Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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3 Pfg. sur Auswartige 30 Pfg. f. Geschãftl. Mu⸗ 
eilungen 1M. b. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
—A 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der uα 
3325*. 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübeck 
heiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt Rtr⸗ 
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Orud und Verlag: Gebrüder Borchers 
63. Jahraan Nachrichten für oas herzogtum LXauendurg, die 
———— ege 8 an · Fürstentümer Ratzeburg, Lübedk und das angren⸗ 
cetrüe dende mecklenburgische und holsteinische Gehiet. 
v3.m. b. ß. m Lübed. — Geschäftsstelle Abee (Königtt. 46). Fernsprecher 9000 u. 9001. — 
Mittwoch, den 5. November 1915. Morgen-Blatt Nr. 564. 
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Ausc 
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Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. 
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Umfang der heutigen Mummer 8 Seiten. 
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llichtamtlicher Leil. 
Deutsches Reich. 
Der Verein für das Deutschtum im Ausland sr die Beteili⸗ 
gig in San Franzisko. Unter dem Vorsitz des Staatsministers 
a. D. Dr. Hentig-Berlin trat kürzlich in Frankfurt a. M. der 
Verein für das Deutschtum im Ausland zu einer Tagung 
zusammen. In der Vormittagssitzung beschäftigte man sich vor⸗ 
wiegend mit geschäftlichen Erörterungen, in deren Mittelpunkt 
die Beteiligung Deutschlands an der Weltaus— 
stellung in San Franzisko stand. Man bedauerte die 
Zurückhaltung des Reiches in dieser hochwichtigen Frage und 
beschloß, daß der Verein in San Franzisko eine Sonmn— 
derausstellung veranstalte, die das gesamte Bildungs—⸗ 
wesen im Mutterlande und in allen Teilen der Welt umfassen 
und in erster Linie der Erhaltung und Verbreitung der deut⸗ 
schen Sprache dienen soll. Die Vorbereitungen zu dieser 
Sonderausstellung sollen sofort getroffen werden. Die Nach— 
mittagssitzung, der auch die Spitzen der Behörden beiwohnten, 
brachte den Vortrag des Staatsministers Hentig über die Auf— 
gaben und Erfolge des Vereins, der darauf hinwies, daß an 
Unterstũtzungsgeldern insgesamt 227 000 Muverausgabt worden 
sind. Dann sprach Reichstagsabgeordneter Schreiner über das 
Deutschtum in Böhmen und Generalsekretär Geiser über 
Wanderungsprobleme. 
Freiheit, die sie meinen... Nach dem Geraer Tageblatt ho* 
das dortige rote Gewerkschaftskartell an alle Arheiter Frae 
karten geschickt, um sie über alle Einzelheiten ihres Privpat- 
lebens auszuforschen. Unter den auf diesen Karten gestellten 
Fragen befinden sich folgende: „Sind Sie Mitglied des 
sozialdemokratischen Vereins? Nummer des Mit— 
gliedbuchess? Sind Sie Mitglied des Konsumver— 
eins? Unter welcher Nummer? Was für eine Tages— 
zeitung balten Sie? Geht Ihre Frau auf Arbeit? 
Ist dieselbe oOrganisiert? Wo? Unter welcher Nummer? 
Wieviel Familienangehörige ssind noch beruflich tätig, 
tber gewerkschaftlich nicht organisiert?“ „Diese Karte“, so heißt 
es, „ist gewissenhaft auszusüssen und baldigit zurückzugeben.“ 
Daß die freien Gewerkschaften nicht neutral, sondern Organe 
der sozialdemokratischen Partei sind, wie es hier wieder bewiesen 
wird, ist ja nichts Neues. Aber wir möchten das Geschrei der 
Sozialdemokratie hören, wenn cine bürgerliche Interessengrunpe 
oder eine Behörde sich in sosch anmaßender Weise in die versön— 
lichen Angelegenheiten der MRijrger hineinmischen würd—e 
Aus den Schutzgebieten. 
