Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreun? 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübed 163. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
beiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt Bee rze eeee rürstentũmer Katzeburg, Lũbeck und das angren⸗ 
— — ———— zende mecklenburgische und holfteinische Gebiet. 
Drud und Verlag: Gebrüder Borchers 5. m. b. H. m Lubed. — Geschaftsstelle Adteou (Köõnigstr. 46). Fernsprescher 9000 u. 9001. 
Dienstag, den 4. Noveriber 1913. 
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Abend-Blatt Ur. 560. 
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Auscabe 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. 
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Umfang der heutigen Nummer 6 Seiten. 
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Nnichtamtlicher Teil. 
* 
Der letzte Akt der mexrikanischen 
v* * 
Tragoödie? 
Es ist nicht das erstemal, daß in Washington eine kriege— 
rische Fanfare gegen Mexiko geblasen wird; in der Regel folgte 
ihr bald wieder eine friedliche Schamade. Die Welt hat sich 
infolgedessen mit einem starken Mißtrauen gegenüber gehar— 
nischten Erklärungen aus dem Weißen Hause in dem allmählich 
langweilig gewordenen amerikanisch-mexikanischen Streit ge⸗ 
wappnet. Nicht daß man den Präsidenten Wilson und seine Leute 
allzu ernst nähme, wenn sie mit moraltriefenden Worten stets aufs 
neue versichern, „Amerika“ scheue davor zurück, Gewalt anzu⸗ 
wenden, weil es Mexikos „uneigennütziger Freund“ sein wolle. 
Als Gouverneur Lind, vom Präsidenten Wilson persönlich für 
eine besondere Mission bevollmächtigt. am 26. August er— 
gebnislos aus Mexiko abgereist war, und alle Welt gespannt 
bwartete, ob die Regierung der Union mit ihren vorher erhobenen 
Drohungen Ernst machen würde. überraschte Wilson die Neu— 
zierigen mit einer milden Botschaft, worin es hieß, die 
betrübenden Zustände in Mexiko berührten Amerika nahe; es 
werde Mexiko noch beweisen, daß es ihm zu dienen wisse, ohne 
zuerst an sich zu denken. Amerika, hieß es weiter, sehe keine 
Berechtigung für die Abweisung der angebotenen Dienste der 
Freundschaft ein, alles, was es inzwischen tue, müsse in 
Heduld und in ruhiger, uneigemütziger Ueberlegung wurzeln. 
Ungeduld auf seiten Amerikas sei unangebracht; es müsse 
eine weitere günstige Gelegenheit abmarten, und seine Dienste 
rneuern. 
Eingeweihte wußten, dah das die Sprache eines Fuchses 
var, dem die Trauben des Kriegsgottes zu hoch hingen. Die 
Friedensstärke der amerikanischen Armee besteht aus 60000 
Mann, die über das ganze gewaltige Gebiet der Union verteilt 
liegen. Es sind 25000 Mann Infanterie, 12 700 Mann 
Kavallerie md 5200 Mann Artillerie, wozu noch Küsten⸗ 
artillerie und Train kommen. Dieses kleine Heer ist derart zer— 
splittert, daß man die letzten Reserven herbeihoslen mühte. um 
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zu bringen. Wie einige Londoner Blätter in WMashington zu 
berichten wissen, hat man bisher nur 10000 Mam in Texas 
zu konzentrieren vermocht, obgleich auch im Weißen Hause 
Klarheit darüber herrsche, daß man mindestens 100 000 Mann 
zur Verfügung haben müsse, falls Huerta ernsthaft Wider—⸗ 
jtand leisten könne und werde. 
Trotzdem melden nun Washingtoner und Newyorker Tele— 
gramme, daß die Union fortfahre, „alle Vorbereitungen für 
ein mögliches bewaffnetes Vorgehen zu Wasser und zu Lande 
* — — — 
Irrlichter des Glücks. 4 
Ein Gesellschaftsösrvman von der Riviera. 
