Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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dusgabe A. 
Tagesbericht. 
Lübeck, 5. November. 
V. Aeberreichung der hamburgischen goldenen Ehrendeulk⸗ 
mũnze an Erzellenz Dr. Klügmann. Der Vorstand der 
Senatskommission für die Reichs- und auswärtigen Angelegen⸗ 
heiten, Herr Bürgermeister Predöhl, hat sich von Samburg 
nach Berlin begeben. um Dienstag nachmittag im Auftrage 
des Senats dem früheren außerordentlichen Gesandten und 
bevellmächtigten Uinister der Hanfestädte am Königlich Preu⸗ 
zischen Hose, Herrn Dr. Klügmam, die ihm verliehene ham⸗ 
zurgische Ehrenden'münze in Gold zu überreichen. 
Militãrisches. Personalnachrichten. Zum Divi— 
onspfarrer ernannt der Militärhilfsgeistliche Busch bei der 18. 
Division in Altona. Militär-Int.Assessor und Vorstand der 
7. Division Lemm zum Militärintendanturrat ernannt. Etat— 
näßig angestellt der Reg-Baumeister Rösenberg in Altona als 
echnischer Hilfsarbeiter der Intendantur des 9. Armeekorps. 
SVReligiöse Serbstvorträge. Den vierten Vortrag hielt 
am Dienstag abend Herr Pastor Lütge über das Themat, Jesus 
und die Suünde“, und zwar an der Hand der neutestamentlichen 
Erzählung,Jesus und die Ehebrecherin“. Die Antworten, 
zie hier guf die wichtigsten Fragen „Was war für Jesus 
Zünde?“ und „Wie bekämpft er sie?“ in anschaulicher und 
ebensvoller Weise gegeben werden, lassen sich etwa also zu⸗ 
ammenfassen. Der religiöse Begriff Sünde setzt das Vorhanden⸗ 
ein einer göttlichen Willensrealität und damit den Glauben 
m einen persönlichen Gott voraus. Dabei kann aber 
zie Gottesanschauung inhaltlich recht verschieden sein, und ebenso 
ꝛerschieden wird dann das Frömmigkeitsideal sein. Faßt man 
ßott, wie das Judentum in den Tagen Jesu, als die ab— 
vägende und vergeltende Gerechtigkeit, so ist dies Ideal 
dorrektheit gegenüber den bestehenden, kasuistisch anzuwenden⸗ 
en Gesetzen. Nach den Motiven der göttlichen Gesetzgebung 
wird wenig gefragt, und Lohnsucht gefährdet dann den wirk⸗ 
chen sittlichen Wert der Erfüllung der Gesetze. Jesur tatsäch- 
lich neue Anschauung Gottes als der heiligen, oberhalb der 
„Gerechtigkeit“ stehenden Liebe lietz ihn für ein höheres 
Frommugteteideal eintreten: die Gesinnung der Reinheit und 
Liebe. deren Fehlen auch durch keine kultische Handlungen 
ersetzt werden kann. Was nicht aus dieser Gesinnung stammt. 
ist für Jesus Sünde. So wurde Jesus, der erst im Vollsinn 
des Wortes der Welt gezeigt hat. was Sünde ist, zum größten 
Bußprediger. Zum Erldöser aber aus Schuld und Sünde durch 
seine Verkündigung der freien vergebenden Vaterliebe Gottes, 
deren Aneignung ihm nicht abhängig war von bestimmten — 
in Wahrheit erst später aufgestellten — Theorien über die 
rühmende, genugtuende und den gerechten Gott umstimmende 
Kraft seines Kreuzestodes. Soviel Mißbrauch auch mit der 
Vergebung der Sünde getrieben werden kann, sie ist, von 
inem ehrlichen Serzen angeeignet, der ernsteste und tärkste 
Antrieb, ohne alle, die wahre Sittlichkeit gefährdende Lohn— 
ucht, in Dankbarkeit die Gesimung zu betätigen, die uns im 
Aufblick zu dem Gott Jesu zum Ideal geworden ist. — Den 
tächsten und letzten diesjährigen religiösen Herbstvortrag wird 
derr Pastor Tegtmeyer am Dienstag, dem 11. November, halten 
über das Thema: „Jesus und das Leid“. 
