Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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n 7, 3 * 959 
35 5375 — 
Fonntag, den 2. November 1913. —— 
Cagesberichi. 
Lübeck, 2. November. 
ragung des deutschen gehmarnbahnkomitees in 
hamburg. 
Das deuische Fehmarnbahnkomitee, dem zurzeit die Vertreter 
pon 27 deutschen Handelskammern, ferner der Hamburg⸗Ame⸗ 
fifa⸗Linie, der beteiligten ostholsteinischen Städte usw. an⸗ 
gehören, trat, wie schon kurz gemeldet, unter Vorlitz von 
Herrn Max Schinckel, Hamburg, am 31. Okt. 3. J. in den 
RFäumen des Hamburger Börfengebäudes zu einer wichtigen 
Sitzung zusammen. 
Herr Max Schinckel, Hamburg, begrüßte zunächst die 
Versammlung und betonte das starke über einstimmende In⸗ 
terefse an der Verfolgung des Fehmarnbahnproiektes, einer 
neuen deutscheskandinavischen Route Hamburg-Lübecdck-Fehmarn⸗ 
Laaland⸗Kopenhagen. 
Herr Syndikus Dr. Wallroth, Lübed., behandelte in 
iinem einleitenden Vortrage „die verkehrswirtschaftliche Be— 
zeutung der Fehmarnlinie“. Nach einer Uebersicht über die 
zestehenden Verbindungen, die abgesehen von Kiel-Korsör mit 
hrer 135 km langen unbequemen Seereise sämtlich nur im 
rechten Winkel mit Hamburg und dem deutschen Westen ver⸗ 
hunden seien, erörterte er zunächst die Verbesserungsmöglich- 
leiten dieser bestehenden Routen. Die hier ev. denkbaren 
gerbesserungen würden praktisch betrachtet über je zwei Stunden 
m Söchstfalle nicht hinausgehen können. Die Fehmarnlinie 
ber — die sich übrigens mit dem uralten dänischen Königs⸗ 
veg zum Kontinent dedde — bringe Ersparnisse nach Kopen⸗ 
zagen von 424. Stunden, nach Stockholm, Gotenburg usw. 
enar gegenüber den verbesserten bestehenden Verbindungen 
Kefseersparnisse von 5 bis 63 Stunden, und zwar bei einer 
nur 40 Minuten langen Seereise. Daß sie mit Recht als die 
Vogelfluglinie“ bezeichnet werde, gehe auch daraus hervor, 
daß der französische Flieger Brindejonec von Stockholm nach 
Köln und Paris im Zuge der Fehmarnlinie geflogen ist. 
Dabei betrügen nach den⸗ fertig vorliegenden technischen Pro— 
ekten die Baukosten einschließlich des Erwerbs der im Zuge 
»er Fehmarnbahn liegenden Kreis-Oldenburger Nebenbahn ins- 
gesamt nur 203 Millionen M. Auf dänischer Seite würden 
nach der bevorstehenden Bewilligung des Masnedsundbrücke 
sowie ev. der Kiögebahn für die eigentliche Fehmarnroute nur 
3 Millionen Kr. gebraucht. Davon brächten die Dänen nach 
her von ihnen geplanten Einstellung der verlustreichen dänischen 
Kiel⸗Korsör⸗Nachtschiffe sogar noch 3854 Millionen in Abzug. 
Die stark aufnahmefähigen skandinavischen Märkte, die zulsammen⸗ 
genommen eine ebenso große deutsche Ausfuhr aufnähmen, 
wie das ganze europäische Rußland, seien aber für Deutschland, 
namentlich für den industriereichen deutschen Westen sowie für 
die deutsche Landwirtschaft von gröhßter Bedeutung. Ebenso 
trömte der Warenabsatz der drei standinavischen Länder in 
weit ũüberwiegenden Maße nach dem Westen Deutschlands und 
kuropas. Norwegen, das nach Erbauung der Fehmarnbahn 
nicht weiter von Hamburg entfernt sein würde als die Schweiz, 
erhosfe von der Fehmarnbahn einen mächtigen Aufschwung 
seines Touristenverkehrs. Beide Länder seien deshalb warme 
Anhänger der Fehmarnroute. Die preußische Eisenbahnver⸗ 
waltung werde sich unter diesen Umständen der wirtschaftlichen 
Notwendigkeit einer baldigen Erbauung jener wichtigen inter⸗ 
nationalen Landroute kaum mehr verschließen können. 
