Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Beilagen: Vaͤterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hhansestadt Lübect 
Beiblatt: Gesetz und Verordnungsblatt 268 
C. SSSSο 
63. Jahrgan Nachrichten für das herzogtum Lauenburg, die 
Sen nsa — hürstentümer Ratzeburg, Lübeck und das anren 
— ———— jende medlenburgische und holsteinische Gehiet. 
Orud und Verlag: Gebrüder Borchers G. m. b. 8. in Lübedk. — Geschäftsstelle Ad. 40 Gönigitr. 46). Fernspre cher 9000 u. 9001. 
Sonnabend, den 25 Oktober 1913. Morgen⸗Blott Nr. 541. 
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Für die Monate 
ovember u. Dezember 
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„Cübeckischen Arzeiger 
(Ausgabe 4) 
ni der inusurierten epu 
HBaterftädtische Blätter 
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vestt⸗ und Verordunngöklat“ 
der freien und Hansestadi Lübec 
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„Familienfrennd 
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Der Verlag der Lüb. Anzeigen“ 
Erstes Blatt. hierzu ⸗. Biatt 
und die Feuilletonbeilage, Der Familienfreund“. 
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Umfang der heutigen Nummer 8 Seiten 
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Nichtamtlicher Teil. 
samtliche Zahlen ũber die Vosten des ersten 
Balkankrieges. 
Während alle bisherigen Angaben über die Kosten des 
ersten Balkankrieges, die den beteiligten Ländern zur Last fallen. 
lediglich auf Schätzung beruhten, ist es jetzt möglich, sich ein 
genaues Bild darüber zu machen, und zwar auf Grund der 
Angaben, die die Regierungen der im Balkanbunde vereinigt 
aewesenen Staaten der finanztechnischen Kommission in Paris 
unterbreitet haben. Griechenland hat seine Auswendungen in 
der Zeit vom 30. September 1912 bis 31. März 1913 mit 
340 Mill. Frs. deklariert. Diese Summe gliedert sich folgender— 
maßen: Die Unterhaltung der Armee erforderte 160,8 Mill., 
die Ausrüstung und Bekleidung 29 Mill., das artilleristische 
Material und die Munition 11,8 Mill. für die Infanterie 
6,8 Mill. Für den Sanitätsdienst im Felde wurden 6.3 Mill. 
aufgewendet; die Truppentransporte kosteten 36 Mill. die 
Requisitionen von Zugtieren, Wagen und Schiffen 30,4 Mill., 
de Beschaffung von Pferden 3,9 Mill. Das sind insgesamt 
ür die Landarmee 279 Mill. während auf die Flotte 32 Mill. 
ur Heizmaterial, Besoldungen, Lebensmittel und Munition und 
18 Mill. für Requisitionen entfallen. In der Hauptsumme 
ind aber nicht enthalten die Aufwenduungen für Pensionen der 
Familien gefallener Offiziere und Manmschhaften, ebenso nicht 
die Invalidenpensionen und die Unterhaltung der Gefangenen. — 
Serbien hat Kriegskosten von 2263 Mill. angemeldet von 
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benen 26,6 Mill. auf die Verpflegung der Armee, auf Be— 
oldungen 26,5 Mill. auf Ausrüstungen 46,4 Mill. entfallen. 
Das Kriegsmaterial einschließlich Munition erforderte 118 Mill., 
»ie Transporte 32 Mill. die Beschaffung von Pferden und 
Wagen 88 Mill., der Sanitätsdienst9 Mill. — Die bulgarischen 
driegsaufwendungen erreichen eine Gesamtsumme von 767 Mill.; 
iervon entfallen auf die Verpflegung 324 Mill., auf die 
zesoltungen 90 Mill. Ausrüstung und Bekleidung 77 Mill., 
deegsmaterial und Munition 155 Mill. und den Sanitäts- 
ienst 33,.7 Mill. — Montenegro hat seine Kriegskosten auf 
100 Mill. Frs. angegeben, darunter 27 Mill. für die Ver— 
flegung und 13 Mill. für Ausrüstung. — Die gesamten 
Iufwendungen der vier Balkanbundstaaten belaufen sich mithin 
ür den ersten Balkankrieg auf 1,8 Milliarden Frs. — Für 
ie Türkei ist man gegenwärtig noch immer auf Schätzungen 
mgewiesen, die allerdings der Wirklichkeit ziemlich nahe kommen 
ürften; danach erreichen die Kriegskosten der Türkei im ersten 
Balkankriege 900 Mill. Frs. Alles in allem werden also die 
Kosten des ersten Balkankrieges mit 3 Milliarden Frs. ange— 