Wochnerinnenheim (Elijabe thhaus) in Windhuk. Die zu⸗ 
nehmende weiße Bevölkerung von Deutsch-Südwestafrika er—⸗ 
ordert dringend, daß für die Frauen, wenn lsie ihrer schweren 
Stunde entgegengehen, in noch weitergehendem Maße gesorgt 
wird, als dies bisher geschehen lonnte. Das von der Deutschen 
Kolonialgesellschaft ins Leben gerufene und unterhaltene Wöch 
nerinnenheim (Elisabethhaus) in Windhuk hat schon unendlich 
diel Gutes gestiftet, doch reicht es für den notwendigen Bedarf 
nicht mehr aus, so daß eine Ermeiterung des Hauses 
m nächster Zeit wird erfolgen müssen. Die vielfach 
ioch recht unzulänglichen Verkehrsverhältnisse von Deutsch- 
Südwestafrika, die die Farmerfrauen zwingen, oft, ehe 
ie eine Bahnstation erreichen. tagelang auf dem Ochsenkarren 
ind ebenso mehrere Tage auf der Eisenbahn zu verbringen, 
ind die hierdurch entstehenden Kosten sind Veranlassung gewesen, 
»aß bereits für die Neugründung eines Wöchnerinnenheims im 
Anschluß an das Krankenhaus in Grootfontein seitens des 
Kuratoriums des Elisabethhaufes Mittel zur Verfügung gestellt 
worden sind. Wenn auch im Sũüden des Schutzgebietes der Jo— 
hanniterorden ein Krankenhaus errichtet hat, das gleichfalls 
Wöchnerinnen Aufnahme gewährt. so wird es doch nötig sein, 
noch weitere Entbindungsheime im Schutzgebiete zu schaffen. Es 
besteht der Plan, eine Organisation derart zu schaffen, daß das 
Elisabethhaus in Windhuk Mutterhaus wird und von ihm aus 
Filialhäuser nach Bedarf errichtet werden. Wenn wir im Deutsch⸗ 
Südwestafrila eine krãftig emporblũhende gesunde deutfche Be— 
zölkerung haben wollen, so muß in erster Linie unser Augenmerk 
»arauf gerichtet sein, daz wir den Müttern und Sniglingen 
achgemãde Pflege und Behandlung angedeihen lassen fkönnen. 
diese sollen sie in den Wöchnerinnenheimen finden. Natürlich 
erfor dert Ddie vorerwähnte Organisation von Wöchnerinnen—- 
zeimen bedeutende Mittel. Sowohl der Ausschuß der Deutschen 
Kolonialgesellschaft, wie das Kuratorium des Elisabethhauses 
»aben sich deshalb an die Abteilungen der Kolomialgesellschaft 
ind des Frauenbundes dieser Gefellschaft gewandt. mit der 
Bitte. im Laufe des Winters den lokalen Verhältnissen ent— 
prechend Feste zu veranstalten, deren Erlss dem Fonds des 
k lisabethhauses zigeführt werden soll. So haben denn auch 
die beiden hiesigen Abteilungen diesem Wunsche, det bom Vor⸗ 
itzenden der Deutschen Kolonialgesellschaft, S. Hoheit dene Herzog 
Johann Albrecht zu Meclenburg, warm umerstatzt wird enn 
prochen und woslen einen Teil des Reinertrages ihres ain 28. 
ind 29. Nov. d. J. im Kolosseum stattfindenden Festes „Ko— 
onie und Heimat“ für den obengenannten Zwed zur Verfügung 
tellen. Es jst daher zu wünschen und zu hoffen,. daß Lübecks 
lolonialfrendige Bevölkerung dazu beiträat. der festlichen Veran-— 
taltung vollen Ertolg zu sichern. 
—— 
Die Frage der Festlegung des Oftersestes, die schon seit 
ꝛmer Reihe von Jahren die Oeffentlichkeit beschäftigt, ist, wie 
vir erfahren, in den letzten Monaten erheblich gefördert wot— 
»en. Die Schwierigkeiten lagen biͤher beim Vatikan, der 
ich nicht entschließen konnte der Frage näherzutreten. Nium 
icheint ein Anschauungswechsel in Kon indenca sfrin vene 
— 0 
igen. Zweit⸗ 
39 4 —S— 9 
en. 0 2 
rittwoch, den 5. November 1913. 