Herr Syndikus Dr. Leucfeld, Hamburg, berichtete 
im Anschluß hieran über die bisherige Tätigkeit des deutschen 
Komitees, das sich nunmehr von Hamburg, Lübeck und Magde— 
burg aus links der Elbe bis über den Rhein »And südlich 
bis über den Main hinaus erstreckte. Er gedachte der vor—⸗ 
läufig ablehnenden Stellungnahme des preußifschen Eisenbahn⸗ 
ministers, der sich aber jetzt doch wohl davon überzeugen 
würde, daß es sich keineswegs nur um eine Sache der 
Hansestädte, sondern um eine dringende Forderung des ganzen 
deutschen Westens handele, der außerdem Dänemark vollstes 
eimnütiges Interesse entgegenbringe. Sämtliche wirtschaftlichen 
Verbände des Handels, der Industrie und der Landwirtschaft 
Dänemarks ständen heute geschlossen hinter der Fehmarnroute, 
und auch der dänische Eisenbahnminister sowie die angesehensten 
dänischen Reichstagsabgeordneten seien im Reichstage einmütig 
für die Fehmarnbahn eingetreten. Diese Tatsachen ließen eine 
baldige Wendung zugunsten des Fehmarnbahnproiektes wohl 
erwarten. 
Herr Senator Possehl, Lübeck, machte über die bis— 
herigen Schritte und Erfolge des Komitees weitere interessante 
Mitteilungen und entwickelte dann ein umfassendes Aktions— 
programm für die weitere Tätigkeit des Komitees. Der be—⸗ 
stehende Arbeitsausschuß wurde alsdann durch Zuwahlen von 
Herren aus dem Westen, Geh. Kommerzienrat Neden— 
Du-Mont, Köhn, Geh. Kommerzienrat Deufsen, Krefeld. 
Syndikus Dr. Brandt, Düsseldorf, Dr. Keibel, Essen, sowie 
Dr. Blaustein, Mannheim, ergänzt. In der Aussprache nahmen 
u. a. die Herren Kommerzienrat Meyer, Hannover, Kommerzien⸗ 
zat Tonne, Magdeburg, Konsul Dimpker, Lübegd,. 
A. Heuser. Barmen, Geh. Kommerziemat Deussen, Krefeld, Geh. 
Kommerzienrat Andreae, Frankfurt a. M. das Wort und 
betonten übereinstimmend ihr großes Interesse an der Route. 
Beschlossen wurde sodann, den. preußischen Eisenbahnminisler 
von dem Ergebnis der Beratung in Kenntnis zu setzen und 
dem dänischen Schwesterkomitee ein Begrüßungstelegramm zu 
abersenden. Einstimmig wurde endlich die bereits mitgeteilte 
Resolution angenommen. 
Die Resolution wurde guch telegraphisch dem Reichs— 
kanzler übermittelt mit der Bitte, gleichzeitig darauf hinzu— 
virlen. daß seitens der in Betracht kommenden Instanzen das 
on dem Komitee ausgearbeitete Projekt eingehend geprüft und 
——— desselben im Hinblick auf die außer— 
oße verkehrswirt i n 
—58 schaftliche Bedeutung desselben hin— 
— ——— 5 
Die Fehmarn⸗Chare. 
Wir entnehmen der Kopenhagener Zeitung Politiken fol— 
gende Ausführungen: 
Der Seeweg nur etwas über halb so lang wie 
Kopenhagen-Malmö. 
