Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausqabe 
Mittwoch, den 12. Rovemnber 1913. 
Morgen⸗Blatt Nr. 574. 
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raubend. Da die Wotan-Metaudrahtlampe infolge ihres ge— 
zogenen Leuchtdrahtes außzerordentlich widerstandsfihla gegen 
Erschütterungen ist, so sei ganz besonders auf diese bilüge 
und gute Lompe hingewiesen. 
h. Zweite Syypotheken. Der Haus⸗ und Grundbeittzer⸗Ver— 
ein für Lübed und Vorstädte beruft für Donnerztag, den 
13. d. M. gbends 814 Uhr eine Wiitglieder— und allgemeine 
ñausbelitzeraNersammlung nach der Siadthalle ein. Tages- 
rdnung; Besprechung über Maßnahmen zur Beschaffunz zweiter 
bypothelen. Referent: Herr Bantdirektor, Renner. Bei dem 
Interesse, welches diese brennende Frage für alle Hausvdelitzer 
hat, ist der Besuch dieser Versammlung zu empfehlen, Wir 
werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß auch Nichtmitglieder 
zu diesem Vortrag Zutritt erhalten. 
b. Die Bersicheruugs⸗Aheilung der Dresdner Bank wacht 
durch Inseral belannt, daß ihr Prämien-Tarif ürt Auslosungs⸗ 
Versicherung für den Mongt Dezember 1913. erschlenen ist. 
Derselbe enthält u. a. die Prämien-Sätze für Köln-Mindener 
31 IOO⸗Ilr.⸗Lose. Meininger 490 100-Tlr.⸗Lose, Oesterr. 
— V 
Zesterrx.Ungat. (Franz.), Stgoatsbahn-Aktien und Ver. Arader & 
Ffanader 60 ESt. Prior.⸗Aftien (Silber) 
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* ⸗ l 
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Tagesdericht. 
Lübeck, 12. November. J 
xX Zum Notar ernannt und vereidigt ist Herr Rechtsauwalt 
5. Brehmer II. 
Zum Direktor der Gesellschaft zur Beförderuug ae⸗ 
meinnütziger Tätzakeit wurde in der gestern abend abgehaltenen. 
Jaßerst gut besuchten Vortragsversammtung Herr Direltor Prof. 
Dr. Reuter gewählt. Die Wahl eines Vorstehers der Ge— 
ellschaft an Stelle des ausscheidenden Herrn Georg Reimpell 
fiel auf Herrn Senator Strac. 
V Die Burgerschastswahlen und der Verein der Land⸗ 
vbewohner. Eine besuchte Versammlung des Vereuis der 
Bewohner des Landgebietes beschäftigte sich wiederum mit der 
Auffteliung ven Kandidaten für die in wenigen Tagen llatt— 
findenden, Wahlen zur Bürgerschaft. Im allgemeinen wurde 
die Anficht vertreten, daß gegenwärtig mehr als je die Land⸗ 
wirte sich für die Vertretung ihrer Interessen einig sein und 
im bevorsteheden Wahlkampfe geschlossen auftreten müsien, 
damit die Zahl ibrer Mandate in der Buͤrgerfchaft nicht zurück 
geht und fie zut Bedeutungslosigkeit verurteilt werden. Tenn 
für die, Landwirtschaft sehr wichtige Angelegenheiten, unter 
denen die Ablösung der Reallgsten die bedeutsamste ikt. werden 
in den nächsten Jahren die Bürgerschaft beschäftigen. Darum 
hedarf die Landwirtschaft Vertreter in der Buͤrgerschaft, die 
mit gediegener Sachtenntnis, Beredsamkeit und diosomatscher 
Hewandtheit ihre Sache zu führen vermögen und erijordert 
zum weiteren, daß vor allem die an der Spitze der lan d⸗ 
wirtschaftlichen Organisationen stehende Pexrsönlichkeit, die schon 
aus diesen heraus nach vielen Seiten hin Fühlungen und Ver— 
bindungen besitzt, wieder in die Bürgerschaft gewählt wird. 
Auf der anderen Seite ist zu beklagen, daß, nachdem der siebente 
Wahlbezirk schen seit langem für die Landwirte verloren, 
vor zwei Jahren sie auch im achten Wahlbezirk einen Vertreter 
eingebüßt haben, bei der bevorstehenden Wahl wiederum zwei 
Mandake ernstlich gefährdet erscheinen, nämlich ein Mandat im 
echsten und ein Mandat, im achten Wahlbezirk. Om sechsten 
Wabhlbezirk bewirbe sich ein Vertreter der Industrie Um den in 
der Bürgerschaft zu besetzenden Plotz. während im ochren Wahl- 
bezirk ein Gärtner den Landwirt zu verbrängen sucht, obgleich 
der Gärtner auch in der Stadt als Kandidat aufgestelit ist. 