tommen werden dürfen 
schweigische Frage zur Erörterung gelangt. Die Beratungen 
wurden auf Montag, den 27. d. M. vertagt. An diesem Tage 
verden die Ausschüsse des Bundesrats für die Verfassung 
und für Justizwesen zusammentreten. Mittags findet eine 
Plenarsitzung statt, in der der Bundesrat endgültig Beschluß Aber 
den preußischen Antrag fassen wird. Daß man in Braunschweig 
an dem Ausfall dieses Votums keinen Zweifel hegt, zeigte schon 
die gestrige Nachricht von der Bewilligung einer aroßen Summé 
ür die Empfangsteierlichkeiten für das junge Perzogspaar— 
Jetzt wird noch bekannt, daß der Braunschweigische 
Landtag auf den 27. Oktober zu einer außerordentlichen 
Zession einberufen worden ist, offenbar, um lich mit der 
Thronbesteigung zu beschäftigen. In der Stadt sind die Vor⸗— 
ereitungen zum Einzug in vollem Gange. Die Hotels sind be— 
eits zu dem Einzugstage voll besetzt. Die welfischen Vereine in 
Soltau, Lüneburg und Hannover usw. haben bereits nea 
Stellung von Exrtrazügen Beschlüsse gefaßt, so daß man m 
inem ganz gewaltigen Andrang aus der Provinz Hannover 
echnen muß. Die Forstbehörde hat Auftrag, größere Mengen 
don Tannengrün bereit zu halten, und bedeutende Firmen 
am Nlake bestellten von auswärts Dekorateure 
Die Zukunft Sanfibars. 
Lonvdon, 24. Okt. Nach einer Meldung der Dailiy Wiail 
wird in politischen Kreisen erzält, England werde in lurzer 
zeit die Inset Sanfibar an Deutschland abtreten. 
die deutsche Regierung werde England dafür auf anderen Ge— 
zieten entschädigen. Gerüchte ähnlichen Inhalts waren schon 
zestern in den Klubs in Umlauf, doch konnte man nicht angeben, 
ob sie auf tatsächlichen Grundlagen beruhen. Ebento wenig 
veiß man bisher, wie die deutschen Kompensationen be— 
chaffen sein sollen. Es ist nur bekannt, daß seit sängerer Zeit 
ßerhandlungen zwischen London und Berlin über die Bag⸗- 
Radbahn, den Perfischen Golf und über das Tan— 
zaniikagebiet im Gange sind. Nach einer Version wird 
Deuischland als Gegenleistung für die Abtretung Sans!bars 
ie britischen Interessen im Persischen Golf anerren— 
ren. Nach einer anderen Darstellung soll Deutschland einen 
Zztreifen im Tanganiikagebiete abtreten, wo durch 
s Eugland ermöglicht würde, die Kairo-⸗Bahn auf eigenem 
ßebiete zu vollenden. — (Die Meldung von einer bevorstehenden 
Ahtretung Sansibars tritt nicht zum ersten Male auf; aber auch 
diesmac wird sie an unterrichteter Stelle als unzutreffend ecklärt.) 
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If. 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der ——E M.: und a Z.c. 
Der Kaifer in Konopischt. 
W. Beneschau, 24. Okt. An das Diner, das gestern abend 
m Rittersaal des Konopischter Schlosses stattfand, schloß sich 
ine Soiree, während der Marinemusik konzertierte. Kaiser 
Wilhelm blieb bis 11 Uhr in bester Laune im Kreise der Fest— 
zäste. Heute früh lag dichter Nebel über der Landschaft, der 
ich aber bis zum Beginn der Jagd vollständig zerteilt hatte 
ind hellem Sonnenschein gewichen war. Das erste Frühstück nahm 
daiser Wilhelm mit Erzherzog Franz Ferdinand in seinen Ap— 
artements. Hierauf führte der Erzherzog den Kaiser in das 
ßeorgsmuseum, dessen reichen Inhalt und kunstvolle Anordnung 
er Kaiser lebhaft bewunderte. Dann fuhren der Kaiser und 
er Erzherzog mit der Jagdgesellschaft in Automobilen zur 
zagd. Der Weg ging am Parkhause vorüber durch den großen 
ziergarten und das Tuzinkaer Tor über den Tuzinkaer Jagdweg 
is zum ersten Trieb. Die Fahrt dauerte etwa 30 Minuten. 
der Koser der mit dem Erzherzog im ersten Automobil saß. 
nteressierte sich lebhaft für die Anlagen, die der Erzherzog er— 
äuterte. Kurz nach 10 Uhr wurde die Jagd angeblasen, die 
rus drei Antrieben auf Fasanen und Rebhühner bestand. Um 
03 Uhr fuhr die Herzogin von Hohenberg mit den 
Damen der Gesellschaft und den an der —X 
nenden Gästen in Automobilen zum letzten Antrieb nach · der 
alten Stankower Remise an Wer Reichsstraße. 
