Full text: Lübeckische Anzeigen 1913 (1913)

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abends, Sonntags morgens) erscheinend. Bezugs⸗ 
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Anzeigenpreis (Ausgabe 4 und 58) für die 
Zeue 2o Pfg. Kleine Anzeigen (Arbeitsmarkt usw.) 
RPpis sũe Auswartige 30 Pfo. f. Geschaftl. Mit⸗ 
teilungen 1Mt. d. Zeile. Tabellen⸗ u. schwieriger 
Satz den Auforderungen entsprechend höher. o 
Beilagen: Vaͤterstädtische Blätter. — Der Familienfreund. 
Amtsblatt der freien und Hansestadt Lubed 63. Nachrichten für das Herzogtum Lauenburg, die 
—IERLLVVVXEV a Fahrgan— güuürfteniũmer Ratzeburg, Lübed und das angren⸗ 
ůσσασασσασααασασασσσασασασεσασεσσασονοο —— ——— jende medlenburgische und holsteinische Gebiet. 
Druck und Verlag: Geb üude: r Borchers G. m. b. 8. m Lubed. — Geschäftsstelle Adreb-dus Gonigstr. 46). Fernspre cher 9000 u. 9001 
Mittwoch, den 15. Oktober 19153. 
Abend⸗Blatt Ur. 525. 
Neue Balkangefahren. 
Die öffentliche Meinung in Europa möchte am liebsten 
für geraume Jeit von den Balkanvölkern überhaupt nichts mehr 
hören, aber diese sorgen schon dafür, daß sie sich immer wie der 
angeegentllich mit ihnen beschäftigen mubß. Nachdem man schon 
angenommen hatte, daß zwischen Griechenland und der Turkei 
jede Kriegasgefahr gebannt sei, heikt es nun auf einmal wieder. 
die türkisch-griechische Spannung habe einen gefährlichen Hoð he⸗ 
hpunkt erreicht und drohe eine ichlimme Wendung zu nehmen. 
Ter Konstantinopeler Berichterstatter des Matin behauptet, er 
nne auf Grund einer Unterredung, die er mit einer hohen 
Persönlichkeit der türkischen Regierung hatte, betonen, es wäre 
gut, wenn man im Auslande zu der Erkenntnis bäme, daß die 
Türkei eventuell zum Kriege fest entschlossen sei und daß jeden 
Augenblid von ihr die Ansprüche Griechenlands auf die Aegäi⸗ 
chen Inseln als casus belli erklärt werden könnten. Nur, wenn 
Hriechenland auf diese Ansprüche sofort verzichte, könne ein 
neuer Balkankrieg vermieden werden. Wahrscheinlich ist frei— 
lich, dak es sich um nichts weiter als einen neuen, echt orienta⸗ 
lischen Verblüffungsverfuch handelt. Nach einer anderen Mel— 
dung aus Konstantinopel hat die Temobilisierung in der Türkei 
sogar schon begonnen. Die 30. und die 32. Nizam-Division 
die zum 9. Korps gehören und sich in Demotika befinden, 
sind nach Gallipoli beordert worden. Die in Konstantinopel 
auf Urlaub weilenden Offiziere dieser Truppenkörper wurden 
rufgesordert, sich direkt nach Gallipoli zu begeben. 
TDafür scheint der albanische Aufstand an der montenegri⸗ 
nischen Grenze wieder mit neuer Wut aufzulodern. Bei Gefinge 
wird seit drei Tagen mit Erbitterung gekämpft. Ten Monte« 
iegrinern ist es bisher nicht gebungen, die Offensive der 
Albaner zu brechen. Tagegen fühlen sich die Serben ale 
Zerren der Lage. Indem aber die serbische Presse erneut 
darauf besteht, daß gewisse strategisch wichtige Punkte auß 
Abanischem Gebiet von Serbien dauernd besetzt gehalten werden 
nülten und auch hartnäcdcig an den Forderungen einer — 
zerichtigung festhärlt, kann man sich auf neue unerquickliche 
Auseinandersetzungen zwischen den interessierten Großmächten 
gefakt machen. 
