Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

49 ß ——— — — J3 42 0 — 
Dienstag, den 4. November 1913. 
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ausgabe 
Morgen⸗Blatt Nr. 559. 
4. 
TCagesbericht. 
Lübed, 4. November. 
Aus der Burgerschaft. 
Gleich wie im Reichstage der wenn es dem Ende der Sesston 
zugeht, in fieberhasne — gerät, folgt ig Sitzung —335 
Sang. it ausgiebigen Tagesordnungen usgestattet. n 
see rgerschaft VDber ß des gebauften Materials haben 
es die — mcht allzu eilig, so daß, der Wortfuͤhrgn 
Im dievtelten. Male wohl⸗ Nin vunttũ cheres Erscheinen bitten 
uß, damit die Sitzung wenigstens mit einem atademijhen 
Viertel beginnen kann und mcht erst, mit deren zwei 
17 siatt um6 UÜhr. Ferner bat der Wortführer zu Fingen 
der hestrigen Sißung, Lden Antrag 19 auf Gewährung eines 
Faͤrlche Von do doo Mgn den Vexein zur, Juͤrsorge pu 
Feitersowahe, der eine Ididienanstalt in der Nahe des 
verter Fredbofes ernichten will, von der, Tagesordnung abzu⸗ 
seben. da sig der Nerztliche Verein mit diefer Angelegenheit 
aidne Freitag! defaffen wilt und es angebracht erscheint, das Exr⸗ 
ehnie saner Beratungen zumachst abzuwarten. Die Bürgerschast 
uind 38 auch der Senat stimmen dem, zu, so daß die Ange⸗ 
iegenheit erst in einer der kommenden. Sißungen zur Beratung 
onmen wird. Ferner wird die Wahl der Sgoliedrigen Kom⸗ 
mifsion zur Vorprufung des Antrages auf Aufhebung der See— 
moschinistenschule vorgenommen, Der Sengt ist, wie er u. G. mit⸗ 
leilt, den Aenderungen, die die Bürgerschaft, an der Einkom⸗ 
menstener vorgenommen hat, seinerseits beigetreten. so daß das 
neue Einronnmensteuergefeß demnächst in Kraft treten 
ann. NAis erster Puntte der Tagesordnung be⸗ 
chäfiigte die Versammlung sodam die vieldiskutierte 
age“ der zur Sicherunge der Vuppenbrade 
Aforderlichen baulichen Arbeiten. Die Bergatung hewegte 
ich baupisachlich auf rein technischem Gebiete und, wurde gur 
von wenigen Sachverständigen aus, der Bürgerschaft und dem 
anwesenden Sachverständigen des Senats, Oberbaudireltor Dr.⸗ 
Ing. Rehder bestruten. MNus der Debalte Jsei, als wichtig hervor⸗ 
gehohen daß die Senkungen nicht als Folge eines Konstrut⸗ 
lionsfehlers anzufehen sind guch micht, wit« neffach angenommen 
wirde in schlechtem Aufschüntungsmäterial, auf, der Stadtseite 
begründet liegen, sondern in einem wahrscheinlichen Nachgeben 
der Pfahlrosipfähle des Widerlagers, das infolgedessen gekippt 
ite Bberbad eitor Brr Zg Kehder, erkärte auch auf 
Änfrage daß die Vrüstung, die eine recht erhebliche Ueberbe⸗ 
lastung gegenüber dem zuerst vorgesehenen eisernen Geländer 
hedeutet. ihm nicht zu Sinn gewesen sei, daßz man sich ja aber 
heittzutage überall dind immer, „vor der Schönheit beugen 
müsse. Diese leicht farkastische Bemerkung erweckte naturgemäß 
vielfache Heiterkeit. Ein ziveiter Gesichtspunkt. der die De— 
batie beherrschte, war die Frage, ob die baulichen Arbeiten 
der Baudeputation oder einer auswärtigen privaten Firma im 
Ausbietungswege übertragen werden sollen. Es wurde sogar 
ein diesbezüglicher Antrag, der ein gewisses, in nichts begrün⸗ 
