Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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C ⏑ O——— 
Ausgabe A. 
Tagesbericht. 
Lubed, 7. November. 
Dankschreiben König Ludwigs von Bayern 
an den Senat. 
Auf das Glückwunschtelegramm, das der Senat an Seine 
Majestät König Ludwig III. von Bayern gerichtet hat, ist Herrn 
Bürgermeister Dr. Eschen burg folgende Antwort zugegangen: 
Die herzlichen Worte, in denen der Senat der freien 
und Hansestadt Lübeck seinen Glück- und Segenswünschen zu 
dem für mich und mein Land so bedeutungsvollen Er eignis 
ANusdrud gab, haben mich aufrichtig gefreut, Ich bitte, dem 
Senat meinen besten Dank und die Versicherung zu über- 
mitteln, daß die Pflege der bestehenden herzlichen Be⸗ 
Beziehungen stets meine Sorge bleiben wird. 
Ludwig. 
Riel wider Kiel. 
Aus Kreisen des deutschen Fehmarnbahnkomitees geht uns 
olgende Zuschrift zu: 
Die „Kieler Neuesten Nachrichten“ bringen unter dem 
1. November einen interessanten Artikel „Hie Kiel — Hie 
Fehmarn“,, der richtiger „Kiel wider Kiel“ überschrieben sein 
sollte. Dem Verfasser jenes Artikels will es scheinen, „daß 
die bisherigen Bestrebungen für die Kiel-Linie nicht ganz aul 
dem rechten Wege sind“. Gegen die für die Kiel Korsor Linie 
angeblich jetzt geplanten Kieler Schnelldampfer mit 
45,2 Stunden Seefahrt (also doch nicht 354 Stunden, 
wie früher immer von Kiel behauptet wurde!), erhebt jener 
Kieler Verfasser drei gewichtige Einwände. 
1. vom Standpunkt der Bequemlichkeit aus, — denn die 
heutigen Geschwindigkeiten von 6—7 Stunden, „bilden schon 
ein Minimum für eine Nachtfahrt, wenn die Reisenden 
nicht auf die Benutzung der Schlafgelegenheit verzichten 
sollen“; 
vom Standpunkt der Wirtschaftlichke it aus, — denn 
wenn schon heute die Tagesschiffe zwischen Kiel und Norsör 
neben VPost und Gepäck „nur einen geringen Teil Silzut“ 
befördern könnten, so würde die durch die erhöhte Schnel— 
ligkeit notwendig bedingte erheblich größere Maschinenleistung 
ioviel mehr Raum und Gewicht beanspruchen, daß die eventl. 
Schnelldampfer für den Güterktransport überhaupt Taum 
mehr in Frage kämen; 
. vom Standpunkt der Kie ler Lokalinteressen aus, 
— denn der Kieler Handelsverkehr würde, wenn Gülter— 
transporte, z. B. auch frische Fische, in Zukunft 
ganz ausfielen, erheblichen Schaden leiden. 
