Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Woͤchentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
preis fũr das Vierteljahr 3,30 Mark einschließlick 
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B Pig., iur Auswaͤrtige 30 Pfa. s Geschan. u. 
eilungen 1 Mk. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübed 163. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
Beiblatt: Gesetz und Verordnungsblatt e ecaend Furstentümer Ratzeburg, Lubeck und das angren⸗ 
EEEEEEEESS an ι zende mecklenburgische und holsteinische Gebiet. 
Oruck und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. S. m Lübeck. — Geschartsstelle Abee u Gdnigstr. 46). Fernspre cher 9000 1. o001. 
Freitag, den 14. November 1913. 
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Ausno 
Erstes Blatt. hierzu 2. Biatt. 
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Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten. 
Morqgen-Blatt Kr. 578. 
Brandenburg⸗Berlin) mit 37,46; es folgen: die großherzoglich⸗ 
jessische Division mit 41,12, das 1. bayerische Korps (Munchen) 
nit 46,654, das 2. sächsische Korps mit 46,05, das 18. Korps 
Hessen-Nassau) mit 47,60, das 5. Korps (Posen) mit 47,75, 
as 6. Korps (Schlesien) mit 48,20, das 1. sächsische Korps 
nit 49. 47. Ueber dem Reichsdurchschnitt steht der Prozentsatz 
er tauglichen städtischen Rekruten beim 7. Korps (Westfalen) mit 
7.20, beim württembergischen Armeekorps mit 56,34, beim 
.4. Armeekorps (Baden) mit 56,40, beim 16. Armeekorps 
Lothringen) mit 57,75 und beim 15. Armeekorps (Elsaß) mit 
35.,75. 
dok. Eine Ausgestaltung des deutschen Nachrichtendieustes 
m Ausland. Man schreibt uns aus Konstantinopel: Sicherem 
zernehmen nach geht das deutsche Auswärtige Amt mit der 
üsicht um, die im Orient erscheinende Presse besser als bisher 
nit zutreffenden Nachrichten über die deutsche Politik zu ver⸗ 
ehen. Im Zusammenhang mit diesen Erwägungen wird hier 
ruch mit der Möglichkeit gerechnet, daß die deutsche Zeitung 
n Konstantinopel. der Osmanische Lloyd, in absehbarer Zeit 
ingeht. An seine Stelle würden dann andere und wirk— 
amere Publikationsmittel treten, die geeignet sind, den deutich— 
eindlichen Einflüssen in der Presse des Orients durch eine 
uverlässige Nachrichtendermittlung entgegenzutrelen. Die Er— 
vägungen sind bisher noch nicht zum Abschluß gelangt, es 
st deshalb auch noch nicht zu übersehen, in welcher Form das 
ehr anerkennenswerte Bestreben des Auswärtigen Amts in 
Berlin schließlich in die Erscheinung kreten wird. Auch für 
Oftasien ist eine Ausgestaltung des Nachrichtendienstes in die 
Wege geleitet. Zurzeit weilt dort der Berliner Vertreter 
nehreret deutscher Organe Ostaliens, um an Ort und Stelle 
ber den Ausbau des Nachrichtendienstes zu verhandeln 
— 
Ein Arbeitswilligenschutzgesetz? 
Berlin, 183. Nov. Die Meldung eines hiesigen Blattes 
über amtliche Vorarbeiten zu einem Arbeitswilligenschutzgesetz sind, 
wie aus bester Quelle verlautet, leider aus der Luft gegriffen. 
Weder beschäftigt sich das Parlament des Innern mit einem 
olchen Entwurf, noch sind preußische Ressorts mit der Materie 
befaßt worden. 
Nene Interessengemeinshaft im internationalen 
Nachrichtendienst. 
DT. Berlin, 13. Nov. Die vier bekannten Depeschenbureaus: 
douis Hirschs Telegraphisches Bureau, Herold Depeschen⸗ 
zureau G. m. b. S. Preß⸗Centrale, Telegraphen- 
lgentur. G. m. b. H, und Deutscher Telegraph G.m. 