Von Erich Friesen. 
7. Fortsetzung.) Machdrud verboten.) 
Er grübelt und grübelt — — 
Und unwillkürlich fliegen seine Gedanken ein paar Tage 
zurück, da er in Begleitung des jungen Conte Marco Bertinetti 
einen Ausflug nach Monte Carlo unternahm, um — wie dies 
bei Leuten ihres Genres selbstverständlich ist — den Spiellßälen 
ihren Tribut zu zollen. — — 
Nicht achteten die beiden blasierten Lebemänner der wun— 
dersamen Natur ringsum: wie die Sonnenstrahlen in dem 
Biũtenschmuck des Kasinogartens webten .. wie die blauen 
Meereswogen zu ihren Fühen ihren urewigen Rauschesang sangen 
wie am fernen Horizont, gleich einer kleinen träumerischen 
Wolle, die Blumedisel Korsika aufsteigt.. Nur hin zu den 
zoldstrotzenden Spielsälen zieht es Fe, hin nach jener mon— 
dänen Spieleratmosphäre, in jenes widerliche Gemisch von auf—⸗ 
oringlichen Parfüms, Geklirr von Goldstücken, Rafcheln von 
Banknoten, Klappern von Kugeln und erbikten. leidenschaft— 
urchlohten Gesichtern. — — 
Als langjähriger Stammgast der Spielsäle hat Fürst Orloff 
ein bestimmtes „System“, nach dem er setzt und zumeist gewinnt— 
So auch heute. — — 
Gerade will er den Haufen Banknoten, den der Croudpier 
hm gieichmütig hinschiebt, einstecken — da gewahrt er am 
Nebentisch eine mit auffallender Eleganz gekleidete Dame — 
ein zierlches Nippesfigürchen. wie hineingezwängt in eine 
tramme Taille, mit einer rötlichen, breiten Haarmähne, über 
der ein schwarzer Pleureusenhut von riesigen Dimensionen thront. 
Und dieser echte weibliche Spielertyp scheint tief im Verlust 
zu stellen. Die eckigen, etwas nach oben gezogenen Nasenflügel 
beben, die beringten Hände gesikulieren aufgeregt, der Körper 
bewegt sich hin und her —— 
Nervös wirft sie soeben einen Haufen Goldstücke auf 
„rouge“. — — 
„Noir“ gewinnt. Ohne eine Miene zu verziehen, streicht 
der Crourier das Geld ein Die Dame aber steht. hohrot bor 
zu treffen.“ Mit den Eisenbahngesellschaften und den Dampfer— 
lompagnien sollen lange Verhandlungen wegen eines Transportes 
»er Truppen gepflogen worden sein. Bedeutungsvoller ist die 
stachricht, daß der Marinesekretär befohlen habe, die vier 
triegsschiffe, die als Ersatz für das in Veracruz liegende Ge— 
chwader bestimmt waren, sollten vorläufig mit dem Ge— 
ichwader dort verbleiben. 
Den Schlüssel zum Verständnis dieser Meldungen liefern 
die gleichzeitig veröffentlichten Erklärungen der Verantwort—⸗ 
ichen in Washington, man hoffe immer noch, daß außerordent⸗ 
iche Maßregeln nicht notwendig sein würden, weil Huerta keine 
vßeldmittel mehr besitze, um seine Beamten und Offiziere zu 
ezahlen. Für den Augenblick sei ihm die Nationalbank in 
MNexik, mit einem Darlehen von 2 Millionen Mark zu Hilfe 
zekommen, eine Summe, die jedoch nur die allernötigsten Aus— 
aben decke. Stimmt das alles, so hätte man im Weißen 
zause aus dem Streit mit Huerta nicht umsonst ein Geduld⸗ 
piel gemacht. Warum aber macht man gerade in dem Augen— 
zlick mobil, wo mit der Möglichkeit gerechnet werden darf, daß 
zuertas Politik in Bälde von selbst der Atem ausgehen werde? 
