Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

Ausgabe A. 
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Cagesbericht. 
Lüubeck, 17. Oktober. * 
hundertjahrfeier der voͤlkerschlacht bei Leipzig. 
Wir erhalten folgende Zuschrift: Nach dem für die 
Erinnerungsfeier der Völkerschlacht von Leipzig nunmehr end⸗ 
zuttig festgestellten Programm wird die Feier durch einen 
Fackelzug eingeleitet, den die patriotischen Vereine am Abend 
des 17. Oktober veranstalten werden. Am Festtage selbst 
fällt in den Schulen der Unterricht aus. Es werden Schul⸗ 
feiern veranstaltet, bei denen der Bedeutung des Tages ge— 
dacht wird. Um 11 Uhr vormittags findet unter Betriligung 
der Garnison ein Festgottesdienst in der Marienlirche statt. 
Zu ihm werden sich der Senat und die Bürgerschaft vom Rat— 
hause aus in geschlossenem Zuge begeben. An den Gottesdienst 
schsießt sich eine öffentliche Versammlung auf dem Marlte an, 
bei der der Wortführer der Bürgerschaft, Herr Rechtsanwalt 
Dr. Görtz, eine Ansprache halten wird. Die Marktfeier wird 
ausklingen in den gemeinschaftlichen Gesang des Chorals „Nun 
danket alle Gott“. Nach dem letzten Vers setzt das Geläute 
aller Kirchenglocken ein. Abends um 7 Uhr findet im Stadt⸗ 
theater eine Festvorstellung statt. Zu ihr sind die Veteranen 
der Kriege 1864. 1866, 1870/71, sowie diejenigen. die an 
den Kämpfen in China und Afrika teilgenommen haben, vom 
Senat eingeladen. Zur Aufführung gelangt die Kaisersche 
Oper „Theodor Körner“. Von 9 bis 103 Uhr abends werden 
auf dem Marltplatz, dem Geibelplatz und dem Klingenberg 
Musidaufführungen stattfinden, bei denen vorwiegend die Weisen 
der Freiheitskriege zu Gehör gebracht werden. Der Senat 
wird veranlassen, daß die Gräber und Denkmäler der Männer, 
an welche die Lebenden an diesem Tage in besonderer Dank— 
barkeit gedenken., des Syndikus Dr. Curtius, der in der 
Zeit der Fremdherrschaft unter mancherlei Opfern und Ge— 
fahren die Verbindung der hiesigen Patrioten mit den Führern 
der Freiheitskämpfer aufrecht erhalten hat, des Pastors Geibel, 
der, von glühender Vaterlandsliebe beseelt, durch manches kernige 
und begeisterte Wort die Hoffnung und den Mut der Mit— 
bürger neu belebt hat, und seines am 18. Oktober 1815 
geborenen Sohnes, unseres Ehrenbürgers, das Bismarck⸗, Arnim- 
und Prahldenkmal, nicht minder auch die Gedenktafel der Ge⸗ 
fallenen von 1813 in der Marienkirche, geschmückt werden. — 
Es darf gehofft werden, daß die Bevölkerung unserer Stadt 
durch Beflaggung der Häuser ihre Teilnahme an der Feier 
zum heredten Ausdruck bringen wird 
—— 2— 
DDaoanisches Fehmarnbahnkomitee. Dem danischen Feh—⸗ 
marnbahnkomitee ist, wie uns mitgeteilt wird, als weiteres 
Mitglied der frühere dänische Minister des Auswärtigen, 
Lehnsgraf Raben-Levetzau, beigetreten. Das ist neben Herrn 
Kammerherrn Hofiägermeister Beck ein weiterer prominenter 
Vertreter des dänischen Grundbesitzes. 
20 Verein Hũrtertor⸗Marli. In der gestrigen, im Resteu⸗ 
rant „Zur Hoffnung“ abgehaltenen Versammlung wurden vom Verein 
als Kandidaten jür die bevorstehenden Bürgerschaftswahlen die Herren 
Zimmermeister Behrens, Dr. med. Meyer, Conrad Pauels, 
R. Ringius, G. Schetelig und C. Schramm in Vorschlag 
gebracht. Die Liste dieser Herren wird sowohl dem Vaterstädtischen 
Verein als auch dem Bürgerschaftswahlverein von 1911 unierbreitet 
werden. 
