Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

— A— 2 — 3 N 6 
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8 
MROsuα 
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Woöchentlich 13mal (Wochentags morgens und 
abenos Sonntags morgens erscheinend. Bezugs⸗ 
preis für das Vierteljahr 3,830 Warl einschließlich 
ðVringgeld in Lübeck. Durch die Vost bezogen ohne 
Sesieugeld 330 Mart. Einzelnummern 2W Pis. 
— 
Anzeigenpreis (Ausgabe A und 8) für die 
Zeile Pfg. Kleine Anzeigen (Arbeitsmarkt usw.) 
s Pfg., für Auswaärtige 30 Pfg., f. Geschäftl. Mit⸗ 
eilungen 1Mk. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Satz den Anforderungen entisprechend hoher. o 0 
neilagen: Vaterstãdtische Blãtter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hhansestadt⸗ ed 163. Jahrgang Nachrichten für das Herzogtum Tauenburg, die 
heiblatt: Gesetz· und Verordnungsblatt Bre — Fürstentũmer Ratzeburg, Lübed und das angren⸗ 
—E eee ee α zende mecklenburgische und holsteinische Gebiet. 
Aruck und Verlaog: Gebrüder Borchers G. m. b. S. m Lulbed. — Geschaͤftsstelle Adiroaue (Könmiagftr. 46). Fernspre cher 9000 u. 9001. F 
Morgen⸗Blatt Nr. 539. 
Auc 
Freitag, den 24. Oktober 1915. 
Erstes Blatt. hierzu 2. Biatt 
Gesetße und Verordnimngsblatt * 
.der freien und Hanfestadt Lübed, Nr. 48, 
enthaltend: 
Nochtrag zur Bekanntmachung vom 6. Dezember 2011, be- 
sreffend die Zuständigkeit der Behörden nach der Reichs 
ersicherungsorbnung vom 19. Juli 1911. — Belgnni- 
rachung zur Ausführung der im Gesetz vom 9. April 
913, betreffend die Erhebung einer Neupflasterungs⸗ 
vgabe, erlafsenen Bestimmungen. T. Bekanntmachung, 
zelreffend die 88 des Ortslohns. — Belanni⸗ 
machung, betreffsend die Bebauung des Geländes der 
Firma hibyeECo. an der Schönböckener Strabe und 
des anhließenden Grundstücks der Hansameierei. 
—MXX»2MLILIIXXAAAèeAMZWME—— ——⏑Ä⏑ —— 
Amfang der heutigen N0 αα, 
urzem wurde auch der Rücktritt des Vizekönigs von Indien, 
rdord Hardinge, gemeldet. Ob diese beiden Personalverände- 
ungen in ursächlichem Zusammenhang stehen, darüber wird 
ichts bekannt. Die Vermutung liegt aber nahe und die 
erfahrung lehrt. daß Reibereien und Differenzen zwischen diesen 
ohen Funktionären vorliegen mögen. Man erinnere sich nur 
i den Abgang ihrer Vorgänger. Lord Curzons und Lord 
ritcheners. Damals wurde das gespannte Verhältnis beider 
Ilgemein bekannt. Die Maßnahmen, die der Vizekönig für 
ichtig hält, um ein Reich von 250 Millionen Einwohnern zu— 
Ammen zu halten, mögen leicht mit denen kollidieren, die der 
RWerkommandierende der Truppen für erforderlich erachtet, um 
ie Sicherheit des Reiches zu wahren. Darin liegt unzweifel⸗ 
jaft die Gefahr des Konfliktes. Lord Hardinge zieht sich an— 
zeblich zurück weil er die Aufgabe Kalkuttas als Haupt⸗ 
tadt des Landes nicht billigt. Vielleicht erscheint ihm auch 
er Wert dieser Maßnahme nicht im Einklang zu stehen mit 
en Kosten dieser Verlegung. deren Betrag auf 80 Millionen 
Nart beziffert wird. Bekanntlich war dieser Wechsel in der 
kefidenz eine Konzession an die indische Bevölkerung. die ge— 
egentlich der letzten Königskrönung als pompöses Geschenk 
Indiens aufgebaut wurde. 
