Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Astzesenß 
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Beilagen: Vaterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und hansestadt Lübed 463. Jahrgang Nachrichten für das herzogtum Lauenburg, die 
heiblatt: Gesetz⸗ und Verordnungsblatt tꝛe — — ⏑⏑⏑⏑—⏑⏑⏑⏑—— gürstentümer Ratzeburg, Lübed und das angren⸗ 
— —I— D — —————————— — ι Jende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Oruck und Verlag: Gebril der Bo tder⸗ G. m. b. S. im Lubed. — Gelchaͤftsstelle Adreb aus (Königstr. 46). Fernspre cher 8000 u. 9001. 
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Ausdq 
Freitag, den 24. Oktoder 1913. 
Abend⸗Blatt Ur. 540. 
Erstes Blatt. Hierzu 2. Biatt J 
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Umfang der heutigen Niummer 6 Seiten. 
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Nichtamtlicher TelII. 
der home⸗Rule⸗Sturm. 
Katastrophe oder Kompbromisz? — 
Von unserem Korrelpondenten.) . 
London, 19. Okt. 
Wer nicht eknen robusten Glauben an die politischen Fähig⸗ 
eiten der Engländer hat, muß an einem friedlichen Ausgang 
ber Some⸗Rule⸗Kontroverse verzweifeln. Wir erlauben uns die 
zersonliche Bemerkung, daß unser Glaube in dieser Hinsicht 
vderstandsfaäͤhig genug ist, und daß eine Mehrheit von unter⸗ 
richteten Engländern ihn zu teilen scheint. Aber wenn man 
bor die Frage gefstellt wird, worauf man seine Erwartungen 
ründet, wo doch alle Tatsachen auf siürmisches Wetter deuten, 
wird man verlegen. Kein Zweifel, daß die Feuer- und Schwert⸗ 
Propheten in besserer Lage sind. Wir stehen an den Altären 
wie die falschen Priester Baals und warten vergebens auf die 
Wunder und Zeichen, die wir trotzdem nicht aufhöten zu ver⸗ 
sprechen. Wenn A sagt, er will X haben, oder er schießt, und 
wenn B sagt, er läßt sich X nicht nehmen, oder er schießt, dann 
bleibt dem mehr oder weniger lachenden Dritten erlaubt, den 
Finger an die Nase zu legen und zu fragen 1. wo die Pistolen 
ind und 20b Xvielleicht halbiert werden kann. Die 
Sache liegt aber leider so daß 1. die Pistolen tatsächlich da lind 
und daßz 2. A sein X, sein ganzes X und nichts als X haben 
will. Unter solchen Umständen macht es der Finger an der Nase 
allein nicht; nur, wie gesagt, das Vertrauen zur politischen 
Vernunft der englischen Politiker und Massen. Es wird, wir 
wiederholen, doch alles im Frieden, wenn auch nicht in Wohl⸗ 
gefallen, enden: Credo, quia absurdum, sagt Tertullian. 
