Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

. Berlin 8. Nov. Wie das Wolffsche Bureat erfährtk, 
hat auf Anweisung des Ministers des Snnern 
der Regierungspräsident von Schleswig den Gebrauch der nor— 
vegischen Sprache bei dem' Vortrage des Rordpobforschers 
Umundsen in Flensburg gestattet. 
W. Leipzig, 8. Nob. Im Spionageprozeß Mo— 
rowski und Genosser wurde heute mittag das Urteil ver— 
fündet. Es erhielten Morkowski drei Jahre Zuchthaus, Wro— 
lewsti 2 Jahre Zuchthaus unde6 Monate Zuchthaus uad Wolt- 
2 Tahre Zuchthaus. Außerdem wurde gegen alle drei auf ie 5 
Jahre Ehrverluft und Stelliung unter Polizeiaufsicht erkanut. 
PC. London, 8. Novy. Eine Geheimkonfere una 
der führenden deutschen Eisen-und Stahl⸗In—⸗ 
dustrierlen soll gestern nach einer Meldung der Daily 
Mail in Berlin stattgefunden haben. Es soll dabei über die 
Frändung einer Organisation zur Hebung des deutschen Han⸗ 
dels in Chine und im fernen Osten beraten wocden fein. 
Durch diese Organisation soll beabsichtigt werden, den eng⸗ 
ischen Handel zu überholen und eine systematische Propaganda 
ur Gewinnung neuer Kunden zu treiben. An Hand linemato⸗ 
raphischer Vorführungen sollen durch Vorträge den Konsu—⸗ 
nenten die Bedeutung und Leifstungsfähigkeit der deutshen In⸗ 
zustrie vor Augen geführt werden. — Eine etwas mysteriöse 
Meldung! 
PC. Toflio. 8. Nov. Der Ministerrat hat sich eingehend 
mit dem Budget für 1914 befaßt und dabei starle Kür— 
ungen vorgenommen. Die Frage der Armeevergrößecung wurde 
zisher noch nicht berücssichtigt. Die laufenden UAeberschüsse 
on 59 refp. 39 Millionen Yen aus den letzten beiden Zahren 
ollen zur Erhöhung des Marine-Fonds verwendet werden. 
W. Berlin, 8. Nodb. Die Unruhen im Kame⸗ 
runer Gebiet Sembe sind nach einer soeben aus Baea 
ringegangenen telegraphischen Meldung des Goudernements be⸗ 
zndet. 
e 
Wasserschierling statt Petersilie. 
W. Wattenscheid, 8. Nov. Aus Unvorsichtigkeit wurde 
n der Familie des Gärtnereibesitzers Müller im nahen Westen⸗ 
eld statt PRetersilie giftiger Wasserschierliug 
ür die Fleischsuppe gebraucht. Infolge des Genuses er⸗— 
rankten die Frau, acht Kinder und zwei Lehr— 
linge: ein neunjähriges Mädchen ist bereits gestorben. 
Kon den übrigen Erkrankten schweben mehrerein Ve— 
ensgefahr. 
QZufammenstoßß zweier englischer Torpedoboote. 
PC. London, 8. Nov. Die Torpedobootszerstsrer, Dee““ 
ind „Teviot“ sind gestern bei Nebel auf der Themse zulammen— 
geltüßen und trugen so schwere Havarien davon, daß lie ins 
Dock gebracht werden mußten. 
Die beiden Zerstörer gehören mit 32 anderen zu der 
ogenannten River-Klasse, die in den Jahren 1903 bis 1905 
erhaut sind und ihre Namen davon tragen, weil sie ämtlich nach 
Flüssen benaunt sind. Sie besitzen eine 550600 Tons, vier 
7,6 Zensimeter-Geschütze und zwei 45-Zentimeter-Tocpedo-Lant 
ierrohre und verfügen über eine Schnelligkeit von 24-25 
Knoten. 
Ein Dampfer mit 900 Pilgern auf Grund geraten. 
PC. Aden, 8. Nov. Der englische Dampfer „Atfeld“ ijst 
nit 900 indiichen Mekkapilgern an Bord unweit Tamawars 
m Golf von Aden auf Grund geraten. Die Lage des Schiffes 
oll nach hier eingetroffenen Meldungen verzweifelt sein. Der 
Dampser „Koweit“ ist zur Hilfeleistung an die Unglücksstelle 
ibgegangen. Nähere Einzelheiten stehen zur Stunde noch aus. 