Jeder, der sich für die Entwickelung unseres Landes inter⸗ 
—EVO— gesebhen, mit welchem Manael au 
Energie wir unfererseits die Konkurrenz „Giedser gegen Saßnitz“ 
wufnehmen, so daß sich die schwedische Linie ständig auf unsere 
dosten weiter entwickelt. 
Gleichzeitig baben wir die Fehmarn-Linie unbeachtet bei 
Zeite liegen lassen, ein Jahrzehnt nach dem andern; zuletzt war 
ie seit einem Menschenalter ge'egentlich des Syltholm-Projektes 
Tröhnkes auf der Tagesordnung. 
So wenig, wie man darüber streiten kann, daß 2 und 2 
ier sind, so wenig lätt sich daran zweifeln, dakß die Fehmarn⸗ 
rinie die einzig richtige von Dänemark nach dem Westen ist. 
ziffern sprechen dafür: Auf der Linie Laaland-Fehmarn beträgt 
ie Seereise nur etwas über die Hälfte (18 km) wie zwischen 
topenhagen-Malms (32 *w)1 
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A— 
Es ist daher erfreulich, daß die Frage jetzt wieder aufge— 
iommen ist, und man darf hoffen, daß der „steigenden Stim— 
nung“ schnell ein energisches Handeln und ein glücklicher Abschluß 
olgen möge. 
Der Beschluß der Großkaufleute-Vereiniaung ist ein gutes 
Vort, das hoffentlich einen guten Boden finden wird; aber die 
rrage betrifft nicht nur Handel und Landwirtschaft, Industrie 
md lukrativen Touristenverkehr, sie betrifft uns alle. 
Die Einwohner in Aebeltost und Rödby sind sicher vor⸗ 
reffliche Menschen; aber sie werden nach wie vor Provinzleute 
leiben, wenn sie nicht mit anderen in Berührung kommen. Wir 
dänen sind sicher die besten Menschen auf Gottes grüner Erde; 
ber wir sind Provinzleute gegenüber der großen Welt, und 
s ist motwendig für uns, mit der übrigen Welt und deren großen 
kinrichtungen in Verbindung zu kommen. 
Jede Verbesserung der Verbindung mit dieser bringt uns 
den Kulturzentren näher. An Stelle, weiter Bewohner ab—⸗ 
elegener Kleinkaufstädte zu sein, sollten wir zum mindesten 
horstadtbewohner einer Welt-Hauptstadt sein. 
Oktober 1913. Carl Jacobsen. 
(Anm. d. Red.: Verfasser ist der bekannte Großindustrielle 
md Kunstliebhaber in Kopenhagen, Dr. Carl Jacobsen; Ny 
Carlsherg-BBrauerei, Stister der Ny Carlsberg-Glyptothek usw.) 
Dersorgung der Angeftellten und Arbeiter des 
übeckischen Staates und der Stadtgemeinde Lübeck. 
Am 29. Januar 1806 richtete die Bürgerschaft das Ersuchen 
n den Senat, ihr, baldigst eine Vorlage über die Errichtung 
iner Pensionskasse für die Arbeiter und die nicht- 
ensionsberechtigten Diätare des Staates und der Stadt-⸗ 
emeinde Lübeck entgegenzubringen. Der Senat hat darouf 
em Bürgerausschutßß im Dezember 1909 einen Gesetzentwurf 
her die Errichtung einer Ruhelohnkasse für alle 
m unmittelbaren Dienste des lübecischen 
ztaates oder der Stadtgemeinde Lübeé 
nagaestellten oder beschäftigten Personen, die der 
eichsgesetzlichen Invalidenversicherung unterliegen oder zFur 
zelhstpersicherna bei derselhen berechtigt sind, sofern ihre 
zeschäftigung nicht durch die Natur des Gegenstandes obder im 
oraus aus. den, Zeitraum von weniger als eine Woche be— 
hränkt ist, sie beim Eintritt in die Beschäftigung das 50. Lebens-— 
hr noch nicht vollendet haben, oder ihnen nicht eine Pension, 
VLartegelder oder ähnliche Bezüge im Mindestbetrage von 
00 Mijährlich zustehen, zur gutachtlichen Aeußerung vorgelegt. 
Der Bürgerqusschuß verwies die Senatsvorlage am 19. Jan. 
