9 —— — * —9— —* 9 — — 
——1 — —E8 —— — —8 2 — 
J * 383 —53 — S* — —5 6888 
— 2 8 5 — —— * J M 3 E3— 3 
21 — 9 * —— —83 —** I⸗ 5— —* — J 
7 3 7 * —*838 ——— 
— — 5 b 5 85 —— 9 
— 5 3J —5 ——54 5— 5 —— —3 8 
— 5 „ 65 ——8138 386 
7 * — * 33 J 
2 ——375 * J — 7 
—71 — 3* —A F 5 — 6 
—— F —J 12 — —— ——— 
—*4 *& —8 
— 
— — 
—— — — — 
Wochentlich 18mal ¶ Wochentags morgens und 
abenos, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
preis fũr das Vierteljahr 3,30 Wark einschließlich 
Vringgeld in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne 
Vesteneid 830 Mart. Einzelnummern 10 vPig. 
Anzeigenpreis Causgabe 4 und B) für die 
Zeile 2o Pfg. Kleine Anzeigen (Arbeitsmarlt usw.) 
15 Pig., fũr Auswaãrtige 30 Pfg., f. Geschäftl. Mit⸗ 
eiluugen 1Me. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Datz den Anforderungen entsprechend höher. o 0 
VBeilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreunm 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübed 163. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum LTauenburg, die 
heiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt txc d gürsteniũmer Ratzeburg, Lübed und das angren⸗ 
ůρααααασσαααασασοαεσασαισεσασασαεοο αι Jende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. 8. m Lübed. — Geschäftsstelle Adiconuus (Konigstr. 46). Fernspre cher 9000 u. 8001. — 
Morgen⸗Blatt Nr. 593. 
fluec 
— — 
Für den Mona. 
Dezember 
vftet ein Abonment auf die 18mal wöochentlich 
erscheinenden J 
„Lübeckischen Arzoie⸗ 
(Ausgabe 4) 
nst der Nugrterten 
Vaterstädtische Blätter 
owie 
destfe und Verordunngeblatt 
ver freien und Hansestadt Lübeck 
and der wðchentliven deygedenage 
„Familienfrennd 
Neu eintrelende Abonnenten erhalten das Blatt vom Taae der 
Bestellung ab bis zum 1. Dezember kostenfrei. 
Der Verlaag der Lüb. Anzeigen“. 
— AW& ισXσσσαα Æαιä XI…ια 
Erstes Blatt. hHierzu 2. und 3. Blatt 
fowie „Vaterstädtische Blätter“ Nr. 8. 
und Handelsbeilage. 
— ————xxxxxxx————. —.. —ü —ü — — ——ö————eeeee——————2O — 
Umfang der heutigen Nummer 12 Seiten. 
slichtamtlicher Teil. 
Politische Wochenschau. 
Unter den festländischen Volksvertretungen sind die öser⸗ 
eeichischungarischen Delegationen die erste gewesen, in der am 
Beginn der Wintertagung vom verantwortlichen Leiter der 
auswürtigen Politik Bericht über die Weltlage erstattet wurde. 
Was Graf Berchtold sagte, enthält freilich keine sensationellen 
leberraschungen, ist jedoch deshalb wertvoll, weil es ander⸗ 
weit bekannt Gewordenes amtlich bekräftigt und sicherere Schlüsse 
ruf die künftige Entwicklung zuläßt. Die Erprobung des Drei— 
bundes während der Balkankrisis, die „Intimität“ Oesterreich 
Ungarns mit Italien, die Besserung des deutscheenglischen Ver— 
hältnisses und die Ausschaltung von Reibungsflächen zwischen 
der Donaumonarchie und Rußland sind vom Grafen Berchtold 
sestgestellt worden. Ohne Zweifel bedeukten solche Feststellungen 
eine Aufhellung der politischen Weltlage, mag auch ein selbst— 
ständiges Albanien augenblicklich noch nicht endgültig beorün— 
det und die südalbanische Grenzfrage zurzeit ebensowenig gelöst 
sein, wie die der Aegäischen Inseln. Hat sich aber das Ein— 
yernehmen der Großmächte inmitten der Kriegsstürme aufrecht 
rhalten lassen, dann erscheint die Hoffnung, daß der Rest der 
Balkanfragen friedlich beigelegt werden wird, wohl begründet. 
