Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

Ausgabe 
Aus den Nachbargebieten. 
Sansestãdte. 
DT. Samburg, 1. Nopy. Deckeneinsturz in enn e n 
Küinotheater. Im Urania⸗-Theater stürzte Freitag abend 
während der Vorstellung ein Teil der Decke ein. Im vollbeietzten 
Zuschauerraum entstand in der Dunkelheit eine furchtbace Vanik, 
die erst beseitigt werden konnte, als der Raum wieder erleuchtet 
war. Von der herabgestürzten Decke wurden mehrere Verlonen 
beretzt; zwei von ihnen so schwer, daß sie ins Krankenhaus 
jebracht werden mußten. 
Gemäldediebstahl. Einem Kaufmann, der von Kiel 
nach Hamburg übersiedelte, ist aus dem Spiegelkasten des 
Möbelwagens ein Gemälde im Werte von 20000 M ägestohlen 
worden. Von den Dieben, die das Bild aus dem Rahmen ge⸗ 
schnitten haben, fehlt jede Spur. 
Bremen, 1. Nov. Einen gräßlichen Selbst⸗ 
mordverhuch beging die 24 Jahre alte Ehefrau eines An⸗ 
vohners der Edernförder Straße. In Gegenwart :hres Mannes 
begoß sie nach einem häuslichen Streit ihre Kleidung mit 
Petroleum und stedte sie in Brand. Der Ehemann ve-mochte 
nicht mehr zu verhindern, daß die Frau am ganzen Oberkörper 
schwere Brandwunden erlitt, mit denen sie in bedenklichem Zu⸗ 
tande in die Krankenanstalt geschafft werden mußte. 
Schleswig⸗Holstein. 
Neumünster, 1. Noo. Ein Vandalismus wurde 
zuf dem alten Kirchhof ausgeführt. Ein pietäötloser Geselle 
hat zahlreiche Grabkreuze aus dem Boden gerissen und 
zerschlagen. Leider ist es nicht gelungen, ihn abzufassen. 
Neustadt, 1. Noo. Die Versorgung unserer 
Stadt mit Elektrizität hat jetzt eine neue Wendung 
Jenommen. Die Stadtkollegien haben sich nämlich jetzt für 
ein eigenes Elektrizitätswerk entschieden und den früheren Be— 
schluß, Anschluß an die Ueberlandzentrale, aufgehoben. Ferner 
soll mit dem Elektrizitätswerk auch die Erbauung eines Wasser— 
werks vorgenommen werden. Die Kosten dafür werden von 
sachverständiger Seite auf 50 000 Muveranschlagt. 
Großherzoatum Oldenburg und Fürstentum Lübed. * 
Eutin, 1. Nob. In glänzenden finanziellen 
Verhältnissen lebt das FJürstentum Lübeck. Schon seit 
einer Reihe von Jahren werden hier nur 75 60 der Einkommen⸗ 
und Vermögenssteuer gezahlt und dasselbe wird auch nun 
für das Jahr 1914 beantragt. Als im vergangenen Jahre der 
Boranschlag infolge einiger großer Baulichkeiten mit einem 
zehlbetrag von 150 184 Meäabschloß, da bereitete dies der 
Berwaltung wenig Sorgen. Es waren aus früheren Jahren 
iccht nur große Betriebsüberschüsse vorhanden, sondern man 
zerfügte noch dazu über einen Betriebsfsonds von 150 000 M. 
Nun hat das Jahr 1912 aber trotzdem mit einem Ueberschuß 
»on rund 80000 Mäabgeschlossen, so daß für 1914 mit 
Kassenüberschüssen bis zu 270 000 Migerechnet wird. Die Ein— 
ommensteuer ist allein 20 000 Muhdher veranschlagt, ein 
Zeichen von dem wirtschaftlichen Aufschwung des Fürstentums, 
nessen Residenzstadt jetzt auch Garnisonstadt geworden ist. 