Weiter wird von, den Landwirten lebhaft bedauert, daß im 
iechsten Wahlbezirk ein Mitglied des Vereins in einer Wähler— 
persammlung gegen den Vertreter des Vereins aufgeteefen ut, 
ind ir achten Wahlbezirk sich die Landwirte ni ht auf einen 
Kandidaten haben einigen können. Letztere Angelegenheit be 
chäftigte die Versammlung in stundenlanger Verhandsung. Das 
Ergebnis war, daß für den achten Wahlbezirk EKremocisdorf. 
Voxwerk, Schönböcken, Kurau, Dissau, Malkendorf und Krum— 
bechh nahezu einstimmig Herr Lauenstein zum Kandidaten des 
Vereins gewählnt wurde (Fegenkandidat Landwirt aacks-Dissau 
und Handelsgärtner Phil. Paulig). Ferner wurden zu Kam— 
didaten des Vereins erwählt: für den Travemünder Landbezir! 
(sechster Wahlbezirk: Siems, Dänischburg. Kücknitz Herrenweyt 
Fneversdorf, Brodten, Teutendorf, Rönnau, Jvendorf, Pöp— 
pendorf und Dummersdorf) Landwirt Fr. Henk⸗Bältwisch 
(Gegenkandidat: Generaldirektor Dr. Neumark), den siebenten 
Wahlbezirk (Schlutup, Israelsdorf, Schattin, Uteht usw.) 
Räuchereibesitzer Niemann⸗Schlutup und für den neunten Wohr 
bezirk (Muhlentor⸗Landbezirk) Landwirt Maak-Vorrade,. diese 
sämtlich für die Wahlen der Abteilung III; sowie iür den 
neunten und zehnten Wahlbezirk (Muhlentor-Landbe zirk und 
Ritzerau) für die Wahlabiteilung IV Kunstgärtner Bertelsen— 
Wulfsdorf. —. Schließlich führten noch die Lanowirte von 
Schattin und Atecht Klage darüber, daß ihr seit Fahren dem 
Bürgerausschuß unterbresteter Wunsch. daß für diese heiden 
Dörfer ein Unterbezirk des siebenten Wahlbeziris gebildetf und 
ür diefen ein eigenes Wahllokal, bestimmt werden möge. auch 
in diesem Jahre wieder nicht entsprochen worden set und zwar 
Jediglich aus dem rein formalen Grunde. daß ihr Gesuch 
einen Tag zu fpät eingegangen sei. — Nach Eörledigung der 
Wahlangelegenheiten kamen noch verschiedene landwirsschaunrliche 
und Steuerfragen zur Besprechung. 
SBSeunstãtten⸗Gesellfchaft. Herr Maurermeißer Dechau ir. 
hat von der Heimstätten-Gesellschaft den Platz Heimstätten 
Nr. 29 in Größe von faft 800 qm gekauft und erbaut zur?eit auf 
diesem für sich ein Wohnhaus nach dem Plane der Gesellschaft. 
ks zeigt sich, daß die Bestrebungen der Gesellschaft auch in den 
Kreisen der Bauunternehmer mehr und mehr Anklang finden, 
während sie anfangs bei diesen mancherlei Bedenken begeg— 
neten. Herr Dechau will das Haus Ende des laufenden Jahres 
beziehen. Der kleinere Haustyp, den die Geseilschaft probe⸗ 
weise bei den Häusern Heimstätten Nr. 31 und 33 gewählt hat 
scheint sich zu bewähren. Die Häuser, die Ende Oktober fer tig⸗ 
Jestellt worden sind, machen außen und innen einen gefälligen 
Eindruck. Sie enthalten im Erdgeschoß Küche und zwei Wohn— 
täume und im Obergeschoß zwei Schlafräume, außerdem einen 
engebauten Stall und kosten bei reichlich 500 qm Grundstücks- 
fläche 500 M, während ein Haus nach dem größeren Normal— 
vlan hei 600 am Grundstücksfläche zureit 6200 Mukossel 
durch Glander und Lroglauer je ein Lor. Hiermit war der 
Sieg sichergestellt. An dem Resultat wurde bis zum Schluß 
nicht mehr geändert. „Kilia“ hatte zwei Ersatzleute. Der 
Zübecder Meister hatte erst vor 14 Tagen den Altonaer 
F.C. v. 93 mit 2: 1 geschlagen. 
