Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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Ausgabe 4. 
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Tagesbericht. 
Lüubecd, 22. Oktober. 
. Die Zeit der Bürgerschacftswahl naht heran, und die 
einzelnen Berufs⸗ und kommunalen Vereine stellen ihre Wabl⸗ 
horschläge zusammen oder haben dies bereits beschafft, um 
sie den Wahlvereinen zur Berücksichtigung zu empfehlen. Man 
sann die Grundsätze der Aufstellung der Vorschlagslisten wobl 
na besten in die veiden Fragen ulammenfassen: Wer soll ae⸗ 
vählt werden? und Wie soll man nicht wählen? Die erste 
Frage Wer soll gewänlt werden?“ ist wohl ohne weiteres 
nht zu veanucorien: der Wärdigste, der, wie es die Ver⸗ 
jassung verlangt, 
seaivbsändiger Weise seiner Meinung Ausdrud 
zu geben vermag: der 
3. über eine wirtschaftlich selbständige Stellung verfugt und 
bereit ist, über seinen privaten Berufskreis hinaus den 
nicht gerinagen Anforderungen, die das õffentliche Leben 
an die Tätigkeit des einzelnen Bürgerschafts— oder Buͤrger⸗ 
ausschuß⸗Mitaliedes stellt, zu entsprechen, oder der 
J. sich im Dienste der Vaterstadt, im Kreise der Bürgerschaft 
oder sonst bewährt hat und Nutzen für die Allgemeinheit 
geschaffen hat. 
Wie soll nan nich wälden? Die Oeffentlichkeit kann er⸗ 
dartenn. daß bei der An'sitettung der Wawlisten nur nach vor⸗ 
headen Grundsätzen gehandelt und nicht gesagt wird: „Ich 
vähle nur den, der einer berimmten potitischen Partei oder 
inem bestimmten Verein angehört.“ — In der Bürgerschaft 
ann nur der selbständige Mann, der sein Handeln nicht auf 
ine solche Grundlage stellt, Anspruch auf Beachtung erheben. 
Artikel 25 der Verfassung sagt in dieser Richtung deutlich. daß 
eder Gemäfdte pon kein—aij Weaisnag bränaiag sein darf und 
lediglich nach eigener Ueberzeugung dem, was das Wohl 
des Staates erfordert. zu folgen hat. Die lebendige Anwendung 
dieses Artikels muß schon bei der Aufstellung der Wahllisten 
ind auen hierbei aktiv oder passiv Beteiligten von der Oeffent⸗ 
ichkeit erwarlet werden. Fur die Wahl darf endlich nicht ent⸗ 
cheidend sein das Wohnen in einem Bezirk oder die Zuge⸗ 
hörigleit zu einer Wählerklasse: es ist sehr wohl denkbar. daß. 
salls sich in der zweiten Wählerklasse ein geeiyneter Mann 
indet, dieser von der ersten Wählerklasfe gewählt würde, wie 
das ja auch im umgekehrten Falle mebhrsach geschehen ist und 
ioch geschieht. 
a Sirghenbahnwünfche in St. Jürgen. Die Verlange 
ung der Strahenbohn in, der Kronsforder Allee nur bis zur 
dauptwertsatt der LubesBuchenet Efenbahn-Gesellschaft. statt. 