Bundesrat und Braunschweig. 
Berlin, 24. Okt. In der Plenarsitzung, zu der sich gestern 
der Bundesrat versammelt hatte. ist. wie verlautet, die braun— 
Deunschland und England in Mexiko. 
Köln 24 Okt. Die Wirren in Mexiko haben, in diesem 
Punkte den Wirren auf dem Balkan ähnlich, eine gewihse Ge—⸗ 
meinsamkeit der deutschen und der englischen Inter— 
ssen zutage treten lassen und zu einer auf die Wiederherstellung 
der Ruhe gerichteten gemeinsamen Politik geführt. Die 
dem Auswärtigen Amte nahestehende Kölnische Zeitung 
chreibt: „Nach den letzten Meldungen aus Mexiko ist tkein 
Zweifel darüber, daß Huerta, wenn auch nicht als einzige, 
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Die letzte Aufführumug von Ciaudels „Verürid'gung“ im 
Hellerauer Festspielhause verlief sehr eindrudsvoll. 
Die Darstellung hatte durch die Umbesetzung der weiblichen 
vauptrollen wesentlich gewonnen. Mary Dietrich war eine 
Violäne von rührender Schönheit und Weichheit, und Anna 
Feldhammer, früher in Lübed unter Direltor Gottscheid, 
zab die Mara mit starkem Temnerameut Der Saal war 
voll besetzt. 
Ein Prozeß Felix Holländers. Hvitammer des Land— 
gerichts in Frankfurt a. M. verhandeite die Widerspruchsklage 
»es früheren Intendanten Felix Holländer gegen die Neue 
Theater-A.“G., die wegen Vertragsbruchs Holländers Arrest 
n Söhe der Konventionalstrafe von 20000 M auf alle An— 
prüche legte, die der Kläger bei Ullstein K Co. aus schriftstelle— 
eischen Arbeiten zu erwarten hat. Das Gericht wies die 
Widerklage ab und erklärte den Arrest für begründef 
Theater, Kunft und Wissenschaft. 
Berliner Theater. Man schreibt uns aus Berlin: 
Georg Engel nennt recht prätenziös sein Stück „Die heitere 
Refidenz“ eine Komddie, aber sein Versuch, uns literarische 
Absichten vorzutäuschen, und gar so etwas wie eine Zeitsatire 
zu schreiben, ist doch vorbeigelungen. Was er uns vorsetzt, ist 
ein rechtes und schlechtes Lustspiel nach bewährten Muftern und 
die Marlitt und Nataly von Eschstruth könnten ihre Freude 
daran haben. Der Stoff läßt sich zuerst allerdings recht ge— 
fährlich an. Die Erbprinzessin eines kleinen Großherzogtums, 
die von ihrem Gatten arg vernachlässigt wird, revanchtert sich, 
indem sie frei nach Luise von Toskang und Leutnaut Bilse einen 
Roman schreibt und darin ganz gehörig auspackt. Das Buch 
stiftet natürlich in der Residenz, wo es gerade zum Jubiläum 
des Polizeipräsidenten — eines urgemütlichen Herrn, dem so— 
gar seine Sträflinge eine Glũckwunschadresse schenken — an— 
kommt, eine heillose Verwirrung an— Aber die Autorin gibt 
sich recht bald zu erkennen und der schönste Krach scheint vor der 
Tür zu stehen. Er bricht jedoch nicht aus, denn Georg Engel 
ichreibt ein Lustspiel und hat daher die Verpflichtung, alles 
qut enden zu lassen. Ergo führt es uns im letzten Akt in ein 
einsames Jagdschloß, wo Erbprinz und Erbprinzessin sich eigent⸗ 
lich Uüber ihre Scheidung unterhalten wollen, aber schließlich 
doch zu der Einsicht kommen, daß sie eigentlich ganz famos zu— 
einander passen, womit dann der versöhnliche Ausgang herbei— 
zeführt wäre. Eine Verlobung, die ursprünglich wohl noch 
veabsichtigt war, kam leider nicht zustande, da sonst das Stu 
u lang geworden wäre. Trotz dieser Enttäuschung war das 
Publikum für das, was es sah, äutzerst dankbar und Georg Engel 
lonnte sich schon nach dem weilen Att auf da Bühne zeigen. 