W. Kaiferliche Marine. Eingetroffen: „Bremen“ 
im 6. Ney. in Tampico (Mexiko), Hansa“ am 7. Nor in 
orfu, „Jaguar“ am 7. Nov. in Gankau. 
Der neue Krupp⸗Prozeß. 
Das Urteil. 
C.T.cC Berlin, 8. Nov. (Privattelegramm der Lübecki⸗ 
schen Anzeigen). Im Brandt-Prozesz lautet das Urteil: 
Srandt wird zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt, 
ie durch die Untersuchungsshaft als verbüßt er⸗ 
ichtet werden. Ecein sS wird zu einer GelUd strafe von 
1200 Miverurteilt. Die Kosten des Verfahrens tragen die 
Verurteilten. 
W. Berlin, 8. Nov. Der Vorsitzende eröffnet gegen9 Uhr 
5 Min. die Verhandlung. Justizrat von Gordon er— 
reift das Wort zu seinem Plädoyer. Der Strafantrag des 
Oberstaatsanwalts gegen den Angeklagten Eccius habe ihn 
uͤn so mehr überrascht, als er rüchhaltlos anerkannt habe, daß 
ie Essener Herren keine Ahmung davon gehabt hätten, daß 
ßrandi dazu übergegangen ist, seinen Freunden Geldbeträge 
u geben. Die Herren von der Firma Krupp hätten rückhalt- 
os zugegeben, daß unter den Tausend und Abertausenden 
son Nachrichten, die aus der ganzen Welt in Fsen einliefen, 
ich auch welche befanden, die auf Indiskretiohnen zu— 
rückzusühren seien. Als praktische Männer sahen sie sich 
nich diese Nachrichten an. Weiter liege gegen die Firma Krupp 
nichts vor. Andererseits habe Geheimrat Hugenberg hier er— 
lärt, daß er sich von dem Augenblick an. wo Dr. Mühlon 
hn über den Kornwalzerbetrieb aufgeklärt habe, darüber klar 
jewesen sei, daß dem ein Ende gemacht werden müsse. Wenn 
is vach dem Oberstaatsanwalt gegangen wäre. so hätte man 
zie Firma Krupp unverzüglich nach der Feststellung der Un— 
egelmäßigkeit nach dem Nordkap geschickt und die 
Berliner Vertretung, die doch gewiß keine gleichgültige Sache 
par. verwaisen lafssen müssen. Dem stand aber das Inter— 
esse der Firma Krupp entgegen. Es stehe fest, daß die Leute, 
mit denen Brandt in Verbindung stand, ihm die Nachrichten 
aus freiem Ermessen gegeben haben und kein Moment sei stich⸗ 
raltig dafür, daß sie gekauft sind. Was nun den Angeklagten 
ẽccius angehe, so hat, dieser in der Hauptsache sich um das 
Auslandsgeschäft zu, kümmern, das einer besonderen kauf; 
nännischen Arbeit bedurfte. Von Mittätersch af t könne nicht 
ie Rede sein, da die Straftat noch nicht bestand. Brandt 
jabe die Sache selbst eingerichtet. Der Verteidiger geht so 
ann In längeren Ausführungen auf die Schweigepflicht 
»er, Begamten ein und vertritt die Ansicht, daß das, was 
in Verkehr zwischen Brandt und seinen Kameraden geschehen 
st, gang und, gäbe sei. Wozu sei zum Beispiel der 
es oehige Vertkehr in diplomatischen 
reisen, notwendig? Der Verteidiger geht sodann im ein⸗ 
elnen auf, die bei, von Metzen beschlagnahmten 
ßriefe ein und erklärt, er verstehe nicht, wie man annehmen 
önne, daß die Korrespondenz den Beweis für die Schuld 
eines Klienten liefere. Sodann beleuchtet der Verteidiger die 
Tussagen des Zeugen 19 Metzeen. Er gehe nicht 
o weit, zu behaupten, datz diesem Zeugen von Hause aus 
ein Glauben hesnmeffen feir Zeuge von Dienen heabe sich in 
fele Widerspruche verwmickelt. Aus den Kornwalzern könne kein 
Mensch ersehen, ob die darin angegebenen Submisfionspreise 
eheim waren oder nicht. Den Sachverständigen, die doch mit 
em Material aufs engste vertraut selen, sei in deser Hin icht 
in Irrtum unterlaufen. Da habe Eccius, der sich mit der 
Sache nur flüchtig befaßt habe, erst recht ein Irrkum unter— 
aufen können. Der Brozeß habe im Auslande großen Staub 
uufgewirbelt. Das Auslandmüssesstaunen darüber, mit 
pelcher Gewissenhaftigkeit wir darauf achten, daß die 
ßeamtenschaft integer bleibt. Ein wirkliches Pangina hälte im 
Lusland nicht so piel Zeit gekostet, wie hier die Bagatelte 
zrsordert habe. Der deutschen Industrie möchte 1ch wünschen, 
daß, wenn wieder ein großes Werk so durchleuchtet werde, wie 
s hier, bei der Firma Krupp gemacht worbden sei, es ebenso 
ein herausgehen möge, wie die Firma Krupp. Der Be— 
mtenschaft wuͤnsche er aber, daß niemals ein gefährlicherer Ver— 
ucher an sie herantrete, als Brandt und daß sie keine schlech⸗ 
eren Elemente unter sich finden, als die bedauernswerten Ange— 
lagten und Verurteilten aus den Militärprozessen. Er bitte 
im Freisprechung seines Klienten. 