BDer Gewerkverein hat in feiner gestrigen Versamm⸗ 
lung für die Aufstellung der Kandidatenliste sür die bevor—⸗ 
stehende Bürgerschaftswahl in Vorschlag gebracht:: m Jakobi— 
Quartier die Herren Buchdruckereibesitzer Heise, Bäcermeister 
Kliefoth und Stukkateur Fasel, im Marien⸗Magda— 
lenen⸗Quartier die Herren Uhrmacher Kähler, Schlach- 
termeister Green, Schneidermeister Gabbert, Schlachtermeister 
Keil, Malermeister Eder und Klempnermeister Thode; im Ma⸗ 
rien-Quartier die Herren Schlachtermeister Paatich, 
Maurermeister Blunck, Maurermeister Gorner, Tapezier Burfian. 
Maurermeister Schnoor und Gastwirt Boger; im Johannis⸗ 
Quartier die Herren Tischlermeister Barby, Maleemeister 
Scheither, Töpfermeister Haense und Schuhmachermeihser Molge. 
X Die Börse bleibt aus Anlaß der 100. Wiederkehr der 
Schlacht bei Leipzig am Sonnabend, dem 18. Okt. geschlossen. 
VSauptrersammlung des Neuen Frauenvereins und 
heiner Jugendgruppe. Der Jahresbericht den die 1. Vor— 
sitzende, Irl. Therese Roösing, in der statk besuchten Hauptrer— 
ammlung gab, ermöglichte einen Ueberblig über die rege 
Taͤtigkeit des Vereins im letzten Geschäfts jahr. Jedermann 
unentgeltlich zugängliche Vorträge hielten Frl. Th. Röfing 
üher die Tagungen in Oldenburg und Gotha, Frl. M. Fadlam 
üher Ernährungsfragen, Frl. Dr Baumer-Verlin üͤber das 
Jatirnale Element in der Frauenfrage und Fri. D. von Belsen- 
Berlin über Berusswahl. Die fünf Diskussionsnachmittage 
fanden gule Beteiligung, die zwei großen und sieben kleinen 
Vollsunterhalumugen wurden von eiwe 2000 Bersonen be⸗ 
fucht. Dank einer Zuwendung von seiten eines Hohen Senats 
war es wieder möglich, drei unentgeltliche Seefischkochkurse ein— 
urichten, an denen 150 Frauen teilnahmen. Die Leiterin 
Frl. Fadlam hielt die einführenden Ansprachen. Der un⸗ 
pntgeltlihhe Unterricht an Unbemittelte wurde in einem eng— 
lischen und vier franzosischen Kursen erteilt. Den Bericht uͤber 
die Gefängnistätigkeit gab Frl. Marie Ram. Der Kassen- 
fuhrerin wurde nach Rechnungsablage Entlastung erteist. Die 
turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder Frau Breinig, 
Frl. E. Hoffmann, Frau Lyda Nissen, Frl. Th. Rösing und 
Frau Schaumann wurden wiedergewählt. Die Vorfitzende teilte 
darauf das Minterprogramm mit. Außer neun Volksunter— 
haltungen werden acht Diskussionsnachmiltage nattfinden, 35 
vffentlichen Versammlungen zu reben haben zugesagt für den 
22. Okt. Frau 8. Riechers-Berlin über Bühnenfragen, am 
20. Nov Schwester Henriette Arendt-Stuttgart über Kinder— 
handel, am 10. Dez. Herr Schulrat Wuchgram über Fragen 
des Frauenstudiums, nach Weihnachten Frl. Herrmann-Berlin 
Uber Fortbildungsschulen. Ferner findet an dier Mittwochen 
im Januar ein Vortragszyklus von Herrn Dir. Schaefer über 
„Volk und Kunst von heute“ statt. Zum Schluß schilderte 
Frl. E. Hoffmann in anziehender und lebendiger Weise die 
Taguno des Verkandes norddeutscher Frauenvereine in Neu— 
Mmünster, der sie als Delegierte des Neuen Frauenvereins bei— 
ewohni hatte. — Es folate die 1. Hauptversammlung der 
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Freitag, den 17. Oktober 1915. 
Morgen⸗Blatt Ur. 526. 
—— 
Wesloer Strede Pa een. jsind noch sehr unsicher, ebenso 
qut können diese Einnahmen auch durch den Verkauf der Schlu— 
uper Staatsländereien erzielt werden. Zuletzt Ppielen die Bau⸗ 
tosten doch auch noch eine gewichtige Rolle; die Linie über 
Ifraelsdorf wird sich doch bedeutend billiger stellen, als die 
Linie über Wesloe. 
