Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

— * b * — 
— ———— 
—— —— 
— 33 
—E2 * 
72 FX * 3 
——— ——— 
— — — — — 
Wöochentlich 18mal ( Wochentags morgens und 
abends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
preis für das Vierteljahr 3,830 Warl einschließlich 
Bringgeld in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne 
Bestellgeld 330 Mart. Einzelnummern 10 Pfg. 
—* 
* 
4 
— 
Inzeigenpreis (Ausgabe A und B) für die 
eile 20 Pfg. Kleine Anzeigen (Arbeitsmarkt usw.) 
3 Pifg., für Auswärtige 30 Pfg. f. Geschäftl. Mit⸗ 
eilungen 1Mt. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Zakß den Anforderungen entsprechend böher. o o 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübed 
Beiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt cVö 
IEEEEE— 
Drud und Verlag: Gehrude RBorchers 
Ausqoabe 
— ——————— —— — — — 
Erstes Blatt. hierzu 2. Biatt. 
—„WMWM—————————. — 
Umfang der heutigen Nummer ( Seiten. 
Nichtamtlicher Teil. 
s 
Streifzüge durch die neue Türkei. 
VII. 
deutsche Schule und deutsche Sprache in der Levante. 
Von Dr. Adolf Grabowskn. 
Die schlaueste aller Nationen, die aus geheimnisvollen 
Ingredienzien zusammengesetzen Nordamerikaner, betreiben ihre 
Expansion im Orient nur in zwei Richtungen: sie gründen 
Schulen und Hospitälec. Sie haben wohl auch einmal ein 
Fisenbahnprojekt gehabt, das sogenannte Chesterprojekt, das 
eine Bahn vom Mittelmeer nach Armenien und von dort nach 
dem Schwarzen Meere vorsah. Sie halten auch jetzt noch an 
diesem gescheiterten Projekt fest, aber viel mehr kommt es ihnen 
doch an auf ihre Schulen und Hospitäler. Gerade diese Seite 
der Expansion haben wir vernachlässigt. Wir besitzen in der 
Türkei eine einzige höhere Schule, die Oberrealschule in Kon⸗ 
tantinopel; daneben nur einige gewöhnliche oder gehobene 
Elementarschulen. Die Oberrealschule in Konstantinopel wird 
von der „Deusschen und Schweizer Schulgemeinde“, die unter 
deutschem Schutze steht, unterhalten. Die Schule besteht seit 
1868. Ihre Grundlage bildet die Gleichberechtigung aller Be— 
kenntnisse und die selbständige Verwaltung durch die Schul⸗ 
gemeinde. Angegliedert sind Handelsklassen sowie eine nach 
den neuen preußischen Bestimmungen von 10908 eingerichtete 
zehnklassige höhere Mädchenschule. Die Oberrealschule hat eine 
Vorschule und umfaßt mit ihr zwölf Jahrgänge, ist also eine 
Vollanstalt nach deutschem Muster. Wer nun aber glauben 
wollte, daß die Reifezeugnisse dieser Vollanstalt allgemein und 
grundsätzlich im Deutschen Reiche anerkannt würden, sähe sich 
getäuscht. Seit langer Zeit erwägen der Reichskanzler und die 
verbündeten Regierungen, ob sie die Abiturientenzeugnisse 
dieser mit deutschen Lehrern besetzten, nach deutschem Schulplan 
arbeitenden deutschen Anstalt anerkennen sollen; über das 
Stadium der Erwägungen aber ist man noch nicht hinaus— 
gekommen. Dagegen erwerben sich wenigitens die reichsdeutschen 
Schüler, die die Untersekunda durchgemacht haben, die Be— 
fähigung zum Einjährig-Freiwilligen-Dienst. Ganz neuerdings 
ist die Anstalt von der rürkischen Regierung auch den soge— 
nannten Idadies — Staatsgymnasien — gleichgestellt worden. 