Neueste Nachrichten und Telegramme 
der A. und 2 
Die neuen Marineluftschaffe. 
Berlin, 23. Okt. Nach einer hiesigen Privatmeldung 
sollen die neuen Marineluftschiffe „L 30 (Zeppelin⸗Typ) und 
„ 40 Schũtte⸗Lanz⸗Typ), deren Ablieferung fur das Fräh— 
ahr bevorstand, erst später fertiggestellt werden können, 
veil die Marinebehörden vorher die Gefahrenquellen feststellen 
md berüdsichtigen wollen, die zu den Katastrophen von L 1 
imd „L 20 führten. Wie dazu von unterrichteter Seite ver⸗ 
autet, ist die Marineverwaltung selbstverständlich mit der Er⸗ 
nittelung der Ursachen der Unglücksfälle auf das angestrengteste 
heschäftigt. Ebenso ist es selbstverständlich, daß das Ergebnis 
dieser Untersuchungen für die Neubauten nutzbar gemacht werden 
wird. Indessen besteht zurzeit durchaus noch kein Anlaß 
zu der Annahme, daß sich dadurch die Ablieferung von 
„L 3* und „L 4 verzögern wird. Vielmehr sind alle in Be— 
racht kommenden Stellen bemüht, einen Aufschub in der 
Fertigstellung der nenen Luftschiffe zu vermeiden. 
Die Einberufung des preußischen Landtags. 
Berlin, 23. Okt. Entgegen der neuerdings aufgetauchten 
Meldungen, der preußische Landtag werde wegen eines zum 
l. Januar 1914 in Kraft tretenden Gesetzentwurfes doch nosß 
hor Weihnachten zusammentreten müssen, steht es nach au 
ufständiger Stelle eingeholten Informationen nach wie vor 
est daß der Landtag erst für die zweite oder zu Anfang der 
zritten Januarwoche einberufen wird. Jene Vorlage, die den 
ebenslänglich angestellten Beamten der Krankenkassen die Eigen⸗ 
chaft öffentlicher rechtlicher Beamter übertragen wird, soll zwar 
zleichzeitig mit dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen der 
Reichsversicherungsordnung Geltung erlangen, indessen bietet 
ie zu einer früheren Berufung des Landtages deshalb keinen 
Anlaß, weil sie die Bestimmung rüchwirkender Kraft vom 
Januar 1914 ab enthalten wird. 
Sortjchritte der monacchistischen Bewegung im Portugal. 
PC. Madrid, 23. Okt. Die Lage in Lissabon wird trot 
der zuversichtlich klingenden offiziösen Depeschen hier für sehr 
rnst und beunruhigend angesehen. In informierten Kreisen 
ist man der Ansicht, daß die jetzige Bewegung die best orga 
uifnerteste und umfassendste seit dem Bestehen der Repubsi 
ist. Außerdem steht es fest, daß unter den Republikanern keine 
kinigkeit besteht und daß sich die einzelnen Gruppen erbittern 
intereinander bekämpfen, anstatt gemeinsam gegen die Gegen⸗ 
evolution Front zu machen. In allen Teilen der Verwaltung 
zerrscht völlige Anarchie und ein großer Teil der Bevõlkerung 
ympathisiert offen mit den Monarchisten, die die Unfähig“ 
reit der republikanischen Verwaltung agitatorisch 
ainsnutzen. Die Nachrichten von der unbedingten Ergebenheit 
der Marinetruvpen bestätigen sich ebenfalls nicht; im Gegelteil, 
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agen unter der Teilnahme der gesamten le'itenden Regierungs⸗ 
freise der Stadt Dresden und des Königreichs Sachsen seiner 
Bestimmung zugeführt. Der sehenswerte Neubau ist, wie von 
illen Seiten anerkannt, ein ganzer „Dülfer“, der ihm die be— 
ondere Prägung und den Charakter gab. Der Dresdner An— 
eiger sagt, daß die stattliche dunkelrote Kuppel schon von der 
Prager Straße aus sich jenseits des Bahnüberganges am Hori— 
ont abhebe und das Dresdner Stadtbild in dieser Richtung 
rheblich bereichere. Es handele sich bei diesem Neubau um eine 
vichtige Erweiterung der technischen Hochschule. wie sie der 
ẽntwickelung der Naturwissenschaften, der Technik und der Bau— 
unst nack ihrem heutigen Stand entspreche. Dülfer habe 
eine Aufgabe in glänzender Weise gelöst. Bei den Ein— 
veihungsfeierlichkeiten, bei denen neben dem Staatsminister Dr. 