Muß man dem Leser sagen, daß X Ulster ist?, die stark 
angelsächsische, überwiegend protestantische, sehr industriali ierte 
Nordostecke Irlands, eines ganz keltischen, ganz katholischen, 
zanz agrarischen Landes. Was will Irland? Was jedes ab— 
vängige Land mit eigener Geschichte und eigentümlicher Indivi⸗ 
ualität will: sich selber regieren, statt von England regiert zu 
verden. Das kömnen die Iren heute haben. Die Liberalen, 
ie am Ruder sind, haben es versprochen, und die Konserva—⸗ 
tiven machen von Tag zu Tag deutlicher, daß sie insoweit nichts 
dagegen haben. Sehr wohl. Aber ein Teil von Irland sträubt 
ich mitzumachen. Für Ulster ist der Gedanke, einem Parlament 
n Dublin unterworfen zu sein, als Minderheit in einem Haus 
»es traditionellen Feindes Zwangsquartier nehmen zu müssen, 
ei weitem die furchtbarste aller Möglichkeiten Man denke 
cich, oxempli eausa, datß der deutschen Minor⸗tät der Provins 
Posen die Aussficht bevorstände, lümftighin in erster Instanz 
ion der polnischen Mehrheit ihrer Heimat regiert zu werden; 
der man stelle sich vor, daß sich die Staatsrechtsträume der 
schechen erfüllten und die böhmischen Deutschen in Zukunft 
x Recht statt in Wien in Prag zu suchen hätten. Man male 
zich aus, was die Deutschen in dem einen wie im anderen Fall tun, 
ind wir fragen, wie so man in Ulsters Verhalten irgend etwas 
dätselhaftes oder Unerhörtes finden kann. Der Gegenhsfatz der 
Sprachen, der den böhmischen Fall und die Ostmarkenlage so 
erschärft, falle beim irischen Beispiel weg? Zugegeben, die 
eute sprechen in allen Teilen des Landes, mit verschwindenden 
lusnahmen, Englisch. Das Irische (natürlich ein keltischer 
Hialekt, wie die Sprache in Wales oder der Bre 
agne) wird nur noch lünstlich erhalten und, suür 
en Moment wenigstens, droht keine Sprachenfrage in einem 
dande, wo jede andere denkbare Frage einen drohenden 
lspekt annimmt. Wir sprechen ausdrüdlich von der Gegenwart. 
vein Mensch kann heute voraussagen, ob irische Zähigkert in 
zren Wiederbelebungsversuchen der alten Sprache scheitern wird. 
Nan soll Kunstsprachen nur ja nicht für etwas Illusionäres 
alten. Das moderne Griechenland z. B. arbeitet, denkt und 
hreint in einem Gelehrtenprodukt, das von oben nach unten 
urchsickert und das tatsächlich lebt, wenn auch vielleicht mit 
unstlicher Atmung. Wir brauchen der Frage nicht weiter nach⸗ 
igehen; wir haben lediglich feltstellen wollen, daß in dem 
and der unbegrenzten Reibungsmöglichkeiten selbst ein 
Pprachenkampf der Zukunft nicht ausgeschlofssen ist. Nun sagt 
ie Majorität der Iren zu den schmollenden Brüdern im 
dordosten: Erstens wollen wir euch nichts Böses antun, weil 
air euch so lieb haben, und zweitens können wir euch nichts 
zöses antun, weil England das niemals erlauben würde. 
)arauf geben die —rebellionsparaten Ulsterleute verschiedene 
Intworten. z. B. daß es mit der Liebe notorisch nicht weit her ist 
ind daß England einem autonomen Irland gegenüber sehr 
ald die Macht und später selbst die Lust verlieren wird, 
twas zu erlauben oder zu verbieten. Das läßt sich hören, 
cber es ist doch nicht die Zauptsache. Die Hauptsache ist und 
leibt, datz die Ulsterleute nicht als Minorität von Protestanten 
on einer Majorität von Katholiken (und wären sie Engel. 
ber sie find Irländer) regiert werden wollen. Das ist ihr X. 
dafür rullen sie. 
Man sieht, in was für eine logisch unmögliche Situation 
ie Maiorität der Irländer durch diese scheinbar unerschütterliche 
»altung Ulsters gebracht wird. Seit einem halben Jahrhun⸗ 
ert verlangen sie Autonomie für ihr Land, nicht gerade, 
veil sie fich von England schlecht regiert glauben (das glauben 
ie nebenbei), sondern weil sie von England überhaupt nicht 
egiert werden wollen, weder gut, noch schlecht. Voraussetzung 
hrer Forderung ist offenbar eine Art Menschenrecht der Na— 
ionen auf eine gewisse, wo nicht auf vollständige Selbstän— 
digkeit Genau dasselbe Recht und nichft mehr nimmf Asiter Pu— 
— 
sich in Anspruch. Die Irländer wollen nicht von den Englän— 
bdern regiert sein, die Ulsterleute wollen nicht von den Irlän⸗ 
dern regiert sein: ist es denkbar, daß England in demselben 
Momeni. wo es den Irländern, dem Prinzip zuliebe, ihren Willen 
erfutt. ven Ulsterleuten, dem Prinzip zum Trotz, ihren Willen ab- 
chlaͤgt; daß es gleichsam in derselben Hand Schwert und Oelzweia 
ringt: daß es Soldaten marschieren und Strafrichter arbeiten 
ãijzt. um etwas durchzusetzen in Ulster, wovon es in aller 
Feierlichleit erklärt, daß es ein Unrecht war. es durchsetzen 
u wollen in Irland“? 