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7 4 
4 
Morgen⸗Blatt Nr. 561. 
vie mitgeteilt wiro, hat der Papst sich nenerdings 
ereit erklärt, Vorschlägen über diese Frage von beru— 
ener Seite näherzutreten. Die preußische Regierung bringt der 
restlegung des Osterfestes großes Interesse entgegen. Neuer⸗ 
ings beschäftigt man sich im Kultusministerium mit einem 
ßorschlag des Prof. Wilh. Förster, der anregt, die große 
zchwankung des Ostertermins dadurch zu beseitigen, daß man 
»en ersten Sonntag nach dem 4. April für das Oster fest 
estimmit. 
— 
cine Art geschlossenen Ilatzes. martrpiatzartig, vom neuen Ver— 
paltungsgebãude ab bis zum Holstentor, zu projektieren? — 
vanz recht. das Preisgericht hat, das in der ÜUrteilsabqabe 
ogar besonders anerkannt durch sein Einverständnis mit dem 
draezogeng Flügelbau des Bluncschen prämiierten Entwurfes, 
er dem Verwaltungsgebäude gegenüber, auf der Südseite der 
trake den Eingang zu dem neuen Plaß flankieren Joll. — 
och ich lese hier im Blunchchen Erläuterungsbericht, daß sein 
sũgelbau nicht genugt, um der kiotzigen Masse des Verwal— 
ungsgebäudes Widerpart zu halten. und er schlägt deshalb 
ioch einen Parallelbau zum Flügelbau vor und kes weiteren 
wei, Gebäude an den westlichen Brückenköpfen der Puppen- 
rücke? damit wäre dann der freie Charakter der Bahnhofstraße 
berhaupt vernichtet? — So ist es. — Aber ich lese hier in der 
ciederschrift der dnn daß das Preisgericht emp— 
ehlt, den engen Anschsuß der Nordgebäude des Platzes an 
as Holstentor, wie ihn Blunck proiektierte, zu durchbrechen, und 
erner lese ich am Fuß der Niederschrift fol⸗ 
endes: „Um eine einheitliche Umbauung, des her— 
orragenden Platzes, der künftig der, Mittelgunkt der 
zanzen Stadt sein wird, zu sichern, empfiehlt das Preisgericht, 
aß am westlichen und nördlichen Abschluß des Platßes und an 
iner Südostecke neben dem Holstentor sowie auf dem Baublod 
wischen Stadtgraben und dem in Aussicht genommenen künf— 
igen Verwaltungsgebäude nicht hohe Bauten mit geschlossenen 
Frronten entstehen. sondern daß eine aufgelöste Bauweise mit 
nähßiger Höhenentwicklung gewählt wird.“ Woraus hervor— 
geht, daß das Preisgericht erklärt. daß die ursprüngliche Unter⸗ 
age des Bauamts für die Konkurrenz (die geshlesene Bau⸗ 
Tuppe im Osten und Norden des Plates), dieser panische 
Sztiefel für die konkurrierenden Architekten, unzwedmäßig ist. —— 
Jas Preisgericht hestätigt also in einem Atemzuge durch die 
zrämiierung des Blungschen Entwurfes die geschlossene Platz- 
inlage und — die Wiederauflösung dieser Forderung, und 
omit kann, die Ideenkonkurrenz um die Gesamtanlage von 
euem beginnen und der Bluncksche Entwurf ist hinfällig? 
7 So sollte es sein. — Dann kommt es jettt vielleicht zu einem 
ompromiß? — Das wird, das Ende sein, denn das Preis 
ericht markiert den Blunchschen Entwurf sehr vorsichtig als 
wohlgeeignete Grundlage für die weitere Förderung des 
zauvorbabens“ — Ich bin fehr gespannt — quf das Wertere — 
Ind noch ein Wort zu der größten Kuriofität, die die Zu— 
ammenkunft des Preisgerichtes gezeitigt hat! Wer waren di— 
zraktiker, die den Abbnich des Holstentores und seinen pein 
hH genauen Wiedergaufbau vorshlugen? Hat jemals einer 
ieser Hexren vom, Preisgericht Schlägel und Meißzel in der 
„and gehabt. um Mauerstein für Mauerstesn aus einem Jale 
underke alten Bau, unbeschädigt herguszulssen? Dann müßt« 
r.Auch wissen, daß ihm das vielleicht partienweise gelingen 
ann, daß aber im übrigen der Mörtel der alten Baumeisten 
o vortrefflich war, daß eher die Mauersteine nach allen Ri— 
rungen zerspringen. als daß der gutsilizierte Mörtel nachgibt. 