Der Verein ehem. Kameraden des Gardelorus feierte 
Zonntag im Kolosseum sein 19. Stiftungsfest, da⸗ sich eines 
ehr zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. An Ehrengästen 
bären erschienen u. a. Herr Senator Dr. Kalkbrennec, Ehren⸗ 
misglied des Vereins. Herr Bezirkskommandeur Maivur von 
düden sowie die Vertreter der kameradschaftlichen Vereine 
übegs. Einige sehr gut von der Brennerschen Kapeile vor— 
ettagene Kenzertsstücke leiteten das Fest ein. Sodann be— 
rüßte der erste Vorsitzende. Kamerad Bureauvorsteher Nissen, 
ie Erschenenea. In kurzen Worten warf er einen Rüdblid 
ruf die 1894 von 35 preußischen Gardisten erfolgte Gründung 
hes Vereins und endete seine Rede mit einem Kaiseshoch.in 
beiches die große Teilnehmerzahl begeistert einstimmte. Von 
er ganzen Versammlung wurde stehend die Nationa bomne 
esungen während auf der „Bühne inmitten schöner Blatt— 
ewächse die Ka'serbüste, flankiert von zwei riesigen Gardisten. 
ichtbar wurde. Nunmehr wurde das reichhaltige Programm 
npräziser Reihenfoige abgewickelt. Der im Verein so beliebte 
damerad Brüggemann erntete wie immer für sein? vgrzugich 
u Gehor gebrachten Couplets reichsten Beifall. Dex Sawant 
Fine Braut gaus Verlegenheit“ wurde von den Kameraden 
Atto Nissen. Henning und, Sternberg gut gespielt und löste 
bahre Lachsalven aus. Sodann waren es die Mitalledec des 
Männerturnvereins. die durch ihre schneidigen Uehungen am 
zarren die Anwelsenden unterhielten und für hr sicheres, vor— 
iehmes Auftreten reichen Beifall ernteten. Zum Schlutßz 
rerzierte der Kamerad Sternberg noch 4 Gardisten, die in 
Berlin auf dem Kasernenhof jedenfalls „grader“ gestanden 
saben. Auch diese Vorführungen fanden gute Aufnahme bei 
»en Anwesenden. Dann trat der Tanz in seine Rechte, der die 
Lilnebmer noch lange nach Mitternacht in schönster har monischer 
Beise zusammenhielf. Alles in allem; Es war ein norzüglich 
zrangiertes, in allen Teilen wohlgelungenes Fest, das den 
I g ehmern noch lange in angenehmster Erinnerung bleiben 
vird. 
Sprechsaal. J 
(Die unter dieser Rubrik abgedruckten Artikel sind völlig 
unabhängig vom Standpunkt der Redaktion.) 
Eingesandt.) 
Saben die Reformen im Nat ritüdi nun VWere'n d'e vo heandoenen 
Mißstände beseitigt? 
Nach Gründung des „Neuen Wahlpereins“ ist von, seiten 
des Vaterstädtischen Vereins“ mehrfach in Veröffentlichungen 
zum Ausdruck gebracht worden. daß man mit ernstem Bestreben 
daran sei, eine durchgreifende Statutenänderung vorzunehmen. 
damit die Mißstände. die sich durch Cliquenbildung innerhalb 
des Vereins im Laufe der Zeit herausgestellt hätten und die 
leider zur Gründung eines neuen Bürgerschafts-Wahlvereins 
geführt hätten, für immer als beseitigt betrachtet werden 
fönnfsen. Man hat das den gläubigen Wählern möglichst 
mundgerecht vor Augen geführt, um damit. zu perhindern. 
daß die Wähler 1. Klasse aqus dem Vaterstädtischen Verein au?— 
reten und Jich dem neuen Verein anschließen. Ein großer 
Teil dieser Wählerklasse hat sich auch dadurch bestimmen lassen. 
dem Vaterstädtischen Verein treu zu bleiben, weil man sich 
agte, wozu brauchen wir einen neuen Verein, wenn uns pom 
ihten Verein die Versicherung gegeben wird, daß diese — 
stände durch entsprechende Stafutenänderung für die Zukunf! 
ein für allemgl abgestellt werden. J 
Ist nun diese Erwartung in der Tat. auch eingetroffen? 