910 zur Vorprüfung an eine Kommission, welche ihre Aufgabe 
n sieben Sitzungen erledigte. Das Ergebhnis der Beratungen 
har das. daß die Kommission sich über die Notwendigkeit und 
zweckmäßigkett einer Ruhestandsversorgung der nichtpensions— 
erechtigten Angestellten und Arbeiter des lübedischen Staates 
nd, der Stadtgemeinde Lübeck pöllig einig wurde, fexner auch 
arüber. daß mit der Ruhelohnkasse eine Hinterbliebenen- 
ersorgung verbunden werden müsse. Dagegen konnte man sich 
icht daruber einigen, auf welcher Grundlage die Ruhelohnkasse 
ebst Hinterbliebenendersorgung gm vorteilhaftesten für den 
toat wie die Angestellten und Arbeiter zu ercichten sei. Die 
enatsborlage sah als Grundlage das Versicherungsprin ziv unter 
ugrundelegung des, Prämiendeckungssystems im Anschlutz an 
ie Zeichsgesetzliche Invalidenversicheruna, vor. Die Meoͤrheit 
er, Kommission empfahl, der Bürgerausschuß wolle die Senats- 
orlage ablehnen, jedoch an den Senat das Ersuchen richten, 
er Bürgerschaft eine neue Vorlage auf der Grundlage ihret 
Beschlüsse GBeibehaltung oes Versicherungsprinzips mit Prämien- 
echungsverfahren und, Angliederung der Sinterbliebenen⸗ 
dersorgung), entgegenzubringen. mit der Maßgabe, daß vie 
ährlichen Beiträge, soweit sie vom Staate zu tragen sind, 
ie Summe von, 0 000 M, nicht übersteigen; die Minderheit 
»er Kommission beantragte dagegen, der Bürgerausschuß wolle 
⸗ie Senatsvorlage ablehnen und den Senat ersuchen, der 
Bürgerschaft eine neue Vorlage auf Grund der Pensions— 
rewährung entgegenzubringen. J. 
Der Verein lübeckiischer Bureaubeamten hatte sowohl d⸗ 
Bürgerausschuß⸗Kommission wie auch den Bürgerausschuß seibst 
ersucht, die Ausdehnung der Ruhelohnkasse auf die Bureau—- 
dehrsfen abzulehnen und den Senat zu ersuchen, die Burequ— 
ehilsen in stagtlichen und städtischen Betrieben nach 10jahriger 
senie pensionsberechtigt anzustellen. Die Bürgerausschuß- 
Kommission hat auf diese Wuünsche keine Ruchsicht genommen 
und der Bürgerausschuß hat sich seit Anfang 1910 überhaupt 
nicht wieder mit der Senatsvorlageé befaßt. 
Nun hat der Sengt der Bürgerschaft einen neuen Gesetz— 
entwurf über die Versorgung der Angestellten 
und Arbeiter des Jübedischen,sctgates und der 
Stfadtgemeinde, Lübeck vorgelegt. Die Sengtsvorlage 
olgt im großen und ganzen den Wünschen der Metzeheit der 
Die vensionsberedtigte Anstellans 
iach 10jähriger Dienstzeit hat kene Berüchichtigung gefunden. 
vie auch nicht anders zu erwarten war. da der Senat bereits 
n Jeiner Vorlage, bett. die Neuordnung des Buregu⸗ und 
Zassendienstes, d hat. daß seiner Ansicht noch 
hie pensionsberechtigten Bureauhilfsarbeiter durch ihre Unter— 
tellung unter die Beamtengesetze einen Vorsprung vor den 
übrigen technischen Hilfskräften und, den eigentlichen Arbeitern 
erreicht haben, der sachlich nicht begründet ist und darum 
zeijer, diese Sonderstellung allmählich verschwindet und die 
VUtitgliedschaft der staatlichen Versorgung der Angestellten usw. 
muf alle Hilfsarbester ausgedehnt wird. 
