Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

b. Volkskonzert des Männergesangrereins Thalia. Das 
Programm zu dem heute abend im Kolosseum tattfinden den 
Foͤnsert zeigt in seiner Zusammenstellung den feinsinnigen, und 
anst srebenden Musiter, als der Herr Fritz Bähnke ja bekaru 
ist.“ Die einzelnen Teile der Vortragsfolge bringen vor allem 
Elimmungsbilder qus der Natur. Einen besonderen RNeiz erhält 
das Programin dadurch, daß die Vorträge der Solistin sich dem 
Hedankengange einfügen. Frau, Adele Bähnke, weiß 
einige hier noch nicht gefungene Lieder wmoderner Meister zum 
Vorkrase bringt, hat ihre gesangliche Ausbildung bei ihrem 
Manne erhalten, der hier und in anderen Städten als fein⸗ 
musikalischer Konzert- und Oratoriensänger bekannt ist. Die 
Voriragsfolge enthält eine Reihe schöner Männerchöre. Di 
Solistin des Abends, Frau Bähnke, singt außer Liedecrn von 
Schumann, Brahms und Cornelius solche von Wolf, Strauß, 
Berger, Behm, Beder und Henschel. Das Hornauartett unserer 
Regsmentsfapelle wird das Programm ebenfolls durch 8 Vor⸗ 
träge bereichern. 
b. Vorlesung Robert Nhil. Für den Robert⸗NhilAbend 
am Dienstag, 28. d. M. erhalten die Mitglieder der Literari— 
schen Gesellschaft Vorzugspreise. Der erste Platz dostet X 
3In nur 2 M, der zweite Platz statt 2, Menur 1,50 M. Wir 
bitten, von dieser Vergünstigung recht fleißig Gebrauch zu muchen. 
b. Deutsche Kolonial⸗-Gesellschaft, Abt. Lübed. Die Mit 
sMieder der Abt. Lübedck der Deutschen Kolonial-Gesellichaft 
sind von dem Landesverband Lübeck des Deutschen Wehrvereins 
F. V. zu dem am Dienstag, 28. Okt. abends 83254 Uhr, in den 
Zentralhallen statisindendei Vortrag des Herrn, Dr. Ferd. 
don Papen über „Die französische Fremdenlegion“ eingeladen 
worden. — Eintrifktskarten werden für die Mitglieder in der 
GEeschäftsstelle unentgeltlich verabfolgt. 
b Der Landesverband Lübeck des Deurschen Wehryer⸗ 
eins veranstaltet am Dienstag, 28. Olt., 854 UAhr, in den 
Fipenanhen. Danwartsgrube, einen großen öffentlichen Lischt⸗ 
ildervortrag. Herr Dr. F. von Papen Dresden) wird 
über die französische Fremdenlegson sprechen. Bei der außeror- 
dentlich starlen Nachfrage nach Karten wolle, man lich haldiust 
zeim Kassenführer des FKandesverbandes des D. W. (FX. Nieger,. 
Fommerzbank) um Karten bemühen. 
bh. Die Jugendatuppe des Neuen Frauenvereins ladet am 
Mittwoch, dem 29. Oki, abends 7 Uhr, im Ev. Vereinshaus, 
Fischstraße 17, ihre Mitglieder und Freunde ein zu einem 
Vortrag von Frl. Annemarie Huber über hygienisches Atmen, 
Sprechen und Singen. Bei der großen Bedeutung, die heutzu⸗ 
tage die Atemsührung im Sprach- und Gesangunterricht ein— 
nimmt, dürfte die Veranstaltung der Jugendgruppe eines 
großen Interesses gewiß sein. Der Beginn des Voctrages ist 
auf 7 Uhr festgeseßt. Gäste sind willkommen. 