Ahrensbök, 1. Nov. n i ⸗ 
ebauder bat Ahrensböt gi i — etiete— 
Plten und nachdrüdlichen Klagen“ des Gemeindevorstehers 
Mentz, auch in der leßten Provinziglratstaägung über die 
chlechten baulichen Verhaältnisse des Rhrensbter Amitsgerichis 
erflärte diesmal, der Regierungspräfident Dr. Meyer, daß von 
danser Stelle diese Sache baldigst eingehend geprüft wer— 
Lauenburg. 
B. Mölln, 1. Nop. Eine Automobil⸗-Feuer— 
Ipritze hat die Kreisverwaltung für den Kreis Herzogtum 
Welt und Wissen. 
Waren die Ichthnosaurier Kannibalen? 
Diese Frage, die durch eine Reihe von Beobachtungen der 
eßten Zeit von den Paläontologen aufgeworfen ist, beant⸗ 
wortet Generaloberarzt Dr. Ernst Sehrwald in einem inhalt— 
eichen Aufsatz der Umschau. Im Innern der versteinerten 
Ichthyosaurier, dieser höchst gefrääigen Geschöpfe, die in den 
Meeren der Jura- und Kreidezeit als arge Räuber hausten, 
zat man bereits bei 14 alten Tieren kleine Skelette von 
ungen Ichthyosauriern gefunden; sieben hatten nur je ein 
Junges, drei enthielten 224, und in den übrigen alten Tieren 
and man sogar 5, 6, 7 und 11 Junge. Während die Ich thyo⸗ 
aurier ursprünglich wohl gleich anderen Reptilien Eier auf dem 
esten Land gelegt haben, paßten sie sich sfäter immer mehr dem 
ausschließlichen Leben im Meer an, und so mußtten die Jungen 
»is zur vollen Entwickelung in ihrem Leib geborgen bleiben. 
So lange es sich bei den fossilen Resten nur um ein oder zwei 
Junge handelt, sind sie bei ihrer Lage durchaus als Embryonen 
nufzufassen. Ist die Zahl der Jungen aber größer, so finden sich 
oiele guch im vorderen Drittel des mũtterlichen Rumpfes, und 
diese haben fast alle die Schnauzen gegen den Kopf der Mutter 
jerichtet und eine völlig gestreckte Lage. Daraus haben eine 
Anzahl Paläontologen den Schluß gezogen, daß diese Jungen 
yvon den Alten gefressen worden waren und nun in Magen und 
Speiseröhren der Alten lagen. Man nahm an, daß die Alten 
die flüchtenden Jungen von hinten gefaht und uneriaut un 
ast unversehrt verschluckt haben. Ein sehr kleines Junges fand 
nan ganz vorn im Brustkorb nahe dem Kopf; dieses sollte in 
der Speiseröhre stecden geblieben sein und zum Erstickumgstod des 
alten Tieres geführt haben. Dazu kommt, daß die Größe 
dieser Jungen sehr verschieden ist, und man erklärte die klei— 
zeren Tiere mit einer Schädellänge von 4511 cn für Em⸗ 
bryonen, während die gröhßeren von 24 em Schädellänge ge— 
fressen wären. Dr. Sehrwald weist nun in eingehender Unter⸗ 
luchung nach, daß der bisher ermittelte Tatbestand zu der An⸗ 
iahme, daß die Ichthyosaurier Kannibalen wären, nicht genũgt. 
Zunächst müßte eine solche Neigung, wem sie bei einer Tierart 
twas allgemeiner wäre, in kurzer Zeit zum võsligen Aus⸗ 
terben der Rasse geführt haben, während die Ichthyosaurier 
üer lange Zeiträume gelebt haben. Eine genauere Betrachtung 
er Lage und Beschaffenheit der angeblich gefressenen Brut. vor 
allem die Tatsache, daß von den notwendig vo rauszuse tzen den 
vemischen Einwirkungen auf die Jungen nichts nachweirber ist. 
sonnabend, den 1J. November 1913. 