Freilich hat der Bukarester Frieden die „tunlichste“ Schaffung 
»auernder Zustände am Balkan insofern nicht verwirklicht, als 
größere nationalgeschlossene Gebiete unter die Herrschaft von 
* 
Sonntag, den 23. November 1913. 
— 
nung auf die Wiederherstellung Hannovers unter welsischem 
Zepter Ausdruck gegeben wird. Die Krömung dieses Vorgehens 
wWber bidet ein Mißbrauch der Religion, wie er nur jemals 
rüher von ultramontanen Kaplänen geübt wurde. Mit einer 
Dreistigkett, die jedem Preußen die Röte des Zorns in die 
Pangen steigen lassen muß, ruft ein welfischer Pastor in einem 
urf preußischem Boden gedrudten Blatte dem verewigten Wil⸗ 
heln J. in die Gruft nach: „Verflucht ist, wer seines 
MWächsten Grenze engert...“ Die Berliner Am ts⸗ 
presse aber hat zu allen diesen Frechheiten bisher geschwiegen! 
In der bayerischen Kammer wurden die Verhand« 
ungen über die Erhöhung der Zivil!liste durch die amtliche 
knthüllung gewürzt,. daß die Kosten der Kelheimer Jahr- 
underftfeier im Betrage von 300 000 M mittels privater 
Zpenden aufgebracht sind. Ein unbegreiflicher, zum Geiste des 
zefreiungskampfes in schneidendem Gegensatz stehender Vorgang, 
Jer nichts von der dem monarchischen Gefühl selbstverständlichen 
Vorstellung verrät, daß die Versammlung der deutschen Bundes⸗ 
fürsten nicht eines kostspieligen Apparates bedarf. um denk⸗ 
würdig und glanzvoll zu sein. Ein Ministerium. das derartige 
hrivale Spenden für höfifche Zwecke annimmt, hat naturgemäß 
keine Empfindung dafür, daß die von ihm beamppruchte starke 
krhöhung der Zivilliste zur Veräußerlichung der 
debens-⸗und Denkweise des Volkes ungleich mehr bei— 
rägt, als höfische Kirchlichkeit wieder gut machen kann. Dem 
Philosophen Hertling haben solche Erwägungen ebenso fern ge— 
egen, wie dem „Philosophen“ Bethmann Hollweg. bPt. 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der A. uud —c 
Der Kaifer. 
Berlin, 22. Rov. Der Kaiser, der gestern den ganzen 
Tag im Bett verbrachte, wird sich auch heute noch Schonung 
uferlegen. Der für heute angekündigte Empfang des bayeri— 
chen Gesandten Grafen v. Lerchenfeld zur Notifikation der 
Thronbesteigung des Königs Ludwig und UAeberreichung des 
Beglaubigungsschreibens ist auf Montag verschoben worden. 
Donaueschingen, 22. Nov. Der Kaiser wird zum 
28. J M. zum Besuch des Fürsten von Fürstenberg hier er⸗ 
wartet. 
remdsprachigen Nationalstaaten gelangt find. Indessen die Er— 
chöpfung Bulgariens, das hier vor allem in Frage kommt, dürfte 
fürs erste jeden Rachekrieg unmöglich machen. 
Unter folchen Umständen kann der amtlich vertretenen beruhĩ⸗ 
senden Auffassung der Weltlage Vertrauen entgegengebracht 
herden. Wie jetzt Graf Berchtold, vorher Sir Edward Grey und 
Asquith, so hat sich auch der russische Ministerpräsident Koi⸗ 
o wtz v w an der Seine und an der Spree in dem erwähnten 
dinne der Presse gegenüber geäuhßert. Begreiflicherweise hat 
r dabei am wenigsten von den Verhandlungen verraten, die er 
n Berrin führte und die, von Finanzplänen abgesehen, vor⸗ 
ehmlich wohl den kleinasiatischen Eisenbahn- und Reformfragen 
alten. Kokbowtzow benutzte gleichzeitig mit diplomatischem Ge⸗ 
hick die Gelegenheit, den Leiter des Berliner Tageblattes durch 
inen Empfang einzuwickeln und ihn zum Sprachrohr russisch⸗ 
uinisterieller Anschauungen über die innere Politik des Zaren— 
iches zu verwenden, die unmittelbar nach dem Beiliß-Prozekß 
erade dem Berliner Tagebl. besonders fernliegen mußten. Die 
eichtigkeit, mit der Kokowtzow diesen diplomatischen Erfolg 
Avontrug, wird sicherlich eine seiner heitersten Erinnerungen an 
ie Reichshauptstadt bleiben. 