„b. Die Etrichtung eines Lübeder öffentlichen Arbeitzna ch⸗ 
weises hat in den leßten Jahren die OBeffentlichkeit mehrfach 
veschäftigt. Auch Sengt und Bürgerschaft Lübecks werden in 
absehbarer Zeit genötigt sein. zu dieser Frage Stellung zu 
nehmen. Angenchts der großen Wichtigkeit dieser Frage hat 
deshalb der Lübecker Industrie-Verein Veranlassung 
genommen, diese Frage zur Klärung zu bringen, In einer 
am „Mittwoscch, dem 29. Oktober d. J. abends 
843 Uhr im Saale des Hauses der Schiffergesellschaft statt⸗ 
findenden Versammlung des Lübecker Industrie-Vereins wird 
deshalb der Konsulent der Gewerbekammer, Herr Dr. Allen—⸗ 
dorf, über das Thema sprechen: „Ist, der öffentl'che Ar— 
beitsnachweis für Lübed wirklich unentbehrlich?“ Mit Rüchsicht 
auf die große Bedeutung der Frage für alle Kreise der hie⸗ 
sigen Arbeitgeberschast, auch außerhalb der Industrie, ist ein 
reger Besuch dieser Versammlung und eine starke Beteiliguag 
der hiesigen Arbeitgeberschaft an der Debatte im Intere s 
der endlichen Erledigung der Frage dringend erwünscht. 
b. Die St. Gertrud-⸗Bücherhalle, Kottwitzstr. 191, wicd 
ab 27. Oktt wieder dreimal wöchentlich — Montags von 1214 
bis 122, Mittwochs und Sonnabends abends von 5/4 his 
312 Uhr — geöffnet sein. 
b. Der St. Lerenz⸗Kindergarten ist seit den Herbstferten 
ganz von der, Frauen-Gewerbeschule übernommen. Dadurch ist 
auch den Holstentorbewohnern die erwünschte Velegenheit ge⸗ 
geben, ihre Kieinen für einige Stunden des Tages der päda— 
gogisch gebildeten Kindergärtnerin zu überlassen. Die Stun— 
den im Kindergarten, die das Kind mit anderen Zleichalteigen 
Fefährten zum heiteren Spiel und zur frohen Arbeit vereinig 
sind den Kindern meist noch lange eine schöne Erinnerung und 
den Eltern eine gern gesehene Hilfe bei der schweren Aufgabe. 
der Erziehung des vorschulpflichtigen Kindes. Hoffentlich wird 
das gute Untfternehmen nun auch immer mehr durch einen regen 
Besuch des Kindergartens unterstützt. 
b. Ju dem neu zu erbauenden Konversationshause in Trave⸗ 
münde das am 1. Juni nächsten Jahres in Betrieb genommen 
werden soll, ist das damit verbundene große Restanrant und 
eine Anaahl Läden zu verpachten bezw. zu vermieten. Wegen 
des Näheren verweisen wir auf die Bekanntmachungen int amt⸗ 
lichen Teil dieses Blattes. 
b. Zweigstelie der Oeffentlichen Bücherhalle in St. Lorenz. 
Die Oeffentliche Bücher“ und Lesehalle eröffnet Anfang näch— 
sten Monats eine Zmeigstelle vor dem Holstentor, Kirchenste. 7, 
im Konfirmandensagle der St. Lorenzgemeinde, der ihr vom 
Kirchenvorstand zu diefem Zweck in dankenswerter Weise zu 
Verfügung gestellt wurde. Die Büchergusgabe findet zweimal 
wöchentlich am Mittwoch und Sonnabend nachmittag voag 6 bis 
8 Ubr, statt. Der Bücherbestand umfaßt ca. 1800 Bände;: er 
enthält eine Auswahl aus allen Gebieten der belehrenden, uner⸗ 
haltenden und Jugendliteratur. Die Verwaltung hofft, dak 
die zahlreiche Bepölkerung von St. Lorenz ihr Interesse für 
die neue, im Mittelpunkt der Vorstadt belegene Zweigstelle 
durch rege Benutzung bekunden wird. Der Tag der Eröffnung 
mird durch die Tafgeszeifungen bekannt gegeben. 
Hameft ãdte. 
Hamburg, 26. Oklt. 