bie von der Bevölkerung gewünscht, bis zur Feldstrabe, wurde 
n der vorgestrigen Jahrespersammlung des Si. Jürgen⸗Vereins 
abfällig beurfeist. Der Betrieb auf der Verlangerungsstrecke 
s zum Halten Eisenbahnübergang sei infolge des Zurũc⸗ 
ruckens der Wagen vom Kranfenhaus her sehr gefährlich, da 
er Visto wagenfuührer die Strege wegen der vor ihm besind 
schen Anhängewagen nicht überfehen dune. Für die Arbeiter 
er Saupiwerstant böten die Straßenbahn- D-Züge“, auch keine 
onderlichen Vorleile. denn wenn die Arbeiter auf dem Heim— 
pege noch irgendwelche Besorgungen machen woliten, könnten 
ie diese bifigen D-Züge nicht benuten, sondern seien, dann 
jezwungen, die fahrplanmäßigen Wagen zu benutzen. Die Be⸗ 
bpohner der oberen Kronsforder Allee seien gog sehr empört 
arüher. daß fir eine Bepölferungsklasse befondere Fahrver- 
unsugungen geschaffen worden feien. während man ihre Wuünsche 
inberügsichtigt lafse. In unbebaute, Gebiete werde die Straßen- 
zahn hineingelegt, aber hier. wo die Bebauung bereits einen 
rößeren Umfang angenommen habe, lehne die Verwaltung den 
Zau. ab. Es wnde der Hoffnung Ausdrud gegeben. daßz 
ie Buͤrgerschaftskommission. welche, diese Angelegenheit gegen⸗ 
värug prüfe, den Wunschen der Bewohner der oberen Krons⸗ 
orter Alsee Rechung tragen werde. Von anderer Seite wurde 
arauf hingewiesen, daß die Ratzeburger Allee-Linie sich doch 
Ipr; benn rentiere als man zu hoffen gewagt habe. 
angelhaft sei aber immer noch die Verbindung der Vor⸗ 
tadt St. Jũrgen mit den Vorstädten St. Gertrud und Hürter⸗ 
or⸗ Matli insofern, als man einen weiten Umweg durch die 
Janze innere Stadt machen müsse. Eine Verbindungslinie von 
der Ratßeburger Aljee durch die Hürtertor-⸗Allee und Fallken- 
haße nach der Ifraelsdorfer Allee oder von der Hürtertor⸗ 
iiiee unter Benußung der Marli-Linie und einer neuen Linie 
hon der Hövelnstraße nach der Roecstraße könne diesem Uebel⸗ 
lande abhelfen. Eine solche Verbindungslinie werde sich gewißz 
Tzahlt machen. Zu wünschen Übrig lasse auch die Verbindung 
S. Jurgens mit der Fadenburger Allee und Fagenbuxg. Diese 
Verbinding könne dadurch gunꝑ wesentlich verbessert werden. 
wenn die Linie 3 nach der Hansastraße und die Linie 11 vom 
dohlmarkt nach Fackenburg durchgeführt würde. Damit 
oürde zugleich auch der lebhafte og der Anwohner der 
ee Allee und Fadenburgs nach einer unmittelbaren 
erbindung mit dem Inneren der Stadt erfüllt werden. Diesen 
Bünschen gegenüber wurde von einem Mitglied der Verwaltung 
»er Strabenbahn entgegengehalten. daß, saͤmtliche Straßenbahn⸗ 
inien so geführt seien. daß sie den Mittelpunkt der Stadt 
berũhrten oder doch nahe an diesem vorbeiführten. Hierquf 
eruhe auch ihr befriedigender Inucuer Ertrag. Dieser sei 
Wern bei, einer an der Peripherie der Stadt hinlaufenden 
binie qußerordentlich zweifelhaft und darum werde an den 
Zau solcher Linien in nächster Zeit wohl kaum zu denken sein. 
Es müsse zunächst einmal dahin gestrebt werden. daß der Straßen⸗ 
ahnbetrieb sich selbst erhalte. Die Straßenbahnverwaltung 
hege noch manche Pläne. halte aber mit deren Verwirklichung 
noch Anmer zuruck weil die finanzielle Seite dersesben sich 
ticht mit einiger Sicherheit vorher erkennen lafse. An einer 
Bertauschung der Führung der Linien 3 und 11sei auch wohl 
aum zu denken. denn es werde namentlich seitens des Wilnärs 
zroßet Wert darauf gelegt, daß die beiden Kafernen durch 
ine Strabenbahnlinie unmittelbar miteinander verbunden seien 
—— ——3838 dahin schlüffig. die ge— 
erkehrsau 
——————— sschuß der wonntlnhen Vereine 
JF Noꝛ maiubren für Lübeck erwünfcht. Schon haäusig ist 
das Felaen von Normaluhren in allen Stadtteilen unangenehm 
e worden. Es hat darum auch nicht an Versuchen 
nen Mangel abzuhelfen. Schon vor etwa 10 oder 
—* I hat Kommerzienrat Scharff es sich angelegen sein 
m d— rerien Kreise zur Einführung von Normal— 
ch dem Vorbilde Berlins zu bewegen. Man fand die 
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Mittwoch, den 22. Oktober 1913. 