Während Kokowtzow sich in Berlin aufhielt, weilte Er z— 
erzog Franz Ferdinand am englischen Hofe. Ob es 
ich hierbei wirklich bloß um einen Jagdbeßuch handelt, ist trotz 
er dafür sprechenden Haltung der Londoner Presse und halbamt⸗ 
icher Versicherungen zweifelhaft. Ein anderer fürstlicher Reifen⸗ 
er, König Ferdinand von Bülgarien, hat in Koburg 
ie Grabstätte seiner Eltern besucht. Mit welchen Empfindungen 
rag er. der schon von dem Einzuge in Konstantinopel träumen 
urfte, nach den Erfahrungen des letzten Balkankrieges am Ruhe— 
latz seiner Vorfahren gestanden haben! 
Die mexikanische Krisis dauert fort, und niemand weiß, 
nas für eine Wendung sie nehmen wird. Präfident Wilson 
echnet mit einer langsamen Entwicklung, die Fremdenkolonien 
reffen Vorbereitungen zur Abreise oder zur Selbstverteidigung, 
und der frühere Präsident Taft warnt seine nordamerikanischen 
andsleute vor einem Feldzuge gegen den Nachbarstaat. In⸗ 
wischen hat sich der mexilanische Kongreß versammelt; ob Huerta 
zm reinen Wein über seine Absichten einschenken wird, bleibt 
bzuwarten. Unsere Landsleute sind im Notfall des Schutzes 
eutscher Kriegsschiffe ücher. 
So erfreulich diese Gewißheit, so bitter sind die Erfahrungen, 
iie wir auf dem Gebiete der inneren Politik mit der preußen— 
eindlichen Agitation des hannoverschen Welfentums machen 
uußten. Augenscheinlich hat letzteres einen neuen Abschnitt seines 
dampfes für die Loslösung Hannovers vom preußischen Staate 
segonnen. Programmatische Fansaren der cumberländisch-offi— 
iösen Deutschen Volksztg. verkünden vor aller Welt, daß der 
»elfische Erfolg in Braunschweig als ein Eisen gelte, das zu 
hmieden wäre, so lange es noch warm sei. Welfische Ver— 
ammlungen nehmen diefe Losung auf und richten an den Herzog 
don Cumberland Beorijßkunastfelearamme, in denen der Hoff— 
9 
Das Militärluftschiff „Z 6“. 
W. Friedrichshafen, 22. Nov. Das Luftschiff „Z 6“ ist 
heute früh unter Führung des Betriebsdirektors Dürr nasch 
Gotha aufgestiegen. An Bord befinden sich einige Mitglieder 
der Abnahmekommifsion und die Besatzung. Die Fahrt⸗ 
richtung konnte mit Rücksicht auf die Witterungsverhältnisse 
nicht genau vorher hestimmt werden. 
Gotha, 22. Nov. Das Luftfschiff „3 6“ ist glatt um 
1,15 Uhr nachmittags in Gotha gelandet. 
Theater, Kunst und Wissenschaft. 
Daͤe Berliner Opernhauspläöne. Die Opernhausentwürfe 
doffmanns sollen, nachdem der Kaiser sie genehmigt hat, zu— 
nächst den preußischen Abgeordneten vorgeführt werden. Erst 
venn der Landtag die erste Rate für das neue Opernhaus 
zewilligt hat, kann der Antrag zur Ausarbeitung des endgültigen 
Entwurfes erteilt werden. 
