Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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3 9) —* J J 8 — —— 24444 —59 
oubeckische Anzeigen. Zweites Blatt. 
veo — 
ausgabe A. Sonnabend, den 25. Oktober 1913. 
Morgen⸗Blatt Nr. 541. 
Tagesbericht. 
Lübed, 25. Oktober. 
Das Kalser⸗Wilhelm⸗ volkshaus. 
»2sjähriges Dienstjubiläum. Heute begeht Herr Oberpost- 
afsistent Giesenberg den Tag, an dem er vor 25 Jahren 
n den Postdienst eintrat. Wir wünschen ihm noch recht viele 
zJahre im Dienste der Post. 
x Den Offenbarungseid leisteten im Monat September 
ieses Jahres vor dem hiesigen Amtsgericht 11 Personen, dar⸗ 
mter 2 Frauen. (S. amtl. Teil.) 
M Eind bei Fefststellung der Dreiviertelmehrheit in der 
heneralveriammung einer Aitiengesenschaft umgültige Siummen 
nizuzaͤhsen oder micht? Diese Streitfrage beschäftigt gegen— 
ärtig die 1. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Zübed, 
und zwar auf Grund der Klage eines Aktionärs der, Lübeder 
)eimühle (orm, G. E. A. Asmus) Akiengesellschaft in Sübed 
egen den Beschiuß der Generalversammlung dieser, Gesellichaft 
in 26. Juni d. J. demzufolge zur Dedung, des Veclustes im 
ejchũflsiahre 1o138 im Sefrage von, 374 612, Wugö, gur 
ildung eines Refervefonds in Höhe von 25 000 Mudas Aktien— 
apiial in Höhe von 1500 000 Miädurch Zusammenlegung der 
litien im Verhälinis von 53 8 um 600 600 MNauf 900 000 M 
erabgesetzt werden sols. Zur Gültigkeit eines solchen Be⸗— 
hlusses it geseblich und statutarisch die Zustimmung von drei 
ziertein des in der Generalversammlung vertretenen Aktien⸗ 
apilais erforderlich Nach dem, notariellen Protokoll haben nun 
55 000 M Aktienkapital durch 888 Stimmen an der Abstim⸗ 
aung teilgenommen, wopon zwei Stimmen ungültig waren. 
ar die Kapitalsherabsetzung wurden, 640 Stimgen ab⸗ 
egeben. Das genügt fur die Rechtsgültigkeit des Besch!usses, 
henn die beiden ungültigen Stimmen nicht mitgezählt werden 
nd sie dagegen bei der Berechnung der Dreipiertelmehrheit 
aitzuzahlen, ist die Kapitalserhöhung mit zwei Stimmen ahge— 
ehnt worden. In der Klage wird nun die Ansicht vertreten, daß 
tteres der Fali ist und infolgedessen beantragt, den Beschluß 
eGeneralversamm.ung für ungültig zu erklären bezw. kest- 
uftellen. daß der Beschluß der Generalversammlung nichngrist. 
ur Begründung der Klage wurde in der gestrigen Verhandlung 
A⸗sdefuͤhri, die vom Rolar gufgestellte Liste der in der Heneral- 
eisammlung onwesenden, Aktionäre weist aus, daß 369 Alktaen 
erreten waren Die Anwesenden waren auf Grund, ihres 
u⸗wenes ais Aktionäre, dem Notar gegenüber zur Teilnabme 
n alxen Abstimmungen berechtigt. Ueber die angefochtene Ab⸗ 
iminng ergibt das notarieile Protokoll, daß von den ab- 
in mungsberechtigten Aktionären 888 Stimmen abgegebeg wor⸗ 
en sind Für die Annahme, des Antrages auf Kapitalsherab⸗ 
HFung mußten geletzlich und statutarisch mindestens drei Viertel 
ieser Summen Abgegeben worden sein, mithin gengu 64114 
Simmen. 641 Etimmen genügten also nicht, es mußten viel— 
dehr unbedingt 642 Stimmen sein,. Ausweislich des natoriellen 
Ibtosolis find aber für den Antrag nur 340 Stimmen ab- 
egeben worden. Die gesetzlich verlangte Dreiviertelimehrheit 
aͤr den Antrag ist also nicht vorhanden gewesen und damit dieKa— 
isaisherabseßung nicht angenommen, sondern abgelehnt worden. 