detes Mißtrauen gegen das Bauamt enchieit. gestellt, aber 
mit allen Stimmen, gegen nur 4 abgelehnt. Der Senats, 
antrog, der nachstehenden Wortlaut hat, wurde sodann mit 
Zweidritlelmehrheit angenom men; Der Senat, bean— 
agt, daß der Baudeputalion gur Ausführung der in dem 
Berichte des Wasserbaudirektors Krebs vom 14. Februar 1813 
ufsgeführten Arbeiten zur Sicherung der Puppenbrücke der Be— 
rag von 160 000, M, soweit erforderlich und Rechnungsablage 
vorbehalten bewilligt und daß der Baudeputation der in jhreim 
Vorauschlag für das Rechnungsjahr 1913 für diese Arbeiten 
als erste Rate eingestellte Betrag von 80 000 Muzur Verfügung 
zestellt, der Rest aher in den Voranschlag für das Rechnungs- 
ahr 1914 eingestellt und, wenn früher erforderlich, aus Anleihe— 
nitteln, vorgeschossen werde“ Ferner wurde aus der Bürgere— 
chaft das Ersuchen an den Senat gerichtet, auf das Bauganit 
dahin zu wirken, daß der Bürgerschaft von der Freilegung der 
Brücke Kenntnis und Gelegenheit zur ——— werde 
ehe die Arbeiten fortgesetzt würden. Man will sich naͤmůd 
zrientieren, ob im Erdreich event, doch Gründe, für die Sen— 
ungen on finden sind. Ein weiteres, Ersuchen, die 
zei den Arbeiten beschäftigten Arbeiter auf der Grundlage, der 
Lübeck gültigen Tarife zu beschäftigen, wurde mit der Ein— 
sichtänkung unter Ablehnung des weitergehenden Antrages ange⸗ 
nommen, daß die tariflichen Bestimmungen nur hei, den neu 
Arbeiten in Betracht zu kommen haben. Die 
Punkte der Tagesordnung 2, 9 und 3 wurden ohne 
Debatte.angenommen. Sie lauten auf Schaffung 
iner Assistentenstelle bei der Behörde für Travemünde., 
guf Erweiterung des Rangierbahnhofes für die Uferbahn bei 
Dänischhurg und auf Weitergeltung des lübeckischen Wertzuwachs- 
teuergesetzez. Der Antrag 4auf Revisson, des Grunzd. 
teuergesetztes ging, auf Autrag an eine Kommifsion. Die 
Motivierung hierfür gab einerseits der Wunsch der Gärtner guf 
eine Erleichterung, adererseits wurde eine Gesamtrevision be— 
fürwortet. — Bei dem Auntrag auf, Abänderung des Gesetzes 
betreffend Zuschläge zur Reichserbschaftssteuer wurde geltend 
gemacht, daß das Gesetz auch noch nach einer anderen Seite, als 
es die Senatsvorlage beantrage. der Beachtung bedürse, näm⸗— 
lich wegen der zu starken Besteuerung der direkten Erben (Kinder). 
Der Senatsantrag wurde genehmigt, ebenso ohne Debatte die 
Aenderung des Unterstützungswohnsitzgesetzes und der An— 
trag auf weitere Bewilligung, für das Obdachlosenasyl sowie 
einer Wöchnerinnenstation. Beim Antrag auf Erweiterung der 
Hauptfeuerwache wurde sowohl gegen die Sache als auch gegen die 
geschäftlich-finanzielle Behandlung opponiert. Die Vorlage wurde 
nach längerer Debatte zwar mit 39 gegen 38 Stimmen an— 
genommen, geht aber zur zweiten Leiung. Trotzdem der Spe— 
zialkommissar des Senates für den Antrag auf Bewilligung 
von 150 000 Mifür Beschaffung radioaktiver Substanz geduüldig 
mehrere Stunden auf die Bexatung dieses Antrages geharri 
hatte, war die Bürgerschaft auch unß —R — 
führers — um 105. Uhr — nicht mehr zur Weiterverhanud-— 
lung au hewegen. 