„Was nutzen zudem die schnellsten Schiffe“, so heißt es, 
„wenn sie bei Zugverspätungen auf den langen Anschluß-— 
trecken — laufen doch jetzt schon direkte Wagen von Paris und 
Brüssel — den Anschluß nicht abwarten?“ Sehr richtig! Nur 
könnte man weiter fragen: Was nützt selbst mit diesen 
schnellsten Schiffen“ eine Abkürzung der Seefahrt Kiel — Korsdr 
auf 41 Stunden (zu welcher ja von Hamburg nach Kopenhagen 
noch 221 xm Bahnstrecke hinzutreten), wenn die gesamte Fahr- 
zeit Hamburg — Kopenhagen auf der Fehmarnvroute (einschließlich 
40 Minuten Trajektfahrt) nur 5 Stunden beträgt? 
Und welche Schlußfolgerungen zieht der Artikel der Kieler 
Neuesten Nachrichten aus jener Tatsache? Er sagt: „Es unterliegt 
daher keinem Zweifel, daß diie Existenzfrage der ältesten 
und milezeit bewährten Nordlandsroute nur durch die Her⸗— 
stellung einer Trajektverbindung im einer für sie 
günstigen Weise geköst werden kann, und es dürfte an der Zeit 
sein, Mittel und Wege zu beraten, um den jetzt günstigen Zeit⸗ 
punkt nicht ungenutzt vorübergehen zu lassen.“ Dieses unfrei— 
willige Zugeständnis, daß den modernen Verkehrsbedürfnissen 
nur durch eine Trajektverbindung Rechnung getragen werden 
kann, ist aus Kieler Munde sehr interessant. Die Sache hat 
nur einen bedauerlichen Raken: Die Gesamtreise Ham— 
burg · Kiel ·Kopenhagen würde dann O2e Stunden dauern 
gegen 5 Stunden auf der Fehmarnroute! Damit wäre dann 
allerdings die Kieler Route abermals erschlagen und zwar gleich 
zweimal erschlagen, — aber nicht von einem Freunde der 
Fehmarnroute, sondern diesmal von Kiel selher 
— — 
0Subertus⸗Feier der Jagdreiter Vereinigung des Lũbed⸗ 
Travemũnder Rennklubs. Der Lubed Travemünder Rennklub 
hielt am Mittwoch nachmittag auf dem Flugplatz bei Karlshof 
an der Israelsdorfer Chaussee seine Hubertus-Feier ab, womit 
zugleich die Reihe der diesjährigen Reitjagden ihr Ende er— 
reichte. Auf dem etwas aufgeweichten Remigelände war die 
Sindernislaufbahn angelegt, die als Hindernisse für die Spring⸗ 
konkurrenzen eine 1,10 m hohe Hürde, ein 1,10 m hohes 
Koppelrich, einen 2,50 m breiten Graben, eine 1,10 m hohe 
Bretterwand und einen 1,10 m hohen Baumstamm aufwies. 
Trotz des etwas kühlen Novemberwetters hatte sich ein sehr 
zahlreiches Publikum auf dem Sportplatze eingefunden, auf dem 
die Regimentskapelle zu Beginn und zwischen den einzelnen 
Springkonkurrenzen und Rennen konzertierte. Die Zuschauer 
folgten den interessanten sportlichen Vorgängen mit dem aller— 
größten Interesse, zumal sich die einzelnen Konkurrenzen recht 
zahlreicher Beteiligung zu erfreuen hatten. In der Damen⸗ 
Sopring⸗Konkurrenz stürzte gleich beim Nehmen der ersten Hürde 
Frl. Bollbrügge auf Herrn General von Morgens 
biaäͤhriger Fuchsstute Golden Girl“. Der Sturz sah anfänglich 
recht gefährlich aus, da Fräulein Bollbrügge wie betäubt liegen 
blieb, doch erholte sie sich bald Von 7 Hemeldelen in 
nehmerinnen starteten nur 3. Richt geringeren Interesses hatte 
sich beim Publikum die Herrenm Spritg Konturren zu erfreuen, 
bei der von 15 gemeldeten Teilnehmern 9 am Start erschienen. 
Die Hindernisse ganz fehlerfrei zu ũberspringen, gelang keinem 
der Herren; sie wurden sämtlich mit mehr oder weniger Glück 
genommen. Das Hubertus-Flachrennen, Distanz etwaä 1100 m, 
wies 5 Teilnehmer auf. Der Start war recht schwierig; ein 
Finish gab es zwischen „Colonel“ und „Ingo“. „Colonel mit 
dauptmann von Waldow als Reiter ging schlieblich als erster 
durchs Ziel, „Ingo“ mit Herrn C. Plessing im Sattel wurde 
zweiter. Das Hubertus⸗Jagdrennen, Distanz etwa 2500 mn, sah 
Teilnghmer am Start. 3 Pferde schieden im Bedlaufe 2 
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MA —69 7 NR 
38 — — * * 9 * * ——3 
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Freitag, den 7. November 1913. 
Morgen⸗Blatt Nr. 565. 
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unter Mitnahme des Fünfmartstückes und des Wechselgelde 
und wurde, trotz sofortiger Verfolgung, nicht mehr gesehen. 
Die Geschäftsleute werden vor dem Schwindler gewarnt. 
o- Fahrraddiebstahl. Am 4. d. M. wurde in dem Ge— 
hölz zwischen dem Allgemeinen Gottesader und dem Schwei'er⸗ 
haus ein Fahrrad, Marke „Störzner“, ohne Polizeinummer 
gefunden und im Polizeibureau eingeliefert. Das Rad dürfte 
aus einem Diebstahl herrühren. 