Lauenburg vorgesehen. Die Spritze wird ihren Stand in 
Aölln erhalten. Sie schleudert 1600 1 Wasser in der Minute. 
der Strahl erreicht bei Zem Stärke eine Höhe von 46 m. Die 
snschaffungskosten betragen 26000 M. Die Automobilspritze 
»ird am 4. Nov., mittags, in Schwarzenbek geprobt und 
Isdann nach Mölln geführt, woselbst gegen Abend ebenfalls 
ine Probe itattfinden soll. 
Gr.⸗Grönau, 1. Nop. Feuer. In der Nacht zum 
treitag brannte das Wohnhaus des Gastwirts doh. Kemp 
fieder. Vom Feuer verschont blieb der unmittelbar am Hause 
jegende große Tanzsoal, den die hiesige und die Tulschenbeker 
jeuerwehr erfolgreich schützte. Da die Versicherungssumme nur 
ering ist, leidet der Besitzer großen Schaden. — Vor 54 
Ahren, also 1859, war hier ebenfalls am Ratzeburger Herbst⸗ 
iehmarkttage ein großer Brand, der damals 8 Gehöfre mit 
veicher Bedachung zerstörte. Sonderbarerweise ging damals 
as Feuer auch in dem jetzigen abgebrannten Hause an, doch war 
er Besitzer damals ein anderer. 
Großherzoatüumer Medlenburg. — 
Schwerin, 1. Noo. Arbeitsniederlegung in der 
zianoforte-Industrie. Ein Teil der Tischler und Ar⸗ 
eiter der Pianofortefabriken Gebr. Perzina und Miitzmann 
Co. legte wegen Lohn- und Arbeitsnachweis⸗Dif ferenzen 
ie Arbeit nieder. Wie die Mecl. Zig. erfährt, streiken bei 
dützmann & Co. von 57 Arbeitern 23, während 34 weiter- 
rbeiten. Die Firma Gebr. Perzina beschäftigt im ganzen rund 
O Arbeiter. Die Differenzen sollen schon dängere Zeit be—⸗ 
anden haben. 
Rostock, 1J. Noo. Von einem Güterzug über— 
ahren wurde das etwa 20 Jahre alte FIrl. Tack. Das 
Nädchen wollte das Geleis der Eisenbahn kurz vor einem 
erankommenden Güterzug überschreiten. Es blieb mit dem 
LUbsatz in den Schienen hängen und kam zu Fall. Der 
juhrer des Güterzuges gab zwar sosort Rückdampf, doch gelang es 
ym nicht mehr, den Zug rechtzeitig zum Stehen zu bringen. 
)em jungen Mädchen, das vergebliche Anstrengungen machte, 
arrde der Fuß schwer gequetscht und aufgerissen. 
Doberan, 1. Nob. Die diamantene Hochzeit 
ꝛiern am 4. Nov. die L. Schlutowschen Eheleute. Die beiden 
lten Leute wohnten vor längerer Zeit in Rostock, wurden vor 
wei Jahren durch eine Brandstiftung arg geschädigt und müssen 
un ihren Lebensabend in recht dürftigen Verhältnissen be— 
hließen. 
Güst ro w. 1. Noo. Einem Inseratenschwindler 
tweine ganze Anzahl hiefiger Geschäftsleute mit zum Teil sehr 
rheblichen Beträgen zum Opfer gefallen. Der Schwindler gab 
n, er wolle in Güstrow 1000 Stück fein ausgestatteter Schreib— 
iappen verschenken und es böte sich für die Geschäftsleute eine 
estkrassige Gelegenheit zur Empfehlung ihrer Geschäfte, indem 
e für die Innenseiten ber Mappen Inserate aufgäben. Tafsächlich 
czielte der „Akquisiteur“ auch eine Reihe von Aufträgen im 
zetrage von etwa 100 M. Er ließ von einer hiesigen Druckerei 
ad einer hiesigen Buchbinderei 20 Mappen fertigstellen, über⸗ 
rachte diese den Inserenten und kassierte die Beträge ein. 
arauf verschwand der Gauner auf Nimmerwiedersehen. Ge— 
hãädigt sind die Inserenten, die Druckerei und die Buchbinderei, 
ie sich Material zur Herstellung der 1000 Mappen beschaffte. 
der Schwindel wurde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. 