Morgen⸗Blatt Ur. 535. 
zache auch sehr schön, wie in der vorgestrigen Jahresver⸗ 
immlung des St.-Jürgen-Vereins mitgeteilt wurde; vor allem, 
enn beispielsweise alle Kirchenglocken Lübecs gleichzeitig schlũ⸗ 
en; aber da die Sache natürlich auch Geld losten sollte, verzich⸗ 
ete man doch auf die Normaluhren. Später ist von Ham⸗ 
uurg ein Angebot erfolgt, von dort aus Normaluhren hier 
mzubringen. Aber auch dies ist nicht zustande gekommen. 
deuerdings wird nun das Fehlen solcher Uhren von den 
Fahrgästen der Straßenbahn unangenehm empfunden. Es 
ourde darum im St.Jürgen-Verein die Frage aufgeworfen, 
nach welcher Uhr die Straßenbahnbeamten zu fahren haben, 
ind darauf die Anwort erteilt, daß für den Straßenbahnbet rieb 
ie Uhr an der Wagenhalle maßgebend sei. Nach welcher Uhr 
iese aber gestellt wird, ist unbekannt. Es wurde daher der 
zorschlag gemacht, entweder die Uhr von St. Marien, oder 
ie Post- oder die Bahnhofsuhr als Normaluhr zu bestimmen, mach 
eser die Uhren an den Wagenhallen zu stellen und diese Uhren 
bieder elektrisch mit den öffentlichen Uhren in den Vorstũdten 
n Verbindung zu bringen, damit sie alle gleich gingen. Dies 
urchzuführen, soll auch gar nicht so schwierig sein, da ja die 
lektrischen Leitungen dafür vorhanden sind. Ferner wurde mit⸗ 
eteitt. daß auch im Bürgerausschuk diese Angelegenheit zur 
prache gekommen set man an die Uhr von St. Marien 
der die Ny unnn ah eer geracht 63be und der Na— 
igationsschule die Oberaufsicht über die Normaluhren 
abe überiragen werden sollen. Aber auch hier sei es bei An— 
egungen geblieben. Dazu wurde von anderer Seite bemerkt, 
aß dies sehr begreiflich sei, denn so einfach wäre die Aufstellung 
enau gleichgehender Uhren in den verschiedenen Stadtteilen nicht. 
Hie vorhandenen öffentlichen Uhren seien dazu ohne weiteres 
licht geeignet, sondern müßten dasür erst mit einem ganz neuen 
Werk versehen werden, was nicht unerhebliche Kosten verurfachen 
herde. Für den Straßenbahnbetrieb würden die Normaluhren 
brigens kaum von großer Bedeutung sein, denn einigermatßen 
ahrplanmäßig innegehalten werden könnte nur die Abfahrt der 
Vagen von den Endstationen; für die einzelnen Haltestellen 
ui dagegen die Innehaltung eines Fahrplans ganz unmöglich, 
veik die Wagen infolge der teilweise noch eingleisigen Strecken und 
onstiger Hindernisse, vor allem durch Fuhrwerle, die fahrplan⸗ 
nãhigen Zeiten nicht immer innehalten könnten. Immerhin aber 
vürde schon viel gewonnen sein, wenn für die Abfahrt der 
WVagen von den Endshationen die Uhr von St. Marien maß— 
ebend wäre. Trotzdem aber bleibe die Einführung von Mor— 
naluhren sehr wünschenswert. 
WMeifterprüfung. Der Maschinenschlosser Friedrich Heckel 
at am« 20. Okt. vor der hiesigen Meisterprüfungskommission 
ür das Handwerk der Maschinenschlosser die Meisterprüfung 
»estanden. 
Weise das Dienstmädchen Erichsen umgebracht worden ist. Die 
Ermittelungen haben ergeben, daß es das Pferd um 5 Uhr 
im Sonniag nachmittag von der Weide geholt und das 
zaus zwischen 7 und 724 Uhr verlassen hat. Vielleicht hat 
s sich nach draußen begeben, um ein in der Richtung Bramfeld 
wuus Anlaß der Leipziger Gedenkfeier angezündetes Freuden⸗ 
uer zu sehen, und ist dabei von dem Mörder angehalten 
vorden. Es haben sich auch Wellingsbütteler Einwohner ge— 
neldet, die am Sonnabend abend gegen 10 Uhr Silferufe 
zehört haben wollen, die von einer weiblichen Verson aus— 
gingen. 