vig⸗Holstein, BHamburg, Vũ bea und Mecklenburg waren ver⸗ 
reten. Diese Versammlungen finden alljährlich statt zum Zwech 
emeinfamer Aussprache der leitenden Personen aus allen Gauen 
ber die mannigfaltigen Angelegenheiten der Deutschen Turner⸗ 
chaft. In erster Reihe wurde die Jugendpflege vesprochen, die 
on den Turnvereinen schon seit 100 Jahren in Angriff ge⸗ 
ommen, gerade in den letzten Jahren von allen Seiten, auch 
on soichen, die der Bewegung fernstanden, als erstrebenswertes 
ziel angesehen wird. Es gilt für die Deutsche Turnerschaft, in 
uhiget Weise neben den mancherlei neuen, teilweise Aber⸗ 
riebenen Einrichtungen die bisher betretene Bahn zur Erziehung 
er Jugend weiterzuführen und immer mehr auszubauen. Wei⸗ 
eren anregenden Gesprächstoff boten die Berichte über das 
zeipziger Turnfest und den vorzüglich verlaufenen Eilbotenlauf 
im 18. Okt. ferner über die Presse und deren Benutzung. Die 
Ibhaltung von Städtekämpfen seitens des Kreises unter Be⸗ 
chränkung der Einzel-Vereinsfeste wurde empfohlen. Die Her⸗ 
nann-Hahn⸗Stiftung (Unterstützungskasse zur Frinnecung an 
verstorbenen früheren Kreisvertreter) beträgt 4200 M, sie 
oll erst in Wirksamkeit treten, wenn der Bestand auf 5000 M 
ingewachsen ist. Am 16. Nov. findet in der Turnhalle der 
zamburger Turnerschaft von 1816 ein Frauenturnen des Kreises 
inter Leitung des Kreisturnwarts Th. Brodersen, Kiel, statt. 
2 Zugentgleisuna. Bei der Station Adendorf der Lübed⸗ 
rüneburger Eisenbahnstrecke entgleisten Sonntag abend acht 
Wagen eines Güterzuges. Der Verkehr mußte auch Montag 
ruh noch durch Umsteigen aufrecht erhalten werden, so daß die 
hon Lüneburg einlaufenden Morgenzüge noch mit 50 bis 60 
Minuten Verspätung eintrafen. 
1 
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Lübed erlcuchtete den ganzen südlichen Himmel in der Nacht 
zum Montag. — Gute Sprottenfänge erzielten die 
Fischer. Die Preise schwanken zwischen 30 bis 40 Pfg. für den 
Zentner. 
Lauenburq. 
2Mölln, 4. Nop. Der Verein ehemaliger 
Fhina- und Afrikakrieger aus Lübed veranstaltete 
jier Sonntag einen Lichtbilderabend, in welchem Heinz Ec⸗ 
oldt-Lübeck in der schmucken Uniform eines Feldwebel— 
eutnants den Vortrag hielt. Darauf wurden von ehemaligen 
Ifrikakriegern noch zehn lebende Bilder gestellt aus den Kriegs⸗ 
ügen in Südwest. Den verbindenden Text zu diesen Bildern, 
edichtet von Freifrau von Liliencron, sprach Herr Echholdt. — 
Nännergesangverein. Die Einnahme betrug 688,04 
Mark, die Ausgabe 679,65 M. Sämtliche Vorstandsmitglieder 
zurden bis auf den Vertreter der sozialen Mitglieder wieder⸗ 
ewählt. Als solcher wurde Postassistent Quante neu gewählt. 
der Jahresbeitrag soll vom 1. Januar 1814 ab für aktive 
Nitglieder auf 6 M, für soziale Mitglieder auf 5 Miuerhöht 
verden. Der Verein zählt zurzeit a4a3 Sänger und 115 sozialt 
Mitglieder. 
