Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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nlich Bmal Wochentags morgens und 
abendos, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
reis fur das Vierteljahr 3,830 Wart einschließlich 
Bringgeld in Lübeck. Durch die Pon bezogen ohne 
Beflen geld 330 Mark. Einzelnummern 10 Vig. 
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Anzeigenpreis (Ausgabe 4 und B) für die 
zeile 20 Pfg. Kleine Anzeigen (Arbeltsmarkt usw.) 
¶ Ppfa. sur Auswartige 80 Pfg., ĩ. Geschaͤftl. Mit⸗ 
eilungen 1Mt. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
5aß den Anforderungen entiprechend höher. o o 
Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der F amilienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lubec 163. Jahrgang nachrichten für das herzogtum Lauenburg, die 
heiblatt: Gesetz und Verordnungsblatt ꝛwe ecredc gürstentũmer Ratzeburg, Lübeck und das angren⸗ 
— ————————ò e e zende mecdlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Drud und Verlag: Gebrude Borchers G. m. b. H. in Lũbed. — Geschaftsstelle Adiro (Konigstr. 46). Fernspre cher 9000 u. 8001. 
zonnabend, den 1. November 1913. Morgen⸗Blatt NUr. 554. 
Int 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt 
and die Feuilletonbeilage „Der Familienfreund“. 
XαOYXÛοXXααααXXααOO YOWCIÇUUEOMMAWMéCBLGLG6GCGCC.ft. 2m Oν 
Amfang der heutigen Nummer B Gettαα 
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zur Annahme der bayerischen Verfassungs⸗ 
änderung. 
Die bayerische Abgeordnetenkammer hat die Verfassungs⸗ 
Anderung, welche dem Lande einen König wiedergeben soll. 
mit 122 gegen 27 Stimmen angenommen. Die 27 Gegner 
waren natürlich Sozialdemokraten, deren Wortführer sich auch 
aicht den weihevollen Charakter des weltgeschichtlichen Augen⸗ 
bliks durch eine langwierige Rede zu stören enthalten konnte. 
Merkwürdigerweise liefen auch 2—23 bürgerliche Demokraten vor 
der Abstimmung aus dem Saal: als wenn theoretische Republi— 
kaner sich das Geringste mit einer Abstimmung über praktische 
Fragen des monarchischen Staatsrechtes vergäben, das doch 
nun einmal in Deutschland allein Fleisch und Blut besitzt! 
Auch Herrn Casselmanns Erklärung, daß seine liberale Partei 
ihre Zustimmung zu der Vorlage nicht als ein Vertrauens— 
votum für das Ministerium werten lassen wolle, wäre sehr 
entbehrlich gewesen, da kein Mensch einen solchen Schluß ge— 
zogen haben würde. 
Das bayerische Volk läßt sich nicht lange bei Einwendungen 
der grauen Theorie aufhalten, sondern dürfte wohl eher um⸗ 
gekehrt zu der Frage an die früheren Berater der Krone ge— 
neigt sein, weshalb die Sache nicht schon längst, etwa nach 
Avlauf der für künftige Fälle jetzt vorgesehenen zehnjährigen 
Wartefrist, geregelt sei. Es wird sich aber mit der Berufung 
auf des Prinzregenten Luitpold entschiedenen Widerspruch be— 
ruhigen müssen. Es ist ja auch begreiflich, daß der alte Herr. 
der erst als hoher Fünfziger sich allmählich auf die Möalich— 
keit einer eigenen Berufung zu den Staatsgeschäften einrichten 
ernte, in seiner schlichten Frömmigkeit alles vermeiden wollte, 
was in dieser peinlichen Angelegenheit wie menschliches Zutun, 
wie Ungeduld gegen das freie Walten der Vorsehung aus— 
ehen konnte. 
Für den Prinzen Ludwig, der bei der Katastrophe des 
Königshauses erst 41 Jahre zählte, hatten solche Bedenklich 
eiten einen großen Teil ihrer Kraft verloren. Luitpold scheint 
s tatsächlich vorgezogen zu haben, in der Geschichte der 
„Prinzregent“ zu heißen; vielleicht wäre ihm ein früheres 
Ableben des Königs Otto gar nicht einmal erwünscht gewesen 
außer in Interesse des armen Kranken), vielleicht hätte er 
n einem solchen Falle sogar den Verzicht zugunsten seines 
Sohnes geleistet Prinz Ludmiag gelt ftas dioe Doffontlichfeit 
Sheater, Kunst und Missenschaft. 