Seitdem hat sich, was sehr wesentlich ist, die Zahl der osma— 
nischen Schüler stark gehoben. 3 
Selbstverständlich ist die Schule, wie jede deutsche Auslands- 
schule, in erster Linie bestimmt, den Reichsdeutschen die Möglich— 
keit geregelter Ausbisldung zu geben; vom politischen Stand— 
punkt jedoch ist sehr viel wichtiger die Beteiliqung der fremd— 
A 
Irrlichter des Gluͤcks. 
Ein Gesellschaftsroman von der Riviera. 
Von Erich Friesen. 
(21. Forisetzung.) (Machdruck verboten.) 
Irene schüttelt den Kopf. 
„Nein, Mutter. Eine Stimme in mir verlangt gebieterisch, 
daß ich die längst versäumten Pflichten nachhole.“ 
„Und der Marquis?“ fällt Madame Lolo ein, ihren letzten 
Trumpf ausspielend. „Hast du ihm gegenüber auch deine Ab— 
iicht geändert? Willst du ihn guch — einweihen?“ 
Ein weher Ausdrucdk breitet sich über Irenes Züge. Sie 
schweigt einige Augenblide, bevor sie ernst erwidert: 
„Das wird die Zukunft lehren. Vorerst wünsche ich nichts 
weiter. als die Adresse.“ 
Madame Lolo stampft ungeduldig mit dem spitzhadigen 
Goldkäferlederschuh den Boden. 
„Dann renne in dein Unglück — meinethalben! Ich habg 
dich gewarnt. Morgen schicke ich die Adresse.“ 
Erregt nestelt sie in ihrem perlengestickten Pompadour nach 
ihrem Spitzentaschentuch herum. um sich die Schweißtropfen 
zon der Stirn zu wischen. 
Dabei fällt ein zierliches Billett heraus. 
Jrene bückt sich danach. Und jähes Erröten zudt durch 
hren Körper. 
Sie hat Fürst Orloffs Handschrift erkannt. 
„Mutter“ — flüstert sie und aus ihrer tiefen Stimme 
klingt ein brennender Vorwurf —, „du korrespondierst mit — 
mit dent Fürsten Orloff?“ 
„Wieso?“ 
Madame Lolo fährt herum und bemerkt den Zettel in 
der Hand der Tochter. Wieder huscht ersichtliche Verlegenheit 
über ihre Züge. Doch faßt sie sich rasch wieder. 
„Warum nicht? Er war ja stets unser guter Freund,“ 
lächelt sie mit unschuldiger Miene. 
„Du irrst, Mutter. Mein Freund war er nie!“ 
„Ah bah! Er ist unser Freund. Und damit basta!“ 
Und Madame Lolo dreht sich auf dem Absatz herum, winkt 
aͤber die Schulter einen kordialen Abschiedsgruß und tänzelt 
hinaus — einen Schweif von starkem Parfüm hinter sich her 
zehend 
63. Jahracn Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
— — tge an Fürstentümer Ratzeburg, Lübeck und das angren⸗ 
bee zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
65. m. b. 5. im Lũbed. — Eelchãaftsstelle Adreoruus (äönigstr. 46). Fernspre cher 9000 u. 8001. 
Freitag, den 21. November 19185. Abend⸗Blatt KRr. 590. 