S Ratzeburg, 4. Nov. Subertusiaod. Auf der 
in Sonnabend vom Offizierkorps auf dem Salemer Revier ver⸗ 
instalteten Hubertusijadd wurden von 30 Schützen 35 Hasen, 
1 Kaninchen, 20 Fasanen, eine Taube und eine Schnepfe zur 
Strecke gebracht. Jagdkönig mit 12 Kaninchen und 1 Basen 
var Assessor v. Sperber. Leider wurde auch ein wertvoller 
Jaadhund derartig verletzt, daß er erschossen werden mußte. 
Das Jagdessen fand im Offizierkasino statt. — Die Kaninchen 
verden in der Umgegend in den Gärten zur Landplage. Schon 
ebt hört man viele Klagen von Gartenbesitzern über den ange— 
ichteten Schaden — Beim Graben werden bei dieser warmen 
Witterung dicht unter der Erdoberfläche viele Maikäfer ge⸗ 
unden. Es scheint, daß sie, durch die Wärme veranlaßt, 
ereits ihr Lager verlassen haben und der warmen Luft zu⸗ 
kreben. Vielleicht finden auf diese Weise viele der schäd- 
ichen Insekten, wenn Winterkälte eintritt, ihren Untergang. — 
die Vergnügungslokale auf der Baek erfahren eine 
edeutende Vergröhßerung, da man durch Erweiterung unseres 
Zataillons durch die Radfahrer- und Maschinengewehrabteilung 
uf einen größeren Verkehr dort rechnet. Da die Baek auf 
necklenburgischem Gebiet liegt und die Ratzeburger als Aus⸗ 
wärtige angesehen werden, sind die wiederholten Beschwerden 
hiesiger Wirte bisher ohne Erfolg geblieben. 
VSiebenbäumen, 4. Nov. Der Herbstmarkit 
war vom Wetter begünstigt. Der Besuch war gut. 
D Sandesneben, 4. Nopy. Der Bau des elek— 
rischen Ortsnetzes der Ukdberlandzentrale geht der Voll⸗ 
idung entgegen. Die Arbeiten für die elektrische Straßenbe— 
euchtung werden in einigen Tagen abgeschlossen sein. Auch das 
Ortswandlergebäude wurde vor einiger Zeit fertiggestellt, der 
Transformator wird in nächster Zeit aufgestellt werden. 
Großherzogtümer Mecdlenburg. 
Rostod, 4. Nop. Einen Selbstmordversuch durch 
sasvergiftung unternahm Sannabend die Angestellte eines hie— 
igen Geschäfls in der Küche ihrer Wohnung. Die Lebens— 
nüde. die sich Unredlichkeiten im Geschäft hatte zuschulden 
ommen, lassen — Nachbarn war ihr großer Vorrat an seidenen 
Interkleidern und dergleichen aufgefalien — sollte am 31. Okt. 
dostock verlassen. Sie wurde ins Krankenhaus geschafft. — Die 
Antersuchung, die die Firma vornahm, ergab, daß ein halbes 
dutzend e der weibüchen AÄngesteliten des Geschafts sich n 
S—chiebungen hergegeben haben. 
88 Grevesmühlen, 4. Nov. Verkauft hat Gast—⸗ 
virt' Kehde, HAmberge, feine Wirischaft an Behrens, Wismar 
un I San. issa In den Kubestanderrirte nach 
Wjähriger Dienstzest der Chausseewärter Strübing. Str. ist 
Teilnehmer am deutsch-französischen Kriege gewesen. 