Zollte man noch rechtzeitig jene wichtigen Flottenstützpunkte 
nit Beschlag belegen wollen, von denen man immer fürchtete, 
aß ein unabhängiges Mexiko sie im Geheimen an Japan 
erpachten möchte? Man erinnere sich der verschiedenen 
debatten im Kongreß über angebliche Absichten einer japanischen 
sßeselljschaft, die Magdalenenbucht zu „Fischereizwecken“ zu 
zachten. Daß im Weißen Hause der „Sturz“ des Diktators 
dorfirio Diaz von dem Augenblick an „gewünscht“ wurde, wo 
nan dahinter kam, daß er mit Joapan einen Geheimoertrag ab— 
eschlossen hatte, ist ja bekannt. Und Huerta wandelt, seitdem 
r dem ermordeten. von den Vereinigten Staaten beqgünstigten 
Zräsidenten Madero gefolgt ist, in Porfirio Diaz' Spuren. Auch 
r unterhält geheimnisvolle Beziehungen zu dem Lande der 
ufgehenden Sonne, dessen Söhne in Mexiko von jeher um so 
astlicher aufgenommen wurden, je rüchsichtsloser sie die 
hankees an den Eingangspforten zum gelobten Lande der 
Freiheit“ zurückweisen. Aus solchen Zusammenhängen erklärt 
ich die ungemeine Vorsicht, mit der sich Uncle Sam dem 
nexilanischen heißen Eisen nähert. 
Deutschland hat alle Ursache, sich vor jeglicher Partei— 
rabhme in der mexikanischen Frage zu hüten. Wenn England 
hin und wieder Miene macht, Huerta gegen Wilson das Rückgrat 
u stärken. so wäre es höchst unklug, wenn Deutschland es 
»abei unterstützt. Die Londoner Regierung befindet sich seibst 
in höchst peinlicher Verlegenheit. Sie hat finanzielle englische 
Interessen in Mexiko zu schützen, die den amerikanischen wider⸗ 
prechen. aber die Begünstigung eines mexikanischen Präsidenten, 
nit dem Japan heimlich verbündet zu sein scheint, muß in 
nglischen Kolonien viel böses Blut machen, weil man dort 
elbsi in Japan einen Todfeind sieht. Warum soll sich Deutsch 
and durch England mit in den gefährlichen Strudel mexika— 
uniicher „Meltpolitif“ ziehen lassen? 
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Die Braunschweiger gestlichkeiten. 
Braunschweig, 83. Nov. Nach Verlesung der Thronred 
hielt der Präsident der Landesversammlung, Kreisdireltos 
Krüger-Wolfenbüttel, eine Ansprache an das Herzogpaar, 
m welcher er sagte: Heute klinge heller, sonniger Jubel durch 
die Lande, daß der erlauchte Sprosse des angestammten Herr⸗ 
cherhauses endlich einziehe in die Stadt Heinrichs des Löwen, 
ind daß die alte Welfenstadt wiederum zum ersten Male seiß 
änger als 100 Jahren eine Herzogin von Braunschweig in 
hren Mauern begrüßen dürfe. Und dieser Jubel sei berechtigk 
ind echt. Denn er komme aus dem Herzen einer Bevölkerung, 
n welcher sich monarchisches Empfinden eine mit dem Gefühl 
»er Anhänglichkeit und Treue gegen das Herrschergeschlecht, 
tit welcheme das Land durch eine tausendjährige Geschichte eng 
md unauflöslich verbunden sei. Möge dieser Tag, dieser er⸗ 
ehnte, so hoch bedeutungsvolle Tag der Ausgangspunbt einen 
angen Rexrhe gesegneter Jahre sein, gesegnet für das Herzogtum. 
zjefegnet für das Herzogpaar. Der Herzog und die Herzogin 
hurra, hurra, hurra!“ 
Nachmittags 5 Uhr fand im Weißen Saale des Schlosses 
sßalatafel statt. In der Mitte der Tafel saß Herzog 
ckrnst August, ihm zur Rechten Staatsminister Hartwieg, zur 
dinken der preußische Gesandte v. Humbracht. Die Minister, 
zofbeamten und die Vertreter der staatlichen und städtischen 
Behörden schlossen sich an., 
Am Abend war die Stadt festlich beleuchtet. Staat⸗ 
iche und private Gebäude glänzten im Schmucke vieler Kerzen. 