Die Antwort auf diese Frage kann mit einem glatten Nein! 
erledigt werden, und Wo noch hinzugefügt werden, daß die 
Cliguenwirtschaft im aterstädtischen Verein heute eine noch 
viel bedeutendere als von damals ist. Denn der Macht⸗ 
faktor. der jetzt bei dieser Wahl wieder von den Beamten 
und Gewerbetreibenden im Vaterstädtischen Verein ausgeipieit 
wird, kennzeichnet sich in den jüngst bekannt gegebenen Wahl⸗ 
qufsätzen für die pier Quartiere so eklatant. daß ein flüchtiger 
Blick über die Listen gilein shon genügt, um darüber vost 
kommen im Klaren zu sein. Interessant ist ferner dabei, daß 
aus diesem Wahlaufsatz des Vaterstädtischen Vereins hervor— 
geht. daß nur der für die Bürgerschaft als würdig erachtet 
wird, der Mitglied des Vaterstädtischen Vereins 
oder wenigstens Nichtmitgliede des Reuen Wahl⸗ 
pereins ist. Bloß ein einziger Name findet sich vor, der, 
wie es scheint, versehentlich in die Liste kan und als schwarzer 
Nabe dort prangt. weil, er vielleiht vergesfen hat. feinen 
lustritt aus dem Vaterstädtischen Berein anzuzeigen. Alle 
ibrigen aber sind entweder Valerstädlier oder zum mindesten 
eine Zugehörigen zum Neuen Wablverein. Man nimmt also 
im Vaterstädtifchen Verein weniger Rücksicht auf die Fähigkeilen 
des Mannes, ob er sich für die Bürgerschaft auch eignet. 
ondern wacht seine Aufstellung in erster Linie davon abhängig, 
ob er Mitglied des Vaterstädtischen Bereins ist oder dem 
neuen, Verein nicht angehört. die Cliquenwirtschaft geht 
also im Vaterstädtischen Berein unter den IAen Verhärtniffen 
ganz ruhig weiter. 
Wie ganz anders renort sich da der Neue Bürger— 
chafts⸗ Wahlverein. Während der Vaterstädtische Berein nur 
zinen Kandidaten aus Versehen, der Mitgüed des neuen 
Vereins ist, und die übrigen 32 Kandidaten uur von isch 
zusgestellt hat, hat der Neue Wahlvperein nicht weniger als 
8 Mitgliedeéerdes Vaterstäbtischen verreins“n 
einem Wahlauffatz“ und nur 15 von sich. Der Bürger⸗ 
afts⸗Wahlverein hat also nicht darnach gefragt, welchem 
Berein die Kandidaten angehören, noch weniger etwa solche 
gestrichen, weil sie Mitglieder des Vaterstädtischen Vereins 
ind, ondern in ganz unparteiischem Sinne nur die Befähigung 
des Einzelnen als Kandidat berücdhsichtigt und darnach seine 
Wahl getroffen. Das ist ein Verfahren. das in den Augen 
der Waͤhler alle Hochachtung verdient. aber so wie es im 
Vaterstäbtischen Verein durch den Zusammenschluß der Beamten 
und einem Zweig von Gewerbetreibenden getrieben wird, das ist 
in absotut unbaltbarer Zustand, und das soilten sich Por auem 
die Herren Gewerbetreibenden sagen. Denn die lehteren sullien sich 
och vergegenwärtigen, daß ein Zusammenschluß nmit den Be— 
amten zu dem Zwed, die anderen Stände niederzustimmen, 
ür sie unter Umständen von den unheilvollsten Folgen sein 
ann. Die Vorteile, die man schließlich durch einige Mandate 
mehr zu erringen glaubt, follten doch die Einsicht am Ende 
richt soweit trüben. daß die Gewerbetreibenden nicht mehr 
um Bewuß! sein kommen, wem sie eigentlich der Natur nauch 
iäher stehen und ob sie inehr mit und von den Becnten ader 
en anderen Ständen leben müssen, Ein unnafariveres 
Zgerhältnis als den Zusammenschluß von Gewerbetreibenden 
und Beamten zum ZIwed der Riederftimmung der schaffenden 
ind Werte erzeugenden Stände kann man sich eigentlich 
chlechterdings nicht denken. Das heißt. den Ast selbft absägen, 
quf dem man gezwungen ist, zu sitzen, wenn man vorwärts 
ommen will. Daß das gerade die Herren Gewerbetreibenden 
m Vaterstädtischen Verein? einsehen möchten, wäre sicher nicht 
zu ihrem Nachteil. Und was dann schließlich noch ihre An— 
zahl Ste in der Bürgerschaft anbeiangt, so wird ihnen diese 
ganz siͤter niemand streitig machen woilen. Moöge die Wahl 
usfallen wie sie will der neue Verein die Mehrheit erlangen 
der ‚nicht, so viel steht jedenfalls mit Bezug auf den Neuen 
Wahlverein fest, daß er in jeder Himigt einwandsfrei und- 
gewissenhaft gehandelt hat Ein Wähler. 