ändischen Schüler. Jeder osmanische Schuler in der deutschen 
Zzchule bedeutet eine Stütze des Deutschtums in der Türkei. Oft 
in ich auf meinen Wanderungen durch Konstantinopel in 
leineren und größeren Geschäften deutsch angesprochen worden, 
ind es stellte sich dann immer heraus, daß diese Leute frühere 
Z„chüler der deutschen Schule waren. Alle dachten mit Liebe 
m ihre Schulzeit zurück und alle erklärten mir, daß sie beim 
kinkauf von Waren deutsche Fabrikate bevorzugten. Besonders 
vird die Bildungsgelegenheit, die ihnen die deutsche Schule 
ietet, von den ottomanischen Juden ergriffen. Unter 188 
ttomanischen Staatsangehörigen, die im Schuljahre 1911/12 
ie Oberrealschule besuchten, waren nicht weniger als 88 Juden, 
iber nur 443 Mohanmedaner, 23 ottomanische Griechen, 16 
ttomanische Armenier. Es ist sehr zu wünschen, daß gerade 
iese letzten beiden Ziffern bald größer werden. In der Levante 
tellen die Juden durchaus nicht die rührigsten Elemente dar, 
ielmehr die Griechen und Armenier. Diese aber bevorzugen 
eute leider noch die französischen Schulen und man kann nicht 
inmal sagen mit Unrecht: Französisch ist noch immer die allge— 
ieine Umgangssprache, die zweite Landessprache. Wer das 
tranzösische völlig beherrscht, ist im Handel und Gewerbe schon 
adurch sehr im Vorteil. In der Provinz macht sich dies aller⸗ 
ings weniger geltend, als in Konstantinopel oder in den 
nderen großen zum Mittelmeergebiet gehörigen Städten, da 
1u der Provinz auch die Kenntnis des Französischen auf kleine 
treise beschränkt ist. Französisch kommt aber immerhin noch in 
zetracht, Deutsch jedoch zählt gar nicht. So muß also Deutsch— 
and jedes Mittel ergreifen, um seiner Sprache Verbreitung 
u schaffen. 
Nach dieser Richtung ist viel verabsäumt worden.“ Vor 
llem war es ein schwerer Fehler der Anatolischen Bahn und 
er Bagdadbahn, das Französische als Dienstsprache einzu— 
ühren. Gewiß hatte man ein politisches Interesse daran, beide 
zahnen nicht geradezu als deutsche Unternehmungen erscheinen 
u lassen. Deshalb sind auch die beiden Bahnen türkische 
tiengesellschaften und die Bagdadbahn führt sogar das 
kaiserlichottomanisch“ in ihrem Titel. Dennoch aber hätte 
nan mindestens für den inneren Dienst das Deutsche wählen 
nüssen. für den Verkehr also der Angestellten mit der Direktion. 
zür den äußeren Dienst ist zuzugeben, daß neben dem selbst⸗ 
erständlichen Türkisch die Anwendung von Französisch geboten 
nar. Es ist aber nicht einzusehen, warum nicht für die 
lushänge und die Fahrpläne als dritte Sprache Deutsch ge— 
iommen worden ist. Mit dem Einwand der Unbequemlichkeit 
arf man nicht kommen, denn in Oesterreich werden noch mehr 
zprachen nebeneinander angewendet. Und selbst wenn eine 
Unbequemlichkeit damit verbunden gewesen wäre, hätte man 
ie eben der Sache wegen in Kauf nehmen müssen. Im übrigen 
st das Französische im äußeren Dienst sogar gegenüber dem 
kürkischen bevorzugt, da die Aufschriften auf den Wagen ledig— 
ich französisch sind. Daß man in der Türkei fährt, sieht man 
zur an den fürkischen Zahlen zur Bezeichnung der Wagen— 
F — — — —— 
klassen. Da sind denn doch die Engländer wieder einmal 
inders vorgegangen! Die von Smyrna nach Aidin und weiter 
iach Diner führende Bahn ist mit englischem Kapital gegründet. 
luch diese Gesellschaft ist nach außenhin ottomanische Aktien— 
zesellschaft. aber ganz anders als die Anatolische Bahn und 
ie Bagdadbahn stellt sie die Sprache ihrer Gründer voran. 
Schon der Name „Ottoman-Smyrna and Aidin Railway“ deutet 
luf den englischen Charakter. Alle Aufschriften auf den Wagen 
ind englisch, die Plakate englisch und türkisch. 