Der Oberstaatsanwalt 
zetonte in seiner Erwiderung auf die Ausführungen des Ver⸗ 
eidigers Gordon nochmals: 
Die Firma Krupp sei durch den Kopf des Brandt und durch 
ie Hand des Eccius an die Militärbeamten herangetreten. 
Brandt habe die Mitteilungen nicht als Privatperson erhal—⸗ 
en. sondern als Vertreter der Firma Krupp, die zu der 
eeresverwaltung in engen Beziehungen steht. Die von ihm 
terbei gaufgewendeten Miltel waren die Mittel der Firma Krupp 
Wenn das Hericht anderer Ansicht sei, so könne Direltor Eccius 
uigt als Mittäter, also auch nicht als Gehilfe betrachtet 
verden. 
Nach dem mehr als dreistündigen Plädoyer des Justizrates 
o. Gordon und nach Replik und Duplik des Staatsanwalts 
und der Verteidiger erhielten in der heutigen Verhandlung 
des Vrozesses Brandt die Angeklagten das letzte 
Wort, worauf Direktor Ecciusseine vielfach durch 
Schluchzen unterbrochene Ansprache hielt. So— 
ann trat eine Frühstückspause ein. 
Angeklagter Eccius führte aus: Der Oberstagts- 
mwalt sei, gestern mit ihm streng ins Gericht gegangen. Auf 
ie Bemerkung des Oberstaatsanwalts zurückkommend, daß er 
einer Stellung nicht gewachsen gewesen sei, bemerkt Eccius, 
ie Dinge sehen sich nachher immer anders an als zuvor und von 
rwerbshascherei, wie gestern vom Oberstaatsanwalt angedeutet 
i. könne bei ihm nicht die Rede sein. Er stamme aus einer 
gistischen, Familie und sei zum Stagtsbeamten erzogen warden. 
r habe sich nie dazu gedrängt, eine, Stellung in der Indu— 
rie, in der viel Geld zu verdienen sei, zu erlangen. Gegen 
en Wunsch seines Vaters habe er sich mit der Konsularkarriere 
eschäftigt sie aber dann auf das Angebot des verstorbener 
zerrn Krupp, in seinen Dienst zu treten, aufgegeben. Er habe 
ies getan in der Hoffnung, seine Eigenschasten so voll aus— 
rutzen zu können. Nit, bewegter Stimme erklärte der Ange— 
lagte, es sei für ihn der Spruch Leitstern gewesen, den das 
Irüppdenkmal in Essen führe: „Der Zweckh der Arbeit soll das 
emeinwohl sein.“ Auf dieses Signum habe er sein ganzes 
S5treben und sein Wirken eingestellt. All sein Streben sei dahin 
egangen, die Arbeitsfähigkeit der Firma Krupp r den Ernst⸗ 
all zu sichern. Angeklagter Eccius schloß seine Ausführungen, 
ie unter tiefstem Schweigen im ganzen Saale angehört wurden 
ind die sichtlich Eindruck auf, die Hörer machten, der hohe 
Herichtshof könne sich als Grund gegen seine Schuld vor Augen 
alten. daß dies der Leitstern all seines Handelns gewesen sei. 