Schleswig⸗Solst ein. 
Reinfeld, 22. Okt. Der Sittenverbrecher: 
üühemast ist wegen des bei Bolande auf ein junges Mädchen 
berübten Ueberfalles zu drei Jahren und sechs Monaten Zucht⸗ 
haus verurteilt worden. 
Oldesloe, 22. Okt. Zur Nachahmung emp— 
fohlen. Um den späteren Geschlechtern ein Bilsd davon zu 
geben, wie die Bevölkerung des Kreises Stormarn die Jahr— 
zundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig begangen hat, beab⸗ 
ichtigt Landrat von Bonin, eine Sammlung der Festfolgen, 
Liedertexte, Beschreibungen und dergl. anzulegen. Die Ge⸗ 
neinde und Gutsvorsteher und die Lehrer bittet er, ihn darin 
zu unterstützen, indem sie ihm je ein Exemplar aller Drucksachen 
oder geschriebenen Programme usw., welche sich auf die Jahr⸗ 
vundertseier beziehen, übersenden. — 
Neumünster, 22. Okt. Todessturz. Die 2u“jührige 
Tochter des Malers Adam Langerfeld, die anw Montag aus 
der 1. Etage auf das Pflaster stürzte, ist an den Folgen eines 
Schãde bruchs gestorben. 
Nortorf, 22. Okt. Einen schneeweißen Dam— 
hirsscch erlegte Hans Reimers auf deun Sazülper Revier. Das 
prãch igne Exemplare 75*127 Pfund. 
Großherzogtuümer Mecklenburg. 
Rostock, 21. Okt. Die Bürgervertretung geneh— 
nigte u. a. den Antrag auf Nachbewilligung von 280000 M 
ür die Schwemmkanalisation, sür deren Ausführung bereits 
rüher 2 Millionen Mark bewilligt worden sind. Als im 
daufe der Beratung ein Bürgervertreter äußerte, der Hafen- 
haudirektor hätte im Ausschuß wissentlich unwahre Angaben ge⸗· 
macht, verlieh dieser den Sitzungssaal, worauf, Senator Dahle 
den gegen den Beamten erhohenen Vorwurf scharf zurückwies. 
der zurückgenommen wurde. 
88 Grevesmühlen, 22. Okt. Der Jahrmarkt war 
non rund 20 Budeninhabern besucht. Käufer waren bei dem 
chonen Wetter aus der Umgegend zahlreich erschienen, so daß so⸗ 
wohl die Budenbesitzer als auch die Ladengeschäfte befriedigende 
Umsätze erzielt haben dürften. — Die Rotlaufseuche ist 
unter den Schweinen des Schulzen Harms zu Pohnstorf ausge— 
oͤrochen. 
Se Grevesmühlen, 21. Okt. In gemeinschaft— 
hicher Sitzung des Magistrats und Bürgerans⸗ 
chusses wurde Ratsregistrakor Evert zum Kandidaten sür die 
Wiederbesetzung der Stadtsekretärstelle einstimmig gewählt. Das 
ßehalt des neuen Stadtsekretärs wurde auf 2600 M, jteigend 
in 15 Dienstjahren auf 3600 M, festgesetzt, und das GHehalt des 
Ratsprotokollisten Belg soll von 1814 4n 1500 Mubetragen 
ind in ebenfalls 15, Dienstiahren auf, 28900 Musteigea. Ve—⸗ 
chlossen ist die Anstellung eines weiteren Protofoliisten zu 
ofort oder pätestens zum 1. Jan. Nach der Aufnahme der 
tädtischen Rechnungen betrug bei der Kämmereikasse die Ein— 
rahme 209 646,21 M, die Ausgabe 205 982,08 M, der Kassen— 
»estand also 3664, 13. M. Der Schuldenstand hat sich von 
8901 Mauf 444688,783 Muvpermehrt. Die Armenkasse hatte 
ine Einnahme von 28562,48 Miund eine Ausgabe non 
2 480,88 M, Kassenbestand 6081,62 M. In den Aus qaben 
iefer Kasse sind ca. 5000 Miäals Beitrag an die Irrenanstalt 
ind 4000 Mä Zuschuß, zu den Schullasten enthalten. Das 
danalisationskonfo schuldet der Kämmereikasse 40 408, 88 M 
ind das Elektrizitätskontg 43 074, 23 M. Beschlossen wurde. 