Diebstähle. Ermittelt und festgenommen wurde ein 
Metalldreher aus Petlitz, der aus der Wohnung eines An— 
vohners des Jakobikirchhofes, bei dem er um eine Unter⸗ 
tützung anhielt, einen Herren-Regenschirm mit silbernet 
drücke gestohlen hat. — Festgenommen wurde ein 
iesiger Arbeiter der einer in der Krähbhenstraße 
vohnhaften Frau einen Regulator gestohlen hat. — 
zdeit Anfang Oktober d. J. ist aus dem Witterungs-Beob⸗ 
chtungshãäuschen in der Nähe des Behnturms ein etwa 20 w 
anges und 7 em breites Messingkästchen und eine Magnetnadel 
m Werte von 100 Muabhanden gebommen und zweifellos ge⸗ 
tohlen worden, und zwar aus einem verschlossenen Schrank. Das 
Nessingkästchen hat an den Seiten und im Deckeel runde, mil 
Hlas verschlossene Oeffnungen. In der Mitte des Kästchens be— 
findet sich eine Pinne aus Messing, àls Ruhepunkt für die Magnet⸗ 
nadel. Die Magnetnadel befand sich in einem Lederfutteral von 
der Form eines Zigarrenspitzenetuis; sie ist zweiteilig und hat 
eine Länge von etwa 17cm. — Bei einer wegen Diebstahls 
festgenommenen Frau wurde eine hellblau gestreifte Waschblust 
mit weißen Perlmutterknöpfen gefunden, welche sie aus einem 
ihr unbekannten Hause gestohlen haben will, in dem fie Näh 
maschinen zum Kaufe angeboten hat. 
Rennens aus, während „Blitziungee und „Golden Girl“ scharfe 
donkurrenten waren. Die Preisträger bewiesen sich als vor⸗ 
agliche Reiter. Beim Nehmen der letzten Hürde kam Haupt ⸗ 
nann von Waldow auf „Golden Girl“ zu Fall, ohne indes 
ine Verletzung davonzutragen. „Blitziunge“ mit Serrn Sans 
zZchulze im Sattel setzte sich nun an die Spitze und behauptete 
Riesen Platz überlegen bis zum Ziel. Die Hubertus⸗Jagd 
inter dem Fuchsschwanz, bei der Herr Hauptmann Staven 
agen der Master war, bildete den Abschluß der Veranstaltung 
zier winkte dem Sieger ein von den Damen gestifteter Ehren 
rreis. während alle Damen eine Erinnerungsgabe erhielten. 
PBunderhübsch sah es aus, als das geschlossene Feld, die 
zerren in roten Röcden oder bunten Uniformen, die Damen 
n dunklen Jagdkleidern, ins Lauerholz hineinritt, wo es den 
glicken der Zuschauer entschwand. Die ganze Veranstaltung. 
nit der die diesjährige Jagdsaison ihr Ende erreichte, nahm 
inen ausgezeichneten Verlauf. Die Resultate im einzelnen 
ind folgende: J. Damen⸗Springkonkurrenz. (Drei 
khrenpreise) 3 Teilnehmermnen. Irl. Jenisch (Siegerin), 
Irl. K. Mehl, Frl. Bollbrügge. — 2. Herren⸗Spring- 
onturrenz. (Drei Ehrenpreise) 9 Teilnehmer. Herr 
deutnant Hahn 1. Herr Adolf Longuet 2. Herr Leutnant 
zangerfeldt 3. — 3. Subertus⸗Flachrennen. Distanz 
irka 1100 m. 5 Teilnehmer. Ehrenpreis dem Sieger. ge⸗— 
ifftet vom Vorstand des Lübeck-Travemünder Rennklubs, ferner 
khrenpreise den Reitern des zweiten und dritten Pferdes. 
herr Hauptmann2v. Waldow auf „Colonel“ GBesitzer General 
o. Morgen) 1. Herr C. Plessing auf „Ingo“ 2.. — 
1. Subertus-⸗Jagdrennen. Distanz zirka 2500 m. 
7 Teilnehmer. Ehrenpreis dem Sieger, gestiftet von Herrn 
Seneral v. Morgen, ferner Ehrenpreise den Reitern des 
weiten und dritten Pferdes. Herr Hans Schulze auf „Blitz⸗ 
unge“ 1. Herr Leutnant Köhler auf „Hasso“ 2. Herr 
Leutnant v. Arendschisdt auf „Baldur“ 3. 