. H. haben durch gemeinsame Gründung der „Telegraphen⸗— 
Inion eine Interessengemeinschaft geschlossen. 
der Zweck dieses Zusammenschlusses ist, durch Vereinigung der 
sachrichtenquellen und des weitverzweigten Mitarbeiterstabes 
en internationalen Depeschendienst unter völliger Aufrechterhal⸗ 
iung der bisherigen Unabhängigkeit und Unparteilichkeit erheb⸗ 
ich zu erweitern und zu verbessern. Den Vorsitz in der Ver⸗ 
daltung der vier verbundenen Unternehmen hat Staatsminister 
kxzellenz v. Podbielski übernommen. Ferner gehören der 
emeinsamen Verwaltung u. a. an: Generalkonsul Ernst Hirsch, 
Sraf v. Oppersdorf, Geheimrat Witting, Herr Mosino, Dr. 
o. Schwerin, Justizrat Brodnitz und der Großindustrielle Batschari. 
Saächfischer Landtag. 
W. Dresden, 13. Nov. Heute mittag fand im Residenz⸗ 
chlosse die feijerlbiche Eröffnung des Landtages statt. Im 
Thronsaale hatten die Mitglieder beider Ständekammern, die 
Staatsminister, das diplomatische Korps usw. Auffstellung ge— 
iommen. Der Kösnig erschien in Begleitung des Kronprinzen, 
der Prinzen Friedrich Christian und Johann Georg. Minister- 
räsident Frhr. v. Hausen überreichte dem König die Thronrede, 
die dieser mit lauter Stimme verlas. Die Thronre de gedenkt 
unächst der vaterländischen Erinnerungstage dieses Jahres, ins⸗ 
esondere des Regierungsjubiläums des Kaisers und der glän— 
end verlaufenen Feier der Einweihung des Völkerschlacht⸗ 
Denkmals in Leipzig. Sie begrüßt des weiteren mit Gemig⸗ 
uung die Annahme der Wehrvorlagen im Bundesrat und im 
seichsrat. die einen fortdauernden Frieden verbürgen, und fährt 
ort: 
nichtamtlicker Teil. 
Deutsches Reich. 
dpt. Die Ergebnisse des Heeresergänzungsgeschäftz für 
das Jahr 1912. Im Reichstage ist Mittwoch die Uebersicht 
der Ergebnisse des Heeresergänzungsgeschäfts sowie eine Nach- 
weifeng über Herkunft und Beschäftigung der Militärpflichtigen 
süur das Jahr 1912 ausgegeben worden. Es geht daraus die 
erfreuliche Tatsache hervor, daß der Prozentsatz der Taug— 
kichen gestiegen ist. Denn unter 572 168 endgültig Ab—⸗ 
gefertigten wurden 317591 für tauglich befunden, was einem 
Brozentsatz von 55,51 entspricht. Der Prozentsatz der Tauglichen 
tellte sich aber i. J. 1911 auf 53,4,. 1. J. 1910 auf 53,0 
i. J. 1909 auf 53,6, i. J. 1907 auf 54,9. i. J. 1906 auf 
55,9. Es ist also seit 1906 der Prozentsatz der Tauglichen besser 
aeworden. Die Nachweisung über Herkunft und Be— 
schäftigung der Militärpflichtigen erhärtet von neuem die 
verhältnismäßig höhere Tauglichkeit der auf dem Lande Ge— 
borenen im Vergleich mit den Stadtkindern. Was zunächst die 
Landkinder anbetrifft, so befanden sich unter den in der Forst— 
und Landwirtschaft beschäftigten 132 147 endgültig Abgefertig— 
ten 79 960 Taugliche — 60,52 0. Unter anderweit beschäftigten 
88666 endgaltig abgefertigten Landkindern befanden sich 
109 128 Taugliche — 57, 84 0. Unter 19491 in der Forst— 
und Landwirtschaft beschäftigten endgültig abgefertigten Stadt— 
kindern befanden sich 10825 Taugliche — 55,54 60. Unter 
231 864 anderweit beschäftigten, endgültig abgefertigten Stadt⸗ 
tindern befanden sich 117 678 Taugliche — 50,75 0. Der Pro⸗ 
zentsatz der auf dem Lande ftätigen, für tauglich erklärten 
Landkinder ist also im Reichsdurchschnitt nicht unwesentlich besser, 
als der der anderweit beschäftigten Stadtkinder. Vergleicht 
man jedoch die Verhältnisse der einzelnen Armee— 
korpsbezirke, so erkennt man, daß die Militärtauglichkeit 
des platten Landes nicht überall gleich günstig ist. In 4 Armee— 
orpshezirken bleibt der Prozentsatz der Tauglichen sogar hinter 
dem Reichsdurchschnitt zurück. Dieser Prozentsatz beträgt näm— 
lich für das 6. Armeekorps (Schlesien) 54,61, für das 18. 