Neue Tänze der Pawlowa. Im November wird die be— 
ühmte russische Tänzerin Anna Pawlowa in Newyork in 
der „Metropolitan-Oper“ auftreten. Sie brachte zu diesem 
zwecke eine auserlesene Truppe von 32 Künstlern auf dem 
Dampfer „Kaiser Wilhelm II.“ mit, auf dem sie nach ihren 
Triumphen in Berlin, München, Dresden und London nach 
Amerika gereist war. Ihr Auftreten in Newyork bedeutet 
diesmal eine Sensation, da sie 13 neue Ba lhletts geschaffen 
yat, die sie int der amerikanischen Hauptstadt zum ersten Male 
zeigen wird. Sie hat sich einem Berichterstattet gegenüber fol⸗ 
gendermaßen über ihre neuen künstlerischen Pläne sowie über ihre 
Stellung zu den modernen Tänzen — insbesondere dem Tango 
— ausgesprochen: „Ich hasse die modernen Tänze, denn es sind 
mneist überhaupt keine Tänze, ich hasse z. B. den Turkey Trot! 
ks ist überhaupt kein Tanz. Tango, ja Tango kann man 
chließlich noch in anständiger Gesellschaft tanzen, wenn er nicht 
zu sehr ausartet. Da habe ich den Amerikanern etwas Besseres 
nitgebracht, dreizehn Balletts, ich sage Ihnen, die sie noch nie 
zesehen haben. Außerdem habe ich noch etwas ganz Originelles 
n potto, eine Gavotte aus der Directoirezeit, ein ganz be— 
üchender Tanz, den die amerkanische Gesellschaft zweife los be— 
zeistert aufnehmen wird“. Die Pawlowa wird bis Mai nächsten 
Jahres in den Vereinigten Staaten weilen. In ihrer Beglei— 
ung befinden sich ihre Partner L. Novikoff und Zalich 
owie ihr Kapellmeister T. Stier. Nach Beendigung ihrer 
merikanischen Tournee beabsichtigt die Pawlowa wiederum nach 
kuropa zurückzukehren und wird auch auf deutschen Bühnen auf— 
reten. Unter anderem im Frühiahr des nächsten Jahres in 
Zerlin. 
Felix Weingartner verläßt mit Schluß der Spielzeit seine 
Stellung als Kapellmeister des Hamburger Stadtthea- 
ers. Sein Kontrakt läuft noch bis April nächsten Jahres, doch 
will Weingartner, wie es heißt, nur noch die Erstauffsührung des 
„Varsifal“ im Januar dirigieren und Hamburg dann den Rücken 
ehren. Was ihn hierzu veranlaßt, ist nicht bekannt. Mit ihm 
ugleich wird auch seine Gattin, Frau Weingartner— 
Jdarcel, aus dem Verbande der Hamburger Oper scheiden. 
Nan hat versucht, das Ehepaar zum Bleiben zu bewegen, doch 
ürften diese Bemühungen vergeblich sein. 
Kammersangerin Frieda Sempel gab bei ungeheurem Beisall 
n Boston ein Konzert. Donnerstag sang die Künstlerin mit 
ensationellem Erfolg die Partie der Königin der Nacht in der 
Zaberflöte“ im Metropolitan-Opernhause zu Newyork. 
Ein Schutzmmann als Hesdentensr. Frau Schumann-Heink ist 
nter die Entdecker gegangen, und zwar hat sie in dem im 
llgemeinen musikfremden Beruf der Schutz'eute einen hervor— 
agenden Sänger gefunden. Während ihrer letzten Anwesenheit 
aq Amerika hatte sie Gelegenheit in Paterson, den dortigen 
chuzmann Edward M. Namara singen zu hören. Sie 
urde auf seine ungewöhnlich schöne Stimme aufmerksam, 
rophezeite ihm eine große Zukunft auf dem Theater und ver— 
haffte ihm die Gelegenheit, sich für die Oper ausbilden zu 
ijssen. Der Schutzmann hing seinen wenig künstlerischen Beruf 
n den Nagel und ist augenblicklich als eifriger Musikstudent 
in der Universität Ann Arhor tätig, wo sich eine besondere Ab— 
eilung für Musik und Gesang befindet. 