Wahtfcheẽnlich geftohlen. In der Zeit vom,‚, bis 
15. d. F. ist vom Flur eines an der Huühlenstraße belegenen 
hasthofes ein, Pabet in, grauem Papier, enthaltend; 28 neue 
zerren und Damenportemonnaies von schwarzer und brauner 
Farbe, 9 Beutelportemonnaies, 4 Zigarrentaschen von schwar⸗ 
er und brauner Farbe, und 100 Steine für Taschenfenerzeuge, 
bhondengekonmen und vermutlich gestohlen worden. Das 
Paket war mit der AÄbrefse Rudolph Kistner in Sroß⸗Berken⸗ 
hin und mit dem Namen des Absenders „Joh. Heinr. 
Meier in Lübed“ versehen. 
- Berhaftet wurde, der Kupferyutzer eines Hiesigen 
Restaurants, der dringend verdächtig ist, in Hannover einen 
Diebstahl begangen zu haben. 
VWethaftung eines Schwindlers. In einem hiesigen 
Hotel haue sich ein Echwindler unter dem Namen „Steffen 
As Berim* einlogiert, der in einem, in' einer hiesigen Zeitung 
beröffentlichten. Inserat einen jungen Mann. gleich welchen 
Ziandes, als Vertreter zu engagieren suchte. Auf Grund dieses 
In serates meldeten sich bei ihm im Hotel eine große Anzaͤhl 
Steilensuchender, die dann erfuhren, daß der Inserierende. 
ein 17iähriger Juͤngling, gegen Entgelt Vertreterstellen für 
eine Bouilsouwürfelfabrik Halifax“ in Berlin zu vecrgeben 
hatte. Ein Tischlergeselle ließ sich überreden, ihm 12 Mifür 
eine Anstellnng als Vertreter der Fabrit zu zahlen. In 
Wirklichkeit existierte diese Fabrik gar nicht, sondern dem Be— 
ruger, einem Ueiungslosen Kontorboten aus Wandsbek, war 
es nurt darum zu kung das Reisegeld nach Kopenhagen zu er— 
langen. Ec wurde festgenommen. 
Augenogruppe ves Beuen Frauenvereins, die von ungemenn 
sebhafter sozialer Tätigkeit der jugendlichen Mitglieder be— 
richtete durch unentgeltlichen Unterricht Erwachsener und 
ranker Volksschullinder, durch Hilfe in den Bũcherhallen, in 
dzleinkinderschuien. in der Säuglingsfürsorge und in aro ßem 
Imsange in den Volksunterhaltungen. In den monatlich statt⸗ 
indenden Versammmngen wurden folgende Vorträge gehalten: 
In der konstituierenden Versammlung am 10. Dez. Irl. Th 
sösing: Ansprache an die Jugend, ferner Frl. Th. Röoõsing: 
Was können wir?, Frl. Cl. Riedel und Frl. Pagels: Wos 
oll ich werden? Frl. A. v. Steinmann: Grundzüge und Ziele 
er Frauenbewegung Frl. B. Schneermann: Auswärtige Jugend⸗ 
ruppen. Frl. G. Schaumann: Volksunterhaltungen, Irl. L. 
Schetelig: Ter Beruf der Jugendleiterin, Frl. Heinamann: Ellen 
dey. Nach dem Kassenbericht wurde der Rechnungsführerin Ent⸗ 
astung erteilt. Für die 3 teilweise wegen Abwesenheit von 
rübeck ausscheidenden Vorstandsmitglieder Frl. Kulenkamp, FSrl. 
zagels und Frl. Schetelig wurden Irl. Jebsen, Fei. Levin, 
Frl. Helga Schaumann, Frl. B. Schneermann und FIrl. R. Ver⸗ 
sehren gewählt. Zum Schluß teilte die Vorsitzende Frl. Clara 
siedel mit, dah im Laufe des Winters 4 öffentliche Vorträge 
eranstaltet werden sollen, den ersten Frl. Annemarie Huber 
ibernommen hat und daß sich außerdem die Mitglieder zu Be— 
prechungen in kleinerem Kreise zusammenfinden wollen. 