Armeekorps Gessen⸗Nassau) 49,34, für die großherzoglich-hessische 
Dwision 47,49 und für das 1. bayerische Armeekorps (General⸗ 
tommando: München) 52,87. Auch für die in der Stadt ge— 
horenen und in der Stadt tätigen Tauglichen weichen die Ver— 
zältnisse bei den verschiedenen Armeekorps stark von einander 
6B. Am mnaünstigsten ist der Prozentsatz beim 2 Armeerkorr— 
Neueste Nachrichten und elegramme 
der A. ud L. 
Karserrtise nach Kiel. 
Berlin, 18. Nov. Der Kaiser wird morgen (Freitag) abend 
1 Uhr von der Station Wildpark abfahren und 7.30 Uhr in 
diel eintreffen. Er wird auf dem Bahnhof vom Staats— 
ekretär Tirpitz empfangen. Um 12 Uhr findet die Ver— 
idigung der Rekruten im Exerzierhause statt. 
Im Anschluß daran findet ein Frühstück in der Offiziersspeise⸗ 
instalt und am Abend ein Essen an Bord S. M. S Kaiser“ 
statt. Am Sonntag vormittag ist Gottesdienst. Die Abfahrt 
von Kiel erfolgt Dienstag abend 10,45 Uhr. 
Von einem Besuch des Kaisers und der Kaiserin in 
Braunschweig ist an Berliner Stellen bisher nichts be⸗ 
kannt. Man nimmt an, daß einem solchen Besuch erst ein 
besuch des Herzogspaares am kaiserlichen Hofe vorhergehen 
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Nicht ohne ernste Sorge erblickt aber die königliche Re— 
nierung in der zur Deckung eines Teiles der laufenden Aus⸗ 
jaben gestellten Bermögenszuwachssteuer eine Durch⸗ 
hrechung des Grundsatzes, daß den Gliedstaaten des Reiches 
ur Erfüllung ihrer bedeutsamen Aufgaben die direkten 
Steuern ungeschmälert zu belassen sind. Meine Regierung 
vird es daher als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachten, 
m Einvernehmen mit der Reichsverwaltung weiteren Beein⸗ 
rrächtiaungen der bundesstaatlichen Finanz— 
Cheater, Kunft und Wißsenschaft. 
Lübeck, 13. Nov. 
Stadttheater. 
Festvorstellung der Literarischen Gesellichaft 
zu Lübeck: 
„Die Sochzeit der Sobeilde.“ 
Dramatisches Gedicht in 3 Akten von Hugo von Hofmannsthal. 
Die Literarische Gesellschaft zu Lübeck beging am Mitt. 
woch, dem 12. Nov., die Feier ihres zehnjährigen Bestehens 
durch eine Festvorstellung im Stadttheater. Die würdige und 
eindrudsvolle Veranstaltung, die vor ganz und gar kefsetztem 
haufe staltfsand, wurde eingeleitet durch die Symphonische Dich— 
ung „Orpheus“ von Franz Lihßzt, von dem Orchester des 
Vereins der Musikfreunde unter der Leitung des Herrn Kapell- 
neisters Furtwängler mit ergreifende, Wirkunq gespielt. 
