Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Wöchentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
preis für das Vierteljahr 3,80 Mark einschließlich 
Vringgeld in Lübeck. Durch die Post bezogen ohne 
XEXEXO 
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teilungen 1Mt. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Satz den Auforderungen entsprechend höher. o 0 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
63. Jahrgan Nachrichten sur das herzogtum Lauenburg, die 
α— — Fürstentümer Ratzeburg, Lübeck und das angren⸗ 
—— zende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. B. m Lubed. — Geschäftsstelle Adrebsuus (Königstr. 46). Fernspre cher 9000 u. 2001. 
Montag, den 3. November 1913. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lübeck 
beiblatt: Gesetz⸗ und verordnungsblatt 
Au⸗ 
4 
Abend⸗Blatt Ur. 558. 
angestellt. Und am —4. Wiai 1913 fand dann m der Kapelle 
des altehrwürdigen preußischen Königsschlosses an der Spree 
eine feierliche Vermählung statt. Glänzender ist wohl selten 
in fürstliches Ehebündnis geschlossen worden. An der Spitze 
er Fürstenschar, die nach Berlin geeilt war, befanden sich Zar 
stikolaus I. von Rußland und König Georg V. von England 
it seiner Gemahlin. An seinem Hochzeitstage wurde Prinz 
krnst August zum Rittmeister und Eskadronchef ernannt. 
Die ersten Tage seines ehelichen Glückes verlebte das junge 
Baar im Schloß Hubertusstock in der Einsamkeit des Waldes. 
ine Fahrt nach Gmunden und Süddeutschland gingen dem 
kinzuge in Rathenow voran, und es folgten dann, in der 
chlichten Villa Eggert der stillen Havelstadt, einige Monate, 
„ie, mit kurzen Unterbrechungen, ganz dem Schwadronsdienste 
und anspruchslosem Verkehr im Kameradenkreise gewidmet 
waren. 
Bisher ist Prinz Ernst August nur Soldat gewesen, Soldat 
nit Leib und Seele. Aber sein offener, natürlicher Verstand, 
zie gründliche und gediegene Bildung, die er empfing, seine 
»ornehme Gesinnung, sein freundliches Wesen bieten die Ge— 
vähr, daß er die Hoffnungen erfüllen wird, mit denen man ihn 
etzt als Landesherrn von Braunschweig und als deutschen 
ßundesfürsten begrüßt! Dr. A. v. W. 
Erstes Blatt. Hierzu 2. Blatt. 
— Amfang der heu⸗ Am Seiten. 
—I—— 
Bibliotbekrates Buck. Der Lehrplan deckte sich in der Hauptsache 
nit dem eines deutschen Reformrealgymnasiums unter beson⸗ 
erer Berücksichtigung der Geschichte des welfischen Hauses und 
dandes, der Kunstgeschichte und der Bürgerkunde. Die gefamte 
krziehung des Prinzen war von durchaus christlichem und deut⸗ 
chem Geiste, der Liebe zum großen deutschen Vaterlande und der 
mngeren niedersächfischen Heimat beseelt. Viel Gewicht wurde auch 
nuf die körperliche Ausbildung des Prinzen gelegt, indem er 
m Schwimmen, Turnen, Fechten, Fahren, in der Jägerei und 
päter auch im Automobillenken ausgebildet wurde. Ein Gmun—⸗ 
dener Handwerker unterwies ihn in der Tischlerei und Drechflerei. 
Am 29. August 1913 wurde der Prinz durch seinen Reli 
ionslehrer, den Superintendenten D. Koch, in der Schloß— 
apelle zu Gmunden eingesegnet und am 9. und 10. März 
908 bestand er, nach vorausgegangenen schriftlichen Arbeiten, 
ie Reifeprüfung unter Leitung des königlich sächsischen Ober—⸗ 
chulrates D. Dr. Buddensieg in Gegenwart seines Vaters und 
»es Chefs der herzoglichen Verwaltung, des Geheimen Rates 
on der Wense. Das Zeugnis erklärte, daß die Prüfung nach 
zahl und Umfang der Fächer der Reifeprüfung einer deutschen 
dehranstalt von neun Jahresklassen dem Grade nach gleichzu— 
tellen wäre, und bewertete die Gesamtleistungen des Prinzen 
nit dem Prädikate „sehr gut“. 