C.K. Wie Caruso mit „Hochdruck“ arbeitet. In einem 
Sespräch mit dem französischen Komponisten Charpentier, der 
dieser Tage auf eine Einladung Carusos nach Berlin gekommen 
war, um mit dem berühmten Tenor über die Rolle des 
„Julien“ zu sprechen, erzählte Caruso auch einige interessante 
Finzelheiten aus seiner Anfängerzeit, Erfahrungen, die er gleich— 
iam als den „Rat“ eines erfolgreichen Sängers allen Schülern 
der Gesangskunst mit auf den Weg geben möchte. Die Unter— 
haltung kam auf die Methode, durch die Caruso seine ursprüng— 
ich nicht allzu große Stimme zu ihrem heutigen gewaltigen 
Umfang und ihrer Schmiegsamkeit entwickelte, und auf eine 
Frage Charpentiers erklärte Caruso mit Nachdruck: „Meine 
zanze Laufbahn verdanke ich meinem ersten Gesanglehrer, er 
hat meine Karriere gerettet. Ohne ihn wäre ich heute viel—⸗ 
eicht ein mittelmäßiger Sänger, wie viele andere. Aber mein 
Lehrer sagte mir wörtlich: „Eine Dampfmaschine versieht man 
nit Kohlen, um Feuer zu haben, und mit Wasser, um Dampf 
zu gewinnen. Nicht anders ist es mit dem Sänger, sein 
Brustkasten sind die Kohlen und der Kessel, sein Atem ist das 
Wasser. In den Maschinen treibt man die Hitze zu ihrem 
Söchstpunkt hinauf, um so viel Dampf als möglich zu erzeugen.“ 
Und das ist nach seinen Erfahrungen für Caruso auch der ein⸗ 
ige Weg, auf dem ein stimmbegabter Mensch seiner Stimme die 
döchsten Leistungen abringen kann. „Legt die Furcht vor 
u oroßen Anstrengungen ab!“ darin gipfelt der Rat des 
Sangers. „Die meisten Sänger,“ so erklärte er dem Kom— 
ponisten der „Louise“ und des, Julien“,wagen nicht das 
zu tun, was die Maschinen volibringen. Sie haben pupiei 
Angst, sich zu ermuden. Die Lehrer einpfehlen ihren Schulern 
viel zu sehr an, ihre Stimme ju schonen. So wor es auch 
nit mir, als ich meine Laufbahn begann. Jeden Augendlia 
drohte meine Stimme versagen zu wollen. Von der Stunde 
m aber, da ich den Rat meines Lehrers befolgte, auch 
auf die Gefahr hin, mir die Stimmbändet zu zerbrechen, löste 
ich meine Stimme und wurde frei. Und darum muß ich es 
mmer wieder betonen; der größte Fehler, den ein Saänger 
»egehen kann, ist, sich vor Anstrengungen und Ermüdung seiner 
S„timme zu fürchten.“ Charpentier sügt aus eigener Erfahrung 
omzu, daß dieser Rat in der Tat — gewihz zum Entfehon 
unzähliger Gesangasvädagogen und mittelmäßiger Sano— 
nich wohl in seinen eigenen berechtigten Hoffnungen, seit der 
ragödie von Berg für den Mann. der dereinst nach mensch⸗ 
scher Berechrung die Krone tragen würde, und wurde auch 
ielfach fo bezeichnet. Und nun sollte der Achtundsechzigjãhrige 
ielleicht noch zwei Jahrzehnte harren müssen, sollte in einem 
hᷣweren Herrscherleben unter der Last königlicher Pflichten 
ufzen. ohne der königlichen Ehren teilhaftig zu werden: in 
iner Welt der Unruhe, in der der Mensch schneller altert. als 
nder einförmigen Existenz des Kranken von Fürstenried. 
ind sollte es nicht auch ein Stück Staatsweisheit sein, auf 
le Fälle die traurigen Erinnerungen an den zweiten Ludwig 
urch die volkstümliche Figur des dritten Trägers dieses 
damens zu bannen? 