Die wehmutumflossene Süßigkeit dieser Klänge leitete stim⸗ 
mungsmächtig über zu dem dramatifchen Gedicht von der 
Hochzeit der Sobeide“, darin Hugo von Hofmanasihal die 
ilte Mär von der Fahrt nach dem Glad in seiner feinen, manch⸗ 
nal ein wenig gezierten, aber immer von eigenster Kultur 
urchtränkten Weise vorträgt. Sobeide, die ich um ihres 
Baters Armut willen dem ungeliebten Kaufmann hat ver— 
nählen lafsen. gesteht diesem am Abend des Hochern stages 
hre Liebe zu Ganem, dem Sohn des Teppichhänders Schal⸗ 
nafsar. Der Kaufmann, ganz Weisheit und Gie— und von 
erhabener Schwäche, öffnet ihr die eine Tür, davor sie lag 
mit Sehnfucht und Verlangen. Sie stürmt davon und findet 
oen Geliebten in häßlichem Wettstreit mit dem eigenn Vater 
um ein feiles schönes Weib. Gebrochen kehrt sie zuce und 
cräot den Tod sich heim. Das Werk verzichtet gans und da 
auf alle die billigen und äußerlichen Wirkungen, um de emwillen 
man einem Gedicht dramatische Qualitäten zuzusprechen liebt. 
ks gleitet dahir wie eine Barke mit schwarzem Samit ve hängt. 
ius dessen Falten feine blasse Gesichter lugen, kluge traurige 
Augen aufs strömende Wasser schauen; rinas um vas ESchiff⸗ 
ein aber spielen und leuchten und funkeln mondscheinbestrahlte 
Wellchen, und sanfter regelmähiger Ruderschlag nn durch 
nie milde wehmutsschwere Nacht. 
Die Wiedergabe durch die Kräfte des Stadttheaters war 
wrnehm. z5Herr Kunstmaler Hermann Linde hatte den 
— — — — .. 
»eiden ersten Alten einen eigens ausgeführten szenischen Rah— 
aen gegeben, der namentlich im zweiten Akt von köstlicher 
Wirkung war; und Herr Direktor Fuchs hatte seine sorgfältige, 
ein abwägende und sicher zugreifende Regiekunst walten lassen. 
jür den Kaufmann wandte Herr Drach alle Vortrefflichkeiten 
einer reinlichen Sprechkunst auf und wurde so der Schön⸗ 
zeit der Homannstha'schen Verse du chweg gerecht. Frl. Wal! 
ils Sobeide, im ersten Alt vielleicht noch etwas uninteressant, 
rachte im zweiten die hilflose Lieblichkeit und das auf⸗ 
»egehrende Entsetzen der Betrogenen ergreifend heraus und 
ührte in der Sterbeszene des letzten Aufzuges durch Töne, 
ie geradewegs aus dem Innersten der zu Tode getroffenen 
treatur n Mit starker, aber zutreffender Cha— 
akteristik gab Herx ruß den eklen Alten, von wundervoll 
atziger Plastik war die Gülistane des Frl. Pfliegl. Und 
verr Lerch wußte die wenigen Momente, wo ihm der Dichter 
u wirken erlaubte, mit loderndem Temperament auszunutzen. 
Es waren Stunden der Weihe, fernab von der unruhigen 
Begehrlichkeit gewöhnlichrr Theaterabende. Und man darf der 
Literarischen Gesellschaft wohl bezeugen, daß sie das Fest ihrer 
ehniährigen Wirksamkeit mit Würde zu feiern verstanden hat. 
3. 
1311. Zur Auffuhrung eines Volksschauspiels, das an die 
Volkserhebung des Jahres 1813 anknüpft, hat sich ein Aus⸗ 
chuß gebildet, dem unter anderen Geheimrat Prof. Dr. 