Bevorstehtuder Ausbruch der griechisch-türkischen Feindseligkeiten. 
PC. Athen, 14. Okt. Die Demobilisation dreier türkischer 
Divisionen ist, wie aus gut informierter Quelle hier ver⸗ 
qautet, nicht auf eine Verminderung der ktürkischen Streitkräfte 
zurüctzuführen, sondern es handelt sich vielmehr um Streit⸗ 
kräfte, die alttürkische Tendenzen gezeigt haben und die in⸗ 
folge ihrer Gegnerschaft von den Jungtürken aus den RNegi— 
mentern entfernt wurden. Trotz der beruhigenden Versicherung, 
die die türkische Regierung gibt, herrscht eine große Aktivität in 
der gesamten Armee. Die Täürkei hat fast ihre gesamte Armee 
in die griechisch-mazedonische Front entsandt und, wie hier ver⸗ 
lautet, werden auch bulgarische Streitkräfte an die griechische 
Küste transportiert In türkischen Kreisen ist man völlig da⸗ 
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hin und blätterte dann langsam weiter in den Heften. Aber 
da legte Astrid ihr die Hand auf die Rechte. 
„Gerda, sag' mir — es stimmt wohl noch immer nicht 
bei euch?“ 
Die Schwester hob die Augen von dem Journal nicht auf. 
So amntwortete sie: 
„Doch, es ist alles wieder in Ordnung, nur — aber wozu 
davon reden? Ich sagte es euch ja damals zu Haufe: was 
einniak einen Sprung hat. das —“ 
Sie brach ab; aber der Ton, in dem sie gesprochen hatte, 
ichmang leise nach, müde und hoffnungslos. 
Ta senkte auch Astrid ihr Saupt und seufzte schwer. So 
schwiegen sie beide. Bis Astrid sich dann wieder ihrem schmerz4æ 
lichen Sinnen entraffte und von anderen Tingen sprach. Es war 
wohl das beste, auch für die arme Gerda, man rührte aar 
nicht nmehr daran. 
Tae Zeit verging so, es war um die Vißltenstunde, schon 
ein anderer Bekannter hatte vorgesprochen — da meldete das 
Mädchen abermals Besuch — Walter Kyllburg. 
Gerda schrak zusammen. Sie hatte ihn nie wieder getroffen 
seit ihrer Begegming anr Neuen See. Und es war so gut. 
Es durrfte auch nicht mehr sein. Wohl tat das bitter weh— 
zu denken: ihn nie wiederzusehen — nie mehr! Aber es mußte 
jein. Und auch das mubte ertragen werden, wie all das andere. 
Der Gedanke, Kullburg nun wieder gegenüber zu treten, weckte 
in Gerda von neuem den schlummernden Schmerz. Am liebsten 
hätte sie fich ztrüdgezogen, aber was soilte Astrid davon 
denken? Und so blieb sie. 
Kyllburg trat nun ein. Aber er hielt plötzlich mitten im 
Schritt an. Gerda hier? Gerade sie, wegen der er kam! 
Es war nur gut, daß Astrid — jetzt wieder in ihrer ge— 
wohnten heiteren Art — ihn munter willkommen hieß. 
-Tas ijt aber nett, kieber Herr Kyllburg! Und nun müssen 
sie sich gleich mal mein kleines Reich hier ansehen.“ 
„Diae Betriebsfiliale Berlin,“ scherzte er, sich mit Gewalt 
Atsammennehrmend. Aber seine Finger zitterten heftig, als er 
jetzt auqch Gerdas Hand zur Begrübung an seine Lippen 
suhrre. der er bisher nur stumm seine Verbeuaung gemacht 
— 
Au⸗e 
Erstes Blatt. hierzu 2. Blatt. ! 
—;— — S— —)— — — — —— — — ——— —————————⏑— — —⏑—⏑ —⏑—«—«—[⏑—0 — 
Umfang der heutigen Nummer 6 Seiten. 