— Seitens des Vorstandes und Aufsichtsrates der Gesel schaft 
urde zunächst eingewandt, daß die Zustellung der Klage nicht 
rdnungsmäßig erforgt. und darum schon die Klage hinfällig ist. 
zugestellt werden müssen hätte in der gewöhnlichen Geschäfts— 
eit in den Geschäftsräumen der Gesellschaft an die in der Iu— 
ellungsurkunde namhaft zu machenden Empfangsberectigten. 
'atsächlich aber haben diese Namen in der Zustellungsurtunde 
efehlt, auch ist die Klage weder an ein Vorstands- noch Auf— 
chtsratsmitglied noch in der gewöhnlichen Geschäftszeit zuge— 
tellt worden. sondern es hat außerhalb der Geschäftszeit eine 
krsiatzzustellung an einen Lagermeister der Fabrik tattgefunden. 
luch die an sich nicht erfordexliche besondere Zustenung der 
dlage an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates ist nicht au diesen 
elbst, sondern ersatzweise in dessen Geschäftsräumen an den 
zureauvorsteher erfolgt, während es in den Geschäftscäumen der 
zefellschafß oder in der Wohnung des Vorsitzenden des Auf⸗ 
hascats hätte geschehen müssen. In allen Fällen ist auus die 
ustellunz der Kloge nicht in der Weise erfolgt, wie sie dos 
esetz vorschreibt. Zur Sache selbst wurde eingewandt, daß 
ie Anwesenheitsliste für die Abstimmung völlig belanglos ist. 
Maßgebend sind für letztere nur die an ihr teilnehmenden 
ültigen Stimmen, und nur nach diesen ist das Ergebnis 
»er Abstimmung festzustellen. Ungültige Stimmen Dürfen hier—⸗ 
— 
ing beigelegt würde, die sie nicht haben sollen. — Von den 
53 gültigen Stimmen haben sich 640, das sind deei Viertel, 
üäer die Kapitalsherabsetzung ausgesprochen. Es ist diese also 
echtsgültig beschlossen und somit die Klage auch materiell gegen— 
andslos. — Demgegenüber wurde von dem Kläger geltend ge— 
iacht, nach der Praxis des lübeckischen Gerichtsvollzieheramtes, 
ie auch vom Gericht stets anerkannt worden »st, hat in allen 
rxällen die Zustellung der Klage durchaus ordnungsmähßzig statr⸗ 
efunden. Die Aufführung der Namen der Vorstands«- und 
lüfsichtsratsmitglieder im Klagerubrum und in der Klage 
er Zustellungsurkunde ist gesetzlich nicht erforderlich. Der Lager- 
ieister, der die Klage entgegennahm, wußte ja sehr gut, wer 
ie Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes der 
sabrik waren. Ein Irrtum bezal. der Weitergabe der Rlage 
‚har mithin gänzrich ausgeschlossen. Die besondere Zustellung 
er Klage an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates ist aus be— 
onderer Vorsicht geschehen. Die Zustellung in seinen Ge— 
häftsräumen genügte vollkommen. Der Vorsitzende ist in 
iesem Falle als Gewerbetreibender anzusehen, in dessen Ge— 
häftsräumen an einen Gewerbegehilfen die Zustellung durchaus 
tlässig ist. Auch der Einwand der Beklagten, daß es sich bei 
ieser Klage jicht um eine Angelegenheit handelt, die mit dem 
zewerbebetrieb des Vorsitzenden des Aufsichtsrates irgeud etwas 
4 tun hat, ist gegenstandslos, da der Vorsitzende gerade wegen 
eines Gewerbebetriebes an die Spitze des Aufsichtsrates be— 
ufen worden ist. Einen Vermerk in die Bescheinigung, der Zu— 
Alung aufzunehmen, warum die Zustellung nicht direkt an ein 
Nitglied des Vorstandes und Aufsichtsrates erfolgen konnte. 