Rehbna 1. Nov. Der Herbstmarkt, vom schön— 
jen Wetter am Donnerstag begünstigt, brachte einen zahlreichen 
egen Verkehr namentlich von der Umgegend. Die Geschäfts- 
ute und Verkaufsstände haben alle durchweg ein gutes Geschäft 
emacht. Das Hauptinteresse war natürlich am Abend die Tanz⸗ 
ausik. Die verschiedenen Lokale waren teilweise überfüllt 
iacht aber gleichfalls die Annahme unwahrscheinlich, daß die 
ungen in den Magen der Alten gelangt wären. Die auf— 
llende Lage der Jungen in den vorderen Körperteilen der 
blten läßt sich, wie der Verfasser zeigt, auch sehr gut durch den 
zang des Verwesungsprozesses bei den alten Tieren, die nach 
zrem Tode an den Strand gespült wurden oder auch direkt 
urch Stranden am Ufer den Tod fanden, begreiflich machen. 
s liegt daher zurzeit kein Anlaß vor, daran zu zweifeln, dal 
s sich überall, wo Junge im Leibe von alten Ichthyo sauriern 
efunden sind, nur um Embryonen handelt:; der Kannibalismus 
»er Ichthyosaurier ist also bisher noch nicht nachgewiesen. 
X.Q. 
Die Aussichten des ärztlichen Studiums. 
Alljährlich werden den jungen Leuten, die sich dem Studium 
n einer Universität widmen wollen, die Nachteile der ein⸗ 
elnen albademischen Berufe vor Augen geführt, um sie zu ver⸗ 
nlassen, sich die Wahl eines zukumftigen Berufes nochmals 
eiflich zu überlegen. Gerade dem ärztlichen Beruf hat sich die 
kademische Jugend in den letzten Jahren in steigendem Maße 
ewidmet. Aber der ärztliche Beruf fordert in höchstem Maße 
roße Opfer der Selbstverleugnung, an Zeit, Gesundheit und 
ebensfreude von Männern mit eisernen Nerven und fester 
zesundheit. Vor allem aber fordert schon das Studium be— 
eutende Opfer an Zeit für den jungen Mann und an Geld 
on seinen Eltern. Dem zehnfemestrigen Studium folgt ein 
ibes Jahr des Exanrens und zum Schluß noch das praktische 
ahr an irgend einem Krankenhaus ohne Bezahlung, wobei 
ie eventuelle Dienstzeit im Heere noch nicht mit eingerechnet 
t. Das sind 6124 Jahre, in der der Medizinstudierende nicht 
ur nichts verdient, sondern sortdauernd unterhalten werden 
iußß. Der Zeitdauer entsprechen die Geldopfer, die, zumal 
aden außerordentlich teuren großen Universitätsstädten, mit 
000 Mefür das Semester noch nicht einmal hoch veran⸗ 
hlagt find. Das macht also für die Dauer des Studiums 
ind der Ausbildung die respektable Summe von 13 000 M 
us. Ist dann die lange Ausbisdungszeit glücklich öberstanden, 
o bedarf der junge Arzt. wenn er einigermahßen auf der Höhe 
ehen will, einer Einrichtung, die niit 4000 Mueher zu nie 
ria, als zu hoch veranschlagt ist. Und dann wartet der 
unge Arzt auf die Patienten. Die bemittelten Stände haben 
ber ihren festen Vertrauensarzt, und von den Einnahmen aus 
er Kassenpraxis lanmn der junge Arzt in den ersten Jahren 
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abend⸗Blatt Ur. 555. 