Nach der Prüfung unternahm Prinz Ernst August in 
Begleitung des Bibliotheksrates Buck eine Reise nach Aegypten, 
»ie ihn über Triest, Alexandrien und Kairo nach Assuan führte, 
vo er mit seinem älteren Bruder zu längerem Aufenthalte 
usammentraf, um dann über Neapel, Rom, Mailand und die 
talienischen Seen ins Elternhaus zurückzukehren. Andere Reisen 
jatten den Prinzen schon früher ins Ausland geführt, so zu 
ãufigem Besuche des dänischen Hoses und zwei Jahre nach— 
einander nach der Riviera. 
Am 185. Juni 1808 ernannte Prinzregent Luitpold von 
Bayern den Prinzen Ernst August zum Leutnant im ersten 
Schweren Reiter-Regiment, ein Jahr darauf bestand er die 
IAffiziersprüfung. Im Kaisermanöver 1912 wurde ihm vom 
zaiser die besondere Anerkennung für einen Patrouillenritt 
zuteil. Am 1. Nov. 1912 murde er zum Oberleutnant be— 
ördert. 
Daß man auch in unserem Zeitalter der Oeffentlichkeit 
Pläne und Entschlüsse von größter allgemeiner Bedeutung 
geheim zu halten vermag, zeigte die Ueberraschung, welche die 
am Beginn dieses Jahres, am 10. Febr. 1918, in Karlsruhe, 
an dem mit den Häusern Cumberland und Hohenzollerm 
aleicherweise verwandten badischen Hofe vollzogene Verlobung 
»es Prinzen Ernst August mit der Prinzessin Viktoria Luise 
non Preußen, der einzigen Tochter des deutschen Kaiserpaares, 
iberall hervorrief. Daß sie eine Beilegung des alten, seit 1866 
bestehenden Streites bedeutete, darüber konnte nun niemand 
nehr im unklaren sein. Zunächst trat Prinz Ernst August in 
dreuhische Dienste über, wurde beim Husavn-Regiment von 
Zieten in Rathenow mit einem Patent vom 28 Off 10090 
deutschlands neuer Bundessfürst. 
Ernft August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg. 
Seitdem am 18. Oktober 1884 mit dem Tode des Herzogs 
Wilhelm die ältere Linie des Hauses Braunschweig-⸗Luneburg 
erlosch, also seit fast dreißig Jahren, war der braunschweigische 
Thron verwaist, hat ein treu monarchisch gesinntes deutsches 
Land den Schutz und die Wohltat eines in seinem Boden 
wurzelnden Herrscherstammes entbehren müssen. Alle Pflicht- 
treue der beiden Regenten konnte dafür keinen vollwertigen 
Ersatz bieten. Jetzt endlich, nach der Aussöhnung der glten 
Furstenhäuser Welf und Zollern und ihrer Besfiegelung durch 
ein vom ganzen deutschen Volk freudig begrüßtes Ehebüundnis, 
steht der jüngeren Linie kein Hindernis mehr im Wege, ihr Erbe 
anzutreten: Prinz Ernst August wird, begleitet von seiner 
ungen Gemahlin, der Kaisertochter, als souveräner Herzog 
zu Braunschweig und Lüneburg und als deutscher Bundesfürst 
seinen Einzug in Braunschweig halten und hat bereits feierlich 
am Somabend die Uebernahme der Regierung angekündigt. 