»ar nicht exforderlich Daß die Zustellung in der gewöhnlichen 
zeschäftszeit erfolgt ist, kaun gleichfalls nicht zweifelhaft sein, 
enn sie ist in den ersten Nachmittagsstunden erfolgt. Bei der 
bstinimung sind zwei Stimmen ungültig gewesen, weil, ein 
ktionär statt der zu benutzenden Stimmkarte Nr. 3 die Stimm⸗ 
arte Nr. 2 abgegeben hat. Das kam, daher, daß er dei der 
oraufgegangepen Abstimmung irrtümlicherweise die Stinim-⸗ 
irteeNt.,ↄVlstatt Nr. 2 verwandt hatte. Der Varhende 
es Aufsichtsrates hat bei der Feststeliung dieser Abst'mmung 
ohl der Generalversammlung mitgeteilt, daß zwei Stimmen 
ngültig gewesen sind aber nicht, warum diese Stinmen 
ngültig waren, und als er danach gefragt wurde, leine Ant⸗ 
oxt gegeben. Hätte er den Grund der, Unaültig⸗ 
eit der Stimmen mitgeteilt. wäre fofort Einspeuch 
rhoben und event. die Stimmkarte, ausgetauscht wor⸗ 
en. So aber ist ein Aktionär von der Abstimmung über die 
zapitalsherabsetzung ausgeschlossen worden, ohne zu wissen. 
rus welchem Grunde. Er ist also um sein Recht gebracht wor den, 
ind dies allein ist schon ein ausreichender Grund zut An— 
chtung des Beschlusses der Generalversammlung. Auf jeden 
all mußzten die beiden ungültigen Stimmen dei der Fest- 
ellung des hei der Abstimmung vertretenen Aktienkapitals 
nitgezählt werden. nicht dagegen natürlich bei der Ermittelung 
es erer der Abstimmung. — Hiergegen wandte die 
zesellschaft ein, daß vor der Abstimmung über die Kapitals— 
I cung klar und deutlich vom Vorsitzenden des Aufsichts⸗ 
ates der Generalversammlung mitgeteilt worden ist, daß mittels 
er Stimmkarte Nr. 3 abgestimmt werden sollte. Wenn dann 
in Aktionäu etne andere Stinmkarte benutzte, war es seine 
zchuld, wenn seiae Stimmen nicht zur Geltung tamen. Be— 
Jitten wird Auch. daß bei, der vorhergehenden Äbstimmung 
ettens des Vorsivenden des Aufsfichtsranes die Antwott barauf 
* 
verweigert worden n, A zwer Summen ungaeg gewesen 
md. Der Vorsitzende des Gerichts erörterte sodann die 
Frage, warum nicht sofort die Abstimmung wiederholt worden 
st. als gegen die Richtigkeit derselben Einspruch erhoben worden 
var. Tag wäre doch das einfachste gewesen, den Widerspruch 
ius der Welt zu schaffen. Darauf, wur de en des Ver⸗ 
reters der Gesellschaft erwidert. daß eine Wiederholung der 
Abstimmung von keiner Seite begehrt worden sei. Schließlich 
eutete der Vorsitzende des Gerichts noch an, ob die Wieder⸗ 
olung der Abstimmung vielleicht deswegen unterblieben wäre, 
veil man eine Mogelei vermutet hätte. Dieses wurde sowohl 
om Vertreter der Gesellschaft als auch vom Vertreter des 
— ‚verneint. — Die Urteilsverkündung wurde einstweilen 
sgesetzt. 