Solche Erwägungen mag man den Zweifeln entgegenhalten, 
ie auch heute sich noch nicht von der unbedingten Notwendig⸗ 
eit eines gesetgeberischen Eingriffes in die 27iährige Ver⸗ 
irrung überzeugen können, die dadurch entstanden war, daß 
ätzliche Schicksalsereignisse den Köniasnamen von der kõñnig⸗ 
ichen Stellung getrennt hatten. 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der v⸗ A. und ——2 .c. 
Eit italienisches Kriegsschiff nach Mexiko entsandt. 
PC. Rom. 31. Okt. Das Marineministerium hat dem 
zreuzer „Franzisko Ferruccio“ Order erteilt, sich seekertig zu 
nachen, um in Mexiko den Schutz der italienissten Untertanen zu 
bernehmen. Die Ausreise des PVanzerkreuzers wird heute. 
nätestens aber morgen erfolgen. Der „Franzisko Ferruccio“ 
ehört zu den neueren Schiffen der italienischen Flotte. Es hat 
ine Schnellakeit von 20 Knoten und 554 Mann Beinkung. 
Einführung der Wahlpflicht in Italien? 
PC. Rom, 31. Okt. Die erste Ahänderung, die das neue 
tc.liensche Wahlgesetz erfahren wird, dürfte voraussichtlich die 
—zinführung des obläͤgatorischen Votums für alle 
LBahlberechtigten sein. Bei den ietzigen Wahlen ist ein großer 
eil der soziglistischen Erfolge auf die Wahlenthaltungen von 
ürgerlicher Fen acucufhren und dies will man in der 
zukunft durch Einsührung des Wahlzwanges verhindern. 
Mexils und die Union. 
London, 31. Oft. Der Korrespondent des Daily Chro⸗ 
sirle telegraphiert aus Washington: Armee und Marine 
er Vereinigten Staaten werden in aller Eile in Kriegas⸗ 
ereitschaft gesetzt, um allen Eventualitäten in Mexiko 
u begegnen Der amerikanische Sondergesandte Vind ilst in—⸗ 
ruiert worden, er solle Huerta zu einer neuen Präsidenten⸗ 
»ahl bestimmen Sollte Huerta dieser Forderung nicht nach—⸗ 
ommen, so wird man in Washington die Aerkennung 
iner revolutionären Regierunag unter dem Ge—⸗— 
oral staranra in säemäaung aiehen 
ei vielen grohßen Sängern und Sängerinnen von dem Ge— 
seimnis ihrer Erfolge kaum zu trennen sei. Er selbst, Char⸗ 
entier, wunderte sich, um ein Beispiel herauszugreifen, über 
ie Sorglosigkeit, mit der die Carré bei langwierigen Proben 
zre Stimme austrengte; und als er eines Tages der be— 
innten französischen Primadonna seine Verwunderung dar— 
ber ausdrüdte, erklärte ihm die Carré lächelnd, weshalb sie 
ie auf einer Probe markiere, sondern stets mit voller Stimme 
nge. Ihre Erfahrung ist nur eine Bestätigung der Erfahrungen 
arusos: „Je mehr ich singe, je besser singe ich,“ meinte sie, 
und je mehr Stimme ich gebe, je mehr Stimme gewinne icht“ 
Karl Schönherrs neueste Komödie ron der Wicner Zensur 
erboten. Die Erstaufführung von Karl Schönherrs neuester 
tomödie „Die Trentwelder“ sollte demnächst im Deutschen 
zolkstheater in Wien stattfinden. Das Stück hat aber vor—⸗ 
iufig bei der Wiener Zensur Bedenken hervorgerufen. Schön— 
serr will an dem Werke einige Aenderungen vornehmen und 
ann soll die endgültige Entscheidung der Zensur erfolgen. Das 
ztück, das einen in Schönherrs „Sonnwendtag“ bereits be— 
andelten Konflikt wieder aufgreift, spielt auf dem Lande und 
iibt im dritten Akte eine Schilderuna des Heilidgenbisderkultus 
er ländlichen Bevölkerung. 