Angeklagter Brandt erklärte, es sei ihm niemals 
er Gedanke gekommen, den Verkehr mit seinen früheren Ka— 
nen dazu auszunutzen, um von diesen Mitteilungen au 
rhalten. 
Der Gerichtshof zog sich darauf zur Beratung zurück. 
Der Vorsitzende keilte mil daß das Urteil nicht vor 4 Uhr 
u erwarten sei. 
Vermi tes. 
. K. Könige im Bild. Auch Herrscher sind ja nicht Aer 
ille menschlichen Schwächen erhaben, und so ist es begreiflich, 
»aß sie nicht immer gleichgültig dafür sind, wie sie der Well 
m Bild oder im Film gezeigt werden. Was man aus den 
Rhotographien einiger Fürsten über ihre kleinen Eitelkeiten 
erauslesen kann, das bdildet den Gegenstand einer lustigen 
blauderei. die eine englische Wochenschrift veröffentlicht. Vor 
iner Reihe von Jahren wurde von dem hochaufgeschossenen, 
chlanken und blassen König Alfons das Gerücht verbreitet, 
er wäre nicht gesund und habe etwas an der Lunge. Das war 
zatürlich dem König oder zumindest seiner Umgebung recht 
mangenehm, und wie dieser Argwohn durch Photographien 
ntsianden war, so mußte man ihm auch durch Bilder, be⸗ 
egnen, denn ein solches, Gemunkel konnte ihm in Jeiner Herr⸗ 
chaft wie bei seiner damals noch nicht vollzogenen Verheiratung 
mpfindlich schaden. Es gingen also vom Hofe in Madrid 
ꝛine Unzahl von Photographien aus, die den jungen Gönig 
is eisrigen Sportsmann und kleinen Herkules darstellten. Ta 
man Alfons, wie er Polo spielte, selbst sein Auto lenkte, 
; kühnen Reiter auf feurigem Pferd und auf der Jagd. 
e Bilider taten ihren Dienst und der König lebt, heute im 
lgemeinen Bilde als ein kräftiger Jüngling, der allen körper— 
chen Uebungen besonders zugefan ist. Fehlt dem Madrider 
errscher ein kräftiger Leibesumfang, so ist König Viktor 
manuel von der Natur um einige Zoll. Körpergröße be— 
aen worden, die ihm mit seinem energischen Gesicht un“ 
inem stolzen Schnurrbart erst das imponierende Aussehe 
erleihen würden. Auch da helfen die Photographen de 
znigs nach. Ein Bild des Herrschers wurde in Tausende 
on Exemplaren verbreitet. das ihn an der Spitze seinen 
Skorte zeigt. Hier überragt er seine Umgebung um eine 
deinigkeit, denn man hat sorgfältig Offiziere gusgesucht, die 
ls klein gelten müssen und so ein vorteilhaftes Relief für 
»ie Figur des Monarchen bhieten. Eine andere Photographie 
eilte den König in einem Automobil dar, dessen Seitenwände 
esonders niedrig waren, so daß die Gestaͤlt des Königs hoch 
arüber hinausragte und man ihn wohl danach für einen 
örperlid. großen Mamn halten konnte. Auch der Zar wird 
»n seinen Photographen mit Vorliebe als ein Mann. von 
esonderen Körperkräften dargestellt, und es soll vor einigen 
ahren guf seinen Befehl ein Bild in ganz Rußland verbreite 
orden sein, das ihn zeigte, wie er guf, der Newa rudert 
er verstorbene König Eduard ließ sich besonders gern als 
Ppoertsmann und in möglichst leutseliger, ungezwungener 
»allung vphotographieren. Typisch dafür ist das Bild. auf 
em man ihn sieht, wie er selbst den Derby-Sieger Minoru 
m Zügel führt. Roosevelt ließ sich während seiner Präsident- 
chaft 14mal im Kreise seiner Familije hotographieren, weil 
x in seinen Ideen für, eine zahlreiche Nachlkommenschaft und 
ür das Heim als, den Hort der Volksgesundheit eintrat. Auf 
Verbreitung dieser Familienbisder legte er besonderen 
We 
Unwetter auf den Philippinen. Zwölf furcht— 
zare Erdstöhe sind in Bagnio vorgekommen, während ein furcht— 
zarer Sturm 48 Stunden lang wütete. Auch fielen gewaltige 
Regenmassen in einer Menge von 28 Zoll. Ein großer Schaden 
st in dem Gebiet der Philippinen angerichtet worden. Sehr 
roh sollen auch die Menschenverluste sein, doch ürlautet 
erüber noch nichts Bestimmtes. 