Gegen nächtlich· R'chestörer. 
Seit längerer Zeit haben die Bewohner der Beckergruße 
esp. Kupferschmiedestrahe unter sehr grotzen nächtlichen Rub.e 
Brungen zu leiden. Große Trupps von Nachtschwärmern durch 
jehen ioblend und fstandalierend die Straßen. ohne dai ihnen 
Linhalt seitens der Polizei geboten wird. Um 113 Uhr er— 
öschen die beiden äußeren Laternen in der Kupferschmiedestrahze 
ind es herrscht von dieser Zeit ab eine derartige Finsternis. 
»aß Betrunkene ungestört ekeshafte Schmutzereien in den Haus— 
üren vornehmen können. Um, dem Zustande ein Ende zu 
rachen. wird die Behörde dringend gebeten, die beiden 
ben genannten Straßen öfter von Schutzieuten passieren zu 
ssen als es jetzt der Fall ist. und ebenfalis dafür sorger 
u lassen, daß in Zukunft die beiden füußeren Laternen er— 
euchtet bleiben Ein Anwohner. 
b. Stadtiheater. Aus der, Theaterkanzlei schreibt man uns: 
ks gibt Buhnenwerke, die heiß umftritten sind! Zu denen ge⸗ 
ört auch Fran; Dülbergs „Korallenkettlin“. Die Zensur in 
zreußen hai sich, wie wir schon wiederholt mitteilten, auf den 
andpunkt geftellt, das Werk fsei seines Inhaltes wegen fur 
ffentliche Aufführungen nicht geeignet, wãhrend sich ein Teil 
er Vresse und des literarisch, gebildeten Publikums auf den 
ntgegengeseßzlen Standpunkt stellt. Hier hahe man es un— 
edingt nit dem Werte eines Dichters zu tun. dem Gelegenheit 
egeben werden sollte, vor das Forum des Publikums und 
er Presse zu teeten, um sein Werk dem Urteil der Oeffenuich⸗ 
eit Jun unierbreiien. Aus diesem Grunde ist für die Anuf— 
ührung der Mitswoch gewählt, worden, der außerhalb des 
sboöonnements füegt. Es steht also jedem frei, die Vocstellung 
u besuchen oder nicht. — Kinder unter 15 Jahren fmden 
einen Zutriltt. 
b. Verträge der Oberschulbehörde. Die Vorträge von 
I)r. Stubmann. KFamburg, über Die Seefahrt ans ökono⸗ 
nider und politischer, Faktor“ sollen am Donnerstag. 6. Nov. 
. J. ihren Abschruß finden. Der letzte Vortrag vird die Jätig— 
eit des Staates als Rechtsordner der Schiffahrt, also die 
ationale und internationale Gesetzgebung auf dem Gebiete 
er Shisfahrt behandeln. Ferner sollen die Tätigkeit, des 
io dernen Siaates zur Förderung und Unterstützung der Schitf⸗ 
ahrt sowie die verschiebenen Arten der Subventionizrung der 
Keedercien und ihr Ergebnis besprochen werden. Der Vor— 
rag findet abends 815 Ühr in der Aula des Johann?ums statt. 
h. Evangelischer Bund. Für die am kommenden Sorm-— 
ag stattfindende Luther-Gedächtnisfeier des Evangel. Bundes 
at sich derselbe geschätzte Musiker, der bei dem ersten Famtlien— 
bend am 12. Oitbber mit seinen Violoncell-Vortzägen, un 
eteilten und freudigen Beifall fand, zu gütiger Mitwirkung 
ereit erklärt. Je seltener man im allgemeinen Gelegenheit 
a das Vivoloncen mit Orgelbegleitung zu Hören. un so 
iliko mmener wird es sein, daß Herr Telegraphenasiistent 
Nalfchke bei der Kutherfeier diesen musikalischen Genußz dar— 
iefen will. Aber guch das Thema, das Herr Pastor Tegt⸗ 
ieyer sich für die Festrede auswählte: „Luther als Erz'eher“, 
ird viesen Kirchenbesuchern willkommen sein. Erziehung, das 
tia ein unerschöpfliches Thema; Aufgaben der Erziehung, 
zergen der Erziehung bilden immer wieder den Gejprächs- 
egepftand bei vielen; da muß es von hohem Werte sein, zu 
rfahren. wie der grove Reformator über Erziehung geurteilt 
ind was er selber as Erzieher geleistet hat. 