Der Inhbalt der neuen Senatsvorlage ist im wesentlichen 
olgender: Durch befonderes Landesgesetz sind seinerzeit die dem 
hersicherungsgesetz für Angestellte versicherungspflichtigen Ange⸗ 
teltlen des Staates und der Stadt Lubeck unter Zusicherung 
ꝛer Leistungen des Angeitelitendersicherungsgesetzes seitens des 
Stagtes für versicherungsfrei erklärt worden. Die anderweitige 
Versorgung der Angestellten war zunächst in der Weise ge⸗ 
dacht, dak der Staat die Angestellten bei einem Versicherungs⸗ 
anternehmen versicherte, welches höchstens dieselben Beiträge 
verlangte wie d'e Angestelltenversicherung, dafür aber höhers 
Leissungen gewährte. und, bor allem die Möglichkeit bot. aß 
die Rentenversicherung mit dem Zeitvunkt der festen Anstellung 
in eine Kapitalversicherung umgewandelt werden konnte. Diese 
Regelung bat sich aber aus mäncherlei Gründen als unvorteil⸗ 
aft erwiesen. Die Grundlage der jetzt geplanten Versorgung 
crt Angestellten soll, wie bei der Ruhelohnkafse die reichs- 
esetzliche Invalidenversicherung bilden. Die Invalidenrente Joll 
urch Verwendung von Zusatzmarken soweit erhöht werden. daz 
tstere zusammen mit der Zusatzrente dem Betrag der staatlicher⸗ 
eits zu gewährenden Leistung nach dem Angetelltenversicherungs⸗ 
esetz gleichkommt. Um dieses auch hinsichtlich der Hinter⸗ 
ehenenversorgung zu erreichen, soll staatlicherseits den Ange— 
iellten ein Zuschutz zu den freiwilligen Versicherungen 
ewãhrt werden. die sie über die Sicherung der gesetzlichen 
Mindestrente hinaus für die Zukunft ihrer VFanccie eingehen. 
. h. der Staat Jsoll zu den Prämien für Kapitaloversicherungen 
Ner Art seiner Angestellten ünter Verwendung der durch die 
Befreiung von der Angestelltenversicherung ersparten Beiträge, 
oweit sie nicht für die Zusatzversicherung für die Inyaliden⸗ 
dersicherung gebraucht wetden. Zuschuffe bis zur Hälfte der 
Bersicherungsbrämien gewähren, und zwar auch dann noch. 
penn diese Kapitalpersicherung von dem Angestellten nach seiner 
Versetzung in den Ruhestand aufrecht erhalien wird. Himichtlich 
er Versorgung der Arbeiter des Staates und der Siadt- 
emeinde wird gemäßz dem Wunsche der Voraer qusiu Kom· 
nssion neben einer Ergänzung der Invalidentente auche eine 
zinterbliebenenversorgung geschaffen werden. indem die 
npalidenrenten mit Hilfe der Höher⸗ und Zusatz ver sicherung 
inter Uebernahme der Hälfte der hierfür erfordetlichen Bei— 
cage guf den Stagt erhoͤht und die Hinterbliebenenversicherung 
nif Grund der Reichsversicherungsordnung durch veee 
Jopitalsversicherung erganzt deird zu deren Prämien der Staat 
zuschüsse bis zur Hälste der Prämien leisien soll. 