Barfrankierungsmaschine bein Postamtlin 
ßamburg. Der Wunsch der hiesigen Handelswelt, daß auch 
in Hamburg zur Vereinfachung der Frankierung der von einem 
Absender in gröherer Zahl gleichzeitig aufgelieferten Brief— 
sendungen eine Barfrankier- und Stempelmaschine aufgestell 
werde, ist jetzt in Erfüllung gegangen. Seit einigen Tagen isr 
eine derartige Maschine beim Postamt 1(Postbahnhof) mm Be— 
trieb. Sie beklebt die Sendung mit der Freimarke, egtwectet die 
Freimarke durch Bedrucken mit dem Briefaufgabestempel und 
jählt automatisch die Marken und die Sendungen. Eine be— 
sondere Gebühr wird für das Frankieren der Sendungen nicht 
erhoben. Zur Barfrankierung sind gewöhnliche Briefe, Post⸗ 
karten, Drudsachen, Warenproben und Geschäftspapiers in Men— 
gen von mindestens 500 Stück zum Frankosak von 3. B oder 
10 Pfg zugelassen. 
Bremen, 26. Okt. Der I gen ver in diebem 
Jahre zum letzlen Male in den Straßen und dugen ber Als 
stadt stattfindet und dann, — dem türzlich gefaßten Be— 
—— 
tadt feine durch viele Jahrhunderte bewahrie Gestalt endaldltig 
erliert, zieht jetzt mit Hast ein, nachdem die Hundertiabrfeler 
⸗inen Beginn um mehrere Tage hinausgedrängt hat. 
BGrokßherzogtum Oldenbutg ind Fürftentum Lubed. 
Eutin, 26. Okt. Einquartierung. Freitag id 
ein Remonte⸗Schleppkommando des Ulanenregiments Nr. 16 
“s ESalzwedel, in Stärke von 2 Unteroffizieren und 18 Mann 
. Weiter traf hier am, Sonnabend eine Abteilung der 
. Husaren aus, Wandsbel, bestehend aus einem Vizewacht⸗ 
Jeister und 21 Mann mit ihren Pferden ein — Feitge4r 
— — wues— »ro, ran a Ra 422 
Sotel in schwerster Weise gegen den Wirt vorging und, nachdem 
er aus dem Hause verwiesen wurde, mit einem Messer auf den— 
selben cindrang. — Unfall. Ein Radler fuhr in der Holsten— 
straße in die Scheiben des Hauses der Gasanstalt. Der Rad 
fahrer trug wesentliche Verletzungen davon. 
Großherzogtümer Medlenburg. 
Grevesmülalen. 25. Okt. Der Santower See, der 
noch bis Johannis 1914 mit dem Hof Santow zusammen ver— 
rachtet ist, ist von da an gesondert verpachtet auf 10 Jahre, 
und zwar an Fischereißächter Lagemann zu Wismar für jährlich 
2600 M. 
— Rehna, 26. Okt. Perfonglnachrichten. In 
de: Knaben- und Mädchen-Privatschule ist mit dem Beginn des 
Winterquartals ein mehrfacher Lehrerwechsel eingetreten. Die 
erst kürzlich eingestellte Lehrerin Beth, Lübeck, hat hre Stelluzg 
wieder aufgegeben, um in England ihren weiteren Studien ob⸗ 
zuliegen Für dieselbe ist nunmehr eine andere Lehrerin ein— 
gesteilt. Für den am 1. Okt. ausgeschiedenen Lehrer Lehmann 
ist der Kandidal phil. Dr. Ihde wieder eingetreten. 
Lustfahrt. 
Der dentsche Lustfahrertag in Leipzig. Viktor Stöffler 
und sein Weltrekord. Freitag vormittag um 9 Uhr 
wurden vom Präsidenten des Deutschen Luftfahrerver— 
handes die Vorverhandlungen für den deutschen Luft 
ahrertag im Zentraltheater eröffnet. Viel Interesse er 
regt der Fall Stöffler, dem man für seine Leistung wede 
den Weltrekord, nach den Preis von 100 000 Muder Nationai⸗ 
lugspende zuerlennen will. Man will seine Leistung nicht als 
Weltrekord anerklennen, weil die Distanz nicht in gerader Nich— 
ung durchflogen ist. und den 100 000-M-Preis soll er au— 
cheinend nicht erhalten, weil man für die Zahlung des er— 
nöhten Preises den Weltrekord zur Voraussetzung machen möhte. 
die Ausschreibung steht dem durchaus entgegen, und es 
dürfte schwer halten, die Auffassung des Kuratoriums der Na— 
ionalflugspende zur Geltung zu bringen. 
PO. Der Flug Paris —Kairo. Der Flieger Doncourt, der 
einen Flug von Paris nach Kairo auszuführen beabsichtigt, ist 
Donnerstag früh. 75 Uhr von Sens wieder aufgeflogen 
Doncour⸗ mußte am Dienstag abend bei Sens niedergehen 
»a starke Böen den Apparat buchstäblich zu Boden drückten. 