O Die Witterung im Monat Oktober 1913. Das Mittel 
des Barometerstandes war 760,1 mm; den höchsten Stand 
erreichte die Quedsilbersäule am 13. mit 776,4 mmn und fiel am 
J. auf den tiefften Stand von 747,2 mmn, so daß sich eine 
Differenz von 29,2 mm ergibt. Das Monatsmittel der Luft⸗ 
värme war 9,3 Grad Cels. Der höchste Stand am 30. brachte 
18,8 Grad Cels., während die Temperatur am 18. — 0,.7 Grad 
uufwies, so daß eine Temperaturschwankung von 19,5 Grad Cels. 
tattfand. Das Bewölkungsmittel betrug 6,2 mmm, die monat— 
liche Niederschlagshöhe 60,9 mm, von denen als Maximum 
mnerhalb24 Stunden 17,2 mm auf den 10. fielen. Ferner 
wurde beobachtet: an 13 Tagen Regen, vier heitere, zehn 
trübe und zwei Frosttage. J 
ue. Astronomisches vom November. Die Sonne tritt am 
22. November 11 Uhr abends in das Zeichen des Schützen. 
die Tageslänge beträgt am 1. November 9 Std. 831 Min. 
m 30. Nov. hingegen nur 8 Std. Sonnenaufgang: am 1. Nov 
3; Uhr 57 Min. am 30. Nov. 7 Uhr 48 Min. Sonnenunter— 
zang: am 1. Nov. 4 Uhr 30 Min., am 30. Nov. 3 Uhr 
9 Min. Am 13. Nov. haben wir Vollmond. Von den Pla— 
ieten ist Merkur unsichtbar, Mars die ganze Nacht hindurch 
u sehen. Bei der Venus als Morgenstern nimmt die Sicht- 
arkeitsdauer bis zu einer Stunde am Ende des Monats 
b. Jupiter dagegen nimmt weiter ab bis auf 1“. Std. am 
knde des Monats. Saturn bleibt von Mitfe des Monats an düe 
zanze Nacht sichtbar. 
SDer Geiellichaft für Kaufmanns⸗Erholungsheime ist 
etzt das erste größere Vermächtnis zugefailen. Der 
uüngst verstorbene frühere Prokurist der Firma Cornelius Heyl 
n Worms, Herr Wilhelm Ernst Nebel, hat der Gepellschaff 
den Betrag von 50000 Muvermacht. Zur dauernden Erinne⸗ 
ung an den bochherzigen Stifter hat die Gesellschaft be— 
chlossen. eine Bronzetafel mit seinem Bildnis im Ernst-Ludwig⸗ 
zeim in Salzhausen anbringen zu lassen. 
Das Gesetz üͤber den Wehrbeitrag vom 3. Juli 1913 
virft seine Schatten voraus. Beunruhigung ist vielfach daraus 
ntstanden, daß man in weiten Kreisen darüber im Zweifel ist, 
»b Privatbanken verpflichtet sind, über die ihnen auvertrauten 
Bermögensstücke Auskunft zu erteilen. Die Auskunftspficht ist 
urch den 8 45 des Gesetzes geregelt, welcher lautet: Die 
keichs⸗ Staats⸗ und Gemeindebehörden sind verpflichtet, den 
Beranlagungsbehörden auf Ersuchen aus Büchern, Akten, Ur⸗ 
unden. usw. Auskunft über die Vermögensverhältnisse des 
Zeitragspflichtigen zu erteilen oder ihnen Einsicht in solche, die 
Jermögensverhältnisse betreffenden Bücher, Akten, Urkunden 
sw. zu gestatten. Den Notaren liegt diese Pflicht nur ob hin⸗ 
ichtlich der einen Nachlaß betreffenden Verhandlungen oden 
oweit sie durch sonstige reichs- oder landesrechtliche Vorschriften 
egründet ist. Eine Auskunftspflicht besteht nicht für die Post— 
ehörden, für die Verwaltung der Schuldbücher öffentlicher 
Körperschaften, sowie für die Verwaltung öffentlicher Sparkassen 
md anderer mit der Verwaltung und Verwahrung fremden 
zermögens befaßter öffentlicher Anstalten. Hieraus ergibi 
ich, daß die Privatbanken nicht verpflichtet sind, Auskunft zu 
rteilen. Das Gesetz erklärt sie nicht für auskunftspflichtig, 
eshalb können auch die noch zu erwartenden, gemäß 8 70 des 
ßesetzes vom Bundesrat zu erlassenden Ausführungsbestim⸗ 
rungen ihnen die Pflicht nicht auferlegen. R. u. V. 