D. Ankauf der Seilstätte Hohen-Honnef 
zurch die Landesperfsicherungs-Anstalt. Der 
Jusschuß der Landesversicherungs-⸗Anstalt in Düsseldorf hat 
segen den Protest des Verschönerungs-Vereins für das Sieben— 
Febirge und einiger rheinischer Städte mit allen gegen eine 
Sümme den vom Vorstand beschlossenen Ankauf der Heilstätte 
Hehen-Homnef genehmion 
Sprechsaal. 
(Die unter dieser Rubrit abgedruckten Artikel sind völlig 
unabhängig vom Standpunft der Redaktion.) 
Eingesandt.) 
Staditheaterspielpsan. 
Ich möchte mir gestatten, nochmals auf den Sprechsaal 
Artikel „Stadttheater“ vom 30. Sept. betr. Bekaunntgabe de— 
Spielplans zurückzugreifen. 
Jeder Theaterinteressent kennt den von der Redaktion ge 
nannten Grund; ich persönlich bestreite seine Berechtigung, denn 
ch glaube nicht, daß man mit jener Geheimhaltung des nächsten 
Sonntagsstückes dem Theater dient. Mir scheint, wir sim 
oamit wieder auf die „kleinstädtische“ Bahn gekommen, auf dei 
wir früher im alten Stadttheater standen. 
Lesen Sie zu Anfang der Woche bitte mal in auswärtigen 
zZeitungen den Spielplan anderer Bühnen (Magdeburgische Zei— 
cung, Hannoversche Zeitungen usw.); Sie finden mit verschwin— 
dend wenig Ausnahmen die Bekanntgabe des Spielplans von 
Sonntag bis einschließlich Sonntag, bezw. Montag der nächsten 
Woche. 
Die Magdeburgische Zeitung gab in der letzten Woche 
. B. den Spielplan folgender Bühnen bekannt: Magdeburg, 
halle, Berlin, Halberstadt, Hannover, Braunschweig, Dessau 
ind Leipzig. 
Sogar Halberstadt hatte den Spielplan vom Sonntag bis 
einschließlich Sonntag veröffentlicht! 
Es wäre meiner Meinung nach im Interesse unseres Theaters 
(auch des Ansehens unserer Bühne nach außen hin) wünschens— 
vert, wenn wir zu der unter der Direktion Kurtscholz geübten 
Praxis zurũdkehrten. Ein Theaterfreund. 
2 
— 2 
Tu beziehen dureh den Weingrosshandel. 1779 
Statistix der Lebensmittelpreisse in Lüheok. 
Nachden Ermittetungen des Statistischenamtes 
vom 7z und 8. Novemberloszg. 
Detailprels DPDetailpreis 
— sur ĩ Pia. in ptg 
Zezeichnung derWare /. 23 ẽ5 Bezeichnung derWare . 