b. Stadttheater. Aus der Theaterkanzlei schreibt man uns: 
Zonntag gehen „Die Meistersinger von Nürnberg“ neuein— 
kudiert in“ Szene. Die Proben fsind in vollem Gange und 
perden pon Herrn Kapellmeister Furtwängler, der diese Ope 
ils Gast dirigieren wird, aufs sorgfältigste geleitet. — De, 
ielfachen Klagen aus dem Publikum Rechnung sragend, da' 
ie Zusammenstellung von „Cavalleria rusticana“ und De. 
Zarbier von Sevilla“, nicht glücklich wäre und der Theaterabend 
adurch, zu stark in die Länge gezogen würde, was unamentlid 
em „Barbier von Sevilla“ zum Schaden gereicht, bat sim dic 
direlfion entschlossen, den Wünschen des Publikums nachzugeden 
nd den „Barhier von Sevilla“ nunmehr allein zur Auf— 
ührung zu bringen. So gelangt Sonnabend diese Ope: mit 
Ida Peilny ols Rosine, die, wie schon berichtet, auf 5 Jahre, 
b Herbst 19185 an das Kgl. Opernhaus Berlin veeyfli— tej 
vurde, alblein zur Aufführung. 
b. Honzert der Vereinigten Männergesanugoereiae des 
niederlähseschen Sängerbundes zu Lübed. Wiederholt haben 
nsere Männergesangbereine sich einzeln und, geschlossen in un— 
igennützigster Weise bereit finden lassen, bei patrio'schen Ge— 
egenheisen mitzuwirken, und der Erfolg dieser Vernnstartungen 
jat nun den Vorstand der Vereinigten Männergesangvereine 
ranufigt, mit einem eigenen größeren Konzert, an die Heffent— 
ichkeit zu treten, das am Freifag, dem 14. d. M., im Kolosseum 
tattsinden wird. Es ist zu hoffen, daß trotz der reichlich mufi— 
alischen Cenüsse in unserer Stadt auch den Bestrebungen der 
Bereiigken Männergesangvereine das weitgehendste Snteresse 
ntgegengehracht wird durch einen guten Besuch des bevor— 
tehenden Konzertes. Ganz besonders sollten diejenigen Kreife 
ich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, den Männergesang— 
hereinen ihren Dank zu zollen durch Entnahme von Eintertts, 
urten, die stets wieder auf das Entgegenkommen ver Gefang— 
bereine bei eigenen Veranstaltungen rechnen. 
h. Beratungen der hansegtischen und schleswig⸗hoteinischen 
Irtsgruppe des Bundes Deutscher Architekten n Samburg 
luf Cinladung der hamburgischen Ortsgruppe des Bundes 
Ddeutscher Architekten (B. D. A.), zu der auch die sübedischer 
ind medclenburgischen Ortsgruppen gehören. werden bie 
Hruppenverbände von Bremen und Schleswig-Hoistein am 
6. Nov. in Hamburg zusammenkommen. Auf der Tagesord 
rung der Tagung steht die Beratung von Fach- und Organi— 
alionsfragen. Der Tagung werden sich festliche Veranstastungen 
ind Besichtigungen anschließen. Es regt sich in der Archilekien 
chaft viel neues Leben, das neben dem künstlerischen Szvaffen 
uch in der Straffheit der Organisfation seinen Ausotud finden 
vill. Der Proteft der Ortsgruppen des Bundes Dveuͤlfcher 
Irchitelkten zum Fall Ihne zeigt, daß man in Nordwestdeutsch- 
and endlich auch in Kunstfragen mitzusprechen wünscht. Man 
at ja um so mehr eine Legitimation zu dem Proteft. wein die 
anseatische Baukunst neue Werte hervorgebracht, aum eine 
— VV 
Wash'ington geliefert hat. 