Donnerstag gestaltere sich das Wetter für einen Aufstieg wieder 
etwas günstiger. Um 11 Uhr vormittags erreichte der Flieger 
Belfort. Von hier setzte er um 2 Uhr nachmittags seinen Flug 
wieder fort und zwar mit der Absicht, bis Schaffhausen durch 
ufliegen. 
Der Flugkünstler Poͤgoud. Berlin, 25. Olt. Der heute 
iachmittag 3 Uhr begimnende Flug des Franzosen Pégoud hatte 
ine ungeheure Menge Menschen nach Johannisthal gezogen, so 
oaß um die Plätze beinahe gekämpft wurde und mehrere Frauea 
ohnmächtig wurden. Alle Verkehrsmittel waren überfüllt. An 
den Fahrkartenschaltern spielten sich wahre Kämpfe ab. Auf den 
Thausseen nach Johannisthal haben sich Händler etabliert, die 
Erfrischungen anbieten. Viele Besucher haben sich, um die Ein— 
trittspreise zu sparen, in dem nahe gelegenen Walde häuslich 
eingerichtet. 
Bermischtes. 
C.K. „Hier wird stumm rasiert“. Die Friseure und Bart— 
schneider Londons haben sich das Ziel gesetzt, die Welt zu ver— 
blüffen, sie haben beschlossen, künftig während der Hantierung mi 
dem Rasiermesser und den Scheeren unverbrüchliches Stillschweigen 
zu bewahren und damit die nur allzu vielen Kunden sästig gewordene 
Tradition von der Zungengewandtheit und der Redefreudigkeit des 
lten Figaro aufzuheben. Schon heute kann man in den Fenstern 
einer ganzen Anzahl von Rasiersabons die auf den ersten Blick etwas 
vunderlich erscheinende Ankündigung lesen: „Hier wird stumm rasiert“ 
»der „Die Angestellten werden hier auf Grund ihrer Tüchtigkeit und 
nicht auf Grund ihrer Zungengewandtheit engagiert“. Allen An— 
oreisungen von Haarwassern und Pomaden, allen wortreichen Dis— 
tussionen über die Möglichkeit und die Zweckmäßigkeit gewisser Haar⸗ 
trachten, wird damit ein Ende gemacht und das oft unerwünschte 
oersönliche Urteil des Friseurs über die von dem Kunden bevorzugte 
haartracht unterbleibt. Und Individualisten der Frisur werden kleine 
Ibenteuer, wie sie einst Victor Capoul, der Pariser Erfinder der 
Coiffüre Capoul“, erlebte, erspart bleiben. Capoul mußte eines 
kages seinem Friseur untreu werden und betrat den Salon eines 
vortreichen Figaro. „Welche Form der Frisur wünschen Sie?“ begann 
der Haarkünstler. „Nun“, erwiderte der Kunde, „à la Capoul natür⸗ 
ich“. Worauf der Friseur bedenklich den Kopf schüttelt und schließlich 
u Capoul sagt: „Hm, ich möchte Ihnen zu dieser Frisur wirklich nicht 
raten, mein Herr, denn ich glaube nicht, daß Sie Ihnen bei Ihrer 
opfform und Ihrer Haarfarbe stehen würde....“ 
C. K. Brandstiftungen in Newyork. Aus Newyork wird be⸗ 
ichtet: Durch die Erklärungen des obersten Leiters der Newyorken 
xeuerwehr John Kenlon rückt die schon oft erörterte Frage der 
ewerbsmäßigen Brandstiftung in Newyork in den Vordergrund dei 
iffentlichen Interesses. Kenlon erklärte, daß nach seinen Erfahrungen 
ind Beobachtungen nicht weniger als 2596 aller Newyorker Brände 
uf gewerbsmäßige Brandstiftung zurückgehen, von 14671 Bränder 
ines Jahres nicht weniger als 86683. Und bei weiteren 
700 Fallen, deren Ursachen nicht bewiesen werden konnten, weiser 
ie Indizien ausnahmslos ebenfalls auf Brandstiftung. Dabei beläuft 
ich der Schaden dieser künstlich erzeugten Brände auf 86 Millionen 
Nark, bei einem Gesamtschaden von 580 Millionen. Diese trostlosen 
Verhältnisse erklären sich durch die übertriebene Bereitwilligkeit der 
Versicherungsgesellschaften, auch in zweifelhaften Fällen Schadenersatz 
zu leisten, um Kunden anzulocken. 
