Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausgabe A. 
Taagesbericht. 
Lübed, 1. November. 
zitzung des Fehmarnbahn⸗Komiters. 
In der gestrigen unter dem Vorsitz von Herrn Max Schinckel 
n den Räumen der Hamburger Börse stattgehabten Arbeits- 
ihung des Fehmarn-Bahn-Komitees, dem zurzeit 27 Handels⸗ 
ammern angehoren erstattete zunachst Syn dikus Dr. Warn 
h ube n einen eingehenden Bericht uber die wirtschaft⸗ 
iche Bedeutung der angestrebten Bahn. Nach ihm verbreitete 
ich Syndikus Dr. Leuckfeld (Hamburg) uber die bisherigen 
Arbeiten des Komitees, während Senator Posseh!l 
Lubech Aber diejenigen Aufgaben sprach die noch zu erledigen 
find. Die stark besuchte Versammlung, der eine Reihe der ange⸗ 
ehensten Kaufleute und Industriellen aus allen Teilen des 
Reiches, namentlich aus dem Westen Deutschlands, beiwohnte, 
faßte am Schlusse ihrer Beratung einstimmig die folgende Re⸗ 
olution: „Die im Fehmarn⸗Bahn⸗Komitee vereinigten Ver— 
treter der unterzeichneten Handelskanrmern erblicken in 
der geplanten neuen deutsche⸗znordischen Welt⸗ 
route Hamburg—Lubedk—Fehsmarn-Laabhan d— 
Kopenhagend die unbestreitbar beste, weil weitaus küurzeste 
und bequemste Verbindung zwischen dem ganzen deutschen und 
ruropäischen Westen mit den drei standinavischen Ländern unð 
Finnland. Sie erachten die alsbaldige Durchführung dieser Ver⸗ 
bindung als eine verkehrswirtschaftliche Notwendigkeit von her⸗ 
borragender Bedeutung. Sie geben daher der Erwartung Aus⸗ 
drud. daß die Kgl. Preußische Staatsregierung Hand in Hand 
nit der Königl. Dänischen Regierung der alsbaldigen Ver—⸗ 
virklichung dieses Projektes näher treten werde. Die Han⸗ 
zelskammern zu Barmen, Bielefeld, Bochum, Braunschweig, 
Bremen, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Elberfeld, Essen, 
Frankfurt a. M. Hamburg, Hannover, Harburg, Hildesheim, 
döoln, Krefeld, L beck, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Minden, 
Münster, Oldenburg, Osnabrüd, Siegen, Solingen.“ 
Nach erfolgter Annahme der vorstehenden Erklärung richtete 
»as Komitee an den Reichskanzler sowie an das dänische 
Schwesterkomitee zwei Begrüßungstelegramme und setzte 
»en preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten in einem 
n Schreiben von dem Eragebnis der Beratungen in 
enmnis 
2 
Tovessall. Im 82. Lebensiahre verstarb am Freitag 
rachmittag plötzlich Herr Walter Nizze. Direktor der Ziegelei⸗ 
Berufsgenosfenschaft. Der Entschlafene wurde in seiner beruf- 
ichen Tätigkeit hoch geschätzt; daneben erfreute er sich, der über 
eine recht umfangreiche Baritonstimme verfüate, in musikalischen 
reisen, namentlich in den Kreisen der vormaligen Singaka—- 
»emie, jezigen Philharmonischen Chors des Vereins der Musik- 
reunde, großer Anerkennung. Das plötzliche Hinscheiden wird 
ieben der Familie von vielen seiner Bekannten und Freunde 
zufrichtig bedauert. 
me Bürgerschaftswahl. Daie gemeinnützigen Vereine Siems 
Dänischburg und Käcktitz-Herrenwyk hatten zu Donnerstag 
abend eine Versammlung nach Siems einberufen, in der die 
kommende Bürgerschaftswahl besprochen wurde. Die eingehende 
Beratung führte zu dem Beschluß, Herrn Generaldirektor Dr. 
Neumark als Kandidaten für die Bürgerschaft aufzustellen und 
am 8. Nov. eine Wählerversammlung der beiden Vereine nach 
Dieckelmanns Gasthof in Kückitz einzuberufen. wo Herr Dr. 
Neumark sprechen wird. 
D „Die Seefahrt als ösonomischer und volitischer Faktor“. 