SWVier Araufführungen von einem Autor. Henri 
dathansen, der erfolgreiche Verfasser von „Hinter Mauern“ 
at, wie uns der Verlag Oesterheld K Co. mitteilt, das seltene 
zlück, in einer Saison gleich mit vier Uraufführungen heraus— 
ukommen. Sein neuestes Lustspiel „Die Affäre“ gelangt, wie 
ereits mitgeteilt, in Hamburg, Osnabrück, Köln und Wien zur 
lIraufführung. Sein Drama „Der Traum“ bringt das Leip— 
iger Schauspielhaus, sein Idyil „Danas Garten“ das Düssel⸗ 
orfer Schauspielhaus und seine Komödie „Mutter hat Recht“ 
as Heidelberger Stadttheater zur Uraufführung. Bg. 
Daie Gludgesellschaft in Leipzig widmet sich nach einer ein— 
reifenden Satzungsänderung nunmehr folgenden Aufgaben: 
er Herausgabe von praktischen Ausgaben der Hauptwerke 
zluds und der ihm gleichgesinnten Italiener. Weiter soll sie 
itterarisch das Verständnis für die Art und Bedeutung des 
roßen Tragikers wecken und fördern. In diesem Sinne ist die 
zegründung eines Glud-Jahrbuches beschlossen worden, dessen 
dedaktion und Herausgabe Prof. Dr. Hermann Abert im 
alle a. S. Übhernommen hat, der auch eine aroßke Riogranbie 
Japans Pressie für eine Seeresvermehrung. 
70. Totio, 831. Okt. In der japanischen Presse macht sich 
ine immer stärkere Bewegung zugunsten der japanischen Heeres— 
»ecmehrung geltend. So tritt jetzt die einflußreiche Jeitung 
Kokumin“ immer heftiger für eine Vermehrung der Flotte 
ind des stehenden Heeres ein. Das Blatt verweist dacauf, daß 
ies unumgänglich nötig sei, um Amerika im Stillen Ozean und 
sußland in Alien ein Gegengewicht bieten zu können. 
Ein französisches Bureaukratenstückchen. 
eC. Paris. 31. Okt. Eine reizende Geschichte von der 
Iulmacht Sanke Bureaukratius, dem es, gelungen ist, um 10 
kentimes Strafporto ein ganzes Armeekorns zu mobtufieren, 
oeis der Matin heute zu erzäͤhlen: Während der Mandper hatte 
in Frauiein dcurnanf eine, Ansichtskarte aus dem Felolager 
»es 11. Armeeforps enthalten, die nicht genügend frankiert 
var. Sie wergerte, sich jsedochh, das Porto zu hezahlen, und 
a die franzssische Postbehörde vor der fürchterlichen GEefahr 
and, die Riesensumme von 10 Centimes zu verlieren, weil dern 
Name, des Absenders nicht auf der Karte verzrichnet war, 
versiel man auf eine glänzende Idee. Die Postoerwaltung 
iher andte die Karte dem Kommandeur des 11. Armeekorps, 
mit der Bitte um Ermillelung des Absenders und der Komman— 
eur fnole sich auch dem Wunsche des heiligen Bureaukratius. 
In jedem Regiment des 11. Armeekorps wurde bei jedem ein⸗ 
einen Soldaten Umfrage gehalten, ob er der Abfender der 
darte an Fräusein Journant sei. Der Hauptmann iecder Kom⸗ 
gonle, jedet Schwadron und jeder Batterie war Jehalten, einer 
chrifttichen Rapport über seine Ermittelungen tinzureichen, der 
Am' Obersten des jeweiligen Regimentes zur Weitergabe an den 
drokommondanten übermittelte. Leider blieb die so sorg⸗ 
zitig betriebene Arbeit ohne jedes positive Ergebni-, denn in 
dem Gesamtrapport, war der Korpskommandant geyötigt, der 
Postbehörde mitznteilen, daß die Ermittesung des Absenders der 
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Schrecenstat eines Irrsinnigen. 
PC. Rom. 31. Oft. Ein bedauerlicher Zwischenfall hat sich 
n der Villa Medici ereignet. Ein, bekannter Bildhauer, der 
ereils seit vier Jahren in der Dzla wohnte, wurde plötzlich 
rfinnig.e Er. stärzte sich auf seine Kollegin, die bekannte 
3ildhyanerin Fräulein Heuvelmans, umd versetzte ihr einen, so 
eftigen Faussschsag. daßz sie ohnmächtig zu Boden kiel. Erst 
iner ganzen Anzahl anwesender Herren gelang es, den Wu— 
enden zu bändigen. Wie es heißt, weigerte sich Fräulein Heuvel⸗ 
nans, den Hefratsantrag des Bildhauers anzunehmen, und dieser 
ahm sich die Weigerung so zu Herzen, dak die Krankbeit bei ihm 
Nẽklic, aum Nushruch kam. 