C.K. Bombitas Abschied in der Arena. Kurzlich hat 
der beruühmteste Stierkämpfer Spaniens, Ricardo Torres, der 
in der ganzen romanischen Welt unter dem Namen Bombita 
inen geradezu märchenhaften Ruhm besitzt, in einem letzten 
Stierkampf von der Arena Abschied genommen, in der er so 
roße Triumphe gefeiert. Fruh, allzu früh fur seine unzäh—⸗ 
igen Bewunderer, schneidet sich Bombita die „Coleta“, den 
urzen Zopf der Toreros, ab und tritt ins Privatleben. 
kr ist erst 34 Jahre alt, aber er blickt bereits auf 18 Kampfes⸗ 
jahre zurüd, die man bei ihm wohl dreifach rechnen müßte, 
wenn man Kriegsjahre doppelt zählt. Er hat in diesem Zeit⸗ 
raum viele hundert Male dem Tod ins Auge gesehen, ist nicht 
weniger als 62mal verwundet worden, und in 27 Fällen 
waren die Verletzungen sehr ernster Natur. Bombitas Körper ist 
atsächlich mit Narben und Schrammen übersät. Manche seiner 
Myunden rhbon emon vnä—nihon Xterhtichen Jof4,) ι ν hason 
ιν 
aber Bombita zählte gebrochene Rinpen und verletzte Lungen 
zu jenen „Unannehm:ichkeiten des Berufes“, von denen man 
nicht viel her machen dürfte. Der berühmte Matador hat sich 
ein gewaltiges Vermögen erworben, das er nun in Ruh— 
zu genießen gedenkt. Wie er einem Interviewer mitteilte 
ist er sich über seine künftige Beschäftigung noch nicht schlüssig. 
Er wird wahrscheinlich Gutsbesitzer werden, ober vor allem 
will er einmal Reisen durch ganz Europa machen und viel gute 
Musik hören, für die er schwärmt. Der letzte Stierkampf Vom— 
bitas war eins der größten gesellschaftlichen Ereignisse, die 
Madrid seit langem gesehen. Der König und die Königin 
waren zugegen; er selbst bot sein Bestes und tötete seinen letzten 
Stier mit der unnachahmlichen Eleganz und Leichtigkeit, durch 
die er stets frenetischen Jubel entsesselt. Als er die Arena 
verließ, umarmten ihn alle Stierkämpfer Madrids und trugen 
ihn auf ihren Schultern nach der königlichen Loge, wo die 
Maiestäten ihm ein Geschenk überreichten und ihm viel Glüd 
für sein neues Leben wünschten. Der in allen Gefahren 
so kühle und unerschütterliche Bombita war tief bewegt und 
weinte heftig. 
IV. Mastviehausstellung in Hamburg 1914. Für die am 3. 
4. und 5. Oktober 1914 stattfindende IV. Mastviehausstellung zu 
Samburg ist vom Ausstellungsausschuß nunmehr die Schauordnung 
jerausgegeben. Hiernach wird die Ausstellumng unter Mitwirkung ver 
hiedener landwittschaftlicher Korporationen, vor allem der Land— 
virtschaftskammer für die Provinz Schleswig-Holstein, ferner de— 
Lerbandes Hamburg-Altonaer Viehkommissionäre imd des Unter 
elbischen Bezirksvereins im Deutschen Fleischerverbande veranstaltet 
Die Schauordnung umfaßt in 5 Abteilungen die Ausstellung von 
a) lebendem Mastvieh (Kälber, Rinder, Schweine Schafe), b) aus 
zeschlachtetem Schlachtvieh (Schlachtwettbewerb), ch) Versuchstieren, 
die für einen bestimmten Zweck gemästet sind, d) Zuchttieren von 
Ausstellern, die Mastvieh ausstellen, e) wissenschaftliche Gegenstände 
nit Bezug auf die Erzeugung, den Vertrieb und die Verwertung 
von Schlachtvieh. Die Schauordnung sieht gegenüber früheren Schau 
ordnungen die Änderung vor, daß für den Wettbewerb solcher Tiere 
deren Alter und Abstammung nachgewiesen werden kann, besondere 
Klassen gebildet sind. Auch sind für Sammlungen von Züchtern und 
Züchtervereinigungen verschiedene Klassen eingelegt. Die Schau— 
ordnung ist von der Geschäftsstelle der Mastviehausstellung in Ham 
hurg, Kampstraße 46, unentgeltlich zu beziehen. 