ILLLLL 
Das Ende der bayerischen 
Regentschaft. 
Nachdem beim letzten Regentschaftswechsel im Dezember 
porigen Jahres die bayerische Königsfrage mit negativem 
Erfolge behandelt worden ist und sowohl der neue Prinz⸗ 
regent wie das Ministerium Hertling bestimmte Verzichterklä⸗— 
cungen abgegeben hatten, kommt die Neuaufrollung des Pro— 
oͤlems in diesen Tagen überraschend. Sie wurde veranlakßt 
durchh die vom bayerischen Staatsministerium geforderte Er— 
höhung der Zivilliste des geisteskranken Königs Otto um 
1200 000 Me und die dadurch hervorgerufene rückschauende 
Kritik der parteipolitischen Ursachen des Scheiterns der 
Problemlösung im Dezember vorigen Jahres. Und als sich 
bei dieser allgemeinen Besprechung herausstellte, daß die Hal— 
tung des in Bayern allmächtigen Zentrums in der Angelegen⸗ 
heit jetzt eine andere als vor neun Monaten sein dürfte, da 
wurde die Angelegenheit plötzlich akut. Heute hat es den An— 
schein, als stände das Ende der bayerischen Regentschaft und 
die Besteigung des bayerischen Königsthrones durch Vrinz-— 
regent Ludwig unmittelbar bevor. 
Heute, wie im Dezember vorigen Jahres, waren zur Be— 
endigung des seit 27 Jahren schon andauernden bayerischen 
Regentschaftsprovisoriums zwei Wege offen: entweder eine 
Verfassimgsänderung, die unter Mitwirkung beider bayerischen 
Kammern den Ausschluß von der Thronfolge wegen körper⸗ 
licher oder geistiger Defekte vorsieht, oder eine ohne verfasfungs⸗ 
mãäßige Mitwirkung des Volkes ersolgende Selbstproklamierung 
des Regenten zum Könige. Natürlich wäre für die Proklama— 
tion der Zeitpunkt des Regentschaftswechsels der günstigste 
gewesen. Tatsächlich ist auch, wie das Ministerium Hertling jetzt 
bekanntgibt, damals, als nach menschlicher Voraussicht mit dem 
nahen Tode des hochbetagten Prinzregenten Luitpold ge— 
rechnet werden muhßte, die Proklamationsfrage im bayerischen 
Mimisterrat sehr eingehend erörtert worden. Da aber dort 
nur die beiden adligen Minister von Hertling und von Soden 
sirr die Selbstproklamation des Regenten zum König ein— 
traten, alle übrigen Ministerkollegen dagegen, so wurde der 
Beschlutz gefaßt, mit den Parteiführern den anderen Weg der 
verfassungsmäßigen Beendigung der Regentschaft zu besprechen. 
ks stellte sich dabei heraus, dah das Zentrum unter dem starken 
Finfluß seines jüngst verstorbenen Führers v. Malsen mit 
56 gegen 20 Stimmoen aus loögitimistischen Rehdenfen iede 
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Offizierstöchter. 
Roman von Paul Grabein. 
154. Fortsetzung.) Machdruck verboten.) 
„Ja — wenn es so ist — wirklich so ist!“ 
Und Kullburg stand jetzt auf. Die Hände auf dem Rüden 
oerschränkt, ging er auf und ab. des Kameraden ganz ver— 
—XRDC 
Wenn das Tatsachen waren. dann eröffnete fich ihm 
ja ein Ausblick —! Und er fühlte seine Pulse schneller gehen. 
Tie Sache scheint Ihnen also ein bißchen nahezugehen. 
Na ja,“ nickte der andere und blickte rauchend herüher. 
Es war, als ob er noch etwas hätte sagen wollen. In 
Ellerstedt hatten die Kameraden damals ja sämtlich eigentlich 
erwartet, daß sich Kyllburg mit Gerda von Senning verloben 
cwürde. Die Sache dann mit dem Schauspieler hatte fie samt 
und sonders stark überrascht. So sah denn aud, jetzt Goerge 
wie mit einem stummen Fragen zu Kuyllburg hin. 