Elsa Galafres gab die Erbprinzessin aus Balkanien zum Ent—⸗ 
ücken und Albert Paul, der den Großherzog spielte, hätte es 
zar nicht ndtig gehabt, sich eine Kaisermaske zu schminken 
eine Kopie des kleinen Königs Manuel war übrigens auch 
»orhanden). Paula Somary vermochte nicht, der ungluͤdlichen 
vestalt der Vertrauten der Prinzessin allzuviel Leben zu geben. 
dagegen siellte ihr Vartner Erich Kaiser-⸗Tietz als Adinfant 
von Rosso eine gelungene Figur auf die Bühne. Paul Otto 
als Erbprinz war herzlich langweilig. 
m. Das Programm der Berliner Neuen Freien Volfks— 
hühme. Zum Leiter des neuen Theaters der größten deutschen 
Theatervereinsorganisation ist, wie schon berichtet, Emi! Lessing 
ewählt worden, der nun die Aufgabe hat, den 70 000 Mit— 
liedern der Volksbühne eine wertvolle Kunst zu biedben, 
vahrlich eine große schöne Lebensaufgabe. Denn dieser Theater— 
eiter braucht nicht mit sensationellen Kafssenstücken und ästhe— 
ischen Neuheiten zu wirtschasten, sondern kann ein edles volks— 
ildnerisches Programm durchführen. Lessing hat erklärt, daß 
resowohl die Klassiker pflegen als auch Uraufführungen neuer 
ztücke herausbringen wird. Vielleicht ist es durch ihn möglich, 
ute neue Dramen vor ein wirkliches Volksforum zu bringen, wie 
s das Publikum der Neuen Freien Volksbühne ja vorstellt. 
Man hat, scheint es, die Bedeutung dieses Theaters noch nicht 
enügend nach allen Seiten beleuchtet. Der Spielplan dieser 
Irganisation kann zum kritischen Spiegelbild des Berlime— 
heaterlebens werden. Die anderen Theater alle denlken nicht 
in das Volk, sondern an die Kasse, an das Publikum, am die 
dunst, letzteres in mehr oder weniger ästhetischem bis zum 
nobiitischen Sinne Hier aber taucht nach 23jährigem Wachsen 
ine wirkliche Volksorganisation auf, die Dichtung der Dichung 
ind des Volkes wegen pflegen kann. Ganz merkwürdig ist der 
Vandel in der historischen Auffassung dieser Bewegung. Zu— 
rst wurde die Neue Freie Volksbühne von Zensur und Polizei 
ils gefährliche politische Organisation behandelt. Daß sie 
m gewissen Sinne ein Antischund-Verein war, der sich seine 
igene gute Bühnenkost schaffen wollte, wurde übersehen. 
Jetzt kann diese Volksbühne sogar konservativ wirken, nicht im 
‚olitischen Sinne, sondern indem sie das Beste der Dramen- 
iteratur der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus— 
ichtet und in großen Entwickelungslinien ihren 70 000 Mit-— 
liedern vorführt. Praktische Literaturgeschichte im großen 
ztilh! 
Direltor Pennarini. Am Stadttheater NUunberg wurde 
Mittwoch mitiag Kammersänger Pennarini durch Bürger— 
neistet Hofrat Bräutigam in Gegenwart des gesaniten Theater⸗ 
»ersonals als Direktor eingesührt. Kammersänger Pennaniü 
ichtete an die Bühnenmitglieder einige Worte, in denen er 
rklärte, daß er das Theater von künstlerischen Gesichtspunklen 
aus leiten werde und daß er den Ernst, mit dem er stets auf 
»er Bühne stehe, auch vom letzten Mitgliede verlange. Nur bei 
trengster Disziplin ließen sich künstlerische Erfolge erzielen. 
Zürgermeister Hofrat Bräutigam übergab sodann Kammer— 
änger Pennarini offiziell das Theater. 
„Das eiserne Kreuz“, ein fünfaktiges Volkssück von Artur 
Dinter, das Sonntag am Hoftheater zu Oldenburg seine Ur— 
rufführung erlebte, hatte kräftigen patriotischen Erfolg, konute 
iber durch seinen Ideengehalt weniger fesseln. Die in brete 
Zeitmalerei eingebettete Liebeshandlung läßt kalt und gelegent— 
iche Längen ermüden. Der Autor konnte für den wohl— 
jemeinten Beifall, der auch der wirkungsvollen Inszenierung 
jalt, wiederholt danken. 
Die Einweihmeg des Kasse:: Wilheim Justitiatz für experimen- 
telle Therapie in Dahlem findet am 240. Okt. in Gegenwart 
des Kaisers, des Vorsitzenden der Kaiser-Wilhelm Geselischaft, 
des Kultusministers und der Fachgelehrten statt 
Weingartners „Genesius“ in Bremen. Felix Weingartners 
reiaktige Oper „Genesius“ erzielte im Bremer Stadttheater 
zei ihrer Erstaufführung am Mittwoch eine tiefgehende Wir— 
ung. Der dirigierende Komponist wurde nach jedem Akt durch 
stürmischen Beifall geehrt, unter den Darstellern ragten Had— 
wiger als Genesius und Pfeilschneider als Pelagia besonders 
indrucksvoll hervor.
	        
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