Ius den Tannengewinden leuchteten überall farbige elektrische 
slühlampen. Das Theater gewährte einen besonders festlichen 
Anblick. 
Im herzoglichen Hoftheater fand am Abend Galavor— 
tdellung statt. Die Anfahrt des Herzogs und der Herzogin 
rfolgte gegen 773 Uhr im Galawagen. Das Haus war fest⸗ 
ich geschmückt und erleuchtet. Beim Ersfcheinen in der mit 
zlumen und Blattpflanzen reich ausgestatteten Hofloge wurden 
ie hohen Herrschasten mit stürmischen Kundgebungen begrüst. 
ßegeben wurden das Vorspiel und der dritte Akt der „Meister⸗ 
inger von Nürnberg“. Nach der Vorstellung machten der 
zerzog und die Herzogin eine Rundfahrt durch die 
Stadt zur Besichtigung der Illumination. 
Die nationalen Vereine, die studentischen Korporationen usw. 
eranstalteten einen Fackelzug, dessen Aufmarsch auf dem 
zchloßplatze nahezu eine Stunde beanfspruchte. Unter Leitung 
»es Hofmusikdirektors Clarus trug die Sängerschaft Braun—⸗ 
chweigs den Chor: „Mein Herz, tu dich auf“, und den „Weihe— 
jesang“ von Abt vor. Hierauf hielt Bürgermeister d. Franken⸗ 
»erg eine Ansprache an das Herzogspaar. Er brachte 
unäichst im Namen der Braunschweiger Bürger und Studierenden 
inen treugemeinten Willkommensgruß dar, den die Bevöllerung 
nit jubelnder Freude im Vereine mit herzlichem Verteauen dem 
derzogspaare entgegenbringe. Wir bauen, fuhr er fort. zuver⸗ 
sichtlich daraus. daß Eure Könialiche Hoheit die Regierung als 
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schon einmal irgendwo begegnet sein; als weckten ihre lieb— 
ichen Züge eine Erinnerung in ihm.... 
Er macht sich Vorwürfe, daß er sie gestern nacht so ohne 
-Zchutz hatte forteilen lassen. Er hätte ihr folgen. sich über- 
jzeugen sollen, daß sie unangefochten bei ihrer Mutter anlangte, 
daß nicht etwa nochmals dieser Schurke — — — 
Der Gedanke ist ihm unerträglich. Hastig kleidet er sich an 
und nimmt sein Frühstück zu sich — allein, da seine Mutter 
noch schläfsft. Dann eilt er hinaus, nach dem Kai. Hin 
treibt es ihn zum Zirkus 
Als er ihn nicht mehr vorfindet, nur noch ein paar Ueber— 
reste der ganzen Gauklerherrlichkeit — da durchzuckt ihn ein 
'eltsam wehes Gefühl. Ihm ist, als sei ein geliebtes Traum— 
hild verschwunden, in undurchdringliche Finsternis. 
Verstimmt kehrt er nach Hause zurück. Er hat seiner 
Mutter nichts gesagt von seinem gestrigen Besuch des Zirkes. 
Er kennt ihre überstrengen Grundsätze und ihr Vorurteil gegen 
jsede Art von leichtherzigen Vergnüqungen soien sie auch 
noch so harmloser Natur. 