»Verkauft hat Bäckermeister Johs. Gode in Moisling seine 
zäckerei durch die Vermittlung des Hausmaklers August Studt, 
ierselbst, für 27000 Mäan Bäckermeister Otto Rüder ir 
-chwochel bei Ahrensbök. 
WVerhaftung eines —— Auf Grund 
ahlreicher Anzeigen ist durch die Steglitzer Kriminalpolizei, 
vie das Hamburger Fremdenblatt aus Berlin meldet, der 
rühere Ausstellungsdirekter Huster verhaftet worden. Et 
dird beschuldigt, alle möglichen Schwindeleien und Betrügereien 
erübt zu haben. Er war einer der treibenden Kräfte, die die 
„Damufa“ ins Leben riefen. Schon während dieser Ausstellung 
at seine eigenartige Geschäftsführung zu starken Bedenken An⸗ 
aßz gegeben. Nach der „Damuka“ versuchte Huster noch mehrere 
andere inoffizielle Ausstellungen zu gründen. 
— Erhängt. Dienstag lam der Schuhmachermeister Boye 
rus dem Stadtteil Schlutup nach Selmsdorf, um fseine dort woh⸗ 
ienden Eltern zu besuchen. Man fand ihn dann später tot im 
Ztalle; er hatte seinem Leben durch Erhängen ein Ende ge— 
nacht. Was ihn in den Tod getrieben hat, ist unbekannt. Da 
B. noch unverheiratet war, so sind Nahrungssorgen ausge⸗ 
schlossen; wahrscheinlich wird er in einem Anfalle von Schwer⸗ 
mut Hand an sich gelegt haben. 
11. 
Re G rderu tellte die Ausschreibung für das 
Drei Sauvtto aen die Wettbewerbsteilnehmer: 
anser⸗Wilhelm⸗Volkshaus 7 
Ranme sar eine Lesehalle im Erdgeschoß. 2. Ausstellungssaͤle 
inen Hörsaal für 1000 Personen. Für 
im Obergeschoß und 3. ei * 
die Lefehalle war ein besonderer Eingang gefordert worden. 
Für die Bewerber handelte es sich nun darum, die verlangten 
ume in eine derartige Folge und Gruppierung zu bringen. 
————— Gebrauch die grohtmoglichste Uebersichtlich⸗ 
Beaguemlichteit boten. Die meisten der ausaestellten 
Ertwürfe zeigen das Bestreben nach symmetrischer Gestaltung 
de Grundrisses, der lich gewöhnlich als langgestrefter Bau 
mem mittleren Sauptportal parallel der Holstenstraße hin⸗ 
jeht uind mit zwei syummetrischen Flügelbauten einen Ehrenho! 
inschließt, in dem das Denkmal seinen Platz findet. Bei einer 
y„mmetrischen Anlage liegt die Gefahr nahe, durch die große 
xkingangshalle die geschlossene Gruppierung der Lesehallen⸗ 
aume zu zerreißen. Das Preisgericht hat sämtliche Entwürfe, 
ie diesen Fehler zeigten, ausgeschieden, unter ihnen auch die 
Behrensschen Entwürfe. Sie beanspruchen aber ein besonderes 
Interesse, weil wohl ursprünglich die Absicht bestand, ihn mit 
dem Bau des Volkshauses zu betrauen. Sein Vorprojekt wie 
muich seine zum Wettbewerb ausgestellte Auswahlsendung gehen 
alle von symmetrischer Grundrißgestaltung aus. Zerreißung der 
Lesehallenräume ist die notwendige Folge und die ganze An⸗ 
age bekommt ein gequältes Aussehen, das danz und gar nicht 
A den monumentalen, technisch meisterhaft dargestellten Fassaden 
timmen will. Bei Blunck dagegen ein einheitlicher, im Grund⸗ 
iß wie in der Fassade glänzender Entwurf. In bewußter Ab— 
icht geht er von einer unsymmetrischen Anlage aus. Er legt 
en langgestreckten Bau, der im Erdgeschoß die Räume der 
rdefehalle enthält, im Obergeschoß die Ausstellungsfäle, parallel 
zur Hauptachse des Platzes und läßt daran im rechten Winkel 
m ehemaligen Eisenbahndamm das dreigeschossige Saalgebäude 
toßen. Auf diese Weise erhält er am entgegengesetzten Ende 
in der Wallstraße einen ausgezeichneten Platz für das Kaiser- 
»enkmal vor der Aufgangshalle zu den Ausstellungsräumen. 