Im dritten und vorletzten seiner fesseinden Vorträge ging Syn⸗ 
dikus Dr. Stubmann auf die Betriebs- und Unternehmungsformen 
der Reeder ein. Die heutigen hochdifferenzierten Formen haben 
naturgemäß ihre Entwicklung durchgemacht. Man unterscheidet 
iach der Betriebskraft zwischen Segelschiffahrt und Dampfschiff⸗ 
fahrt, die verschiedenen Bedingungen unterliegen. Die Segel— 
chiffahrt hat lange allein die Welt beherrscht und auch den 
Personenverlehr besorgt, der zu Beginn hauptsächlich in Sklaven⸗ 
handel, später in Auswanderertransport und dann in Passagier— 
fransport bestand. So ist noch 1847 die Hamburg-Amerika 
Linie als Segelschiffahrt gegründet worden. Heute liegt der 
Segelschiffahrt hauptshächlich der Frachtentransport und hier na⸗ 
nentlich der Massengütertransport (Kohlen, Koks, Getreide, Sal⸗ 
peter) ob. Trotz der bis in die neueste Zeit noch vorhandenen 
großen Segler („Preußen“, „Potosi“) hat die Segelschisgahrt 
eine ungünstige Entwicklung genommen. Sie, die 1870 noch 
14,7 Millionen Netto-Registertonnen im Weltderkehr hatte, wies 
1912 nur noch 4,0 Millionen auf. Deutschlands Anteil hat sich 
allerdings relativ gebessert, denn er betrug 1870 6 60 und 
1912 10 0. Die allgemeinen Gründe für den Rudgang liegen 
n der Konkurrenz der Dampfer, die den Seglern nicht nur an 
Schnelligkeit und Punktlichkeit überlegen wurden, sondern auch 
urch Ausnutzung der Maschtnenkraft für Lösch- und Ladevor— 
aichtungen. Ferner hat der Bau des Euezkanals eine hemmende 
Wirkung ausgeübt, da die Ablũurzung des Seeweges die Ge— 
bũhren und Kosten für seine Benutzung die Rentabilität der 
Segler illusorisch machte. Weiterhin stiegen naturgemäß bei 
den relativ großen Verlustquoten die Prämien für die Seever⸗ 
icherung, alles Momente, die der Segelschiffahrt bedeutenden 
Abbruch taten. Diese Erscheinung ist sehr bedauerlich, denn die 
Segelschiffahrt bleibt immer die vorzüglichste Schule des See— 
manns. an dessen guter Ausbildung die Dampffchiffahrt stark 
nteressiert ist. Diese entwidelte erst den heute bestehenden 
Bassaaier⸗ und Postdampferverkehr zu seiner stattlichen Größe. 
Allerdings ist kaum eine Reederei aaf ihn allein aufgebaut; 
der Frachtverkehr wird stets entweder nebenbei oder sogar als 
Vrundsage des Unternehmens gepflegt und hat sich eben durn 
den Dampferverkehr stark speziglistert. Kohlendampfer, Pe⸗ 
troleumtankdampfer und andere besorgen allein den Trausport 
des betreffenden Materials. Bergungs- und Schleppdampfer 
oervollständigen die Dampferflotte. Man unterscheidet Linien⸗ 
kahrt und Trampfahrt, Die Trampdampfer bilden in ihrer 
reien Beweglichkeit gleichsam die Reservegtmee det Reederei 
nit ihrem festen Linienverkehr. Die Arbeitsweise der Reede 
eien gründet sich auf dem Frachtvertrag mit dem Wareninter⸗ 
ssenten, Spediteur, und zwar auf dar Grundlage des Raumes 
ind des Gewichtes sdes Gutes. In dem Frachtvertrag-Kon— 
noffement ist nicht mir die Empfanasanettenime dee Fe 
Mzesgest Zweifee Naft 
9 A I8 &— — 
Sonnabend, den 1. November 1913. 
Moraqgen⸗Blatt Nr. 554. 
nthalten, sondern auch die Bedingungen über die Verfrachtung 
ind die Freizeichnung des Reeders für eine Reihe von Ri— 
jken der Reise. Es ijst versucht worden, diese Klaufeln geseslich 
u regeln, was aber nur in Ländern mit kbleiner Handelsflotte 
Amerika) möglich ist. In Deutschland ist eine Teilregelung 
urch Schaffung des deutschen Einheitskonnossements zustande 
ekommen, das einmal die für alble Frachtverträge gültigen 
dUauseln enthält und ferner Raum gibt für traditionelle Regeln 
ind Klauseln jeder einzelnen Reederei. Das Durchkonnossement 
utet auf Transportierung der Güter nach dem Bestimmungs- 
und zwar fur eine Gesamtfracht; der Aussteller übernimmt 
ber mit dem eigenen Schiff nur einen Teil des Transportes, 
erpflichtet sich jedoch, dafür zu sorgen, daß die Weiterbeförde⸗ 
ung von anderer Seite Eisenbahn) übernommen wird. Der 
dortragende kommt sodann auf die kaufmännischen Be— 
riebsformen der Reedereien zu sprechen. Für die Entwicklung 
t hier zu berüchsichtigen, daß, wie früher ausgeführt, die Reederei 
icht als selbständiges Gewerbe, sondern nebenbei betrieben wurde. 