Ernst August Christian Georg, Herzog zu Braunschweig 
und Lüneburg, königlicher Prinz von Großzbritannien und Ir— 
sand. wurde in dem für den Winteraufenthalt seiner Eltern 
erweiterten Lothringerhaus zu Penzig, iumn XIII. Bezirk Wiens, 
am 17. November 1887 als jüngstes von den sechs Kindern des 
Serzogs und der Herzogin von Cumberland geboren und dort am 
2. Dezember 1887 durch den Pastor Greve der Christuskirche 
in Hannover getauft. Seine Paten waren: der Herzog von Cum⸗ 
berland, König Christian XX. von Dänemark und König Georg J. 
der Hellenen, also sein Vater, Großvater und Onkel. In der 
Gemeinschaft seiner Geschwister, von treuer Elternliebe be— 
hutet und gepflegt, verlebte er die sonnioste Kinderzeit und 
schloß sich besonders eng an den ihm im Alter nächststehenden 
Bruder, den am 4. Juli 1885 geborenen Prinzen Christian, an. 
Von 1894 bis 1908 dauerten die Schuliahre des Prinzen 
Ernst August. Der Unterricht wurde ihm im Hause durch eine 
größere Anzahl von Lehrern aus der Heimat unter der Ober⸗ 
lettung des Studienrates Dr. Stern erteilt, eines in jeder Hin⸗ 
ficht vortrefflichen Mannes, der einen nachhaltigen Einfluß 
auf die Entwicklung seines jungen Zöglings hatte. Die ersten 
Stunden erhielt der Prinz durch den Rektor Meyer und den 
jetzigen Pastor in Ottenstein in Braunschweig Krenge. pater noch 
durch einen zweiten Braunschweiger, den jetzigen Oberlehrer Dr. 
Liebrecht in Blankenburg am Harz. Seit 1900 lag der Un— 
terricht des Prinzen dann welentlich „n den Sünden des 
— — — 
Der lekte Hherzogregent von Braunschweig. 
Nur der älteste Sohn jenes Friedrich Franz IT. dem ein 
reundliches Geschick es vergönnte, seinem Namen Ewigkeits- 
echte durch eine Heerführerschaft im dentsch—französischen Kriege 
u erwerben, wurde durch seine schwächliche Körperbeschaffen⸗ 
jeit vollständig von allen Beziehungen zum deutschen 
zeerwesen ferngehalten, deren Pflege mindestens in einem ge— 
wissen Umfange durch Ueberlieferung eine Ehrenpflicht fürst- 
icher Personen geworden ist: der nach ihm regierende Groß⸗ 
erzog Friedrich Franz IIII Die Herzöge Paul Friedrich, Jo— 
ann Albrecht, Adolf Friedrich und Heinrich haben alle die 
ormale militärische Ausbildung deutscher Fürstensöhne genossen. 
Indessen sind sie auch alle nicht im Soldatenberufe aufge— 
jangen. Herzog Paul Friedrich hatte sich schon durch seinen 
Bekenntniswechsel einigermaßen von seiner Familie und der 
ntimen Beteiligung am Leben der Heimat abgesondert; Hein⸗ 
ich, der Jũngste, war vollends durch seine Verheiratung in 
inen ausländischen Staatsverband übergetreten. Johann 
Ulbrecht aber und Adolf Friedrich hat ihre versönliche Nei⸗ 
sung in den Dienst der deutschen Kolonialsache geführt. 
der Jüngere ist förmlich als Beamter, als Gouverneur von 
Togo, in den Reichsdienst getreten. Wenn Johann Albrecht 
ws auch vorzog, der Entwicklung des überseeischen Neudeutsch- 
ands seine Kräfte in der Heimat zu weihen, so war er doch 
on vornherein entschlossen, sich in die ihm vorgezeichneten 
Aufgahen mit solcher Grümdlichkeit zu verliefen, dacz diese 
— An 
chenke nehme ich grundsätzlich nicht an — gleichviel welcher 
Art und von wem!“ 
Fürst Orloff lachte kurz und gezwungen auf. 