o⸗0 Dassow, 3. Nov. Langfinger, die großen 
Tppetit gauf Gänsebraten hatten, statteten m der Nacht zum 
zonnabend, dem Anwesen des Adcerbürgers Reimer in Ausbau 
dassow einen Besuch ab und entwendeten vier Gänse aus der 
MNastbucht und schlachteten dieselben auf einem benachbarten 
lckerstück in einer Schutzhütte für das Vieh. Der Polizeihund 
Prinz“ aus Lübeck verfolgte allerdings die Spur bis zum 
dlützer Landweg, verlor sie dann aber. Die Diebe werden ihre 
zeute wohl per Rad oder Wagen weiter befördert haben. — 
zersetzung. Für den von hier nach Satow versetzten Wacht⸗ 
neister Anders ist der Wachtmeister Höppner aus Wittenburg 
vieder nach hier versetzt worden. — Jagd. Auf der am 
29. bis 31. Okt. in Prieschendorf abgehaltenen Jagd wurden 
zon sieben Schützen zur Strede gebracht: 180 Kaninchen, 113 
hasen, 429 Fasanen, wwei Schnepfen, sechs Füchse und sech“ 
indere Kreaturen. 
⸗Rehna, 4. Nor. Der Jungfrauenverein ver—⸗ 
anstaltete Sonntag abend encn Familienabend. Der Besuch 
war ein sehr zahlreicher. Pastor Press hielt einen Vort ag über 
»ie Königin Luise aus der Zeit der Befreiungskriege. Auch 
die Vorträge des Posaunenchors und das plattdeutsche Fest'piel 
„Meckelbörger Hofmätens vör 100 Johr“ fand allseitige Aner⸗ 
ennung. 
b. Stadttheater. Aus der Thegaterkanzlei schreibt man uns: 
Iuf das am TDienstag stattfindende Gasispiel der Koloratut⸗ 
angerin Aennn Hindermann vom Stadttheater in Samburg als 
hosine in., Der Barbier von Sevilla“ sei nochmals hingewizsen. 
SIn der dem „Barbier von Sevilla“ vorausgehenden Oper 
Cavallerin ru-, tiegha“, wird, dverschiedenen Hinweisen der 
Zritik folgend, das Intermezzo wieder bei offenem Vochang ge— 
pieit wer den — Die Besetzung der Hauptpartien in den beiden 
Zpern ist die gleiche. wie bei der Erstaufführung. 
p. Berein der Musikfreunde. Das sechste volkstümliche Kon⸗ 
ert ist dem Andenken des am 6. Nop. 1893 verstorbenen Kom⸗ 
‚onisten Tschaikpwsky gewidmet. Die beiden ersten Ab— 
eilungen werden nur Kompositionen dieses geistsprühenden 
Tonfeßers enthailen. und zwar, die eine Polonäse, zwei Sätze 
us der Suite Mozaxtiana, die Serenade melanooligue * 
Violine (gesrielt von Jani Szanto) mit Orchesterbegleitzing, die 
RußknackerrSuife und die große Ouvertüre „18129. Daneben 
verden an dem Abend Kompositionen von Sullivan („Mikado'““), 
Hillst, Léehar und Morena zu Gehör gebracht. 
b. Niens Sörnsen, Lieder zur Laute. Der Lautenlieder⸗ 
ãnger Niels Sörnien bringt für seinen Liederabend, der heute 
Dienstag/ 813 Uhr im, gruͤnen Saal des städtischen Saalbaues 
tanfindes, ein vonständig neues Programm, das bereits in Kiel 
uind Hamburg die Feuerprobe glänzend bestanden hat. Ganz 
neu fuͤr Lübed dürften die Semper-Lieder sein, welche der Künst⸗ 
er qußer Liedern aus Schleswig-Holstein zum Vortrag bringt. 
Weiter verzeichnet das Programm plattdeutsche, hayerische, 
Ränische und wienerische Lieder, die bei dem Sprachtalent Niels 
Sörnsens, seinem umgenden Organe und seinem liebenswür— 
»igen Vortrage Fiher gefallen werden. 
b. Der, Lubeder Lehrergefangverein veranstaltet seinen 
ersten Gesellichafteabend Donnerstag, den 6. Nov., imKolosseum. 