Bed, Oberbürgermeister Dr. Beutler und weilete hervor— 
agende Persönlichkeiten als Redner auftralken. wurde dem 
schöpfer die Anerkennung nicht vorenthalten. Gelseimra! Prof. 
ülfer wurde durch den Rektor Dr. Förster die Würde 
ines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehtn. 
Prof. Martin Dülser ist bekanntlich der Erbauer unseres 
Stadttheaters. 
Ein ftatistischer Rüdblick auf die Tätigkeit und Personalver—- 
ältnisse des Wiener Burgtheaters während der Jeit 
on 1776 bis 1913, zusammengestellt vom Schanspieler Otto 
iub, mit einem Geleitwort von Hugo Thimig, ist bei Gelegen— 
— 
dnepler) erschienen. Der Verfasser hat auf dieses Thegaterheisto— 
ische Nachschlagebuch“ viel Fleiß und Zeit verwendet und der 
Theatergeschichte gute Dienste geleistet. Leider sind nicht alle 
Angaben richtig. Zuverlässigkeit aber ist nächst der Vollständig— 
'eit die Haupttugend eines Nachschlagebuches. Derartige Werke 
rleben selten einen Neudruck; doch sollte Rub einen solchen Fall 
m Auge behalten und eifrig nachbessern. 
SGabrnela Zapolska, die auch in Deutschland viel gelesene 
olnische Romanschriftstellerin, hat soeben einen neuen Roman 
Frau Renas Ehe“ vollendet. der, w'ie ihr letzter Roman 
Aristokraten“ in Polen großes Aufsehen erregt hat. Beide 
Werke sind bei Oesterheld K Co., Berlin, in deutscher Ausgabe 
rschienen. Bg. 
richtamtlicher Teil. 
Ausland. 
Rukland. 
Armee und Marine im neuen rufsischen Budget. Man 
schreibt uns aus Petersburg: In dem Etat für das Jahr 1914 
sind die Ausgaben für Armee und Marine auf 940 Millionen 
Rubel angewachsen. Rußland gibt also, wenn man die unver—⸗ 
neidlichen Etatsũberschreitungen jedes Jahr berũcksichtigt. rund 
1 Milliarde Rubel oder 2,16 Milliarden Mark für Heer und 
Flotte aus. Das ist etwa der vierte Teil der Gesamtausgaben 
des Staates. Dabei ist zu berücksichtigen. daß vom Jahre 
1915 ab die Kosten des neuen großen Flottenbauprogramms 
m Etat erscheinen werden, von denen die erste Baurate 1915 
vereitgestellt werden muß. Das Anwachsen der Ausgaben für 
Armee und Marine in diesem Jahre auf fast 1 Milliarde 
Rubel bringt also noch keinen Stillstand in der Entwidlung 
der Ausgaben für die Landesverteidigung. Es müssen nach 
Ansicht der russischen Regierung dringende Aufgaben sein, die 
nuf dem Gebiet der Landesverteidigung zu lösen sind. Denn 
es entsteht darch das starke Anwachsen der Ausgaben, mit dem 
die Einnahmen nicht Schritt halten, ein Defizit im Budget von 
23 Millionen Rubel, von dem der Finanzminister hofft. daß 
es durch eine Einnahmesteigerung gegenüber dem Voranschlag 
otsächlich nicht in die Erscheinung treten wird. Da aber 
erfahrungsmähig die russische Regierung sich an die VBor— 
anschläge des Etats bei den Ausgaben keineswegs gebunden 
hͤlt, so ist es ebenso wohl moͤglich, daß sich das Defizit noch 
recht erheblich erhöht. dok. 