Der aber schien die Blide zu fühlen, denn er blieb nun 
vor denr Sofatisch stehen. Seine Hände rücten an der Alabaster⸗ 
chale mit den nachgemachten Fruchten. 
3.Tas wird Henning hart angekommen sein. Gerda Kebler 
war ja immer seine Lieblingstochter.“ J 
Er lenkte so die Unterhaltung von seiner eigenen Person ab 
und zeigte in nichts mehr, wie tief ihn diele Mitieilung 
ben betroffen hatie. J 
Erst als er nachher wieder allein war, kamen ihm jene 
aufaestörten Gedanken zurüd und liesen von ihm nun nicht mehr. 
Wenn es Wahrheit wurde — Gerda noch einmal frei! 
Weun sich keine Schranken mehr zwischen ihr und ihm er— 
boben — dann gab es noch ein Hoffen. Er wunte es, seit 
æenem Augenblick damals am Neuen See. 
Und es lieh Knllbitrg keine Ruhe mehr. Gewißheit mußßte 
er haben. und er wollte sie lich verschaffen. Zwar zu ihr 
selber war ihm ja der Weg verwehrt; aber nicht zu ihrer 
Schmester, und er wußte, Petersens waren jeitt wieder in 
Berlin. Astrid hatte ihm schon vor ein paar Tagen ein 
Binsett mit dieser Mitteilung geschidt und ihn wiffen lassen, 
ihr Mann und sie würden sich freuen, wenn er sich recht ban 
einnat seben liehe. Davon wmürde er nun Gebrauch machen. 
— 
aktive Mitwirkung an der Entthronung des geisteskranken 
Königs Otto ablehnte. Der Abgeordnete, so argumentierte 
nan damals, der dem König den Treueid geschworen habe, 
sönne nicht denselben König, auch wenn er geisteskrank sei, 
ibsetzen helfen. Obwohl die Liberalen damals zur Verfassungs⸗ 
inderung bereit waren und die Sozialdemokraten nicht lärmend 
dagegen sein wollten, scheiterte die Aktion. 
Inzwischen ist die bayerische Königsfrage in der öffent— 
lichen Erörterung nie ganz zurückgetreten. Eine Reihe von 
Recktsgelehrten und Gutachter suchten immer neue Lösungswege 
wusfindig zu machen. Die Vormünder des Königs Otto sollten 
m seinem Namen auf die Krone verzichten, die Goldene 
Bulle, nach welcher Regierungsfähigkeit Voraussetzung der 
khronfolgefähigkeit sei, bestehe noch zu Recht und gestattet dem 
segenten jederzeit die Selbstproklamierung zum Könige, ange— 
ehene Männer aller Parteirichtungen könnten in gemeinsamer 
Zundgebung den Regenten im Namen des Bayernvolkes bitten, 
ver unhaltbaren Situation ein Ende zu bereiten und sich die 
drone aufs Haupt zu setzen. Aber alle diese Vorschläge 
cheiterten am graden Sinne des Prinzregenten Ludwig und 
im Respekt vor der öffentlichen Meinung, die immer einheit⸗ 
icher für Beschreitung des verfassungsmäßbigen Weges eintrat. 
Im Zentrum, das durch seine berufenen Führer schon im 
Dezember v. J. den Vroklamationsweg als den allein gang— 
zaren hatte anpreisen lassen, ist bis zur Gegenwart noch 
Stimmung für die Selbstproklamierung Ludwigs III. Aber 
ben nur Stimmung. Der starke Gegner der verfassungsmäkßigen 
Neuregelung, Irhr. v. Malsen, ist inzwischen gestörben, die 
inderen Zentrumsführer können nicht übersehen, daß der Prinz— 
egent im Dezember die Verfassung des Landes beschworen 
at und die eben erfolgte offiziöse Feststellung, daß auch die 
iberwiegende Mehrheit, im bayerischen Staatsministerium „aus 
echtlichen und politischen Gründen“ gegen Selbstproklamierung 
— 
zentrumskreisen vollends abkühlen. So erklärt ssich die neue 
PVendung in der bayerischen Königsaugelegenheit. Da die 
diberalen und Sozialdemokraten keinen Anlaß haben, von 
hrer früheren Haltung abzuweichen, ist die Verfassungsände— 
uung zugunsten der Thronbesteigung des Pr'inzregenten Lud— 
vig parlamentarisch gesichert, falls das bayerische Zentrum 
inter dem Einfluß des jetzt führenden Abgeordneten Pichler 
»ei seinem Anschauungswechsel verbleibt. 