‚b. Die Aussteliung Berliner Sezefsionisten im Kunst'alon 
söhring wird Freitag, den 14. Nov., geschlossen. 
h. Billige eleltruische Beleuchtung. Jetzt, wo die Abende 
anfangen, länger zu werden, sei auf die Vorzüge dec elektri— 
schen Belenchtung gegenüber Petroleumlicht hingewiesen. AÄb- 
gesehen von der großen Sauberkeit, geringen Feuersgefahr 
und beguemen Bedienung der elektrischen Beleuchtung gegen— 
üher Petroleumlicht, sind auch die Brennkosten nach einer uns 
yorliegenden Gegenüberstellung unter Verwendung der be— 
annten Wotan-Metalldrahtlampen erheblich geringere. So 
ostet z. B. bei einem Vetroleumpreis von 6,20 Mipro Lilet 
in 14. linige; Brenner pro Brennstunde ca. 1 Pfennig, wab— 
end die Felektrische Beleuchtung mit einer Wotanlampe unge— 
ähr gleichet Lichtstärke (140 Kerzen) je, nach dem ödrtuchen 
Strompreis ca. 8 bis A Pfennig stündlich kostet. Dabei iji 
u bceachten, daß infolge der bequemen Bedienung das eleftrisdee 
Licht nur, dann und, an denjenigen Stellen brennt. voe 
erad— gebrtaucht wird, wodurch weitere nicht unerheblichhe Eca 
parnisse gemacht werden können. Wenn man die Ausgaben 
ür Petrolseum monatlich zusammenstellt, so wird man fuünden, 
daß fie keineswegs unbedeutend sind. Außerdem ist das fort— 
a⸗fotzto ECinhslen des Brennstoffes höchst unbequem und de— 
Fußball⸗Wettspiel. Der Fußballklub Kilia“ weilte 
Eonntag in Lübeck und bonnte die Lübeder Turnerschaft. 
den Meister von Lübed „ nach scharfem, interessantem Kampfe 
mit 4: 1 schlagen. Nach 10 Minufen stand das Spiel schon 
2:0 für „Kilia“, nachdem der Salblinke Netlitz eine Flanke 
Dzyleits aus der Luft zum ersten Erfolge verwandelte, sandte 
Glander mit dem Kopf 5 Minuten später einen Ecbball unhaltbar 
und scharf in die obere linke Torede. Die Turner versuchten 
nun mit Gewalt, durch ihr gefürchtetes Innenspiel Tore zu 
erzielen, doch scheiterten alle Angriffe an „Kilias“ Vertei— 
digung. Halbzeit 2:0 für „Kilia“. Gleich nach Anstoß setzten 
die Turner Volldampf auf und erzielten auch ihr Tor. Verschie⸗ 
dene gute Schüsse endeten in den Händen des gut spie⸗ 
lenden Gebauers. Dann smachte Kilia“ sich frei und erzien— 
Wintenr obhne ααα 
ßlänzend bewährtes Verfabhren! Kein Glaskugelvernebler! Zur Zeit der volllommenste 
Hausapparat, der jede gewünschte Inhalalionssorm ermoglicht, Ausführung dreifach gesetzlich geschüßt, einzinartig, 
ohne jede Konkurrenz in der ganzen Weit! Absolute Garantie für einwandfreie Lieferung und ladelloses 
zunktionieren! Sie erleben keine En ttäuschhung! Vesonders für aältere oder leicht zu Kotarrhen neigende 
Personen Un en tbehrlbich, da ausgezeichneter Schutz gegen ernte katarrhalische Erkrankung. Glänzende 
Frfdlge ve allen chronishen atarrhen der Ainnnig Vorgane (Hals⸗ und Lunotnleiden he, Bren 
Rachen⸗ Nasen⸗, HKehlkopftatarrhe)!Zur Abbäctung üt die Kur am besten vor Eintritt des Winters zu 
wachen. Verlangen Sie daher sofort losenftei Propeit it genauen Abbildungen und unendlich vielen glänzenden 
Hutachten von Aerzten und, Patienten. Preis mitff, vernicheler, pielead hichtu sutrenden e preet ftvumpe 
Mark 12.50. Ausführung, hochelegant undermsstich, dau⸗erait das anze Teben ig 
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c. Penhapz. Ihotheler. Mönchen. Lomonztp 70. 3hr. Ialatgpipmztparst. 
Anssehneident 
Anthewahraean
	        
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