2., Kunstaewerbliche Ausstellung in Riga. Wie die 
vandelskammer mineilt, ist ihr von der Ständigen Ausstellungs⸗ 
ommission für die Dentsche Industrie eine Mittenung Lüher 
unstgewerbliche Ausstellungen in Riga zugegangen. Inier—⸗ 
ssenten können diese Mitteilung in der Kanzlei der Sandels⸗ 
ammer. Breite Straße 6, einfehen. 
b. Vereminte Männergesangnereine des Riederjächiijchen 
zängerbundes. NAnuch an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, 
aß die Uebungsstunde zu dem am 14, Nov. stattfindenden 
Konzert auf Freitaa. den 7. Nov. verlegt ist. 
Hansestãdte. 
Hamburg, 5. Novp. König Albert der Belgier 
raf Tienstag, wie schon kurz telegraphisch gemeldet, in Beglei— 
ung des Comte de Jonke d'eArtois und seines Flügelad;utanten 
u Rony de Bliqui von Brüssel hier ein und nahm im Hotel 
ltlantie Wohnung. Kurz nach seinem Eintreffen wurde er 
om Oberinspektor Kapitän Kirchheim von der Hamburg— 
lmerika⸗Linie zu einer Besichtigungsfahrt im Hafen abgeholt. 
zegen Mittag begab er sich an Bord des Dampfers „Ame 
ka“, um ein Frühstück einzunehmen. Der König wird Mitt— 
»och vormittag nach Lüneburg weiterreisen, um das zweite 
zannoversche Dragonerreaiment Nr 16. dessen Chef er ist 
u besichtigen. 
Die Reste vom Alsterpavillon. Die vielen ton— 
ↄolierten Granitsäulen-Konsolen, Träger und aus diesem sprö⸗ 
en Material hergestellten Wandbekleidungen des abgebroche⸗ 
en Alsterpavillons liegen jetzt auf einem an der Neulokstedter 
ztraße neu errichteten Lagerplatz und sollen dort mit Hilfe 
on Maschinenkraft und Menschenhand zu Grabdenkmälern wr⸗ 
rbeitet werden. 
Man hat sich mit der Zeit daran gewöohnt. daß Tanz 
dergnügen im hiesigen Gewerkschaftshause mit großem Lärm 
ind Unruhe vor der Tür des Lokals verbunden sind und 
H um des lieben Friedens willen damit abgefunden, dem 
zpeltalel — im wahren Sinne des Wortes — Linn FTein der 
achtruhe zu opfern In der Nacht vom 25. zum, 26. O 
iber erreichte. das Getöfe und Gekreische der übermütigen unn 
inter dem Einfluß des Allohols übermäßig ausgelafsenen und 
ranũgten Gesellichaft einen Grad, der einem vergebens nach 
Porten suchen lassen würde. um die Rücsichtslosigkeit zu be⸗ 
hreiben, mit der man die Bewohner bdet an- and gegenũber⸗ 
egenden Häuser des Lokals durch solches Benehmen bedenkt. 
lhends von 11 Uhr bis morgens 5 ühr wird dort ein Lärm 
uf der Straße veranfialtei, In den, Bewohnern der näheren 
Imgebung für diese Zeit den Schlaf rauben muß, den der 
rbertsfreudige und pflichteifrige Mensch nicht entbehren kann. 
venn er am nächsten Tage mit der gewohnten Gründlichkeit 
ind Freudigkeit seiner Beschäftigung nacgehen will. Wie leich 
önnte solcher Unsitte abgeholfen werden, wenn man sich auf 
ie Räumlichkeiten des Kofals beschränken wollte wo man seinen 
efesselten Gefühlen nach Herzenslusi freien Lauf lassen kann. 