Englischer Besuch in Togo. Der Gouverneur der Gold— 
iste, Sir Hugh Clifford, hat vom 11. bis 16. Sept. d. J. dem 
souverneur von Togo, Herzog zu Mecdlenburg, einen Besuch 
aAbgestattet, der nach dem ausführlichen Bericht des Amtsblattes 
ür Togo einen sehr herzlichen Verlauf nahm. Von mehreren 
when Beamten seines Gouvernements begleitet, besuchte der 
malische Gast nicht nur in Lome Kirchen, Schulen, Missions- 
mstalten usw. sondern er machte auch Ausflüge nach Palime, 
Mhahöhe und Nuatiä. Besondere Aufmerksamkeit schenkte der 
nglische Gouvernementsarzt Dr. Le Fanu dem Schlaf—⸗ 
tankenlager bei Misahöhe. 
Reueste Nachrichten und Telegramme 
der vb A.“ nud ze . 
Die Thronbesteigung in Braunschweig. 
W. Braunschweig, 4. Noo. Um 10 Uhr 30 Min. begann 
»er Festgottesdienst im Dom, zu dem die Geistlichkeit, 
die Spitzen der Behörden, die Hofstaaten und das Offizier⸗ 
orps erschienen waren. Das Herzogspaar wurde am Portal 
»es Domes vom Hofprediger von Schwartz und den Hof⸗ 
laaten empfangen und nach den vor dem Altar aufge— 
telrten Stühlen geleitet. Die Festpredigt hielt Hofprediger 
b. Schwartz. Nach diem Gottesdienst kehrte das Herzogspaar 
ach dem Schloß zurück. 
— In der heutigen Sitzung des Landtages wurd 
unächst die Vereidigung der Mitglieder auf den 
herzog Ernst August und seine Thronerben vorgenommen. 
Zu dem Antrag, ob eine Antwort auf die Thron— 
ede erteilt werden solle, stellt der Präsident namens der 
zaatsrechtlichen Kommission eine Resolution zur Abstim⸗ 
nung. die besagt: 
Die Landesversammlung nimmt mit innerster Befriedigung 
von dem Inhalt des landesfürftlichen Patentes vom 1. Nov. 
. J. Kenntnis, gedenkt dankbar der hochherzigen Entschlüsse 
Zeiner Majestät des Kaisers, Seiner Königlichen Hoheit des 
derzogs von Cumberland sowie der selbstlosen Bemühunger 
zeiner Hoheit des Herzogs von Mecklenburg, durch deren ge— 
neinsames Zusammenwirken die das Land hochbeglükende Re— 
zebung seiner Geschicke erreicht worden ist. Mit nicht geringerer 
Besriedigung begrüßzt die Landesversammlung die Thronrede 
ind die darin zum Ausdruck gelangende Auffassung von der 
hohen Bedeutung des Herrscherberufes und spricht ihre Bereit— 
rilligkeit qus, in treuer Mitarbeit mit dem angestammten 
Landesfürsten das Wohl des Landes zu fördern.“ 
Nach Annahme dieser Resolution verlas der Prä 
ident ein höchstes Dekret, durch das der außerordentliche 
2andtag geschlossen wird. In das Hoch auf den Herzog, 
»as der Präsident ausbrachte, stimmten die Anwesenden be— 
Jeistert ein. 
— Die Amtlichen Anzeigen bringen heute einen Erlaß 
des Herzogs Ernst August der lautet: 
Anläßlich der Thronbesteigung sind mir und der Herzogin,. 
neiner Gemahlin, aus allen Kreisen der Bevölkerung, von 
Stadt- und Landgemeinden, von Vere'nen und Privatpersonen 
Hlück und Segenswünsche in ver herzlichsten Form und in 
olcher Mosse zugegangen, daß es uns unmöglich ist. jedem 
einzelnen zu danken, wie wir es gern möchten. Es bleibt uns 
rur daher dieser Weg, allen Beteiligten ebenso herzlich, wie 
rufrichtig unseren Dank zu sagen. Der uns vom Augenblich 
ꝛes Betretens braunschweigischen Bodens und beim Einzug 
in unsere Haupt- uind Residenzitadt von allen Schichten der 
Aristophanes in der Bearbeitung von Leo Greiner statt. Das 
Stück wurde im Jahre 1908 in den Kammerspielen mit Pagay 
n einer Hauptrolle zum ersten Male gespielt. 