ieraus entstand die sog. Partenreederei, bei der sich verschiedene 
nereffenten ein Schiff charterten oder kauften. Neben dieser 
orm gab es auch schon Einzelreeder, die hauptfächlich die Ver⸗ 
rachtung der eigenen Waren unternahmen, bis sich die heutige 
orm dver Atlienreederei entwickelte. Erst nach der Reichs- 
rundung entstanden die heutigen großen Reedereien in ihrer 
eßigen Form, die in Hamburg und Bremen ihren Sitz haben. 
Sie haben unter sich eine Organisation, ein Kartell, geschaffen, 
as in seiner Form gegenuber den Landlartellen (Kohle,. Eisen) 
adurch erschwert ist, daß eine Kontingentierung der Tonnage 
eicht gut möglich ist. Zunächst gab es ein Minimalfrachtab- 
ommen, dann verengerte sich die Organisation zu Frachtkon- 
erenzen auf bestimmte Linien. Eine weitere Grundlage bildet 
as Frachtrabattsystem, das auf der Regelmäßigkeit der Fahrten 
eruht. Wenn sich der Spediteur oder Exporteur verpflichtet, 
ruch in Zukunft nur die Linie oder Konferenz zu benutzen, 
rhält er nach Ablauf eines halben Jahres den Rabatt aus⸗ 
ezahlt, während er darauf verzichten muß, wenn er sich einem 
zetriebe zuwendet. Die höchste Form der Organisation bildet 
er Pool, der als nordatlantische Passagierdampfschiffahrt ge— 
chlossen wurde. Norddeutscher Lloyd, Hamburg⸗Amerika⸗Linie, 
ʒolland⸗Amerika⸗Linie und Red Star Line schlossen unter der 
deitung Ballins 1802 einen Vertrag, der die Zwischendechpassa⸗ 
siere unter die Linien verteilte. Jede hat einen festen An— 
eil, auf Grund einer Grundrate. Wird dieser Anteil über— 
hritten, so ist die Linie verpflichtet, die Rate um 10 Muzu 
rhöhen. Die Einkünfte fließen in die Poolkasse, die wie das 
anze Kartell, eine in Jena befindliche Kontrollstelle hat, und 
on der aus der anteilmäßige Gewinn an die Reedereien ge— 
ihlt wird. Der Vortragende geht sodanmn auf die Geschichte 
es Pools in den letzten Jahren ein, das Eingreifen Morgans, 
er für 741 Millionen Mark Dampfschiffslinien kauft und 
men Kampf mit dem Pool versuchte, sich aber dann schlieklich 
tit ihm einigte. Wie die nun neuerdings aufgetretenen Disfe— 
enzen im Pool auslaufen mögen, ob er gesprengt wird oder 
licht, er hat jedenfalls einen kolossalen Aufschwung der age— 
amten Seeschiffahrt zur Folge gehabt. 
. Torpedoboote im Luͤbecker Safen. Die unter dem 
dommando des Herrn Kapitänleutnant Bobsien stehende 
.Minensuchdivision, bestehend aus dem Divisionsboot D. 3 
nd den Torpedobooten 8S. 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 
»wie 7T. 44 und 485, ist von Travemünde kommend, gestern 
nittag im Hafen eingelaufen und bei den Schuppen 7 und 8 
ertäut worden. Die Schifse werden hier zunächst ihren Kohlen— 
„orrat ergänzen und, wie man hört. bis zum Montaa fruh 
nier verweilen. 
Besuch der Volkslüche im Monat Oltober 1913. Abge⸗ 
ieben wurden 7006 große und 4209 kleine Portionen, im 
janzen 11215 Portionen. An 31 Tagen wurde gelocht, für den 
ag 362 Portionen. Ferner wurden sür 5784 groke Tassen 
daffee à 5 Pfg. 289,20 M. und 75450 Mefür MAbendessen 
ingenommen. 