Jede der drei Raumgruppen zeigt wieder für sich eine gutéè 
Verteilung und leichte Erreichbarkeit. Betritt man durch den 
mittleren Eingang zum Volkshaus den Vorraum zur Lesehalle, 
o liegt voraus die Bücherausgabe und das Magazin, das 
ederzeit bequem erweitert werden kann, rechts an die Ausleihe 
anschließend die Zimmer der Verwaltung, die Treppe zu den 
m Zwischenstock liegenden Buchbinderzimmern und der Lesesaal 
ür Knaben. Links ein Fahrradraum, geschickt unter ein Neben⸗ 
gelaß eingeordnet, der große 200 Personen Platz bietende Lese— 
aal, Rauchzimmer, kleines Lesezimmer und dasselbe für Mädchen. 
diese letzteren Räume müßten allerdings jedes vom Korridor zu— 
zänglich gemacht werden. Im Obergeschoß liegen die Aus— 
tellungssäle, zugänglich von dem großen Treppenhaus an der 
Wallstraße, das zugleich die nötigen Garderoben und Neben— 
räume birgt und unter seinem Dach einen großen Raum 
zur Aufbewahrung und Verpackung von Bildern enthält, die 
urch einen Lastenaufzug zur Erde niedergelassen werden können. 
Die Saalreihe wird durch einen Repräsentationsraum eröffnet, 
er in seiner langen Gestalt wohl wenig für den Zweck geeig— 
zet ist. Much empfängt er und die anschließende Reihe der 
ibrigen Säle seine Beleuchtung durch Oberlichte, die in der 
rach Süden gelegenen Dachseite gelegen sind. Unter diesen Um— 
tänden wird es unmöglich sein, ein gleichmäßig neutrales Licht 
in den Sälen zu erhalten, wie es unbedingt für die Ausstel— 
ungsgegenstände gefordert werden muß. Die Oberlichte aber 
n die Nordseite des steilen Daches zu verlegen und sie auf 
diese Weise vom Holstentorplatz aus sichtbar zu machen, wird 
nan wohl Bedenken tragen, wenn auch Oberlichte ästhetisch voll⸗ 
sommen befriedigend gelöst werden können, wie Wallot es an der 
Reichstagskuppel bewiesen hat. Die Saalreihe wird von kleinen 
Ausftellungsräumen auf der Platzeite begleitet und steht in 
zuter Verbindung mit dem Obergeschoß des Saalgebäudes. 