»aß für 1914 die Armenkgfse einen Zuschuß von 5000 M, zu 
den Schullasten leisten soll. Für die Vertretung eines feh— 
enden Lehrers sind für das Winterhalbiahr 500 Mubewill'gt. 
* Rehna, 21. Okt. Die Sundertjahrfeier der 
Schlacht bei Leipzig wurde hier am Sonnabend durch 
zie Schulfeiern eingeleitet. Abends fand ein Fagelzug statt, 
»er zur Forstinspektion an der Gadebuscher Chaumiee hin— 
usmarschierte, wo ein mächtiges Freudenfeuer ang?zündet 
burde. Nach dem, Gesang des Chorals .Nun danket alle 
zott“ hielt Arzt Elvers die Festrede. Daran fhlossen sich 
emeinfame Vorträge der Liedertafel und des Gesangoereins 
zarmonie. Nach allen Richtungen hin fah man auf den Söhen 
jreudenfeuer emporiodern. Graf von Bernstorff-Wedendocrj 
atte glieichfalls einen Fackelzug veranstaltet, der fich vom 
zchlob nach dem Klingenberg bewegte, woselbst Graf Barnstocfs 
ine vatriotische Ansprache hielf. Der Gesangverein aus 
Rambehl trug mehrere Lieder vor. 
Rehna, 22. Okt. Erfschossen hat, der Erbrächte. 
M. in Dorf Büsow seinen Knecht. Wie verlautet soll die Tat in 
otwehr geschehen sein. Neber den Vorgang lind verschiedene 
herüchte im Umlguf. Der Knecht fsoll, wie berichtet wicd, von 
M. sein Geld und seine PRaviere zum sofortigen Abgang aus 
der Dienststelle verlangt haben, was M. aber pecwecuerte. 
Rach einem kurzen Wortwechfel ging der Knecht. welher als ein 
uhiger Mensch geschildert wird. hinaus. kam aber halsd wieder 
urück und soll nun den Erbpächter mit einem Messer bedrohl 
aben, worauf dieser die Waffe ergriff und den Knecht ericheß. 
Plau. 21. Olt. Mordz- und Sesbitmordversucch. 
Der in den siebziger Jahren stehende Arbeiter Nölfer. der, be— 
runken war. wurde in Jeiner Wohnunag dahei angetfroffen. 
ꝑie er seine kranke, gn Sinnesschwäche leidende Frau an der 
Dfentür aufhängen wolste. B. hatte sich felbst neben ihr auf— 
rehängt und so wollten beide gemeinsam gus dem Lehben 
cheiden Glädlicherweise kam der in der Nebenstube woßnen— 
den Tochter, welche. Verdacht schöpfte. der auf dem Hojfe 
rbeitende, Maurer, B. zu Hilfe.Dieser schlug ein, Fenster 
in und befreite beide mit dem Tode ringenden Alten aus 
hrer unglücklichen Sage. V. welcher so figrk bergufcht war. 