Nach allen bisherigen Erfahrungen is. freilich darauf 
eineswegs fester Verlaß. Man weiß, daß der verstorbene 
Frhr. v. Malsen nicht der einzige mit dem bayerischen Minister— 
räsidenten v. Hertling sehr unzufriedene bayerische Zentrums— 
ührer war. Und man weiß ferner, daß Frhr. v. Hertling als 
Ministerpräsident bisher vom Unglück und Ungeschick geradezu 
verfolgt war. Man wird also auch das Ende der bayerischen 
kegentschaft nicht früher als gesichert ansehen dürfen, bis die 
iotwendigen varlamentarischen Voraussekungen dafür ersfüllt 
sin* 
und boffentlich gelang es ihm bei dieser Gelegenheit, zu 
erfahren. was er wissen mupte. 
Astrid war in der Tat wieder in Berlin, und jeder Tag sah 
ie mit der Schwester vereint. So war es auch heute. 
Schon am Vormittag war Gerda zu Petersens gekommen; die 
zeiden jungen Frauen sahen nun im Wohnzimmer — Petersens 
natten ja jetzt din eigenes kleines Quartier bezogen — und 
verda balf der Schwester beim Suchen in den Modejournalen. 
zie fahndeten quf einen aparten Stickereieinsatz, den Astrid 
eulich einmal irgendmo flüchtig bemerkt hatte. Sie sprachen 
abei noch einmal von Ediths Hochzeit, die kurz vor Peter⸗ 
ens Abreise in Ellerstedt gefeiert worden war. 
Aitrid berichtete noch nachträqglich von odllerlei Einzelhoiten 
ind schlos dann: 
„Wie gesagt. zu schade, daß da nicht dabei warst, Gerda 
ks war eine sehr nette Hochzeit. Klein, aber alles so stim⸗ 
nungsvoll. Warum bist du denn nur nicht noch gekommen? 
fdith war wirklich sehr traurig, und auch Vapa fehltest 
vu sehr. Wir hatten dir extra noch einmak depeschiert am 
Tage vorher. Wollte es Heinz denn etwa nicht? 
„Doch. Er drängte sogar, ich sollte ruhig fahren, er nähme 
es mir gar nicht übet. Aber ich wollte nicht.“ 
„Gerda! Die Hochzeit unserer Schwester! Noch dazu wo 
kEdith nun so welt weg ist.“ 
Es ist mir ja auch schwer genug gewesen. Aber. ich konnte 
virlrich nicht. Alle die fremden Menschen — wer weiß, was nicht 
chon alles über uns geredet worden sein wag.“ 
Astrid verstummte. Wußte sie doch mur zurgatt, da in 
der Tat in Ellerstedt über Gerdas Ehe alle möglichen Gerlichte 
um.gingen. Klaus hatte da so manches gehört. 
So blidte sie nur still, mit einem nutleidigen Ausdrud 
auf die Schwester. Und wie sie dielse so nachdenklich be— 
trachtete, fiel es ihr auf, wie verändert sie auslah. Ta 
fragte fie teilnehmend: 
„Fühlst du dich nicht wohl. Gerda?“ — 
„Wieso?“ Und Gerda schüttelte leise den Kopf. 
z. Aber du bist so blatr so dunkel um die Augen, und so 
chmal geworben!“ — I 
. .So? Findest du?7?“ J 
Mit einem marten Lacheln blickte die unge Frau vor -ich
	        
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