Ddieses betritt man durch eine Arkadenreihe von der Holstentorstraße 
wus, eine Anordnung, die vom Preisgericht aus verkehrstech⸗ 
nischen Gründen bemängelt wird. Ein hohes Vestibul, auf 
eiden Seiten von Garderoben begrenzt, führt zu dem Wandel⸗ 
hang, der dem zur Rechten in einem Anbau am Eisenbahndamm 
iegenden Erfrischunasraum vorgelagert ist. Ueber den Gar—⸗ 
eroben. rings um die obere Hälfte des Vestibüls laufend, 
befindet sich im Zwischenstoc die Wohnung des Hausmeifters 
ugãnglich durch ein besonderes Treppenhaus auf der Wall- 
eite. Vom Wandelgang führt die große Haupttreppe nach dem 
Ineeede das von dem SHörsaal eingenommen wird, und 
——— Adwme wende Galerie. Die Bühne mit ihren 
eaaett F den Arkaden angeordnet und steht durch 
* — iederseits angelegte Treppen mit dem Erd— 
esthotz in Verbindung, ebense die gn, 
krfrishungsraum ieneeß ie ßalerie, wãhrend dem 
breden gsräume im Obergeschoß ent—⸗ 
In dieser Form bietet B 
a den e Se 
q D 3 — 
inee 
ie einzig geeignete ist, eine Grundlage für den 
au des Volkshauses zu bilden. In sei 
ai r u. iner Architektur lehnt 
n alte lübsche Bauweise an, die du 
abeen in schlichter Geradheit fich ebeus 353 
atzgesige und dem Holstentor unterordnet zdag 
abwechselungsreicher di eh an 
5 die ganze Anlage betonender Originalität 
ich feinsinnig mit dem Wesen dessen dedt 
Volkshaus tragen soli eckt, dessen Namen das 
n Baumeister. 
o. Stadttheater. Aus der Theaterkanzlei schreibt man unis: 
Am Sonntag nachmittag findet wieder eine volkstümliche Vor— 
tellung statt, zu der die Plätze zum Einheitspreis von 75 Pie. 
im Freitgg und Sonnabend von 8 Uhr ab ausgelost werden. 
zur Aufführung gelangt „Preciosa“ mit der herrlichen Musif 
on C. M. von Weber. — Sonntag abend gelangen zwei Opern 
ur Aufführung: „Cavalleria rusticana mit den Damen 
Rsenberg und Meisner und den Herren Kollwitz und de Gacnio 
nden Hauptpartzen. Daxauf folat die hier lange nicht gehörte 
Rper „Der Barbier von Sevilla“, in der die so beliebte Kolo— 
atursängerin Aenny Hindermann vom Stadtthegater in Ham— 
»urg. ihre Glanzpartie, die „Rosine“, singen wird. Trotz des 
Inleis dieser bedeutenden Künstlerin werden die Preise nicht 
rhö 
b. Korseit-Salon Royal. Martha Koch. Unter diesem Tite! 
röffnet Ftl. Koch nach 9jähr. Tätigkeit in ersten eschäften 
ind als Direltrice bei der Firma Johanna Holst, hier, heute 
leisschhauersttrahze 10212 ein modernes Korsett-Spezial— 
deschäft. Schon in ihrer früheren Stellung erwarb sich Frl. 
doch in den weitesten Kreifen der Damenwelt viele Freunde ur 
hr neues Unternehmen, dessen Besuch wir bestens empfehten. 
„Cines“⸗Hansatheater. Aus der Direktionskanziei wird 
uns berichtet; Durch den großen Erfolg, den der Film Kleopa— 
ra, die Herrin des Nils“ bei Presse und Publilum zu verzeichnen 
hat, fieht sich die Direktion veranlaßt, denselben auch die 
rächste Woche auf dem Spielplan zu lassen. Besonders ein Bild 
der Zug der Alexandriner den Nil entlang, löst — 
Ausrufe der Bewunderung bei dem Publikum aus. Dieses einen 
Bildes wegen muß man die an Regie, Plastik und Farbenwirkung 
gleich unerreichte Kunstleistung gesehen haben. Die Direklien 
ersucht das Publikum, um abends den Andrang an der Kasse 
zu vermeiden, sich möglichst an den Vorverkaufsstellen die Tin⸗ 
rittskarten zu Fchern. 
Bansestãdte. 