Solche Unbegreiflichkeiten werden gelegentlich Ereignis. Die 
Zalkanvölker tun sert einem Jahr nichts anderes und werden 
richts anderes kun, bis die Donau stromaufwärts sließt. Dort 
efreit man, um zu vergewalrtigen, und unterjocht man, um zu 
rlösen. Aber England ist nicht die Balkanhalbinsel, und wir er⸗ 
lären mit aller Bestimmtheit, daß, was auch gedruckt und 
eredet werden mag, und so wahr es ist, daß die Loslösung 
IUsters von Irland ihre großen administrativen und finanziellen 
zchwierigkeiten hat. Ulster am Ende seinen Willen durchsetzen 
vird. Unter welchen Umständen, das kann heute niemand 
agen, weil es verschiedene Möglichketten gibt und zu viel un⸗ 
erechenbare Faktoren bei der endgültigen Entscheidung mit⸗ 
irken werden. Es ist I. B, nicht absolut ausgeschlossen, 
bwohl sehr wahrscheinlich, daß Home-⸗Rule überhaupt an diesem 
ßegensatz scheitert, wenn nämlich die Masse der Irländer ein 
ernünftiges Kompromiß ablehnt. Oder es könnte ein Aus⸗ 
leich in der Art gefunden werden, daß Usster nominell unter 
as gesamtirische Parlament fällt, aber eine so weitgehende 
Tutonomie erhãlt, daß es tatsächlich unabhängig bleibt. Oder 
und das ist das Pferd, auf das wir setzen wũrden) Ulster ver⸗ 
leibt vorläufig unter dem englischen Parlament und erhäl⸗ 
— 
inigung mit dem Rest von Irland zu optieren. Noch mehr 
röfungen find denkbar. Nur die gewaltsame scheint uns völlie 
usgeschlossen, und wir warnen dementsprechend das deutsche 
Publikum, blutrünstige Gerüchte, die fortfahren werden, Kanal 
und Nordsee zu kreuzen, übermäßig ernst zu nehmen. Ulster 
liegt nicht in Mazedonien. 
— EREòR&&& 
Dder Kaiser in Konopischt. 
W. Schloß Konopischt, 23. Okt. Der deutsche Kaifer trad 
um 5 Uhr 40 Min. in Beneschau ein. Der Kaiser siand bei der 
kinfabrt des Hofzuges am Fenster des Hofsalonwagens und 
vinkte dem Erzherzog Franz Ferdinand freundlich zu. Die 
Begrüßung war überaus herzüch. Kaiser Wilhelm umarmte 
den Erzherzog und kühßte ihn. Darauf kühte er der Herzogin 
zon Hohenberg die Hand und begrüßte das Gefolge des Erz⸗ 
erzogs. Der Erzherzog trug preußische Ulanenuniform. der 
daiser und sein Gefolge trugen deutsche Hofjagduniform. Nach⸗ 
»em der Erzherzog das Gefolge des deutschen Kaisers begrüßt 
hatte. wurden dem Kaiser vom Erzherzon die Spitzen der Be— 
—X3 
Verdienslanöglichkeiten beschafft. Damit wäre sofort eine ganz 
illgemeine Verminderung der Notlage schon von selbst gegeben 
Eine weitere Existenzaufbesserung würde dann lediglich die 
natürliche angenehme Folge der weiteren Entwicklung sein. 
So lange also dem Provinzschauspieler keine längeren Er— 
werbsmoglichleiten gegeben werden, wird niemals seine Not- 
age aufhören, und so lange seine Notlage besteht, sie be— 
teht ja in gleicher Weise für die Unternehmer, bleibt die ge— 
ante gesetzliche Regelung der Gagen- und Kostümwverhältnisse 
um Theater ein Versuch mit unzulänglichen Mitteln am un— 
auglichen Obiekt. 