Wie üblich, findet por deem Tanz ein kurzes Honzert statt, das 
diesmal in ganz besonderer Weise ausgestattet ist, da eine 
Reihe der angeschensten Mitglieder unseres Stadttheaters dafür 
Jewonnen ist. Neben unserer ausgezeichneten Koloratursängerin 
zrau Pelsnyy und der Altistin Frl. Wolter, werden, die 
zerren Spiler und Schust er ernste, und heitere Lieder 
ingen. Am Berdux-Flügel wird Herr Dr. Köoosch keines 
Amtes walten. neuge werden die gesanglichen Vorträge 
durch, Rezitativnen von Fri. Pfliegl und Herrn Pauly. Es 
sei hier darauf aufmerksam gemacht, daß das Konzect vräzise 
822 Uhr beginnt. 
b. Konzerihaus Flora. Heute findet in der Florqg der 
zweite Familienball statt. Die großartige Ausstattung sämt— 
licher Räume, Säle und Bühne, stellt ein Fest in den Alpen 
dar;: außerdem wird den Teilnehmern noch manche weitere 
leberraschnung geboten. (S. Ins.) 
Schlesmig⸗ Holslein. 
Plhön, 4. Nov. Ein Findling von riesiger Größe 
vurde auf einer Koppel der Hufnerin Ww. Bumann in Bah— 
ensdorf bei Kaköhl in diesen Tagen freigelegt. Der Stein 
nißt, in der Länge 8 m, in der Breite 53 und ist reichlich 
3m hoch,. hat also einen Kubikinhalt von reichlich 130 cbm. 
Gtoßherzoatum Oldenbura und Fürstentum Lñbed. 
D7. Eutin, 4. No. Der Großherzog von Ol⸗ 
denburg, der sich zurzeit auf seinem Gute Lensahn be— 
indet, ist an seinem alten Gesichtsnervenleiden so heftig erkrankt. 
daß die Hofijagden, die für diese Tage angesetzt waren, ab⸗ 
zjesagt und die dazu eingeladenen Gäste entsprechend benachrichtigt 
rerden mußten. Zu zeiner Behandlung ist Geheimrat Neuber, 
ziel. und Leibarzt Dr. Barnstedt, Oldenburg, berufen. Der 
?chwiegersohn des Großherzogs, Prinz Eitel Friedrich, befindet 
ich zurzeit auf Lensahn. 
8 Eutin, 4. Nov. Kindesmord. Sonnabend wurde 
n einem Hause in der Wasserstraße eine Kindesleiche mänm⸗ 
lichen Geschlechts mit Nachgeburt gefunden. Das in dem Hause 
wohnende Dienstmädchen halte heimlich geboren; es wurde ver—⸗ 
naftet und hat bereits gestanden. Die Sektion der Leiche er⸗ 
jab, daß der Tod des Kindes durch Erstickung erfolgt ist. Die 
inmenschliche Mufter hatte dem Kinde solange einen Finger in 
»en Mund gesteckt, bis es erstickt war. 
sEutin, 4. Nor. Im Versteigerungstermin 
es Grundstücks der Erben des Katenbesitzers Steffen in Neudorf 
wecks Aufhebung der Gemeinschaft blieb der Maurergeselle 
d. Barmwater, Neudorf, mit 3000 Miund Uebernahme von 
500 MuHypotheken Meistbhietender und wurde demselben das 
ßrundstück für diesen Preis zugesn'ngen. Das Zwangsver— 
teigerungsverfahren des Grundstüchs des Hausmaklers Meyer, 
sßamburg, in Gremsmühlen wurde mit Genehmigung des be— 
reibenden Gläubigers einstweilen eingestellht. — Wettspiel 
Bei dem Sonntag zwischen der 1. Mannschaft des Eutiner Fuß— 
»allkluhs und der 2. Manuschaft des Kieler Fußballvereins 
»on 1900 zum Austrag gekonmenen Wettspiel siegte erstere 
nit 5:3 Toren. 