J— 
N. Fahrt eines Zeppelins nach Samburg. Hambura. 
31. Okt. Die Marineverwaltung hat der Hamburger See— 
varte mitgeteilt, daß morgen früh um 10 Uhr über vamburg 
in Zeppelinkreuzer eintreffen und mehrere Schleifenfahrten über 
er Stadt ausführen wird. Die Seewarte ist ersucht warden, 
hre Funlenstation besetzt zu halten; ebenso soll die Marine— 
unkenstation auf dem Flugplatz Fuhlsbüttel besetzt werden. Ob 
as Flugschiff hier landen oder dauernd stationiert werden soll, 
arüber verlautet noch nichts Bestimmtes. 
DT. Fernflug Leutnant Königs. Hamburgs, 31. Oit. 
Aberlt. König, der heute früh um 8ß Uhr vom Münchener Flug⸗ 
latz aus auf einem Otto⸗Doppeldecher zum Flug nach Ham— 
urg aufgestiegen ist, mußte nach einer Zwischenlandung in 
dohannisshal heute abend gegen, 6 Uhr infolge des dichten 
debels in der Nähe von Wandsbek auf freiem Felde nieder— 
zehen. Der Flieger, der im Nebel die Orientierung vecloren 
atte, wird morgen nach Hamburg weiterfliegen. 
DT. Pegouds Schauflũge in Dresden. Dresden, 31. Olt. 
zei präghtigem Herbstwetter wiederholte heute der französische 
zlieger Pegoud auf dem Kaditzer Flugfeld seine in Johannisthal 
ezeigten Flüge. Bei seinem ersten Flug, den er durz nach 
44 Uhr unternahm, führte er 10 mal seinen Salto mortale 
us. 5 Minuten vor 145 Uhr stieg Pegoud zum zweiten Male 
4uf, Das RPublikum, das zu Zehntausenden auf, dem Flug— 
latz erschienen war, spendete dem kühnen Flieger ceichen Beifall. 
HT. Betriebseinstellung der Deutfchen Luftichiffwerft-Gerell 
hast. Hamburg, 315 Okt. Wie die Hamb. Nachr. aus 
düsseldorf, erfahren, ist die Erbauerin des halbstarren Luft 
chiffes „V J1“, das bereits in mehreren Probefahrten sich be— 
oährt hat die Deutsche Luftschiffwerft-Gesellschaft Gem. b. 9 
n Düsseldorf, wegen gänzlicher Erschöpfung ihrer Geldmittel in 
onkurs gegangen. 
Kieler Woche 1914. Das Hauptereignis im deutichen 
Segelspurt. die Kieler Woche, wird sich im aächsten Zahre in 
„er gewohnten Weise vollziehen. Der eigentliche Termin eꝛ 
zeranstaltungen, der gewissermaßen auch der Wegweiser für 
ine ganze Reihe anderer sportlichen Unternehmungen in Deutsa: 
and und desgleichen, was den Segelsport angeht, sür das Aus— 
and ist, ist bereits festgestellt. Die Kieler Woche 1914 wird 
m Donnerstag, dem 25. Juni, beginnen. Ihr voran geht de 
daiser-Regatta auf der Unterelbe am Dienstag, dem 23. Jun— 
Keiter die Flensburger Regattatage am 20. und 21., Jun: 
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2. Juni anschlietzt. An dem eigentlichen Programm der Kiee⸗ 
degatten wird, so viel bis jetzt feststeht, keine in die bis- 
erigen Ueberlieferungen eingreifende Aenderung vorgenommen. 
IUls neues Moment sind die Regatten um den Kommo 
Dore-Pokal, den die Hamburger Jacht „Paula“ in dielen;: 
jahre in England eroberte, einzugliedern. Es handelt sid 
ierbei um die Abhaltung von zwei oder drei Sonderwettfahrten 
er 15⸗m⸗ Jachten. Die Rennen werden jedenfalls während 
er für die Großen regattafreien Tage vonstatten gehen Di—e 
leinen internationalen Klassen und die Sonderklasseniachten 
erden ihren üblichen Regattaplan zu erledigen haben. Fm 
ie großen Jachten bildet die Seewettfahrt des Kaiderlichen 
achtklubs om 26. Juni die Einleitung. Am folgenden Sonn 
ig, 28. Juni, hält der Norddeutsche Regatta-Verein srine See— 
Atfahrt ab. Am Dienstag und Mittwoch sind dann die sog. 
dernfötder Tage. 