Perfonalrerãänderungen in Indien. Wie die Tinmes 
melden, soll der Oberstkommandierende in Indien, General 
Creagh. durch einen anderen General ersetzt werden. Vor 
— ——— — E — — — 
Theater, Kunn und Wissenschaft. 
Berliner Theater. 
Mam schreibt uns aus Berlin: 
Herbert Eulenbergs vieraltiges Schauspiel, Zeitwende“ 
bat am Mittwoch v. W. im Berliner Lessingtheater das Publi⸗ 
kum nicht zu erwärmen vermocht. Der Beifall klang nach 
leinem Aklt sehr überzeugend. Die vielfachen Katastrophen, 
von denen die Mitglieder einer reichen Fabrikantenfamilie heim⸗ 
zesucht werden, vermochten trotz der krassen Begebenheiten nicht 
u erschüttern. Der alte Vater, der das Kaufmanns haus 
»egründet und mächtig gemacht hat, siecht dahin, und seine 
jeiden Söhne sind dem tätigen Leben verloren. Der eine 
ist ein nervöser Hypochonder, der sich und seiner schwärmerischen 
Frau durch seine ewige Krankheits⸗ und Todesfurcht das Leben 
perleidet; der zweite ein verträumter, von den Gedanken der 
Seelenwanderung ganz beherrschter Mensch, der sich in den 
Alltag nicht hineinfindet. Sein Schwiegersohn allein trägt 
für alle anderen die Last der Sorgen und der Arbeil. Er führt 
einen Freund, dessen Vergangenheit ihm nicht bekannt ist, in 
ben Kreis ein. Das ist ein rücksichtsloser Abenteurer, der schon 
wei Ehen hinter sich hat, der dem Mann, der ihm vertraut, 
die Gattin verführt und dann ihre jüngere ledige Schwester 
kaltherzig umgarnt, um aus seinen Schulden und seinem ge⸗ 
jetzten Leben sich zu befreien. Kurz vor der Hochzeit gesteht 
die treulose Frau ihre Schuld, die Braut flieht vor ihrem 
Bräͤutigam und stürzt sich vom Dach des Haufes in den Hof 
Der betrogene Gatte, der nach dem Tode des Schwiegervaee 
urch dessen Testament gewisset mahen zum Vormund der ganzen 
Familie gemacht worden ist, verluüht das Haus, und während 
die nicht abbestellte Sochzeitsmusik erklingt, hält der Philosoph 
ver Familie der wilden Handlung einen melancholischen Nach— 
uf, der die Unwirklichkeit und die schwebende Kelatiditän de— 
debens als das einzige irdische Glüd rũhmt. Man ahnt, daß 
kulenberg — etwa im Sinne Strindberags — die im Her— 
ommen und in fentimentaler Unaufrichtigkeit erstarrte Familie 
ils den Herd unendlicher menschlicher Leiden darjtellen und 
eigen wollte, wie alle, die in ihren Fesseln liegen, vergebens 
rachten, ihr eigenes Leben zu leben und ihr individuelles⸗ 
hᷣlück zu finden. Aber es ist ihm nicht gelungen, diese Menfschen 
n eine sichere und lebenswahre Sphäre hineinzustellen. Di— 
China 
Das deutsch⸗chinesische Seminar in Vingtau. Die Deutsche 
Drient⸗Korrespondenz schreibt: Wie alle politischen Unruhen 
n China dem deutschen Schutzgebiet einen wirtschaftlichen Auf⸗ 
chwung bringen, weil ein Teil der vor den Unruhen flüch- 
enden besitzenden Kreise unter der ordnungsmäßigen Verwal⸗ 
ung der deuntschen Kolonie Schutz sucht, so hat auch die letzte 
ievolution wieder den Kulturstätten Ringtaus einen vermehrten 
zuzug gebracht. Die alten chinesischen Schulen schlossen ihre 
Zforten und die Schüler, die sich der Bewegung nicht an— 
hlossen, suchten Aufnahme in den deutschen Schulen. So 
tstand auch für das deutsch-chinesische Seminar in Tsingtau 
ine Vermehrung der Zahl der Schüler. Das Seminar hat, 
xie aus dem jetzt vorliegenden Jahresbericht hervorgeht, in 
iesem Schuljahr zum ersten Male auf Anraten eines streng 
onfuzianischen chinesischen Gelehrten den Unterricht in der Bibel 
ls obligatorisches Lehrfach eingeführt. Selbstverständlich ist 
abei eine Beeinflussung der Gewissensüberzeugung oder gar 
me zwangsweise Bekehrung vollkommen ausgeschlossen. Der 
chinese weiß sittliche Kultur zu schätzen, und es hebt die 
uropäische Kultur, die ihm vermittelt werden soll, in seinen 
lugen, wenn er sieht, daß sie keineswegs in den materiellen 
denßerlichkeiten einer technischen Zivilisation aufgeht, sondern 
benfalls tiefe sittlich-religisse Fundamente hat. 