Durch die Berücksichtigung des Deutschen im äußeren Dienst 
»er Anatolischen Bahn hätte dies deutsche Unternehmen ge⸗— 
eigt, daß Deutsch eine Sprache ist, mit der gerechnet werden 
nuß. Der Türke sagt sich: Wenn sogar Deutsche das 
yranzösisch dem Deutschen vorziehen, muß es doch mit dem 
Deutschen nicht weit her sein. Damit wird nicht nur das 
Injehen der deutschen Sprache, sondern auch das Ansehen 
deutichlands selbst untergraben. Würde aber wenigstens im 
nneren Dienst das Deutsche verwendet, so würden dadurch die 
Türken, Griechen und Armenier, die in Diensten der Bahn 
tehen — die Bahnhofsvorsteher sind meist Armenier —, ge— 
wungen. sich das Deutsche anzueignen. Damit aber würden 
ehr viele Einheimische in die deutschen Schulen getrieben, denn 
ine Anstellung bei der Bahn ist sehr begehrt. Ferner würden 
»adurch die türkischen Schulen veranlaßt, das Deutsche als 
Interrichtsgegenstand aufzunehmen. Jetzt fehlt der Hauptanreiz 
ie deutschen Schulen zu besuchen, da die deutsche Sprache im 
berkehr nicht wichtig genug' ist. 
Wie den deutschen Schulen die Schüler zuströmen würden, 
venn damit eine bessere Möglichkeit, bei der Bahn unterzu— 
ommen, verbunden wäre, zeigt das Beispiel der sogenannten 
kisenbahnschule in Eski-Schehir. In Eski-Schehir befinden sich 
ie großen Werkstätten der Anatolischen Bahn, in denen die 
Reparaturen der Lokomotiven und Waggons ausgeführt werden. 
Im sich einen tüchtigen Arbeiterstamm für diese Werkstätten zu 
ichern, hat die Bahn eine Schule eingerichtet, in der der 
Interricht in deutscher Sprache erteilt wird. Wer die Schule 
bsolviert hat, wird in die Werkstätten eingestellt. Das ist 
Ilgemein bekannt und tut seine Wirkung, indem der Andrang 
ur Schule ganz außerordentlich groß ist. Ich habe das Schul— 
aus genau besichtigt und habe dem Unterricht in verschiedenen 
dlafsen beigewohnt. Die Erfolge sind sehr erfreulich, was 
or allem auf den tüchtigen Leiter zurückzuführen ist. Am 
ufriedensten aber ist der Leiter der Werkstätten, der Jahr 
ür Jahr ein gesiebtes Lehrlingsmaterial bekommt. Er ist 
Deutscher, und in seinem Betriebe wird erfreulicherweise — 
und kann ja auch dank der deutschen Eisenbahnschule — allge— 
mein Deutsch gesprochen. An die Werkstätten angegliedert ist 
eine Fortbildungsschule für die Lehrlinge. Den Unterricht gibt 
zier ein vorzüglich Deutsch sprechender Armenier. Bei diesem 
Armenier habe ich die Begabung des armenischen Stammes 
vieder gut beobachten können, seine Sprachengewandtheit und 
Zildungsfähigkeit. Die Eisenbahnwerkstätten sind jetzt schon 
— J — 
zedrücken mag — ich werde es verstehen und dir helfen, deine 
Sorgen zu tragen. Nur die Ehe ist wahrhaft glücklich, 
n der vollkommenstes Vertrauen herrscht. Nicht nur im Glück 
ollen Mann und Frau zu einander halten — nein. im Unglück 
noch weit fester!“ 
Aber er ahnt nichts von dem, was in Irenes Seele vor— 
jeht! Ahnt nicht, daß für den Moment seibst ihre große 
rdiebe zu ihm in den Hintergrund tritt gegen ein ganz neues 
sßefühl, daß er zurückstehen muß gegen ein Wesen. von dessen 
kxistenz er noch nichts weiß. 
Mit aller Energie wehrt Irene sich dagegen, Mizta jetzt 
u verlassen. Mit einer ihrer geraden, offenen Natur sonst 
remden diplomatischen Klugheit versucht sie, den Gatten für 
inen Tag aus Nizza zu entfernen, damit sie die Zeit benutzen 
könne, um nach Mentone zu fahren. 