Hamburg, 25. Okt. Zur Liebestragödie in der 
5t. Wilhelminenstraßze. Der Mörder Bohn hat seine Tat 
edenfalls mit Ueberlegung und Absicht ausgeführt. Das bei 
»er Tat benutzte Messer ist frisch an beiden Seiten dolchartig 
ingeschliffen. Eine Zeugin hat auch angegeben, daß Bohn die 
Meier, der er zuerst die Ehe versprochen hat, bedroht hat. 
zr hat wiederholt geäußert. wenn sie sich seinen Wünscher 
icht fügen und das Verhältnis lösen werde, wolle er sie töten 
inen anderen Mann dürfe sie nicht heiraten. Durch Miß,. 
andlungen und Drohungen hat er die M. zwingen wollen, 
inen unsittlichen Lebenswandel zu treiben. Die Meier hat 
»iese Zumutung abgelehnt und war, um Schutz zu suchen, aus 
hrer Wohnung nach ihrer verheirateten Schwester, der Frau 
8., geflüchtet. 
Großherzoatum Oldenburg und Fürstentum Lbed. 
Oldenburg, 258. Okt. Unter den Landtaas⸗ 
»Rrlagen, die soeben herausgekommen sind, befindet sich 
ie lange erwartete, betr. das Einkommensteuergesetz von 1906, 
ind das Vermögenssteuergesetz. ferner eine solche betreffend 
lenderung der Gemeindeordnung, die das Wahlrecht der Frauen 
rweitert. Der ebenfalls herausgegebene Voranschlag des 
zerzogtums Oldenburg schließt mit 14 700 000 Mab. Der 
Ldandtag wird am 4. Nov. eröffnet. 
K. Ahrensbök 25. Okt. Zur letzten Ruhe ge— 
zettet wurden am Donnerstag nachmittag auf dem hief. 
rriedhof unter reger Anteilnahme von Stadt aAnd Land die 
rdischen Ueberreste des beim Unglück des „L 2 umns Veben 
sekommenen technischen Sekretärs der Kaiserl. Mar'ne, Heren 
dar! Prieß, hier. Die Kirche vermochte die Trauer zemeinde 
aum zu fassen. Der Kampfgenossenverein, wie auch der Min— 
ärverein gaben dem Verstorbenen mit ihren Fahnen das ietzte 
zeleite; verireten war auch die Marine und das Vatalllon det 
62er aus Eutin. — Das erweiterte Gemeindetarut 
etr. die Anlage und Veränderung von Strahßen, Straßenteilen 
ind Plätzen in der Stadtgemeinde auf Grund des Ortsstrapen— 
jefetzes, wurde in 2. Lesung angenommen. 
Lauenbura. 
)Boden, 25. Okt. Personalnachricht. Lehrerin 
duhr, Pronstorf, wurde mit der Verwaltung der hiesigen neu— 
jegründeten zweiten Lehrerstelle beauftragt. 
Großherzo atüimer Medleubutra. 
Schwerin, 24. Oktt. Auszeichnungen. Der Groß— 
herzog übersandte dem Rechnungsrat Schönfeld im Militär— 
epartement, der gestern sein 50jähriges Dienstiubiläum feierte, 
in Glückwunschtelegramm. Ferner überreichte der Chef des Mi— 
itärdepartements, Flügeladjutant Oberstleutnant Freiherr von 
»eintze dem Jubilar im Auftrage des Großherzogs Allerhöchst⸗ 
essen Bildnis. 
— ——— 
Serrt Senator De. Fehling hat sich dem Vernehmen 
iach zur Teilnahme an den Verhandlungen des Bundesrates 
ach Berlin begeben. 
Amistraut des Senates. Im Schaufenfter der Firma 
Justus Meyer ist für einige Tage die nach dem En twurf des 
berrn Georg Behrens⸗Ramberg hergestellte neue Amts tracht 
zes Senates ausgestellt. Diese in den Werkstellen obiger Firma 
aus edelstem Material hergestellte Tracht wird gewiß das 
HMteresse des Publikums etregen.
	        
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