„Sie sind zu streng, schöne Frau Marquise. Bei uns in 
Rußland —“ 
Wieder will Irene abwehren. Da wendet sich zu ihrer 
zroßen Erleichterung ihr Gatte plötzlich nach ihr um und winkt 
ie zu lich heran. 
„Die Contessa will sich von dir verabschieden, Irene ... 
u siehst bleich aus, Liebste —“ unterbricht er sich, sie besorgt 
inblicend. „Die Hitze auf der Promenade des Auglais ist 
u drüchend für dich. Wir wollen hinauf, in die schattige 
dühle des Schloßbergs. Haben Sie Lust, uns zu begleiten, 
Durchlaucht 7 
Fürst Orloff hat rasch seine Fassung wiedergewonnen. 
Mit seinem gewohnten überlegenen Lächeln schüttelt er den Kopf. 
„Nein, danke, Herr Marquis. Ich habe heute noch aller— 
hand Wichtiges vor. Au revoir!“ 
Und mit tiefer Verbeugung vor Irene kenkt er seinen Fuchs 
in entgegengesetzte Richtung. 
Nach herzlichem Abschied von der Contessa biegen auch der 
Marquis und seine Gemahlin bald darauf in einen Seitenweg 
ib. der sich mählich hinanzieht »um herrlichen Schloßberg. — 
3. 
Fürst Wladimir Orloff hat für die diesjährige Nizzaer 
Zaison zwei Wohnungen gemietet: die eine offizielle in dem 
»ornehmen Hotel de lElysée unten am Kai, die andere in einer 
leinen verstedten Villa weit ab vom Trubel des Saisonge⸗ 
voges. die er je nach Bedarf mit seiner Gegenwart beehrt. 
Als Se. Durchlaucht heute vor dem hohen Portal des 
dotel de lElysée vom Pferde springt und dem herbeieilenden 
keitknecht die Zügel zuwirft. befindet er sich in denkhar schlech— 
ester Laune. 
Dieser Mann der grotzen Welt, der alles besitzt, was nach 
»er Meinung der meisten Menschen glüdllich machen muß: 
iußere Schönheit, einen vornehmen Namen, Glüͤdsgüter jeder 
Art — dieser beneidenswerte Mann, der sich bisher mit Geld 
lles erkaufen konnte, was sein Herz begehrte — er hadert 
rit dem Schichsal, weil es ihm einen Wunfchh versagte: den 
Besiß der Frau, die ihm das Begehrenswerteste quf Erden 
Irrlichter des Glücks. I 
Ein Gesellschafisroman von der Riviera. 
Von Erich Friesen. 
(6. Fortsetzung.) Machdruck verboten.) 
Fürst Wladimir Orloff ist zweifellos ein schöner Mann. 
Kaum über Mittelgröhße erscheint er durch das Ebenmaß der ge⸗ 
jchmeidigen Glieder fast groß. Sein ganzes Aeußere, wie auch 
seine Bewegungen, verraten seine Zugehdrigkeit zu den höchsten 
Gesellichafislreisen. Das interessante Profil ist scharf geschnitten. 
Das etwas hervortretende Kinn, die ihngebogene Nose weisen 
auf Energie, ja Starrköpfigkeit bin. 
Aber noch etwas spricht aus seinen dunklen, tiefliegenden 
Augen, aus dem vollen, von einem wohlgepflegten schwarzen 
Schnurrbart beschatteten Mund . etwas Seltfames, Außerge⸗ 
wöhnliches: ein Hauch von Verwegenheit, von Abenteuerlust, 
von Brutalität. 