Und endlich gelingt es ihr. Ihrer wiederholten Auf— 
torderung, mit Reginald einen längeren Ausflug zu Pferde 
n die benachbarten Berge zu unternehmen, gibt er endlich 
rach. Mehr, um ihr nicht zu midersprechen, als aus Lust 
ur Sache 
Ganz so leicht, wie es den Anschein hat, ist Madame Lolo 
Tlerdings nicht zumute. Im Gegenteil. Sie beisindet sich 
direkt in Verlegenheit. Die „überspannte Idee“ ihrer Tochter, 
die delikate Angelegenheit von nun an selbst in die Hand zu 
ehmen, bereitet ihr sogar Kopfschmerzen. An die möglichen 
Folgen für Irenes Zukunft denkt die egoistische Frau dabei 
liicht. Nur an sich selbst denkt sie, und daß das hübsche 
Sümmchen, das Irene ihr bisher für die Pflege des Kindes 
ibergab und das stets in Madame Lolos Tasche wanderte, 
ihr jetzt verloren gehen könne. 
Das muß verhütet werden! — — 
Am nächsten Morgen fährt Madame Lolo Alsen nach 
Mentone. 
Als sie am Abend nach Nizza zurückehrt, schickt sie 
hrer Tochter ein Billett, auf dem nichts weiter steht, als 
eine Adresse. 
Und als am darauf folgenden Morgen die Marquise Irene 
d'Esterre das Billett mit der Adresse in der Hand hält, klopft 
ihr Herz so stürmisch, daß sie meint, es müsse springen 
Sie wird ihr Kind sehen! 
Alle Bedenken schweigen. Ein zwingendes Pflichtgefühl 
hrem Kinde gegenüber hat von ihr Besitz ergrifsen. Ein 
Pflichtgefühl, in das sich etwas wie Sehnsucht unischt. — 
Der Marquis Robert, dem Srenes Erregung und die Blässe 
hrer Wangen auffällt, umgibt seine Gemahlin mit aller er— 
enklichen Sorgfalt. Angstroll späht er in ihrem schönen 
Hesicht nach irgend welchen beunruhigenden Zeichen. „Nerven⸗ 
ꝛberreizung“ — meint der Arzt. Und der Marquis schlägt 
Irene vor, dem heißen Nizzaer Herbst zu entfliehen und sich für 
einige Wochen in die Schweizer Alpenwelt zurückzuziehen — 
nach dem Engadin oder dem Berner Oberlande. 
Doch seltsamerweise stößt er bei Irene auf Widerspruch 
— zum erstenmal in ihrer Ehe. Und mit verstärkter Vesorgnis 
eobachtet er ihr verändertes Wesen, die seltsame Unruhe, die 
on ihrer sonst so harmonischen Natur Besitz ergriffen. 
Ach, wüßte er, welche schwere Kämpfe in dem Herzen der 
geliebten Frau toben! Welch wirre Gedanken hinter der weißen 
Stirn nach Betätigung ringen! Er würde sein Weib in die 
Arme nehmen und ihm zurufen: 
„Vertraue dich mir an. Geliebte! Was auch deine Seele 
— —e 
Es ist ein besonders schwüler Vormittag, an dem die 
Marquise Irene d'Esterre in Nizza ein Coupé 1. Klasse besteigt, 
im nach Mentone zu fahren. 
Sie ist allein in dem Coupé. Nichts stört sie in ihrem 
ßrübeln, in ihrer erwartungsvollen Erregung. 
Madame Lolo wollte sie begleiten. Doch JIrene lehnte 
reundlich, aber bestimmt ab. Allein will sie sein, wenn sie 
um erstenmal ihr Kind sieht! Ohne ieden Zeugen! Und sei 
s selbst die eigene Mutter! 
„Meinethalben denn!“ hötte Madame Lolo achselzudend 
esagt. „Aber eines versprich mir: fall nicht mit der Tür 
ns Haus! Beobachte erst, ehe du den entscheidenden Schritt 
internimmst! Nenne nicht gleich deinen Namen und den Grund, 
er dich nach Mentone führt! Dein Besuch wird weiter keine 
leberraschung verursachen; denn ich habe alles vorbereitet. 
sch sagte den Leuten, eine Bekannte von nir suche ein Haus— 
nädchen. Die Dame würde demnächst nach Mentone kommen, 
ich das betreffende Mädchen, das ohnehin in Stellung gehen 
nill. anzusehen.“
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.