Em neuer Baß entdeckt. Der Schlosser Fran; Bachmann 
dei dem Lokomotivbautenbetrieb Henschel in Kassel ist ab 
»915 auf fünf Jahre an die Kasseler Hofbühne als seriöser Baf 
»erpflichtet worden. Bachmann ist schon im Schlosserberuf 
wiederholt in Konzerten hervorgetreten. 
Das neue Werk von Leoncaevallo. Die Sonnsag abend im 
Prince-of-Wales-Theater in London aufgesührte zweiaktige 
nusikalische Farce „Are vyon there“ von Albert de Courville 
ind Edgar Walläce, Musik von Leoncanpallo, wird von der 
zesamten Presse als ein Mißerfolg bezeichnet. Die Inlzenie— 
ung überwuchert durch getriebene Bühnenefselte raffinierter 
Art Tert und Mussip. die Musif wird als minderwertiag 
ibgetan. 
Vom Ballett in Marrheim. Die , Ballettunion“ bat, wie 
die B. 3. zu melden weiß, Protest erhoben gegen die Ver— 
oflichtung, barfuß zu tanzen am Mannheimer Hof- und 
Nationaltheater. Sie verlangt die Aushebung der Anordnung, 
andernfalls soll die Feststellungsklage eingereicht werden. 
Univerfttãt in Dresdeu? Dasselbe Schichsal wie die ham— 
hur gische Universität scheint auch die Dresdener erleben zu 
nüssen. Die Regierung hat in den Staatshausba't ptan für 
91415 eine Summe von 500 00 Muals erste Rale für den 
Neubau der tierärztlichen Hochschule in Leibsig ei geste!lt. Die 
Negierung hält also trotz allen von Dresden gebotenen Opfern 
in ihrem Plane der Vereinigung der Hochschule in der Leip 
iger Universität fest. Dresden ist bereit, mehr als eine Mil— 
ion Mark herzugeben, um d'e ti⸗erärzt'iche Sechschule in Dres— 
den zu erbalten. Die letzte Hoffnung sebyt man in Dresden 
noch quf den Landtag, von dem man erioärrtet, daß er die 
roben Opfer Dresdens anerkennt und nicht bereit ist, die 
xinanzen des Landes für diese Verlequng in Anspruch zu 
iehmen. Sollte aber die Verlegung der tierärztlichen Hoch⸗ 
chule vom Landtag trotzdem beschlossen werden, so wäre 
»amit der Plan der Dresdener Universiität von vornserein ge⸗ 
cheitert. Bekanntlich will Dresden dasürd 18 Millionen Miatf 
—EXRI 
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Zusland. 
Frankreich. 
Vorkehrungen gegen Italicn. Dem Excelfior zufolae bat 
er französische Generalstab seit Jahresfrist an der, fraazösisch— 
talienischhen Alpengrenze eine Reihe neuer Befestigungs— 
derke ausgeführt, die die Verteidigung dieser Grenze erleich— 
ern und ermöglichen sollen, einen Teil der Truppen, von dort 
ach der Ostgrenze zu verlegen. Weitere große Befestigungs— 
rbeiten follen nächstens in Angriff genommen werden, um ins— 
sesondere das Gebiet des Kleinen St. Bernhard und die Gegend 
»on Mondane in einen, modernen Befestigungen entsprechenden 
Verteidigungszustand zu setken. 
Zürkei. 