Als Zuschuß für die Invalidenrenten⸗Zuigtzversicherung sollen 
ois zu 15 Majährlich für einen Arbeiter und bei der Kapitals- 
ersicherung desselhen 1. Mefür je 100 MiKapitaldersiberung 
zewährt werden, doch soll der Höchstbetrag dieses Zuschufses 
ür einen Arbeiter jährlich 10 Municht übersteigen. Die jähr— 
iche Gesanitbelastung des Staates würde Dra bei 1400 
Arheitern etwa 88 600 M, diejenige gus der Angestellten— 
ersicherung etwa 15 000 M iährlich betragen. Auch nach 
dieser Richtung hin entspricht die Senatsvorlage den Wänschen 
er Mehrheit der derzeitigen Bürgerausschußko mmission. d 
Bürgerausschuß. In der gestrigen Sitzung teilte der 
Wortführer mit, daß auf Wunsch des Senates die Vorlage 
etr. Revision der Bestimmungen über Schulgeld vorerst nicht 
pieder auf die Tagesordnung gelangen werde. Zur Senats⸗ 
orlage betr. Erbauung eines Konversationshauses in Trave— 
nünde wurde, wie schon kurz erwähnt, folgendes Ersuchen an⸗ 
jenommen: Der Senat wird ersucht, die Behörde für Trave— 
nünde anzuweisen, daß alle Arbeiten und Lieferungen (oweit 
ie nicht Spezialarbeiten sind und von Lübedern nicht ausge—⸗ 
ührt werden können) nur an Geschäftsleute, die im lübeclischen 
ztaatsgebiet ihr Gewerbe treiben, vergeben werden, wenn die— 
elben mit den Auswärtigen konkurrenzfähig sind, und zwar 
a einzelnen Losen für jedes Gewerbe getrennt. Für die 
zergebung dieser Arbeiten sind die Bedingungen des Lübecker 
zauamts maßgebend. 
xFEine Versommiung der Bürgerschaft findet uam Montag, 
em 10. d. M., abends 6Uhr, stati. 
S. Meifterdrüfung. Die Bäder H. A. Chr. Müller, O. T 
. Rüder, W. J. F, Bartels. E. HF, E. Roos und 5. 3. 
Varnge haben am 531. Ott. vor der hiesigen Meüter arüsunge- 
en für das Handwerk der Bäcker die Meiterorüfnung 
estanden. 
Kamvilaltin gegen die Irnarurontt Unter diefer 
lebexschrift war, uns üunterm 25. Oktober von dem Schriftfuührer 
es IAchmarnbahnkomitees, Herrn Dr. Wallroth, Luübecd eine 
zuschrift zugegangen, in weicher eine den Tatsachen nimt ent⸗ 
rechende Berichterstattung der Kieler Reueflen Nachrichten über 
ie Behaphlung der Frage der Fehmarnroute auf der Tagung 
es Deutsche Nordischen, Verkehrsverbandes in Kopenhrgen bron 
andet und Lichtig gestellt wotden war. Mit Ruͤdsicht hierguf 
at sich det Vorsijtzende der danischen Ableilung jenes Verbandes, 
ert Obergerichtdanwalt, Olsen in Kopenhagen. verantaht ve— 
hen, den von Dr. Wallroth dargelegten Sachverhalt in dsni— 
hen Zeitungen, ausdrücklich als richtig, zu bestätigen. Er hat 
inzugeketzt., daß, „falls die Zeit nicht so knavp und nicbt 
m yoraus durch andere Thematg in Anspruch genommen wäre, 
ie dänische Abteilung in jedem Fall nichts lieber, gesehen bätte, 
ils dah das für die Interessen des Reiseverkehrs so ansvpre hende 
ind bedeutungsvolle Fehmarnbahnprojekt bei der genannten Gez 
genhbeit aur eingehenden Verhandlung gestellt worden ware. 
die Nichtigkeit jenes Sachverhalts ist obendrein noch durch die 
nmjener Versammlung, anwesenden beiden, dänischen Herren 
Lressevertreter, Kt. Dahi, Präsidenten des Journolistenvet an⸗ 
es fowie Karl Muusmann, Repräsentanten der tougal'stie hen 
Rercinigung. ausdrücklich bestätigt worden. — Herr. Dr. Wall 
oth, der uns dies mitteilt. fetzt ferner binzu; „Die von mit 
regebene Schilderung jenes Vorganges ist also hiernach zweifellos
	        
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