Konservativer Vrrein Lübed. Am vergangenen Mitt-⸗ 
voch begann der Konservative Verein Lübedck seine Winter— 
arbeit im Altdeutschen Hof mit einer erhebenden patriotischen 
Feier. Herr Lehrer Wilh. Ketel⸗Lübeck versetzte mit begeisternden 
Worten durch seinen Vortrag: „Die Völkerschlacht bei Leipzig“ 
ie Zuhörer in die Zeit vor hundert Jahren. Die Nöte, die 
um Zerfalk Europas Deutschlands, Preußens führten, wie 
Tleinstaaterei, Absolutismus, Barbarei, Leibeigenschaft, Werbe— 
ystem, Vaterlands- und- Gottlosigkeit wurden ins helle Licht 
jestellt. Man sah Napoleon, die Geißel Europas, mit seinem 
charfen Verstande, seinem eisernen Willen, dem erbarmungs⸗ 
osen Herzen, der unstillbaren Begierde, Herrscher der Welt zu 
derden, höher und höher steigen als eine Sonne in glänzender 
Bracht. Man sah aber auch den raschen Absturz mit natur— 
otwendiger Gewalt sich vollziehen, nachdem man an sich selbss 
und an der Erneuerung des Vaterlandes gearbeitet hatte. 
Wie strahlen hier: Bauernbefreiung, Agrarreform, Stadtverwal⸗ 
ung, Heeresreform, inniger Glaube, treue Vaterlandsliebe! 
So wurde die heilige Völker⸗ und Freiheitsschlacht, die in 
janzer Lebendigkeit und Ausführbarkeit von dem Vortragenden 
geschildert wurde, für den sich für unbesiegbar haltenden Korsen 
um Gottesgericht. Am Schuß seines Vortrages erstand das 
Riesendenkmal bei Leipzig vor den Augen der Zuhörer als 
ein Dankdom und deutscher Tempel für den Allerhöchsten, 
uls eine Walhalla für die gefallenen Krieger und als ein 
Menetekel, ein warnender und mahnender Finger Gottes, nie— 
mals unsern Abfall von Gott, unsere Knechtschaft und Schmach, 
den gallischen Größenwahn und den Neid der Nachbarn zu 
dergessen, sondern das Herz bei ihm, dem Herrn, Augen und 
Waffen scharf, unsere Einigkeit stark, unsere Kraft jung zu er— 
halten, damit als Herz Europas nicht eine arme Magd, sondern 
eine hohe, freie, mächtige und gerechte Herrin sei von Ewig— 
keit zu Ewigkeit. — Nach Erledigung interner Angelegenheiten 
ind der Mitteilung, daß manches Mitglied in letzter Zeit 
ür den Verein gewonnen worden sei, wurde der anregende 
Abend geschlossen. 
) Der Gemeinnützige Verein im Stadtteil Schlutnp 
hielt Mittwoch seine ordentliche Vierteljahrsversammlung ab. 
In derselben wurde zunächst über die bevorstehende Bürger— 
schaftswahl beraten. Da der bisherige Vertreter, Herr 
Rauchereibesitzer Heinr. Niemann, sich bereit erklärte, eine etwaige 
Wiederwahl anzunehmen, wurde einstimmig beschlossen, den alten 
zewährten Vertreter in der Bürgerschaft wieder als Kandidaten 
rufzustellen und mit aller Kraft dahin zu streben, ihm bei der 
nächsten Bürgerschaftswahl zum Siege zu verhelfen. Sodann 
purde beschlossen, bei dem Bauamte vorstellig zu werden, die 
Verschönerungen, die der Gemeinnützige Verein bisher für un— 
eren Ort geschaffen hat, in seinen Schutz zu nehmen und weiter 
uszubauen. Auch die Strahenbahnfrage wurde ange 
chnitten. In letzter Zeit ist über den Bau einer Strakenbahn 
iach Schlutup recht viel gesprochen und geschrieben worden. Die 
neisten Artikel stammen allerdings aus der Feder von Lübecern, 
zach deren Ansicht die Bahn über Wesloe gebaut werden müsse, 
im dortige Terrains außzuschließen. Die Mitglieder des Gemein— 
lützigen Vereins, und mit ihnen alle Bewohner Schlutups, stehen 
uf einem andern Standpunkt. Für Schlutup kann nur die 
rinie über Israelsdorf in Betracht kommen. In erster Linie 
at der Staat selbst an dieser Linie des größte Interesse, da die 
zchlutuper Staatsländereien, die doch auch erschlossen werden 
nüssen, an dieser Strecke liegen. Die meisten Arbeiter Schlutups 
aben ihre Arbeitsstätten auf diesem Wege. Hier liegen die Del— 
nühle, die Kallsandsteinfabrik, die Kochsche Schiffswerft u. ., 
ind wenn im Winter widrige Eisverhältnisse das Uebersetzen 
ber die Trave verhindern, kann auch das Hochofenwerk leicht 