daß er sich nur dunkel des Vorganges erinnern konnte. wurde 
in Haft genommen 
o. Kolonie und Seimat. Wie gan diefer Stelle schon 
nitgeteilt, veranstalten am Freitag, 28. und Sonnabend, 
29. Nov., im Kolosseum die Deutsche Kolonial⸗Gesellschaft und 
»er Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, Abteilangen 
rübed, ein Fest „Kolonie und Heimat“ zum Besten des Elisabeth- 
auses, Wöchnerinnenheims in Windhul, des Heimathauses in 
deetmanshoop und anderer kolonialer Bestrebungen. Nach 
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pricht die Veranstaltung überaus amüsant zu werden. Für 
sie Ausschmückung des für dieses Fest sehr geeigneten Saales 
zes Kolosseums und das ganze Arrangement des Festes haben 
ich neben Mitgliedern der beiden Abteilungen Künstler und 
Architekten liebenswürdigst zur Verfügung gestellt. Aus dem 
imfassenden Programm der Veranstaltung entnehmen wie fsol— 
jendes: Koloniale Tänze, Kriegstänze und -Gesänge unserer 
euen Landsleute aus Neu-Kamerun, Handel mit Produtkten 
us sämtlichen Kolonien, ein Bowlenzelt, in dem Bowle aus 
egerwein geschänkt wird, ein Tanzinstitut, in welchem neben dem 
ango und anderen modernen Tänzen gegen ein billiges Cin⸗ 
rittsgeld auch Tänze der Eingeborenen unferer sämtlichen Kolo⸗ 
ien gezeigt und gelehrt werden, eine Versuchsanstalt für die 
oloniale Luftschissahrt, eine Spielwarenbude mit allerliebsten 
leinen Negerspielzeugen, ein Kabgrett, ein Hpypo⸗ und 
damelodrom, ein photographifches Atelier und ein Silhouetten⸗ 
neider, der Lunapart aus Kamerun mit Rutschbahn, Karussell 
nd Waceltopf, der Schießstand des Windhuker Schützenver⸗ 
ins, Hagenbedks Völker- und Tierschau, ein Bierzelt, das guch 
»en Vextrieb der neuen Karrasbergwürstchen übernommen hat. 
in Sektzelt und ein Teehaus, in dem wunderniedliche Geifhas 
»en Tee reichen werden, éreichhaltige Büfetts, Jahrmartte— 
uden, Blumenstünde und anderes. In einer demnächst er— 
cheinenden Festzeitung wird alles Nähere zu finden sein. — 
Wie wir hören, ist der Beginn des Festes am Freitag, 28. Nyv., 
uf 7. Uhr abends und ain Sonnabend, 29. Nov, aquf 5 Uhr 
tachmittags, festgesetzt. Der, Eintrittspreis für Freitag, den 
8.Nop., beträgt,s Muund für Sonnabend, den 29. Nov., 
M; für beide Tage zusammen 4 M. Mistwirkende werden 
zergünstigungen erholten. Damen, welche Lust zur Mitwiekang 
ahen, woilen fich bei Frl. Anng v. Steinmann, Sophienstr. J1. 
de Herren bei Herrn Dr. H. Allendorf. Breite Straße 271, 
nelden. 
OD Kunfiauktion. Das Lübecker Kunst⸗Auktionshaus Cor— 
elius C.M. Michaelten peranstaltet am 28. und 29. d. M. 
ine Auktion pon Gemälden der Galerie Lorenz, Hamhucg, so— 
die von antiken Möbeln und Werken des Kunstgewerbes aus 
zerschiedenem Besitz. Der uns vorliegende Katalog zeigt einige 
echt schöne wertoolle Stüche. Unter den, Gemälden finden 
ziir Namen wie Raphgel, Roos (Rom di Tipoli).Ricolas 
zounin und andere recht klangreiche Namen. Die Besichtignng 
indet pom 23. bis 27. Oktoher in dem Auktionshaufe, Beder 
rube 53, statt. Liebhaber schöner Möbel werden vor, allem 
hre Freude an einem Lübecker Prunkschrank haben, ein an— 
cheinend wirklich echtes Stück der Renoissanceschnikerei. Nus 
em 503 Nummern umfassenden Kataloge, der die hervor— 
ggendsten Stüde, in guter Wiedergabe zeigt, sei noch eine 
deihe prächtiger Uhren hervorgehoben. Der Sammler und 
dunstliebhaber dürfte auf der Auktion viel Pafsendes zur Er— 
ünzung seines Besitzes finden 
Hansestãdte. 
Hamburg, 22. Okt. Zum Mädchenmord in 
Klein-Borstel. Auch bis jetzt ist es der Polizeibehörde 
noch nicht gelungen. Arfklärung darüber zu schaffer. auf welche 
Nun Im OrIqincaIpo reaten 
ILV 
FI GIMICGCVII SC. MMCCAæSBRF 
qæœra? 
Su hAhen In fast aston Detatlaesciacifton In dam varSεσα ι—. Bitto vor ν Si σιεσεο-
	        
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