Ein Gütergutomobilverkeht zwischen Hamburg und Lübed 
ritt , Anfang November ins Leben. Die Fahrten finden ab 
»amburg jeden Abend und ab Lübed jeden Mittag ltatt. 
die Fahrtdauer wird etwa vier Stunden betragen. Bei dem 
egen Güterverkehr, der zwischen beiden Städten herrscht, und 
er neuen, schnellen Beförderung dürfte der Automobilsdiensi start 
a Anspruch genommen werden, Zu Generalverirelern der Ge— 
ellschaft, die Hamburger Güterautomobil⸗Verkehrs-Geselsschaft 
irmieren wird, sind Carl Sachau & Co., Hamburg, Bank⸗— 
traße 4. ernannt worden. Die Vertretung in Lubed hat die 
Firma Franz Heinrich, Untertrave 84, übernommen. 
0- Verhaftet wurde ein hiefiger Bierzapfer, der in einem 
jiesigen Restaurant einen, einem Kaufmannslehrling gehörigen 
IIster gestöhlen hat 
nen deutschen vat⸗ un. Arrenhander von a abhängiç 
u machen, eine Resolution an, in der die eingebrachten Abwehr 
naßnahmen aufs lebhafteste begrüßt und unterstützt werden. 
hegen die Anregung, einen befonderen Ausschuß iur das Gast⸗ 
dirtschaftsgewerbe zu bilden, liegen nach Ansicht des Klein⸗ 
andels⸗Ausschusses grundsätzliche Bedenken nicht vor, doch er⸗ 
heint es aus praktischen, Grunden empfehlenswert, die Ver— 
celung des Gastwirtschaftsgewerbes bei dem Ausschuß zu be⸗ 
assen, da sich die gemeinsame, Beratung desselben mit den 
astwirten bewährt hat. — Die hiesigen Aerzte haben 
aeiner abgehaltenen zahlreich hesuchten Versammflung be⸗ 
hylossen, in der Krankenkassenfrage unbedinat zu⸗ 
mmenes 
Sprechsaal. 
(Die unter dieser Rubrik abgedruckten Artikel sind vdllig 
unabhängig vom Standpunkt der Redaktion.) 
Eingesandt.) 
Zur Annonce „Die Buddenbrooks“ und was mich dazu 
veranlaßte. 
Es war im Jahre 1901, ich war grade nach schwerer 71äh⸗ 
iger Krankheit aus einem füddeutschen Sanatorium, während 
velcher Zeit sich keiner meiner Verwandten um mich gekümmert 
atte, entlassen und folgte, kaum lebensfähig, einer Einladung ein⸗es 
ilten Freundes nach Cuxhaven. Da erhielt ich aus derCharité von 
zerlin, von einem Bekannten, dem italienischen Konsul in Riga 
inen Brief, der mir das Erscheinen eines Romans, „Die Budden⸗ 
zrooks“, mitteilte, mit dem Bemerken, die Person des Onkels 
Christian müßte entschieden ich sein. Seit der Zeit dingen 
nir nun von allen Seiten Kritiken über das Buch zu, und wo 
ch ging und stand und meinen Namen nannte, sragte man 
nich: „Sie sind wohl ein Verwandter von Thomas Mann? 
stein, wie interessant, Sie kennen zu lernen!“ Ja, es ist mir 
ergekommen, daß man auf der Straße auf mich zeigte: „Siehß, 
da geht der Buddenbrook!“ 
Ich bin von der Table d'hote aufgestanden, ich bin von 
keisen zurüdgekehrt, nur dieses Buches wegen. Ich entstamme 
iner angesehenen Familie Lübecks, und es lag kein Grund 
orhanden, dem Buche noch die Ergäünzung „der Untergang einer 
latrizierfamilie“ beizufügen. Es gibt ein spanisches Sprich-⸗ 
port, das heißt: „Parientes y trapos viejos pocos y lojos“, 
»as ist übersetzt: „Verwandte und alte Lappen wenig und fern 
,om Leibe.“ Das hat wohl mancher an sich selbst erfahren. 
Mein Neffe strebt, wie Alberts sagt, dem Schönen zu: wenn 
r dieses ja schon im „Der Tod von Venidig“ versucht hat zu 
tun. möge er sich dafür aber andere Themata und Stoffe, al⸗— 
eine Verwandten suchen. Ich wünsche ihm dann von Herzer 
Flück m seinem gewiß herrlichen Berufe. Fa. M. 
dportnachrichten. 