33 23 38 333333 
Brot. 35 38 38 Gemüse. 235 33 35 
zehwarzbrot ........ 12 13 10 ,Rotkohl .... 1Kopt 20 20 10 
zeinbrot ...... ..... 17 19 16 Blumenkohl, 
zemmelaf. 10 Pt. gr. I80 1588 225 . Qualitat. I 30 50 20 
Fleseh. Il. .160 20 33 13 
vindfleisch ꝛosenkonl, 
von der Keule..... 110 140 100 J. Qualsitat. I Pfd. 25 30 20 
vom Bauceh ....... 90 90 7585 i. d 12 20 285 13 
(albfleiseh v.d. Keule 120 149 115 Grünkohl ... 1 10 10 9 
iRarbonade 130 140 120 3pinat ..... 15 20 20 19 
nuchternes 70 70 65 «poptsalat... 1Kopt 10 20 02 
lammelfleisch (ohlrabi ... 1I Bund 10 15 Ic 
on der Keule..... I10 170 110 c,habarber ·. I — — — 
von der Brust..... 100 110 100 Sellerie ..... 1 Kopt 10 15 10 
e weinefleiseh Porree...... 1IStck. 5 5 — 
v. d. KeuleSehinken) 90 100 90 Sschwarzwurz. 1Pfd. 20 40 20 
Kotelette......... . 110 110 100 7wiebeiln .. 1Bund 5 56 
vom Baueh ....... 90 90 80 ... IPfd. 10 0 10 
ferdefl. Beefsteaß. 60 60 60 (cartotftfeln, 
Hackfleisch 50 50 50 franzoösische 10 2 50 50 4t 
Fleischwaren 1d2 600 700 580 
Leberwurst, J. Sorte. 120 140 100 Masgn. bon.. I0 Pto. 30 40 30 
J 2. Sorte. 100 110 9. 1d2 400 500 40 
M.“ twurst Zervelatw. I60 180 14 Fruhlartotf. 10 Pfd. 40 50 40 
gewonhni.. 140 150 10 . 102500 550 456 
* gerauen.. 140 160 13 Aöhren .... 1Bund 5 5 
echweinskopf,,.⸗606 ..... IPtfo 5 108 
peck, geraucherter. 100 115 10 UAarotten.... lI Bund 5 52 
iel. weineschmalz, hies. I00 110 8 ... 1Pfto. — — — 
samerilc. Lote Beete.. ISch. 40 60 46 
Spezial“ ja) ..... 80 90 70 38teckruben.. 18tck. 10 10 10 
Süũ wassersisehe. Teltow. Rüben 1Pfd. 20 30 18 
ʒehleie Portions⸗) .. 130 160 150 gadieschen. IBund 5 5 
(cerotere) ... 140 160 130 dettieh ..... 1ISteck. 5 10 
(arpfen (oroßere) .. 110 110 110 Irbsen(Schot.), 
xleinere) .. ICO0 110 10 Qualität 1Pfd. — — — 
val (rstere) ......130 130 10 F 2 — — — 
c(mittlere)....... 100 100 80 Gr. Bohnen. 10 — — — 
lechte (gröbere) ... 70 80 2. Brechbohnen 15 — — — 
mittlere) ... 80 900 5 Halbreit. Bonn.i 25 30 29 
Zarsche ............ T) 80 6 Obst. 
zrachsen (orõßere). 70 70 7 äpfel. 
cbleinere). 60 60 69 Sommer-...1 20 30 15 
Mand. ............ 60 70 60 Tafel- ... 1 30 50 30 
dotugen (grhere).. 3) 40 30 iil..1⸗ 25 30 2 
Seefisehe W.ertschasts- 10 20 25 20 
dorsche (lebendey .. 40 45 40 auslandische 1 40 60 30 
(frische).... 30 49 30 Zirmnen, 
Zutt (erõößere) .... 45 30 Früh-......1 2 727 
⸗(cxleinere) ..... 30 50 20 8. 1...... 1 30 40 25 
zteinbutt Gebende) . IcCO 110 100 Coch-..... 1 20 20 19 
Jeringe (grũune) Stck. rlaumen. 
fur 10 Pfg........ 3 3 3 zwe tschen. 1 — — — 
Butter und Eler. Frih⸗·(bad.) 11 — — — 
Ibutter (Meiereib.). 150 155 145 irschen. 
(Landbutter) ..... 130 140 120 nies. wein · ·· — — — 
Zler (frische Land- auswartige. 11 — — — 
SFick 12 13 10 Veintrauben 12 50 60 48 
(russ. sog. Kisten- rdbeeren... 11 — — — 
eierd........ Stek. 10 118 ttachelbeeren — — — 
Gemũuse. —X—— ohannisbeer. 11 — — — 
Tomaten ... l Pfd. 25 30 2 limbeeren .. 15 — — — 
Jurken ..... 18tek. 20 50 20 dJeidel-(Bick-) 
pargel, heeren...... — — — 
J. Qualitat 1Pfdo. — — — — 
. 15* — — — bheeren ....- 7 77 
ul. i T — frFiederbeeren 15 20 15 
veißkanl, —VV 
Fruhkosᷣ.. 1Kopt 10 18 10 Apfelsinen .. IDte. 120 150 120 
Spatkon ... 1 10 is 10 Bananen .... 1 Pfd. 30 40 30 
Virsng. 
Frühkoh ..1 10 15 —91 
8patkohl... 110 18 10 e 
ßgei der Preisbemessung ist die gangharste Sorte mittlerer Qualitaß 
zugrunde gelegt 
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ιιι ACAAI. -CAN.
	        
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