Eine wertvolle Geige vernichtet. Der berühmte Violinvir⸗ 
uose Prof. Alexander Petschnikoff aus Petersburg wirkte 
nit der kal. Kammersängerin Hafgreen-Waag von der Berliner 
jofoper Donnerstag in einem Konzert im Stadtparksaal in 
wassel mit. Als der erste Teil des Konzertes beendet war, 
itglitt plötzlich Petschnikoffs Hand die wertvolle Stradivari— 
zeige und zertrümmerte. Nach Ansicht von Fachleuten ist das 
ertvolle Instrument, das Petichnikoff mit 75 000 Meubezahlte, 
eider nicht mehr zu reparieren. Petschnikoff erlitt einen der— 
rtigen Nervenchoc, daß er zu Hause krank liegt. 
Aus Anlaß des 100. Geburtstages Verdis fand Freitag im 
dapitol von Rom teine Feier statt, der der Unterrichts- 
ninister Credaro, das Diplomatische Korps, die Behörden 
ind hervorragende Vertreter von Kunst und Literatur bei— 
»ohnten. Die Gedenkreden hielten Minister Credaro und 
zürgermeister Nat han. 
Die Duncartschule in Bremen. Im Bremer Stadtthea— 
ter erzielte die Elisabeth-Duncanschule mit Gluds letzter ein⸗ 
rktiger Oper „Echo und Narziß“, sowie mit dem Mädchenchor 
us „König Stephan“ von Beethoven, drei Walzern und dem 
Militärmarsch von Franz Schubert stürmischen Beifall. 
Otto Neitzels dreiaktige ODBwer „Die Barbarina“ erzielte 
zei ihrer Erstaufführung im Dessauer Hoftheater unter General— 
nusikdirektor Mikoreys anfeuernder Führung bei glänzender 
Tarstellung und Inszenierung einen sehr beachtenswerten Erfolg. 
Die Hauptdarsteller, unter ihnen in erster Linie Marcella 
Röseler, wurden lebhaft gerufen. 
Ein Jublläum des „TDon Carlos“. Am gestrigen Sonnabend 
vor 125 Jahren, am 22. Nov. 1788, gelangte Schillers 
„Don Carlos“ zum ersten Male in Berlin zur Auffüh— 
ung, und zwar im damaligen Nationaltheater auf dem Gen⸗ 
darmenmarkt. Die Aufführung währte volle sechs Stunden und 
hatte nur geringen Erfolg. 
4509. Aufsführung der „Frif Frankfurter“. Das Lustspiel 
„Die fünf Franksurter“ wurde Dienstag v. W. im Theater in 
der Königarätzer Straße in Berlin zum 450. Male aufgeführt. 
Ur⸗ und Erstaufsführungen. Die Uraufsührung des drei— 
aktigen Schauspiels „Mutter“ von Ellinor Krossa fand Diens⸗ 
tag am Kasseler Hoftheater mit gutem Erfolge statt. — Franz 
von Blons Operette „Die tohble Prinzeß“ fand bei ihrer 
Araufführung im Staditheater zu Halle a. S. eine äußerst 
zeifällige Aufnahme. — Einen ungeheuren Lacherfolg erzielte 
im Kurtheater in Wiesbaden bei seiner Uraufführung in 
Deutschland der tolle Schwank „Die schöne Ehebrecherin“ 
don Emil und Arnold Golz. Die Rolle der schönen Zouzoute 
kreierte mit bestem Gelingen Gerdi Ferida vom Theater in 
* Josefstadt in Wien als Gast. Es war ein starker Lach— 
erfolg. 
Von dem Vorstand der Deutschen Werkbund-Ausstellung 
töln 1914 wurde beschlossen, nicht ein Kino, sondern ein Theater 
u errichten, das als Versuchsbühne für die Lösung moderner 
heatralischer künstlerischer Probleme dienen wird. Das Theater 
wird nach den Entwürfen Henry van de Veldes gebaut und 
vird eine eigenartig gestaltete, für künstlerische Versuche beson— 
ders geeignete Bühne besitzen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.