Das Testament Adalphus Buschs. 
PC. St. Lonis, 31. Okt. Gestern wurde das Testament des 
ekannten Deufsch-Amerikaners Adalphus Busch cröfinet. Es 
rgab sich, daß sein Bermögen sich auf 200 Millionen Mark 
eläuft, das voilkommen unter feinen Familienangehörigen 
»erteilt wird. Ein Achtel des Vermögens erhält die Witwe. 
zbenfo erhält sie die Villa „Lilly““ in Langenschwalbach und 
erschiedene Grundbesitzungen in mehreren Stagten Mordame⸗— 
ikas. Der Rest des Vermögens wird zu sieben Teilen unter die 
»wei Stzhne und tünf r dee Marstarhenen verteilt Vnter 
—— 
»es Meisters vorbereitet. Der erste Jahrgang soll den Mit— 
tliedern noch in diesem Jahre als Gesellschaftsgabe zugehen. 
die von der „Gluck-Gemeinde“ beabsichtigten Veröffent— 
ichingen haben weder mit der GluckGesellschaft noch mit 
en „Denkmäler der Tonkunst in Oesterreich“ und „Denkmäler 
eutscher Tonkunst“, 2. Folge (Bayern), Zusammenhang. Bg. 
nge. Wie alt ist Sarah Bernhardt? Man hat geschrieben, 
Sarah Bernhardt habe in diesen Tagen ihren 70. Geburtstag 
eiern können. Wenn der Ausdruck „feiern“ in diesem Falle 
vohl überhaupt nicht recht angebracht scheint, da die „göttliche 
zarah“ ewig jugendlich zu bleiben wünscht, so tut man ihr, 
oie die N. G. C. schreibt, obendrein noch Unrecht. Demm es 
teht fest, daß sie am 22. Okt. 1844 das Licht dieser Welt zu 
zaris erblickt hat, so daß noch ein ganzes Jahr vergehen wird, 
»evor sie das biblische Alter erreicht. Sie ist bekanntlich die 
Tochter einer holländischen Jüdin, wurde aber schon als Kind 
uf Veranlassung ihres Vaters getauit und dann zur Er— 
iehung in einem Kloster untergebracht. Im Jahre 1858 trat sie 
n das Pariser Konservatorium ein und errang 1862 bei den 
JIrüfungen einen Preis, der ihr die Pforten der ersten Bühne 
xrankreichs, des Théatre-Français, öffnete, doch verließ sie 
s, nachdem sie als Iphigenie debütiert hatte, schon nach 
inigen Monaten, da ihr Ehrgeiz unbefriedigt blieb und sie sich 
uch ziemlich unverträglich gezeigt hatte. Also — eine Sieb⸗ 
igerin ist Sarah Bernhardt noch nicht. und es ist eine Pflicht 
er Gerechtigkeit, ihr dieses Zeugnis auszustellen! 
2510. Das Deirtsche Theater⸗Adreßzbuch 1913 14. das der 
deutsche Bühnenverein im Verlage von Oesterheld K Co., 
Zerlin W. 15, zum dritten Male herausgibt, ist zum Preise von 
»Meerschienen. Eine Fülle von Verbes'erungen macht auch den 
euen Band allen Bühnenangehörigen und Theaterfachleuten 
u einem erwünschten Handbuch. Es werden insgesamt 336 
tehende Theater, 210 Sommerbühnen und 119 re sende Gesell— 
haften mit einem Personalbestande von naheru 35 000 Namen 
erzeichnet und durch Register auffindbar gemacht. Mit beson— 
erer Sorgfalt sind wieder die Ruübriken Vereinswesen, Bibliod— 
raphie, Uraufführungen. Bühnenschriftsteller und Komponisten, 
zastierende Bühnenkünstler usp. behandelt worden. Bemerkens— 
vert ist, daß das Deutsche Theater-Adrekhuch mehr als 500 
S5tücke unter der Rubrik „Uraufführungen“ ansührt, die von 
zeptenber 1912 bis September 1913 in Szene cindgen. R—
	        
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