urch die Straßenbahn erreicht werden. Sollte die Straßzen⸗ 
ahn später nach Travemünde weitergeführt werden, ergibt sich 
eim Kreuzweg ein günstiger Anschluß sür Schlutup. Ferner 
zurde hervorgehohen. daß Israelsdorf zur Kärchengemeinde 
zchlutup gehört; die Bewohner Israelsdorfs kommen dort nur 
elten zur Kirche, weil ihnen der Kirchweg zu weit und unbequem 
st. sie können mit der Strabenbahn leichter zur Stadt kommen 
ind wenden sich deshalb dorthin. Anders würde es werden, 
venn eine Bahn Israelsdorf mit Schlutup verbindet. Bei dem 
zau der Bahn muß darauf Bedacht genommen werden, sie so 
ief wie möglich in den Ort hinein zu bauen, wenigstens bis zum 
Marktplatz. Schlutup dehnt sich in der Länge fast GStunde 
us, und sicher wird die Bahn auch für den Ortsverkehr viel— 
ach in Anspruch genommen werden. Eine Durchquerung des 
Irtes über das Fohrikgelände nach der Fähre, wie es in einem 
Irtikel gefordert wurde, wäre rollständig verfehlt, weil da— 
»urch der Ort von der Strafenbakn abgeschnitten würde. Wenn 
erner in einem Artikel gesaat wurde. daß auf der Strecke von 
kfraelsdorf nach Schlutup eine Ueberbrüdung der Eisenbahngeleise 
tattsinden müsfe, so ist dem entgegenzuhalten, daß die Straßen— 
zahn Jahrzehnte hindurch die Bahngleise am alten Lübecker 
S*aurtbahnbof überfahren hat. und hier handelt es sich 
öchstens um ein paar Gäüterzüge täglich, die nach dem Schlu— 
uper Bahnhof geleitet werden. Eine Ueberbrückung ilt allo 
rollständis überssssig. Die gro?en Einnahmen, die für die 
— —— 
p. Stadithealer. Aus der Theaterkanzlei schreibt man uns 
In der amn Sonnabend, dem 178. Oklober, stattfindenden Fest 
„onstellung Theodor Körner“ hat der Komponist Alfred 
Zaüser sein Erscheinen angesogt und wird der Aufführugng eires 
Werkes am Lübeder Stadttheater beiwohnen. — Die Tite!⸗ 
rlie singt Herr Schöffeil, die anderen Hauptpartien singen 
e Vogel⸗PMact, Frau Schmidt, Herr de Garmo und Serr 
Schusier. 
bp. Zur Festvorstellung am 18. Oktober im Stadttheater 
Anläßlich der Festvorstellung von „Theodor Körner“ wird, wie 
nan uns miticict, zwischen dem 1. und 2. Aufzuge ene⸗ 
pause von zSlunden gemacht, während welcher talte Buͤsens 
in Fhealerrestaurant aufgesteltt werden. In den-Festfälen 
verden auch an kleinen Tischen warme Spessen, serviert. Die 
zesucher des Theaters, die sich in dieser Pause reitaurierer 
vollen, werden gebeten, bei dem PVächter des Stadtthearer⸗ 
RKefiaurants des Saalbaues Tische vorher zu bestellen, wu⸗ 
burch prompte Bedienung zugesichert wird, Während der 34 
ndigen Pause fonzerner im Marmorsaal, des Stsditichen 
Saasbeues das Orchester des Vereins der Musikfreunde. 
b. „Cines“Hansatheater. Die Direktion ersucht uns 
um VAiufnahme folgender, Feilen: Der heute um 45 Uhr, und 
ghends. 80Ahr zur Erstaufführung gelangende Sensations- 
Fium.Die Sertin des Nils“ ist im wahrsten Sinne des Wortes 
ein Regie-Kunststück. das selbst. die fabelhaften Leistungen von 
Quyo vadis? ibertrifft. Dieser Film hat beispielsweise in 
Berlir bei, Presse und Vublikum ungeheuerliches Aufsehen 
erregt, und schreib: u. g. die Vossische Zeitung: „Die Cines 
Thealer Attiengesennchaft darf den Ruhm für sich m Bupruch 
nehmen, uns die schönsten, und literarisch wertpollsten Film— 
bisher geschenkt zu haben.“ Der neue Film“ „Kleopatra, 
die Herrin des Nils“, bringt Szenen von hinreißender, über— 
wältigender Wirkung und Schönheit, so den Zug der Legonen 
am Neeresufer. In diesem Film ist wieder das harakteristische 
Merkmal der „Cines“Filmsensationen auffallend, welches in 
der nasurgetreuen Schaffung des Milieus der damaligen far— 
benfrohen und lebensfreudigen, Epoche des alten Roms, in 
weicher fich das bewegte, leidenschaftserfüllte Lebensschicknal der 
exotischen Fürstin abspielt, gegeben wird. Da voraus ichtlich 
in den Abendvorstellungen ähnlicher Andrang herrschen dürfte. 