ihne Storung zu verursachen. Es erscheint nur wunderdar, 
aß ein Geézeter. wie in der ohigen Nacht, an den 
hren der diensttuenden Polizeibeamten des Bezirts ungehört 
rherrauschen sollte. und, macht den Eindrudh als ob mit 
Absicht darüber hinweggesehen würde. Haben denn die Be— 
vahner der Johannisstraße keinen Anspruch auf Schutz gegen 
Achen, Unfug, der seine Spitze darin findet daßg man die 
zauseingänge der Nachbarhäüser, in unerhörter Weise ver— 
inreinigt? Es sei daher an dieser Stelle die Bitfte aller, 
»urch dieses rũcksichtslose Gebaren in Mitleidenschaft Gezogener 
an die Polizeibehörde gerichtet diesem unftatihafien Treiben 
ruf öffentlicher Straße in Zandens zu steuern; wenn es auch 
nicht zu verhehlen isi. daß dem stillen Beobachter dann manche 
ergötlliche Szene verloren gehen wird; doch er wird gerne 
erzichten. Einer für Viele. 
Wir zweiseln nicht daran, daß die Polizeihehöcde diesem 
erechtigten Wunsche nachkommen wird, denn die gesmilderten 
— Die Rededev A.) 
Sprechsaal. 
(Die unter dieser Rubrik abgedrudften Artikel sind vobdllig 
unabhängig vom Standvunkt der Redakfiond) 
cEingesandt.) 
Berivatetit zur Ausstellung der Entwürfe für das Kaner⸗ 
Wilhelm⸗Volishaus in Lübed. 
Wir zwei, lieber Leser, verlassen den Bahnhof, genau wie 
zremde es tun, wenn sie zu Fuß in die Stadt wollen. freuen 
ind wundern uns mit ihnen über die breite. luftige Straße. 
ie eine glüdliche Hand bei der Neugestaltung des Bahnhof. 
iertels gegen die Stadt warf und erinnern uns dabei danfbar 
ener weitsichtigen Menschen. die vor 100 Jahren in ähnlichem 
Zinne mit den prächtigen Alleen und Straßen vor dem Burg 
ind Mühlentor Wege in die weite West wiesen. Je mehr wi 
ins der, Puppenbrücke nähern, je mehr weitet sich der Blid 
nehr gefördert als gehemmt durch die köstliche Zufäsligkei 
hter Baumanlagen: sie geben den zwanglosen Rahmen für die 
ich dabinter erhebende Stadt und die Marienkirche. Teiise bom 
zolstentor und die Vetrikirche sind das Zentrum dieses Bildes 
im Begriff, über die Punpenbrüchke zu gehen, auf der trotz 
er Brückenhreite die wundervollen alten Puppen ihr Dasein 
ehaupten, fragst du mich: Mas ist das? — Das alte Bahn— 
Asgeböude, das liebe alte Bahnhofsgebäude. — Man wird 
hrscheinlich das alte Bahnhofsgebäude bhald abbrechen? — 
Bo denfsst du hin, das ist ganz ausgeschlossen — doch — 
ieber Leser, wir wossen jetzt sachlich werden, sonst steigt man uns 
ruf den Deckel, denn wir haben gleschwärmt — kurz und gut, 
er alte Bahnhof ist ein Wertobiekt“ — Warum? — Weii 
nan ihn, um zu sparen, jn das neue Verwaltungsgebäude, das 
ie Stadt im Zusammenhang mit dem Proiekt für das Kaiser— 
Lilhelm-⸗Volkehaus hier festgelegt hat. hineinbauen mun — 
lim Gotteswillen, das ist unmöglich, dieser Riesenkasten wird sich 
ie ein Bollwerk vor den Blick gegen. das Zentrun der Stadt 
den, und diese prächtige breite Straßenanlage, die so wörd'g 
uf das abschließende Holitentor hinzieht, ist für die Zukunft 
eliefert? — So ist es. Sieh hier den Sitnationsplan des 
auamtes. der als Unterlage für den Wettbewerb für das 
De aee em dele en dient und als Unterluge von den 
orbestimmten Preisichtern gutgeheißen wurde. — Durch dies 
Interlage werden asn nturierenden Arckätestan gerrr 
-Odol konsequent täglich an⸗ 
det, uͤbt nach unseren heutigen 
enntnissen die denkbar beste Zahn 
ind Mundpflege aus. 
Preis:./ Flasche (Mondte ausreichend) M. 1.50, 
14 Felaiche An — 5 17454
	        
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