Die wichtigste Frage ist also: „Besteht eine Möglichkeit 
dem Provinzschauspieler dauernde Bezahlung aus seiner Berufs⸗ 
ätigkeit, mithin also auch dauernde Beschäftigung in seinem 
Berufe, zu verschaffen, oder besteht diese Möglichkeit nicht? 
Erst wenn diese Frage klipp und klar mit „Ja“ beantworket 
ist, ist zu erwarten. daß die allgemeine Notlage der Provinz- 
schaufpieler mit Sicherheit beseitigt werden kann. 
Es ist wichtiger, den Provinzschauspielern Brot zu geben, 
ils ein Gesetz zu machen, welches sie so lange nicht erfüllen 
önnen, als sie eben dieses Brot nicht einmal haben. Ein 
Hesetz aber, welches nicht erfüllt werden kann, weil alle 
Vorbedingungen dafür fehlen, muß notwendigerweise betrüb— 
iche Folgen zeitigen. 
Schauspieler und Prinzipale Fnd heute vom Staate aner— 
kannte, vollberechtigte Staatsbürger. Sie sind den Gesetzen 
interstellt, müssen der allgemeinen Wehrpflicht genügen und 
zteuern bezahlen und genießen den Schutz des Staates vol' 
ind ganz. Die Sonderstellung. die die „fahrenden Leute“ 
instmals eingenommen haben, gehört heute beinahe der 
rabel an. J 
In neuerer Zeit haben verschiedene große Städte den Be— 
rieb und die Verwaltung ihrer Theater sogar selbst übernomnmien. 
Von Gemeinde wegen. Diese Vorgänge find erfreulich und kenn— 
eichnend. 
Der Staat, insbesondere die Kronen und die großen und 
diele mittleren Gemeinden, geben alljährlich erhebliche Summen 
ur ihre Theater aus. Sie haben voll und ganz und länngst 
jegriffen, welchen wichtigen Falbtor in unserem Kulturleben 
rie Schaubluhne darstellt. Sie sind sich selbst bewußt, wele 
F 
zur 7 
wirtschaftlichen Lage der Provinzschauspieler. 
Von Willn Nordau, Berlin. 
(Nachdrud verboten.) 
„.Der gute Wille ist schon da, doch fehlen die Moneten!“ An 
den alten Kehrreim wird der Kundige erinnert, wenn er liest, wie 
»urch „Minimalgagen“ und „Kostümlieferung“ der Notlage der 
Bropinzschauspieler gesteuert werden soll. 
Es ist ja sehr lobenswert, daß die Bühnengenossenschaft und der 
Bühnenverein bestrebt sind, auch den „Kleinen“ zu helfen; in⸗ 
vessen wird ein Gesetz, welches Minimalgagen und Kostümlieferung 
ebietet, wohl ein „Hintertürchen“ haben, durch welches im 
zegebenen Moment die Varteien entschlüpfen können; oder aber, 
s wird, wenn solches Türchen nicht zu finden ist, eine riesige 
Anzahl Schauspieler brotlos machen. 
Die Notlage der Provinzschauspieler besteht auch nicht 
deshalb, weil keine Minimalgagen gezahlt und keine Kostüme 
zeliefert werden. Die Kostümme werden in der Hauptsache ja schon 
ielfach geliefert. Zum mindesten werden sie dann geliefert, 
venn es sich darum handelt, ein Stück einheitlich auszustatten, 
uind die Forderung nach einheitlicher Ausstattung ist heute 
'aum noch zu umgehen, sofern ein Theater Anspruch auf kuũnft⸗ 
erische Beachtung macht. Die Gagen find in den letzten Jahren 
much annehmbar in die Söhe gegangen. 