Burmester⸗Portrãt. Als am 4. März 1888 der Deutsche 
zeglerverband gegründet wurde, trat Adolph Burmester als 
dorsitzender an seine Spitze, welches Amt er bis zu seinem 
m 7. Juni 1012 erfolgten Tode ununterbrochen bekleidet⸗ 
Jetzt hat der Vorstand des deutschen Seglerverbandes nac 
mer Photographie von Adolph Burmester, der ja auch in 
tiel wohlbekannt war, eine Heliogravüre herstellen lassen und 
iese allen Verbandsvereinen eingerahmt übersandt 
»ortnachrichten. 
4ach seiner Niederlassung nicht leben. Die Berufsaussichten 
ind daher für den jungen Arzt nichts weniger als erfteulich. 
die Zaht der Medizinstudierenden ist seit Sommersemester 
905 bis zum Sommersemester 1913 von 6300 auf 14000 ge 
regen. Aus diesen kurzen Ausführungen geht zur Genüge her—⸗ 
or, daß der Bedarf des Deutschen Reiches an Aerzten für viele 
ahre überreich gededt ist. und daß es verhältnismäßig nur 
denigen Glücklichen gelingt, ein den Kosten des Studiums und 
er Snduns und sozialen Stellung entfprechendes Einkommen zu 
rwerben 
Ueber eine neue Methode der Aethernarkose. 
Zu den unangenelhmen Folgen der Narkose gehört das Er⸗ 
rechen der Patienten nach der Operation und das Rumoren der 
ßase in den Gedärmen. Das Erbrechen erfolgt entweder durch 
ie Reizung des Brechzentrums im Gehirn oder durch die Reizung 
er Magenschleimhaut durch den mit Aether beladenen Speichel. 
die neue Methode, von der Dr. Cunninghaus in Boston in 
er Berliner Klinischen Wochenschrift berichtet, fuührt aus einem 
igens konstruierten Apparat den erhitzten Aether dur chden 
)arm ein und leitet auch die Dämpfe auf dem gleichen Wege 
dieder ab. Die neue Methode vermindert oder verhindert ganz 
as Erbrechen. Es sind bereits über 15 000 Fälle mit Rektal 
zarkose behandelt worden, ohne daß ein Todesfall zu kon 
tatieren war. der dem Aether zur Lost zu legen gewesen wäre 
m. 
* 
Der Einflugß der Nahrung auf das Blut. 
Das Blut enthält bekanntlich zwei Arten von Körperchen, 
ie eine bedeutende biologische Rolle spielen: die roten und die 
neihen Blutkörperchen. Im normalen Zustande zählt man 
—s85 Millionen voter Blutkörperchen auf den Kubikmillimeter 
zhut Die Zahl der weißen Blutkörperchen dagegen, die ge⸗ 
döhnlich etwa 10000 beträgt, wechselt sehr leicht. Um dice 
inflüsse dieser Veränderung zu erkennen. hat der französische 
ziologe Richet die Veränderung der Zahl der weißen Blutkörper⸗ 
xen auf einen Kubikmillimeter unter dem Einfluß verschiedener 
zrnãhrung beobachtet und sestgestellt. daß die Zahl der weißen 
örperchen nach dem Gemiß von Fleischsaft 17 300, nach dem 
on rohem Fleisch 16800 und nach dem Genuß von gekochtem 
leisch 8000 beträgt. Nach dem Genuß von rohen Eiern beläuft 
e sich auf 15 100. Die Injeltionen organischer und anorganischer 
ubstanzen vifen ehnliche Veränderungen hervot X 
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