Seit zwei Jahren Herausgeber der Nizzaer Woch⸗nschrist 
Le monde élgant“, wohnt er doch noch immer in Villefranche 
ei seiner Mutter; nur ist er in seinem kleinen weißen Auto— 
robil beständig unterwegs zwischen Nizza und Vilile-iranche. 
)enn trotz der verschiedenen Ansichten und Lebensgewohnheiten 
iebt Reginald seine Mutter zärtlich, und er bedauert es leb— 
aft, daß sie ihrer Schwägerin Irene, die Reginald als der In— 
egriff alles Guten und Schönen erscheint, in solch bitterer 
reindschaft entgegentritt. Er ahnt nicht, daß seine offenkun-— 
»ige Bewunderung der schönen Tante den Haß der alternden, 
ergrämten Frau immer mehr schürt, so daß ein Bruch 
wischen den beiden Schwägerinnen fast unvermeidlich ericheint. 
Trotz der gegenseitigen großen Zuineigung zwischen Mutter 
ind Sohn besteht keinerlei Geistes- oder Seelengemeinschaft 
wischen ihnen. Jedes von beiden weiß, daß das andere ihn 
»och nicht veritehen würde. Und so vermeiden beide instinktiv 
sede Aussprache, die ihre Herzen nur noch mehr entfremden würde. 
Auch heute ersehnt Reginald die Mittagsstunde herbei, 
da er nach Nizza herüberfahren will. In seiner ietzigen Ge— 
wütsstimmung drückt die Gegenwart der wortkargen. trendgen 
Aergec. hastig auf und will den Saal verlassen. Dabei wendet 
ie für einen Moment den beiden Herren ihr Gesicht zu. — — 
Ein Ausruf des Erstaunens entschlüpft den Lippen des Fürsten. 
kr hat die frühere gefeierte Operettensängerin Lolo Alfen 
rkannt. Rasch eilt er auf sie zu und begrüßt sie mit der 
hin eigenen weltmännischen Nonchalance. — — 
Und nach wenig Sekunden schon hat er ihr seinen Haufen 
Banknoten ausgedrängt. — — 
Und nach weiteren wenig Sekunden hat Madame Lolo 
Alsen alles verloren. und der Croupier zieht aleichmütig die 
Banknoten ein — hahaha! 
Unwillkürlich lacht Fürst Orloff auf, als er an diesen 
Moment denkt und an Madame Lolos komisch verdutztes Gesicht. 
Und plötzlich zuckt ein Gedanke durch sein erfinderisches Hirn. 
Jetzt weiß er, wie er jenes stolze Weib, das ihn verschmähte, 
trafen kann für ihren Hochmut.... 
Und — was ist es. das den abenteuerlustigen, strupellosen 
Mann am meisten reizt bei seinem ungeheuerlichen Plan? 
Er wird eine mächtige Verbündete haben — Irenes eigene 
Niter 
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Kaum rötet sich am Morgen der östliche Himmel, da 
ischt sich Reginald d'Esterre auch schon den Schlaf aus den 
lugen. 
Gangz gegen seine Gewohnheit verbrachte er eine unruhiqge 
—X 
Die blonde Lichterscheinung der jungen „Hellseherin“ zog sich 
urch all seine Träume. Bald erschien sie ihm unter der großen 
?einwandplene, hinter der bläulich sunkelnden Phiole, die 
roßen Augen weltverloren in die Ferne gerichtet .. bald im 
dampf mit jenem rohen Hünen, vergebens gegen seinen auf— 
edrungenen Kuß sich sträubend .. bald auf der danklen 
'andstraße vor ihm stehend, ihn mit bebenden Lipeyn an— 
lehend, er möge sich vor dem schrecklichen Boris Slawsky 
n Acht nehmen. . .. Immer aber umflossen von jenem keuschen 
riebreiz, jener rührenden Hilflosialeit. die ihm io mächtig 
ins Herz gegriffen. 
Und sektham — ihm ist, als habe er das Mädchen gestern 
riicht zum ersten Male gesehen: als müsse sie ihm fröüber
	        
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