DP. Das dritte Herbstsportfest im Stadion. Das dritte 
Zerbstsportfest im Stadion in Berlin brachte den deutschen 
farben in dem Klassischen Internationalen Marathonlauf einen 
roßen Erfolg. Trotz der scharfen internationalen Konkurrenz 
ind trotz des sehr schlechten Weges gewann Lüdecke Gallspiel⸗ 
lub Mittweida) den Lauf in vorzüglicher Form in 2 Std. 
4 Min. 12,4 Sek. und schlug damit den bisher aufgestellten 
eutschen Rekord um über 6 Min. Zweiter in dieser Konkur—⸗ 
enz wurde Blanckenburg, der zwar während des größten 
keiles des Rennens geführt hatte, aber im letzten Teil durch 
men Magenkrampf zurückgehalten wurde. Der gefäürchtete 
ngländer Green ging als Dritter aus dem Laufe hervor, 
zährend Kolehmaginen (Finnland), der Bruder des dreifachen 
Anmpiasiegers, aufaeben mußte, da er von heftigem Magen⸗ 
rampf befallen wurde. Dasselbe Schichssal hatte Christensen, der 
zieger des Marathonlaufes von 1912. Der größte Teil der 
keilnehmer beendete das Rennen in verhältnismäßig gutern 
Gerfassing. Im Gehen über 50 km wurde Schröter in 5 Std. 
2 Min. 6 Sek. Erster, während die beiden Brüder Bendick] 
ind II, beide Vegetarier, den zweiten und dritten Platz belegen 
onnten. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stand ein Fußz 
zallspiel, das von dem Verein für Bewegungsspiele (Leipzig' 
jegen den Berliner Ballspielklub mit 2: 1 gewonnen wurde und 
er damit die deutsche Meisterschaft an sich brachte. Den Sieg im 
Sztafettenlauf der am Sportfest teilnehmenden Fußballvereine 
jewann der Berliner Ballspielklub. Das 1000,m-Mannschafts- 
zindernislaufen sah als Sieger den Berliner Klub. Im 
Dis kuswerfen für Alte Herren wurde mit 30,45 m deit 
Stadionsarzt Dr. Mallwitz Sieger. Der Besuch war ein äußerst 
teger, trotzdem gewiß manche der Schaulustigen nach Johannis— 
hal hinausgeeilt waren, um dem Feieger Pegoud in s.inen Vor— 
ührungen zu folgen. Im qanzen waren ungefähr 4000 bia 
3000 Menschen woesennt 
— — 
b. Der erste Kammermusik⸗Abend von Frl. Clara Herrmann 
indet heute statt. Für dieses Konzert ist es Frl. Seermann 
elungen, das bekannte Petersburger Streichquartett zu ge— 
dinnen. Die Künstlervereinigung, welche im vorigen Jahre hier 
nd überall mit Erfoig konzertiert hat, steht noch in so autem 
indenlen. daß man dieses Engagement wohl, überali freudig 
egrüßen wird. Wir können allen Kammermusikfreunden Hoch— 
wie versprechen und machen nochmals an dieser Stelle auf 
»en Abend anfmerksam. 
b. Nönigl. Preußische Klassenlotterie. Die Erneuerungs⸗ 
rist für, die Lose 5. Klasse läuft am Montag. dem 3. Nob., 
ibends 6 Uhr ab. J 
b. Die Zweigstelle der Oeffentlichen Bücherhalle in St. 
2arenz, Kirchenstr.,T, wird am Sonnabend, dem 1. Nov., er⸗ 
ffnet werden. Die Bücherausgabe findet von 6 bis 8 Uhr 
abends statt 
Schleswig⸗Holstein. 
Kiel, .1. Noo. Zu einem weittragenden Um— 
chwunge im städtischen Schulwesen taten die Kollegien den 
rsten Schritt. Es handelt sich um die Aufhebung ver drei Vor— 
lassen alier höheren und der drei untersten Klassen aller Mittel- 
hulen. An, deren Stelle sollen Einheitsschulen gesetzt 
erden für beide Schulkategorien. Ueber diese vom Stadt-— 
hulrat Te. Poppe geförderte Neuerung soll zunächst cine Deuk⸗ 
eift ausgearbeitet werden. — Der Kleinhandels-Aus- 
chuß der hietigen Handelskammer hat beschlossen, 
ür das Verbot des Detailreisens mit Wäsche einzutreten und 
ie Aufhebung des Bundesratsbeschlusses zu befürworten, durch 
en für die Wäschebranche eine Ausnahme im Sinne des Kiein— 
andeireisens geschaffen worden ist. Ferner nahm der Aus— 
busßz gegen die Beltrebunden des amerikanischen Tabaottrusts
	        
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