PC. Zur Berufung der dentschen Militärmission nach der 
Türkei. Ueber das Engagement der deutschen Militäcmihssion 
n Konstantinopel meldet Reuter folgende Einzelheiten: Der 
Entschluß der Pforte. eine mit so ausgedehntenTachtoollkommen— 
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chen Armee zu engagieren, ist einer der bedeutendsten Ent—⸗ 
chlüsse, die von der iungtürlischen Regierung getroffen worden 
ind. Der deutsche Gen⸗ral wird das absolute Oberkommando 
ahen. Seine Machtvollkommenheiten werden denen des Mar— 
valls von der Goltz bedeutend überlegen sein. Alle Millitär— 
chulen werden unter seiner Obhut und unter seiner umnittel— 
aren Kontrolle stehen. Die Garnison von Konstantinopel wird 
iuter seinem Kommando oder unter dem eines anderen deut⸗ 
hen Offizjers sich hefinden. Ein Generalstabsoffizier ist für 
iesen Posten ausersehen. Obwohl man' seinen Namen nach 
eheim hält. soll er unter den jüngeren Generalen der deutschen 
Irmee zu suchen sein. Der Chef der Missfion wird inen ganzen 
henerolsiah um sich versammeln. der zunächst zwar voch klein 
in wird, den man aber inm Verhältnis zum Vorwärtsschreiten 
er Arbeit vergrößern wird. Die Verhandlungen init der 
degierung in Berun wurden schon seit ceinigen Monsiten in 
ireller Weise geführt. Die einzige Formalität, die noch zu er— 
üllen ist, besteht in der Unterzeichnung der Kontralte, denn 
zie deutschen Orfiziere werden natürlich in den Dienst der 
dürkei übergehen, Hierin liegt auch die Reise begründet, die 
ver deutsche Miritärattaché in Konstantinopel nach Berlin an— 
netzeten hat. Eine der ersten Aufgaben der deuischen Wnirtär— 
mission in der Türkei wird es sein, die VPolitik gus der Aumee 
zu entfernen, um auf diese Weise der türkischen Regserung 
inen festen Rückhalt zu verschaffen 
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Theater, Kunt und Missenschaft. 
Vom Opernhausbau in Berliu. Der Kaiser wird heute 
(Mittwoch) die Skizzen des Geh. Baurats Hoffmann 
für das neue Kal. Opernhaus beschtigen. Hierbei werden 
anwesend sein Geh. Baurat Hoffmann, der Chef des Zivil— 
kabinetts Valentini, Ober-Hofmarschall Graf Eulenburg, Ge— 
neral-Intendant v. Hülsen-Haeseler. 
Das „Künstlerschift“! Nicht mit Unrecht verdient der 
Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm II.“ des Nord—⸗ 
deutschen Lloyd diese Bezeichnung. da er in ganz besonderem 
Maße berufen zu sein scheint, die Größten aus dem Reiche 
der Bühnenkunst über den Oꝛan zu besördern. Das ist schon 
n früheren Jahren in d'e iheinung getreten und tritt in 
diesem Jahre noch viel deutlicher zutage. Schon auf seiner 
diesiährigen Oktoberreise fanden sich zahlreiche Sterne der 
Musikwelt an Bord des Lloyddampfers zusammen, um auf 
ihm die Reise nach Newyork anzutreten, neuen Taten und 
neuen Erfolgen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, ent—⸗ 
gegen. Giulio Gatti-Casazza, der Leiter der Metropolitan-Oper 
in Newyork, war auch an Bord ihr Führer. Otto Goritz, 
der bekannte Bariton und seine Familie, Franz Egenieff von 
der Berliner Hofoper, der Geigenvirtuose Fritz Kreisler, Dr. 