nge. Die Beschimpfung der deutschen Fahne zu Lausanne 
und das Flaggenzeremoniel. Nach den amtlichen Nachrichten 
hatte der deutsche Konsul zu Lausanne aus Anlaß der Feier der 
Völkerschlacht bei Leipzig eine Fahne gehißt und sie auch während 
der Nacht nicht eingezogen. Am anderen Morgen wurde fest⸗ 
gestellt, daß die Fahne, die von der Straße aus sehr leicht erhascht 
werden konnte, zerrissen war und daß ein Stück von dem Tuch 
fehlte. Dieser unliebsame Vorfall hätte, so schreibt die N. G. C. 
leicht vermieden werden können, wenn in den weitesten Kreisen 
nicht noch immer eine höchst bedauerliche Unkenntnis der Regeln 
des Flaggen-Zeremoniells herrschte. Fahnen und Flaggen hißt 
man nicht bei Nacht, man setzt fsie sonst unnötig mißachtender 
Behandlung aus. In dem sehr nützlichen Büchlein des ver— 
storbenen Heraldikers und Genealogen Maximilian Gritzner, das 
jeder haben müßte, der überhaupt je in die Lage kommt, sich 
einer Fahne oder Flagge zu bedienen, und das der Verfasser 
sehr treffend: „Wie sollen wir flaggen?“ benannt hat, heißt es 
„Man hisfe, wie die Seeleute, die Flagge (Standarte) bei Tages 
anbruch, sireiche sie (d. h. ziehe sie ein) bei Sonnenuntergang. Es 
ist eine unglaubliche Lächerlichkeit, die Flaggen oder Standarten 
oft aus purer Bequemlichkeit, die Nacht über hängen zu lassen 
Die Tagesdekoration ist die Flagge, die Nachtdekoration: dit 
Illumination. .. Nur allein dem betreffenden Festtage, nicht 
der Nacht und nicht dem darauf folgenden Tage, gilt derFlaggen 
chmuck. Soll der nächste Tag aber ebenfalls gefeiert werden 
vann hisse man anderen Morgens die Flagge aufs neue!“ — 
So sehr zutreffend Gritzner. Hätte der deutsche Konsul zu 
Lausanne nach dieser selbstverständlichen Regel des Flaggenzere⸗ 
monielis gehandelt, so wäre der ganze peinliche Zwischenfal' 
nicht mzalich gewesen! 
nge. Ein neuer preußischer Edelmann?, In 
den Kreisen der Berliner Sochfinanz erzählt man fich, wie die 
V. G. GCehört. der bekannte Direktor der Dresdnet Bank in 
— —— 
sstand nachgesucht, un ieser nsch wer 
Parnse erfüllt werden. 
Ungetreuer Bürg re In Darmstadt ist 
Freitag srish der Burgermeister Kohl aus Heppenheim verhaftet 
worden. Er war seit eg Tagen, aus Heppenheim ver—⸗ 
schwunden nachdem in der Gemeindekasse große Unregelmäbig- 
ketten entdeckt worden waren. Kt wollte nach der Schweis 
entfliehen. 
CE. Der Rekord, einer Feen Aus New⸗ 
york wird herichtet: Ein, Weltrekord“ wurde bei einem inter⸗ 
gationalen Wettschreiben aufgestellt, das soeben bei Gelegen— 
jeit der iaige Ditr e e igaeeiehie wurde. Mih 
Nargaret B. Owen vermochte 60, Minuten lang eine Durch⸗ 
eene von 125 Worten in der Minute zu erzielen. 
hre Gesamtleistung war also 7925 Worte. Dabei hatte sie 
6ESgreihfehler gemacht. und für ieden Fehler wurden ihr 
zer Odol konsequent iaglich an— 
det, übt nach unseren heutigen 
aissen die denkbar beste Zahn 
. Mundpflege aus. 
Preis: /, Flasce (Monote ausreichend) M. 1,80 
ciniche i ⸗ so⸗ 
—7 
tri ia g[ιι CAcCäCAcCA 
— —2— 7 *5
	        
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