wie dies bei Quo vadis?“ der Fall war, erlaubt lich die 
Direktion. auf die Nachmittags-Aufführungen, welche uUm 415 
Ähr käglich siaftfinden, und zu weschem auch Kinder Cintritt 
haben, aufmerksam zu machen— 
b. Die Schãden im Schauf pielerm nen beruf und das Neichs⸗ 
hen lergefetz. Die schwierige wirtschaftliche Lage der Vühnen 
ünstlerinnen und die Härten ihrer Kontrakte an den meisten 
Theasern haben yach und nach Beachtung auch in Krzisen e 
unden. die der Bühne nicht nahe stehen. Der am 22. Okt. 
om Neuen Frauenverein veranstaltete Vortrag von Frau Helene 
Riechers-Berlin die selbst der Bühne angehörte und ießt Vor— 
jtzende des Frauenkomitees der Genossenschaft Deutscher Bühnen 
angehöriger ist. wird diese Verhältnisse mit gründlicher Zach- 
enntnis beleuchten und darlegen, welche Abhilfe vom Reichs— 
theatergesetz erwattet werden muß. 
b. St Vetti. Am, kommenden Sonntag, vormitta as 
119,. Uhr, beginnt der Kindergottesdienst in der St. Petri— 
kirche wieder. Alle Kinder der Gemeindeglieder, vom vol— 
erhefen 6. Lebensiahre ab. sind berzlich eindgeladen. 
Großherzogtum Oldenburg und Fürftentum Lübed. 
Eutin, 17. Okt. Der Großherzog und der Erb— 
roßherzog trafen Mittwoch nachmittag gegen 512 Uhr zu 
Pferde. von Haus Lensahn kommend, hier ein, während Prinzein 
fFitel Friedrich und die Prinzessinnen Altburg und Ingeborg 
zereits gegen 4 Uhr mittels Auto eintrafen. Unserm Bataillon 
vurde auch die Ehre zuteil, Mittwoch zum ersten Male vor dem 
Schlose unserm Landesfürsten einen Doppelposten stellen zu 
ȟrfen. Seit Mittwoch abend weilt auch Staatsminister Scheer 
hier auf dem Schlosse. Donnerstag nachmittag mit dem V-Zuge 
5.21 Uhr traf der russische Gesandte von Demeric mit Gemahlin, 
von Hamburg kommend, hier ein, um von dem Großherzo⸗ 
empfangen zu werden. 
Großherzogimer Medlenbera. 
Rehna, 17. Okt. Erinnerungs-Freuden- 
feuer. Ueberall rüstet man sich in hiesiger Gegend, die 
aim 18./19. Oktober d. J. abzuhaltenden Erinnerungsfeier der 
Völkerschlacht bei Leipzig in würdiger Weise zu vollbringen 
und sollen noch, wie man hört, auf den umliegenden An—⸗ 
höhen, um Kunde zu geben von der einmütigen Begeisterung, 
mnit der unser deutsches Volk der-Helden jener aroßen Zeit 
nedenkt, Freudenfeuer abgebrannt werden. Der Kriegerverein 
eiert das gemeinsame Fest durch Verckastaltung eines Preis— 
chiehens mit Militärgewehren nach Infanteriescheiben auf dem 
Schützenscheibenstand am 18. Okt. vormittaas vbon 92512 Uhr 
ind nachmittaas von 1243 Uhr bis Dunkelwerden. Abends 
Facelzug, alsdann gemütlichs Bei'ammensein im Sckutzenhause. 
Sonntag, 19. Okt. Festgottesdienst, nachmittags 3 ?ihr Fest⸗ 
marsch durch die Stadt und abends Festlommers ohne Damen 
im E. Körnerschen Lokaole.
	        
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