omantischen und grell-realistischen, oft mit der Brutalität des 
tolportageromans aufbegehreuden Elemente gehen keine innige 
zerbindung ein. Ein raffiniertes künstlerisches Wollen und 
me oft verblüffende szenische Unbeholfenheit stehen befrem⸗ 
end nebeneinander. Viel weniger als in der „Belinde“, die 
nan in Berlin vor wenigen Tagen auf einer anderen Bühne 
ih, und die durch die Schönheit ihrer Verse über das Mario— 
ettenhafte der Gestalten hinwegtäuschen konnte, hat man hier 
en Eindruck innerlich durchfühlten Geschehens. Das Stil⸗ 
emisch, das dem sehr verwandlungsfähigen und gar zu leicht 
nregbaren Dichter immer nahe liegt, teitt hier allzu un har⸗ 
ionisch hervor. Auch den vorzüglichen Darstellern des jetzt 
on Barnowsky geleiteten Lessingtheaters gelang es nicht, eine 
efere Einheit zu finden. Friedrich Kayßler gab den braven 
etrogenen Ehemann und er bot vergebens seine große Kunst 
uf, um uns wenigstens die zornige Enttäuschung Martins und 
ie schmerzliche Abrechnung, die er mit seiner Barbara hält, 
ahe zu bringen. Lina Lossen war diese schwache und leicht⸗ 
iäubige Frau, die noch bis zum letzten Augenblidk in der Ver⸗ 
eihung ihres Gatten eine Wiedergeburt erhofft, und sie war 
3mit einer fast kleinbürgerlich mirkenden Schlichtheit. Zur 
arstellung des Abenteurers hatte man sich Herrn Steinrüd 
us München verschrieben. Er wählte eine Maske, der man nur 
ie plumpe, für einen vom Leben so i htig geschüttelten Frei— 
euter gar zu plumpe Frechheit, aber nicht den Verführungs⸗ 
auber glaubte. Ein Maun mit so niedrigem Mienenspiel und 
vebaren hätte nicht so lange unentlarvt öbleiben tönnen. 
lndererseits wurde dadurch der vom Dichter gewollte Eindruck 
er Unheimlichkeit dieses fremdartigen Eindringlings ins wohl⸗ 
»ehütete Familiengehege kräftig verstärkt. 
* 
Gustav Frenssen hat seinen 50. Geburtstag ungekannt und 
insam in Eutin verlebt, im alten Voßhause. Im Wohnhaus 
bustav Frenssens in Blankenese trafen während des Tages die 
zriefe und Telegramme zu Hunderten ein— Fast alle litera— 
ischen Vereine Deutschlands waren unter den Glückwünschenden 
ertreten. 
Ter Neubau sür die kal. techerische Sochschule, der nach den 
cntwürfen und Plänen des Geh. Hofrats Martin Dülfer 
m Sedanplatz zu Dresden errichtet ist, wurde vor einigen
	        
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