Wenn trotzdem eine Reihe bieinerer Unternehmungen noch 
rsle Facher mit mir 75200 Miubenahlen und of recht brauch⸗ 
vare Schausvieler fur dieses Geld sich den Unternehmungen ver⸗ 
oflichten und wenn zwelte Fächer gar vur zo beziehen, 
o ist diesem Uebelstaude niemals mit einem Gesetz beizukonmen. 
Em Besetz, welches Mimmalgagen und Kostumlieferung ge⸗ 
bietet. wird, wie die Dinge liegen, diefje Unternehmungen, 
vft seit Generationen schon bestehen nufheben ene 
dessen wird dann den Unternehmern vnd den Schauspielern. 
ie vei ihnen Unterschlupf gefunden haben. nichts weiter ubrig 
sleiben, als zu verhungern oder fich in be ersten besten 
danal zu stürzen. Denn den meisten dieser darch das Gesetz 
erdraͤngten Menschen wird es nicht möglich sein, in einem 
ideren Berufe unterzukommen, da sie dafur wohl in der 
Mehrzabl nicht ordnungsmäßig vorgebildet fein werden. 
Ich will unter keinen Umständen diesen kleinen Unterneh— 
nungen in ihrer jetzigen Daseinsbedingung, oder richtiger, ich 
vill keineswegs den sogenannten „Hungergagen“ das Worit 
eden. „Hungergagen“ zahlen leider auch manchmal recht vor— 
iehme und gut fundierte Theater. 
Die kleinen Unternehmer zahlen die „Hungergagen“ ja nicht 
us Gewinnsucht, aus welcher leider manchmal sogenannte gute 
heater einige ihrer Mitglieder ausbeuten. Die kleinen Gagen 
ei den kleinen Unternehmern sind vielmehr eine selbjtverstũnd⸗ 
iche Folge der kleinen Einnahmen, die diese Unternehmer immer 
uur haben können; der „Hungergage“ des Mitgliedes sieht eben 
»ie „ßungereinnahme“ des Unternehmers gegenüber. 
Und wenn Genossenschaft und Bühnenverein diese unum⸗ 
tößliche Tatsache erklannt haben, und wenn sie aus dieser Er⸗ 
enntnis ihre Verpflichtung gefühlt haben, hier helfen zu 
ũssen, und diese Verpflichtung müssen fie im wohl verstandenen 
igenen Interesse fühlen, dann mußte der Weg zur Hilfe zu— 
ächst eine ganz andere Richtung nehmen, als er bisher 
enommen hat. Diese andere Richtung mußte ihm von den 
eiden genannten Körperschaften in geschlossener Gemeinsamkeit 
egeben werden durch den festen Willen, neue Daseins bedin⸗ 
ungen zu schaffen, als deren natürliche Folge fich die For⸗ 
erung nach Minnnalgage und Koftümlieferung von selbst er⸗ 
ülft hätte. Ohne diese neue Daseins bedingung als Voraus⸗ 
tzung ist die Forderung einer Minimalgage und der Kostũm⸗ 
jeferung unerfüllbar. In ganz richtiger Erkenntnis und Würdi⸗ 
ung der gegebenen Verhältnisse wehren sich denn auch in be⸗ 
rächtlicher Anzahl diejenigen, füur die diese Hilfe“ herbeigeführt 
rerden soll. Sie empfinden klar, dah hiet das Pfero ban 
-cchwanz aufgezãumt wird. 
Die Notlage der Provinzschaufpieler ist nicht darum so groß. 
veil weder Minimalgasen ae zahlt noch Kostume geuefert oeben, 
vndern weil der Provinzschaulpieler ahhrli eine e 
tnismãhig lange Zett dindurch Aberhaupt nichts verdient, 
n jeinem Beruf nichts verdienen bann, da die meisten Pro⸗ 
inztheater ja mur etwa fieben Mongte spielen und die übrigen 
unf Monate im Jahre geschlofsen gehalten werden. 
Die Notlage entsteht alse durch die lange Verdienstlofig⸗ 
eit. Mithin kann man dem Provinzschaufpieler wirlsam nur 
auf die Bekne helfen, wenn mean ihm zu allererst baͤngere
	        
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