Eisenbahnungtüd. Der gestern abend 6 Uhr 21 Min. 
»on hier nach Stettin abgegangene D-Zug ist bei Sponhon 
n der Nähe von Neubrandenburg verunglückt. Der D-Zug 
uhr auf einen Curerwagen, der fich von einem Rangierzuge 
ibgelöst hatte. Dieser Wagen, wie auch die Lokomotive und 
»er Padwagen des D-Zuges entgleisten, die übrigen Wagen 
lieben unbeschadigt, so daß auch die Reisenden erfreuliche cweise 
inverletzt blieben. Der Lokomotipführer und der Heizer wurden 
erbrüht, doch sind ihre Verlekunagen alücklicherweise nicht 
chwerer Natur. 
- Warnung vor einem Schwindler. Am 4. Nop. erschien 
n einem, am Schüsselbuden belegenen Papiergeschäft ein unbe— 
annter Mann, etwa 30— 40 Jahre alt, mittelgroß, mit dunklem 
zaar, dunklem Schnurrbart und gelblicher Gesichtsfarbe, be— 
leidet mit schwarzem, steifem Hut und dunklem Ueberzieher, 
ind verlangte Briefpapier und Ansichtspostkarten im Werte 
von 20 Pfa. Er legte ein Fünfmarkstüch auf den Ladentisch 
ind erhielt 4,80 Mäzurück. Als der Verkäufer sich zur Kasse 
nandte. um die Eimabmne an notieren entserute sich der Kauf- 
b. Sladttheater. Aus der Thegaterkanzlei schreibt man uns 
Die Aufführung „Korallenkettlin“ bedeutete für das Woert 
vie Ar den Dichter einen groben, ehrlichen Erfolg; dem Siadt· 
hegter gab es ein total ausverkauftes Haus. Die Nachfrage 
iach Eintritiskarten war so außerordentlich stark. daß viele 
dundert wieder umkehren mußten. Die direktion hat sich 
her veranlaß: gesehen, eine Wiederholung des pacenden 
Dramas Sonnabend, folgen zu lassen. Den Sonnabend⸗ 
Wonnenten ist gestattet, von einem gebührenfreien Umtansen 
Febrauch zu machen.) Für diese Aufführung hat auch Dx. 
xranz Dülberg. der Aufor des ausgezeichneten Merkes, se!v 
krfcheinen zugesagt. 
b. Sinfonie⸗Konzert. Im nächsten Sinfonie-Konzert des 
Vereins der Musikfreunde wird das neueste Werk Max Regers. 
eine Tondichtungen nach Bödlinschen Werken, aufzeführt wer⸗ 
den. Bei der Uraufführung in Efssen, wo der Komyo nist da⸗ 
oon Hermann Abendroth porbereitete Orchester 
gierte, hat das Opus einen Erfolg davongetragen, dessen Starke 
elbst bei der günstigen Aufnahme aller neuen Regerschen 
Werke überraschen mußte. Da die Tondichtungen eine Kenntnis 
der Bödlinschen Vorlagen für das Verständnis voraussetzen, har 
ie Fie Ernst, Robert, Breite Straße 54, in dankenswerter 
Beise Reprodultlonen der Bilder ausgesteilt, die sicher das 
Inleresse aller derjenigen erregen werden, die dem Kaonzert 
p Vereins der Musikfreunde am Sonnabend beiwohnen 
werden. 