F. E. Eörth, von der Berliner Ku fürstenoper, der als Nachfolger 
des verstorbenen Oberregisseurs Scherlet an die Metropolitan— 
Dper engagiert ist, schlossen sich an. Weiter gesellte sich die 
russische Primaballerina Anna Pawlowa mit einer aus 45 Per⸗ 
onen bestehenden Truppe zu ihnen. Dienstag folgten 
Enrico Caruso, Emmy Destien, Antonio Scotti, Arturd Tos— 
tanini, Karl Jörn, Karl Braun, Adamo Didur, Jacques 
Urlus, Angelo Bada, die sämtlich für die Metropolitan-Oper 
Herpflichtet sind; ferner Andreas Dippel. der frühere Genoral— 
direktor der Chicago Opera⸗Company. 
Eine Schule für Theaterlunst. Aus Berlin wird uns ge⸗ 
chrieben: In Berlin (Landshuter Straße 33) ist unter Mit— 
wirlung der Deutschen Bühnengenossenscha:t und der Vereiniguug 
künstlerischer Vühnenvorstände eine Schule für Theaterkunst ge— 
gründet worden. Die Minister für den Kultus und Handel, 
uch die Handelskammer hatten Geheimräte entsandt. Man 
dekam eine Serie von Probeleklionen vorgesekzt und erfuhr so, 
kurz und augenfällig, was in dieser Anitalt für ontische Theater— 
ultur gelehrt werden soll. Paul Leni zeigte, wie man mit 
jemessenen Miitteln einen kompizierten literarischen Organis— 
nus, den „Macbeth“, ohne Dreh- und Schiebebühne wirksam in 
nitspielende Vilder zu gestalten vermag. Seine Methode hat 
»en schönen Vorzug, das Wort zu ehren; man wird nicht kunst. 
zewerblich irretiert. Das Vühknenbild bleibt Hintergrund, Neu— 
ralität, Rahmen. Dabei ist es nicht unwichtig, daß solche 
ürt der Dekoration nicht übermäßzig den Etat belastet. Leni, 
er künstlerische Beirat des Berliner Theaters ist, dürfte den 
dovizen die Oekonomie der Bühne beibringen können. Für 
en naturalistischen Reichtum wird dann Rudolf Klein sorgen, 
er Maschineriedirektor des Deutichen Opernhauĩses. Er weiß 
»ie überaus komplizierte Technik. die besonders durch die Elek 
rizität das Bühnensniel realistisch steigern kann, gewandt zu 
neistern. Da aber das Bühnenbild dem Wort (dem Eigent— 
schen, Wesentlichen) nur nützlich zu sein vermag. wenn die 
degie alles einzelne und das Ganze zur Einheit bringt, 
o wird in dieser Schule der Theaterkunst auch ein Reagisseur 
Ilfred Walter-Horst seine Erfahrungen nitteilen; ein Histo— 
iker wird für das Rückgrat der Tradition sorgen. Und um 
anz modern zu sein, sollen auch die Sondergesetze des Kinos 
»en Adepten der Illus'on heigebracht werden. Jusius Klinger 
vill das besorgen. 
Emmn Destinn gab, ehe sie den Boden des Kontinents ver— 
ieß. im Stadttheater in Bremen ein Gastspiel; es war 
nit Ausnahme der Berliner Meyerheer-Matinée das einzige in 
deutschland. Sie sang die „Jfrikanerin“. Ihre farben— 
eiche, metallische Stimme ergoßß sich in voller, sieghafter Pracht 
n Meyserbeers Kantilene. Sobald man sich an den individuellen 
neiz des Organs und an die etwas distanzierende Art der Dar— 
tellung gewöhnt hatte, ward ihr Sieg auf der ganzen Linie. 
Und der Schlußbeifall galt nicht bloh dem seltenen Stargast, 
ondern auch der eminenten Künstlerin und schließklich der de— 
amten Auiführung. 
Der 70iährige Hans Pagany. Am 11. Nov. wird Hans 
Zzagay 70 Jahre alt. Das Deutsche Theater in Berlin wird 
dieses Jubiläum seines Mitgliedes nicht ohne eine besondere 
khrung vorübergehen lassen. Im Zirkus Schumann 
indet am 22. Nov. eine Aufführung der „Lysistrata“ von
	        
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