Idolf Wagner, Geheimrat Prof. Dr. Dietrich Schäfer, 
der Potsdamer Oberbürgermeister Voßberg, der Chef der 
riegsgeschichtlichen Abteilung im Großen Generalstab, General—⸗ 
najor v. Friederich angehören. Es handelt sich um das Schau— 
piel von Maximilian Böttcher „Vaterland“. Für den 
zweck der Aufführung stehen bereits 12000 Muvon seiten des 
lusschusses des „Klassischen Theaters für die höheren Lehr⸗ 
instalten Berlins und der Vororte“ zur Verfügung. Da dies 
icht genügt, um dem Werk eine angemessene Aufführung in 
uter Darstellung und würdiger Ausstattung zu sichern, bittet 
»er Ausschuß, der auch Freivorstellungen für die breiten Schichten 
des Volkes einschließlich der Schulen plant. um Beiträge. 
Bg. 
Das Projelt eines neuen Burgtheaters. Zurzeit beschäftigh 
zie Wiener Literatur- und Theaterkreise sehr lebhaft das 
Anerbieten, das ein junger Wiener Millionär den maß⸗ 
zebenden Stellen gemacht hat. Dieser will dem seit der Eröif— 
iung des jetzigen Burgtheaters, also seit 25 Jahren, empfun⸗ 
»enen Mangel eines kleineren, intimeren Burgtheaters da— 
»urch abhelfen, daß er die Mittel für den Bau eies intimeren 
zauses selbstlos zur Versügung stellt. Die Bausumme soll ihm 
»ann in Gestalt eines jährlichen Mietzinses zurückgerahlt wer—⸗ 
»en, bis fie vollständig amortisiert ist; etwa so, wie der König 
»on Sachsen dem Dresdener Theaterverein, der das neue 
ächsische Hoftheater erbaut hat, die Bausumme in iährlichen 
naten amortisiert. Das Projiekt wird vielfach sympathisch 
rufgenommen. Aber es fragt sich, ob die Wiener Hofbureau—⸗ 
ratie weitherzig genug sein wird, sich etwas „schenken“ zu 
assen. 
Hans Pagan, Ehrenmitalied des Teutsgzen Theaters. Die 
Direktion des Deutschen Thraters hat Hans Paray anläßlich 
eines 70. Geburtstages durch eine von Prof. Orlik entwoͤrfene 
Adrefsse davon verständigt, daß er künftighin als Ehrenmit— 
Ried gesührt wird. In Verbindung mit dieser Ehrung erhält 
der Künstler einen jährlichn Ehrensold von 4000 M. 
— 2WM2 
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Schiller und das Publilklum. Die Besprechung über 
Wallensteins Lager“ und „Die Piccolomini“ leitet der Re— 
ensent der Kieler Neuesten Nachrichten mit solgenden sehr be— 
ichtenswerten Worten ein: „Wie die Oper eines voll. 
pertigen Stadttheaters ohne die all jährliche Wie— 
ergabe von Wagners „Nibelungenring“ nicht zu denken ift, so 
ehört eigentlich auch Schillers Wallensteindrama zum 
ndvergänglichen Besitztum des wohlbestellten 
5chaufspiels, das sich Jahr um Jahr an diesem deutschesten 
Verke des großen Marbachers erproben und es in Weihespielen 
ilt und jung vorführen sollte. Es ist aber ein schlechtes Zeichen 
er Zeit, wenn sie zu ihrem Schiller nicht eine begeisterte Menge 
usammenzuführen vermag, und der mäßige Besuch, der nach 
ieriähriger Pause der Neuaufführung dieses wundervöllen, 
on echt historischem Geist und dramatischem Genie gleichermaßen 
efeelten Kapitalwerkes beschieden war, spricht über die Ver⸗ 
achung unferes Theaterpublikums bittere Klagen.“
	        
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