tzb. Künstlerifche Weinkarte. Auf, ein Erzeugnis des 
hiefigen Kunstgewerhes, die uns vorliegende Weinkacte des 
neuen Weinrestaurants Union möchten wir hiermit unsere Leser 
ufmerksam machen. In Buchform (Groß⸗Quart) zusammen⸗ 
gestellt, ist fie kein bloßes Verzeichnis von Weinen und ähn— 
ichem, fondern ein kleines Werk, das Einheimischen und 
Fremden allerlet über Lübeck und feine Schönheiten zu er 
ählen weiß. In Peter⸗Behrens-Type auf starkem, bütien 
rtigem Papier, von der Graphischen Kunstanstalt Geprüde: 
Borchers G. m. b. 8. gedrudt und mit steifem Umschiag versehen 
enthält fie eine Anzahl ganzseitiger Federzeichnungen in schwarz⸗ 
Peiß. darunter die beiden wirkungsvollen Tifel sowie da. Hhöne 
Borial pom „Sotel! Union in der Braunstratze. Eine Reihe 
echt guter Aufnahmen in, Tief-Lichtdrug mit entsorechendem 
Lexte zeigen uns u. a. die Giebeihäufer der Wahrnitraßze 
en, St. Petrimutm, das Holstentot vom Wasser 6us, die 
achwerlhäuser am Dom. Einige Seiten enthallen guf leicht 
lauem Grunde mit Arabesken Ornament aite lübsche Sinn 
prüche. Auch Otto Ernst und Gustav Falke sind c GSafie 
es Sauses mit einigen, Faksimiles vertteten; von letzterem 
t der „Gruß an Lübeg“ wiedergegeben Sübed, alte teure 
tadt, meiner Kindheit Wiege ufsw.“ Sicher wird die 
arte infolge ihrer künstlerischen Aufmachung und des reichen, 
eziell unserer Vaterstadt Lübed betreffenden Vnhaluts bei 
diesigen und Fremden viel Anklang finden. Wir wir bören, 
vird deshalb die Karte auch käuflich abgegeben zu einen Pceiße 
J 2,50 Mark und zwar im Weinreftauront Ünion, Holiten- 
rahtze. 
v. Die elektrische Beleuchtung findet immer rationeliere 
Jusnutzung durch Verwendung aller Arten von Schirmen, 
Refleltoren u. f. f. welche bestimmt sind, die Lichtausfteahliuag 
»er Lampe in eine bestimmte Richtung zu leilen Alle dahin 
ielenden Verbesserungs-Bestrebungen werden aber überholi 
zurch eine Spezialtype der bekannten Wosan-Metalldrahtianipe, 
die Wotan⸗Fokuslampe, in weicher der Leuchtkörper derart auf 
»er Martelfläche eines Kegels angeordnet ist (D. R. G. M.). 
»aß die Lichtausstrahlung in der gewünfschten Richtung die zwei— 
is, vierfache derjenigen normaler Metalldrahtlampen ist. Mit 
iefer neuen Lampe sind daher im Vergleich zu den gewöhn— 
ichen Melalldrahtlampen beträchtliche Stromersparmisse zuer— 
zielen. Reslekteren, Schirme unwn. werden bei dieser Samnme 
uum Teil überflüssig. 
beWas khat uns Jesns Neues gebracht?“ Wie wir aus 
dem Monatsgruß an die St. Vetrigemeinde ersehen, wird Hert 
Hauptpastor Vavenbrock am Sonntag. dem 16. 9o abenve 
5 Uhr in allgemein perständlicher Weise üher: Was bañ 
uns Jesus Ncues gebracht?“ sprechen, Das Thema wird im 
Abendacttesdienst in der, St. Petrikirche behandeit werden 
Wir en nicht unterlassen. schon heute hierauf gufmeran 
zu machen 
Großherzogtum Ospenburag und Fürstentum Lbed. 
„„Eutin, 7, Now. Von unserer Garnifon. Ober—⸗ 
eutnont Loycke vom Infanterie Regiment Lübeck, bisher 
Wiutant des Bezirkskommandos Kun bede ist zum hiefigen 
Bataillon versekt worden. 
Schleswig⸗ Solftein. 
Käel. 7. Nos. Die Landesversicherungsanstalt 
für Schles wig-Holsttein verfügt nach ihrem soeben ver— 
offentlichten Geschäftsbericht über ein Vermögen von 39412172 
MN. wovon 6378 488 Meund 4902 047 Miäin Darlehen für ge⸗ 
neinnũtzige Zwecke angelegt sind. Gezahlt wurden im Jahre 
1912 an Invalidenrenten 4268 275 M, an Krankenrenten 57929 
M. an Altersrenten 6370984 M. an Witwen- und Witwer. 
renten 3106 Meund an Waisenrenten 13 16) M. — Die Gar— 
tenstadt Schönkirchen ist finanziell verkracht. Ein Vor— 
tondsritalied der Geselsschaft hat kürzisch den Offenbarungs⸗ 
un —eleistet
	        
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