2 Niendorf 4. Nop. Zum Bauervogt ist Hufner 
Klodt an Stelle von Ernst Kröger, der aus Gesundheitsrückich— 
ten laut ärztlichem Attest die Waltl abgelehnt hat, erwählt 
worden. Die Wahl hedarf der Bestäligung durch die Regierung. 
— Der intenside Feuerschein vom Brande in 
In die Standesregifter des Standesamtsbezirks Lüͤbed 1 
wurden, vom 26. Oktober bis I Rovember 1813 eingetragen: 
38 Geburten (21 Knaben und 14 Mädchen), 19 Aufgebote, 
19., Eheschliezungen und 32 Sterbefälle. darunter i1 Rnde 
unter 4 Jahren. 
Lubecker Etrafzenbahn. Betriebsergebnisse für den Monat 
Oltober 1913. 
Befördert sind: Eingenommen sind: 
1913: 925 458 Personen, 1913:. 97928,43 M, 
igi2: 800040 i812. 84 0483 
4 116412 Personen. -4 13 7223, 30 M. 
Betriebsergebnisse für die Zeit vom 1. April bis 31. Oftober 1913. 
Befördert sind: Eingenommen sind: 
13913: 6677 725 Personen 1913: 717 206,66 M, 
1912: 600073383 1912: 634 04299 
6n7o g VPersonen 4 83 863. 67 M. 
Silder vom Gtoßfeuer im Brügmannfchen Holzlaaer sind 
leit gestern im EGaufenster unserer, Geschastsstelie, Ronme. 46 
aus gestellt Beitrage du dieen Ausahheeene n von 
wmehreren Seiten, ua. vom Photoaraphen Westphal Qiclier 
Adele), Frau Miarh Maller, Meogete jun, zur Verfügung 
gestellt. Einige Gene Aufnahmen ebenhie ßilder von der 
Brandstätte am Montag morgen. Sollten während des Fcuers 
am Somtag nachmitsag pon Amateuren weisere Aufnaumen 
engent fein, so bitten wir umleihweise Ueberlassuag der 
en. 
D.Deutsche Turnerschaft. Am 25. und 26. Okt. kand 
Hamburg unter dem Vorsitz des Kreisvertreters M. E. Spies 
aͤne Verfammlung der Gauvorsitzenden und Gautucnwörte 
Xs vierten Turnkreises statt. Eamtliche 18 Gaue aus Echler— 
Ehrenhandel für Geld. 
Der Verband der deutschen Landsmannschaften hat 
im Anfange dieses Wintersemesters eine recht peinliche Ange⸗ 
egenheit zu erledigen bekommen. Es handelt sich um eine 
egehechte Säbelmensur, die von Landsmannschaftern i 
bdeidelbergfürGeldausgefochtenwordenist. Da 
imersättliche Kino, das nach jedem Nervenkitzel lüstern is 
voltte dem Publikum auch einmal eine regelrechte blutige Stu 
»entenmensur vorführen. Es fanden sich denn auch tatsächlid 
wei junge Leute, die es nicht für unter ihrer Würde hielten 
jegen anständige Bezahlung die nicht ganz ungefährliche Auf— 
jabe eines Säbelduells vor dem Film auf sich zu nehmen. 
Und noch beschämender ist es, d eine Landsmannschaft selbst 
ich als Staffage für diesen Akt Rergegeben hat. Der Verband 
der Landsmannschaften geht ja nun freilich gegen die be— 
refftende Korporation sowie gegen die Hauptbeteiligten vor. 
Lus der Welt geschafft ist die Affäre damit wohl kaum. Sie 
wird als bedenkliches Symptom der Zeit unter den kultur— 
historischen Dofumenten einen besonderen Pliatz behalten. 
Man denke sich einmal in die Zeit vor hundert Jahren 
urũckversetzt, wo die Studentenschaft im Zusammenhang mil der
	        
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