Als er nach einer kurzen Vause aufs neue spricht, diesmal 
noch leiser, in bebender Erregung, zeigt sein dunkles Gesicht 
nur Wehmut und Unterwürfigkeit; 
„Ist es edel von Ihnen daß Sie mich meine Niederlage 
dei jedem Zusammenfein fühlen lassen? Als Sie damals meine 
Werbung um Ihre Hand zurldwiesen — da bat ich Sie, wenig⸗ 
stens Ihr Freund sein zu dürfen. Ist dieser Wunsch ein Ver— 
brechen. Frau Marquise? Ich meine, echte, ehrliche Freund⸗ 
schaft sollte man nicht leichtfertig von sich weisen oder gor 
mit Verachtung lohnen!“ 
Ein prufender Blid aus Irenes klaren graublauen Augen 
geht über den Reiter an ihrer Seite hin, und etwas wie Mit— 
beiden durchwallt ihre Seele Hat anicht mechenhat sich 
nicht hr gegenuber stelts wie ein Kabauer denom Hat 
er nicht nach der Zurückweisung, die sie vor Jahren seiner Wer 
bung zuteil werden leh di⸗ seurige Liebhabermiene in die⸗ 
— eines ehrerbietigen, wohlmossen den Freundes verwan⸗ 
Und doch mißtraut sie ihbam — gie weih selbst nicht, 
veshalb 
„Es tut mir leid, wenn ich Sie verletzt habe,“ erwidert sie 
anfter. „Ich wollte Ihnen acht vehe nun Ich glaube, das 
Glück hat wrich etwas egoitisa gemacht,“ fügt sie lächelnd 
jinzu, indem ihre Augen sich auf ihren Gatten richten, der in 
urzer Entsernung in lebhaftem Gespräch mit der Contefsa neben 
»eren Wagen reitet. „Damals, vor Jahren, da war ich 
insam, glückverlassen — trotz der vielen Menschen, die mich 
migaben; sie waren ja für mich nur Marionetten. Jetzt aber 
st mein Leben reich. Mein Gatte ist meine Welt; er ist nicht 
ur mein Mann, sondern auch mein qauter Kamerad, mein 
Freund!“ 
Fürlt Orloff erbleicht. So fest zieht er die Zügel an, 
daß der schlaue Fuchs sich jäh aufbäumt. 
„Ja, Sie sind egoistisch geworden,“ preßt er erregt zwischen 
den Zähnen hervor. „In Ihrem Glück vergessen Sie, daß es 
indere gibt, die außechalb eines solchen Glüͤckes stehen, und 
Zie lassen diese Armen Ihr Uebergewicht fühlen. Und doch 
nätte ich Ihnen nicht nur mein Herz zu Fühßen gelegt — Sie 
ollten herischen über Tausende von Untertaänen — 
Heiße Röte steigt in Irenes Antlitz. Mit einer stolz ab⸗ 
vehrenden Bewegung unterbricht sie deinen leidenschaftlichen 
ẽrguß. 
„Kein Wort mehr, Fürst! Wenn Sie tatsächlich mein Freund 
ein wollen, so sind solche Bemerkungen wenig am Platze. 
vzlauben Sie meiner Versicherung, daß ich Sie niemals mein 
Uebergewicht“‘, wie Sie es nennen, fuhlen lafsse. Damals, 
ils ich Ihre Hand ausschlug, wollte ich uberhaupt nicht“ — 
ie zögert einige Sekunden, um dann rasch hinzuzu fügen — 
wollte ich überhaupt nicht — heiraten.“ 
Unter halbgesenkten Lidern blickt er durchdringend in ihr 
uhiges, stolzes Gesicht. 
„Und was hat diesen Entschluß so bald umgestohen — 
denn man fragen darf?“ 
„Ich liebe meinen Mann.“ 
Nichts weiter sagt sie Aber aus den wenigen Worten 
pricht die ganze tiefe Zuneigung, die das schöne Weib für den 
Ddann ihrer Wahl empfindet. 
„Ich verstehe,“ erwidert er, sich mühsam zur Ruhe zwin—⸗ 
send. „Aber als Ihrem — Freunde werden Sie mir doch 
venigstens gestatten, Ihnen hier und da eine kleine Aufmerk- 
amkeit zu erweisen —“ 
„Wenn diese Aufmerhsamkleit sich in geziemenden Grenzen 
lt — gaewiz. Nur eins möchte ich sogleich betonen: Ge—
	        
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